Tagespolitik allgemein

Nun kommt die Diplomatie ins Spiel.
Ich bin ja auf der selben Seite wie ihr, aber glaubst Du Putin nimmt eine Niederlage einfach so hin ? Ich vermute er sucht selber einen Exit, aber der wird nicht so aussehen wie es sich viele wünschen.

Sowohl die USA als auch die Sowjetunion haben nach Vietnam und Afghanistan nicht (sofort) aufgehört zu existieren. Gerald Ford hat die Wahl nach dem Rückzug nur sehr knapp verloren und Gorbatschow hat auch noch zwei Jahre weiter gemacht, eine Niederlage ist sicherlich eine Schmach für die Nation, viele Staatsbürger und ihren Anführer aber ganz ehrlich, dass hätte Putin zum einen vorher wissen müssen und zum anderen ist es seine Aufgabe das innenpolitisch als Sieg oder was auch immer zu verkaufen.
 
Das komplizierte an der Situation ist, das Putin den verlorenen Krieg als Sieg verkaufen muss.

Muss er gar nich er könnte es Propagandistisch ausschlachten um seine Position zu stärken.

Ich vermute er sucht selber einen Exit, aber der wird nicht so aussehen wie es sich viele wünschen.

Ich bin mittlerweile sogar vom Gegenteil überzeugt, er will im Notfall die Welt brennen sehen. Und Kompromisse interessieren ihn in keinster Weise.

Bei einigen seiner untergebenen sehe ich da schon eher einen langsamen shift und wenn schon muss der Westen an diese Leute ran anstatt an Putin.


Und Biden kann sagen was er will. Er hat keinerlei Handhabung über Ukrainisches Staatsgebiet. Außerdem muss man bedenken das Bald die Midterm election ansteht gebe ich auf die Worte erst erstmal nicht all zu viel.
 
Dass dann bei der Frage wie der Kompromiss denn aussehen soll so rumgedruckst wird, ist auch wieder bezeichnend. Man will einfach nur Ruhe haben...die Ukraine kann dafür ruhig ein wenig einstecken...ok? :(
Glaubst Du das man es nur mit militärischen Mitteln erreichen kann , dass Russland sich zurück zieht und Putin einsieht , das er verloren hat ?
Wünschen kann man es sich, realistisch gesehen wird es meiner Ansicht nach nicht so kommen.
Die andere Hoffnung ist die, dass er innenpolitisch gestürzt wird, das wird aber meiner Ansicht nach nicht passieren.
Ich gebe nun mal ein Beispiel, so feige bin ich dann doch nicht.
Wenn er die Krim bekommen würde, die Ukraine dafür ein demokratisches, freies Land werden würde….wäre das nicht erstrebenswert um Frieden zu erreichen ?
 
Wäre ja echt eine tolle Botschaft an Putin, jetzt entgegen zu kommen und ihm ein paar Gebiete zuzugestehen. Und ein paar Jährchen nach Kriegsende holt er sich dann das nächste Stück der Ukraine, oder vom Baltikum. Passiert ja nichts solange man nur hin und wieder mit Atomwaffen droht. :rolleyes:
 
Seit wann isses vertretbar, einem Verbrecher einen Teil der Beute zu überlassen??! Absoluter Horror!!

Der Ukraine wurde von russischer Seite schon vor Jahren Unabhängigkeit und Frieden zugesprochen. Selbst wenn man da Land und Leute verkaufen (!!) würde, wäre das keinerlei Abmachung, die von Russland aus nur ansatzweise sicher eingehalten werden würde, weil sie sich auch an die letzte Abmachung nicht gehalten haben -_-
 
Wäre ja echt eine tolle Botschaft an Putin, jetzt entgegen zu kommen und ihm ein paar Gebiete zuzugestehen. Und ein paar Jährchen nach Kriegsende holt er sich dann das nächste Stück der Ukraine, oder vom Baltikum. Passiert ja nichts solange man nur hin und wieder mit Atomwaffen droht. :rolleyes:
Ich glaube ja das er gemerkt hat , das es ein Fehler war. In seinen Kopf kann ich nicht schauen, aber das er nach aktuellen Verlauf des Krieges daran denkt weiter zu gehen glaube ich nicht.
 
Wäre ja echt eine tolle Botschaft an Putin, jetzt entgegen zu kommen und ihm ein paar Gebiete zuzugestehen. Und ein paar Jährchen nach Kriegsende holt er sich dann das nächste Stück der Ukraine, oder vom Baltikum. Passiert ja nichts solange man nur hin und wieder mit Atomwaffen droht. :rolleyes:

Wäre ja nicht nur eine Nachricht an Putin. China, Pakistan und Nordkorea sind ja auch bekannte Atommächte die jetzt unbedingt die nettesten Nationen sind und hätten somit die Legitimation das alle vor einer Drohung Buckeln.
 
