Hm, ich glaube, ich muß es nochmal ergänzen, Stasia, sorry. Also das, was ich geschrieben hab, mein ich.
Also Schicksal ist ein von einem höheren Wesen vorgegebener Weg, den der Mensch einschlägt. So hat man das früher gesehen, und heute denken das auch noch manche. Dieses höhere Wesen trug irgendwann in der Renessaince oder so (hört lieber net auf mei schlecht geschwätz) den Namen "Schicksal", sozusagen. D.h. das Schicksal war eine Entität wie der Tod oder das Verderben. So zumindest habe ich das verstanden.
Dieses höhere Wesen oder besser höhere Macht bewegt dann die Leute, etwas zu tun, kann aber auch von ihnen bestimmt werden. Also so wie mit der Macht.
Diese Vorstellung läßt sich allerdings kaum in die spätere Zeit und die Gegenwart übertragen. Das Schicksal als eigenwilliges Wesen konnte im Zeitgeist nicht überleben. "Was ist das für ein Wesen?" war die Art und Weise, zu fragen. Und später dachte man dann gar nicht mehr an ein bestimmtes Wesen oder sowas, weshalb das Schicksal als Phantom dennoch im Sprachgebrauch überlebte. Das ist schon mal ne komische Geschichte.
Und jetzt komm ich zu mir, ich sehe es halt so, daß das Schicksal ein Wesenzug des Universums ist, den Willen zu zeigen, dem Menschen zu helfen oder ihn zu strafen. Allerdings völlig "unverbindlich".
Und dann dachte ich mir, wenn es überhaupt ein Ziel für das Universum gibt, dann eines, wovon es profitieren kann, denn zu einem Willen gehört ein Bewußtsein, und das hat einen Selbsterhaltungstrieb. Und hier schließt sich der Text von oben an. Daß das Universum den Menschen irgendwie "benutzt", um sich selbst zu erhalten wäre allerdings anzunehmen genau so vermessen, wie zu sagen: Die egoistischen Gene benutzen den Menschen, um sich Fortzupflanzen. Oder: Wohin der Mensch geht, hängt nicht vom einzelnen ab, sondern von Ideen und Konzepten, die nicht der einzelne, sondern die Masse trägt. (Also so, wie wenn etwas lange in der Schublade liegt, aber immer wieder jemand daran weiterarbeitet, obwohl es für den Menschen extrem gefährlich ist. So war das imho bei "the Cube")
So denke ich jetzt. Aber man muß ja nicht davon ausgehen, daß der Gedanke, daß man fremdgesteuert sein könnte[I/], überhaupt eine bedeutung hat, auch wenn er einem kommt. (Das war das, was ich mir beim ersten Post gedacht hatte)
Nunja, da das Schicksal schon seit ein paar Jahrzehnten ins Reich des Aberglaubens gehört, dieser aber ab und zu wieder salonfähig wird, wird es wohl als Phantom weiterexistieren. Man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, daß, wenn überhaupt (es sollte jeder glauben, woran er will), zumindest nicht alles "Schicksal ist", sondern der Mensch einen freien Willen besitzt.
Carpe prosperitum!