Diese Folge stellt die direkte Fortsetzung zur letzten Folge dar und beginnt vermutlich am Morgen nach dem Angriff auf Coruscants Energieversorung, - jedenfalls sieht man rund um das Senatsgebäude noch die Rauchsäulen von den nächtlichen Feuern.
Während Palpatine von der dunklen wieder in die rote Robe gewechselt ist, befindet der Senat sich noch immer in heller Aufruhr und plant nun mit Bankenclan-Krediten weitere Klontruppen zu bestellen.
Padme stellt sich dem mit durchaus guten Argumenten entgegen, sieht sich aber sofort mit Verratsvorwürfen konfrontiert (was zeigt wie berechtigt die Ermahnung von Anakin am Ende der letzten Folge war).
Palpatine verteidigt sie freundlicherweise.
In diesem Moment erreicht den Senat eine Nachricht von Count Dooku, der verkündet dass die Republik einen Angriff durchgeführt hätte dem auch Mina Bonteri zum Opfer gefallen sei was Dooku zum Anlaß nimmt das Angebot für Friedensverhandlungen zurückzuziehen.
Interessant wäre jetzt mal eine Folge, in der jemand dem Umstand nachgeht, dass bestimmte Personen wie z.B Mina Bonteri gezielt ausgeschaltet werden, - Sidious/Dooku haben das echt schon häufiger gemacht.
Schönes Detail in Padmes Büro: An der Wand hinter Bail hängt ein Bild von der Villa im Seenland.
Der „Scherz“ von Ono (die Folge spielt also vor „Senate Murder“) war wirklich so schlecht, dass er es am besten gar nicht in die Folge geschafft hätte.
Das Gespräch mit dem Bankenclan-Vertreter zeigt welche Früchte die Deregulierung der Banken trägt:
„Wir gewähren der Republik einen Kredit zu unserm Standartzinssatz von 25%.“
Die Antwort auf die empörte Feststellung, dass dies Wucher sei und der Zinssatz früher 10% betragen hätte, ist auch sehr passend --> „Das war doch noch vor der Deregulierung.“

Und dann droht er auch noch damit, dass die Separatisten einen Kredit aufnehmen würden und sonnt sich darin, dass er so wunderbar vom Krieg profitiert.
Ekelig und schleimig, es wäre schön wenn hier üble Klischees bedient würden, aber ehrlich gesagt entspricht das ziemlich dem wie sich Banken grundsätzlich vor allem in den letzten paar Jahren präsentiert haben.
Bail ist zuversichtlich die Wucherzinsen benutzen zu können um eine Opposition gegen die Aufnahme eines Kredits mobilisieren zu können.
Er macht sich allerdings Sorgen, weil viele Politiker Drohungen erhalten hätten, - auch ein Umstand der daran zweifeln läßt, dass der Senat noch handlungsfähig ist.
Direkt darauf sieht man dann auch schon wie Ono Opfer eines brutalen Überfalls wird, - die Verdunklungspflicht dürfte eine direkte Folge des Anschlags auf die Energieversorgung sein, das Leben auf Coruscant wird also merklich eingeschränkt.
Derweil beauftragt Dooku mal wieder einige Attentäter damit Padme umzubringen (der Gedanke kam mir auch sofort, als es hieß, dass Mina Bonteri getötet worden sei), - würde echt gerne wissen wie oft Sidious/Dooku im Verlauf des Krieges versucht haben Padme aus dem Weg zu räumen.
Durch TCW wird auch Padmes generelle Befindlichkeit in ROTS verständlicher: Der Jahrelange aufreibende Kampf, die vielen Rückschläge, die vielen Attentate und die damit verbundene Angst, haben schließlich ihre Spuren hinterlassen, weswegen man verstehen kann, dass Padme schließlich dazu tendiert allem entfliehen zu wollen und sich mit ihrer kleinen Familie eine heile Welt aufzubauen.
