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Adega ~ Waldpfad ~ mit Anakin


Für Tenia war die Vorstellung, dass die Macht überall war, nahezu unmöglich. Vor allem, weil sie selbst so viel Zeit benötigt hatte um diese überhaupt erst zu spüren. Nun würde sie selbst ein Teil davon sein, sich die Macht zu Nutzen machen. Eine Verbundenheit zu ihrer Umwelt, der Natur hatte sie immer schon gespürt, aber sie hatte diese Fähigkeit nie in Zusammenhang mit einer Macht gesehen. Das besondere an der Natur war für sie immer gewesen, dass sie sich nicht beherrschen ließ. Oder besser: Das man sie nicht beherrschen sollte. Sie konnte den Versuch starten einen Berg zu erklimmen, aber sie hatte niemals davon gesprochen, etwas zu erzwingen. So war zumindest die Ansicht der Nullianerin. Eine einfache Lichtung konnte so viel Preis geben, wenn man ihr lauschte. Wenn man den Wind spürte und ihn hörte. Wenn es etwas geben sollte, dass sie ständig umgab, dann die Natur und alles, was darin lebte. Demnach war die Vorstellung, dass die Macht da ganz ähnlich war, vielleicht doch nicht mehr so unmöglich. Noch war diese Kraft ihr unbekannt, wie ein kleines, wachsendes Pflänzchen. 


Dann setzen sich Meister und Schülerin in Bewegung, kehrten durch den dichten Wald, der nahezu unberührt aussah. Nur wenn man genau hinsah, konnte man noch Pfade erkennen, die einst häufiger genutzt worden waren. Das bedeutete entweder, dass nicht viele Jedi nach Adega kehrten, um zu den Höhlen zu laufen, oder aber, dass sich jeder Jedi seinen eigenen Weg durch den Wald bahnte. 

Der Waldboden war dicht bewachsen mit weichem Moos, dass seinen ganz eigenen Duft verbreitete und zusammen mit den anderen Pflanzen und der Feuchtigkeit eine so wohlige Atmosphäre verbreitete, dass Tenia sich am liebsten die Schuhe ausgezogen hätte um eine ganze Weile nur an diesem Platz zu verweilen. Um dem Wind und den Tieren zu lauschen, die nur von Tenia und ihrem Meister gestört zu werden schienen.


Der Wald barg eine Felsformation und die Sonne stand so hoch, dass die Sicht auf die Steine durch ein Flimmern, wie vernebelt schien. Die Natur bot ihre ganz eigenen Schauspiele, ganz genau wie jetzt. Das Moos, das sich auf dem Stein ausgebreitet hatte glänzte in der Sonne. Je höher die Sonne stieg, desto mehr gab sie frei. Als Anakin sich gerade fragte, wo der Höhleneingang war, wurde jener sichtbar, als die Sonnenstrahlen darauf fielen, um wieder andere Plätze im Schatten zu verbergen.

Das Schauspiel bewundernd, gelang es Anakin erst wieder die Aufmerksamkeit seiner Schülerin auf sich zu lenken, als er ihr anwies, die Höhle alleine zu betreten.


„Ich… wirklich?“, sah die Nullianerin ihrem Meister stutzig entgegen. Sein Blick und die kurze Zeit, in der sie ihn kannte verrieten aber zu deutlich, dass er das Gesagte ernst gemeint hatte und so bewegte sich die junge Frau langsam auf den Eingang zu. Behutsam strich sie mit der Hand über die Felsstruktur, die sie nun in ihrer ganzen imposanten Größe sehen konnte. Anakin wies ihr noch an, sich einen Kristall aus der Höhle zu suchen und wünschte ihr Spaß bei dieser Aufgabe. 

Kurz noch verweilte die Waldbewohnerin voller Ehrfurcht vor der Höhle, ehe sie diese betrat.

Obwohl zu vermuten gewesen war, dass die Dunkelheit das Innere beherrschen würde, war die Höhle beleuchtet und sie führte tief in das Erdreich hinein, was von außen nicht sichtbar gewesen war. Ein seltsames Gefühl breitete sich in der Nullianerin aus, dass sie am ehesten mit Ehrfrucht bezeichnen konnte, auch wenn es doch anders zu deuten war. Nur wie?

Je tiefer die junge Frau in die Höhle drang, desto intensiver wurde das Gefühl. Etwas Beruhigendes ging von diesem Ort aus und etwas, irgendetwas, schien zu rufen. 

