
Weltraum zwischen Bastion und Ord Mantell ▼ VT-49 "Apotheosis Omega" ▼ Darth Malevolos und Crew
Blut und Stahl auf der Zunge, der Geschmack des Sieges. Das Trennen von Fleisch und Knochen. Wild zuckende Gliedmaßen, die ihre letzten Signale verarbeiteten, während ein Wesen hilflos zusah, wie es um eine Extremität erleichtert wurde. Zu lange hatte Darth Malevolos diesen Geschmack nicht mehr auf seinen Lippen gespürt. Der Friede von Umbara war eine Farce. Seine mächtigen Pranken sehnten sich nach dem warmen Fluss des roten Lebenselixiers. Doch nicht nur das, in seiner Abwesenheit hatten sich noch andere Schatten über Bastion gelegt. Die Totgeglaubten waren wiedergekehrt. Jahrelang war Darth Malevolos in dem Glauben gewesen, dass der Wurm, der es wagte, sich „Schlächter von Dathomir“ zu nennen, tot war. Nicht nur das, der Abschaum, der seine Feinde pfählte, hatte sich sogar zurück in den Tempel der Sith getraut. In dem Glauben, dass er nicht lange im räuberischen Orden überleben würde, hatte er es bei nur einer Nachricht seiner Dienerschaft belassen. Sie hatten seine zaghaften Versuche eine Entourage aufzubauen mit Blut belohnt. Mehr als nur einer seiner Diener war bei dem Angriff gestorben. Nur ein kleiner Trost für den Cathar. Doch wie eine Kakerlake hatte es Draconis geschafft zu überleben. Wenn seine Nachrichten stimmten, hatte es der Unwürdige sogar geschafft Schutz im Zirkel der Hexer zu suchen. Pathetisch. Nirgendwo würde er vor seinem Zugriff sicher sein. Bei dem Gedanken an den Menschen zuckten seine Lefzen und seine gigantischen Pranken zogen sich zusammen, um dann ihre Klauen zu offenbaren. Doch es waren nur an einer Hand Klauen aus Knochen. Er hatte für seine Intrige gegen „Schattenthron“ den Unterarm eingebüßt. Nicht diese Kreatur war dafür verantwortlich, sondern Darth Allegious selbst. SEIN Imperator hatte ihn dafür bestraft, den Agenten des Imperators getötet zu haben, der in seinem Auftrag die Black Sun hätte köpfen sollen. Es war ein geringer Blutzoll gewesen für den Schaden, den er angerichtet hatte. Schlussendlich hatte Darth Allegious keinen Wert in einem gefallenen Sith gesehen und daher es bei dieser Bestrafung belassen und Darth Malevolos aufgetragen für ihn archäologische Grabungen durchzuführen. Eine Schmach, gewiss. Er wusste, dass es eine Bestrafung hätte sein sollen, denn er war schließlich die Faust des Imperators. Militärstratege und Sieger zahlreicher Schlacht. Doch in Staub und Knochen hatte er sein Wissen gemehrt, seinen Körper nicht nur sprichwörtlich gestählt. Geschenke an die Technomanten und Alchemisten hatten ihn gestärkt, denn auch diese hatten sich erkenntlich gezeigt.
Mit seiner grazilen Agilität, die man einem Wesen von dieser Größe nicht zugetraut hätte, erhob sich der mehr als zwei Meter große Hüne aus seiner meditativen Haltung. Seine Servomotoren ächzten dabei, ein Exoskelett, dass in seiner Rüstung integriert war. Seine Mähne fiel ihm in den Nacken als er sich streckte, seine Fingerknöchel knacken ließ und selbiges auch mit seiner Nackenmuskulatur tat. Die jüngsten Berichte von Bastion waren nicht nach seinem Geschmack. Scheinbar hatte es der Emporkömmling, dieser Welpe einer unwürdigen Kath-Hündin geschafft den Schlächter von Corellia, den Sith Titan Nergal persönlich in sein Komplott einzuspannen. Malevolos war der Name des Titanen nicht unbekannt. Auch er war damals auf Corellia dabei gewesen, als Schüler. Damals, als er und Darth Ysim den Jedi Tempel auf Corellia in Schutt und Asche legten. Manche munkelten, dass er dabei tödlich verletzt wurde vom ebenso legendären Jedi Ulic Katarn, doch die dunkle Seite diesen Krieger nicht entlassen wollte, sodass Nergal von den Toten wiedergekehrt war. Fakt oder Fiktion, Malevolos empfand Respekt für diesen Sith und wollte daher nicht, dass dieser sich in die Fänge eines Hochstaplers wie Darth Draconis bewegen würde. Er würde entsprechende Schritte einleiten um dem Ranggleichen eine Empfehlung in seinem Sinne auszusprechen. Er trat an die holografische Projektionsfläche seines Schiffes, sodass eine Übertragung zu seinem treusten Diener und ehemaligen Schüler etabliert wurde.
