Ich glaube Phillip K. Dick ist der am häufigsten durch schwache Kinofilme verhunzte SF-Autor, den es gibt.
Nur ein paar der zahlreichen Verfilmungen seiner Bücher kann ich schauen, ohne mich schwarz zu ärgern, und nur wenige davon sind wirklich gut.
Am schlimmsten fand ich bisher "Next" und "Paycheck". Gut gelungen, wobei auch einigermaßen die Stimmung der Filme eingefangen wurde, waren eigentlich nur "Bladerunner", "A Scanner Darkly" und "Screamers".
"Minority Report" und der originale "Total Recall" waren ganz okay, obwohl sie mit den zugrundeliegenden Geschichten von Dick kaum mehr was zu tun hatten. Es scheint, als wäre das Remake eine Mischung aus beidem...

, ich glaube, ich muss mal Dick lesen...

Als Filme jedenfalls stimme ich Dir bei Next zu, bei dem mich bis heute nervt, dass der Film dort endet, wo er eigentlich noch weitergehen sollte (aber ich weiß nicht, wie das bei Dick da sich verhält!!!).
Was mich allerdings eher sehr nervt, ist dieser Hang und Drang der Amis, in ihren moderneren Film-Adaptionen solcher Stoffe immer und immer wieder ein völlig neues, eigenes Design-Universum zu kreieren. NUn war das zwar beim O.-"Total Recall" auch im Vergleich zu "Blade Runner" oder "Screamers" nicht anders, aber was das betrifft fühlte sich z. B. "Impostor" auch wieder so völlig anders an als "Blade Runner" und "Next" oder "Paycheck" scheinen wieder ganz anderen raumzeitlichen Kontinuen zu entstammen.
...Der 80er-Jahre-Zeitgeist tat dem Stoff seinerzeit ganz gut... ein Vorteil den die neue Verfilmung nicht haben wird.
Wobei Du im Kern hier IMO genau eine der Problematiken triffst, welche dieser Film - wie man am Trailer gut erkennen kann - haben wird.
Das was Du völlig korrekt als "80er-Jahre-Zeitgeist" bezeichnest...
...Total Recall ist aus dem Jahre 1990...
- und sorry, Jedihammer..., aber genau DAS sagt über den O.-"Total Recall"-Film genau aus, was Sache ist bzw. dort war - war allerdings IMO eher ein recht besonderes, einzigartiges Zeit-Jahrzehnt, was so auch wenn überhaupt dann auf sehr lange Sicht nicht wiederkehren wird.
...Sieht mir aus wie ein 08/15 Endzeitfilm.
:nope so sieht er nicht aus, sondern...
Ich bin mir nicht sicher ob ich diesen Film sehen möchte...
ACK, meiner einer deshalb auch nicht. Einer der Gründe resultiert für mich alleine schon aus dem, was ich eben konstatierte: Es ist mal wieder eine "Schaffung" eines New "Dick"-Universe-Designs - obwohl mir zumindest die Anleihen dort an Scotts "Blade Runner" durchaus gefallen.
Und insgesamt - ohne Frage - schaut das ganze Setting schon sehr genial aus und fühlt sich auch entsprechend an - und zwar IMO gar stimmiger als der seinerzeitige O-"Total Recall"...
NUR... Woran mich das Setting alleine SOFORT erinnerte, war das Level-Design von "Deus Ex - Human Revolution" (wobei man denen wiederum vorwerfen kann, von den "Blade Runner"-Designern abgekupfert zu haben)!
Nicht zuletzt aber hat der Film genauso wie so viele andere vor ihm das IMO absolute Nerv-Potenzial irgendwelcher 'mal wieder irgendwie hübsch designter CGI-Trickeffekt-Action-Sci-Fi-Kracher', die sich aber neben diesem Prädikat eben nicht mal trauen, sich das Prädikat "Phillip K. Dicks Totall Recall" auf die Titelfahnen schreiben dürfen zu wollen.
Und das ist einfach etwas, was mich heute mehr denn je an dem ganzen "Adaptions"- und "Remake"-Wahn nervt: Alle möchten ach so eigenhandschriftliche Filme machen und heraus kommt dabei CGI-Trickeffekt-Action- und "Möchte-gerne-mal-Roman-Adaption-werden"-Abklatsch No. 1.952 638 964 538, aber keiner hat die Eier in der Hose zu sagen: "Ich mache entweder eine RICHTIGE Adaption ODER etwas völlig eigenes ANDERES bzw. NEUES...".
Musste es also "mal wieder" etwas alt hergebrachtes sein? Entweder ein Remake des 80er-Kultstreifens oder mal wieder ein "misslungener Roman-Adaptions-Versuch"?
Denn eines ist IMO auch klar: Selbst WENN der O.-"Total Recall" zwar eben doch auch ein sehr eigener und eigenwilliger Film war, so ist seine innere Klugheit und Stimmigkeit in seiner Umsetzung nur schwer zu übertreffen bzw. zu überbieten.