Glaubst Du das man es nur mit militärischen Mitteln erreichen kann , dass Russland sich zurück zieht und Putin einsieht , das er verloren hat ?

Ja. Dafür muss man die Ukraine nur ordentlich ausstatten. Die russische Armee pfeift gerade aus dem letzten Loch. Das man den Einsatz von Atomwaffen androht ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche. Westliche Waffensysteme sind den russischen Haushoch überlegen. Die Doktrin des Westens, einen Fokus auf die Panzerabwehr zu setzen hat sich ausgezahlt. Moderne russische Panzer werden durch moderne Panzerabwehrwaffen in Massen vernichtet. Das Säbelrasseln Putins in den letzten Jahren hat die russische Armee stärker aussehen lassen und jetzt kommt die Wahrheit ans Licht. Veraltetes Gerät, mangelnde Ausbildung und desaströse Moral. Moderne Waffen werden zwar wie am Fließband angekündigt, werden aber nicht wie am Fließband produziert.
Also ja, Russland ist militärisch zu besiegen.

Wenn er die Krim bekommen würde, die Ukraine dafür ein demokratisches, freies Land werden würde….wäre das nicht erstrebenswert um Frieden zu erreichen ?

Erstrebenswert wäre es wenn die Ukraine ihr Staatsgebiet zurück bekommt. Keine Landnahme und kein Landgewinn, der dann nämlich auch völkerrechtlich legitimiert wird. Zudem frage ich mich wieso du davon ausgehst, dass Putin es beim Frieden belässt wenn er bekommt was er will? Er hat doch deutlich gemacht, dass Verträge ihn nicht kümmern und er bei passender Gelegenheit diese bricht. Warum also glaubst Du, dass es diesmal anders ist?
 
Ich hätte ja nicht gedacht dass ich das mal sage weil das Kalter Krieg Rhetorik ist, aber meiner Meinung sollte man, anstelle jetzt auf Putin zuzugehen und Zugeständnisse zu machen, ihm eher klar machen dass der Einsatz von Atomwaffen für ihn und Russland die absolute Endstation darstellen würde. Putin sollte nicht mal den Gedanken daran verschwenden.
 
Putin wollte die ganze Ukraine und hat mehr verloren als gewonnen.
Ich denke China wird es sich nun 3 mal überlegen Taiwan anzugreifen.

Halte ich für naiv und entspricht auch nicht der Realität.

Was hat Putin den verloren was ihm wichtig ist? Er würde aber Völkerrechtswiedrige Landnahme anerkannt bekommen. Das wäre ein Riesiger Gewinn.

Und China hat ein Militär das um ein vielfaches größer ist, Atomwaffen und eine Verwebung mit der Westlichen Industrie deren Sanktion uns mehr treffen würde als eine komplette wirtschaftliche Isolation Russlands und je treffen könnte.

Wenn er die Krim bekommen würde, die Ukraine dafür ein demokratisches, freies Land werden würde….wäre das nicht erstrebenswert um Frieden zu erreichen ?

Ebenso naiv, das würde heißen das die Grenzen der Ukraine geklärt wären und einem beitritt zur Nato jetzt theoretisch nicht's mehr im Wege stehen würde. Würde Putin niemals zulassen und logischer Weise die nächste "Separatistische" Bewegung erzeugen.
 
Und Biden kann sagen was er will. Er hat keinerlei Handhabung über Ukrainisches Staatsgebiet. Außerdem muss man bedenken das Bald die Midterm election ansteht gebe ich auf die Worte erst erstmal nicht all zu viel.

Nun ja, aber so komplett außen vor sind die USA ja nun auch wieder nicht, schon gar nicht, falls es wirklich zum Äußersten kommen sollte und die weitere Entwicklung entscheidend davon abhängen könnte, wie (und mit welchen Mitteln) diese reagieren.
Auf jeden Fall finde ich es erschreckend, dass die Drohungen Putins offenbar einen so großen Eindruck auf Biden gemacht haben, dass er nun doch nach Kompromissen sucht, die sogar einen Machterhalt Putins vorsehen - was ich persönlich absolut indiskutabel finde. Allein der Gedanke verursacht mir schon Übelkeit. Anstatt dass sie überlegen, wie sie ihn aus dem Weg räumen können...
Mal ganz naiv gefragt: warum ist das eigentlich nicht möglich?
 
Ich will dem schonmal garnix geben.