Wobei es natürlich im Grunde schon seit Episode I zentral für den Charakter Padmes ist, dass das Leben das sie lebt, deutlich von dem abweicht was sie sich eigentlich für sich selbst wünschen würde.
Schon als Padmes Fahrer/Wächter sagt, dass er „dort drüben“ auf sie warten wolle, war mir klar, dass er eine ziemliche Sicherheitslücke produziert....warum wartet er nicht direkt vor der Tür?....da stehen einem ja die Haare zu Berge.... dass er sich dann ganz aus dem Verkehr ziehen läßt, paßt natürlich auch ins Bild.
Der desillusionierte Senator mit dem Padme und Ono sprechen gefällt mir.
Seine Position, dass die Klone doch dafür geschaffen wurden sich umbringen zu lassen, ist auf jeden Fall verständlich ebenso wie dass ihn nur die Meinung seiner Wähler interessiert, denen er sein Amt zu verdanken hat und die ihn mutmaßlich irgendwann in diesem Amt bestätigen sollen.
Herrlich ist wie Ono ihn fragt wie lange es her sei, dass er zu seinen Wählern gesprochen hat und er nur ganz lässig erwidert, dass es vermutlich ebenso lange her sei wie bei Ono und Padme, woraufhin die beiden dann auch feststellen müssen, dass er mit diesem Einwand recht hat.

Ich mag Padme, aber ich mag es auch wenn selbsterklärten „Gutmenschen“ auf diese Art der Wind aus den Segeln genommen wird und sie erkennen müssen, dass sie auch nicht besser sind als diejenigen auf die sie herabblicken wollten.
Es gibt sogar noch eine zweite Ansage für den Anschlag auf Padme: Ono und Padme sollten vielleicht mehr Hollywoodfilme sehen, dann wüßten sie, dass „Mein Fahrer wartet um die Ecke, ich laufe den kurzen Weg.“ eine Signalformulierung dafür ist, dass die Sprechende in Schwierigkeiten geraten wird.
Das „Frische Luft tut mir gut“ von Padme wirkt zudem etwas debil.
Tja und als hätte man es nicht ahnen können wird der kurze Weg schon nach wenigen Schritten ziemlich unheimlich.
Beim Handgemenge mit den Kopfgeldjägern hat Padme imo großes Glück, das hätte auch sehr leicht schief gehen können mit dem Messer.
Bleibt nur zu hoffen, dass Padme aus solchen Zwischenfällen was lernt, denn so langsam muß man sich wegen ihres lebensmüden Verhaltens ja wirklich Sorgen machen (und da wundert man sich, dass Anakin Angst hat, dass Padme sterben könnte...


); Mut ist ungleich Dummheit...bitte in Zukunft beherzigen!
Tja....die Verfolgungsjagd......die ist völlig isoliert für sich betrachtet vielleicht nicht schlecht inszeniert, aber sie hat einfach ein entscheidendes Problem: Sie wirkt auf mich so, als hätte ich das alles schon gefühlte tausend Male gesehen.
Das Problem ist nicht nur auf TCW begrenzt, sondern alle modernen Verfolgungsjagden sind ziemlich uniform inszeniert.....da ist es schon überraschend wenn das Auto oder im Falle von SW der Speeder, der um die eigene Längsachse rotierend auf die Kamera zufliegt und explodiert, nicht auftaucht.
Die letzte Szene wo Padme auf die Polizei-Speeder trifft erinnert mich zudem ziemlich an „Das fünfte Element“.
Unterm Strich ist die Verfolgungsjagd ein ziemlich langweiliger Fremdkörper, der der Folge eher schadet, als dass er ihr hilft.
Das Gespräch mit Thekla gehört dann dafür zu den Highlights.
Ich finde es schön wie Thekla Padme dafür lobt, dass sie sich mit den einfachen Leuten unterhält (obwohl es ja gar nicht wirklich stimmt) und Padme sich dann dazu entschließt Thekla wirklich über die Situation von einfachen Leuten zu befragen und ihr ehrlich zuzuhören.
