Du machst es dir hier viel zu einfach. Lehrer haben keine größere Quote an schwarzen Schafen als alle anderen Berufe auch. Nur das Lehrer viel mehr in der öffentlichkeit stehen und jeder, aber auch wirklich JEDER glaubt er wüßte besser wie der Job des Lehrers funktioniert als der Lehrer selber. Dazu kommt das Lehrer von Amts wegen bei einem guten Teil der Schülerschaft nicht besonders beliebt sind und viele Schüler die eigene Faulheit lieber auf das angebliche Unvermögen der Lehrer abwälzen als sich auf den Hintern zu setzen und mal zu lernen.
Das mit der Quote mag sein, weiß ich nicht. Ich kann nur meinen Eindruck wiedergeben. Vielleicht mach ich ma ne Liste und guck wieviele Hui und wieviele Pfui waren. Allerdings ist es in "sozialen" Berufen, wo ich die Tätigkeit eines Lehrer mal zuzähle, besonders schlimm wenn da schwarze Schaafe sind.
Das der Job als Lehrer sehr anstrengend und schwer ist(wenn man gut sein will) bestreite ich nicht.
Ich mein auch nich das der Lehrer in jedem Fall dafür verantwortlich ist wenn jemand schlechte Noten hat, faulen kann man nich helfen. Ich mein die Art ne Klasse im Griff zu haben, unabhängig von den Noten. Die Klassen in denen ich war würd ich als anstrengend bezeichnen, wobei es schlimmere gab. Manche Lehrer haben resigniert oder waren zu weich - Schüler verhalten sich in dem Fall interessanterweise wie Tiere, wenn die Schwäche riechen ists aus.
Die anderen Lehrer hingegen haben sich nich an die Karre fahren lassen, wenne Stress gemacht has, gabet Probleme. Die haben auch ihren Unterricht knallhart durchgezogen. Wenn dann die Arbeit im Eimer war haben diejenigen denen ihre Note doch was bedeutet schon für Ruhe gesorgt. Clever von diesen Lehrern die Gruppe als Selbstkorrektiv zu gebrauchen. Gut, das hat funktioniert, weil einige Schüler, die in einer entsprechenden hierachischen Stellung waren, Noten haben wollten. Bei Klassen wo das nich geht und die Idioten unangefochten Regieren wäre diese Taktik leider nicht praktikabel.
Achja, dann kommt noch ein Faktor hinzu. Die Schülerschaft(wo ich mich jetzt einfach mal vorbehaltslos mit einschließe da ich noch nicht sooo lange aus der Schule raus bin) wird immer beschissener. Antiautoritäre Erziehung misch sich mit frechdachsen, Hyperaktiven, Lernunwilligen, Punks, Goths, Technojüngern, Schlaumeiern, Militäristen, Zivis usw.
Ja, das kann ich bestätigen... es ist bitter... Ich bin nicht mal Mitte 20 und meine Kollegen und ich reden über "die Jugend von Heute" so wie alte Oppas. Das ist unheimlich und wir fühlen uns immer ziemlich gealtert wenn wir das realisieren...

Wobei du mit deinen Klassifizierungen ein wenig übertreibst, den Musikgeschmack kannse gern außen vor lassen. Von denen, von dir aufgezählten, kann man eigentlich nur Frechdachse, Hyperaktive und Lernunwillige als Probleme nennen, dass andere sind Lebenseinstellungen - darauf hat man ein Recht. Wobei Frechdachse, Hyperaktive und Lernunwillige noch lösbare, bzw. handelbare Probleme sind. Ein wirkliches und sehr ernstes Problem sehe ich in Gewaltbereiten. Eine wichtige eigenschaft von Lerern is auf jedenfall Geduld und ein SEHR dickes Fell, allerdings nicht ohne eine große Portion Autorität. Einer der fordernsten Jobs unserer Gesellschaft.
Es ist in der heutigen Schulform leider nicht leicht eine Klasse zu kontrollieren da diese sich so unhomogen zusammensetzen, viel zu groß sind und schlichtweg die Lehrer immer mehr arbeiten müssen bei gleichbleibendem Gehalt.(sehe ich regelmäßig life und in Farbe bei meinen Eltern) Es ist eine Frechheit sondergleichen das der Staat sich erdreistet seine Beamten nicht besser zu vergüten. Die Lehrerschaft von NRW hat seit über 4 Jahren keine Gehaltserhöhung mehr bekommen, dem entgegen stehen die Streichung es 13. Jahresgehaltes, die Inflation und die vom Land verordnete Mehrarbeit. Da den Lehrern kein Streikrecht zusteht(zumindest den verbeamteten nicht) kann ich voll und ganz verstehen das da der ein oder andere Lehrer keinen Bock mehr hat und/oder Dienst nach Vorschrift macht.
Was uns wieder zum Problem der Investiotion in den öffentlichen bildungsapparat und darüber über die immer knapperen öffentlichen Kassen führt.
Sparen am falschen Ende. Das (gute)Lehrer für den Job viel zu schlecht bezahlt werden steht für mich außer Frage, da stimme ich dir völlig zu. Ich habe leider auch beobachtet wie dieser Umstand dazu geführt hat das gute Lehrer auf die dunkle Seite des Lehrkörpertums gewechselt sind(irgendwo auch nachvollziebar, aber dennoch traurig).
Das Problem ist im Moment das das Abitur nicht nur eine Prüfung ist sondern ein 2 Jahre dauernder Leistungsabschnitt in der Schule indem jedwede Leistung des Schülers in das Abitur miteinfließt. Es bedürfte hier als weitreichender Strukturveränderungen des Systems Abitur.
Exakt
Ich wage es ausserdem zub ezweifeln das ein Haupt- oder Realschüler ohne entsprechende Vorbereitung in der Lage wäre eine Abiturprüfung als solche zu bestehen, weil ihm dazu einfach das Wissen fehlen würde. Ergo auch hier müßte er sich wieder vorbereiten.
Vielleicht ist es falsch rübergekommen, aber ich wollte nich damit sagen das irgentjemand nach der 10 ohneweiteres ZACK das Abi machen kann.
Natürlich müssen sich diejenigen die das machen wollen hinsetzen und Pauken. Die Tests die ich erwähnte dachte ich mir als Prüfsteine um zu gucken wie die selbstlern Fortschritte sind.
Beispiel(aus der Luft gegriffen):
6 Lernstandstests die bestanden werden müssen um zur Abi-Prüfung zugelassen zu werden. Um den 2ten zu machen muss man den ersten haben usw., aber man kann 2 bis 3mal überspringen wenn man meint das zu können. Die Tests finden ab bestimmten Gruppengrößen oder aber spätestens alle 2-3 Monate statt.
Das jetzt nur mal so als grobes Konzept, ein genaues System müsste natürlich detailliert ausgearbeitet werden.
@Jedihammer:
In der Haut des Geschichtslehrers möchte ich nich stecken
