Agamar

Blutfeuer

Kleiner Ungeduldling!
Agamar
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[Infos zum Planeten: Agamar (dt.) ]

[Zugehörigkeit: Republik ]


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-- Outer Rim | Lahara Sektor| Mirgoshir System | Orbit um Agamar | Mc-18 Frachter „Old Iron“ | Joras, Harun(NPC) --


Nicht ganz spurlos ging das Ruckeln des alten MC-18 Frachters eines befreundeten Händlers von statten, als sie den Hyperraum im Migoshir-Systems des Lahara-Sektors verließen. Anders gesagt, Joras hatte das Gefühl, wieder durchgeschüttelt zu werden. Der Blinde verzog ein wenig die Miene, als er wieder dieses leichte Unwohlsein wie in jedem Schiff verspürte. Er würde sich wohl nie an diese fliegenden Metallhaufen gewöhnen können, aber zumindest, kam er langsam besser mit ihren Gegebenheiten klar. Vielleicht war es der Wille der Macht, dass Harun – ein alter Freund aus seiner eigenen Kindheit – ihn in seinem Quartier etwas in Ruhe lies, wohlwissend, dass sein alter Jugendfreund die Stille noch für einige Stunden genießen konnte. Die vermeintliche Stille, wenn man von dem ganz leisen Brummen der Bremswerke und den weiteren Bauteilen absah, welche nun ihren Dienst zuverlässig erledigten und das Schiff wieder auf Normalgeschwindigkeit brachten. Soweit dies zumindest Joras aus den Geräuschen herausdeuten konnte, denn Ahnung von Schiffen und deren Technik hatte er nicht. Und wieder war es da, dieses Gefühl, dass ihn eine unsichtbare Kraft nach hinten zog. Wenn auch nur für einige Sekunden, es war fast nicht spürbar, aber dennoch existent. Joras war für einen Moment sichtlich verwirrt, seine Augenbrauen hatte er etwas zusammen gezogen – auch wenn man das hinter der Binde wahrscheinlich von außen nicht wahrgenommen hätte. Er erwartete erneut dieses Gefühl, welches nicht wieder eintrat.


Mit geduldigen, fast routinierten Griffen ertastete Joras das Datapad, welches vor ihm lag und folgte für eine Weile nachdenklich den Konturen. Den Ausprägungen und den Höhen und Tiefen dieses Materials, der zum Teil rauen und zum anderen Teil glatten Beschaffenheit. Zunächst hatte er sich die Audiofile nach seiner Meditation in dem Quartier der Raumstation im Orbit Coruscants nur flüchtig angehört, grob um zu wissen, um was es denn genau geht. Es war mehr als eine Audiofile, sein erster eigener Auftrag und auch ein garnicht so Unwichtiger. Der Fast Ritter beschloss unterdessen mit gerunzelter Stirn, sie noch einmal anzuhören. Vielleicht hatte er etwas überhört gehabt und es gab noch genug Zeit, die optionalen Unterlagen durchzugehen.



„Missionsbriefing Agamar

Auf dem Planeten Agamar ist es kürzlich zu größeren Unruhen gekommen. Abseits der Hauptstadt Calna Muun, auf dem nördlichen der abgewandten Kontinente, befinden sich zwei Bevölkerungsgruppen (die Nymbari und die Kryllianer) schon seit Jahrzehnten in einem Konflikt, der bis vor kurzem noch durch diplomatische Bemühungen unter Kontrolle gehalten werden konnte. Weshalb der Konflikt letzten Endes entstand, weiß heute niemand mehr und ist für Eure Mission auch nicht sonderlich von Bedeutung.

Die Kurzfassung der frisch eskalierten Unruhen lautet, dass die Kryllianer eine Kleinstadt in Nymbar nahe der Landesgrenze angriffen, welche in ihren Augen rechtmäßig zu Kryllia gehört. Bei diesem Angriff und dem darauffolgenden Vergeltungsschlag von Seiten der Nymbari gab es viele Tote und Verletzte, und die Regierung Agamars hat uns um Hilfe gebeten - vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass der Konflikt womöglich gerade erst begonnen hat. Ihr seid kein Heiler, doch habt ihr bereits viel Erfahrung auf diesem Feld sammeln können und Talent dabei gezeigt. Wie Euch sicher bekannt ist, sind alle ausgebildeten Heilerinnen und Heiler des Ordens im Kampf gegen das C-Virus verwickelt, daher haben wir uns entschieden, Euch auf diese Mission zu entsenden. Sollte es notwendig sein und eine der verfeindeten Gruppen auf Euch zukommen, bitte ich Euch, Euch auch diplomatisch in das Geschehen einzubringen. Ansonsten aber lauten Eure Befehle, so gut wie möglich Hilfe zu leisten und die medizinischen Bemühungen beider Kontrahenten zu unterstützen. Die Lage vor Ort unterliegt aktuell einer Waffenruhe, kann aber jederzeit wieder in Kriegshandlungen ausarten.
Weder Nymbar noch Kryllia sind sonderlich große oder bevölkerungsreiche Länder Agamars, doch jedes Leben ist kostbar und verdient es, unseren Einsatz zu erfahren. Achtet auf Eure Umgebung, vertraut auf Eure Instinkte und haltet Euch an Eure bisher erfahrene Ausbildung.

Anbei noch weitere Unterlagen, Nachrichtenartikel, geografische Profile und sonstige hilfreiche Dokumente.
Möge die Macht mit Euch sein!

Eleonore Ta'Asul“



Mit einem leisen Knacken verabschiedete sich diese Soundfile wieder zurück auf ihren Speicherplatz und lies Joras etwas nachdenklich zurück, bis ihn ein leises Piepen wieder aus seinen Gedanken heraus riss. Die optionalen Files waren entsprechend aufgearbeitet, so dass Joras die Schrift auf dem Display des Datapads ertasten konnte. Es waren nichts anderes als Punkte, feine Erhebungen, selten erfühlbare Linien für Zeichen oder Landschaften. Vorallem jedoch, waren es Formen, welche Joras als Objekte erkennen konnte. Ansich erfuhr er jedoch eines, nämlich dass diese Welt sowohl fruchtbare Wälder als auch karge Steinlandschaften besaß. Offenbar war Agamar nur wenig erforscht worden, die verbreitesten Bevölkerungsgruppen wurden in Beschreibungen zwar grob angerissen, aber Kultur, Lebensarten als Solches, aber auch besondere Merkmale des Planeten wurden kaum bis garnicht erwähnt. Joras seufzte bei diesem Gedanken, wäre er vielleicht unter anderen Umständen hier, dann hätte er sicherlich mehr darüber erfahren können. Aber die Macht hatte ihm vielleicht auch diesen Weg zugedacht. Selbst Dossiers wichtiger Kontaktpersonen waren vorallem in Brailleform durch das Datapad übersetzt worden und wahrscheinlich sogar am Wichtigsten. Dabei verzichtete das kleine technische Helferlein darauf, das Bild beschreiben zu wollen, was Joras durchaus gelegen kam. Denn Vorstellen konnte er sich unter diesen Beschreibungen nämlich nicht sehr viel.



Einige Stunden später....




--Outer Rim | Lahara Sektor| Mirgoshir System | Agamar | Nördlicher Kontinent | Auf dem Weg zum Lazarett | Joras, Speederpilot--


Joras spürte den kalten Wind auf seiner Haut, welcher ihn frösteln lies. Das Brummen der Speedertriebwerke riss ihn bisweilen immer wieder aus den Gedanken raus, welche eher dem Revue passieren seiner Ausbildung galten. Nun war es also soweit, der erste eigene Auftrag. Und dazu noch in einem Kampfgebiet. Es war eine Herausforderung – sowohl für seinen eigenen Ausbildungsstand als auch aus persönlicher Sicht. Ein süßlicher, aber natürlicher Geruch stieg dem Blinden in die Nase -wahrscheinlich stammte er von Bäumen und frischem Regen. Oder es hatte vor seiner Ankunft geregnet. Joras runzelte die Stirn und hob eher leicht den Kopf an, bevor ihn eine unsichtbare Kraft nach links zog und ihn etwas unangenehm in die linke Seitenwand des Speeders drückte. Jetzt wußte er wieder, warum er das Fliegen und das Speederfahren so verabscheute. Wieder wurde dem Jedi leicht schwindelig, und erneut zerrte die Schwerkraft ihn zu den Seiten. Innerlich schüttelte sich Joras, und betete dabei zu der Macht, dass sie bald da wären. Im Lazarett, und Joras hoffte, dass er darauf gut vorbereitet war. Aber konnte man das denn überhaupt sein? War er es denn gewesen, als er im Lazarett auf Tripple Zero gegen das C-Virus gearbeitet hatte? Auch hier in einem Feldlazarett würden die Möglichkeiten der Heilenden Hallen des Jedi Tempels nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen. Wie auch einst in den unteren Ebenen Coruscants.

Erst spät bekam der Blinde mit, dass der Speeder seine Geschwindigkeit verringerte und dann nach ein paar weiteren verrinnenden Sekunden (die Joras mal wieder wie Minuten vorkamen) zum Stehen kam. Lautes Gewirrwar von Stimmen kamen ihm frontal entgegen und Joras tat gut daran, erst einmal keine Miene zu verziehen – obwohl es bei diesen vielen Stimmen eben deutlich schwerer war, sich auf Eine zu fokusieren. Übung daran hatte er allerdings genug und so kam es, dass sich ihm eine Schwester namens Zisha vorstellte, welche ihn grob einweißen sollte. Joras bat allerdings das Du an, als er mit der Respektfloskel für einen Ritter angesprochen wurde – Meister. Zu seinem Glück, wenn man dies denn so nennen konnte – wurde das jedoch dankend angenommen. Er war eben noch kein Ritter, aber vielleicht war diese Art der Beförderung garnicht mehr so weit weg. Aber dieser Gedanke hatte Zeit, es gab Wichtigeres zu tun.

Schwester Zisha, welche aus dem Smalltalk zu entnehmend, wohl eine Eingeborene war, aber von einem benachbarten Kontinent kam, wies den Blinden so gut es eben ging in die örtlichen Begebenheiten ein. Sie erzählte auch über diverse Krankheitsfälle, Verletzungen, Dinge um eben dem Jedi zumindest einen gewissen Einblick auf das zu geben, was ihn hier zu erwarten hatte. Joras hingegen, ER war eher wortkarg, und zugegeben, was hätte er denn dazu sagen sollen? Es handelte sich eben vorallem um Eines und das waren Informationen, welche durchaus für die Arbeit hier von Wert waren.




--Outer Rim | Lahara Sektor| Mirgoshir System | Agamar | Nördlicher Kontinent | Feldlazarett | Joras, Schwester Zisha, diverse Krankenpfleger, Ärzte und Verwundete--


Ich hab absichtlich das Postende mal so offen gehalten :)
 
Agamar - nördlicher Kontinent - Grenzgebiet zu Kryllia, nymbarer Seite - Feldlazarett, draußen - Joras, Zisha, NPCs

"...und da drüben dann das Versorgungszelt. Keine Sterneküche, aber es hilft beim Überleben. Dahinter die Unterkünfte für das medizinische Personal."
Die mehr oder weniger genutzt wurden, je nachdem, wie die Lage der Verletzten aktuell war. Die Akutversorgung war momentan wieder am Abflauen, aber Zisha glaubte nicht daran, dass diese brüchtige Waffenruhe lange anhalten würde, vor allem, weil sie um Mitternacht auslaufen würde und bisher nicht verlängert worden war. Jetzt, wo der Konflikt nach so vielen Jahren wieder eskaliert war, würde es schwer sein, die beiden Länder zu stoppen. Sie persönlich stand ja eher auf der Seite Nymbars, schließlich hatte Kryllia den Konflikt hochkochen lassen, aber am Ende behandelten sie hier selbstverständlich Angehörige beider Nationen. Und Gründe zur Eskalation hatte es auf beiden Seiten gegeben.

