// Gamorr // Äquatorialebene // Dorf Naberrie // Dany, Vira Taan weiter entfernt //
Unter Schmerzen setzte die blonde Mandalorianerin zu ihrem Sprint an, jeder Schritt ein Kampf gegen den stechenden Schmerz in ihren Rippen, dort wo der Tritt des Gamorreaners sie auf der einen Seite getroffen hatte und auf der anderen Seite, mit der sie gegen das Holz dieser verdammten primitiven Hütte geknallt war. Ihre leichte Durastahl-Rüstung war wenigstens ein Segen, denn sie hielt das Gewicht gering und erlaubte ihr, sich trotz der Verletzung schnell zu bewegen – doch in Gedanken verfluchte Dany sich dafür, nicht längst einem Jetpack Priorität eingeräumt zu haben, vor einigen Zyklen, als sie die Credits dafür gehabt hätte. Ein Jetpack hätte sie jetzt über den tückischen Morast getragen, statt sie durch den zähen Schlamm stapfen zu lassen, der unentwegt und mit jedem schweren Schritt an ihren Stiefeln zog.
Sie rannte in Richtung der Cantina, aus der sie hektische Schreie und das Poltern von umgestoßenen Möbeln hörte. Vira Taan hatte die Schüsse gehört und war auf der Flucht – Dany sah seinen Schatten durch die Hintertür der Cantina verschwinden, seine Lekku wippten panisch, während er in den Sumpf floh. Sie biss die Zähne zusammen, ihre Muskeln brannten, als sie ihm nachsetzte, doch das Terrain von Gamorr machte ihr das Leben zur Hölle. Der Morast war tief und zäh, jeder Schritt ein Kraftakt, bei dem ihre Stiefel bis zu den Knöcheln einsanken, das schmatzende Geräusch des Sumpfes begleitete jeden ihrer Schritte. Wurzeln und Schlingpflanzen, die aus dem brackigen Wasser ragten, drohten sie ununterbrochen zu Fall zu bringen – gerade als sie laut fluchen wollte, verfing sich ihr Fuß in einer verborgenen Wurzel, und sie stolperte, fing sich gerade noch mit einer Hand ab, der Schlamm spritzte auf ihre Rüstung und verschmierte ihr Visier. Verzögert ertönte ihr wütend hervorgestöhnter Fluch leicht verzerrt durch den Helm:
"SHABUIR!"
Getrieben vom Schmerz und ihrem unbeugsamem mandalorianischen Willen, fand sie die notwendige Kraft, um gedämpft durch die zahlreichen Hindernisse - oder besser gesagt das große ganze Hindernis, dass die Wildnis von Gamorr darstellte - weiterzurennen. Der Sumpf war ein reines Labyrinth aus trübem Wasser und tückischem Untergrund und die Sicht durch den dichten Nebel zu allem Überfluss eingeschränkt, der in der Nacht über dem Morast hing. Dany wischte hastig den Schlamm von ihrem Visier, das HUD flackerte, während es Vira Taans Wärmesignatur als einziges mit den Augen erkennbares Indiz seiner Position anzeigte. Er war schnell, aber nicht schnell genug. Sie hörte sein Keuchen, das Platschen seiner Schritte im Wasser und trieb sich weiter voran, ihre Beine zitterten vor Anstrengung, während sie über einen umgestürzten Baumstamm sprang, nur um auf der anderen Seite knöcheltief in einem Tümpel zu landen. Das brackige Wasser spritzte hoch, durchnässte die Cargohose unter ihrer Rüstung und der faulige Gestank des Sumpfes brannte wie Feuer in ihrer Nase. Doch sie ließ nicht nach – Vira Taan war ihre Chance, ihren letzten Fehlschlag wiedergutzumachen, und sie würde ihn nicht entkommen lassen, egal wie sehr der Morast sie zurückhielt. Egal wie absolut schlecht es ihr in diesem elendigen Sumpf erging - ihr Ziel hatte mit den selben Problem zu kämpfen, wie die lauten Flüche vor ihr verrieten.
Vor ihr ertönte schließlich der Klang eines nassen Aufpralls, gefolgt von einem weiteren wütenden Fluch, der durch den Sumpf hallte. Es war Vira – er war in Schwierigkeiten geraten. Beflügelt von ihrem Instinkt beschleunigte die Kopfgeldjägerin ihre Schritte, das Adrenalin verdrängte den Schmerz in ihren Rippen, während sie durch den Morast hetzte. Ihr HUD zeigte die Wärmesignatur des Twi'leks, der sich am Boden wand, und als sie ihn erblickte, wurde sie schließlich langsamer. Vira lag im Schlamm, verheddert in einer dicken Ranke, die sich um seine Beine geschlungen hatte, und rollte verzweifelt hin und her, während er eine Reihe huttischer Flüche ausstieß, die Dany bis auf einige offensichtliche Ausnahmen nicht verstand.
Mit langsamen, bedachten Schritten näherte sie sich nun ihrem Ziel, der Morast an dieser Stelle besonders hinterlistig – jeder Schritt drohte, sie tiefer in den zähen Schlamm zu ziehen. Vira bemerkte sie, seine Lekku zuckten panisch, und mit einer ruckvollen Bewegung brachte er sich auf die Beine, zückte ein Messer und stürzte sich deutlich im Ungleichgewicht befindend auf sie. Doch Dany war schneller und hatte den besseren Halt. Sie packte seinen Arm, drehte ihn mit einer geschickten Bewegung in einen schmerzhaften Hebel und zwang den Twi'lek mit kompromissloser Bestimmtheit zurück in den Schlamm, sein Gesicht klatschte in den Morast. Er wand sich, versuchte sich zu befreien und seine Flüche wurden zu einem erstickten Gurgeln, doch die Mandalorianerin zückte ihren Vibrodolch und hielt sie ihm an den Hals.
