Nun, beschäftigt man sich in der Wissenschaft mit neuen Theorien darf man nie die vertraute Welt aus den Augen verlieren. Tut man das steht man am Ende mit einer Theorie da die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Das sollte man all jenen klar machen die der Wissenschaft vorwerfen, zu sehr an Dogmen festzuhalten. Und was das Seifenblasen-Universum, Matrix-Szenario usw betrifft: Aus philosophischer Sicht mag das furchtbar interessant sein darüber zu spekulieren, aber am Ende ist das völlig fruchtlos. Als Gefangene unserer Welt haben wir nicht die Möglichkeiten solche Thesen zu überprüfen. Ich könnte auch die Behauptung aufstellen dass irgendwo im Universum ein kleines grünes Männchen in einer Höhle auf und ab hüpft und dabei rückwärts "Jingle Bells" singt. Werde ich niemals beweisen können, aber zeige du mir erst mal das Gegenteil.
Exakt. Zumindest ich kann nicht beweisen, dass es dieses kleine grüne Männchen auch nicht gibt. Und ich vermute (nicht weiß!), dass das auch niemals jemand anders kann. Und genauso würde es sich bei Gott verhalten.
Daraus ergeben sich für mich folgende Schlussfolgerungen:
1. Es macht keinen Sinn zu behaupten, dass es sicher keinen Gott gibt.
2. Wenn du weder die aktuellen wissenschaftlichen Erklärungen zu 100% beweisen kannst noch die Existenz Gottes zu 100% widerlegen kannst, kannst du einfach nicht wissen, was die Wahrheit ist. Potentiell ist beides möglich oder vielleicht was ganz anderes. Und wenn du sowieso nicht wissen kannst, was die Wahrheit ist, wäre es dann nicht einfach besser, dass zu glauben, was dir einfach besser gefällt. Zumal man zumindest mal vermuten könnte (nicht mit Sicherheit wissen!), dass dich dieses Zukunftsszenario vermutlich nicht betrifft. Und wenn ich dich richtig verstanden habe, gefällt dir nicht, was die aktuelle wissenschaftliche Meinung zur Zukunft unseres Universums besagt.
Damit meine ich: Springe ich und ignoriere die Warnungen der Wissenschaft tritt Szenario A ein und bin mit hoher Wahrschleinigkeit tot oder zumindest schwer verletzt. Treffe ich Vorkehrungen und lege mir einen Fallschirm um weicht der Zeitstrahl ab und es tritt Szenario B ein.
Zurück zum Sonnenbeispiel. Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkentnissen sage ich: "Die Sonne wird die Erde irgendwann verschlingen." (In Analogie zur vorherigen Warnung: "wenn du springst wirst du sterben"). Nun denkt sich eine Zivilisation in ferner Zukunft: "Ok, das ist blöd" und entwickelt Technologie die genau dies verhindern kann, ändert also die Voraussetzungen (sprich: einen Fallschirm). Und nun die Frage: Hatte ich mit meiner ursprünglichen Aussage jetzt recht oder nicht? Denn nur zur Erinnerung: Nur weil wir wissen dass die Welt mit hoher Wahrscheinlichkeit sonst untergehen würde (bzw wir im freien Fall von der Klippe sterben würden) konnten wir überhaupt Vorkehrungen treffen die das verhindern.
Mit deiner Aussage "Die sonne wird die Erde irgendwann verschlingen" hättest du nicht recht, denn es ist ja nie passiert. Wenn überhaupt hättest du mit einer Aussage recht behalten, wenn sie "Wenn wir nichts dagegen unternehmen, wird die Sonn die Erde irgendwann verschlingen" gelautet hätte. Aber nicht einmal das müsste richtig sein, weil vielleicht hätte ja doch noch Gott die Erde gerettet, wenn es der Mensch nicht getan hätte.
Nö, sie glaubten, dass die Erde eine Scheibe ist, weil ein Beweis dafür nie abgeliefert wurde. Der Unterschied ist, dass diese Überzeugung nicht auf einer Beobachtung beruht, sondern auf Unwissenheit und vielleicht ein wenig Erklärungsnot. Das ist gerade genau das, was Wissenschaft nicht macht. Dass die Erde eine Kugel ist, wurde hingegen bewiesen und nicht nur behauptet, schon bevor ein Mensch sich ins All befördern ließ und er es mit eigenen Augen gesehen hat.
Das Wissen der Menschheit ist auch das nächste zur Wahrheit. Glauben hingegen kann von der Wahrheit so weit entfernt sein wie die Lüge.
Die haben vermutlich auch die Erde beobachtet und gesehen, dass die Erde aus unserer Sicht her nicht rund ist, sondern eher scheibenförmig. Wenn ich aus dem Fenster sehe und nicht wüsste, dass die Erde rund ist, würde ich aus diesen Beobachtungen vermutlich dasselbe folgern. Und ich würde stark vermuten, dass es auch damals irgendwelche Leute gab, die aus heutiger Sicht auf pseudowissenschaftliche Art und Weise belegt haben, dass die Erde eine Scheibe ist.
Und selbst wenn wir dieses Beispiel als nicht so ganz gelungen ansehen. Auch wenn mir jetzt auf Anhieb kein konkretes Beispiel einfällt, gab es bestimmt auch in der Zeit, in der wir wissenschaftlicher arbeiten, Erkenntnisse, die wir heute mittlerweile als falsch ansehen würden. Und ich würde mal stark vermuten, dass auch du, wenn du über die Personen, die diese alten Ansichten vertraten, sprechen würdest, sagen würdest "Sie glaubten damals, ..." und nicht "Sie wussten damals,..."
Und dass du auch das mit der Erde und der Kugel noch nicht zu 100% bewiesen wurde, ergibt sich aus meinen anderen Kommentaren. Auch wenn das selbstverständlich auch glaube