"Aktuell gilt noch die Waffenruhe, wie du vielleicht weißt, aber schon heute um Mitternacht kann es vorbei sein. Vielleicht schaffen die Diplomaten noch eine Verlängerung, aber..." Zisha zuckte mit den Schultern. Sie war medizinisches Fachpersonal, keine Unterhändlerin. "Momentan haben wir noch genug medizinische Vorräte, aber je nachdem, wie sich alles entwickelt, könnte es irgendwann knapp werden, wir werden sehen. Das beste hoffen, das schlimmste erwarten."

Sie blieb stehen und überlegte kurz, ob sie etwas vergessen hatte - aber falls ja, konnte sie das noch gut nachholen und jetzt sollte sie langsam eigentlich wieder etwas tun. "Die meisten Ärztinnen und Ärzte sind ganz okay, nur von Dr. Ra'tush solltest du dich etwas in Acht nehmen, er ist fürchterlich jähzornig. Wie war deine Reise, möchtest du dich erst einmal ausruhen oder gleich mit etwas Praxis loslegen, dir die Patienten mal ansehen? Oder hast du Hunger? Falls du gleich anfangen willst, kann ich dich mit in meinen Bereich nehmen und du kannst dich umsehen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ein Jedi arbeitet, du bist der erste, den ich treffe, daher... sag ruhig, was du brauchst, ich versuche, es zu besorgen." Ein bisschen nervös war Zisha ja schon - sie sprach hier gerade leibhaftig mit einem echten Jedi. Diese Personen waren normalerweise nur Teil von Geschichten, und nun erklärte sie gerade einem, wo er seine Suppe finden würde. Absurd. Wenn sie das ihrer Mutter erzählen würde, sie würde es nicht glauben. Und ihre Nichte würde garantiert ein Autogramm wollen und ein Holo. Nun, vielleicht war dafür irgendwann Gelegenheit, jetzt würde sie den Mann sicher nicht damit überfallen.

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Es war irgendwie erfrischend, nach dieser längeren Flugzeit, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Auch wenn der Anlass dafür weniger erfreulich war, denn immerhin war dies eine mobile Versorgungsstation. Das Gewusel auf diesem Fleck blieb auch Joras nicht verborgen und er musste nicht einmal die Macht nutzen, um dies zu erkennen. Die Geräusche und die verschiedensten Gerüche reichten ihm dabei vollkommen. Alles in Allem erinnerten ihn die schmerzhaft stöhnenden Geräusche, das dumpfe Getrampel auf dem Boden und die gelegentlichen Huster doch sehr an das Lazarett auf Coruscant in den unteren Ebenen. Der feine Unterschied war jedoch, hier gab es wenigstens Frischluft. Joras neigte nur etwas den Kopf mit der beigen Augenbinde nach unten und lauschte weiterhin Zishas Worten, während er ihr folgte. Er würde wohl dem Geruch zur mobilen Feldküche folgen müssen, und das Essen würde sicherlich sehr einfach, aber ausreichend sein. Es war nichts, wofür man sich hätte schämen müssen, Zweckmäßigkeit konnte – nüchtern betrachtet – in manchen Situationen eben deutlich sinnvoller sein. Die meisten Bewohner der oberen Schichten hatten diese Ansichten vergessen, denn Credits und Status regierten nunmal die Galaxis. Ein Teil von Joras war durchaus froh darüber, dass der Weg der Jedi diese Eigenschaften möglichst negierte und sie durchaus angehalten waren, möglichst sparsam oder ganz ohne Objektabhängigkeit zu leben. Pragmatisch und Joras – er störte sich daran nicht. Der Padawan runzelte die Stirn, als ihm ein süßlicher Geruch in die Nase stieg. Würzig, süßlich, aber keineswegs unangenehm – das musste wohl die Küche sein, welche Schwester Zisha bereits zuvor erwähnt hatte. Und offenbar war, wenn Joras seinen Ohren vertrauen konnte, hier das Brummeln und die Geräuche des Schmerzes eben deutlich weniger. Hingegen war ein leises Blubbern dahingehend direkt vor ihm sehr deutlich zu vernehmen. Der Chalactaner runzelte nur fragend die Stirn, doch Zisha kam bereits auf die Waffenruhe zu sprechen. Langsam nickte Joras.


Die Diplomatie wird allerdings Zeit brauchen und der Nachschub…Coruscant ist mit dem C-Virus aktuell sehr stark ausgelastet. Vielleicht wäre es nicht falsch, sich nach alternativen Quellen umzuhören, damit man Lieferengpässe überbrücken könnte?


Joras seufzte, denn es waren leider nun mal keine guten Nachrichten, welche er hier überbrachte. Doch leider war es die Wahrheit, oftmal unschön und abstoßend, aber leider auch genauso eine pragmatische Schlussfolgerung. Allerdings gab es einem die Möglichkeit, auch dahingehend die Richtung der Zukunft teils dramatisch zu ändern, hier in diesem Falle von Bacta. Die meisten medizinischen Frachtlieferungen wurden derzeit in Coruscant gelöscht, und ja, Joras wußte genau, dass der Stadtplanet diese Lieferungen dringend benötigte. Doch man riskierte damit die medizinische Versorgung kleinerer und meist unbekannter Welten, und raubte vielleicht Millionen die eigentliche Lebensgrundlage. Das würden vielleicht sogar jähzornige Ärzte ebenfalls so sehen, auf welche Schwester Zisha zu sprechen kam. Eine Charaktereigenschaft, welche man nicht gänzlich ablegen aber zumindest ansatzweise zu besänftigen versuchen konnte. Aber vielleicht würde Joras diesen Mann noch kennenlernen, wenn es denn die Macht für ihn vorsah. Zisha erkundigte sich nach dem Verlauf seiner Reise und Joras huschte nur ein leichtes Schmunzeln über die Lippen, bevor er dann sanft und kaum merklich den Kopf schüttelte.


Ich konnte bei meiner Anreise ein wenig ausruhen, das sollte für die nächsten Stunden reichen. Bis Mitternacht dürfte nicht mehr viel Zeit sein, daher wäre es durchaus sinnvoll, wenn wir sofort anfangen. Allerdings möchte ich mich noch für die Einweisung bedanken, Schwester Zisha.

Joras wollte nicht noch mehr eventuelle erste Behandlungen hinauszögern oder eben die Möglichkeit, Verwundeten zu helfen indem er im Grunde erst einmal sich selber versorgte. Der Gedanke, er kam ihm einfach so fremd vor. So falsch, es war doch wichtige Zeit, welche verloren ging. Der Blinde spürte, wie sich Zisha langsam von ihm zu entfernen begann – hin zu leicht bis etwas stärker flackernden Auren, was Joras erneut leicht die Stirn runzeln lies. Dies schienen wohl einige Verletzte zu sein, aber interessanterweiße waren es laut Zishas Worten nicht die Verwundeten mit der höchsten Priorität, sondern es handelte sich meist um einfachere Verletzungen, welche aber ständiger Pflege wie Verbands- und Salbenwechsel bedurften. Wenn man bedachte, dass hier wohl die meisten Vorräte für die Behandlung verbraucht wurden, war die Wahl schlichtweg für den jungen Chalactaner nachvollziehbar. Er griff nur ein wenig in die Macht hinaus, wie er es einst gelernt hatte von Alicia und versuchte, sich zumindest einen kleinen Überblick über die Lage zu verschaffen und die Verletzungen grob zu klassifizieren. Zumindest waren sie nicht lebensbedrohlich.





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Zisha zuckte mit den Schultern. "Ehrlich gesagt, ich bin nicht so drin, was Nachschubregelungen angeht, das machen die Chefs. Sinnvoll wäre es vielleicht schon, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie schon dran sind. Ist bestimmt nicht so einfach aktuell... Immerhin herrscht gerade kein galaxisweiter Krieg, das hilft vermutlich." Bedeutete immerhin, dass es insgesamt weniger Kriegshandlungen gab und man die medizinischen Güter unter weniger Konflikten aufteilen musste.

Ein wenig unangenehm war es Zisha allerdings schon, dass sie von dem Thema keine Ahnung hatte vor einem Jedi, aber selbst, wenn Joras eine Lüge nicht hätte sofort entlarven können (als Jedi wusste er das bestimmt), ihn anzulügen kam nicht in Frage. Er war schließlich ein Jedi!

Sie nickte verständnisvoll, als er auf seine Reise zu sprechen kam, in dem Moment die Tatsache, dass er es nicht sehen konnte, völlig vergessend. Als Joras sich bei ihr bedankte, wurde sie leicht rot. "Oh, das war doch selbstverständlich", zuckte sie mit den Schultern. "Immerhin seid Ihr... Bist DU ja den weiten Weg hergekommen, um uns zu unterstützen, wofür wir sehr dankbar sind. Ehrlich gesagt haben die meisten von uns nicht gedacht, dass wir angesichts der Lage auf Coruscant diese Hilfe bekommen würden. Umso erleichterter sind wir, dass du da bist."

Es fühlte sich wirklich etwas seltsam an, mit einem Jedi per Du zu sein, aber sie würde einem Mitglied dieser Ordens einen solchen Wunsch nicht abschlagen.

"Gut, dann lass uns gleich rübergehen."

Zisha betrat kurze Zeit später das große Lazarett und bog in den linken Tunnelgang ab, der zu den leichteren Verletzungen und groben Fleischwunden führte. Das hier war aktuell ihr Bereich, und es machte Sinn, hier zu starten. Joras konnte seine Energie bei einem der schweren Fälle aufbrauchen - oder aber viele kleinere behandeln, die dann vielleicht sogar schnell entlassen werden konnten und Platz machten, falls die Waffenruhe in ein paar Stunden endete. Außerdem bekam er vielleicht so eher ein Gefühl dafür, wie es hier lief.

Sie führte ihn zu einem Kryllianer. Die meisten Verwundeten stammten aus Nymbar, aber auch Personen des benachbarten Staates waren hier anzutreffen. Beim Behandeln gab es keinen Unterschied und keine Landesgrenzen, jedes Leben zählte, ohnehin war dieses Lazarett mit Hilfe der agamarianischen Planetenregierung errichtet worden und somit für alle zugänglich.

"Schusswunde am linken Oberschenkel mit begleitender Blutung und möglichen Frakturen des Oberschenkelknochens, wir konnten dies noch nicht abschließend feststellen, da er auf der Prioritätenliste recht weit unten ist. Er hat vermutlich starke Schmerzen, aber wir sind sparsam mit den Schmerzmitteln. Müssen wir sein."

Es tat oft weh, nichts tun zu können und die Leute leiden lassen zu müssen.

"Wir haben die Blutung natürlich versucht zu stoppen, aber sie ist groß und die Wunde offen. Vielleicht könnt Ihr... Kannst du mehr für ihn tun, als wir es können."

Zisha wusste nicht genau, was für Jedi einfach oder schwer war, aber eine Schusswunde zu versorgen war sicher leichter, als Schrapnellen aus einem offenen Thorax zu entfernen und diesen dann zu schließen?

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Joras hatte das Gefühl sich zu irren, als er die Kühle in der Luft bemerkte und ein wenig die Stirn runzelte. Er spürte, wie seine Nackenhaare sich aufstellten – doch nur für wenige Sekunden. Diese Kühle verschwand dann doch wieder so schnell, wie sie gekommen war. Vielleicht Zufall, vielleicht eine Botschaft. Zumindest jedoch, schien es ein wenig zu dieser Gesprächssituation zu passen – genauer gesagt, zu Zishas Aussage. Der Frieden in der Galaxis war brüchig und das war auch dem jungen Jedi bewußt, als er den Kopf nachdenklich etwas nach unten neigte. Nach ein paar Sekunden nickte er, denn das Gesagte machte durchaus Sinn. Dennoch würde die galaxisweite Situation nicht unbedingt etwas an den, Joras Meinung nach, offiziell wahrscheinlich zu hohen Preisen von Bacta etwas ändern. Im Gegenteil, der Einkaufspreis würde nur langsam fallen, da wohl die Anfragen zu hoch und das Angebot zu klein war. Und er hatte wahrscheinlich auch Wichtigeres zu tun, als sich über die Preise den Kopf zu zerbrechen. Langfristig jedoch müsste man so oder so Alternativen in Betracht ziehen. Es war durchaus ein ernstes Thema für den angehenden Heiler, auch oder gerade, weil es auf Coruscant bis zu seiner Abreise drunter und drüber gegangen war.

