Dass ich echt mal Palmer verteidigen muss, den ich gar nicht leiden kann, passt mir gar nicht, aber journalistisch ist es von vielen Medien gerade echt arm, die zitieren nämlich nur den ersten Teil des Satzes.
Man kann
das Video ja auch einfach mal ansehen.
Schäuble hatte gesagt: "Nicht alles muss vor dem Schutz von Leben zurücktreten"
Palmer wird explizit zu seiner Interpretation dieser Aussage befragt.
Er sagt dann, dass Corona hauptsächlich Menschen über 80 tötet, die ohnehin grob im Sterbealter sind, während der Shutdown die Weltwirtschaft so schwächen wird, dass die UN davon ausgeht, dass 1 Millionen Kinder zusätzlich sterben werden. Wegen dieser "Nebenwirkung" plädiert er dafür den Shutdown, wie ein Medikament, richtig zu dosieren.
Er spricht sich also nicht einfach so und aus dem Blauen heraus dafür aus, dass man jetzt Alte einfach sterben lassen sollte, sondern weist auf ein globales Dilemma hin. Im Grunde geht's hier ja ganz klassisch um ein Weichenstellerproblem. Auf der einen Seite alte Leute, die ihr Leben größtenteils gelebt haben. Auf der anderen Kinder, die es noch vor sich haben.
Wenn man die Zahlen der UN berücksichtigt (also wenn er sie richtig wiedergibt), dann tut sich dieses Dilemma für die Politiker an den Schaltern ja leider auf. Welche Maßnahme wird wen das Leben kosten? Denn dass weitere Menschen durch dieses Virus sterben, direkt oder indirekt, das steht ja außer Frage.
Finde daher die Aufregung ein wenig unverständlich, vor allem, wenn sie aus so reduzierter Wiedergabe resultiert.