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[Äußerer Rand | Cronese-Mandat | Argai-System | Argai | Sah Gosta | Stadtrand |Forschungseinrichtung für archaische Raumtechnologie | Drittes Stockwerk | Labor| Etara, Noak, Spike, kugelrunder Droide, im Hintergrund: Zwei Wachleute und mehrere Drohnen


Bei einem Einbruch konnte so vieles schief gehen, dass es in der Regel ein kleines Wunder war, wenn zumindest die grundlegenden Dinge einigermaßen glatt abliefen. Das galt für den schnellen „Einkauf“ in einem ranzigen Supermark auf dem Schmugglermond ebenso wie für die Infiltration einen Forschungsanlage. Ausspähen, Eindringen, Abstauben, Verschwinden, diese Prinzipien waren unabhängig von Zeit und Ort, und so war Etara im Großen und Ganzen recht zufrieden. Die Hindernisse, mit denen sie bis jetzt auf Argai konfrontiert worden waren, hatten sich als überwindbar herausgestellt, noch heulte kein Alarm und sie hatten sich auch bis jetzt den Weg frei schießen müssen. Aber dass sich Noak ausgerechnet jetzt, wo die Gruppe es endlich in das Labor geschafft hatte, einen kleinen, kugelrunden, leuchtenden und piependen Gefährten hatte anlachen müssen, trübte die Laune der blauhäutigen Verbrecherin dann doch reichlich – es war ja nicht so, dass sie nicht ausdrücklich davor gewarnt hatte, irgendetwas anzufassen. Der Imp hatte Glück, dass er so niedlich war, denn die Chiss hatte gute Lust, ihm die Ohren lang zu ziehen, für die Mission schluckte sie ihren Ärger aber widerwillig herunter und beließ es dabei, den jungen Mann mit mörderischen Blicken aus roten Augen zu bedecken. Diese fliegende Kugel, irgendein uraltes Droidenmodell wahrscheinlich, hatte zusätzlich auch noch warnend getrötet, als sie auf seinen neuen Kumpanen zugestampft war, und auch wenn das alles mögliche bedeuten konnte, ging Etara erst einmal lieber auf Nummer sicher und wahrte Abstand. Nicht, dass das Ding noch anfing, wie eine Sirene zu heulen und sämtliche Wachen auf den Plan zu rufen. Sie waren so nah – jetzt mussten sie die Sache nur noch in trockene Tücher wickeln. Also Noak schließlich seinen Mut zusammennahm und ihr versicherte, dass die Sache wohl nicht so schlimm war, gab Etara ein Schnauben von sich und winkte ab, während sie unruhig auf und ab ging und dem dunkelhaarigen Menschen vielsagende Blicke zuwarf.


„Fang lieber an zu beten, dass Du recht hast. Du bist wirklich niedlich, aber nicht so niedlich, dass ich einen radioaktiven Typen und seine Strahlekugel mitschleife. Bah...Imps! Sagt man euch, ihr sollt nichts anfassen, tatscht ihr alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist! Schlimmer als eine Zeltron auf Gewürzen!“


Das Grummeln auf Basic wurde ergänzt durch einige raue, gutturale Worte in Huttese, kombiniert mit Kraftausdrücken aus ihrer Muttersprache, was als Ergebnis ein recht dissonantes Wortspiel zur Folge hatte. Der Gedanke, dass dieser Droide irgendetwas mit Noak anstellte, behagte Etara tatsächlich nicht, aber im Moment war sie zu angesäuert, um das in irgendeiner Form zu zeigen. Er war eben schon wirklich knuffig – es wäre ein Jammer um dieses hübsche Gesicht. Um auf andere Gedanken zu kommen, wandte sich die Kriminelle also stattdessen Spike zu und verfolgte dessen Arbeit an der Blackbox, der aschfahle Arkanier schien sein Handwerk wirklich zu verstehen und verkündete schließlich stolz, dass er fertig war, die gesuchten Daten waren in seinem Besitz und er hatte ein Virus eingeschleust, um die Spuren entsprechend zu verschwinden. Etara gab einen Daumen nach oben und ignorierte die selbstgefällige Art des Slicers, im Moment hatte sie wirklich andere Sorgen. Als Spike schließlich dazu kam, die fliegende Kugel in Augenschein zu nehmen, gab es weitere gute Neuigkeiten, das Ding war tatsächlich ruhig und leuchtete auch nicht mehr so grell, so dass der Arkanier erst einmal eine Unbedenklichkeit bescheinigte. Die Erleichterung im Raum war spürbar, löste sich allerdings rasch wieder auf, als der Droide bei der Annäherung des IGD-Agenten schrille Warnlaute von sich gab, nach oben raste und Blitze abfeuerte. Etara machte mit einem Fluch einen Sprung zur Seite und schaute dann vorsichtig hinter einem Schreibtisch hervor. Da die Situation doch arg absurd war, musste die Chiss kichern, wurde aber rasch wieder ernst und kühl.