Vielleicht ja, auch wenn die Situation auf Coruscant nicht zum Besten steht. Ich glaube, dass der Markt sich hier nur langsam erholen wird. Für den Moment jedoch, wird es wohl reichen müssen.

Brummte der Chalactaner eher nachdenklich. Die Tragweite dieser Worte, vielleicht waren sie für Joras mehr von Bedeutung, als er ahnen konnte. Früher oder später, davon ging der Blinde zumindest aus, würde er sich hier wohl selbst bei dem leitendem Personal erkunden müssen und vielleicht auch die Bibliothek des Ordens hinzu ziehen müssen. Vielleicht war dies auch nur ein Gefühl, welches ihn beschlich und dennoch wurde er den Gedanken nicht los, das dieser Fall noch wichtig werden könnte. Immerhin befanden sie sich in einem Lazarett inmitten einer Waffenruhe. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es wieder losgehen würde. Innerlich, seufzte der Jedi-Padawan, aber er verzog äußerlich keine Miene. Wenn man überhaupt von übermäßigen Mimikspiel bei einem Blinden sprechen konnte. Aber Mimik war eben nicht das Einzige, was über die Gefühlslage eines Gegenübers Aufschluss geben konnte. Joras entging nicht der etwas verlegene Unterton der Krankenschwester, welche die Selbstverständlichkeit nur betonte und Joras wußte, dass eben genau das in der Galaxie nicht so selbstverständlich war, wie man annahm. Es huschte ein kurzes Lächeln über sein Gesicht, für eine Sekunde, bevor dann Zisha auf die Lage Coruscants zu sprechen kam. Langsam nickte Joras, und vielleicht wirkte er dabei sogar etwas abwesend, als er an die Stunden im Lazarett auf Coruscant und an die Heilenden Hallen des Tempels dachte, welche überfüllt gewesen waren. Zishas Worte jedoch, sie erinnerten ihn vorallem an eines – Verantwortung. Nicht nur für eine nahe Bedrohung – auch für Bedrohungen im Ganzen, wenn auch von unterschiedlicher Natur. Harmonie im Wirrwar des Chaos, vielleicht war es das, was der Kodex zu vermitteln versuchte.


Möglicherweiße reicht es, den Funken zu unterdrücken, der zu einem Sturm werden kann…

Antwortete der Chalactaner auf die Danksagung, zugegeben auch etwas nachdenklich. Vielleicht waren das auch die Beweggründe des Rates gewesen, ihn hierher zu senden. Und ja, die Jedi-Heiler im Tempel hatten tatsächlich alle Hände voll zu tun – und da wäre noch sein Interesse an Heilpflanzen, welches ihm bereits im Lazarett auf Coruscant bei der Arbeit geholfen hatte. Unterdessen setzte sich die warme Aura Zishas in Bewegung und etwas zögerlich griff Joras etwas weiter in die Macht hinaus, um sich eine kurze Orientierung in dieser Umgebung verschaffen zu können. Hier und da waren Auren, mehr oder weniger flackernd, schwach warm – wie bei den meisten Nichtjedi, denen er begegnete. Ihre Verbindung zur Macht war sehr schwach, aber dennoch in gewisser Weiße vorhanden – wie ein ewiger Kreis des Lebens. Doch es war nicht nur sein Machtsinn, welcher ihm auch über die Umgebung was verriet. Die Luft roch zum Teil nach Blut, ein bisschen nach Krankheiten und manchen undefinierbaren Gerüchen und auch die Geräusche, welche an sein Ohr drangen, erzählten durchaus von Verletzungen und Schmerzen. Wie immer, versuchte der Blinde dies alles auszublenden, was ihm zumeist auch ganz gut gelang. Es war der Machtsinn, auf welchen er sich erneut am Meisten konzentrierte. Und welcher ihm am meisten half, sich eben in unbekannten Umgebungen zurecht zu finden. Ihm erzählte, wo sich Hindernisse befanden und was für eine Art des Hindernisses etwas war. Bis hin zu dem Fakt, dass es Joras Aufschluss über das Material des Hindernisses gab. Vielleicht war dies sogar die wichtigsten Fähigkeit eines jeden Jedi, das Spüren der Macht – nicht der Lichtschwertkampf, nicht einmal die Lehren des Ordens. Die Macht war etwas Unsichtbares, dass alles umhüllte und vielleicht auch beseelte. Eine unsichtbare Kraft, welche das Universum in den Wogen zu halten schien.

Kraft, welche hier vor Ort vielleicht Linderung versprechen könnte. Joras verspürte ein mieses leeres Gefühl im Magen, als Zisha auf die Schusswunde und die damit verbundenen Verletzungen und die vermutete Feststellung zu sprechen kam. Das klang garnicht gut, vorallem da es nicht möglich gewesen war, diese Blutung zu stoppen. Ihre Worte klangen auf einmal sonderbar klar und Joras bemerkte ein leichtes Zittern in ihrer Stimme. Unbewußt. Es war ein merkwürdiges Gefühl, welches den jungen Chalactaner überkam – ein gewisses Kribbeln, welches man vor wichtigen Entscheidungen verspürte. Und das hier WAR wichtig. Langsam nickte Joras und schritt auf den Verletzten zu. Hörbar atmete Joras gleichmäßig und langsam durch, bevor er seine Hände über dem Verletzten schweben lies.


Dann versuchen wir es. Ich werde für ein paar Minuten in einer Trance verweilen, Schwester Zisha, dabei werde ich meine Umgebung nicht wahrnehmen können.

Mit diesen kurzen Worten senkte Joras nach einer Weile den Kopf und griff erst einmal wieder in die Macht hinaus und suchte den so warmen Fluss in sich, welcher sich langsam aber sich den Weg durch die Muskeln und Sehnen in seinem Körper bahnte. Wieder sog Joras hörbar langsam Luft ein und konzentrierte sich ein wenig auf seinen Herzschlag, welcher nach und nach das Tempo verringerte. Die Dunkelheit umhüllte ihn, und mehr und mehr entfernten sich die Geräusche und die Gerüche des Lazaretts, fast sogar bis zur Gänzlichkeit. Und doch war da noch etwas, was er spürte, diesen so warmen und ruhigen Fluss, welcher sich langsam aber sicher der flackernden Aura vor ihm näherte. Wie Wasser, welches sich durch ein bewaldetes Tal langsam aber sicher zu dem offenen Meer hinschlängelte.

Es war der Geruch des Feuers, welcher langsam aber sicher für Joras zu riechen war. Ein vertrauter Geruch, welchen er immer und immer wieder bei der Heilung von Wunden wahrgenommen hatte. Und es half ihm, die Wunde zu finden. Dieses Brodeln der Wärme, der gefährlichen Wärme. Joras versuchte, den Fluss der Macht langsam aber sicher an diese Stelle zu lenken. Der Geruch war beißend, und für einen Moment hatte Joras das Gefühl, dass ihm schwindelig wurde. Dann spürte er ein Ziehen in den Muskeln seines Körpers, ein starker Ruck und doch, zumindest schien er das Gleichgewicht zu halten. Ein leichtes Brennen auf der Haut, Anflug von Schmerzen, aber auch ein Gefühl der Hoffnung, der Ruhe und vielleicht der Wärme. Joras runzelte die Stirn, denn diese Gefühle schienen nicht die Seinen zu sein. So fremd, so unlogisch. Dieser Patient musste Schmerzen haben, einige Schmerzen. Ob er sie wohl lindern könnte? Doch es gab Wichtigeres als diese fremden Empfindungen. Erneut versuchte Joras seine Aufmerksamkeit auf diese Quelle des Feuers zu lenken – und immer wieder lenkte ihn dieses Brennen auf der eigenen Haut ab. Dieses Ziehen. Es nagte an seiner Konzentration, zunehmend auch an seiner Geduld. Wieder atmete Joras leise durch und versuchte sich erneut auf dieses brodelnde Feuer zu fokusieren, was ihn zumindest in der Bedeutung an einen Flächenbrand erinnerte. Joras spürte, wie etwas an mehreren Stellen am Bein über seine Haut kroch und nur ein Teil glaubte wirklich an dieses Gefühl. Der andere Teil wußte, dass es eine Illusion auf seinem eigenen Körper war und auch eine Art Hinweiß auf die Verletzung, welche er behandelte. Es musste diese Blutung sein, welche über die sonst nur sich scharfkantig anfühlende Wunde verlief.

Es war erneut dieser Fluss, welcher sich langsam aber sicher den Weg zu dieser Verletzung bahnte und begann, sie zu umschließen. Dieses brodelnde Feuer zu löschen und die so scharfkantige kleinere Fläche nicht zu glätten, aber zumindest etwas abzuflachen. Der Schmerz, den Joras so scheinbar verspürte, lies deutlich nach aber war dennoch vorhanden. Dieses brodelnde Feuer allerdings…es schien aus zu sein, erloschen. Ein paar Sekunden verharrte Joras noch in dieser Haltung, wenn auch nur, um zu kontrollieren. Immerhin konnte die Wunde erneut anfangen, zu bluten. Oder…er hatte es ihr nun entgültig ausgetrieben. Das brodelnde Feuer war tatsächlich erloschen und das Flackern der Aura des Patienten hatte sich deutlich verringert.

Eins, zwei Minuten später spürte Joras wieder diese leichte Benommenheit, welche die Rückkehr der eigentlichen Sinne in das Hier und Jetzt mit sich brachte. Und den Schweiß, welcher auf seiner Stirn stand und auch die Haare, welche durch die Anstrengung durchaus etwas angefeuchtet waren. Die Eindrücke jedoch, sie würden bleiben. Wieder atmete er leise durch, um zumindest ein wenig Konzentration zu sammeln und erst jetzt bewegte er seine Hände wieder in ihre eigentliche Urspungsposition zurück. Dann schüttelte er den Kopf.



Diese Blutung konnte ich stoppen, allerdings…lässt die Wunde sich durch die Größe nicht so leicht schließen. Vielleicht würde ein Verband mehr Heilung bringen.


Es wäre zumindest der natürlichste Weg, den man vielleicht gehen sollte.


Und ja, dieser Mann hat starke Schmerzen, Schwester Zisha. Ich hoffe, ich konnte sie ein wenig lindern.



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Eine Trance... Interessant. Es klang logisch, schließlich waren Jedi keine Zauberer, die einfach einen Spruch murmelten und mit den Fingern schnippten, sondern sie mussten, so weit sie wusste, tatsächlich irgendwie Kraft aufwenden, bloß anders, als normale Personen es taten. Da war eine Trance wohl sinnvoll, um diese ominöse Macht zu spüren, mit denen die Jedi arbeiteten? Sie nickte, korrigierte sich dann aber sofort.

"Natürlich. Ich warte hier auf Eu... Dich."

Verflixt, sie musste sich echt an die Anrede gewöhnen, das wurde sonst zu albern. Eigentlich hatte Zisha wirklich genug zu tun - aber es war auch wichtig, dass jemand den Jedi am Anfang unterstützte und dabei war, falls er Hilfe brauchte. Er konnte ohnehin vermutlich mehr ausrichten als sie, da machte es ganz davon abgesehen, dass sie allerhöchstens MINIMAL neugierig war, auch wirklich Sinn, dass sie dabeiblieb...

Sie beobachtete den Mann, wie er einfach nur stumm dastand. Man sah... nichts. Kein Leuchten, kein Schimmern, kein gar nichts. Es war, um ehrlich zu sein, recht eintönig. Dann sah sie ein Stirnrunzeln, leichte Körperbewegungen, aber sie sah wiederum nicht, was all das auslöste. Dann, irgendwann, begann Schweiß auf seine Stirn zu treten. Zisha runzelte die Stirn. Es war wirklich... seltsam. Sie sah, dass der Mann NICHTS tat, aber ganz offensichtlich tat er trotzdem was. Verrückt. Und faszinierend.
Und da... plötzlich, bemerkte Zisha, wie die Wunde weniger blutete, und noch weniger - bis die Blutung zum Stillstand gekommen war. Verblüfft starrte sie auf das Bein. Ja, sie hatte es eigentlich erwartet, und sie hatte davon gehört, und deshalb war er hier, aber es nun mit eigenen Augen zu sehen... Doch dann schüttelte sie diesen positiven Schock ab und kam wieder in Bewegung. Das Stoppen der Blutung hieß, dass sie nun endlich einen Verband anlegen konnte, der länger hielt als ein paar Minuten.

