Bei mir ist das Buch heute mittag denn auch überraschend eingetrudelt (überraschend deshalb, weil mich amazons Wir-haben's-verschickt-Mail nie erreicht hat), und da heute nur eine langweilige Familienfeier auf dem Terminkalender stand, konnte ich es in einem Zug durchlesen:
Der Roman hat mir überraschend gut gefallen. Überraschend deshalb, da schon vorher die relativ geringe Seitenzahl sowie die dort aufgestellte Behauptung, Yoda sei gar nicht der Meister von Dooku gewesen, bekannt geworden waren und mich Jude Watson nicht gerade wohl gesinnt gestimmt hatten. Wer aufgrund dieser Tatsachen abgeschreckt wurde und sich das Buch nicht gekauft hat, sollte es sich vielleicht noch einmal anders überlegen: Zum einen wird auf Dookus Beziehung zu Thame Cerulian praktisch nicht eingegangen (er kommt nicht mal vor), und theoretisch ist es immer noch möglich, dass Cerulian irgendwas passiert und Yoda persönlich Dookus Ausbildung übernimmt. Zum anderen stört die geringe Seitenzahl (50 pro Abschnitt) kaum; die Geschichten können alle als ?Jedi-Padawan light? gesehen werden und benötigen nicht mehr Platz. An sich doch erstaunlich, zumal sie völlig unabhängig voneinander sind (wenn man mal vom jeweils in die nächste Sektion einleitenden Schluss-Satz und von der Präsenz Lorian Nods absieht). Großes Lob also an Jude Watson, der es wieder einmal gelungen ist, mit wenigen Worten unterhaltsame Geschichten zu schreiben und dabei sogar noch die Filmcharaktere gut zu treffen, auch in den jüngeren Inkarnationen. Ihre Beschreibung des jungen Qui-Gon passt ?wie die Faust auf?s Aug? (schon damals hatte er die Angewohnheit, sich auf seinen Reisen mit pathetischen Lebensformen anzufreunden), wie Dooku so wurde, wie er ist, ohne an sich Böses im Sinn zu haben, kann man sich jetzt auch gut vorstellen.
Uneingeschränkt gut gefallen hat mir das Buch dennoch nicht, weshalb es imho auch nicht an die Top-Romane Watsons (JA9, JQ6, JASE2) heranreicht. Da sind zum einigen ein paar Continuity-Fehler (Xanatos ist plötzlich Qui-Gons erster Padawan, z.B.), einige Details kamen mir auch seltsam vor (Lorian Nod, fast ein richtiger Jedi, wird ausgestoßen, und bei Baby Ludi wird so ein Aufstand drum gemacht? natürlich könnte man argumentieren, dass diese Vorsicht erst später aufkam, aber trotzdem; die Behauptung, dass Schiffslaser Energieschilde, nicht aber Partikelschilde durchdringen können, halte ich auch für höchst anfechtbar). Dass Lorian keine Verbindung mehr zur Macht haben soll, fand ich unglaubwürdig, dass Qui-Gon und Obi-Wan auf Junction 5 eine Störung in der Macht spüren und nur deshalb dort bleiben, eine schlechte Ausrede. Auch, dass Dooku und Anakin sich so früh schon wieder begegnen, passt mir nicht, obwohl die Szene nicht schlecht geschrieben ist. Und dann sind da natürlich Floria und Dane... die beiden sind der Grund, dass JQ2 das einzige Buch der Reihe ist, das mir nicht gefallen hat, und auch hier bewirken sie, dass der vierte Abschnitt in meiner Würdigung merklich abfällt. Tut mir leid, aber ich mochte die noch nie.
Ein paar Dinge, die mir noch aufgefallen sind:
- Oppo Rancisis ?geht? mehrmals aus irgendeinem Zimmer. Irgendwie habe ich Probleme damit, mir das vorzustellen, ohne einen Lachkrampf zu kriegen

...
- Hoffentlich wird in ep3 Dookus Vorname nicht erwähnt, sonst könnte es rückblickend etwas komisch wirken, dass er als junger Padawan schon immer mit dem Nachnamen angeredet wurde, auch von seinen engsten Freunden

.
- Insider: Ob Jude Watson Fincher-Fan ist

?
- Im ersten Abschnitt veranstalten die älteren Jedi-Schüler einen Wettbewerb in einer respektablen Gegend von Coruscant und haben dabei keine Skrupel, öffentliches (Aufzug) bzw. privates (Marktstände) Eigentum zu beschädigen. Kein Wunder, dass sie später keiner mehr mag.
- Und wieder zeigt sich: Qui-Gon und Anakin hätten sooooo ein gutes Team abgegeben. Hätte Maul nicht Obi-Wan umlegen können

...?