Es ist natürlich schon lange gang und gebe, dass Frauen und Mädchen in Einkaufszentren und Schwimmbädern verfolgt, belästigt und betatscht werden...
Tut mir leid, aber ich kann dieses Relativieren des Problems nicht mehr ertragen. Ich habe Angst um meine Freundin und meine Familie und finde es schlimm, wenn so getan wird, als gebe es das in der Häufigkeit schon sehr Jahr und Tag...
Du, ich verstehe dich voll und ganz. Ich hab auch Angst um die, die mir wichtig sind. Man muss sich nur mal vor Augen halten, was alles passieren kann. Man kann heute auf die Straße gehen und überfahren werden, man kann mit dem Zug reisen und Opfer eines Zugunglücks werden, man könnte auch genau so gut auf dem nassen Bürgersteig ausrutschen und sich das Genick brechen. Das sind alles Dinge, die mit einer nicht zu unterschätzenden Wahrscheinlichkeit eintreten können, um die sich aber kaum jemand Gedanken macht, beziehungsweise die eben kaum jemand aktiv fürchtet. Und selbstverständlich besteht für eine Frau auch die Gefahr, von einem Moslem sexuell belästigt zu werden. Das ist eine Gefahr im Gegensatz dazu, von der berichtet wird, die medial präsent ist. Es besteht für eine Frau nun aber genau so die Gefahr, von einem Nicht - Moslem sexuell belästigt zu werden. Eine ebenso vorhandene, da draußen existierende, wahrscheinliche Gefahr, die aber keine mediale Aufbereitung erfährt und nur deswegen als nicht so brisant wahrgenommen wird.
Ich habe niemals sagen wollen, dass es diese Sexualstraftäter muslimischer Herkunft nicht gibt. Natürlich gibt es sie und auch aus meiner Sicht gehören sie bestraft. Der Punkt ist aber, dass es nicht jeder Moslem Sexualstraftäter ist und nicht jeder Sexualstraftäter Moslem. Aber es wird in den Medien genau so dargestellt, indem die Medien gezielt die Fälle, in denen die beiden Gruppen Moslem und Sexualstraftäter sich nun überschneiden, dargestellt werden. Und wenn du um deine Freundin und deine Familie Angst hast aufgrund der Flüchtlinge, die du als besondere Bedrohung ansiehst, dann kann man die Medien an deinem Beispiel ja zumindest beglückwünschen, denn das Schüren dieser Angst und das Zeichnen eines Bildes einer ethnischen Gruppe, die gefährlicher wäre als andere, ist ihnen offenbar bei dir und vielen anderen gelungen.
Immer wieder interessant, wie anderweitige Meinungen in gewissen Themen unterschwellig als "dumm" gebrandmarkt werden.
@Admiral X
Butter bei die Fische: Bitte werde doch konkret, wenn Deine Brandmarkung nicht auf Deine eigene Aussage zurückfallen soll. Du schreibst bzw. bestätigst, dass es diese rudelweisen öffentlichen Übergriffe schon vorher bzw. auch in der Intensität/Frequenz gab - nur hätten sie halt kaum einen interessiert

. Also müssen Dir solche Ereignisse ja aus regionaler oder überregionaler Presse oder Polizeiberichten oder einfach irgendwoher nachweislich und nachvollziehbar bekannt sein.
So benenne doch bitte aus den letzten - sagen wir 20 Jahren? - mal einen beliebigen Zwei-Monatszeitraum mit ganz konkreten dokumentierten Ereignissen (Quelle), wo durch einen beliebigen zugewanderten Kulturkreis in Deutschland in dieser Häufigkeit obige Ereignisse stattfanden.
Du kannst Haut-, Haar-, Hut- oder Unterhosenfarbe dabei übrigens direkt beiseite lassen, weil das keine Rolle spielt.
(Mir zumindest sind keine derartigen Probleme mit asiatischen, mittel- oder südamerikanischen, geschweige denn westlichen oder sonstwelchen Kulturkreisen in Deutschland bekannt.)
Im Wesentlichen gilt für dich der gleiche Inhalt wie das, was ich gerade in Bezugnahme auf
@KyleKartan geschrieben habe. Das ist einfach meine Sicht der Dinge, mein Standpunkt, den ich, so will ich meinen, bereits deutlich gemacht habe. Aber nochmal: Wir nehmen nur deswegen an, dass viele Flüchtlinge zu Gewalt- und Sexualstraftaten bereit sind, weil die Berichterstattung hierüber uns dieses Bild vorgaukelt. Nimm es mir nicht übel, aber die von dir erbetene Recherchearbeit ist mir zu müßig, weswegen ich sie gerne außen vor lasse. Ich bin nämlich der Meinung, dass man einen Diskurs zu diesem Thema auch ohne "Fakten" als Totschlagargumente führen kann und sollte (dazu mal angemerkt: Wer garantiert uns eigentlich, dass die Berichterstattungen über Straftäter, jetzt mal wirklich
unabhängig davon, ob es sich um Flüchtlinge, Einheimische oder wie auch immer handelt, immer wahr sind oder sich genau so auch abgespielt haben? Können wir das wirklich beurteilen, wenn wir nicht dabei waren? Es gab meines Wissens nach durchaus auch schon viele Meldungen, die sich als Fakes herausstellten).
Dementsprechend versuche ich, anhand meines persönlichen Menschenbildes zu argumentieren, was denke ich legitim ist, da das jeder machen wird. Und meine ganz persönliche Ideologie verbietet es nun einmal kategorisch, Menschen aus einer bestimmten Kultur, einer bestimmten Region, einer bestimmten religiösen Konfession, einer bestimmten Hautfarbe, eines bestimmten Geschlechts und so weiter und so fort Stigmata zuzuschreiben, die in erster Linie negativ sind und geeignet wären, eine von vornherein vorgenommene kritische Betrachtungsweise dieser Menschen zu begünstigen, aufgrund eines der genannten Merkmale. Ich vertrete eben schlichtweg die These, dass der Mensch Mensch ist und die Gründe dafür, ob ein Mensch nun aufrichtig und gesetzeskonform handelt oder eben nicht, am Menschen selbst zu suchen sind, und nicht an seiner Herkunft, seinem Geschlecht, seiner Hautfarbe oder was auch immer. Ich betrachte nun mal alle Menschen als gleich und schreibe der kulturellen Prägung, die den Menschen beeinflusst, einen zum Teil durchaus vorhandenen, aber dann doch nicht so erheblichen Einfluss zu. Sonst ist man irgendwann so weit, dass man sagt "Ah, die belästigen Frauen im Schwimmbad, das ist aufgrund ihrer Kultur", weil das in meinen Augen einfach Schwachsinn ist. Wäre ein Mensch wirklich immer so, wie seine Kultur ihn angeblich prägt, wären ja wir Deutschen etwa doch auch alle gleich. Die meisten Menschen, die ich kenne sind Deutsche und ich kann dir versichern, dass ich Menschen also der gleichen Kultur angehörig kenne, die unterschiedlicher aber überhaupt nicht sein könnten. Und genau so ist es bei jeder Kultur, sie mag einen gewissen Einfluss auf den Menschen und seine Lebensweise haben, doch letztendlich entscheidet doch immer noch der Mensch selbst, wie er handelt und wie nicht. Und ein Straftäter wird aufgrund seiner kulturellen Zugehörigkeit schon gleich niemand. Jeder hat das Potenzial, Straftaten zu begehen, aber aus meiner Sicht hat dieses Potenzial eben jeder zu gleichen Teilen, egal aus welcher Region oder aus welcher Kultur er stammt oder welcher Religion er sich zugehörig fühlt.