„Mein Schüler. Auch wenn du die Ketten des Adeptentums abgelegt hast, fordere ich dich auf den Vollstrecker seiner Majestät, Lord Nergal aufzusuchen.“
Der Chagrianer, den er auf den Namen Darth Igrax getauft hatte, war ein Chagrianer, der es körperlich zwar trotz seiner imposanten Statur nicht aufnehmen konnte, aber ein Schwertkämpfer war, der seinen ehemaligen Meister stolz machte. Auch die Macht war sein Verbündeter, ein würdiger Sith in den goldgelben Augen des Cathar. Er war siegreich aus mehreren Prüfungen herausgekommen, hatte sogar an einer Blutjagd auf Cathar teilgenommen, überlebt und alle Mitstreitenden umgebracht. Ein Monolith der dunklen Seite. Der Schüler aus vergangenen Tagen kniete vor der Faust des Imperators, sein bläuliches Abbild vibrierte vermeintlich unter der Bewegung des Gehörnten.
„Mach dem Schlächter von Corellia klar, dass seine Freundschaft zum Gefallenen vom Imperator nicht gerne gesehen wird.“
Kurz hielt er inne, überlegte ob er noch weitere Schritte veranlassen sollte. Ränkespiele im Orden der Sith waren stets ein Drahtseilakt. Das hatte der Cathar mittlerweile gelernt. Unwillkürlich zuckte er mit der kybernetischen Hand, die ihm der Halbnoghri, den er so verehrte, genommen hatte. Imperiale Gerechtigkeit war eine Mahlzeit, die nicht jedem schmeckte. Brachialer Zorn wohnte in seiner mächtigen, behaarten Brust, die von dem durastählernen Panzer bedeckt war.
„Sei eindringlich, doch lass dir nichts entlocken. Die Zeit wird kommen, in denen wir diesen Wicht, den er hofiert zurück in den Outer Rim vertreiben, wo er herkommt.“
Sein Schüler bejahte und brachte ihm die entsprechende Ehrerbietung entgegen, bevor das Bild erlosch und die Dunkelheit den Cathar wieder einfing. Er knurrte, ein Knurren, das weiter anschwoll. Was führte dieser Welpe nur im Sinn? Es missfiel ihm, dass er diesen Emporkömmling auf Bastion sein Unwesen treiben ließ. Er hätte ihn damals auf Anaxes, als er ihm widersprochen hatte, den Gar aus machen sollen. Direkt dort, vor aller Augen. Was wäre es für eine Genugtuung gewesen. Er hatte seine Rache genommen und dennoch fühlte er sich durch die Wiederkehr des Exilanten um seine Rache betrogen.
Ein Sith Jünger trat an den Hünen heran und überbrachte ihm ein Datapad. Stumm, wie er war, denn der Cathar hatte ihm die Zunge ausgerissen. Es hatte ihn nur einer Handbewegung bedurft, um endlich Stille auf seinem Schiff herzustellen. Mittlerweile war der Jünger ein treuer Diener, ein willfähriger Komparse, der die Kunst der nonverbalen Kommunikation gelernt hatte. Miesgelaunt nahm Darth Malevolos das Datapad entgegen. Seine katzenhaften Pupillen wurden zu schmalen Strichen, das Grollen aus seiner Kehle wuchs immer weiter an, je länger er die Nachricht betrachtete.
„Es wird WAS über das HoloNet verbreitet?“
Ein markerschütternder Schrei durchzog den VT-49, bei diesem Ausbruch seiner Emotionen offenbarte eine Reihe von Reißzähnen, die mühelos Fleisch von Knochen trennen konnten. Wut übermannte den Cathar. Das Datapad zerbrach in seinen mächtigen Pranken mit einem Klirren, gefolgt von dem Geräusch des gesplitterten Materials, dass auf dem Boden des Raumschiffes landete. Die Wut wurde zur Raserei, der Cathar schlug mit eben jenen Pranken um sich, zerstörte eine Konsole, die normalerweise für Dejarikspiele vorgesehen war. In seiner blinden Wut packte er den stummen Jünger. Terror war in den Augen zu lesen, ein erstickter Schrei ohne Töne bahnte sich aus seiner Kehle den Weg und verpuffte an den fehlenden Mitteln diesen zu artikulieren. Er schleuderte den Jünger gegen die Wand, packte ihn wieder an den Beinen, packte mit der anderen Pranke seinen Kopf und brach ihn nicht nur wortwörtlich über sein Knie. Das Rückgrat verformte sich, brach unter der Gewalteinwirkung entzwei. Leblos, wie eine Marionette, der man die Fäden durchgeschnitten hatte, fiel der Körper des Jüngers zu Boden. Erneut schrie Malevolos auf, ohrenbetäubend mit der Intensität der Triebwerke eines Sternenzerstörers. Brachial und ungehemmt. Seine Wut war entflammt und sie kannte nur ein Ziel, denn der Cathar konnte sich genau vorstellen, wer dreist genug war IHM, der Faust seiner Majestät, Untreue gegenüber Allegious und eine vermeintliche Nähe zum Verräter, zum Schismatiker Janem Menari herzustellen.
„Wir ändern unser Ziel. Flieg die Apotheosis Omega nach Bastion! Es wird Zeit die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.“
Das Gröhlen des Cathars ließ die beiden menschlichen Piloten in imperialer Uniform zusammenzucken. Der Laderaum voller Bohrungs- und Ausgrabungsutensilien war eigentlich für die Grabungsstätte vorgesehen, doch wagte niemand einem Sith Executor zu widersprechen, vor allem einem, der seinen Zorn nicht unter Kontrolle hatte. Der VT-49 sprang aus dem Hyperraum, vollzog eine Wende und sprang wieder in Richtung Bastion, als der Antrieb es zuließ.
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