Tagespolitik allgemein

In Sachen Ukrainekrieg machen zur Zeit ja auch Richard David Precht und Harald Welzer ja allerhand Schlagzeilen. Nachdem sie mit ihren offenen Briefen an Olaf Scholz keine Änderung der auf Russland bezogenen Außenpolitik erwirken konnten, haben sie nun ein "medienkritisches" Buch geschrieben. Der Grundtenor:

"Die durch die Medien vertretene, öffentliche Mehrheitsmeinung ist in Wahrheit bloß eine Mindermeinung, während die offizielle Mindermeinung (aka die Meinung von Precht und Welzer) die eigentliche Mehrheitsmeinung ist."

Es ist schon fast Realsatire, wenn ein Dauergast der öffentlich-rechtlichen Talkshows behauptet, seine Meinung käme im öffentlichen Diskurs kaum vor. Ich konnte den Kerl ja schon vorher aufgrund seines arroganten, besserwisserischen Auftretens bei gleichzeitiger Ahnungslosigkeit kaum leiden, aber offensichtlich hat der Mann eine ziemlich stark ausgeprägte Hypris.

https://www.google.com/amp/s/www.rnd.de/medien/precht-und-welzer-bei-markus-lanz-attacke-gegen-studio-gaeste-macht-keinen-sinn-mit-ihnen-zu-reden-44AZLENHLBAN3NA7BFQ7OXZC2I.html?outputType=valid_amp

Und weil der Alhut allem Anschein nach noch nicht allzu dolle drückt, ist sein neuster Vorschlag zum "Deeskalieren" der Lage, dass einzelne Nato-Länder dem armen, missverstanden Russland vertraglich zusichern sollen, sich gegen die Aufnahme der Ukraine ins Bündnis auszusprechen.

https://www.google.com/amp/s/www.rnd.de/politik/richard-david-precht-einzelne-nato-staaten-sollten-russland-nicht-aufnahme-der-ukraine-garantieren-E5N7TT5QDZEVVI3WL44LFZJ3A4.html?outputType=valid_amp

Da kann man echt nur den Kopf schütteln...

Grüße,
Aiden
 
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Ja, es wäre so einfach. Nur wäre das eine unglaubliche Schmach.
Es wäre der Beweis von wahrer Größe. Er würde einen riesigen Fehler einsehen.
Die Probleme dieser Welt sind alle einfach zu lösen, wir Menschen sind einfach so selten Dämlich aus einfachen Problemen Mithilfe von irgend welchen Dünnschiss die Probleme zu verkomplizieren.
Ganz genau. Zumal 99,9 % der Probleme vom Menschen gemacht sind.
Um sinnvoll zu verhandeln müssen beide Seiten Kompromisse machen.
Bleiben beide beim Maximum wird dieser kack Konflikt weiter gehen.
Der innere Druck durch das russische Volk könnte so groß werden, dass damit eine zweite Front entsteht, gegen die Putin vorgehen muss, dass er den Krieg beenden muss. Aber das scheint noch in weiter Ferne zu sein.
 
Es wäre der Beweis von wahrer Größe. Er würde einen riesigen Fehler einsehen.

Das Problem ist nur dass Putin ein Opfer seiner eigenen Ideologie ist und es für ihn nur noch vorwärts geht in der Hoffnung das er irgendwie seinen Hals zu retten.

Außerdem glaube ich dass ihm mittlerweile auch bewusst geworden ist dass es keine Lösung des Konfliktes mit, sondern nur noch ohne ihn Möglich ist.
 
Das Problem ist nur dass Putin ein Opfer seiner eigenen Ideologie ist und es für ihn nur noch vorwärts geht in der Hoffnung das er irgendwie seinen Hals zu retten.
Sehe ich auch so. Die Frage ist eigentlich nur, wie hoch die Verluste sein werden.
Außerdem glaube ich dass ihm mittlerweile auch bewusst geworden ist dass es keine Lösung des Konfliktes mit, sondern nur noch ohne ihn Möglich ist.
Da macht er alleine die Regeln. Aber, wie gesagt, ich sehe auch nicht, dass er da bereit ist über seinen gewaltigen Schatten zu springen.
 
