Noa Chanelle
girl in black
- Coruscant – City – Café Blanche – Mit Rufus -
Peinliche Stille trat ein, als sich Jesper aus dem Staub gemacht hatte. Noa konnte noch immer nicht glauben, dass er sie hier mit seinem Arbeitskollegen alleine hatte sitzen lassen. Sie fragte sich, wann er und Cloé diesen Plan wohl geschmiedet hatten. Wann hatten sie beschlossen, Noa heimlich zu verkuppeln, an dem Abend von Amicas Verlobungsfeier, als Noa kurzfristig doch nicht mitgekommen war, obwohl sie schon fertig angezogen und zurecht gemacht gewesen war? Im Grunde war es auch egal. Alleine die Tatsache, dass sie hinter Noas Rücken einen Typen aufgetrieben und ihn vermutlich angefleht hatten, sich mit Cloés alleinstehender Schwester zu treffen, war schlimm genug. Rufus musste sie für einen hoffnungslosen Fall halten.
„Hör zu, wir müssen das nicht machen, wenn du nicht willst.“
Er war nett genug, ihr die Möglichkeit zu geben, das ungewollte Date zu beenden. Eigentlich sollte sie sofort aufstehen und gehen. Sie sollte nach Hause fahren, oder noch besser zu Cloé ins Büro und ihr sagen, was sie von ihrer Einmischung hielt. Noch war Noa nämlich gut selbst in der Lage, sich einen Mann zu angeln! Cloés Problem war bloß, dass sie mit Noas Wahl nicht einverstanden war, aber das war wirklich ihr Problem.
“Ich will das eigentlich wirklich nicht.“
Sagte Noa ehrlich.
“Aber wenn wir schon mal hier sind...“
Sie sah Rufus zum ersten Mal richtig an. Er hatte dunkle Haare, die ihm fransig über die Ohren hingen, für einen Coruscanti ungewöhnlich dunkle Haut – auf diesem Planeten hatte man normalerweise nicht viel Gelegenheit, in der Sonne zu liegen und sich zu bräunen – und dunkle, schmale, aber sehr freundliche Augen. Sie mochte außerdem den entspannten Zug um seinen Mund herum und das halbe Lächeln, das auf seinen Lippen tanzte, auch ohne dass es gerade etwas zu lachen gab. Nein, witzig war die Situation wirklich nicht.
“Wie wäre es mit einem Drink? Einfach so, ohne besondere Ewartungen daran zu knüpfen?“
Schlug er vor. Noa nickte.
“Einverstanden.“
Einen Drink und dann würde sie Cloé und Jesper ihre Meinung geigen.
“Also, wie lange macht ihr schon zusammen Musik, du und deine Kumpels?“
Fragte sie und nahm damit den Gesprächsfaden wieder auf, der sich ergeben hatte, als Jesper noch anwesend gewesen war. Rufus lehnte sich zurück und kratzte sich am Hals.
„Hmm, keine Ahnung. In der Konstallation... drei Jahre oder so.“
“Und du spielst welches Instrument?“
„Ich bin der Drummer. Magst du die Musikrichtung?“
Mit einem Zeichen winkte er einen der vorbei kommenden Kellner zu sich, fragte Noa nach ihrem Wunsch und orderte zwei Gläser für sie. Die Journalistin lächelte.
“Ja, so lange sie laut genug ist.“
Antwortete sie scherzhaft und begann, sich trotz aller Tricksereien, die sie überhaupt erst hierher gebracht hatten, wohl zu fühlen. Mit Rufus zu sprechen war einfach. Er schien ein sehr ungänglicher Typ zu sein.
“Aber neben der Musik, die du nur als Hobby betreibst... bist du wirklich Jespers Arbeitskollege, oder?“
Wollte sie wissen. Nicht, dass das auch noch eine Lüge gewesen war. Rufus lachte herzhaft.
