Coruscant | Jeditempel - Kantine | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau, Lateef Ayaji, andere Kantinenbesucher, Kantinenpersonal
Tara führte Aleron in einen der ruhigeren Meditationsräume des Tempels. Die Wahl war bewusst – sie hätte ihn auch in die Gärten führen können, doch die geschlossene Umgebung der Kammer bot weniger Ablenkung und eine tiefere Konzentration auf das Wesentliche: den eigenen Körper und seine Heilung.
Sie ließ sich im Schneidersitz auf den Boden nieder, legte die Hände entspannt auf ihre Knie und wartete, bis Aleron es ihr gleichtat. Ihr Blick blieb ruhig auf ihm haften, während er sich setzte. Er wirkte fokussiert, entschlossen, dieses Mal nicht die Kontrolle zu verlieren. Das war gut – doch Tara wusste, dass es nicht nur auf den Willen ankam.
„Atme tief ein.“
Begann sie mit leiser Stimme, während sie selbst ihre Augen schloss und ihre Sinne ausdehnte.
„Lass die Macht mit deinem Atem fließen. Spüre, wie sie dich durchströmt, wie sie mit deinem Körper verschmilzt.“
Sie ließ ihm einige Momente Zeit, sich in den Zustand der Meditation zu begeben, dann fuhr sie fort:
„Diesmal bleiben wir im Hier und Jetzt. Die Heiltrance ist keine Flucht, kein Loslassen. Du musst präsent bleiben. Fühle, was in deinem Körper vor sich geht. Finde die Stellen, die noch geschwächt sind, die Heilung brauchen.“
Tara spürte, wie Aleron sich tiefer in den Fluss der Macht begab, doch anders als beim letzten Mal war seine Präsenz stabiler. Sie öffnete die Augen leicht und beobachtete ihn – sein Gesicht wirkte konzentriert, doch nicht angespannt. Er machte Fortschritte.
„Sehr gut, Aleron. Jetzt lenke die Energie bewusst. Führe sie dorthin, wo dein Körper sie braucht. Aber tu es mit Bedacht, nicht mit Gewalt. Heilen ist ein Prozess des Verstehens, nicht des Erzwingens.“
Die Zeit verstrich, während Aleron seine Heiltrance vertiefte. Tara ließ ihn gewähren, gab hin und wieder kleine Hinweise, wenn sie merkte, dass seine Konzentration abzuschweifen drohte. Sie spürte, wie er begann, seinen eigenen Körper besser zu begreifen – wie er das Kreislaufsystem mit seinen Machtsinnen erkundete, wie er winzige Prozesse beobachtete, die sonst unbemerkt blieben. Das war ein wichtiger Schritt.
Als sie schließlich spürte, dass seine Konzentration mehr und mehr abnahm, öffnete sie langsam die Augen und richtete sich leicht auf.
„Das reicht für heute. Komm zu mir zurück. Folge meiner Stimme. Öffne die Augen.“
Ihre Stimme war sanft, aber bestimmt.
„Du hast dich gut geschlagen, Aleron. Aber du musst deinem Körper auch Ruhe gönnen. Heilung ist nicht nur ein Akt des Willens, sondern auch ein Prozess der Zeit und des Schlafes.“
Sie ließ ihn langsam aus der Meditation zurückkehren und beobachtete, wie er wieder zu sich fand. Sein Gesicht wirkte entspannter, seine Atmung ruhiger.
„Lass uns jetzt schlafen gehen. Morgen wird ein langer Tag. Gute Nacht.“
Nachdem sie Aleron verabschiedet hatte, machte sich Tara auf den Weg zu ihrem Quartier. Es war eine bescheidene Unterkunft – wie es sich für einen Jedi gehörte –, doch es bot alles, was sie brauchte. Sie ließ sich auf das Bett sinken, atmete kurz durch und ließ den Tag Revue passieren.
Dann stand sie wieder auf, öffnete ihren Schrank und zog einen kompakten Rucksack hervor. Sie war es gewohnt, leicht zu reisen. In die Tasche wanderte eine Ersatzrobe, ein kleines Medkit, ein Datenpad mit den gesammelten Informationen zur Mission, ein paar Energieriegel und Nahrungskapseln für den Notfall, eine kompakte Wasserflasche und ein Atemgerät. Ihr Lichtschwert lag wie immer griffbereit auf ihrem Gürtel – es war das einzige, was sie niemals vergessen würde.
Zufrieden mit ihrer Vorbereitung stellte sie den Wecker auf eine frühe Stunde, löschte das Licht via Sprachsteuerung und legte sich ins Bett. Es dauerte nicht lange, bis der Schlaf sie übermannte.
Als ihr Wecker sanft summte, war Tara sofort wach. Jedi benötigten keinen langen Aufwachprozess – sie trainierte sich darauf, aus dem Schlaf direkt in den Zustand der Wachsamkeit zu wechseln. Sie setzte sich auf, streckte sich kurz und stand dann auf.
Nach einer kurzen Erfrischung zog sie ihre Robe an, schnallte den Gürtel mit dem Lichtschwert um und nahm ihren Rucksack. Dann verließ sie ihr Quartier und machte sich auf den Weg zur Landeplattform 27.
Der Tempel war um diese Uhrzeit noch ruhig, nur vereinzelt begegnete sie anderen Jedi, die ebenfalls früh auf den Beinen waren. Als sie schließlich die Plattform erreichte, lag die Morgensonne bereits über Coruscant, tauchte die metallenen Strukturen in goldenes Licht. Der Blick auf den unendlich erscheinenden Stadtplaneten war beeindruckend. Die Luft war um diese Uhrzeit noch frisch und wirkte nicht so stickig wie am Tage.
Für die Mission nach Aurea wurde Tara und ihrer kleinen Gruppe ein T-6 Shuttle der Jedi zugeteilt – ein vielseitiges Schiff, das sowohl für diplomatische als auch für verdeckte Einsätze genutzt wurde. Es war schnell, wendig und besaß keine schwerere Bewaffnung, aber dafür solide Defensivsysteme. Perfekt für eine Reise, bei der unauffälliges Reisen ebenso wichtig war wie die Möglichkeit, im Notfall schnell zu entkommen.
Als Astromechdroide begleitete sie R6-T3, ein zuverlässiger R6-Droide mit einer rot-weißen Lackierung. Er war nicht nur für die Navigation zuständig, sondern auch für kleinere Reparaturen während des Fluges. Tara hatte bereits mit diesem Modell gearbeitet und wusste, dass er effizient war – allerdings neigte er dazu, sich gelegentlich in Details zu verlieren und überflüssige Statusberichte abzugeben.
Als sie auf der Landeplattform wartete, warf sie einen Blick auf das bereitstehende Shuttle, während R6-T3 bereits geschäftig um das Schiff rollte und einige letzte Diagnosen durchführte. Alles war bereit für die Abreise. Jetzt mussten nur noch Aleron und Fabienne eintreffen.
Sie blickte sich um. Aleron und Fabienne waren noch nicht da, doch sie wusste, dass sie bald eintreffen würden. Mit verschränkten Armen lehnte sie sich leicht gegen eine der metallenen Streben der Plattform und wartete.
Coruscant | Jeditempel - Landeplattform 27 | R6-T3- Tara Li- mehrere Wartungsdroiden und Astromechdroiden