Sehe ich auch so. Die Frage ist eigentlich nur, wie hoch die Verluste sein werden.

Ich glaube solange sich in seinem Umfeld und der Bevölkerung kein für ihn persönlich bedrohliches Szenario abzeichnet ist ihm das egal.

Da macht er alleine die Regeln. Aber, wie gesagt, ich sehe auch nicht, dass er da bereit ist über seinen gewaltigen Schatten zu springen.

Das müssen glaube ich im Endeffekt auch laute in seinem Umfeld für ihn erledigen.
 
In Sachen Ukrainekrieg machen zur Zeit ja auch Richard-David Precht und Harald Welzer ja allerhand Schlagzeilen. Nachdem sie mit ihren offenen Briefen an Olaf Scholz keine Änderung der auf Russland bezogenen Außenpolitik erwirken konnten, haben sie nun ein "medienkritisches" Buch geschrieben. Der Grundtenor:

"Die durch die Medien vertretene, öffentliche Mehrheitsmeinung ist in Wahrheit bloß eine Mindermeinung, während die offizielle Mindermeinung (aka die Meinung von Precht und Welzer) die eigentliche Mehrheitsmeinung ist."

Der Auftritt dieser beiden Schmalspurphilosophen bei Lanz letzte Woche war an Peinlichkeit nicht zu unterbieten. Offenbar wussten die beiden Dampfplauderer nichtmal mehr, was eigentlich in ihrem Pamphlet steht, und stellten irgendwann als beleidigte Leberwürste die Diskussion ein. Lächerlich.

C.
 
Gemäss der Denkfabrik «Institute for the Study of War» stehen die ukrainischen Kräfte rund 30 Kilometer vor Cherson. Zuvor meldete Wladimir Saldo, der von Russland installierte Statthalter in den besetzten Teilen von Cherson, einen Durchbruch der ukrainischen Streitkräften. Die Informationslage ist angespannt, sagen wir es mal so, denn es gab in der Tat Durchbrüche», sagte Saldo. Es soll sich um den grössten Durchbruch an der Südfront seit Kriegsbeginn handeln. (fur)
Tja.....kaum annektiert und doch schon wieder frech von den Ukrainern zurückgeklaut;-)! Die Russen machen anscheinend gerade so ziemlich jeden strategischen Fehler, den sie nur machen können, während die Verteidiger mit ihrem Oberbefehlshaber Saluschnyi wohl so eine Art 'Chuck Norris der Kriegsführung' im Sortiment haben. Die Ukrainer haben da eine beachtliche Zwickmühle aufgebaut, während die Angreifer sinnfrei auf den Donbass eingedroschen haben!
In Sachen Ukrainekrieg machen zur Zeit ja auch Richard-David Precht und Harald Welzer ja allerhand Schlagzeilen. Nachdem sie mit ihren offenen Briefen an Olaf Scholz keine Änderung der auf Russland bezogenen Außenpolitik erwirken konnten, haben sie nun ein "medienkritisches" Buch geschrieben.
Deren "Lügenpressen"-These ist tatsächlich ein satirisches Highlight:roflmao:. Precht ist jetzt anscheinend endgültig in den Reihen der querdenken Verschwörungs-Freaks angekommen, als wäre so etwas hier nicht schon dumm genug gewesen:
"Natürlich hat die Ukraine (...) auch die Pflicht zur Klugheit, einzusehen, wann man sich ergeben muss." Der Satz ist mal echt kacke gealtert! "Ukraine" müsste hier mehr als je zuvor durch "Russland" ersetzt werden. Dann stimmt er zum ersten mal!
Wenn der Precht mal Philosoph wäre. Ich glaube, der ist "nur" Germanist und hat auch noch nie im akademischen Umfeld philosophisch gearbeitet oder geforscht.
Hey.....seine philosophische Ausbildung hat er immerhin bei "Wer wird Millionär" von Jauch himself bekommen;-)!
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(Wer wird Millionär, 2003)
 
Wenn der Precht mal Philosoph wäre. Ich glaube, der ist "nur" Germanist und hat auch noch nie im akademischen Umfeld philosophisch gearbeitet oder geforscht.
Precht hat Philosophie studiert und ist immerhin am Institut für Philosophie der Uni Lüneburg, aber ich weiß nicht, ob er darin auch einen Abschluss erworben hat. Promoviert hat er jedenfalls in Germanistik. Dass er noch nie im akademischen Umfeld philosophisch gearbeitet oder geforscht hat, das ist aber auch mein Wissensstand.
 