„Glückwunsch. Du hast jetzt Deinen eigenen, fliegenden Keuschheitsgürtel. Okay...alle mal schön Abstand halten, es sei denn, ihr wollt gegrillt werden. Das war bis jetzt gute Arbeit von jedem, also vermasseln wir es auf den letzten Metern nicht. Wir verschwinden jetzt ganz ruhig und flott. Bereit? Dann auf.“


Keine Zeit für große Worte, nun galt es, die Sache zu Ende zu bringen. Etara huschte hinter dem Schreibtisch vor und aktivierte im Gehen ihr Komlink, um die anderen auf den neusten Stand zu bringen und sich zu koordinieren. Maalraas und Stellar hatten im Sicherheitszentrum wirklich sauber geliefert, die Sache mit dem Wachdroiden wäre ohne sie wohl gänzlich anders abgelaufen. Entsprechend flocht die Chiss ein knappes Lob in ihre Nachricht ein, beließ es aber dabei und konzentrierte sich darauf, die Flucht zu koordinieren. Die nächste Station war das Dach der Anlage, und so arbeiteten sich die Einbrecher methodisch und vorsichtig nach oben vor. Stück für Stück, Schritt für Schritt, Schatten für Schatten. Etara spürte, dass ihr Körper trotz des rauschenden Adrenalins langsam durch die stetige Anspannung gefordert wurde. Das war die gefährlichste Phase bei jedem Bruch, wenn man zwar das hatte, was man wollte, aber die Konzentration nachließ und man beim Sprint zur Zielgerade irgendwo anrempelte. Die attraktive Rotäugige wischte sich ein paar Schweißperlen von der Stirn und holte tief Luft, als sie sich schließlich an der Sicherung der Dachtür zu schaffen machte. 


Kalte, staubige Nachtluft empfing sie, aber Etara konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Damit blieb nur noch ein Problem: Von dem Gelände verschwinden. Dafür hatten sie während der Planungsphase zwei Optionen besprochen, die allerdings beide nach einem kurzen Blick erst einmal ins Wasser fielen: Zwei Wachleute gönnten sich ganz in der Nähe eine Raucherpause und am dunklen Himmel kreisten gleich mehrere Drohnen. Etara verkniff sich einen Fluch und ging erst mal in die Hocke, als sie sich umsah. Ja, ihre beiden imperialen Begleiter hatten recht, das machte die Flucht um einiges komplizierter. Rasch ging die Chiss ihre Möglichkeiten durch: Die Wachleute waren ein gutes Stück entfernt, sie per Betäubungsschüssen zu erledigen zwar möglich, aber riskant – solange sie an Ort und Stelle blieben, würden sie die Seilrutsche auf jeden Fall bemerken. Abzuwarten, bis sie verschwanden, war zwar eine Option, erhöhte aber das Risiko, dass eine der Drohnen auf die Einbrecher aufmerksam wurde. Etara fuhr sich über die Stirn, um sich zu konzentrieren, da knackte ihr Komlink. Es war eine Nachricht von Spectre, und zwar auf der Frequenz, die nur für die Black Sun bestimmt war. Unauffällig starrte Etara weiter in die Nacht und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen – ihre Freundin hatte offenbar einen Plan, der davon abhing, dass Noak und die Senatorin als letzte an Bord der Gleiter gingen. Bevor Etara groß darüber nachdenken konnte, wechselte die ehemalige Imperiale auch schon die Frequenz und erklärte bündig, dass sie eine Lösung im Sinn hatte. Ein Grinsen schlich sich auf das Gesicht der Chiss, als ihr klar wurde, was Spectre bezweckte: Ein Ablenkungsmanöver! Scheinwerfer sprangen an, Sirenen heulten auf, und hastig stürmten die Wachleute in südliche Richtung los, mit einem Surren zogen auch die Drohnen in diese Richtung ab. Etara lachte leise und tippte an ihr Komlink.


„Süße, ich könnte Dich küssen – und das werde ich auch. Bewegung, Leute! Captain V, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, um zu verschwinden.“


Etara winkte ihren Begleitern zu und kletterte dann an den Rand des Dachs, vorsichtig balancierte sie näher an den Abgrund und machte sich bereit zum Sprung, als das Heulen eines mit hoher Geschwindigkeit fliegenden Gefährts lauter wurde. Die markante Silhouette eines Fahrzeugs kam näher, immer näher, hob vom Boden ab und gab in dessen buckligen Cockpit den Blick auf einen gehörnten Zeitgenossen mit roter Haut und einem verwegenen Ausdruck auf dem Gesicht frei – was auch immer der gute Captain hatte anstellen müssen, es schien, als hätte er Glück gehabt: Er steuerte nichts geringeres als ein zwar offenkundig ganz schön altes und klappriges, aber zumindest flugfähiges Kanonenboot, ein LAATi! Etara stieß einen anerkennenden Pfiff aus, hielt einen Moment inne, als sie zu ihren Begleitern sah, dann zuckte sie mit den Schultern und ließ sich fallen. Sollten Noak und die Senatorin die Letzten sein, dann war das eben so – aber sie hatte nicht vor, die beiden aktiv zurückzulassen. Jedenfalls nicht, solange sie mit den beiden noch etwas Spaß haben konnte. Mit einem Poltern landete die Chiss im hinteren Bereich und klammerte sich fest – das würde ein wilder Ritt werden, und die Uhr tickte...


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