Wenn er die Krim bekommen würde, die Ukraine dafür ein demokratisches, freies Land werden würde….wäre das nicht erstrebenswert um Frieden zu erreichen ?

Ich überlege mir wie der Krieg enden könnte.
Nicht mehr und nicht weniger.
Buh ! Ich bin ja ein fieser Möpp

...neeein. Ich bin ja schonmal froh, wenn mit offenen Karten gespielt wird. Und endlich sagst du auch, wie deine Idee der Diplomatie aussieht: Ukrainer sollen für unsere "Sicherheit" leiden...
 
Es ist immer wieder verwunderlich, dass die Vorstellung existiert, der Mangel an offiziellen, öffentlichkeitswirksamen Gesprächen und Verhandlungen sei gleichbedeutend damit, dass "man nicht miteinander redet". Zum einen existieren eine ganze Reihe von Kanälen im Hintergrund (seien es durch die Nachrichtendienste oder informeller Austausch auf diplomatischer Ebene) und zum anderen gibt es - wie auch hier erwähnt und immer mal wieder in den Nachrichten gemeldet - auch Telefonverbindungen, die direkte Gespräche zwischen Staatsoberhäuptern ermöglichen. Die regelmäßigen Unterhaltungen von Macron und Scholz mit Putin sind dafür nur ein Beispiel. Die Diplomatie wurde niemals eingestellt, nur ist Diplomatie halt nicht gleichbedeutend mit "Die Gegenseite droht, wir machen brav das, was sie will, obwohl wir der Gegenseite nicht vertrauen können" - außer natürlich, man hat weder Rückgrat noch Prinzipien oder Weitsicht.

Das ist das eine. Das andere ist, dass nach einem Ausweg aus dem Konflikt gefragt wurde. Den gibt es, und zwar besteht er darin, dass die Ukraine weiter dazu in die Lage versetzt wird, die russischen Streitkräfte militärisch zu schlagen und von dem souveränen, international anerkannten Staatsgebiet der Ukraine zu vertreiben. Sobald das geschehen ist, geht es darum, eine wirksame, effektive Abschreckung aufzubauen, damit die Grenzen der Ukraine vor weiteren Aggressionen - sei es einige Monate oder Jahre später - geschützt ist und die Menschen in der Ukraine auf demokratischen Weg als souveräner Staat ihr Schicksal selbst bestimmen können, ohne Angst vor Gewalt, Folter und politischem Terror. Ob dieser Weg sie dann in EU und/oder NATO führen wird, ist einzig und allein die Entscheidung der Ukraine und der betroffenen Organisationen.

Wie Putin das der russischen Gesellschaft verkauft, ist sein Problem. Vielleicht gelingt es dem Propagandaapparat, es als harten Kompromiss zu verkaufen, den der große Zar eingehen musste, um - nachdem seine Armeen gegen die "polnischen Söldner" und "Nazis" natürlich viele Siege errungen haben, die man auf Landkarten halt so schwer erkennen kann - eine furchtbare Eskalation zu vermeiden. Im Zweifel finden sich im inneren Kreis auch genügend Sündenböcke, die man vorschieben kann. Vielleicht gelingt es auch nicht und die russische Bevölkerung respektive die Machteliten jagen Putin aus dem Amt. Dann muss man sehen, wie der Nachfolger tickt - Politik steht nie still und darf es sich nicht bequem machen.

Keine faulen Kompromisse. Kein Appeasement. Kein Verrat an Menschen, die sich nach Westen orientieren und in Freiheit leben wollen. Und vor allem kein Einschüchtern lassen durch Drohungen, die man natürlich ernst nehmen muss, weil sie möglich sind - aber möglich ist nicht gleichbedeutend mit wahrscheinlich oder unausweichlich.

Die Menschen in der Ukraine zahlen seit 2014 den furchtbaren Preis, und sie haben als Gesellschaft entschieden, das zu akzeptieren - wie armselig ist es da, wenn man aus der Insel der Seligkeit Deutschland die Forderung erhebt "Gebt auf, damit wir wieder unsere (verlogene) Ruhe haben können".

Das geraunte Gruseln vor dem Atomkrieg ist als Ausrede für jede Feigheit und Bequemlichkeit natürlich sehr praktisch. Mit der Einstellung wäre der Kalte Krieg wohl so ausgegangen, dass wir alle in einer Diktatur leben - die andere Seite hat ja Atomwaffen und könnte sie einsetzten, also kann man nix machen, ist wohl so. "Wandel durch Annäherung" klingt da doch so toll, da kann man jede Prinzipienlosigkeit noch in das hehre Kleid von Frieden und Verständigung hüllen.
 
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