Ich glaube, das ist der richtige Thread.
Dank Disney+ habe ich ja nun seit ein paar Tagen Zugriff auf (fast) alle Filme des sehr großen (und bunten) Marvel Universums und da ich der (hier) vermutlich stark unterrepräsentierten Gruppe von Leuten angehöre, die bis vor kurzem tatsächlich noch keinen einzigen davon gesehen hatten - von einzelnen Trailern mal abgesehen – finde ich mich gerade in der ziemlich privilegierten Situation wieder, eine ebenso freie, wie auch große Auswahl an komplett neuartigen Filmerlebnissen vor mir zu haben.
Voll cool!
Da ich allerdings keine Lust hatte, so etwas wie einen Guide bedienen zu müssen, startete ich relativ willkürlich mit "
Thor"...hauptsächlich deshalb, weil mir „Iron Man“ und „Captain America“ auf den ersten Blick und im direkten Vergleich weniger reizvoll erschienen.
Auf jeden Fall gefiel mir der Film deutlich besser, als ich erwartet hatte; vor allem deshalb, weil ihm mE der Spagat zwischen (auflockerndem) Humor und (tragischer) Ernsthaftigkeit sehr gut gelingt und dabei von Charakteren profitiert, die sowohl einzeln, als auch im Zusammenspiel durchweg überzeugen.
Die Chemie zwischen Portman und Hemsworth fand ich auch sehr passend und die Liebesgeschichte sehr lustig inszeniert; generell würde ich sagen, dass der Film den angenehmen Eindruck vermittelt, sich an keiner Stelle selbst
zu ernst zu nehmen, ohne dabei allerdings ins (ungewollt) Lächerliche abzudriften.
(Muss gerade an Janes „So siehst du also normalerweise aus?“ denken, nachdem Thor seinen Götterstatus wiedererlangt und in voller Pracht vor ihr steht.
Sein eher beiläufiges "Zumeist" und ihr um Coolness ringendes "Das sieht echt gut aus", hat mir schon ein Lachen entlockt ^^)
Ein bisschen too much fand ich dann allerdings die Abschiedsszene zwischen den beiden, in der Thor verspricht, wiederzukommen...ihretwegen.
Und Jane ihn dabei mit einem so dringlichen „Vögel mich!“-Blick taxiert, dass es fast schon wie Körperverletzung erscheint, sollte er es nicht tun. ^^
Aber immerhin schlägt das eine schöne Brücke zu ihrem Wiedersehen in Thor 2, als sie ihm zur Begrüßung erstmal ordentlich eine langt....(und sofort klar wird: da hat jemand sein "Versprechen" nicht gehalten!

)
Mein nächster Film war dann
Avengers, der mich aufgrund der mangelnden Vertrautheit mit den Protagonisten aber nicht so wirklich abholen konnte, obwohl es ein paar Szenen gab, die ich trotz fehlendem Hintergrundwissen sehr unterhaltsam und pointiert fand.
Loki konnte mich in seiner Rolle als (absoluter) „Bösewicht“ allerdings weitaus weniger begeistern als in der Thor-Reihe...oder anders gesagt: ich bin froh, dass er dieses Phase („ich bin das unangefochten schwarze Schaf der Familie und muss es unbedingt beweisen“) zunehmend hinter sich lassen kann (...einer noch viel schlimmeren Schwester sei Dank? ^^).
Trotzdem (oder gerade deshalb) ist er mir im Verlauf der Filme als durchtriebener (Teilzeit)Gegenspieler immer mehr ans Herz gewachsen. Während mein Hauptaugenmerk in Thor 1 noch dem namensgebenden Protagonisten galt (der mich dort an einen großen Teddy erinnert, den man einfach lieb haben muss), richtete sich das in den nachfolgenden Teilen immer mehr zugunsten von Loki aus, der mittlerweile sogar der deutlich Interessantere für mich ist; ohne Thor deshalb aber "schlecht" zu finden. Ich mag sie beide; vor allem deren (sehr) spezielle Dynamik
untereinander.
"
The Dark Kingdom" hatte zwar ebenfalls seine überzeugenden Momente, dennoch scheint er mir in Summe deutlich durchwachsener und nicht mehr ganz so harmonisch abgestimmt zu sein wie sein Vorgänger.
Friggas Tod fand ich aber sehr emotional in Szene gesetzt, auch, dass dieser schließlich den Ausschlag für die Annäherung zwischen den verfeindeten Brüdern gab und Lokis emotionale Seite (wieder) hervorkehrte....(nur um sie kurz darauf erneut seinem intriganten Machthunger zu opfern.)
Das konnte mich aber nicht davon abhalten, direkt im Anschluss "
Ragnarok" sehen zu wollen. (Eher im Gegenteil).
Und dieser Film ist ja mal komplett anders als das, was man zuvor zu sehen bekam.
Die meiste Zeit über hatte ich das Gefühl, in irgendeine abgedrehte 70er-Jahre Party geraten zu sein (Planet Sakaar), in der bunter Glam und dreckige Vandalismus eine merkwürdig stimmige Synergie bilden...und das alles auch noch mit ziemlich fetziger Musik untermalt (...was den Film natürlich enorm aufwertet. Ich bin fast sicher: selbst die Teletubbies könnten cool wirken, wenn man sie zu Led Zeppelin „tanzen“ lässt

).
Jeff Goldblum als Grandmaster war ebenfalls ein Highlight für mich.
Dessen
Jam-Session hat übrigens ein heftiges Flashback von meinen eigenen Synthie-Pop Versuchen ausgelöst, damals als Teenie am heimischen Keyboard...(ich schwöre: das klang fast genau so!

)
Auf jeden Fall hat der Film echt Spaß gemacht und taugt mE auch gut zum mehrmaligen Ansehen.
Nun stünde ja "Avengers: Infinity War" an....noch schreckt mich aber der Umstand, dass meinem geliebten Loki gleich zu Beginn auf sehr unschöne Weise der Hals umgedreht wird (...wiesooo?! *heul*).
Ich tendiere daher dazu, mich zuerst mit den Filmen der anderen Helden vertraut zu machen, die ich bislang ja ziemlich vernachlässigt habe...(und anschließend noch mal chronologisch mit der Avenger-Reihe zu starten.)