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Rand des Argai Systems - Rusting Giant - Quartier - Maalraas


Wie so oft viel es dem Banditen nicht allzu schwer, nach einer recht kurzen Schlafphase wieder aufzustehen, was unter anderem auch daran lag, dass er gar nicht erst so wirklich eingeschlafen war. Er hatte denkbar Pech gehabt, denn obwohl er hier auf gewisse Art wie ein Ehrengast behandelt wurde, hatte er nicht sein eigenes Quartier auf der Giant bekommen, und wenn er eines ganz gewiss nicht aushielt, dann in einem Raum mit irgendwelchen anderen Leuten zu schlafen, die schnarchten, im Schlaf redeten, schlafwandelten, atmeten oder was auch immer trieben, um ihm um seine seltenen und damit umso wertvolleren Ruhephasen zu bringen. Nein, Maalraas genoss es, zumindest im Schlaf Frieden zu finden und seine Ruhe zu haben. Stattdessen teilte sich Maalraas nun sein Quartier mit Mathazar, dem Mechaniker von Vassic's Crew, etwas, wofür er nicht unbedingt dankbar war, denn von den oben genannten möglichen Schlafstörungen erfüllte der schon im wachen Zustand gelinde gesagt schwierige Dug jede einzelne. Immerhin war er inzwischen schon wach und von Dannen gezogen, folglich genoss Maalraas die verbleibenden ruhigen Augenblicke. Mit einer zwischen Mittel und Zeigefinger gehaltenen Zigarette und dazu einem halb vollen Glas Koja-Rum in der Linken und seinem versilberten Blaster, den er unterdessen in der Rechten wog, saß der Bandit also auf seinem Bett und blickte in den an der Wand stehenden Spiegel. Sein trainierter und mit Tattoos übersehener Körper wirkte so makellos und jugendlich wie eh und je, doch es war der Blick ins eigene Gesicht, der ihn immer wieder nachdenklich stimmte. Er alterte und das schneller, als es ihm recht war. Seine Zwanziger waren unlängst vorbei und mit über dreißig kämpfte der gebürtige Eriadurianer immer noch um seine Existenz, auch wenn das härter klang, als es eigentlich war. Als junger Erwachsener hatte er sich Ziele gesetzt, die er inzwischen allesamt erreicht hatte. Er hatte sich an jenen gerächt, die seine Familie auf dem Gewissen hatten und auf dem Weg dorthin eine gewaltige Menge Credits verdient, die er für ein aufregendes und berauschendes Leben verheizen durfte. Recht viel mehr hatte er sich nie vorgestellt. Der Haken an der Sache war allerdings, dass er mindestens die Hälfte dieser Jahre im Vollrausch nicht wirklich mitbekommen hatte und sich nur noch an Fragmente seiner spannenden Geschichte erinnern konnte. Und dass rein gar nichts mehr davon übrig war, außer ein paar überteuerten Schmuckstücken. Ansonsten gab es da weder Geld, noch Freunde, noch sonst was. Wo andere, wie etwa die Piratin Etara, in einem jüngeren Alter schon dort standen, wo Macht, Geld und Ruhm hinter jeder Ecke warteten, stand er wieder komplett am Anfang. Und mit diesen Gedanken gelang es ihm schließlich, sich wieder wie Zwanzig zu fühlen. 


Nachdem er sich etwas übergezogen hatte, verließ er sein Quartier. Er war der Letzte, der sich auf der Brücke von Captain Vassic eingefunden hatte. Alles leuchtete rot und trotz dessen, dass er während ihrer zweitägigen Reise so einiges über das große Frachschiff gelernt hatte, beruhigte ihn das ganz und gar nicht. Nachdem ihn der Captain mit mehr als knappen Worten an seine Position als provisorischer zweiter Kanonier herangeführt hatte, lichtete sich dem Banditen die Lage allmählich. Sie hatten sich Argai angenähert und befanden sich nun am Rande des Systems, wo sie die Umgebung scannten und auf Lebenszeichen von außerhalb warteten. Diese trafen nur kurz darauf ein und zwar in der Form von zwei Kanonenbooten. Etwas ungläubig sah der Bandit hinüber zu Vassic, der fast schon glücklich darüber wirkte und meinte, dass sie sich noch das System ansehen würden. Warum auch immer, denn dieser Empfang klang für den Räuber, der sich an Überwachungen berufsbedingt so schnell wie möglich vorbeischlich, ganz und gar nicht wünschenswert. Schließlich sollten sie vor allem im republikanischen Raum eines vermeiden und das war Aufmerksamkeit zu erwecken. Und die Ankündigung, im Notfall einen zweiten Kanonier zu brauchen, passte hierzu nicht wirklich. 


Das Ganze wurde nicht besser, als neue Objekte entdeckt wurden; Kriegsschiffe und zwar nicht gerade mickrige. Und genau jetzt kam Captain Vassic, der offensichtlich in Zugzwang geraten war, ein folgerichtiger Gedanke. Sie würden gewissermaßen eine Extrarunde drehen und auf der anderen Seite mit einer Tarnidentität ins System springen. Nicht sicher, ob der Captain seine Frage ernst meinte oder nicht, äußerte Maalraas seine Meinung. Inzwischen stand er neben dem Captain, der ihn unter diesen Umständen gewiss nicht mehr als Kanonier benötigte. 


"Import...Lebensmittel, Früchte, irgendetwas Exotisches. Ich habe mir die Daten angesehen. Für diese Hinterwäldler ist so ziemlich alles, was kein Staubkorn und kein Felsbrocken ist, exotisch. Als Importeure sollten wir eigentlich problemlos durchkommen, es sei denn irgendein Mist kommt uns wieder in die Quere..."




Rand des Argai Systems - Rusting Giant - Brücke - Maalraas, Jevan Vassic, Crew


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