Um die Sache noch komplizierter zu machen, wird Bail bei einem versuchten Anschlag auf ihn verletzt, so dass er seine geplante Rede vor dem Senat nicht halten kann und diese Aufgabe Padme zukommt.
Wie Padme daran zweifelt die Position des „großen Bail Organa“ einnehmen zu können war interessant anzuschauen und dass zu einigen von Padmes Outfits Perücken gehören war ein interessantes Detail.
Die Rede von Padme ist dann auch wirklich gut,....da kann tlw. schon fast Gänsehaut aufkommen....auch weil die Szene toll inszeniert ist, insb. wie Padmes Rede überall auf Coruscant übertragen wird (Holo auf dem Platz, oder die Übertragung im Bahnhof gefallen mir besonders) ist stark und die Stimme hat in der Szene auch einen besonderen Klang, was viel zur Wirkung beiträgt.
Die von Padme genannten Einschränkungen beim einfachen Volk hören sich wirklich heftig an und für Coruscant vielleicht im ersten Moment sogar etwas unglaubwürdig, aber andererseits ist man auf Coruscant bisher eigentlich immer nur den Leuten begegnet, die ganz oben bzw. ganz unten waren, über die Mitte ist hingegen nur sehr wenig bekannt.
Am Ende gefällt mir dann auch noch wie selbst die „bösen“ Senatoren widerwillig applaudieren müssen.
Die letzte Szene der Folge bietet mit Palpatines „Ist es nicht bemerkenswert......lassen wir die Mühlen des Senats nur mahlen.“- Rede noch einmal ein echtes Schmankerl.
Durch die Lichtverhältnisse im Büro, die generelle Inszenierung („Kameraeinstellungen“ auf Palpatine z.B.) und die Musik ist das natürlich eine sehr bedrohliche Szene, die noch deutlicher als der kleine Moment in der letzten Folge zeigt, dass Palpatine insgeheim ein ziemlich übler Kerl ist, der nur fürs erste an den Prinzipien der Demokratie festhalten will.

Allerdings ist auch diese Szene immer noch kein definitiver Beweis dafür, dass Palpatine Darth Sidious ist. Er könnte immer noch einfach ein machthungriger Politiker sein, der seine eigenen Pläne hat.
Mir gefallen diese Anspielungen auf Palpatines dunkle Seite auf jeden Fall und ich bin gespannt wie weit man damit noch gehen wird und ob es eine definitive Beweisszene für die Identität von Palpatine und Darth Sidious geben wird.
Fazit:
Diese Folge ist ziemlich schwierig zu bewerten, da sie sich ziemlich genau auf einer Wertungsgrenze befindet (was bei TCW leider häufiger als bei anderen Serien vorkommt).
Zudem hat es die Folge nach dem vorangegangenen Glanzstück natürlich schwer,....sie ist auf gar keinen Fall ein gleichwertiger Nachfolger, aber es mag auch sein, dass sie im Kontrast zur vorangegangenen Folge einfach schwächer wirkt, als sie für sich genommen tatsächlich ist.
Dieser Eindruck einer vergleichsweisen schwachen Folge, der Eindruck einer gewissen Trägheit der Folge an sich, so wie die Verfolgungsjagd als störender Fremdkörper, sprechen eher für eine 7 Punkte – Episode.
Das Gespräch mit Senator „Ich hab ebenso lange wie ihr nicht mehr mit meinen Wählern gesprochen“ Christo, das Gespräch mit Thekla, die Rede von Padme sowie Palpatines Abschlußsszene sind hingegen klare Elemente für eine 8 Punkte – Episode.
Die Entscheidung ist wirklich schwer, aber ich vergebe dann im Ergebnis doch die etwas bessere Note:
8 von 10 Punkten.