Noch bevor Joras wieder aus seiner Trance erwachte, war sie ein paar Schritte weiter zum Verbandsmaterial losgezogen und schnell wieder zurück. Sie wedelte mit den Mullbinden.


"Ich bin schon bereit. Das war... wahnsinn."

Schon desinfizierte sie ihre Hände und griff dann nach dem Material, um die Wunde ordentlich zu verbinden. So würde sie hoffentlich sauber bleiben und ein Leben wäre vielleicht gerettet... Auch wenn es so sinnlos war, das alles, dieser ganze Konflikt. Aber darüber brauchte sie nicht nachdenken, es war, wie es war.
Während sie den Verband anlegte, wandte sie sich erneut an den Jedi.


"Geht es dir gut, brauchst du etwas zu trinken? Ein Raum weiter steht ein Wasserspender..."

Sie bemühte sich, den Mann, der jetzt wesentlich ruhiger wirkte, so wenig zu bewegen wie nur möglich.

"Wie ist das... hat dich diese Heilung sehr angestrengt? Kannst du mehrere pro Tag, pro Stunde durchführen, wie sehr erschöpft es dich? Ich frage... weil wir uns nicht auskennen mit solchen Fähigkeiten und dich aber natürlich so gut wie möglich einsetzen wollen. Ohne, dass du uns vom Stuhl kippst."

Hey, mehrmals hintereinander "du" ohne zu stocken, es wurde ja langsam! Innerlich gab Zisha sich ein High-Five, während sie sich auf den Verband und Joras' Antwort konzentrierte.

Agamar - nördlicher Kontinent - Grenzgebiet zu Kryllia, nymbarer Seite - Feldlazarett, drinnen - Joras, Zisha, NPCs
 
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Es dauerte einige Sekunden, bis sich seine Gedanken wieder vollends in der Gegenwart befanden. Die Machtheilung war doch eine recht fokusierte Technik, welche einiges an Konzentration erforderte. Training, aber zuweilen auch eine gewisse Leidensfähigkeit zu der Aufgabe, welche man hatte. Vielleicht auch Einfühlungsvermögen, um die Schmerzen eines Patienten verstehen zu können und Geduld. Nicht jede Machtheilung vermochte es tatsächlich, Wunden und Verletzungen sofort zu heilen – egal, wie erfahren man in der Anwendung war. Das hier, diese durchaus nicht ungefährliche Verletzung, war ein solches Beispiel. Joras hatte Fragen, Fragen zu diesen Schmerzen, welche er vernommen hatte. Schmerzen, welche eben nicht seine waren – aber das würde er sich für später aufheben. Die Bibliothek des Ordens konnte sicher Aufschluss über diese Fragen geben. Zishas Aussage jedoch, erinnerte ihn einmal wieder daran, wie wenig in der Galaxies über die Jedi wirklich bekannt war. Manche hielten sie für Zauberer, andere für Scharlatane, wieder andere für Spinner und ähnliches. Vielleicht war der Orden alles zusammen – und doch waren die Ergebnisse auch immer noch für Joras nach einer so langen Zeit durchaus faszinierend. Auch wenn er langsam auf die Aussage Zishas den Kopf schüttelte, bevor er ihr dann doch nachdenklich antwortete.


Eher notwendig…ich schätze, er sollte nun durchkommen.


Joras war innerlich durchaus erschrocken über diese rationale, fast logische Denkweiße. Die Machtheilung und die Mullbinden würden den Verletzten durchbringen, und vielleicht hatte auch er dafür ein Gespür entwickelt durch die Praxis in den Hallen der Heilung des Tempels sowie im Feldlazarett in den unteren Ebenen auf Coruscant. Allerdings jedoch, würde dieser Mann wahrscheinlich wieder in die Schlacht zurück kehren. Irgendwann vielleicht, wenn diese bis dahin nicht beendet werden konnte. Die Diplomatie würde Zeit brauchen, gerade jetzt, auch wenn ein Waffenstillstand vielleicht ein gutes Zeichen der Macht war. Es bestand zumindest die Bereitschaft zur Verhandlung und die Fronten waren nicht festgefahren. Bevor er allerdings den Gedanken weiter ausführen konnte, wandte sich Zisha schon erneut an den angehenden Voll-Jedi und rang dem Blinden dabei ein so seltenes Schmunzeln ab. Obwohl die Fragen nach der Anstrengung ja durchaus ihre Berechtigung hatten, welche Joras sehr wohl verstand. Die Planbarkeit – auch um Ressourcen zu sparen – war an diesen Orten zumeist immer ein, letztenendes, wichtiges Thema. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb, war hier wohl Ehrlichkeit wichtig. Langsam bildeten sich kleine Denkfalten auf Joras Stirn, welche zum Teil über der Binde auch bei aufgezogener Kapuze sichtbar waren. Und er seufzte, wußte er doch genauso gut, dass man hier keine klaren Antworten geben konnte.


Das ist schwer abschätzbar, da der Einsatz dieser Technik von Verletzung zu Verletzung variieren kann. Aber es erfordert generell Konzentration und einiges an Ausdauer, das kann ich mit Bestimmtheit sagen. Wir werden es, denke ich, testen müssen. Ich wünschte, ich könnte eine genauere Anzahl für die Planbarkeit nennen, aber…. Joras schüttelte langsam den Kopf ….die Faktoren machen dies eigentlich unmöglich.



Ob sich die erfahrenen Heiler wirklich jemals auf so etwas festlegen konnten? Natürlich versprach diese Aussage zunächst eine supoptimale Aussicht, aber tatsächlich würden Verletzungsgrade und auch sein eigener Zustand nach dem Einsatz der Technik hier unterschiedlich limitieren. Vielleicht würden auch die lokalen Umstände noch ein zusätzlicher Faktor werden, welchen Joras noch nicht bedacht hatte.



-------- Einige Stunden später -----


Joras befand sich weit weg von all dem – weit weg von den Sorgen und Nöten des Lazarettes und tief auf diesen Fluss in seinem eigenen Inneren fokussiert. Welcher stetig und doch so sanft durch ihn hindurch zu fließen schien, zu diesem Meer, welches ihn umgab. Die warmen Auren der Lebewesen, manche flackernd, manche nicht. Manche ganz nah, andere wiederrum schienen etwas weiter entfernt zu sein. Genau wie die Geräusche in seiner Nähe, welche ihm mehr wie ein entferntes Meeresrauschen vorkamen. Mittlerweile war es ruhig geworden im Lazarett, und Joras hatte die Zeit gefunden, zumindest eine Meditation durchzuführen. Bis ihn ein lautes Aufheulen herausriss. Gefolgt von einem lauten Knall…. Und noch einem…



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Ich dachte eher, dass das Schlachtfeld nicht direkt am Lazarett liegt.
 
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Bumm!

Bumm!

Bumm!



Joras spürte, wie sich der Atem beschleunigte. Wie seine Sinne geschärft wurden, wie alles – was eben noch so fern war, sich so schnell näherte. Das kräftige Pumpen auf der linken Seite der Brust, rythmisch, präzise wie Trommelschläge. Warmes Blut, das nun merklich durch die Venen schoss. Schnell, aufbäumend – wie eine Gegenmaßnahme zur lauernden Gefahr. Und da war noch etwas! Dieses Vibrieren, welches um ihn herum war. Welches näher kam. Und ihn gegen seinen Willen durchschüttelte.

Diese kurze Stille hinterher, wenn sie auch nur eine Sekunde anhielt. Man hätte ein Flimsi fallen lassen können und es wäre hörbar gewesen. Oder auch nur die Ruhe vor dem Sturm, davon verkündete das erste, teils schmerzhafte Stöhnen, welches an seine Ohren drang. Und das Chaos das aus brach, Stimmen überall. Stimmen, dass es ihm fast schwindelig wurde. Sein Gesicht, zumindest den Teil, welchen man unter der Kapuze und der Binde sehen konnte, sah eher gequält aus. Es waren keine körperlichen Schmerzen, die er verspürte. Es war wie Watte, auf welche mit mehreren Nadeln eingestochen wurde, gleichzeitig, und in einer immerherrschenden Dunkelheit. Chaos, welches auf ihn einprasselte. Dieses Kreischen, diese mittellauten Schreie. Diese Spannung, welche ihn umgab, und das noch nicht einmal greifbar. Man rang nach Atem in einem offenbar luftleeren Raum, etwas, was einem die Kehle zu schnürte. Die Angst, die langsam in dem jungen Jedi auftrieb, konnte er nur mit Mühe im Zaum halten. Und immer noch war da dieses Pochen, dieses so lebende Pulsieren, welches so lebendig im Brustbereich wiederhallte. So kräftig, so stark – und auch so hoffnungsspendend in Momenten der Verzweiflung.

Es kam dem Fast-Jedi wie Stunden vor, die ohne sein Zutun vergingen. Abliefen wie ein Holoroman, so nah und doch so fern. Und irgendwie, war man dennoch Teil davon. Stunden, welche nur Sekunden waren. Momente in einem langen Leben, Sekunden und Milisekunden in Millenien und Wimpernschläge in Äonen. Und doch waren es genau diese Momente, welche jemanden prägten – für ein ganzes Leben. Wie auch dieser Satz, der Auslöser der Ereignisse, welche Joras aufschnappte:


Die medizinischen Lager wurden getroffen! Verdammt!

Und welcher gegen Ende immer lauter wurde. Joras versuchte, die Herkunft der Stimme zu orten, doch – keine Chance. Auch die Stimme war ihm unbekannt und die Nachricht oder die Aussage, welche sie bekundete, war schlecht. Sehr schlecht. Genauer gesagt, traf es auch den Jedi bis ins Mark, denn er verfluchte nun seine Warnung, welche er beim Eintreffen im Lazarett gegeben hatte. Vielleicht, hätte er lieber früher die Initiative ergreifen und sich um alternativen Nachschub hätte kümmern sollen. Bei der Macht, nun war es zu spät. Chance vertan. Der Fast-Jedi seufzte, und er spürte den Ärger über sich selbst aufkommen. Vielleicht mit einer Spur Hilflosigkeit, aber auch mit Hoffnung. Noch war er immerhin hier – im Lazarett. Joras zitterte leicht und sein Geist begann sich gegen diese aufkeimende Wut zu wehren. Schuld war er sicherlich nicht daran, und auch vorwerfen konnte er diese Brände im Lager keinem. Es war ein höheres Spiel und vielleicht eine Aufforderung der Macht, eine aktivere Rolle einzunehmen. Auch wenn es ihm widerstrebte.


Mit einer zitternden Ausatmung versuchte sich Joras, auf selbige zu konzentrieren. Auf die gleichmäßige Beanspruchung des Zwerchfells, auf das gleichmäßige und tiefe Ein- und Ausatmen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Es würde nichts bringen, in Panik zu verfallen, so würde er keinem etwas nützen – weder den Patienten noch den Ärzten und Pflegekräften vor Ort. Sein Körper war immer noch wie gelähmt und nur langsam regte sich der Gedanke, dass er etwas tun musste. Erst ganz leise, dann doch immer lauter werdend, bis Joras nun entgültig aus der Haltung der Meditation in eine normale, stehende Haltung wechselte und erst – zugegeben immer noch etwas vernebelt, wenn auch nur gedanklich – einmal seine Machtfühler ausstreckte, um sich ein grundlegendes Verständnis der Situation machen zu können.



