The Wheel- Landebucht 5-F- in der Nähe der Revenger- mit P-B6 und Otto ( NPC)
Seine erste bisherige Reise fand ein vorerst überraschendes Ende. Der Frachter hatte eine wichtige Ladung nach Bastion gebracht und war mit einer angeblich nicht weniger wichtigen Ladung direkt wieder aufgebrochen. Dank der Hilfe einer Twi’lek hatte er sich mit Händen und Füßen als Hilfe zu einem Raumhafen durch gefragt und war schließlich auf diesem Frachter als blinder Passagier gelandet. Der erste Tag war noch ruhig und verlief nach dem recht hastig überlegten Plan. In einem Wartungsschacht liegen und nachts ein wenig Essen klauen, damit man überlebte. Nur war er ein wenig groß, um sich dauerhaft zu verstecken und so kam es, wie es kommen musste. Man erwischte X-19 am zweiten Tag der Reise als er wieder in sein Versteck kriechen wollte.
Aus dem Wartungsschacht hingen noch die Füße raus, als der etwas zu groß geratene Nelvaaner hörte, wie ein Besatzungsmitglied näher kam. Sofort hatte er sich tot gestellt und gehofft, nicht bemerkt zu werden. Was folgte war eine wirklich… Amüsante Folge von Ereignissen. Die Stimme des Wesens, welches X-19 bemerkte, wurde schnell laut und aggressiv. Er sollte rauskommen und die Hände heben. Da er keine weiteren Löcher in seiner zerschlissenen Hose brauchte, kam er etwas ungeschickt der Aufforderung nach.
Die Erinnerung an seine Flucht bereitete X-19 unbehagen. Er war vor ein paar Tagen unter Trümmern begraben zu sich gekommen. Die Wunden konnte man immer noch gut erkennen. Sie waren zwar verkrustet, aber eben noch sichtbar. Der Mann, der ihn aufgefordert hatte, sich zu zeigen, war inzwischen verstummt. Der Bothaner vor X-19 war vielleicht gerade einmal groß genug, um mit seiner Brust zu sprechen. Aber nicht von Angesicht zu Angesicht. Als X-19 dann noch die Hände nicht einmal komplett heben konnte, da dort bereits die Decke in diesem Bereich des Schiffes war, ließ das scheinbare Männchen die Waffe fallen und lief panisch weg. Etwas irritiert hob X-19 die Waffe auf und musterte diese nachdenklich. Er verstand nicht viel von diesen Dingen. Jedoch war sich X-19 dessen bewusst, dass diese Dinger gefährlich sein konnten und nur genutzt wurden, wenn man sie auch nutzen wollte. Er seufzte und trottete dem Bothaner hinterher. Am Ende war diese Waffe schließlich dessen Eigentum.
Weit kam X-19 jedoch nicht. Der Bothaner kam mit weiteren Besatzungsmitgliedern zurück, die ihn auslachten, dass es keinen Nelvaaner in der von ihm beschriebenen Größe geben würde. Als die Dreiergruppe dann vor X-19 stand, starrten sie ihr Gegenüber an, als wäre der blinde Passagier ein Rancor in einem rosa Kleidchen. Dass er die Waffe in der Hand hatte, machte die Sache auch nicht besser. Mit einem Brummen hielt er dem Bothaner sein Eigentum hin und hob wieder die Hände, welche wieder recht schnell die Decke fanden. Sofort entbrannte eine Diskussion, was man machen sollte.
“Nicht Bastion…”
Brummte er nur, was wieder zu einer Pause und Blicken der Crew führten, als hätte gerade ein riesiger Stein mit ihnen gesprochen.
“Setzt mich irgendwo ab. Solange es nicht beim Tempel des Dunklen ist…”
Wieder kam es zu aufgeregten Wortwechseln. Schließlich war es das scheinbar einzige Weibchen der Besatzung, eine Weequay, die nur resignierend mit dem Kopf schüttelte und ihm bedeutete ihr zu folgen. Zusammen betraten sie die Krankenstation, was durch die Erinnerung an das Labor zu einem Knurren führte. Die Weequay beruhigte ihn, dass sie nur seine Wunde versorgen würde, ehe sie nach seinem Namen fragte. Namen… Alles, was er hatte, war X-19… Namen hatten keine Zahlen. Droiden hatten Zahlen in ihren Seriennummern. Aber er war kein Droide. Also hatte X-19 nur eine Art Seriennummer, aber keinen Namen. Etwas unsicher schaute er sich und tat so, als hätte er die Frage nicht verstanden. Dann sah er eine Spiegelung einer Aufschrift. Zahlen? Er brauchte keine Zahlen! Er brauchte Worte! Namen! Neben der Zahl sah er das Wort essaM. Immerhin etwas. So reagierte er auf die erneute Nachfrage bezüglich seines Nachnamen mit eben diesem Wort.
