So, das ist jetzt also die berühmte Mandalorianer-Folge, die alles durcheinander gebracht haben soll und die Karen Traviss als Anlaß nahm sich schmollend zu verziehen.
Nach allem was ich von Karen Traviss direkt oder indirekt mitbekommen habe, schätze ich, dass bei LFL so mancher im Grunde auch ganz glücklich ist, dass man sich nicht mehr mit der Frau auseinandersetzen muß....
Aber wieder zur Folge.....da ich den travischen Mandokrampf nicht gelesen habe, tangiert es mich überhaupt nicht, ob hier irgendwas umgewälzt wird oder nicht, Grundlage für meine Bewertung ist darum schlicht die Folge an sich.
Die Gestaltung von Mandalore gefällt mir gut: Eine beeindruckende Kuppelstadt, in einer endlosen weißen Wüste. Das Innere der Kuppel sah auf jeden Fall beeindruckend aus, hat was von einem Stadtplaneten aber mit einen höheren Maß an Eleganz als üblich.
Besonders haben mir die spiegelnden Bodenflächen und die viereckigen Bäume gefallen.
Ebenfalls beeindruckend fällt der Thronsaal von Satine aus.....diese riesigen Glasflächen und die interessanten Lichteffekte....toll.
Da hat man sich so viel Arbeit mit gemacht, dass ich schätze, dass man den Saal nicht zum letzten mal gesehen haben wird.
Das Gespräch mit dem Premierminister (was ist das für eine Synchonstimme? Kommt mir sehr bekannt vor) war aufschlußreich und so wurden die wichtigsten Grundpfeiler eingeschlagen: Mandalore hat mit seiner kriegerischen Vergangenheit abgeschlossen und seine Krieger auf den Mond Concordia verbannt.
Es wird auch Bezug auf Jango Fett genommen und wie er dann als gewöhnlicher Kopfgeldjäger abgestempelt wird, fand ich auf jeden Fall lustig.

Die englische Aussprache von Mandalore war hingegen etwas nervig.
Das Design von Satines offizieller Amtskleidung gefällt mir überhaupt nicht, - sieht einfach zu sehr nach einen nicht verwendeten Padme-Entwurf aus.
Das weniger offizielle und praktischere Outfit, das Satine später auf Concordia trägt, hat mir aber ganz gut gefallen.
Ansonsten hat Satine in der Tat ein bißchen was von Tilda Swinton.
Mhm.....Ewan McGregor und Tilda Swinton als Paar......irgendwie ein seltsames Pärchen....aber gut, grundsätzlich: Warum nicht?
Satines Auftreten ist ziemlich bissig, Obi Wans Ton reicht hinab bis zu übertrieben schleimig.
Dennoch oder vielleicht gerade deswegen merkt man sofort, dass da was zwischen Obi Wan und Satine war.
Ehrlich gesagt halte ich von den mittlerweile vielen Romanzen, die Obi Wan angedichtet werden, überhaupt nichts.
Gibt es dafür ein weibliches Publikum, das sich einreden möchte, dass Obi Wan was mit Frauen anfangen könnte?

Also wenn ich ihn in den Filmen (insb. Episode II und III) so sehe, finde ich es eigentlich ziemlich deutlich, dass Obi Wan von derartigen Gefühlen nicht wirklich eine Ahnung hat, - zumindest keine die auf eigenen Erfahrungen beruht. In LOE hat er sogar direkt zugegeben, dass er keine Ahnung hat.
Dennoch lasse ich mir die Annäherung zwischen Obi Wan und Siri während ihrer Padawan-Zeit und auch die zurückhaltende Sache mit dem Mädel von Melida/Daan gefallen, weil das Jude Watson imo durchaus gut rübergebracht hat.
Mit dem erwachsenen Obi Wan funktioniert so eine Story aber nicht, es hat mit Siri nicht funktioniert und es funktioniert auch nicht mit Satine (zumindest nicht in dieser Folge).
Nach der etwas schwierigen ersten offiziellen Begegnung fällt das gemeinsame Spazierengehen entspannter aus und Satine gibt einen Überblick über die wirkliche Lage auf Mandalore.
Noch deutlicher wird es bei Count Dookus ersten Auftritt seit langer Zeit, - ok, es ist nur ein Hologramm, aber immerhin. Dooku zieht also die Fäden und versucht Satine zu stürzen. Bei der Besprechung mit dem Mandalorianer kommt auch mal wieder gut Dookus Schlechtigkeit und Niedertracht zum Ausdruck.
Satines und Obi Wans Diskussion zur Rolle der Jedi und den sich aus den Einsatz in den Klonkriegen ergebenden Widersprüchen war recht interessant.
Die Bombenexplosion fand ich schlecht inszeniert.
Im Anschluß machen die Wächter und Obi Wan einen verdammt schlechten Job, - Satine war viel zu lange an diesen potentiell gefährlichen Ort und wurde letztlich nicht ausreichend abgeschirmt.
Wie man sieht war der Bombenleger auch noch unmittelbar vor Ort und es kommt zu einer kurzen Verfolgung durch Obi Wan und einen kurzen Kampf bevor der Täter Selbstmord begeht.
Hier fand ich es dämlich, dass der Typ sich noch bewegt hat und gelabert hat, nachdem er unten aufgekommen war, - das hat die Sache für mich nicht unbedingt glaubwürdiger gemacht.
War das eigentliche eine offizielle Mando-Sprache, die der Typ benutzt hat?
Satines Leibwächter machen gleich nochmal zweimal einen schlechten Job: Sie dürfte nicht in den Kampf hineinplatzen und sie dürfte sich dem sterbenden Attentäter nicht so sehr nähern.
Satines Bissigkeit wegen Obi Wans „Verstrickung in den Tod eines Concordianers“ fand ich doch ziemlich unangebracht, wobei das trockene: „Ich weiß darum spreche ich ja auch noch mit dir.“ schon was hatte.
Das Mandalorianer-Design der Folge gefällt mir sehr gut.
Die an Jangos Rüstung angelehnten jedoch sehr dunklen Monturen der Death Watch sind ohnehin cool und natürlich sehen sie auch in Action richtig klasse aus. Der Mantel von Pre Viszla hat auch gut gepaßt.
Das Design von Satines Wächtern war gleichermaßen gelungen und scheint eine gewisse Verwandtschaft zu den in KOTOR verwendeten Designs zu besitzen.
Auch, dass die Mandalorianer eigentlich alle helle blonde Haare hatten, hat mir gefallen, - dadurch erinnerten sie alle irgendwie an Jeremy Bulloch, ich schätze mal, dass das bewußt so gewollt war.
Und dann sind da noch die Fähren mit den nach den Start herunterklappenden „Flügeln“, - auch ein sehr interessanter und schöner Entwurf.
Concordia hat mir auch gut gefallen. Auch die Stadt/Ortschaft auf dem Mond hat in der Außenansicht eine gewisse malerische Eleganz.
Die Death Watch – Basis hat Obi Wan imo viel zu leicht gefunden,.....besser nicht näher drüber nachdenken, zum Glück gibt es ja auch beinahe unmittelbar gelungene Jedi-Mando-Action zu bewundern.
Und Obi Wan zieht sogar den kürzeren; - das gefällt mir.
Anschließend findet Obi Wan sich in einer sehr mißlichen Lage wieder und muß Satine zu Hilfe rufen.
Pre Vizlas Kommentar, dass Obi Wan aber sehr lange meditieren würde, fand ich gut.
Leider verstehe ich nicht warum es ausgerechnet wieder so eine bäääääätmaneske Tötungsmaschine sein mußte, wieso hat man Obi Wan nicht einfach erschossen?