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Nur mühevoll schaffte es Joras ansatzweiße, sich den Weg durch diese Geräuchkulisse zu der vermuteten Position der Lager hinzubahnen. Immer und immer wieder blieb er stehen, teils irritiert von all dem schmerzhaften Stöhnen und den Gerüchen nach verbranntem Fleisch umsich herum. Und doch war es die Macht, welche ihn weiter und weiter sicher um die Hindernisse herum leitete. Sie lies ihn sogar fühlen, wo sie waren. Nicht mit den Händen, sondern Joras wußte es einfach. An einem Ort wie diesen, war diese Eigenschaft vielleicht sogar durchaus bemerkenswert. Und doch kam es ihm so seltsam vertraut vor, so vieles erinnerte ihn an das Lazarett in den unteren Ebenen Coruscants – mit dem einzigen Unterschied, dass er hier nicht C-Virus Leidende zu behandeln hatte. Auch spürte er dieselbe Müdigkeit wie damals, seine letzte Machtheilung war erst vor wenigen Stunden zu Ende gewesen. Die Trägheit in den Muskeln, welche viel zu früh wieder aus der Meditation geweckt wurden, machte ihm in diesem Moment doch etwas zu schaffen. Und wieder seufzte der junge Chalactaner als er erneut in die Macht hinaus griff.

Viele der Auren, welche er umsich herum spürte, flackerten leicht. Verwundete, viele wohl auf dem Weg der Besserung. Hindernisse, welche er mit der Macht abtastete und immer noch diese Geräuschkulisse, welche kein Ende fand. Langsam jedoch, so empfand es zumindest Joras, schien auf eine unwirkliche Weise wieder eine gewisse Ruhe einzukehren, zumindest waren keine Schläge mehr in direkter Nähe und nur als ein dumpfes Klopfen aus der Ferne zu vernehmen. Für den Moment jedenfalls, und der Seufzer, den er nun nicht weit vor sich vernahm schien wohl dem gleichen Gedanken zu entsprechen. Mittlerweile kannte Joras auch die Person, zu welchem der Seufzer gehörte. Genauer gesagt, war es einer der Ärzte, die hier im Lazarett ihre Arbeit verrichteten.



Dr. Shakur, wie ist die derzeitige Lage?



Fragte Joras leise und mit gerunzelter Stirn und durchaus überrascht wurde er wieder daran erinnert, wie schwer es war bei einer solchen Geräuschkulisse einem Gespräch zu folgen. Unterschiedliche Stimmen, das Kratzen von Metall auf dem Boden, undefinierbare Schleifgeräusche – Joras wußte, dass dies eigentlich nicht der Ort für seine Ohren war. Zu verwirrend, sogar ihn fast in alle Richtungen ziehen wollend, und teils mit stark schwankendem Geräuschspegel. Aber zumindest stand er wohl ganz in der Nähe zu Dr. Shakur.


Leider nicht sehr gut, Joras, aber immerhin gab es keine Verletzte. Es war wohl ein fehlgeleitetes Artilleriegeschoss. Der Verlust von Bacta ist…nunja, eigentlich ist es eine Katastrophe.


Die so ernst klingende Worte, welche Joras vernahm, verhießen nichts Gutes. Das wurde dem Jedi schlagartig klar. Und doch waren sie ehrlich und etwas, mit dem man am besten arbeiten konnte. Zumindest wußte man, woran man nun war. Und was nötig zu tun war. Langsam nickte der Blinde mit gerunzelter Stirn. Dennoch…

Wie lange wird es denn dauern, bis die Vorräte aufgebraucht sind?

Eigentlich….war diese Frage schwer zu beantworten, dies war sich auch Joras bewußt. Aber vielleicht würde sich die Zeit gnädiger zeigen, als er glauben wollte. Bei der Macht..




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Langsam hatte sich eine gute Routine eingeschlichen. Zisha ging ihren eigenen Aufgaben nach, sah aber immer wieder nach Joras und sprach sich mit ihm ab, welche Patienten oder Patientinnen er am besten als nächstes behandeln sollte. Der Tag war lang gewesen. Zisha hatte zwischendurch Pause gemacht und sich hingelegt, aber nun war sie seit Mitternacht wieder auf den Beinen. Die Anspannung war im ganzen Lager zu spüren. Es war keine Einigung erzielt worden - würde es bald weitergehen mit den Kampfhandlungen, und falls ja, wann?
Sie nippte an ihrem Kaff, während sie außerhalb der Zelte stand und in den Himmel starrte. In fünf Minuten musste sie drinnen sein, aber diese paar Minuten gönnte sie sich immer wieder. Half ja niemandem, wenn sie vor Müdigkeit die Kommastellen bei einer Rezeptur vertauschte oder so.

Es waren Sterne zu sehen, zumindest ein paar, und dann... der Schlag. Und noch einer.
"Shatta!", fluchte Zisha. Komm schon, wirklich? Es wirkte so, als hätte Kryllia angefangen, aber am Ende war es irgendwie auch egal, nicht wahr? Außerdem war das hier draußen immer so schwer feststellbar. Und sowieso war sie kein Profi.

Sie trank schnell den letzten Schluck und wollte eben reingehen, um sich schnell fertig zu machen, als sie ein pfeifendes Geräusch hörte - und dann eine
unglaublich laute Explosion. Zisha wurde von der Erschütterung zu Boden geschleudert, hielt sich reflexartig die Hände über den Kopf und bemühte sich, ihre Panik kleinzuhalten. Nicht durchdrehen. Nicht durchdrehen!!! KEINE - PANIK!!!
Als sie nach einigen Sekunden noch immer atmete und keine Schmerzen verspürte, hob sie langsam den Kopf und sah sich um. Etwas hatte das Lager getroffen - am Rand wohl nur, aber dennoch brannte eines der Zelte. In ihrem Entsetzen erkannte Zisha nicht, welches es war. Querschläger? Gezielter Angriff? WER GRIFF DENN EIN FELDLAZARETT AN?!

Langsamer als sie sollte, stand sie auf und starrte dann auf das Chaos, das um sie herum ausbrach. Sie erinnerte sich für einen Moment nicht mehr, was sie in einem solchen Fall tun musste - eigentlich wollte sie nur davonlaufen. Dann aber ging ein Ruck durch ihren Körper und sie schüttelte sich. Sie konnte jetzt nicht davonlaufen - abgesehen davon, dass sie nicht einmal wusste, wohin, waren da die ganzen Leute, die ihre Hilfe brauchten.

Und Joras! Klar, er war ein Jedi und so, aber eben auch blind und er war neu hier, kannte sich noch nicht so wirklich aus. Sie musste ihn an einen sicheren Ort bringen oder so...
Zisha nahm die Beine in die Hand und betrat das Hauptlazarett. Auch hier herrschte Chaos, und Joras war leider nicht da, wo sie ihn vermutet hatte. Mist. War er gerade in der Pause oder einfach wo anders? Okay, dann... andere Prioritäten. Vermutlich sollte sie nachsehen, was vorgefallen war und wo man ihre Hilfe am meisten brauchte? Also wieder umdrehen...

Zisha lief schnellen Schrittes aus dem Hauptzelt bis in die Nähe der Explosion. Es... sah gar nicht so schlimm aus, wie sie es sich vorgestellt hatte, und bisher hatte es keine zweite Attacke gegeben. Hieß das, dass es wirklich nur ein unglücklicher Zufall gewesen war? Oder wartete man, wog man sie alle in Sicherheit? Aber eigentlich gab es dafür ja gar keinen Grund. Oder? Ach, sie hatte einfach keine Ahnung!
Keuchend kam sie an und sah im Schein der Flammen, die unter Kontrolle schienen, niemand geringeren als Joras stehen. Dr. Shakur erläuterte ihm gerade die Lage, und so hörte Zisha erst einmal nur zu, bis er das Bacta erwähnte. Heilige Vashna... das Bacta, natürlich! Sie wollte die Antwort Shakurs gar nicht hören, aber sie kam unaufhaltsam und Zisha zog bei der Zahl geräuschvoll die Luft ein.


"Äußerst schwer zu sagen, jetzt wo die Kriegshandlungen wieder begonnen haben. Zwei Tage? Drei oder vier? Je nachdem, wie die Kriegshandlungen vorangehen und wir sparen. Entschuldigt mich, Joras, ich werde drüben gebraucht..."

Schon war er verschwunden und Zisha atmete die Luft wieder aus, die sie angehalten hatte. Bis in wenigen Tagen würde nie im Leben Nachschub kommen. Und Joras hier zu haben war eine große Hilfe, aber auch er war nur eine Person und konnte keine Wunder vollbringen und Bacta herzaubern.

"Was jetzt?!",

fragte Zisha hilflos in die Dunkelheit hinein. Die Lage war vorher schon schwer gewesen. Aber nun?!


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Zeit…

Sie fehlte ihnen und noch schlimmer, jetzt spielte die Zeit gegen sie. Es würde ein Wettlauf um das Leben der Patienten werden und wohl oder übel müsste man irgendwann sanktionieren müssen. Die Worte des Arztes schienen Joras Befürchtungen eher zu bestätigen – diese kleine Vorahnung, welche ihm die Macht geschickt hatte. Oder war es doch eher das Zusammenzählen von 1 und 1, welchen ihn auf diese Worte vorbereitet hatte? Wie dem auch war, aktuell gab es noch Wichtigeres zu tun, als sich um die Bestätigungen dieser Befürchtung zu kümmern. Zishas Stimme hingegen, es klang sehr deutlich eine gewisse Hilflosigkeit mit und Joras konnte diese ganz und gar nachvollziehen. Die Sache würde noch…komplizierter werden. Zweifellos, aber das war nicht wichtig. Joras schüttelte sanft den Kopf und kurz huschte ein leichtes Lächeln über seine Lippen. Aufgeben war keine Option für den Jedi – noch lange nicht. Aber, man würde einen Plan ausarbeiten müssen. Improvisieren…



Die Verletzten der Explosion werden Hilfe brauchen. Am Sinnvollsten wäre es, danach die Stabilität der anderen Patienten zu kontrollieren oder auch währenddessen. Das sollte uns für ein paar Stunden Zeit zum Nachdenken schenken…


Brummte Joras dann nachdenklich. Erneut griff der Jedi in die Macht hinaus, um herauszufinden, was wo an welchem Ort war und wie schwer es um all die Auren stand, welche sich im näheren Umkreis des Bactalagers befunden hatten. Langsam begann sich die Lage außerdem wieder zu beruhigen, natürlich, das übliche Hintergrundgewusel war durchaus vorhanden, aber der Blinde hatte sich wohl oder übel dran gewöhnt (oder gewöhnen müssen). Die Erfahrungen, welche er im Lazarett in den unteren ebenen Coruscants gemacht hatte, schienen auch hier wohl ihren Teil dazu beizutragen – in einem positiven Sinne. Joras wußte, worauf er den auditiven Fokus mittlerweile legen musste, um nicht zu sehr in seiner Orientierung gestört zu werden. Bis zu einem gewissen Grad hatte dieser Ort auch etwas Altes, fast sogar Vertrautes im Vergleich zu den Ebenen auf Coruscant. Gewisse Gemeinsamkeiten. Gewisse Gerüche, gewisse Geräusche und doch auch etwas Eigenes. Klimatische Bedingungen, einen anderen situativen Geist. Und doch dienten diese Einrichtungen alle demselben Zweck – das Leben zu retten oder zumindest das Sterben würdevoll zu gestalten. Auch hier war dies der Fall und insbesondere jetzt, nach dem Verlust des Bacta, noch mehr von entscheidender Bedeutung.

Der Ordensheiler spürte umso intensiver diese flackernden Auren um sich herum, je tiefer er sich dem Fluss der Macht hingab. Die Geräusche und auch das – teils schmerzvolle – Stöhnen schien immer mehr die Umgebung zu füllen. Joras seufzte, als er langsam einen Fuß vor den anderen setzte. Immer dem Machtinstinkt folgen, welcher ihn bisher sicher durch seine Umgebung geleitet hatte. Und doch war da wieder dieses bedrückende Gefühl, welches er bereits so oft in diesen Umgebungen und auch in der medizinischen Hauptstation des Jedi-Tempels gespürt hatte. Das Gefühl, welches ihn jedes Mal erneut zusammen zucken lies. Joras spannte unwillkürlich seine Muskeln an, waren es doch nicht seine eigenen Gefühle, die ihn gerade überkamen. Es war wie ein Schatten, wie ein Nebel, welcher leicht die Sinne umgarnte. Und doch, verlor er sich nicht darin, sondern die Klarheit der Realität blieb erhalten. Bei der Macht, zum Glück.

