Covid-19

Bei was mir übrigens der Kragen platzt, sind linksgrüne Gutmenschenthesen. Wenn die Chinesen nicht schuld sind, dann herrscht in der Türkei Pressefreiheit. Es ist ja nicht so, das ein einzelner freundlicher Lebensmittelhändler mit chinesischem Hintergrund eine einzelne Fledermaus auf einem einzigen Markt im Land verkauft hätte. Es gibt diese Wildtiermärkte überall.
Ich kenne auch Leute, die schon in China waren. Und die meinten vor Jahren schon, es ist unglaublich wie es auf diesen Märkten zugeht und was man dort kaufen kann.

Es gab jetzt zwei SARS-Ausbrüche. Beide sind in China entstanden. Bei einem dritten wäre es wahrscheinlich nicht anders. Die Gesundheit der Welt sollte gegenüber der chinesischen Allesfresserei vorrang haben.

Und was ich noch sagen wollte: Die Chinesen sind schuld. Sollen sie mir ihren Botschafter oder Präsidenten vor die Tür stellen und ich sag es ihm ins Gesicht. Er soll aber bitte zwei Meter Abstand halten, einen Mundschutz tragen und sich vorher die Hände waschen.
 
Auf die Gefahr, die von dieser Praxis ausgeht, wurde übrigens schon 2007 von chinesischen Wissenschaftlern hingewiesen:

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Das Problem sind nicht unbedingt die Wildtiermärkte an sich (auch wenn allseits bekannt ist, dass die dort gehandelten Tiere exzellente Reservoire für Krankheiten sind), sondern die katastrophalen hygienischen Zustände und die Tatsache, dass dort Menschen dicht an dicht zusammenkommen. Gäbe es entsprechend strenge Regelungen und Kontrollen, wäre das Risiko deutlich geringer, sowohl in der VR China als auch international. Aber weder gab es wirklich stringente Gesetze noch entsprechende Maßnahmen durch die chinesische Regierung. Und jetzt kommt der richtig problematische Teil: Als klar wurde, dass in Wuhan eine neue Krankheit ausgebrochen ist, hat die chinesische Regierung das vertuscht, unterdrückt, klein geredet und hin und her geschoben. Journalisten wurden verhaftet, Ärzte mundtot gemacht, die staatliche Propaganda betonte stets, dass alles in Ordnung sei, und sowohl das Ausland als auch die WHO wurden erst spät und nur zögerlich informiert. Bis dahin konnte sich das Virus extrem verbreiten, auch in Italien (Stichwort Modeindustrie).

Kurz gesagt: Das chinesische Regime (ja, Regime, weil das ist verdammt noch mal eine repressive, brutale Diktatur mit Totalüberwachung, die regelmäßig auf fundamentale Menschenrechte spuckt) hat ähnlich die Sowjetunion bei Tschernobyl gehandelt und alles nur noch schlimmer gemacht. Und seitdem drückt man dort repressivste Maßnahmen durch und inszeniert sich als tatkräftige Supermacht, worauf leider viele Menschen im Ausland reinfallen. Und alldieweil spinnt man in China fleißig Verschwörungstheorien und Fake News, um anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Und ist natürlich richtig, jetzt nicht auf rassistische Parolen reinzufallen, aber die Gleichsetzung "Kritik an den Praktiken der chinesischen Regierung" = "Rassismus gegen Chinesen" ist DER klassische Propagandatrick des Regimes und darauf sollte man auch nicht reinfallen.

https://www.sueddeutsche.de/politik/china-coronavirus-xi-jinping-1.4844980

https://www.zeit.de/kultur/2020-01/...rung-vertuschung-social-media/komplettansicht
 
So siehts aus und zwischen einem Regime, einer Regierung etc. und "die Chinesen" besteht ein himmelweiter Unterschied.

Richtig. Genauso wenig wie man "die Chinesen" über den gleichen Kamm scheren darf wie "die Deutschen" oder "die Amerikaner" muss es erlaubt sein, Kritik an der chinesischen Führung aber auch an der chinesischen (Ess)Kultur zu üben.
Natürlich wird nicht jeder Chinese geraspelten Tigerpenis über seinen Smoothie streuen, genauso wenig wie jeder Japaner auf Walfangtour geht, aber es muss auch erlaubt sein Kritik an solchen Bräuchen, Traditionen und Gewohnheiten zu üben.
Genauso wie man auch über deutsche, niederländische,... Bräuche reflektieren solle.

Ich gehe einfach mal in meiner Naivität davon aus, dass die Gesprächsteilnehmer genau diese Bräuche und die Anwender dieser kritisiert haben und nicht generell ein ganzen Volk in seiner Diversität, auch wenn es vielleicht missverstanden werden kann.
 
Er soll aber bitte zwei Meter Abstand halten, einen Mundschutz tragen und sich vorher die Hände waschen.

