Aurelian
floating
Sehe ich auch so, desshalb verblüfft mich auch die Zuversicht der Ukrainer. Ein reiner Bluff kann es ja nicht sein. Weill wenn man die Bevölkerung auf eine Rückeroberung einschwört und am ende die Sache nicht durchzieht....
Die Ukraine redet ja von einer grossen Offensive mit einer Million Soldaten. Auf alle Fälle zeigt sich die Ukraine viel selbstbewusster was auch gut ist.
https://www.nytimes.com/live/2022/08/09/world/ukraine-russia-news-war
Wie die Ukrainer am Ende darüber urteilen, kann ich dir nicht sagen. Die Krim ist jetzt seit 8 Jahren unter russischer Kontrolle und so leicht wird Russland sie weder abgeben, noch die Ukraine erobern können. Es ist halt leider nicht so, dass ein überwiegender Teil der Bewohner sehnsüchtig auf die Befreiung wartet und sich zum richtigen Zeitpunkt gegen Moskau erheben würde. Derzeit geht es vor allem darum, nach bald einem halben Jahr Krieg die Kampfmoral aufrechtzuhalten und der Bevölkerung, seinen Alliierten wie auch Russland die richtigen Signale zu senden. Wie @DanSolo schon erläutert hat, ist die Krim strategische Verhandlungsmasse. Wenn die Ukraine diese oder die s.g. "Volksrepubliken" jetzt schon aufgeben, kann Russland diese vor Gesprächsbeginn bereits als sichere Gewinne verbuchen. Noch schlimmer: Russland würde setzt sich vielleicht plötzlich an den Tisch setzen und versprechen, die Kampfhandlungen unter diesen Bedingungen einzustellen. Darüber würde sich so mancher Kanzler Scholz wahrscheinlich freuen. Als ukrainische Führung würde ich nicht mal den Schatten meines kleinen Fingers reichen. Es wird auch so schon hart genug.
Selenskyj hat m.E. nur realistische Chancen auf eine zeitnahe Rückeroberung bzw. Eingliederung, wenn Russland bzw. die militärische Führung zusammenbricht. Auf der anderen Seite muss man sich auch keine Illusionen machen. Solange Russland die Kriegsverbrechen nicht zugibt, eroberte Territorien zurückgibt und die Invasion einseitig beendet, wird es ohnehin keinen Friedens-, sondern einen permanenten Kriegszustand geben, der sich bestenfalls zunehmend abkühlt und in einen kalten Krieg übergeht. Damit behielte Selenskyj in gewisser Weise recht, selbst wenn die Waffen bald schweigen sollten.