Adamska schrieb:
Komme grade aus ner Sondervorstellung (von der Schule aus) und fand den Film echt nich übel.
Der Hauptdarsteller hat mich aber irgendwie an Anakin erinnert (nicht wegen dem "Meister" oder wegen der Narbe über dem Auge

), fragt mich nicht wieso.
Merkwürdiger Weise habe ich sowas auch irgendwie gedacht

vielleicht lags an der Synchro? Weil irgendwie hat er mich beim Sprechen schon an Anakin erinnert. (aber nur teilweise..)
So, aber zum Film selbst kann ich folgendes sagen:
Habe zuvor schon von der Schule aus den Roman gelesen und fand diesen schon "interessant" oder zumindest lesbar, lesenswert. Der Trailer hatte mich auch zudem davon überzeugt unbedingt in diesen Film zu gehen, was sich meiner Meinung nach auch gelohnt hat.
Auch wenn die gesamte Geschichte des Grenouille auf wesentliche Schlüsselszenen gerafft wurde und somit die wichtigsten Lebensstationen doch recht "kurz" erschienen. Auch wenn der Lebenslauf im Roman weitaus detailierter dargestellt ist, so zeigt der Film dennoch die wichtigsten und wesentlichen Merkmale, Stationen, Erlebnisse und Schlüsselerlebnisse. Das einzige Schlüsselerlebnis, welches meiner Meinung nach zu kurz kam, war diese, dass er in der Höhle auf dem Berg (oder vulkan ka wie er jetzt heißt..) erkannt hat, dass er keinen Eigengeruch hat. Schön gelöst wurden aber solche "Knappheiten" durch den Erzähler, der mögliche Lücken mit (ich meine Otext) Textstellen gekonnt überbrückt hat.
Weiterhin haben mir auch die Schauspieler, sowie die "Herrichtung" dieser gut gefallen. Angefangen bei der "gammeligen" Mutter, über den verätzten Grimal, bis hin zu Baldindi und Richi. (obwohl ich bei letzterem immer wieder an Prof Snape denken musste

) Grenouille sah tatsächlich "harmloser" aus, als im Roman beschrieben, hat dem Charakter aber letztendlich keine Abbruch getan. Die Art wie sich Grenouille verhalten hat, sowie die Lösung des "Riechproblems" haben mir gut gefallen. Die Schwierigkeit Düfte zu "zeigen" hat man in meinen Augen gut gelöst, in dem man mit der Kamera dicht an die gerade gerochenen Gegenstände heranging und somit durch den "Blickkontakt" in den meiste Fällen eine eigene Duftassoziation beim Zuschauer erweckt wurde. (auch wenn das nur sehr sehr entfernt an Grenouilles erlebtes Wahrnehmen eines Duftes reicht)
Abgerundet wird der gesamte Film durch die authentisch wirkenden Kulissen und Drehorte, sowie die sehr passende Filmmusik. Insgesamt wurde eine, dem Roman entsprechende, Atmosphäre geschaffen und das in allen Szenen und Stationen auf Grenouilles Weg.
Leider für mich nicht ganz so gut rüber gekommen ist, die moralische Gleichgültigkeit, die Grenouille gegenüber der Morde empfindet. Natürlich wird die Wertung, die das Volk macht, in Bezug auf die Morde, schon passend herausgearbeitet. Grenouille hätte in meinen Augen noch kälter sein können. Kann aber auch sein, dass ich durch den ganzen Kram aus meinem (ex)Deutschkurs nur den Romangrenouille irgendwie verwischt habe^^.
Sein Ende, angefangen vom Tage seiner Hinrichtung hat mir letztendlich aber dann doch noch gefallen. Das Mirabellenmädchen für den Ausdruck seiner Gefühle zu nutzen war eine gute Idee, leider ist mir entfallen, ob dies im Roman ebenfalls so dargestellt wird.
Fazit: Abgesehen von der ein oder anderen vernachlässigbaren Ungereimtheit, in Bezug auf den Roman, ist "das Parfum" eine gelunge Romanadaption und an sich ein sehr guter eigenständiger Film. Ich rate allen, die den Roman gelesen haben dazu sich diesen Film anzusehen. Für interessierte, die nicht den Roman gelesen haben, könnte der Film dann doch recht krass wirken, was ich für mich bestätigt finde, aufgrund der Aussagen mehrere Bekannter. Mit dem Roman als Grundlage (also wenn man ihn gelesen hat) wirkt der Film zwar ebenfalls krass, aber ansonsten nur stark gerafft. Die Geschichte des Grenouilles mag faszinieren, mag aber auch abstoßen. Da muss sich letztendlich jeder sein eigenes Urteil drüber bilden. Ich bewege mich meiner Meinung nach auf nem Mittelding zwischen Faszination und Abwertung.
Wertung: 9einhalb von 10 Parfümen