Da der Balrog in dieser Szene nicht aus dem Nichts erscheint, sondern bereits zu Beginn der Staffel als drohendes Übel angedeutet wird: Ja.
Als solches steht er nicht nur in direktem Zusammenhang mit der zunehmenden Verderbtheit von König Durin, die durch den Einfluss seines Ringes vorangetrieben wird – er manifestiert diese Verderbtheit sogar. Dadurch erfüllt der Balrog eine narrative Funktion, die mE deutlich über bloßen Fanservice hinausgeht.
Es ist auch kein Widerspruch oder Logikbruch, den Balrog als eine Art Familienfluch zu interpretieren, der die Linie der Durins über Generationen hinweg belastet. In dieser Rolle symbolisiert er die ständige Versuchung und die Gefahr der Gier, die die Könige von Khazad-dum immer wieder herausfordert. Statt eines einmaligen und endgültigen Erwachens kann Durins Fluch als fortwährendes, unterschwelliges Übel betrachtet werden, das sich über die Zeit hinweg in verschiedenen „Wellen“ zeigt, bis es schließlich im Dritten Zeitalter zum endgültigen Untergang von Khazad-dum führt.
Da Tolkien in seinen Werken nichts festgehalten hat, was diesen Ansatz explizit ausschließt, sehe ich kein Problem darin, wenn die Serie solche Freiräume nutzt, um neue erzählerische Spannungsbögen zu entwickeln.
Letztlich ist das jedoch eine dieser narrativen Entscheidungen, die immer auch eine Frage des Geschmacks bleiben. Als unlogisch und substanzlos empfinde ich sie allerdings nicht.