Ob Precht studierter Philosoph ist, spielt doch im Grunde keine Rolle (geschützt ist der Begriff ohnehin nicht). Er könnte genauso gut Mathematik, BWL oder Oecotrophologie studiert haben. Unter den Unterzeichnern der Briefe finden sich eine Menge studierter Leute, die nur leider fast alle keine Ahnung von Außen- und Sicherheitspolitik haben. Das gemischt mit einem gewissen Geltungsdrang und anderen, in meinen Augen nicht gerade schmeichelhaften Charaktereigenschaften, hat sie erfolgreich in diverse Talkshows gebracht. Auf der anderen Seite finden sich genug Diskursteilnehmer oder akademischen Abschluss (mit passendem Schwerpunkt), die sehr viel mehr Einschätzungsvermögen und Expertise einbringen. Am Ende zählt das Argument.

Insbesondere Precht ist seit Jahren quasi ein Pop-Star, der eine für viele Menschen schwer zugängliche Disziplin in sein Marken-Image eingewoben hat und sich selbst als denjenigen präsentiert, der "intellektuelle" Inhalte verständlich erklärt. Diese Geschäftsidee ist erfolgreich, da wurde gerne mal nicht so genau hingeschaut. Ich will auch gar nicht behaupten, dass er nicht auch konstruktive Beiträge liefert, nur hat er im Gegensatz zu seinem Freund Markus Lanz in dieser Sache einfach nicht mehr die Kurve bekommen. Ganz im Gegenteil, er steigert sich wie auch manch anderer so sehr in diese Position hinein und eine Rechthaberei hinein, dass eben solche Auftritte wie bei Lanz herauskommen. Ich glaube, dass er dabei unbewusst seine eigene Demontage in der öffentlichen Wahrnehmung vorantreibt.
 
Bzgl. Precht und Co. und sein Buch, empfehle ich mal euch den Podcast von Schröder und Somuncu ...

(2) Handwerker-Ärger, Lage im Iran, Lanz und Precht | Schroeder & Somuncu #85 - YouTube

ab Min. 46

Ich fürchte nur es wird euch nicht gefallen...

Jeab was aber nur daran liegt das Somuncu ein Arsch ist der gern austeilt aber nicht einstecken kann.
Und der, im Gegensatz zu seinen Ansagen, halt dann doch nach oben Buckelt wenn der, der oben steht, stärker ist als er.

Hat man schön gemerkt als er dafür war das die Ukraine direkt aufgibt.

Gut oder gar lustig fand ich den Typen eh noch nie.
 
Die weinerliche Hysterie von Somuncu in diesem Podcast hat mir tatsächlich nicht gefallen. Noch schwächer als sein Auftreten waren allerdings seine Argumente. Er behauptet, dass Precht "sanktioniert" wird, kann diese These aber mit keinem Beispiel belegen oder genauer erläutern und geht auf das Gegenargument, dass der Mann a) in gefühlt jeder Talkshow seine Ansichten äußern kann und b) auf der Bestsellerliste steht, nicht wirklich ein. Auch die Tatsache, dass Precht nicht härter angegangen wird als andere Personen im öffentlichen Raum, die kontroverse Ansichten äußern, ignoriert er konsequent.

Wirklich schwach und abstoßend wird es aber, wenn er versucht, einen wohlhabenden, einflussreichen Zeitgenossen, der seine Arroganz offen zelebriert und sich als Opfer inszeniert, in einer Reihe mit einer Ärztin zu stellen, die wegen ihrer Befürwortung der Covid-Impfungen in den Selbstmord getrieben wurde. Da eine Äquivalenz aufzubauen, ist milde formuliert tollkühn. Dass er dann noch schwurbelt, die Äußerungen von Xavier Naidoo seien entweder gar nicht wahr oder nicht so schlimm (es ist in Wort und Schrift und Bild und Ton sehr gut dokumentiert, was der Herr Naidoo für Ansichten nach außen getragen hat), lässt mich nur mit dem Kopf schütteln. Und nein, auch Herr Naidoo wurde nicht "gecancelt". Trotz seiner unglaubwürdigen und relativierenden Entschuldigung kann auch er ganz normal und ohne Angst vor staatlicher Repression auftreten - und wenn z. B. ein Konzertveranstalter sich entscheidet, dass er aus moralischen und/oder ökonomischen Gründen keinen Auftritt von Herrn Naidoo haben möchte, dann ist das sein gutes Recht.