Als Tenia schließlich die ersten Kristalle erblickte, ließ das ihre Ehrfurcht nur noch größer werden. Bewundernd und überwältigt von der Schönheit dieses Anblickes, blieb sie stehen und die Zeit einen Moment vergessend, blickte sie sich einfach nur um, in dem Versuch jedes Detail in ihrem Kopf zu speichern. Es wäre ein Einfaches gewesen, einen Kristall zu nehmen oder gleich ein ganzes Dutzend. Doch Tenia entschied sich dazu, weiter zu laufen, denn egal ob es Einbildung war oder nicht: So besonders die Kristalle waren, die sich vor ihr erstreckten, so sehr sie funkelten und strahlten, keinem gelang es, etwas in Tenia zu berühren. 


Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie gelaufen war. Völlig von den Reizen des Lichts überflutet, dachte die Nullianerin erstmals daran, umzukehren und einfach mit einem beliebigen Kristall zurück zu kehren. Da aber wurde ihr Gefühl intensiver und als sie weiter lief, nahm sie ein so schwaches, magentafarbenes Leuchten wahr, dass sie es fast übersehen hätte. Wenn da nicht dieses Gefühl gewesen wäre. In einem kleinen Winkel, die Kristalle ebenso klein, nahezu unscheinbar, im Vergleich zu den ganzen anderen Kristallen war es dennoch der kleinste von allen, der Tenia in seinen Bann zog. Mit Berühren des Steins, veränderte sich aber schlagartig alles.  Das bisher so beruhigende Gefühl verschwand, als sich ein dunkler Schatten erhob und Tenia spürte augenblicklich, wie ihr Herz gegen die Brust hämmerte. An dem Versuch scheiternd, nach Anakin zu rufen, wurde der Schatten größer und kam näher, ehe er die Silhouette eines Wesens preis gab. Eines Mannes, der in dunkle, schwarze Kleider gehüllt war. Ein schwarzer Mantel, der bis zum Boden reichte und eine Kapuze, die tief in das Gesicht der Person gezogen war, verhüllten sein Äußeres, nicht aber das, was er ausstrahlte. Sein Anblick bereitete Tenia Angst, Angst in einem nie geahnten Ausmaß. Mit einem Mal schien die Temperatur in der Höhle zu fallen und viel mehr noch war es, als würde jene Person für diese Kälte verantwortlich sein. Bewegungsunfähig konnte Tenia nichts weiter tun, als diesem verhüllten Phantom entgegen zu sehen. Dann, nach schier endlosen Sekunden, bewegte Tenias Gegenüber die Arme um in einer gleisenden Bewegung, die Kapuze vom Kopf zu streifen. Ein eingefallenes Gesicht, übersät von furchen und Narben, leblos wirkende Augen starrten der Nullianerin entgegen, die erneut versuchte, nach Anakin zu rufen, aber keinen einzigen Ton hervorbrachte, noch weniger, als der Mann einen knochigen Zeigefinger auf seine Lippen legte.

 „Wähle einen anderen“, hörte Tenia den Mann sagen, als er noch einen Schritt näher kam und Tenia, die zurück wich, in die Ecke drängte.  „Wähle einen anderen“, widerholte er, eindringlicher, warnender und die letzten Schritte, die Tenia zurück machen konnte, drängten sie vollends an die Wand. Angsterfüllt klammerte sie sich an eben jener Wand fest und als ihr Gegenüber so nahe kam, dass sie seinen Atem spüren konnte, schloss Tenia die Augen. In der Erwartung, dass irgendetwas geschehen würde, wurde ihr Griff an die Wand fester und erst, als ein leises, brechendes Geräusch erklang, öffnete die Waldbewohnerin wieder die Augen. Der Mann von eben war verschwunden und mit ihm die Kälte, aber längst nicht das beängstigende Gefühl.


Ihr Herz hämmerte noch immer heftig gegen ihre Brust, als Tenia spürte, dass sie etwas in der Hand hielt. Einen Kristall, aber nicht den, der magentafarben geleuchtet hatte. Ein indigoblauer Stein befand sich in ihrer Hand. Sie musste ihn gelöst haben, als sie zurückgewichen und sich gleichzeitig an der Wand festgekrallt hatte. Einen Moment starrte Tenia den Kristall in ihren Händen an, sah herüber zu dem Winkel, in dem sie den anderen gesehen hatte. Jetzt aber schien sie ihn gar nicht mehr zu erkennen und das, obwohl er unverändert an seinem Ort verweilte.


So wandte sich Tenia ab, den anderen Kristall halb vergessend, nur aus dieser Höhle wollend.

Viel schneller als zu Beginn, erreichte sie den Höhlenausgang, atmete einmal tief durch und kehrte zurück zu ihrem Meister Anakin.


Adega ~ Waldpfad ~ mit Anakin


OCC: Du wolltest einen langen Post, da hast du ihn :D Und der lässt nun für die Zukunft so einiges offen und das sehr bewusst :braue







 


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