Die Hände solltest du dir danach waschen, bei zwei Meter Abstand kann dich der Chinese ja eher nicht anpacken. ;) Ich fänd's übrigens super, wenn wir den Thread hier nicht für weitausholende Rants gegen die VR China oder "Gutmenschen" nutzen würden. Nicht, dass ich das nicht verstehen könnte, aber wenigstens hier hätte ich's gerne, dass man trotz unterschiedlicher Sichtweisen zusammenkommt.
 
Um verständlicher zu machen, was mich so geärgert hat: Dass Problem mit "die X" (egal wer X gerade ist), sehe ich darin, dass es Tür und Tor für so einiges öffnet.
Vor kurzem hatte ich dieses Gespräch tatsächlich im RL. Dabei waren Kinder und Heranwachsende, deren Augen immer größer wurden, als sehr schnell festgestellt wurde, dass "die" X schuld an Y seien. (Und dass das bestimmt auch eine Maßnahme wäre, um die vielen Geburten einzudämmen. Mir iste cht kaum noch eine Erwiderung eingefallen - vor allem nicht im Kontext. Mir blieb nur, darum zu bitten, keien Verschwörungstheorien aufzustellen - letzteres ist eine - da die Kids und Heranwachsenen heir eindeutig (!) geglaubt haben.
Leider führt so etwas in meiner Erfahrung recht häufig dazu, dass überhaupt nicht mehr reflektiert wird:
In Hessen gab es erst vor kurzem einen Bericht, dass ein Busfahrer eine junge Frau mit vietnamnesischen Wurzeln die Mitfahrt verweigerte und ihr sagte, dass er keine "Coronaschleuder" mitnehme.
DAS ist ein ganz großes Problem an Pauschalisierungen. Sie machen genau das erst möglich. Und ja, da reagiere ich äußert allergisch, das gebe ich gerne zu.

Was mich ebenfalls stört ist, dass es immer sehr viel einfacher erscheint anderen den Spiegel vorzuhalten, als es einmal selbst zu tun und ich frage mich, warum es überhaupt erst zu Krisen kommen muss, bevor reagiert wird (wenn reagiert wird). Ich hoffe, dass aus dieser Pandemie tatsächlich alle lernen und zur Vernunft kommen. Und keine Ahnung, wirklich nicht, ob es sinnvoll wäre, wenn sich Politiker*innen auch damit auseinandersetzen. Dass China ein wichtiger (wenn nicht wichtigster) Handelspartner von Deutschland (und anderen Ländern) ist, ist ein Fakt. Ich weiß nicht, ob es hilfreich wäre dann auch über zukünftigen Handel zu sprechen und/oder ob es auf diesem Weg möglich wäre, sollten Gespräche keinen Sinn ergeben, Druck auszuüben. Keine Ahnung.

Jedenfalls hoffe ich an der Stelle schlicht noch mal, dass das eine Lehre sein wird und das wir alle, egal wer, egal wo, alles so gut und schnell wie möglich überstehen.
 
Ich frage mich allerdings wie man das in den Einkaufsläden regeln will.
Eine Einkaufswagenlänge Abstand halten wäre eine realistische Möglichkeit. Und vielleicht am Eingang Einweghandschuhe verteilen, das würde schon sehr viel helfen.

Die ganz kleinen Läden können sowas allerdings wirklich nur schwer umsetzen. Wobei auch fraglich ist ob der Einzelhandel in der heutigen Zeit wirklich Systemrelevant ist. Supermärkte garantiert, sogar bei Baumärkten und Textilien sehe ich es noch ein. Aber Buchhandlungen, Möbelgeschäfte, Elektrofachgeschäfte? Wie nötig ist es wirklich das man da auf engstem Raum aufeinander trifft?
 
@Mad Blacklord Die meisten davon sind ohnehin schon geschlossen. Gerade bei Eisdielen ist das übrigens sehr kritisch, da tummeln sich bei gutem Wetter alle auf engstem Raum. Die berufen sich ja zT auf den Straßenverkauf, dann dürfen sie noch offen haben, genau wie Imbisse. Hier bei uns mussten die ganzen Läden, die du aufzählst, schon schließen. Textilien verstehe ich übrigens gar nicht. Klar ists mist, wenn man jetzt einen Anzug fürs Vorstellungsgespräch oder ne Beerdigung braucht, aber... geht auch ohne oder eben online. Muss halt mal. Manche Buchhandlungen fahren aber noch Bücher aus oder man kann sie postalisch bestellen. Ich brauche zwar keine neuen Bücher, aber werde wohl trotzdem eine Bestellung aufgeben, um meinen Lieblingsbuchladen zu unterstützen...
 