Dieses Gefühl störte nicht einmal die folgenden drei Machtheilungen, welche Joras bei den Verletzten durchführen musste. Doch es war wie ein Hintergrundrauschen an solchen Orten, welches ihn nach wie vor vorallem in diesen Situationen begleitete. Und seine Sinne schärfte – ob zum Guten oder zum Schlechten. Für die Verbrennungen allerdings, welche er gerade behandelt hatte, bedeutete dies nichts Gutes. Die Patienten befanden sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung, doch Joras verspürte immer noch das Gefühl, das er noch mehr hätte tun können. Rastlosigkeit, vielleicht auch Wut, welche nur sehr leise aufkeimte. Und Unverständnis, dass man sich auf nur einen Weg des Nachschubs verlassen hatte. Der Blinde schluckte kaum bemerkbar. Dies sollte für ihn vielleicht auch eine Lehre sein, sich zukünftig alternative Lösungswege zu überlegen. Und doch atmete er mehrfach tief durch, auch um diese negativen Gefühle zu zähmen. Er musste jetzt einen kühlen Kopf bewahren, denn alles Andere würde hier nichts bringen. Und es lag an ihm, sich jetzt nun nach den übrigen Patienten und ihrem Gesundheitszustand zu erkundigen. Genau das tat der Heiler.




Vier Stunden später…


Joras saß mit nachdenklicher Stirn und einem Glas warmen Wassers an einem der provisorisch aufgebauten Tische des Lazaretts und genoß die zeitweilige Ruhe der Mittagszeit. Viele Verletzte schliefen, die meisten Verwundeten waren bereits versorgt und das Mittagessen ausgeteilt. Nun hatte man selber ein paar Minuten für sich und Joras genoß den frischen Wind, welcher seine Haut streichelte – auch wenn sich seine Nackenhaare dabei wie immer spürbar aufrichteten. Bisher hatten sie getan was sie konnten. Doch am nächsten Tag würde dieser Kampf von Neuem beginnen, erschwert durch die Tatsache, dass das Bacta nun rationiert war. Ein logischer Schritt – und ein Notwendiger. Er würde das Endergebnis nicht beeinflussen, aber zumindest dessen Eintreffen hinaus zögern. Joras biss sich auf die Lippen, denn bei der Macht, es musste doch eine andere Möglichkeit geben!!!! Wieder seufzte er und begann damit, noch einmal das Briefing des Ordens für diese Mission im Kopf durchzugehen…



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Die Trägheit seiner Gedanken machte sich langsam bemerkbar und Joras spürte langsam, wie die Müdigkeit in den Muskeln herauf kroch. Und wie sie schwerer wurden. Natürlich, langsam ging die Arbeit hier im Lazarett auch ihm an die Substanz, da auch die Machtheilungen ihren Tribut und hohe Konzentration erforderten. Noch einmal atmete der Blinde tief durch und genoß dabei die Wärme des Wassers, welches gerade seine Kehle befeuchtete. Aber dennoch, er würde sich bald hinlegen müssen, denn die Meditation würde auch nur das Unvermeidliche hinaus zögern. Je länger er wartete, desto schneller würde er auch die Konzentration in den hier an diesem Ort benötigten Jedi-Techniken verlieren. Es würde ihn fehleranfälliger machen und Fehler an diesem Ort…hatten unumkehrbare Konsequenzen. Immerhin, endete bald seine Schicht für heute. Und vielleicht war dies auch garnicht so schlecht, er würde ein paar Stunden Ruhe brauchen – wenn er sie denn auch wirklich an einem solchen Ort finden würde. Zum Glück hatte er einen kleinen Schlafplatz in der hinteren Ecke des Lagers bekommen. Ein einfaches Feldbett hatte genügt. Viel wichtiger empfand der Blinde die Ruhe an diesem Ort.

Joras schüttelte kaum merklich den Kopf als er verstand, dass er sich im Moment nicht auf das Briefing konzentrieren konnte. Nach und nach schienen seine Gedanken tatsächlich zu erlahmen, und die Muskeln wurden immer schwerer. Erst in diesem Moment wurde dem Heiler tatsächlich bewußt, wie wenig er in den letzten Tagen und Stunden geschlafen hatte und wirklich die absolut nötige Rast würde er hier nicht finden. Aber zumindest konnte er es etwas erträglicher machen und langsam genießend trank er den Rest des warmen Wassers aus dem Becher aus, welchen er beständig mit beiden Händen umschlossen gehalten hatte. Tee oder Kaffee waren hier Luxus, vielleicht auch nicht so sehr von Belang. Das Hauptaugenmerk lag vorallem in der medizinischen Versorgung und dem ununterbrochenen Nachschub von Grundnahrungsmitteln, sowie medizinischen Geräten. Das Lazarett selber, oder die provisorische Küche waren eher spartanisch denn luxuriös eingerichtet. Funktioniell und praktisch, genau das was man an solchen Orten brauchte. Langsam erhob er sich also und griff in die Macht hinaus, um sich erneut zu orientieren. Wieder bemerkte er dieses so vertraute Gefühl, dieses Wissen was herum um ihn war ohne es sehen zu können. Es waren nur ein paar Meter bis zum Schrank, welchen er anschließend langsam mit der Hand tastend erkundete. Auch, um einen Platz für den Becher zu finden. Die Linien des Faches fühlten sich so gerade und so fein gefertigt an, als er langsam die kalten Kanten entlang fuhr. Definitiv war dieser Schrank aus einer Art Metall.

Sein Weg zum bereitgestellten Feldbett führte den Heiler von der Küche an einigen Krankenliegen vorbei. Hier ruhten größtenteils die Leichtverletzten. Oft wurden auch noch Betten freigehalten, um die Schnellbehandlungen von neu ankommenden Patienten beider Kriegsparteien zu gewährleisten. Nymbari und Kryllianer lagen hier Seite an Seite – zu Joras Überraschung auch bisher ohne Zwischenfälle. Das war sicherlich nicht alltäglich und doch zeigte es, dass die Bevölkerung des Planeten die ein und dieselbe war. Sicherlich würde diese Eigenschaft der Notversorgung in dem Lazarett für die Zukunft Folgen haben – aber welche, das wußte nur die Macht. Mit gerunzelter Stirn bemerkte Joras auch, dass es doch noch recht ruhig war, also versuchte er, sich eher leise zu verhalten. Der Kapuzenumhang der Jedikleidung würde kaum Lärm machen, zu hören waren wohl die Schritte, also ging er einfach langsamer und bedachter. Doch nicht weniger aufmerksam. Bis er sein eigenes Feldbett endlich erreichte und sich erst einmal darauf setzte. Und langsam, aber tief durchatmete. Es würde einen Moment dauern, bis er zur Ruhe kommen würde – ein paar Sekunden, welche er vielleicht jetzt bitter nötig hatte. Schließlich begab er sich in die Waagerechte.

Es dauerte nicht lange, bis die Nacht ihn umgarnte und er tiefer und tiefer in die so endlose Dunkelheit fiel, welche ihn für immer begleitete. Wärme umhüllte den Jedi und langsam schienen sich diese Hintergrundgeräusche zu entfernen, welche stetig hier im Lazarett für ihn zu hören gewesen waren. Nach und nach trug die Nacht den Jedi in das Schlafensreich hinüber, ganz sanft, und begleitet von einer sicheren Wärme. Hin und wieder runzelte er im Schlaf die Stirn, bewegte sich leicht. Textfetzen, von einer scheinbar anderen Welt, begleiteten Joras unruhigen Schlaf. Nicht als eine Qual, sondern vielleicht als ein Wille der Macht. Der junge Chalactaner hatte das Gefühl, die Erhebungen erneut an seinen Fingern zu spüren und ein leises Wispern hören zu können, welches die Textstellen zitierte. Eingehüllt waren diese Momente in einer seltsamen Art von Watte, so nah und spürbar, aber doch so fern und ungreifbar. Joras war sich sicher, diese Textstellen zu kennen. Wieder fiel er, zurück in die Dunkelheit…




--Kurz vor dem Mittagessen am nächsten Tag--



Es mussten Stunden vergangen sein, als er nach und nach wieder von den geschäftigen Geräuschen und dem dazugehörigen Treiben geweckt wurde. Langsam, vielleicht auch nicht so ganz sanft, begann Joras nun entgültig dem Reich der Träume zu entschwinden. Ein würziger und kräftiger Geruch stieg dem Blinden dann schon recht schnell in die Nase und das Zusammenziehen des Magens erinnerte daran, dass er für eine zu lange Zeit nichts gegessen hatte. Joras würde ein paar Sekunden brauchen, bis er wieder auf volle Touren kam und nur sehr langsam richtete er sich auf. Die Kante des Feldbetts, auf welchem er nun saß, nahm er als garnicht zu hart wahr. Der Chalactaner war jedoch abwesend und runzelte die Stirn, als er begann über den Traum nachzudenken. Es ergab keinen Sinn! Oder doch? Dieses Gefühl, dass es irgendwie wichtig war, wollte einfach nicht verschwinden. Dieser Instinkt, welcher ihm sagte, dass er sich daran erinnern sollte. Vielleicht ein Fingerzeig der Macht? Und leider – gab es nur einen Weg das rauszufinden. Nach einem kurzem tiefen Einatmen kramte er also das Datapad aus seinen sieben Sachen hervor, welche er mitgebracht hatte. Das kurze, leise Surren des Gerätes bestätigte das erfolgreiche Einschalten und Joras tastete sich von dem Rand zu dem Touch-Flimsi. Nicht sehr lange dauerte es, bis er die ersten kleinen Huppeln unter seinen Fingern spürte und die gespeicherten Daten seines Ordensbefehls abrufen konnte. Joras Stirn war dabei in leichte Falten gelegt, denn es brauchte nunmal eine ganz eigene Konzentration um die Schrift zu ertasten. Sein Gesicht jedoch war gerade aus gerichtet.



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Nur langsam folgten Joras Fingerspitzen den feinen Erhebungen, welche das Datapad für ihn generierte. Für Außenstehende, war es wohl bestenfalls als eine Landkarte zu sehen. Leichte Erhebungen in verschiedenen quadratischen Seqmenten und Anordnungen, auch Linien. Wegweißer – in manchen Wegen, in manchen Formen. Selbst Bilder konnte Joras damit auf dem Datapad erfühlen, wenn auch nur in 2D-artiger Form. Und doch reichten diese Konturen für eine Beschreibung aus. Der Chalactaner hatte durch das Leben mit dem Sehunvermögen langsam die Fähigkeit entwickelt, sich diese schnell merken zu können. Auch wenn es bei dem überhohem Anteil von Textbeschreibungen nicht notwendig gewesen war. Immer und immer wieder stieg ihm der Geruch von frisch gekochten Essen in die Nase und langsam begann sein Magen mehr und mehr zu rebellieren. Joras seufzte, es musste hier in dieser Datei doch noch Infos über die Fauna zu finden sein. Wieder runzelte er die Stirn, als er langsam aber sicher an der nächsten Seite angelangt war. Seine Lesegeschwindigkeit war deutlich langsamer als bei den sehenden Lebewesen, aber dennoch vorhanden. Vielleicht lag es auch daran, dass es nach wie vor komplizierter war, alle Buchstaben in den entsprechenden Kombinationen zu erfühlen, statt sie einfach zu sehen.

