Auf Thema antworten


8


Dichter Nebel bedeckte den Waldboden bis Knöchelhöhe. Die ersten Vögel zwitscherten in der Krone der Bäume. Das Brummen eines Lichtschwerts schreckte kleine Waldbewohner auf. Eine gelb-schwarzschuppige Echse huschte mit zackigen Bewegungen über eine Wasserpfütze, ohne das Wasser zu berühren. Sie blieb von Mace völlig unbemerkt. Die Bewegungen im Laub und Gestrüpp des erwachenden Dschungels konnten ihn nicht ablenken. Der Griff der beruhigenden blauen Klinge vibrierte in seinen schweißnassen Händen. Der kleine ovale Schwebedroide, an dem Soran einen modifizierten Niedrigenergie-Blaster hinter dem Vid-Sensor angebracht hatte, flog sekundenschnell an die Stelle, die er zuvor in seinem Mikroprozessor berechnet hatte. Mace ahnte die Bewegung voraus. Er sprang nach vorne, hielt den rilligen Griff nur mit einer Hand und drehte das Handgelenk im richtigen Winkel. Mit übermenschlicher Schnelligkeit zog er die Klinge anschließend in einem Halbkreis nach unten. Die Klinge glühte zwei Mal unter den Einschlägen von Blasterblitzen auf. Mace rollte sich seitlich ab, als Reaktion darauf, dass der kleine Droide mit dem ausgefahrenen Miniaturblastern in Mace´ Richtung geschwenkt war und geschossen hatte.

Kleine abgefallene Äste knirschten, als Mace? Körper den Boden berührte. Der Morgentau durchnässte die erste Schicht seiner Tunika. Nasser Humus klebte für einige Momente an seiner Kleidung, bis die Erde trocknete und abfiel. Sein Körper war aufgeheizt und seine Gedanken konzentriert. Die Macht floss im Gleichklang mit seinen Gedanken.

Er wehrte mit wirbelndem Lichtschwert drei weitere Blasterschüsse mit kurzen Kraft sparenden Bewegungen ab. Der stromlinienförmige Droide mit dem großen einzelnen Vid-Sensor,  schwebte wie ein Greifvogel um Mace. Die frühere Aufgabe des Droiden hatte darin bestanden, den Raumhafen von Pantolomin abzufliegen und Holo-Aufzeichnungen über verdächtige Personen anzufertigen. Mace ahnte einen weiteren Schuss und duckte sich darunter weg. Sein Blick folgte dem  sich drehenden Vid-Sensor und somit dem Mini-Blaster dahinter.

Das Gefühl von drohender Gefahr warnte Mace. Unerwartet nutzte er den Moment und sprang aus der Hocke zwei Meter in die Höhe. Er meinte eine lose Deckplatte, dort wo der Blaster ungenau montiert worden war, metallisch kreischen zu hören, als der Blaster Mace´ Bewegung einen Augenblick später folgte.

Ich werde Soran sagen müssen, dass seine Konstruktion ein wenig bedenklich ist, auch wenn ich noch weniger Ahnung von Droiden habe als er.

Eine flüssige Folge von Paraden folgte dieser Überlegung. Die Luft roch verdächtig nach Ozon stellte Mace fest. Seine alte, mehrmals genähte und zu kurze Tunika hatte neue schwarze Striemen an beiden Armen davon getragen. Der Geruch von verbrannten Stofffasern lag in der Luft. Knapp, zu knapp dachte Mace gefasst.

Mace wirbelte mit erhobener Lichtklinge herum und wehrte einen weiteren Blasterschuss mit ausgestreckten Armen ab. Er gab sich alle Mühe den Droiden von sich fern zu halten.

Inzwischen raste sein Puls und er atmete gierig die kühle Morgenluft ein. Schweiß rann seinen Rücken hinunter und wurde von den warmen Stofffasern aufgesogen.

Mace begriff, dass er zu ungestüm vorgegangen war. Während seine Kraft, seinen Ausdauer und zu seinem Leidwesen aus seinen Konzentration nachließ, folgte die Maschine unbeirrt ihrer Programmierung.

