Ach, die Wahl dieses Jahr... ich denke, hier ist nur eines klar: Die Wahlbeteiligung wird so gering sein wie nie.
Nur, wen soll ich selbst wählen? Wie jemand hier schon sagte, beide sind Laberköpfe, doch wer ist das kleinere Übel? Beide Programme haben Punkte, denen ich zustimme, und wieder andere, die ich nicht für akzeptabel halte. Und beide haben nur eine Handvoll wirklich fähige Leute in ihrem Kader.
Kleine Stellungnahme zu dem Duell meinerseits gewünscht? Nein? Egal, ich gebe sie trotzdem ab

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Ich stimme dem Spiegel-Chef zu: Vom 'Medien-Kanzler' hat man heute Abend nicht viel gesehen. Rein vom Auftritt her gewinnt Stoiber, und das haushoch. Vielleicht war er zu agressiv, als gut ist, aber genau das wollen die Leute sehen: Engagement.
Gesundheitspolitik ist etwas, das noch niemand angesprochen hat. Schröder will scheinbar alle Fachärzte abschaffen und sie durch Allgemeinmediziner ersetzen, übersieht dabei aber zwei wesentliche Punkte: Erstens gibt es immer weniger junge Hausärzte, weil Mediziner kaum was verdienen (die Kassen sollten die Politiker da oben mal ordentlich durch die Mangel nehmen statt sie in ihrem Kurs auch noch zu unterstützen!), und zweitens kann ein Hausarzt niemals einen Spezialisten ersetzen. Ersterer weiß zwar von allem ein wenig, letzterer dafür viel von einem besonderen Gebiet. Und wollt ihr von jemanden z.B. an der Prostata operiert werden, der so etwas in seinem Medizin-Kurs nicht durch genommen, geschweige denn gemacht hat?
Von der mangelnden Einbindung alternativer Medizin mal ganz zu schweigen.
Was die CDU in der Beziehung machen will, weiß ich jetzt nicht so genau, aber es kann ja nur besser werden

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Arbeitslosen. Zugegeben, Schröder hatte es nicht einfach, aber jetzt erst mit der Harz-Kommission anzukommen, ist etwas spät, da hat der Stoiber Recht. Aber es wäre imho auch falsch, die Idee ganz fallenzulassen, etwas, dass Stoiber scheinbar tun will (oder den Zuschauer glauben lassen möchte, um Schröder noch schlechter dastehen zu lassen).
Flut. Ein interessantes Thema. Diese Katastrophe kam so kurzfristig, dass keiner die Möglichkeit hatte, sich kluge Sprüche einfallen zu lassen, und deshalb beide mit den gleichen ankommen mussten. Der Eine konnte dem Anderen nicht vorwerfen, seine Regierung hätte das verschuldet, und der Andere konnte dem Einen nicht ins Gesicht sagen, dass er das nicht besser gemacht hätte. Geld muss her, das ist richtig (wobei natürlich die radikalste Lösung wäre, Kapital grundsätzlich abzuschaffen, aber das würde der große Bruder Bush wohl gar nicht gerne sehen

). Nur wie bekommen? Zwangs-Einzug ist nicht drin, dann wählt sie ja keiner. Noch mehr Steuern? Oder doch lieber mehr Staats-Schulden? Eine schwierige Frage, zweifelsohne. Wenn sich keine alternative Möglichkeit anbietet, wäre es wohl das beste, alle zusammen zu führen. Ein wenig mehr Steuern (wenigstens für einen bestimmten Zeitraum), ein 'kleiner' Kredit und die Demütigung, mal kurz bei EU und UN nachzufragen, ob die guten Nachbarn dem einkesselten Land der Mitte nicht etwas schenken könnte.
Auch hier hat übrigens keiner der Kandidaten von den Gründen gesprochen. Natürlich nicht, beide Parteien haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Aber auch daran sollte man denken. Die Grünen der 80er hätten das getan. Die des 21. Jahrhunderts? Zweifelhaft.
Einwanderung. Ganz klar auf der Seite der SPD. Der einzige Grund, warum die CDU blockiert hat, war, dass der Vorschlag eben von der SPD kam, und das seh ich nicht ein. Die Lösung ist gut und auf jeden Fall besser als die bisherige.
Alle Probleme können nicht gelöst werden, von keinem der Kandidaten. Aber abmildern kann man sie. Wen ich wählen werde, weiß ich jetzt ja nun immer noch nicht. Ich wäre ja für eine Änderung der Verfassung, die die Partei-Struktur verändert, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht durch kommen würde

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