Von: Weltraum (NR)
Ossus-Raumhafen-Landebucht- Dex' Raumschiff- mit Dex
Die Reise verlief ereignislos, was zu erwarten war. Alicia konnte Dex nur mental stärken für die Auseinandersetzung, der sie sich würde stellen müssen. Jede Kampftechnik, jede Machttechnik könnte im Ernstfall gegen sie alle gerichtet werden. Und Alicia fühlte sich jetzt nicht nur für Dex’ Sicherheit verantwortlich, sondern auch für die des Heilers, der als Not-Helfer dabei sein würde. Das bedeutete, Bälle flach halten für Dex und sich auf alles mögliche Vorbeiten für Alicia selbst. Alicia versank ebenfalls in Meditation und versuchte eine Vision von der Zukunft zu bekommen. Aber die Macht hielt sie wage, so dass sie hinterher genauso schlau war wie vorher. Sie öffnte die Augen und sah Dex an, die noch meditierte. Ihr Blick verfinsterte sich für einen Moment, als sie an das was-auch-immer in Dex dachte. Ihre Entschlossenheit wuchs, einer Kampfansage gleich, Dex war ihre Schülerin und sie würden sie befreien, damit sie wachsen und stärker werden konnte. Das letzte Mal hatte die Entität sie erwischt, das würde nicht noch einmal passieren!
Auch die Ruhe-Phasen verbrachte Alicia in Meditation, um sich vorzubereiten. Nur die letzte «Nacht»- in Raumschiffen waren Tag und Nacht ja immer relativ- erlaubte sie sich zu schlafen, um optimal erholt in diesen Einsatz zu starten. Und nichts anderes war es für sie : Ein Einsatz. Einer, bei dem es um das Leben ihrer Schülerin ging und welcher Meister würde sowas auf die leichte Schulter nehmen? Vor allem, wenn es keine Zivilisten gab, die im Ernstfall noch vorher geschützt werden müssten? Nein, sie würden mit dem Heiler unter sich sein, und das war das Beste, was sie haben konnten unter diesen Umständen.
Schliesslich ertönte das Annäherungssignal aus dem Cockpit.Alicia atmete tief durch und liess alle Befürchtungen los. Gefühle, vor allem Furcht, wären hier Katastrophal. Das einzige, was sie noch mit nahm, war die Entschlossenheit, ihre Schülerin nachher gesund und munter wieder mitzunehmen. Mit der Einstellung verliess sie schliesslich mit Dex und gepacktem Rucksack das Schiff ihrer Schülerin. Die kleine Stadt war niedlich und war definitiv gewachsen, seit sie das letzte Mal hier gewesen war. Der Himmel war Blau mit ein paar Wolken und es war nicht kalt. Alicia fühlte sich Willkommen, was sie lächeln liess. Es würde alles gut werden! Sie wandte sich zu Dex um.
«Willkommen auf Ossus, Dex. Wir haben einen kleinen Zwischenstützpunkt hier, wenn man das so nennen will. Ein Jedi-Paar, die gemeinsam den Zugang zu den Höhlen bewachen. Ruth und Feliz Feb. Du wirst sie mögen. Wir treffen unserem Heiler bei ihnen, haben aber noch ein Stück zu laufen bis da hin. Sie sind schon Älter, also im Ruhestand. Aber Ruth’s Kochkünste sind bekannt!»
Sie lächelte und marschierte los, um sich einen Gleiter zu Mieten. Der Vermieter musterte sie kurz, übergab ihr dann aber den Gleiter und redete noch etwas über das Bergwetter der nächsten Tage.
«Ja, das Wetter soll gut werden, hab ich auch gesehen. Perfekt, um zu wandern.»
Die Jedi lächelte und stieg kurz darauf mit Dex in den Gleiter ein.
Hinter der Stadt schlängelte sich ein Weg das Vorgebirge hinauf. Zunächst gesäumt von Wald, dann von Wiesen.
«Ab jetzt gehts nur noch Berg auf.»
Alicia lächelte bei der Doppeldeutigkeit dieser Aussage und dachte über eine tiefe Bedeutung ihrer Kristallhöhlen nach. Man konnte Kristalle auch in Gestein an Flüssen oder in Höhlen finden, die nicht irgendwo oben in irgendwelchen Gebirgen waren. Aber ihre beiden «Quellen» befanden sich in höheren Gefilden. Einen Kristall zu erlangen- was für viele Padawane eher gegen Ende ihrer Ausbildung stattfand- war also jedes Mal ein Aufstieg. In mehrfacher Hinsicht. Nun, sie waren nun nicht primär wegen einem Kristall hier. Sie mussten Aufsteigen, um sich einem Kampf zu stellen, der vielleicht alles zerstören konnte. Aber es war ihr so, als dulde die Macht selbst kein Verzagen deswegen. Sie war mit ihnen, würde ihnen Beistehen und der Ausgang dieser Reise würde in ihrem Sinne sein! Dieser Weg war heilig. Steine auf dem Herzen mitzunehmen erschien ihr als unangebracht. Und sie würde den Zwischenstopp bei Ruth und Feliz dafür nutzen, auch ihre Begleiter darauf einzustimmen.
Bald endete der Wald und machte einer Wiesenlandschaft Platz. Hier verliess Alicia den Weg und fuhr quasi Querfeldein. Eine Route, die unsichtbar war für jene, die nicht wussten, wonach sie suchten. Dem entsprechend musste man aufpassen, dass keine neugierigen Augen einem folgten. Das Letzte, das sie wollte, war Ruth und Feliz unangenehmen Besuch zu bescheren.
Nach etwa einer Stunde tauchte das kleine Häuschen der Febs zwischen dem Grün auf. Alicia lächelte und griff in die Macht hinaus. Sie konnte die drei Präsenzen in dem Haus fühlen und kündigte ihre Ankunft so auch schonmal an.
«Ich hab immer das Gefühl, nach Hause zu kommen, wenn ich zu einem Ort meines Ordens komme.Wenn nur der Grund ein Schönerer wär.
Dex war mit Sicherheit mehr als nervös und wer konnte es ihr verübeln. Es ging hier um sie und um ihre Zukunft. Möglicherweise um ihre Existenz. Alicia erlaubte sich nicht, dieser Option durch ihre Gedanken auch nur ein Quäntchen Energie zu geben. Sie verlangsamte den Gleiter und hielt schliesslich neben dem anderen Gleiter. Noch einmal atmete sie tief durch und der Geruch von Essen erfüllte ihre Nase.
«Na dann wollen wir mal.»
erklärte sie und hüpfte aus dem Gleiter. Dann wartete sie erstmal auf Dex und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter.
«Keiner wird dich fressen und ich bin bei dir, ja? Alles ist gut.»
Mit einem aufmunterndem Nicken und einem Lächeln ging sie mit Dex zu der kleinen Hütte. Sie überlegte, ob sie Dex einen Arm um die Schultern legen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Dex war stark und so eine Geste könnte sie schwächer erscheinen lassen, als sie war. Alicia hielt sich dezenter in ihrer Nähe, um im Zweifel doch durch körperlichen Kontakt unterstützen zu können, liess Dex aber sonst selbst ihren Weg gehen. Natürlich kamen sie nicht mal in Klopf-Nähe, als die Tür sich öffnete und die Dame des Hauses sie anstrahlte. Alicia lächelte breit zurück.
«Ritterin Feb. Es ist mir eine Ehre.»
erklärte Alicia und verneigte sich.
«Das ist Dex, meine Padawan.»
Eigentlich wäre es angebracht, sie mit ihrem vollen Namen vorzustellen, aber Alicia dachte sich,dass die Situation für Dex auch so schon schwer genug war und sie wollte ja eh so genannt werden. Die Mirialan bat sie rein und Alicia trat sich die Stiefel auf der Fussmatte ab, ehe sie in die kleine Hütte trat. Dort fand sie Feliz Feb und den Mann, der sie wohl begleiten würde. Sie verneigte sich vor beiden und lächelte herzlich.
«Hallo zusammen. Schön, euch zu treffen.»
Sie trat an den Tisch und lächelte dem Menschen zu.
«Ihr müsst Ritter Bouhrd sein. Danke, dass ihr gekommen seid.Das hier ist meine Padawan Dex.»
Sie wies auf ihre Schülerin und setzte sich dann auf eine einladende Geste des ehemaligen Piloten hin mit an den Tisch.
Ossus- in der Nähe der Kristallhöhlen- Haus der Febs- mit Dex, Tevaux, Ruth und Feliz