„Ich kann dein Misstrauen gut verstehen und es tut mir Leid, dass wir dich hinter's Licht geführt haben. Jesper hat mich gefragt, ob ich zur Zeit jemanden sehe und ob ich Interesse hätte, mich mit der Schwester seiner Freundin zu treffen. Er war der Meinung, wir hätten vielleicht ein paar Dinge gemeinsam, obwohl er mich gewarnt hat, dass du womöglich nicht unbedingt begeistert wärst. Und ja, ich arbeite wirklich mit Jesper zusammen, allerdings nicht im Verwaltungsbereich, wie er. Ich arbeite in der Küche – angehender Koch.“
“Koch? Oh!“
Noa hob überrascht beide Augenbrauen. Einen Koch als Mann zu haben konnte diverse Vorteile mit sich bringen: nie mehr Fertiggerichte! Man konnte jeden Tag zu einer warmen, exklusiven Mahlzeit nach Hause kommen, ohne dass man auch nur das Geringste dafür tun musste. Es war so, als würde man mit Cloé zusammen wohnen. Jesper hatte es wirklich gut. Er hatte diesen Luxus jeden Tag. Es schien, dachte Noa, als wäre Rufus ein echter Fang. Er sah gut aus, war Musiker und konnte noch dazu eine Frau mit den schönsten Gerichten verwöhnen. Wenn er dazu noch gut im Bett war, waren so gut wie alle Wünsche erfüllt. Noa grinste in sich hinein. Mehr konnte Frau wirklich nicht verlangen. Als sie sich weiter unterhielten stellte sich heraus, dass Rufus zudem auch noch richtig sympathisch war. Jesper hatte noch nie von ihm als Arbeitskollegen erzählt, was sie wunderte, aber vermutlich überschnitten sich ihre Arbeitsbereiche einfach kaum, sodass sie wenig miteinander zu tun hatten. Der Nachmittag verging wie im Flug, aus einem wurden zwei Drinks und schließlich sogar drei Drinks und Noas Ärger auf ihre Schwester und deren Freund verflog. Sie hatten es immerhin gut gemeint und, auch das musste man ihnen lassen, Noas Geschmack sogar tatsächlich getroffen. In einen Typen wie Rufus konnte sich Noa problemlos verlieben. Er war witzig, gesprächig, hörte die gleichen Bands wie Noa und liebte die Swoop-Meisterschaften. Doch das Beste an ihm war, dass er auf Coruscant lebte. Er war hier, in direkter Nähe, arbeitete sogar mit ihrem Schwager zusammen. Nichts war einfacher, dachte Noa, als sich auf ihn einzulassen.Dummerweise nur hatte es, trotz aller seiner Vorzüge, nicht im Mindesten „Klick“ bei ihr gemacht. Sie bedankte sich für den Nachmittag, als sie schließlich zahlten.
“Sag mir Bescheid, wenn ihr mal irgendwo einen Gig habt“
„Klar, warum nicht.“
Ungezwungen reichte Rufus ihr zum Abschied die Hand.
„Ich hab' das Gefühl, es war nicht ganz schrecklich mit mir, oder? Bitte sag, dass es nicht schrecklich war.“
Er brachte Noa zum Lachen.
“Es war nicht schrecklich.“
Antwortete sie.
“Es war gut, sehr gut sogar. Allerdings habe ich nicht unbedingt irgendwo... Funken fliegen sehen oder so. Und du?“
„Nein.“
Rufus stimmte in ihr Lachen ein.
„Also bis irgendwann mal?“
Aufrichtig lächelnd nickte Noa.
“Bis irgendwann mal.“
Sie hatte ihr Speederbike nicht weit vom Café Blanche abgestellt und überlegte, noch während sie auf dem Weg dorthin war, wohin sie als nächstes fahren würde. Ihre Lust, Cloé die Meinung zu sagen, war ziemlich geschwunden. Es war viel effektvoller, glaubte sie, sich gar nicht zu melden. Cloé und Jesper würden Zuhause sitzen und sich fragen, wie der Nachmittag gelaufen war. Sie würden nur darauf warten, dass Noa ihnen erzählte, ob das Date ein Erfolg gewesen war oder nicht. Noa aber würde es gänzlich anders machen. Sie würde die beiden am langen Arm verhungern lassen. Das hatten sie jetzt davon.
