T
Tiberius Ravenburg
Gast


Tiberius Ravenburg, Gaus Eisenberg und imperiale Offiziere
Auch wenn Tiberius Ravenburg nicht mit jedem Punkt, den sein Kampfgefährte ansprach, einverstanden war, so war es an dieser Stelle zwecklos zu widersprechen. Die Beweislast war zu erdrückend und nahm ihm jeglichen Wind aus den Segeln. Was er gesagt hatte, hielt stand. Das Imperium würde diesen Planeten in einem Weltenbrand untergehen lassen, sollte sich das Regime von Dac dem Planeten mit auch nur einer Kampfgruppe nähern. Doch wie konnte es überhaupt soweit kommen? Eisenberg hatte Recht. Das Imperium würde zwar nun handeln, doch hatte es versäumt in der Vergangenheit richtig zu handeln. Die beiden Männer litten unter einer kognitiven Dissonanz: Sie waren damit erzogen worden, dass der Mensch die Spitze der Evolution darstellte, sie waren damit gedrillt worden, dass das Imperium von den Sith regiert wird, war es doch der erste Imperator Darth Arcanious, dem sie die Säuberung des Makels der Alten Republik zu verdanken hatten. Doch mit Darth Allegious an der Spitze bissen sich diese beiden Doktrinen und hinterließen einen faden Beigeschmack im Mund des eisernen Zyklopen. Den Moment des Schweigens spülte der Kommandant der Bloodshed mit einem Glas Sprudel herunter, dass er sich in dem Moment der Stille einschenkte, der sich wie ein bleierndes Tuch zwischen Eisenberg und Ravenburg senkte.
Er bot seinem Gegenüber ebenfalls ein Glas des von außerhalb importierten, prickelnden Wassers an und stellte sie, nachdem der Inhalt seinen Weg gefunden hatte, zurück. Seine Hand umfasste das Glas, während sein Blick auf die von Servomotoren gesteuerte Hand seines Gegenübers ruhte. Sie hatten beide viel für dieses Reich gegeben und doch hatten sie keinerlei Mitspracherecht. Ein Affront, doch war das hier keine Demokratie. Dennoch… Ravenburgs Enttäuschung schlug in Wut um. Wut über eine geraubte Zukunft. Eine Zukunft, die ihm ein Mann insbesondere offeriert hatte und an dessen Ideale er felsenfest geglaubt hatte.
„Wäre doch nur Nereus Kratas noch hier.“
Die Worten waren nicht mehr als ein Hauch, doch die nachdenkliche Stille zwischen Ravenburg und Eisenberg wurde von diesen Worten wie ein Peitschenschlag durchdrungen. Ravenburg hob seinen Blick, direkt in die Augen seines Gegenübers. Es war Verbitterung in ihnen zu lesen, Verbitterung über eine Zukunft, die ihm Darth Allegious geraubt hatte.
„Er hätte uns retten können, alter Freund. ER war die Flotte, damals.“
Ein geflügeltes Wort propagandistischem Ursprungs, doch steckte ein Funken Wahrheit darin. ER war es gewesen, den das Galaktische Imperium, geeint, zum Großadmiral hatte ausrufen lassen. Er war es gewesen, der mit dem Anti-Force-Commando eine Streitmacht aufstellen wollte, um möglichen Eskapaden der Sith Einhalt gebieten zu können. Eskapaden wie jene, die das Galaktische Imperium im Endeffekt zerrissen hatte: Der Krieg zwischen dem Blutsbruder des vorherigen Imperators und dem Halb-Noghri. Zugegeben, beide waren nach den Standards der humanen Hochkultur nicht das, was man die perfekten Beispiele der Sitze dieses Reiches ansehen sollte, doch hätte Ravenburg insgeheim einen dritten Weg lieber gesehen: Imperator Nereus Kratas.
„Einmal, auf Carida während des Sith Schisma, sah ich Ihn wie er einem Sith die Stirn bot.“
Seine Worte schienen nachdenklich, er schwelgte in Erinnerungen. Es war damals, auf dem Höhepunkt des Konflikts zwischen den Sith Despoten gewesen, dass Tiberius Ravenburg zum ersten Mal einem dieser Gräuel in Menschenhaut gegenübergestanden hatte. Er erinnerte sich an die Kälte, die diese Wesen ausstrahlten. An den Zorn, der in den goldgelben Augen dieses Wesens geruht hatte. Wie ein Rancor einem Käfig. Doch war der Mann ruhig gewesen, hatte sich gewählt ausgedrückt. Wie ein unter Druck stehender Behälter, bereit jederzeit zu explodieren, hatte das massige Wesen, dass sich als Nergal, Bote von Darth Allegious vorgestellt hatte, mit Nereus Kratas parliert.
„Eine riesige Bestie von Mensch, ein wahrer… ein wahrer Titan. Doch Kratas hielt stand.”
Und wie er standgehalten hatte. Ravenburg dachte mit Wehmut an den Großadmiral zurück. Er hätte diesen Verfall aufhalten können. Zwar war er ein Förderer von Jade Dalmascae und seiner Schwester Alynn Kratas gewesen, wenn die Zylinder an ihren Gürteln nicht täuschten ebenfalls Mitglieder dieses Ordens, der über das Imperium verfügte, doch schienen sie… eine gänzlich andere Sorte zu sein. Eine, mit der vielleicht sogar sein reaktionärer Freund hätte leben können. Doch er würde nie in den Geschmack kommen dieses Szenario zu sehen, denn man hatte ihm diese Zukunft geraubt. Die Worte seines Kameraden hatten etwas in ihm ausgelöst, das lange geschlafen hatte.
„Mit ihm wäre es niemals so weit gekommen.“
Seine Worte waren nun getränkt von Verbitterung. Der eiserne Zyklop presste die Lippen zusammen, nahm noch einen Schluck des prickelnden Wassers und sah, wie die Turbolifttüren sich öffneten und ihr Führer, mitsamt der Offiziere, wie siegreiche Helden und einigen Behältern zurückkamen.
„Wo du eben von Chedhi sprachst…“
Mit seinem Zeigefinger, den Arm auf dem Tisch ruhend, deutete der imperiale Offizier in Richtung der heranrückenden Kolonne, gespannt darauf, was sie seinem erzürnten Freund und Kameraden für Gaben anbieten würden.


Tiberius Ravenburg, Gaus Eisenberg und imperiale Offiziere
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: