Natürlich kann und sollte man Nächstenliebe auch unabhängig von einem Gott beibringen. Man kann diese Geschichten aus der Bibel aber durchaus auch zur Unterstützung verwenden.
Natürlich sollte man auch seinem Kind als Elternteil zeigen, dass man es liebt und sich darum kümmert.
Und das ist alles so natürlich, weil es der tatsächliche Weg ist, Kindern etwas beizubringen. Wenn man das praktiziert, dann hat man die besten Chancen, sein Kind damit auch zu erreichen. Götter und Geister kann man da getrost weglassen. Bei mir gibt es z.B. nichts dergleichen und - das musst du mir jetzt einfach mal glauben ^^ - ich habe noch nie jemanden ausgeraubt oder umgebracht.

Und schon als Kind konnte ich z.B. nicht mitleidslos an einem Bettler vorbeigehen.
Die Religion ist nur im geringsten Maße Teil der Erziehung. Sie wird eher obendrauf gesetzt.
Die Geschichten in der Bibel sind sicher teilweise ganz schön, aber das sind die von den Brüdern Grimm auch. Und die Lehren der biblischen Geschichten sind dieselben, auch, wenn man Gott nicht als real darstellt.
Aber die Fähigkeiten eines Menschen sind nun mal begrenzt. Die Vorstellung eines mächtigeren Wesens kann da durchaus ansprechend sein und man kann damit auch einige Sachen erklären, wie z.B. was nach dem Tod passiert, was man anderweitig nicht so richtig kann.
Nagut, das ist jetzt so eine Sache. Ich kann schon verstehen, dass jemand seine (kleinen) Kinder vor der Härte dieses Themas beschützen will.
Ich persönlich denke aber doch, dass man den Kindern da nichts vormachen sollte, weil sie lernen müssen, mit solchen grundlegenden Problemen des Lebens klarzukommen, anstatt sie auszublenden. Wenn sich jemand über den TOd eines anderen hinwegtröstet mit der Annahme, man würde sich im Jenseits wiedersehen, dann hat das für mein Empfinden den Charakter von jemandem, der von seinem/seiner Geliebten verlassen wurde und anstatt das zu akzeptieren, sich immer wieder sagt, dass er/sie bestimmt wieder zurückkommen wird. Man muss ja nicht die Möglichkeit eines Jenseits kategorisch ausschließen, aber eine Gegenüberstellung von Wissen und Glauben ist da in meinen Augen der bessere Weg als die Reduzierung des Themas auf den Glauben und sogar auf einen einzelnen Glauben.
Wenn jetzt jemand in seinem Weltbild so verhaftet ist, dass er die Vorstellung, sein Gott könnte auch bloße Fantasie sein, gar nicht zulassen kann, dann währe es für mich zumindest nachvollziehbar, dass derjenige das Bedürfnis hat, seinen Kindern das so beizubringen.
(Dass es für mich nachvollziehbar ist, heißt hier aber nicht, dass ich es deshalb gut finden würde. Ich würde es trotzdem lieber sehen, wenn man das Kind mit sowas in Ruhe lässt, bis es frei selbst entscheiden kann.)
Aber wenn man schon selbst nicht an Gott glaubt und seinen Kindern wirklich die Freiheit lassen will, selbst zu entscheiden, wenn sie alt genug sind - warum dann seinen Kindern vorher etwas vermeintlich unwahres als wahr beibringen?
Es macht in den allermeisten Fällen keinen Sinn einen extra Unterricht für Hindus, die nur geschätzte 0,12% der Bevölkerung darstellen, zu machen. Die Ressourcen des Staates sind begrenzt. Daher muss er auch schauen, wie er das Geld sinnvoll investieren kann. Beim christlichen Glauben verhält es sich aber nunmal aufgrund der vertretenen Größenordnung in Deutschland vollkommen anders.
Einen einzelnen Glauben zu unterstützen - dann auch noch gerade den, dessen Kirche genug Ressourcen hat um sich selbst zu kümmern - ist keine sinnvolle Investition in einem Staat, der alle Bürger gleich behandelt, unabhängig von ihrer Weltanschauung. Wenn man nicht für jede Religion ein eigenes Fach anbieten kann, sollte man nicht die Minderheiten ignorieren, sondern alle gleichermaßen in einem Fach zusammenfassen oder das Fach gänzlich streichen, damit sich alle gleichermaßen selbst darum kümmern müssen.
Nur das Fremdenfeindlichkeit dem GG entgegen steht, was man von Religion nicht behaupten kann. Da ist kein einziger vernünftiger Vergleich in deiner Aussage.
Das stimmt so nicht. Jemanden aufgrund seiner Herkunft geringschätzen, oberflächlich sein oder Bildung als überflüssig erachten, darf hierzulande jeder - genauso, wie an Götter glauben, die keine Götter neben sich dulden. Glauben darf man sowas. Nur, jemanden aufgrund seiner Herkunft zu benachteiligen oder ein religiöses Gebot über das Gesetz stellen, das darf man nicht.