Joras runzelte die Stirn, denn das klang doch tatsächlich interessant. Culpitoris Dolorosa, eine eher kleinwüchsige Pflanze mit blauen eckigen Blüten, vorallem vorkommend in schattigen Gebieten Agamars. Die Daten des Pads, welche Joras gerade erfühlte, beschrieben die Pflanze als schmerzlindernd und antientzündlich. Nicht gerade das, was man von einem Bactaersatz erwartete, besonders nicht in unverarbeiteten Form. Eine Extraktion dieser Pflanze würde sicherlich deutlich mehr Vorteile bringen. Doch vielleicht, so zumindest kam es dem Heiler in den Sinn, konnte es hier ein Anfang und eine Erleichterung sein. Wenn die Pflanze hier im Lazarett bekannt wäre. Zumindest so, wie sie in den Daten vermerkt war, in welchen er nun weiter las. Biologische Eigenschaften, Wachstumsbedingungen, das Übliche, was man zu den Pflanzen wissen musste. Das Problem war jedoch: Die Beschaffung. Joras kannte den Geruch dieser Pflanze kaum, zu schnell könnte hier ein entscheidender Fehler passieren. Er atmete tief durch und legte das Datapad – welches sich nach einer Zeit selber deaktivieren konnte – zunächst einmal beiseite. Es war nur eine Idee, sicherlich, aber vielleicht gab es eine Möglichkeit, daraus etwas Hilfreicheres wirken zu lassen. Ob es wirklich die Lösung war? Nur die Macht konnte dies wissen und doch verspürte Joras einen Anflug von Gelassenheit. Für den Moment…

Bis sich dann sein Magen zusammen zog und ihn daran erinnerte, dass es langsam Zeit wurde, mal etwas Nahrung zu sich zu nehmen. Nachdenklich stand er aus der Sitzposition auf und merkte erstmal das sanfte Ziehen der Gesäßmuskeln, die Kante war wohl nicht die beste Sitzgelegenheit in der Galaxie gewesen. Ein Gedanke, welcher Joras nur mit einem leichten Schmunzeln quittierte. Sein Weg führte ihn dem Geruch des Essens folgend zurück zu der provisorischen Feldküche, welche zumindest zuverlässig ihren Dienst tat. Es herrschte kein reges Treiben, und eine deutlich entspanntere Athmosphäre – soweit Joras nach dem Lautstärkepegel und seinem Machtsinn vertrauend – beurteilen konnte, was ihn durchaus erleichterte. Zumindest blieben ihm erneute Kopfschmerzen erspart und er konnte sich bereits auf die bevorstehenden Machtheilungen am Nachmittag vorbereiten. Es gab einige Patienten, welche mehrere Sitzungen erforderten – noch eine weitere Gemeinsamkeit, welche diese Örtlichkeit mit dem Lazarett auf den unteren Ebenen Coruscants und auch die Hauptmedi-Station des Tempels hatten. Und es war kräftezehrend, wie seine müden Muskeln ihn erneut dran erinnerten.

Nur wenige Minuten später fand Joras sich an einem, natürlich improvisiertem, Tisch wieder und zu seiner Freude hatte ihm einer der Schwestern einen Teller Suppe von der Küchentheke mitgebracht und vor ihm abgestellt. Langsam ertastete Joras nun, wie weit der Teller tatsächlich von ihm entfernt war. Im Gegensatz zu dem so kalten Material des Tisches musste der Teller, dessen Oberfläche eine andere Art der Glätte vorwies, aus einem anderen Material bestehen, welches Joras für den ersten Moment nicht bestimmen konnte und für welches er auch keinen Vergleich fand. Dennoch hatte er linke Hand am Tellerrand geparkt, um ungefähr zu wissen, wo sich denn nun der Teller befand. Bei manchen Dingen waren die ursprünglichen Verhaltensweißen einfach effektiver als ein erneuter Gebrauch der Macht. Joras wußte, dass er sich seine Kräfte noch aufsparen müsste – auch kleine Dinge konnten, je höher ihre Anzahl war, ihn durchaus schwächen.



…wie kann es denn sein, dass dieses Bacta-Lager nicht vor sowas geschützt war? Das frage ich euch? Wie..

Doktor Ra’tush also. Joras hatte bisher nicht viel Kontakt zu ihm gehabt, aber er vernahm ganz deutlich diese Aggressivität in seiner Stimme und nur langsam drehte er mit gerunzelter Stirn etwas den Kopf in die Richtung des Arztes, der einen Höllenlärm machte. Und doch war da etwas, was sich scheinbar im ganzen Raum ausbreiten wollte. Nicht etwas greifbares, sondern der Machtsinn Joras alamierte den Heiler plötzlich. Auch der Klang der Stimme. Es war reine Wut, Angst, und der Chalactaner glaubte, auch so etwas wie Verlorenheit wahrnehmen zu können. Hilflosigkeit. Erstmal jedoch, löffelte er seine Suppe weiter.

…kann es sein, dass ihr nicht da wart und es geschützt hab, Schwester Yara? IHR wart dafür verantwortlich? Es war EURE Aufgabe, dieses Bactalager in Schuss zu halten! Ihr hattet verdammt nochmal EINE Aufgabe. Shatta, verdammt!

Joras atmete tief durch. Diese Wut, welche er verspürte, war fehl am Platz. Wieder runzelte er die Stirn und legte den Löffel erst einmal hin.

Dr. Ra’tush, ich….

Der Blinde vernahm ein leises Schluchzen, welches ihm näher ging, als er ahnte und er seufzte. Dann stand er auf. Es war klar, dass eine Krankenschwester keine Schuld an diesem Vorfall trug. Joras drehte also sehr direkt den Kopf in Richtung des Doktors und für einen Moment gab dies sicherlich Außenstehenden das Gefühl, dass er ihn ansah. Auch wenn die Binde über seinen Augen wahrscheinlich eher Gegenteiliges verriet. Wieder kam ihm eine Welle von Wut und Angst entgegen, von Verzweilfung und Joras wollte garnicht die genaue Aura als Quelle zuordnen. Fakt war, dass sie hier nunmal alle an einem Ort waren und zusammen arbeiten mussten. Vielleicht konnten klare Worte diese Situation entschärfen.

Dr. Ra’tush, Schwester Yara trägt keine Schuld an diesem Vorfall. Wir alle tragen hier kein Schuld, denn das ist das Ergebnis eines so sinnlosen Krieges zwischen zwei Kontinenten, welche zu einem Volk gehören.


Joras stand auf und ging eher langsam auf die Aura der beiden Streithähne zu. Die Hintergrundgeräusche des Lazaretts schienen sich derweil irgendwie von ihm entfernen zu wollen, als er sich mehr auf die Auren konzentrierte, die nur ein paar Meter vor ihm standen.


Sagt wer? Verdammt nochmal, seht euch um! Hier passiert nur noch Shatta. Tag für Tag kommen Verletzte und wer ist dafür verantwortlich? Wir haben nichts mehr an Bacta, die Leute werden uns einfach in ein paar Tagen wegsterben. Diese Jedi-Zaubereien nutzen rein garnichts…

Joras seufzte, denn Ra’tush hatte in dem Punkt bezüglich der verbleibenden Zeit nicht ganz Unrecht. Und Joras stimmte dem Doktor durch ein Nicken zu. Und wieder klang diese Wut in der Stimme des Doktors mit, welche sich Joras mehr und mehr näherte. Ein Gefühl, das der Blinde nur all zu gut selber kennen gelernt hatte. Die Frage war doch, wie man mit dieser umging. Er näherte sich weiter dem Doktor und hörte die Schritte seines Gegenübers, welche er auf ihn zu machte. Der Chalactaner griff erneut in die Macht hinaus und konzentrierte sich nun auf die Aura, welche vor ihm stand. Versuchte, ihre Gefühle zu ergründen – und größtenteils hatte er sie bereits verstanden – doch etwas schien merkwürdig. Joras wußte, dass dieser Mann jähzornig war und das hatte eben Yera auch zu spüren bekommen. Seine eigene Stimme zu erheben, würde in dieser Situation nichts bringen, sondern nur die Lage weiter aufheizen. Vielleicht war hier Diplomatie der bessere Weg. Also umrundete er den Doktor leicht und stellte sich erst einmal neben Yera, bevor er dann die Arme verschränkte. Den Kopf neigte der Heiler jedoch etwas zur Seite, immer noch mit gerunzelter Stirn.

Sha’rik, bitte!

Joras drehte den Kopf in die andere Richtung. Dr. Shakur, und auch die Unruhe in dem Klang seiner Stimme war deutlich zu hören.

Von uns Jedi sagt man meist, dass wir gefühlskalt sind. Und doch kann ich ihre Wut durchaus nachvollziehen, Dr. Ra’tush. Diese Wut, diese Angst, diese…Hilflosigkeit.

Der Chalactaner redete leise und mit einer ruhigen, aber dennoch festklingenden Stimme auf den Doktor ein.


Und auch die Verzweiflung, welche sie tief in der Seele spüren. Die Verzweiflung, diese Leute hier zu verlieren.


Für einen Moment wirkte der Blinde abwesend, doch tatsächlich, war er in der Macht nun recht klar auf dem Doktor vor ihm fokusiert und diese Unsicherheit war eine Abwechslung wie Wärme und Kälte.


Verflucht, woher…

Joras schüttelte den Kopf. Einen Stück weit würde er ihn wohl aufklären müssen und das Gespräch vielleicht noch ein wenig weiter in ein andere Richtung lenken. Gerade im Bezug auf die Wut und die Angst, welche langsam zu schwinden schien.

Ich bin darauf trainiert worden, auf meine Umwelt zu achten, Dr. Ra’tush, die Details erspare ich Ihnen. Vielleicht ist dies in der Galaxie deutlich seltener geworden, als ich es ahne. Ein Lächeln huschte dem Blinden über den Weg, denn auch das war etwas, was er für die Zukunft weiter behalten wollte. Das Abstumpfen dieser Achtsamkeiten konnte gefährlich werden. Aber vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen..

Joras Stimme gewann unterdessen die normale Lautstärke wieder zurück, dennoch, wirkte der Blinde bei diesen Sätzen äußerst nachdenklich. Jetzt oder nie – würde es wohl Alicia ihm raten. Und Joras hatte nicht vor, seine alte Meisterin zu enttäuschen. Zweifellos wäre sie auch die Erste, welche er von der ersten Mission erzählen würde. Wenn möglich, in einem Gespräch jenseits des Holocoms. Einfach, um noch weiter zu lernen. Wieder neigte der Blinde also den Kopf nach unten.

Ich hatte vorhin das Gefühl, dass ich etwas in dem Missionsbriefing des Ordens überlesen hatte und bin es erneut durchgegangen. Doktor Ra’tush, sagt Ihnen der Name Culpitoris Dolorosa etwas? Nach dem Informationen, welche mir vom Orden vorliegen, soll dies eine heimische, kleinwüchsige Pflanze mit blauen eckigen Blüten sein. Die biologischen Daten deuten zumindest darauf hin, dass sie eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung auslösen kann. Es würde kein Bacta ersetzen, aber – bei der Macht – es könnte uns genug Zeit bis zum Ankommen einer erneuten Lieferung verschaffen..




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Es war die Stille, welche Joras die Stirn runzeln lies. Wenige Sekunden lang, bis ein leises Seufzen zu hören war. Und es klang verzweifelt.


Der Name sagt mir nichts, Joras. Wir sollten versuchen, dass Bacta zu strecken.

Nun nachdenklich. Dr. Ra’tush hatte durchaus nicht unrecht, wenn auch es nach Joras Geschmack etwas zu kurzfristig gedacht war. Das Strecken eines Medikaments würde nur das Problem aufschieben, vor dem sie alle standen. Andererseits, würden sie so oder so einen Ausweg aus dieser Situation finden müssen, auch wenn es scheinbar keinen gab. Und wieder war es Shakur, welcher Joras aus seinen Grübelgedanken riss.


Es gibt…oder gab Geschichten über einige Pflanzen in der hiesigen Umgebung. Ich glaube, die Alten sprachen auch von der Genannten, Sha'rik..

Ein Satz, welcher Joras hellhörig werden lies. Gerade weil man sich in der Galaxis mehr und mehr auf die Technik verlies statt auf die Gaben und Geschenke, welche die Natur von sich aus mit sich brachte. Der Blinde runzelte nur die Stirn, entschied sich dann aber dazu, zu dem Thema zu schweigen und stattdessen, erst einmal weiter zu zu hören.

Die Vorraussetzungen für das Wachstum dieser Pflanzen sollten hier gegeben sein, wenn man dem alten Erzählungen glauben darf. Vielleicht, wenn wir folgendes ausprobieren...