- Coruscant – Obere Ebenen – City -
Peinliche Stille trat ein, als sich Jesper aus dem Staub gemacht hatte. Noa konnte noch immer nicht glauben, dass er sie hier mit seinem Arbeitskollegen alleine hatte sitzen lassen. Sie fragte sich, wann er und Cloé diesen Plan wohl geschmiedet hatten. Wann hatten sie beschlossen, Noa heimlich zu verkuppeln, an dem Abend von Amicas Verlobungsfeier, als Noa kurzfristig doch nicht mitgekommen war, obwohl sie schon fertig angezogen und zurecht gemacht gewesen war? Im Grunde war es auch egal. Alleine die Tatsache, dass sie hinter Noas Rücken einen Typen aufgetrieben und ihn vermutlich angefleht hatten, sich mit Cloés alleinstehender Schwester zu treffen, war schlimm genug. Rufus musste sie für einen hoffnungslosen Fall halten.
„Hör zu, wir müssen das nicht machen, wenn du nicht willst.“
Er war nett genug, ihr die Möglichkeit zu geben, das ungewollte Date zu beenden. Eigentlich sollte sie sofort aufstehen und gehen. Sie sollte nach Hause fahren, oder noch besser zu Cloé ins Büro und ihr sagen, was sie von ihrer Einmischung hielt. Noch war Noa nämlich gut selbst in der Lage, sich einen Mann zu angeln! Cloés Problem war bloß, dass sie mit Noas Wahl nicht einverstanden war, aber das war wirklich ihr Problem.
“Ich will das eigentlich wirklich nicht.“
Sagte Noa ehrlich.
“Aber wenn wir schon mal hier sind...“
Sie sah Rufus zum ersten Mal richtig an. Er hatte dunkle Haare, die ihm fransig über die Ohren hingen, für einen Coruscanti ungewöhnlich dunkle Haut – auf diesem Planeten hatte man normalerweise nicht viel Gelegenheit, in der Sonne zu liegen und sich zu bräunen – und dunkle, schmale, aber sehr freundliche Augen. Sie mochte außerdem den entspannten Zug um seinen Mund herum und das halbe Lächeln, das auf seinen Lippen tanzte, auch ohne dass es gerade etwas zu lachen gab. Nein, witzig war die Situation wirklich nicht.
“Wie wäre es mit einem Drink? Einfach so, ohne besondere Ewartungen daran zu knüpfen?“
Schlug er vor. Noa nickte.
“Einverstanden.“
Einen Drink und dann würde sie Cloé und Jesper ihre Meinung geigen.
“Also, wie lange macht ihr schon zusammen Musik, du und deine Kumpels?“
Fragte sie und nahm damit den Gesprächsfaden wieder auf, der sich ergeben hatte, als Jesper noch anwesend gewesen war. Rufus lehnte sich zurück und kratzte sich am Hals.
„Hmm, keine Ahnung. In der Konstallation... drei Jahre oder so.“
“Und du spielst welches Instrument?“
„Ich bin der Drummer. Magst du die Musikrichtung?“
Mit einem Zeichen winkte er einen der vorbei kommenden Kellner zu sich, fragte Noa nach ihrem Wunsch und orderte zwei Gläser für sie. Die Journalistin lächelte.
“Ja, so lange sie laut genug ist.“
Antwortete sie scherzhaft und begann, sich trotz aller Tricksereien, die sie überhaupt erst hierher gebracht hatten, wohl zu fühlen. Mit Rufus zu sprechen war einfach. Er schien ein sehr ungänglicher Typ zu sein.
“Aber neben der Musik, die du nur als Hobby betreibst... bist du wirklich Jespers Arbeitskollege, oder?“
Wollte sie wissen. Nicht, dass das auch noch eine Lüge gewesen war. Rufus lachte herzhaft.