Und da frage ich mich wie wir das auf Arbeit machen sollen mit der neuen Regelung zur Notbetreuung. Bisher mussten beide Eltern in einem systemrelevanten Beruf arbeiten und keine andere Möglichkeit zur Betreuung für ihr Kind haben.
Jetzt reicht es aus, wenn lediglich nur eine Person in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Mal sehen wie viele Kinder es Montag in der Einrichtung sind, rein rechnerisch müsste dann mehr als die Hälfte bei uns einen Anspruch haben. Da frage ich mich wie man die allgemeinen Empfehlungen da umsetzen soll? Besonders die jüngeren Kinder haben es dann auch noch nicht so wirklich mit der Husten und Nies Etikette.

Und vielleicht am Eingang Einweghandschuhe verteilen, das würde schon sehr viel helfen.

Einige Läden lassen auch nur eine bestimmte Anzahl von Kunden herein, der Rest muss dann warten und kriegt einen desinfizierten Wagen oder Korb. Ist auch eine Möglichkeit.
 
Ich könnte mir vorstellen, dass die Regelung zur Notbetreuung auch noch in weiteren Bundesländern aufgeweicht wird.
Ich kann ja verstehen, dass es Einzelfälle gibt, die nicht nur Probleme haben eine Betreuung zu finden, sondern es wirklich nicht schaffen, zumindest nicht ohne große Einschränkungen. Ich verstehe nur nicht wieso man da keine Sonderregelungen finden kann.
Ich bin wirklich gespannt, welche konkreten Schutzmaßnahmen die Arbeitgeber jetzt für ihre Mitarbeitenden bereit halten.
 
Italien fährt seine Wirtschaft fast komplett runter, weil die Zahl der Neuinfektionen immer noch zu stark steigt...

Dieser Alptraum steigert sich gefühlt täglich.
Wahre Worte!

Meine Mum hat mir heute früh geschrieben, dass die Öffis in Wien auf Wochenend/Feiertagsintervall gestellt wurden und somit die Wägen wieder voller sind. Jetzt frage ich mich, ist das überhaupt sinnvoll? Steigt dann nicht wieder das Risiko, dass sich die Leute gegenseitig anstecken können.

Ich bin kein Arzt um das überhaupt beurteilen zu können - lediglich eine Fragestellung meinerseits.
 
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Wahre Worte!

Meine Mum hat mir heute früh geschrieben, dass die Öffis in Wien auf Wochenend/Feiertagsintervall gestellt wurden und somit die Wägen wieder voller sind. Jetzt frage ich mich, ist das überhaupt sinnvoll? Steigt dann nicht wieder das Risiko, dass sich die Leute gegenseitig anstecken können.

Ich bin kein Arzt um das überhaupt beurteilen zu können - lediglich eine Fragestellung meinerseits.

Ich meine mich zu erinnern, dass in Wuhan die Öffis sogar hochgefahren wurden, damit sich weniger Menschen treffen weil die Abstände größer werden. Das macht für mich auch mehr Sinn, bin aber auch kein Arzt. Aber wenn man 2 m Abstand einhalten will, ist das wohl einfacher, wenn im Bus weniger Menschen sind.
 
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Der erste bekannte Covid-19-Patient steckte sich am 17. November in der zentralchinesischen Stadt Wuhan an. Es dauerte einige Zeit, bis Mitarbeiter mehrerer Testlabors und Ärzte in Wuhan erkannten, dass sie es mit einer neuen gefährlichen Lungenkrankheit zu tun hatten. Doch Ende Dezember zeigten mehrere Testergebnisse, dass es sich um einen Sars-ähnlichen Erreger handelte. Die Mediziner waren alarmiert, denn das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Sars) hatte 2002 und 2003 fast 800 Menschen das Leben gekostet. Für viele chinesische Ärzte war es ein prägendes Ereignis. Doch statt sofort zu handeln, legten die Gesundheitsbehörden den Ärzten und Labormitarbeitern Maulkörbe an.

Es vergingen weitere dreieinhalb Wochen, in denen das Virus sich ungehindert ausbreiten konnte, bevor China sich der Epidemie entschlossen entgegenstellte. Die verzögerte Reaktion hatte verheerenden Folgen: Laut einer Studie unter Leitung des renommierten Epidemiologen Zhong Nanshan hätte die Zahl der Infektionen in China um zwei Drittel niedriger ausfallen können, wenn die Eindämmungsmaßnahmen fünf Tage früher erfolgt wären.

Aus einem Artikel der FAZ...
 
Hier mal eine, wie ich finde, recht anschauliche Zusammenfassung dessen, was gerade passiert, und wie es weitergehen könnte in den nächsten Wochen und Monaten:

https://www.quarks.de/gesellschaft/...rona-pandemie-nicht-in-wenigen-wochen-vorbei/

Sofern ken Wunder geschieht, und jemand einen Impfstoff und/oder eine wirksame Therapie aus dem Hut zaubert, dann wird uns das Thema wohl noch eine ganze Weile begleiten. Interessant finde ich den Ansatz, die derzeitigen Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote immer wieder zu lockern undn anzuziehen, um so zum einen die schrittweise Immunisierung zu fördern, und zum anderen die Überlastung des Gesundheitswesens zu steuern.

C.
 
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