“Essam…”
murmelte er unsicher. Erst jetzt bemerkte er, dass das Wort, was da eigentlich stand, “Masse” war. Immerhin war es nicht so offensichtlich, als dass sein Gegenüber das mitbekommen hatte.
In der Tat versorgte die Weequay die Wunden von X-19… nein, Essam sorgfältiger als erwartet. Auch kurz darauf saß er mit der Crew, die wirklich nur aus dem Bothaner, der Weequay und einem Besalisk bestand, zusammen im Aufenthaltsraum. Der Bothaner war wohl der Pilot, der Besalisk der Koch und die Weequay war ein wenig Mädchen für alles, vorwiegend aber eben auch die Frau fürs Grobe. Natürlich fragte seines Aufzugs aus. Eine zerrissene Hose war alles, was er noch besaß und sofort schnaubte der Bothaner etwas von “Straßenjunge”, doch wurde er von den anderen Beiden direkt gebremst. Ein Straßenkind würde niemals so groß sein und bei der Statur würde Essam recht schnell bei irgendwelchen kriminellen Arbeit finden. Wodurch das Gespräch zum Thema Vergangenheit führte. Als Essam nicht darauf antworten wollte und mehrmals beteuerte, dass er wirklich kein Krimineller sei, sondern eigentlich nur ein Reisender ohne Heimat, wurde alles nur bedingt ruhiger. Man einigte sich schließlich aber darauf, dass man Essam in zwei Tagen auf “The Wheel” absetzen würde. Ein paar Credits als Unterstützung für Nahrung und saubere Kleidung wären auch drin, wenn der Riese auf dem Schiff helfen würde, bis sie ankamen. Man überließ ihm sogar eine Koje, was mehr war, als alles, was er sich erhofft hatte.
Auf der Raumstation angekommen, übergab man Essam tatsächlich Credits und der Schiffskoch überreichte ihm sogar noch einen Rucksack mit Nahrung. Ein paar sogenannte Brötchen, Trockenfleisch, sowie getrocknete Früchte. Das sei alles Teil seines "Gehalt", wie die Crew es genannt hatte. Der Abschied war recht förmlich, aber doch nicht unangenehm. So blieb Essam alleine zurück, als der Frachter des Trios wieder davon flog und er selbst war ein wenig traurig über diese “Einsamkeit”. Auf der anderen Seite stellte sich seit dem Betreten des Raumschiffes die Frage, wie groß die Welt eigentlich war. Denn das hier war nicht der Planet, von dem er kam. Vor allem war Essam nun eines… frei! Die Welt stand ihm offen!
Etwa zwei Stunden später stellte sich für Essam erst einmal heraus, dass “die Welt” vor allem sehr verwirrend war und viel zu viele Gänge hatte. Sollte er nun den dritten oder vierten Gang links nehmen? Oder war es rechts gewesen? Sollte er die Türen mitzählen? Und wieso stand er wieder da, wo er losgelaufen war?! Er hasste diese Welt! Sie war verwirrend! Also wieder los. Dieses Mal immer der Nase nach. Schließlich trat er durch eine Tür und stand auf einer weiteren Landebucht. Dieses Mal waren da wenigstens Wesen. Ein Mensch (Otto) und ein Wesen, das sogar noch kleiner als der Bothaner war (Thatawaya). Halb so groß wie Essam schien es. War dies das Kind des Menschen? Auf der anderen Seite… Mit wem hatte der sich dann gepaart, dass ein solches Wesen dabei rauskam? Scheinbar unterhielten sich die Beiden. Es wäre unhöflich, dabei nun zu stören. Also wartete Essam zwar in Sichtweite, jedoch mit einem gewissen Abstand. Außerdem könnte das Zuhören dabei helfen, seine Aussprache zu verbessern. Das Lesen von Basic war kein Problem und das Verstehen genauso wenig. Aber eben die Art, wie er bestimmte Worte betonte, passte noch nicht ganz. Auch die Grammatik bedurfte noch etwas Arbeit. Alles in allem jedoch war es nicht schlecht, was Essam bisher gelernt hatte. Auch wenn er dadurch beim Sprechen ein wenig klang, als wäre er zu oft gegen eine Wand gelaufen.
“Was ist denn ein Ba’vo’du? Ich habe diesen Begriff nie gehört.”
Hörte Essam das kleinere Wesen fragen. Sein Blick wanderte neugierig zu dem Menschen. Ein neues Wort? Es klang exotisch. Ein wenig nach Huttisch. Aber wahrscheinlich gab es so viele Spezies in der Galaxie, dass es womöglich eben so viele Sprachen existieren und seine Vermutung falsch sein konnte. Zumindest wenn die Bücher im Tempel des Dunklen in diesen Bereichen keine falschen Informationen bereit stellten. Selbst wenn man ihm nicht helfen konnte, so würde er an diesem Ort vielleicht ein wenig lernen können.
The Wheel- Landebucht 5-B- in der Nähe der Revenger- Essam mit P-B6 und Otto ( NPC)