Im Gegensatz zu dem Droiden war Mace jedoch flexibel. Um seinen Ausdauer zu erhöhen wechselte er von der ersten Form, eine rohe Kampftechnik, die aus der Zeit stammte in der die Jedi keine Lichtschwerter benutzt hatten, sondern Schwertern aus gehärtetem Durastahl, zum Soresu, der dritten Form, die defensiv ausgerichtet war und darauf abzielte den Gegner zu entkräften, bis er Fehler macht und besiegt werden kann. Seine Bewegungen wurden scheinbar langsamer und ruhiger.

Als der Droide nach zwei gescheiterten Attacken über Mace seine Kreise zog, drehte er die blaue Klinge in einer schnellen Bewegung und traf den Droiden selbst, als dieser zu einem Sturzflug ansetzte. Er hörte ein mechanisches Ächzen, als die glühende Klinge das Blechgehäuse der Maschine berührte und es widerstandslos zerschnitt. Mace´ Sinne waren so sensibel, dass er die Klinge deaktivierte, nachdem er gefühlt hatte, wie ein wichtiger Teil des Droiden durchschmorte. Ihm waren Droiden gleichgültig und er konnte ihre einzelnen Teile nur schwer auseinander halten. Außerdem war im Tempel nie von ihm verlangt worden, dass er wusste wie Droiden funktionierten. Als der Droide auf dem weichen Humusboden aufschlug, knackten kleine Äste und ein dumpfes Klatschen war zu hören. Mace befestigte den Lichtschwertgriff sorgfältig an seinem Gürtel und schlich leise zu dem abgestürzten Droiden.

Das Gebüsch in seiner Umgebung raschelte. Vögel schienen plötzlich deutlich lauter zu zwitschern. Ein süßlicher Geruch lag in der Luft. Mace? Magen begann zu knurren. Er verdrängte den Gedanken an Frühstück und kniete sich neben den Droiden in eine schlammige Pfütze. Sein Knie wurde augenblicklich durchnässt, Mace verkniff sich einen leisen Fluch, den er bei Dalia gehört hatte. Die seitlich gekrümmte Platte neben dem eingerasteten Miniatur-Blaster stand in einem ungewöhnlichen Winkel ab und war vom Lichtschwert gespalten worden. Mace seufzte und hob den Droiden auf. Er dachte daran, dass Soran nun wieder etwas hatte woran er basteln konnte.

Unerwartet glitten Mace´ Gedanken zu dem Gespräch, das sie am vergangenen Abend geführt hatten. Da er müde und satt gewesen war, war es ihm schwer gefallen der ganzen Geschichten mit voller Konzentration zu folgen. Mace hatte gefragt warum Soran ihn nicht weggeschickt hatte, nachdem seine Familie einen sicheren Unterschlupf gefunden hatte.


Zuerst hatte Soran  dieselben Gründe angegeben, wie damals auf Coruscant.


Später, als Dalia aufgeregt eine Holo-Drama auf dem größten Holo-Display im Haus verfolgte und Melina die Nachrichten im Holo-Net las, hatte Soran Mace zu sich auf die Veranda des Strandbungalow gebeten.


Mace hatte in einem weichen Korbstuhl gegenüber gesessen. Da seine Füße den Boden nicht erreichten, während er auf dem Stuhl saß, hatte er sie nervös baumeln lassen.


Soran hatte Mace von einem unangenehmen Geschehnis aus seiner Kindheit erzählt. Die Geschichte hatte davon gehandelt, wie Soran als siebenjähriger von einem gesuchten Verbrecher entführt worden war, weil Sorans Vater Richter im Falle gegen einen Komplizen dieses Kriminellen gewesen war. Sorans Entführer hatten seinen Vater erpressen wollen, den anderen Verbrecher freizulassen. In dieser Lage hatte der Jedi-Rat ein Meister/Padawan-Team entsandt, um Soran aus den Händen der Entführer zu befreien. Die Jedi hatten ohne größere Schwierigkeiten den Aufenthaltsort herausgefunden und ihn gerettet.


Mace rief sich den seltsamen beinahe sehnsüchtigen Ausdruck ins Gedächtnis. Zu Mace´ Erstaunen war es das Schuldgefühl Sorans gegenüber den Jedi und, was noch um einiges verwirrender war, Mace´ Ähnlichkeit mit dem Padawan, dem Soran damals begegnet war.

Ein Anflug von Stolz überkam Mace, als er durch den verschlungenen Dschungelpfad zum Bungalow zurückkehrte. Natürlich tat er es als Zufall ab. Niemand hatte jemals zuvor behauptet, dass zwischen ihm und dem jungen Obi-Wan Kenobi eine Ähnlichkeit bestand. Nicht einmal Meister Yoda, der Mace ebenso ausgebildet hatte, wie Meister Kenobi.