Ein Freund der Twitter-Blase und des rauen Umgangstons in manchen sozialen Medien (die ich unter anderem deshalb nicht nutze) bin ich keineswegs. Jedoch: Der Tweet "Herr Precht solle die Klugheit haben, zu erkennen, wenn er Unrecht hat" ließ mich herzlich lachen.

Kurzum: Viel Lärm um nichts und wieder einmal ein Zeitgenosse, der glaubt, die "schweigende Mehrheit" auf seiner Seite zu haben, die nur von finsteren Kräften daran gehindert wird, ihre massenweise Zustimmung für ihn herauszubrüllen. Kennt man und ist jetzt auch nicht gehaltvoller, wenn die Person Philosoph, Intellektueller, Akademiker oder "nur" Onkel Peter am Stammtisch ist.
 
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Ich bin ja eigentlich kein großer Fan der NZZ, aber in diesem Kommentar trifft Lucien Scherrer meiner Meinung nach schon ein paar wichtige Punkte zu der ganzen Causa:

https://www.nzz.ch/feuilleton/zwei-medienstars-rechnen-mit-den-medien-ab-ld.1704655

Precht und Welzer haben offensichtlich kein Problem mit den Medien, wenn diese in deren Sinne schreiben. Ebenso klagen sie auf der einen Seite an, Journalisten ( = nicht gewählte Interessenvertreter) üben mit ihren Artikeln Druck auf die Regierung aus, während die von ihnen selbst unterzeichneten Appelle, die ein ähnliches Instrument sind, keine Kritik erfahren.

Grüße,
Aiden
 
Die weinerliche Hysterie von Somuncu in diesem Podcast hat mir tatsächlich nicht gefallen. Noch schwächer als sein Auftreten waren allerdings seine Argumente. Er behauptet, dass Precht "sanktioniert" wird, kann diese These aber mit keinem Beispiel belegen oder genauer erläutern und geht auf das Gegenargument, dass der Mann a) in gefühlt jeder Talkshow seine Ansichten äußern kann und b) auf der Bestsellerliste steht, nicht wirklich ein.

Das ist etwas was ich auch hier im Forum beobachte. Es wird absolut nicht verstanden, dass man eine Position angreifen kann, ohne die Person anzugreifen. Es wird nicht mehr getrennt und jedes Argument gegen eine (sakrosankte) Position wird als Angriff auf die eigene Person umgedeutet. Man will einfach nur seine Meinung kundtun, aber diese soll bitte nur zur Kenntnis genommen werden und nicht kritisch diskutiert werden (Zustimmung ist natürlich gerne gesehen). Diese Haltung ist allgegenwertig und findet jetzt auch im Mainstream in der Person von Precht statt.
 
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Eine Bemerkung am Rande: Es ist auch eine Freiheit, seine eigene Meinung ändern zu können, zu dürfen und zu wollen. Ist IMHO heutzutage wichtiger denn je, einen Artikel, eine Kolumne oder Kommentare/Postings nur noch vorbehaltlich zu lesen und sich an dieser Stelle dann außerdem bewusst ins Gedächtnis zu rufen, dass man heute nicht mehr zwangsläufig zustimmen muss, nur weil man das früher schon mal gemacht hat.

Geht natürlich nur, wenn man seinen Schädel nicht permanent mit ideologischer Gülle und Falschinformationen vollgepumpt bekommt. Und wenn plötzlich Leute laut aufschreien, dass man seine Entscheidung ja bereits getroffen habe, dann sollten alle Alarmglocken angehen. Das Argument, man würde ja so oft Abstimmen, bis das Ergebnis endlich wieder passt, ist halt in einer funktionierenden Demokratie ne totale Luftnummer. Brexit means Brexit und so... :crazy
 
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