:
Ok, wenn die Bösen praktisch veranlagt wären, würden die Guten zu häufig ins Gras beißen, aber langsam finde ich es echt ein bißchen dämlich.
Wie Satine dann hinzu kommt und die Maschine abstellen soll und dann auch noch kurzzeitig relativ ahnungslos vor dem Kontrollfeld stand, war so eine richtig schöne „Frauen und Technik, Obi Wan ist so gut wie tot“-Szene.

Aber Satine hat es dann ja natürlich doch geschafft, - bei der Auseinandersetzung mit den beiden Mandalorianern hat sie sich aber zu gut oder aber die Mandalorianer erheblich zu schlecht geschlagen, - kann man sich aussuchen, ich fand‘s leider nicht überzeugend.
Anschließend läßt man dann den zwanghaften „Ich hab dich gerettet, ich hab dich auch gerettet, aber meine Rettungsaktion war viel besser als deine.“-Dialog über sich ergehen. Ich fand das alles zu gequält „Han und Leia“-mäßig.
Die weitere Auseinandersetzung mit den Mandalorianern auf der Oberfläche war dann wieder recht gelungen, - Mandaloraner in Action und mit aktivierten Jetpack sehen einfach cool aus.
Obi Wan hat sowohl seinen „This weapon is life“-Moment als auch den „Wie unzivilisiert“-Moment.
Pre Viszla hat einen genialen Auftritt, als er einen seiner Untergebenen einfach erschießt: „Versager“
Obi Wan sein Lichtschwert zurückzugeben und auch noch einen Schwertkampf aufführen zu wollen, war aber sehr dämlich, - warum konnte er ihn nicht einfach erschießen?
Die Action war an und für sich nicht übel, aber dieses schwarze Lichtschwert mit den merkwürdigen Geräuschen hat mir ganz und gar nicht gefallen. Ich verstehe auch nicht warum Pre Viszla sich sowas darauf einbildet ein Lichtschwert aus dem Jeditempel gestohlen zu haben.
Imo wäre ein feines Vibroschwert viel besser gewesen als das Lichtschwert (mit dem man ziemlich dreist „Werbung“ auf der Packung der Viszla-Actionfigur macht) und diese bescheuerte Erklärung.
Nun gut, die Guten können sich retten, die Bösen verabschieden sich bis zum nächsten Mal, sieht alles nach einer Fortsetzung aus.
Am Ende hat es nach 20 Minuten Obi Wan übrigens sehr gut getan, noch Anakin zu sehen.
Die Musik fand ich btw. an vielen Stellen auch nicht übel.; - so z.B. beim Selbstmord des Mandalorianers oder beim Kampf mit Pre Vizla.
Fazit:
Wie zu Beginn angekündigt spielt die ganze Mando-Traviss-Thematik für meine Bewertung keine Rolle.
Dennoch hat mich die Folge alles andere als überzeugt.
Obi Wan als alleiniger Handlungsträger ist für mich generell schwierig, da er mich alleine doch eher anödet. Zudem wird Obi Wan hier wieder eine in meinen Augen unpassende Romanze angedichtet, die zusätzlich auch noch ziemlich schlecht die „Han-Leia“-Dynamik zu imitieren versucht.
Positiv ist das generelle Design der Mandalorianer, die durchaus coole Mando-Action und die zumindest in Teilen sehr gelungene Musik zu nennen, aber das reißt es letztlich nicht raus.
Dass die Folge mit einer Bewertung von
5 von 10 Punkten gleichzeitig auch als die bisher schwächste Folge von TCW zu bezeichnen ist, mag etwas hart erscheinen, aber besser als „absolut durchschnittlich“ kann man die Folge imo einfach nicht umschreiben.