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[ Kolonien / Kelada-System / Kelada-City / Hauptverkehrsader ] Kerbal


Während Kerbals Speederbike die Hauptverkehrsader Kelada Citys entlangsauste, hallten die Worte des Gouverneurs immer wieder durch seine Gedanken. Er hatte dem Sith zu der erfolgreich ausgeführten Mission gratuliert und anschließend noch einmal herausgekehrt, dass es sich bei der Aktion wirklich nur darum gedreht hatte die lokale nichtmenschliche Bevölkerung zu drangsalieren. Noch schlimmer jedoch war die Aussicht, dass das Imperium noch lange nicht mit seiner Bosheit am Ende war. Als nächstes würde es nämlich darum gehen die nichtmenschlichen Farmer Colinas zu enteignen.


Seit Kerbal seine Prüfung zum Jediritter abgelegt hatte, hatte er nur selten darum kämpfen müssen Herr seiner Emotionen zu bleiben. Nun jedoch gab er sich alle Mühe dabei die bitter erlernte Beherrschung zu wahren und sich auf seine Mission zu konzentrieren. Sonst würde seine Furcht um die unschuldigen Farmer Colinas rasch in Wut auf das Imperium umschlagen. Und von dort war es nur noch ein kleiner Schritt zum Hass auf Antares und alle seine Handlanger und eine unbedachte Handlung die am Ende mehr Opfer fordern würde, als sie rettete. Nein. Der Weg eines Jedi war es das Unrecht zu erkennen und ihm mit harter, aber ruhiger Hand zu begegnen. Und immerhin war es nicht so, dass er wie bei den Obdachlosen nichts tun konnte, um das heranziehende Unwetter zumindest abzuschwächen. Da der Gouverneur ihm gesagt hatte, was er vorhatte, würden die nichtmenschlichen Farmer nicht ungewarnt der militärischen Gewalt des Imperiums gegenübertreten.


Mit einem rasch absinkenden Brummen hielt Kerbal vor seinem Ziel an. Shindes Schnitzereien war ein kleiner Eckladen am Rande der Innenstadt, dessen breites Schaufenster einen wunderbaren Blick auf die angebotenen Waren freigab. Ein blaues Schild pries eine freigewordene Aushilfsstelle an und ein breiter Korb mit Pfennigartikeln neben dem Eingang lud zum Stöbern ein. Mit schnellen Hangriffen schloss Kerbal sein Speederbike ab und senkte die Kapuze seiner inzwischen wieder angelegten Sithrobe. Ein Blick ins Schaufenster verriet ihm, dass seine Haare grade genug zerzaust waren um als modisch durchzugehen, dann betrat er den Laden.


Am Tresen stand die namensgebende Besitzerin, eine hochgeschossene menschliche Frau mittleren Alters, die Kerbal jedoch mit kaum mehr als einem Nicken bedachte. Auch der Sith schenkte ihr nur einen kurzen Blick, bevor er sich einen Korb griff und begann in dem angebotenen Sortiment aus Schnitzwerk und Zubehör zu stöbern. Rasch fand er, was er suchte, und packte ein Set Schnitzmesser, einen Handbohrer, sowie eine kleine Selektion Horn- und Knochenstücke ein. Von dem Belgrr-Horn nahm er sich sogar zwei Stücke mit, immerhin brauchte er Reserve.


Der Geheimdienst der Neuen Republik hatte sich eine ganz raffinierte Methode ausgedacht, um von Kerbal auf dem Laufenden gehalten zu werden. Belgrr-Horn war zwar durchaus zum Schnitzen geeignet, stellte neben den anderen angebotenen Waren jedoch eine gewisse Kuriosität dar. Zumindest, wenn man es nicht mit einer einheimischen Sorte verwechselte. Wichtig war, dass die Tiere, von denen es stammte, hier auf Kelada nicht vertreten waren und es auch sonst eigentlich nicht importiert wurde, da es gute Alternativen gab. Entscheidend jedoch war, dass das Horn auf eine Art und Weise geringfügig radioaktiv war, die mit einem geeigneten Messgerät auf mehrere hundert Meter Entfernung festgestellt werden konnte. Es eignete sich also wunderbar dazu, versteckte Nachrichten an wechselnden Orten zurückzulassen, sofern man sich über das grundsätzliche Gebiet einig wurde.


„Gutes Wetter heute. Ein paar Wolken machen mir jedoch Sorge. Könnte wieder regnen.“


, sagte Kerbal beiläufig zu Madame Shinde, während er seine Waren aufs Band legte. Diese schnaubte verächtlich und begann die angebrachten Barcodes zu scannen.


„Sind Sie etwa aus Zucker? Das macht 120 Credits.“


Gab sie zurück und Kerbal bezahlte wortlos die Zeche. Natürlich war die Interaktion gestellt gewesen. Der NRGD wusste nun, dass etwas im Busch war, das Kerbal über das Belgrr-Horn genauer erklären würde. Rasch packte der Sith die erworbenen Waren in seine Tasche, bevor er den Laden verließ und sich wieder auf sein Speederbike schwang. Sein nächste Stopp war eine Wäscherei ganz in der Nähe, bei der er gestern schon einen Sack Dreckwäsche abgegeben hatte. Diese gehörte zwar nicht derart fest zum NRGD wie Shindes Schnitzereien, doch war es noch vor Beginn seiner Mission entschieden worden, dass er hier eine Verkleidung für Infiltration erhalten würde. Genauer gesagt war der Plan ihm über seinen Wäschesack eine imperiale Soldatenuniform zukommen zu lassen, die garantiert frei von Trackern, oder sonstigen Späßen des Gouverneurs war. Glücklicherweise hatte der NRGD auf Kelada keinen Mangel an derlei Material, spätestens seitdem sie dem imperialen Militär erst kürzlich einen so empfindlichen Schlag versetzt hatten.


Das Speederbike sauste los und konzentriert ging Kerbal gedanklich seine nächsten Schritte durch. Er hatte vom Gouverneur etwas Zeit eingeräumt bekommen die Sache mit dem Tempel zu verfolgen, hatte jedoch auch etwas anderes, das er sich näher ansehen wollte. Gerüchteweise war eine Farm aus dem Umland abgeriegelt worden. Niemand wusste so recht was passiert war, doch offenbar war eine Abteilung Sturmtruppen zum Geschehen beordert worden. Natürlich hatte das sofort Kerbals Interesse geweckt und er hatte fest vor der Farm einen Besuch abzustatten, sobald der NRGD über die anstehenden Enteignungen in Colina in Kenntnis gesetzt worden war.


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