Also bleibt die Frage: Warum sollte man die eine Meinung auf Grund von vielen Anhängern an der Schule unterrichten und die andere nicht?
Du kannst zwar für dich persönlich hergehen und behaupten, dass du das nicht als nützlich ansiehst, aber der Staat kann das nicht. Der Staat darf nicht hergehen und sagen, dass es keinen Sinn macht, in religiösen Bereichen zu unterrichten. Das würde der Religionsfreiheit widersprechen.
Die Religionsfreiheit wird doch nicht dadurch eingeschränkt, dass der Staat alle Religionen gleichermaßen fördert (alle in einem Schulfach) oder sie gleichermaßen nicht fördert. Die Menschen haben weiterhin die Freiheit, ihre Religion zu leben und zu lehren. Aber die Christen müssten es dann halt genauso selbst in die Hand nehmen, wie alle anderen auch. Dass nur eine Religion gefördert wird,
das widerspricht der Gleicheit aller Menschen ungeachtet ihrer Weltanschauung.
Der allgemeine Nutzen der Religion für den Lebensweg wurde übrigens immer noch nicht genannt.
Mal abgesehen, dass vermutlich die wenigsten Religionslehrer im späteren Unterricht die Hölle als irgendetwas anderes als eine Erfindung darstellen werden,
Achso? Die Hölle ist nur erfunden, aber Gott ist real? Klingt ziemlich inkonsequent.
(Zudem habe ich mal so einen "Katholiken" gekannt, der nicht an die Hölle glaubt. Der hatte massenweise digitale Raubkopien von Büchern irgendwo gebunkert. Aber dieser vielfache Verstoß gegen eines der zehn Gebote ist natürlich keine Sünde, für die man sich nach dem Tod verantworten muss. Nein, er war fest davon überzeugt, in den Himmel zu kommen. Das ist selbstverständlich nur ein Einzelbeispiel und ich will nicht behaupten, dass sich alle Katholiken oder Christen allgemein einen Dreck um ihre Gebote scheren. Aber es zeigt, wie ineffektiv es ist, Moral an einen Gott zu binden. Wenn man unmoralisch sein will, redet man sich einfach ein, der Gott wolle was anderes, als das, was in der heiligen Schrift steht, oder was das Religionsoberhaupt so erzählt.)
ist das deine voraussichtlich atheistische Einstellung. Du solltest in einem Staat aber auch andere Einstellungen ermöglichen.
Erneut: Es geht mir um die Gleichbehandlung aller Weltanschauungen. Stell es also nicht so dar, als würden dadurch bestimmte Einstellungen unterdrückt.
Der Staat sollte wohl von ihm Abweichende Meinungen zulassen. Aber die Lehre von einem Gesetz über dem Staat an den öffentlichen Schulen zu unterstützen, das sollte kein Staat tun. Genauso gut könnte man an den Schulen die Theorie lehren, dass die Bundesrepublik rechtmäßig nicht existiere und darum ihre Gesetze nicht gelten würden
(Ohne Quatsch, es gibt wirklich Menschen, die sich darauf berufen um dem Gesetz zu entgehen). Vom Staat müssen die Menschen nur lernen, dass sie sich an die Gesetze des Staates zu halten haben.
Mit Ruhm beckleckert hat sich die Organisation Kirche trotz "brennender Sorge" und Galen nicht.
Die
brennenden Sorge von Pius XI. ist aber auch kein Glanzlicht als das sie gerne genannt wird. Denn diese galt anscheinend in erster Linie der Erhaltung seiner Anhängerschar und nicht dem Wohl der Menschen
(also aller Menschen) in Deutschland. Er widmet da viele Zeilen der Wiederholung von Aussagen der Art, dass die Kirch die eine und einzige Wahrheit besitzt und alles richtig macht und das dieser und jener keine echter Gläubiger ist oder religiöse Begriffe falsch benutzt werden. Er verurteilt in erster Linie, dass die Nazis die Katholische Lehre missachten und ihren Führer über Gott stellen. Klar kommt das dem Oberhaupt der Katholiken als etwas schlimmes vor, das ist schon verständlich. Aber in Anbetracht der Diskriminierung von Juden groß und breit von den Sorgen der Katholiken zu schwafeln und auch noch zu betonen, dass der Glaube an Gott nur wahrhaft rein ist, wenn man auch an Jesus glaubt, das ist in meinen Augen eine ganz schwache Leistung. Da gibt es sicher bessere Beispiele für positives christliches Verhalten gegenüber dem Nationalsozialismus.
Mehr noch ist sie [Religion] ein entscheidener Faktor bei der Bildung menschlicher Kultur(en) und damit sogar ein entscheidendes Abgrenzungskriterium zu Tieren.
Dann fehlt also einem Drittel der Deutschen ein entscheidendes Abgrenzungsmerkmal zu Tieren. Das ist schlicht eine Frechheit und lächerlich obendrein.