Joras schmunzelte erneut und senkte den Kopf etwas nach unten, als er weiter Shakurs Worten lauschte. Dieser erzählte eine kleine Anekdote, welche ihm seinen Großeltern vermittelt hatten – damals als auf Agamar tatsächlich noch so etwas wie Frieden geherrscht hat. Es klang wie aus den Passagen aus den Unterlagen des Briefings für diese Mission. Naja fast, dennoch meinte Joras, sich an die Dauer des derzeitigen Krieges zu erinnern. Über 70 Jahre waren eine lange Zeit, und ob überhaupt noch der eigentliche Auslöser dieses Krieges bekannt war, das war fraglich. Aber war das mit gewissen Fraktionen denn so anders? Nur der Maßstab war ein anderer und vielleicht der Kriegsvorwand.

Irgendwann, kamen die beiden dann tatsächlich auf einen gemeinsamen Nenner und es wurde mehr oder weniger zweistimming beschlossen, einen kleinen Suchtrupp los zu schicken. Und er, würde mit von der Partie sein. Ja, er hatte also noch einige Vorbereitungen morgen früh zu treffen, ein bisschen Proviant vielleicht für eine Eins- bis Zwei-Tage Reise, und er würde ein wenig Ruhe brauchen über die Nacht. Joras war sich durchaus bewußt, dass für heute noch etwas Arbeit vor ihm lag und während die beiden Doktoren sich weiter und weiter über die Anekdoten unterhielten, hatte der Chalactaner mehr und mehr das Gefühl, dass er seine Zeit hier im Lazarett noch einmal mehr nutzen sollte. Vielleicht, war ihm die Macht ja wohlgesonnen. Mehr oder weniger leise entfernte sich Joras also von den Zweien und griff erneut in die Macht hinaus. Wieder beschlichen den Blinden die Gefühle der Patienten, und die Schmerzen, welche sie durchlitten. Joras war jedoch ganz froh drum, dass es nur die Auren in seiner direkten Umgebung betraf und dennoch, es reichte, damit auch Joras wieder diesen Wehmut in sich verspürte – wie er es schon so oft in den Lazaretten auf Coruscant oder auch in der Medistation des Jedi-Tempels erfahren hatte. Mittlerweile hatte er gelernt, diesen Schmerz zu akzeptieren, wohl wissend, dass es sich nicht um einen Eigenen handelte.

Der Weisshaarige versuchte sich, mit Hilfe der Macht, einen Weg durch die Betten der Patienten zu bahnen. Es roch nach wie vor leicht nach Krankheit, nach Schweiß und auch die Geräusche spiegelten vieles wider, was an diesen Orten zu erwarten war. Leidendes Stöhnen, leises Röcheln, Schnarchen und diverse undefinierbare Klangwelten. Aber der Fast-Jedi hatte die Aura, welcher er sich nun näherte, bereits vor wenigen Sekunden ausgesucht. Er kannte nicht den Namen des Patienten und auch nicht seine Verletzungen. Darüber, würde wohl die Machtheilung mehr Aufschluss geben. Und es dauerte nicht lange, bis er sich erneut an die Arbeit begab und sich wieder – wie bereits öfters in diesem Lazarett – um die bitter nötige Versorgung einer sich erneut öffnenden Wunde kümmerte. Es war ein Wink der Macht, dass er gerade als Heiler, auch die Schmerzen und Gefühle der Patienten wahr nahm. Wahr nehmen musste. Der Grund dafür war dennoch so seltsam, so einfach, so simpel – er konnte abschätzen, mit was er es zu tun hatte oder haben würde und auch, würde er merken, wie der Patient auf die Behandlung ansprach. Ob es ihm gut tuen würde oder ob die Panik und die Angst die Oberhand gewinnen würden. Die zweite Variabel war es, welche ihm seine Arbeit wohl deutlich schwerer machen würde. Joras war durchaus froh, dass gerade dieser Patient unter seinen Händen, deutlich beruhigter reagierte.

Nach 3 weiteren Machtheilungen begann es wohl zu dämmern, zumindest, hätte dies der langsam aufkommende Wind und der Fall der Umgebungstemperaturen erklärt. Und die Müdigkeit, welche sich jetzt langsam den Weg durch den Körper des Blinden bahnte. Wahrscheinlich, würde es sogar bald dunkel werden und Joras brauchte nicht lange, um zurück zu seinem Feldbett zu finden. Er fiel tief in den Schleier der Nacht hinein..



Nächster Tag, früher Morgen…


Noch etwas schlaftrunken genoß Joras die klare Atemluft dieses Morgens und spürte eine prickelnde, aber wohltuende Wärme auf seinem Händen. Die Linien der kleinen Umhängetasche, welche er gerade ertastete, schienen so seltsam entspannend auf ihn einzuwirken und fast hatte Joras das Gefühl, dass der Geruch von Leder langsam aber sicher in seine Nase hinein kroch. Mit dem Packen des Proviants war der Blinde langsam, aber stets voran gekommen und nun war es wohl an der Zeit, sich für den kommenden Tag und die Arbeit zu stärken. Es war nicht viel, was er brauchte. Etwas zu trinken – zumeist war es warmes Wasser oder Tee – und etwas zwischen den Zähnen, um den langsam aufkommenden Hunger zumindest etwas zu zügeln. Es war die Macht, welche ihn die Möglichkeit gab, diese so für das Leben notwendigen Gegenstände zu finden – und möglicherweiße auch die Nase und sein Erinnerungsvermögen.

Und es dauerte nicht lange, bis sich Joras mit dem recht kargen Mahl an einen der improvisierten Tische setzte.




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Agamar - nördlicher Kontinent - Grenzgebiet zu Kryllia, nymbarer Seite - Feldlazarett, draußen bei der Explosion - Joras, Zisha, NPCs

Zisha nickte. Joras hatte recht - eins nach dem anderen, und während sie versorgten, konnten sie immer noch überlegen, welche Alternativen es geben konnte. Die Angst und Panik durften sie nicht überwältigen.

"In Ordnung." Sie schloss die Augen und atmete einmal tief durch. "Dann mache ich mich an die Arbeit. Falls du mich brauchst... ach, du findest mich."

Mit schweren, aber dennoch etwas entschlosseneren Schritten machte Zisha sich auf den Weg zum größten Getümmel, um ihren Aufgaben nachzugehen.

***

Sie arbeitete, aß, schlief, arbeitete, aß, schlief. Seit die Waffenruhe vorbei war, war Zisha in diesem Kreislauf aus immer denselben Aufgaben gefangen, gespickt von der Trauer um die Patientinnen und Patienten, die sie verlor, und der schleichenden Erschöpfung, die sie alle nach und nach umfing. Sie gab sich zwar äußerste Mühe, die Personen, um die sie sich kümmerte, überhaupt nicht wirklich kennenzulernen, damit ihr eventueller Tod sie nicht so berührte, aber diese Taktik funktionierte leider nur bedingt. Und nun, wo das Bacta
noch weniger war als schon zuvor...
Bisher hatte sie keine kluge Idee gehabt, und auch Joras hatte sie kaum gesehen, meist nur von weitem zugenickt. Entweder hatte der Jedi bisher auch keine Idee gehabt, oder er hatte sie nicht eingeweiht. Sie war ja auch wirklich nur ein kleines Licht, er musste nicht jede seiner Überlegungen mit ihr teilen.

Zisha hatte keinen Überblick mehr, wie viele Schichten sie nach dem Bactavorfall gehabt hatte, als sie an einem weiteren Morgen den kleinen Essensbereich betrat. Joras saß bereits an einem Tisch, was sich gut traf, denn Zisha hatte gestern kurz vor Schichtende erfahren, dass sie ihn auf eine Erkundungstour begleiten sollte. Viel hatte Dr. Shakur ihr nicht gesagt, aber das machte nichts, sie hatte ja noch genug Zeit unterwegs, und Abwechslung war außerdem immer gut. Die Tage und Nächte hier konnten sehr lang werden.

Es war zu früh, um sich groß mit dem Jedi zu unterhalten, also beließ sie es bei einem
"Morgen", bevor sie sich ihrem Kaff und dem relativ schmalen Frühstück widmete. Auch das hing ihr langsam zum Hals heraus, aber man konnte ja nun wirklich keine Sterneküche in einem Feldlazarett erwarten.

Kurze Zeit später saß sie mit Joras
(und anderen?) in einem Speeder, endlich genug wach, um die wirklich wichtigen Fragen zu stellen.

"Also... ich hab gehört, wir wollen eine Bactaalternative finden? Ich will die Jedi nicht beleidigen, aber ist das nicht etwas... ambitioniert?"

Vorsichtig warf sie dem Jedi neben sich einen Blick zu.

Agamar - nördlicher Kontinent - Grenzgebiet zu Kryllia, nymbarer Seite - Speeder auf dem Weg in die Natur - Joras, Zisha, NPCs?
 
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Das Zischen des Gleiters hatte etwas Beruhigendes. Dieses gleichmäßige Rauschen des vorbei schneidenden Fahrtwindes mit einem winzigen Gefühl der Freiheit. Der Entspannung. Ganz im Stile des Kontrasts zu einer Geräuschkulisse eines Feldlazarett. Für den Moment genoss der junge Chalactaner sogar das Kitzeln und die angenehm leichte Kälte auf seiner Haut und das sanfte Kitzeln der langen Haare im Bereich des Nackens. Die Wärme, welche gleichzeitig in ihm hinaufstieg und die Kühle auf seiner Haut in ein deutlich angenehmeres Gefühl verwandelte. Chalacta gehörte eher zu den wärmeren Planeten in der habitablen Zone des Kastolar-Sektors im Mid-Rim. Nur wage erinnerte er sich wieder an seine Heimat, auf welcher er nur eine kurze Zeit seines Lebens tatsächlich verbracht hatte. Oder auch nur einen kurzen Abschnitt seiner Kindheit, an welchen er sich erinnern konnte.

Bis ihn dann wieder das flaue Gefühl im Magen in die Realität zurück holte. Es würde wohl nie ganz verschwinden, wenn er in einem Fluggefährt saß und in diesem Moment war Joras durchaus froh darum, dass ein ehemals verwundeter Soldat dieses „Ding“ steuerte und nicht er. Vermutlich, wäre dies auch im Ansatz nicht erfolgreich gewesen, Technik war für Joras nunmal ein Buch mit sieben Siegeln. Natürlich hatte sie ihren Nutzen, aber mehr als die brauchbaren Dinge verstand der Fast-Jedi davon nicht – geschweige davon, dass er im Stande sein würde, technische Gerätschaften zu reparieren. Joras seufzte leise, als er von der einen Seite zur Anderen gezogen wurde – offenbar flog der Speeder einige enge Kurven – und er hatte dabei fast das Gefühl, dass sich der Geruch der Umgebung zu ändern schien. Von staubiger trockener Luft, welche zumeist in weniger bewachsenen Gebieten vorherrschend war zu einer mehr feuchten, aber auch klaren Luft. Offenbar waren sie hier wohl in einem Landstrich, welcher gerade umso mehr blühte. Nun gut, Agamar hatte als Agrarplanet auch nicht nur ein Biom, wie es beispielsweiße auf Tatooine der Fall war. Joras war mit dem Wüstenplaneten nicht vertraut und kannte nur einige der Aufzeichnungen und das, was man eben im Holo-Net so erfuhr.

Es war Zisha, die den Chalactaner aus seinen Gedanken riss und ihn zu einem Schmunzeln verleitete. Und sie hatte durchaus mit ihrer Aussage Recht, was Joras mit einem langsamen Nicken quittierte, bevor er ein wenig den Kopf mit gerunzelter Stirn in ihre Richtung drehte.



Das ist es. Ich glaube nicht, dass es so eine vollwertige Alternative zu Bacta sein wird, aber es könnte uns die Zeit zur nächsten Lieferung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zumindest überbrücken. Zusätzlich können wir die noch vorhandenen Bactareserven für die absoluten Notfälle zurück halten. Es ist zumindest eine Chance.



Antwortete Joras eher mit einer ruhigen, nachdenklichen Stimme. Wohlwissend, dass es vielleicht nur die einzige Chance wäre, die sie hätten. Auch wenn sie noch so klein ist, konnte sie den Unterschied ausmachen und vielleicht einige der Verletzten zumindest solange durchbringen, bis die verspäteten Lieferungen des Bacta kommen würden.




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