...Die Videospielindustrie bspw. hat ja gar kein Problem, genausowenig wie die Musikindustrie...
Nicht?

...Ausserdem sind die Leute die am meisten illegal Musik aus dem Netz saugen, auch komischerweise die Leute die am meisten Geld für Musik ausgeben...
Woher Du jetzt diese Weisheit nimmst, ist mir tatsächlich schleierhaft! Damit will ich Dir nicht unbedingt damit widersprechen. IMHO kann es durchaus sein, dass jemand, der sich leidenschaftlich gerne mit Musik versorgt, eben auch Geld dafür ausgibt (und zwischendurch aus Spargründen eben auch mal illegal downloaded!)
Doch ob einer uneigentlichen und scheinbar irrationalen Schizophrenie dahinter stellt sich mir die Frage, in wieweit so agierende Personen beispielsweise tatsächlich repräsentativ für Musik-Produkt-Konsumenten sind?
...Die Raubkopien sind laut Statistik immer um ein vielfaches höher als in der Realität...
Nimm es mir bitte nicht übel, aber das ist schon wieder noch mal so eine doch sehr gewisse Weisheit! Belege diese Aussage doch bitte mal!
Ein Kritiker wird Dir hierbei durchaus mit Recht vorwerfen, dass Du Dich mit der Aussage "höher als in der Realität" auf ein nicht belegbares Terrain begibst und stattdessen mit der Aussage, dass damit eigtl. eine "Dunkelziffer, die in aller Regel an Erfahrung und Wahrscheinlichkeit stattdessen eher höher anzusetzen ist!" gemeint sein muss!
Aber auch hier: Das ist nun kein Widerspruch von mir, sondern ich gebe das zu bedenken!
...Die Filmindustrie jammert das es ihr so unheimlich schlecht geht obwohl seit Jahren die Kinoeinspielergebnisse der gesammten Industrie steigen. Avatar hat über 2 Milliarden US-Dollar eingespielt obwohl ja angeblich alles nur noch raubkopiert wird! Die Top Ten der erfolgeichsten Film sind, bis auf Titanic, alles Filme die in den letzten 10 Jahren veröffentlicht wurden. Fünf davon in den letzten drei Jahren! ...
Und Du hast dabei selbstverständlich das inflationäre Gewinnspannenverhältnis berücksichtigt, mit dem die Erfolgseinschätzungen eines Kinofilms auf der Basis allgemein- und branchenspezifischer wirtschaftlicher Entwicklung zu bemessen ist und das ein Kinofilm vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungsrealitäten über diese Gewinne somit nach wie vor auch seine Herstellungs- und Produktionskosten refinanzieren können muss?
Hier möchte ich zu bedenken geben, dass man für aktuelle "Zustände" hier nicht sagen kann, die (amerikanische) Filmbranche wäre alleine daran schuld, dass mit mehr Wohlstand und Wohlsituierung proportional dazu auch ebenso die Ansprüche, die Gewöhnung an Luxusgegenstände oder gar eine gewisse Dekadenz zugenommen haben, wie die Preise inflationär in allen Bereichen gestiegen sind. Schuld sind wenn dann alle Industrienationen bzw. -gesellschaften insgesamt - angefangen bei den produzierenden bzw. produktiven Schichten über die absatzmarkttragenden Schichten (Handel, Verkauf) bis hin zur breiten Schicht der Konsumenten, die somit in ihrer Gesamtheit eine Autodynamisierung der Wirtschaftsprozesse bewirken.
Aber sonst kein Widerspruch - ich stimme Dir zu, dass sicherlich in der Filmindustrie (also in Amerika respekt. Hollywood) etwas sehr viel gejammert wird.
Nun denn - ich will es mal so ausdrücken: Viele versuchen, die Schuld alleine in den modernen CG-Effektmöglichkeiten zu sehen bzw. zu suchen, vergessen dabei in ihrer ganzen Fachidiotie, dass Effekte (also technisch gesehen) zum einen eine gute und substanziell dichte Handlung einer Storyline gar nicht wirklich "verwässern" können (außer der Regisseur baut selber Mist, weil er einem sehr guten Drehbuch in der Umsetzung Szenen hinzufügt, welche die Handlung verwässern!!!) und ganz davon abgesehen wird aber generell ob aller gestiegen Luxusansprüche (auch - oder gerade auf Seiten der "großen Filmschaffenden") gerne - ob nun bewusst oder unbewusst - übersehen, dass letztlich das fertige Produkt ganz simpel nicht nur für eine Minderheit, sondern für eher eine breite Masse erschwinglich sein können muss.
Und gibt es IMHO nur zwei Optionen: Entweder ist das Produkt ausreichend preisgünstig, oder aber dem Mainstream-Konsumenten stehen monatlich ausreichend Ersparnisse ausserhalb der üblichen Lebenshaltungskosten zur Verfügung, so dass er dann auch sicherlich gerne sein Geld für den Erwerb eines Luxusartikels bzw. -produktes aufwenden wird.
Hierbei ist IMHO aber inzwischen noch ein neuer Faktor hinzu getreten - zumindest ist es bei mir so!
In entfernterer oder auch näherer Vergangenheit gab es immer Spiel- und Kinofilme, für die es mir immer Wert wäre, mein Geld an der Kinokasse zu lassen oder dieses für den Erwerb einer DVD oder BD - oder alternativ eines kostenpflichtigen Downloads aufzuwenden.
Doch die Masse solcher Filme hat fast schon proportional zum monatl. Ersparnisverhältnis (bei mir zumindest) abgenommen. In sofern - da ich heutzutage was mtl. Ersparnisse anbetrifft ganz simpel knapper bei Kasse bin, sind meine Ansprüche an den lohnenswerten Erwerb eines Luxusartikels gestiegen und meine Kriterien dafür sind wohlgemerkt NICHT (ausschließlich) qualitativ herausragende Effekte. Das heißt im Umkehrschluss nichts anderes, als dass ich nicht mehr so häufig ins Kino gehe (eigtl. fast kaum noch!) und auch weitaus weniger häufig DVDs/BD erwerbe bzw erwerben würde. Dabei gehöre ich - das möchte ich hiermit eindeutig festhalten haben -
nicht zu jenen, die sich stattdessen auf den illegalen Erwerb von Produkten (z. B. entsprechende Downloads, Erwerb von Raubkopien o. Ä.) verlagert haben!
Ich warte stattdessen ganz simpel länger bzw. halte nach Schnäppchen Ausschau! -That's it.
Aber eine Entscheidung ist für mich auch klar: Sobald ich irgendwann in eine Phase eintrete, in der mir ausreichend Mittel zur Verfügung stehen werden, werde ich da auch mit ziemlicher Sicherheit gerne wieder häufiger und mehr Geld für aufwenden - immer auch vorausgesetzt, das Ganze ist es mir Wert und auch, dass einem die Inflation dabei keinen Strich durch die Rechnung macht!
...Wie sonst auch, halte ich eine Ächtung, anständige Preise, ein guter Service und im Bezug auf die physischen Produkte eine Steigerung der Qualität für das beste Rezept.
Dieser sehr schönen Aussage schließe ich mich an. Darüber hinaus habe ich vor dem Können und der Qualität der Arbeit von z. B. der Film-, Buch- oder Videospielschaffenden sehr hohen Respekt und wenn unsere gesellschaftlichen Regeln besagen, dass ich diesen Respekt über den Erwerb eines toll gemachten, hochwertigen Produktes zurückgeben kann, werde ich das wirklich gerne tun!