"Stillhalten, sonst schneide ich dir etwas ab, das du vermissen wirst"
Zischte sie, ihre Stimme kalt und unnachgiebig. Diese Worte brachten ihn zum Einhalten – Vira erstarrte, streckte die Arme in einer ergebenden Pose aus, während sein vor Adrenalin zitternder Körper langsam zur Ruhe kam. Die mandalorianische Kopfgeldjägerin ließ die Klinge sinken, zog die Energiehandschellen von ihrem Gürtel und fixierte seine Arme mit den Schlingen, die sich mit einem leisen Klicken schlossen. Unter höchster Kraftaufwendung, ihre Rippen schrien bei jeder Bewegung vor Schmerz, zerrte sie den Twi'lek auf die Beine. Der Schlamm klebte an ihnen beiden, und Vira stolperte, doch Dany hielt ihn fest, ihre Entschlossenheit trieb sie an, den Auftrag zu Ende zu bringen, trotz der Qualen, die ihren Körper durchzogen. Sie hielt nun einen Moment inne, ihr Atem ging schwer, während sie sich im dichten Sumpf von Gamorr orientierte. Das HUD ihres Helms flackerte, zeigte die Dawn Chaser zwei Klicks entfernt – ein langer Weg durch den tückischen Morast, besonders mit einem Gefangenen im Schlepptau. Mit langsamen, deutlich erholsameren Schritten setzte sie sich in Bewegung, den Twi'lek fest fixiert. Doch Vira Taan war ein Mistkerl – immer wieder ließ er sich absichtlich fallen, wissend, wie viel Kraft es Dany kostete, ihn jedes Mal zurück auf die Beine zu zerren, während ihre Rippen bei jeder Anstrengung protestierten.
Sie ließ sich nicht beirren, doch ihre Geduld schwand. Mit einer unterschwelligen Wut in ihrer Stimme, die durch den Helm gedämpft, aber nicht weniger bedrohlich klang, drehte sie den Arm des drahtigen Twi'leks schmerzhaft weiter.
"Lass das, sonst breche ich dir den verdammten Arm. Jagyc'kovid!"
Der mandalorianische Fluch rollte hart über ihre Lippen. Vira schnaubte schmerzverzerrt, seine Lekku zuckten, doch er gab nach.
"Bleib ruhig, Stoopa. Du hast gewonnen"
Seine Stimme war ein Mix aus Resignation und Schmerz, während er sich endlich fügte. Dany lockerte ihren Griff minimal, hielt ihn aber weiterhin fest im Griff, ihre Entschlossenheit ungebrochen, als sie ihn durch den Morast zurück zu ihrem Schiff schleifte. Schritt für Schritt. Meter für Meter. Nun ging es deutlich besser voran. Manchmal musste man nur bestimmt sein, wie sie sich mit einem unter ihrem Helm verborgenen und gequälten Lächeln dachte. Sie machten jetzt wichtige Meter gut.
"Na also - schon viel besser"
Mit dieser süffisanten Bemerkung lockerte sie ihren Griff ein Stück weiter und fünfzehn Minuten später erreichten sie die Dawn Chaser. Dany blickte prüfend rundherum um sie. Alles beim Alten. Die Rampe des rostigen Frachters öffnete sich zischend, begleitet vom markanten Knarzen der abgenutzten Mechanik des alten Schiffs. Vira Taan feixte, seine Lekku zuckten spöttisch, während er ein paar Bemerkungen auf Huttese von sich gab – wahrscheinlich abfällige Kommentare über das heruntergekommene Schiff, das vor ihm stand. Dany hingegen hatte genug. Mit einem festen Griff packte sie ihn von hinten am Hals, wobei ihre schwieligen Finger sich in seine Haut gruben und führte ihn die Rampe hoch. Ihre Stiefel hinterließen schlammige Abdrücke, die sich auf dem gesamten Boden verteilten. Im Frachtraum angekommen, stieß sie den Twi'lek in die Käfigvorrichtung, fixierte ihn an deren Wand und ignorierte seine leisen Flüche, die er in ihre Richtung murmelte.
Erschöpft trottete die blonde Mandalorianerin schließlich ins Cockpit und weitere Schlammspuren zogen sich hinter ihr über den Boden des Schiffes. Mit zittrigen Fingern löste sie die Durastahl-Platten von ihrer Brust und ihren Schultern, das Gewicht der Rüstung fiel von ihr ab, bevor sie den Helm abnahm und ihn auf die Konsole warf. Ihre blonde Mähne klebte verschwitzt an ihrem Nacken, ihre blauen Augen waren müde, aber erleichtert. Sie ließ sich entkräftet in den Sitz des Cockpits fallen, ein leises Stöhnen entkam ihren Lippen, als ihre schmerzenden Rippen protestierten. Ein Schmerz, der sich intensivierte, als sie sich hinunterbeugte, um die vollkommen verdreckten Stiefel abzuschütteln.
Was für ein verdammter Tag, dachte sie, während sie den Kopf zurücklehnte und für einen Moment die Augen schloss. Keine. Sumpfwelten. Mehr. Fürs. Erste.
// Gamorr // Äquatorialebene // Nahe des Dorfs Naberrie // Dawn Chaser - Dany, Vira Taan fixiert im Frachtraum //