„Ich kann dein Misstrauen gut verstehen und es tut mir Leid, dass wir dich hinter's Licht geführt haben. Jesper hat mich gefragt, ob ich zur Zeit jemanden sehe und ob ich Interesse hätte, mich mit der Schwester seiner Freundin zu treffen. Er war der Meinung, wir hätten vielleicht ein paar Dinge gemeinsam, obwohl er mich gewarnt hat, dass du womöglich nicht unbedingt begeistert wärst. Und ja, ich arbeite wirklich mit Jesper zusammen, allerdings nicht im Verwaltungsbereich, wie er. Ich arbeite in der Küche – angehender Koch.“
“Koch? Oh!“
Noa hob überrascht beide Augenbrauen. Einen Koch als Mann zu haben konnte diverse Vorteile mit sich bringen: nie mehr Fertiggerichte! Man konnte jeden Tag zu einer warmen, exklusiven Mahlzeit nach Hause kommen, ohne dass man auch nur das Geringste dafür tun musste. Es war so, als würde man mit Cloé zusammen wohnen. Jesper hatte es wirklich gut. Er hatte diesen Luxus jeden Tag. Es schien, dachte Noa, als wäre Rufus ein echter Fang. Er sah gut aus, war Musiker und konnte noch dazu eine Frau mit den schönsten Gerichten verwöhnen. Wenn er dazu noch gut im Bett war, waren so gut wie alle Wünsche erfüllt. Noa grinste in sich hinein. Mehr konnte Frau wirklich nicht verlangen. Als sie sich weiter unterhielten stellte sich heraus, dass Rufus zudem auch noch richtig sympathisch war. Jesper hatte noch nie von ihm als Arbeitskollegen erzählt, was sie wunderte, aber vermutlich überschnitten sich ihre Arbeitsbereiche einfach kaum, sodass sie wenig miteinander zu tun hatten. Der Nachmittag verging wie im Flug, aus einem wurden zwei Drinks und schließlich sogar drei Drinks und Noas Ärger auf ihre Schwester und deren Freund verflog. Sie hatten es immerhin gut gemeint und, auch das musste man ihnen lassen, Noas Geschmack sogar tatsächlich getroffen. In einen Typen wie Rufus konnte sich Noa problemlos verlieben. Er war witzig, gesprächig, hörte die gleichen Bands wie Noa und liebte die Swoop-Meisterschaften. Doch das Beste an ihm war, dass er auf Coruscant lebte. Er war hier, in direkter Nähe, arbeitete sogar mit ihrem Schwager zusammen. Nichts war einfacher, dachte Noa, als sich auf ihn einzulassen.Dummerweise nur hatte es, trotz aller seiner Vorzüge, nicht im Mindesten „Klick“ bei ihr gemacht. Sie bedankte sich für den Nachmittag, als sie schließlich zahlten.
“Sag mir Bescheid, wenn ihr mal irgendwo einen Gig habt“
„Klar, warum nicht.“
Ungezwungen reichte Rufus ihr zum Abschied die Hand.
„Ich hab' das Gefühl, es war nicht ganz schrecklich mit mir, oder? Bitte sag, dass es nicht schrecklich war.“
Er brachte Noa zum Lachen.
“Es war nicht schrecklich.“
Antwortete sie.
“Es war gut, sehr gut sogar. Allerdings habe ich nicht unbedingt irgendwo... Funken fliegen sehen oder so. Und du?“
„Nein.“
Rufus stimmte in ihr Lachen ein.
„Also bis irgendwann mal?“
Aufrichtig lächelnd nickte Noa.
“Bis irgendwann mal.“
Sie hatte ihr Speederbike nicht weit vom Café Blanche abgestellt und überlegte, noch während sie auf dem Weg dorthin war, wohin sie als nächstes fahren würde. Ihre Lust, Cloé die Meinung zu sagen, war ziemlich geschwunden. Es war viel effektvoller, glaubte sie, sich gar nicht zu melden. Cloé und Jesper würden Zuhause sitzen und sich fragen, wie der Nachmittag gelaufen war. Sie würden nur darauf warten, dass Noa ihnen erzählte, ob das Date ein Erfolg gewesen war oder nicht. Noa aber würde es gänzlich anders machen. Sie würde die beiden am langen Arm verhungern lassen. Das hatten sie jetzt davon.
- Coruscant – Obere Ebenen – City -
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