Soran war alt und sein Gedächtnis musste ihm einen Streich spielen.


Vielleicht lag es daran, dass männliche Jedi Padawane alle dieselbe Frisur trugen und Mace´ Haar- und Augenfarbe der von Meister Kenobi ähnelte. Ein seltsames Kribbeln durchströmte seinen gesamten Körper. Er fühlte Beklemmung. Nur weil keiner weiß, wer meine Eltern waren, kann ich auf solche Gedanken kommen, nur deshalb regt sich in mir dieses Gefühl. Verdammt, Mace Jedi haben äußerst selten leibliche Kinder und wenn, gibt es einen gravierende Grund, der diesen Regelbruch rechtfertigt. Ein Jedi verlässt freiwillig den Orden, wenn herauskommt, dass er eine solche Art von Bindung eingegangen ist.

Mace hielt einen Moment inne und sah nach oben. Ein Wassertropfen fiel aus der Dschungelkrone und landete auf seiner Wange.  Er schüttelte den Kopf zu energisch, um den Anschein zu erwecken, dass er nur den Wassertropfen abschütteln wolle. 

Niemals würde Meister Kenobi den Ausschluss aus dem Orden riskieren, genauso wenig wie Mace  selbst. Der Gedanke allein ist genauso lächerlich, als würde man glauben, dass Jedi wieder von den Toten auferstehen können. Außerdem würde es mir nichts nützen, Obi-Wan Kenobi ist wahrscheinlich ebenso tot, wie alle anderen Meister, die als Generäle in der Schlacht gegen die Separatisten gedienten haben. Hinterrücks ermordet von ihren unterstellten Klonen auf Befehl des Imperators.

Für einen kurzen Moment regte sich Trauer. Er drängte sie zurück und konzentrierte sich auf liegende Dinge. Überzeugt von seinen eigenen Argumenten und mit einem schweren Kloß in der Magengrube, der die unvergängliche Trauer darstellte, kam Mace der Gedanke, dass ihm diese scheinbare Ähnlichkeit immerhin dabei geholfen hatte neue Verbündete zu finden.

Die Anstrengung des Laufens, mit dem schweren Droiden unter dem Arm, half ihm nicht zur Ruhe zu kommen.

Unkontrollierbar wandten sich seinen Überlegungen in eine andere Richtung und er begann sich darüber Gedanken zu machen, wie er den unbekannten Jedi-Meister finden sollte.

Währenddessen führten seine Schritte ihn zum Waldrand. Unerwartet begann sein Magen zu revoltieren, als er den Tropenwald hinter sich gelassen hatte und über die Grasbewachsene Lichtung vor dem Bungalow tappte. Nachdem Frühstück würde er versuchen Soran, dazu zu überreden mit ihm in die Stadt zu fahren. Er musste ihn überzeugen, wie wichtig es für ihn war, die Stadt zu besuchen, ohne aber zu erwähnen, dass er auf der Suche nach einem vermeintlichen Jedi-Meister war.

Irgendwie hegte Mace den Verdacht, dass der Erwachsene kein Freund dieser Idee sein würde. Üblicherweise würde Mace versuchen dieses Gefühl zu begründen, doch zum ersten Mal in seinem Leben tat er dies nicht.

Er würde Soran aus demselben Grund nichts erzählen, wie er auch Dalia nicht mitnehmen würde, wenn er versuchte den Jedi-Meister zu finden: Dies war eine Angelegenheit, die nur Jedi etwas anging.

Mace legte den schweren Schwebedroiden auf die imprägnierte Holzterrasse des Ferienhauses, in Sicherheit vor dem mittäglichen Schauer, der auf dem tropischen Planeten alltäglich war und Mace nur am ersten Tag überrascht hatte, als vom Schwimmen zurückgekommen war.

Der Padawan zog die erste Tür des Hauses auf und schloss sie hinter sich bevor er die Innentür betätigte ? eine Vorsichtsmaßnahme gegen die vielen unangenehmen Insekten die den Planeten bevölkerten, auch wenn keines dieser Tiere giftig war, dafür hatten die vielen Forscher in den biologischen Labors der Regierung gesorgt.


Gib den dritten Namen ein: skywalker yoda vader kenobi
Zurück
Oben