manche sachen werden halt klassiker. (Puristen bitte nicht hauen) Aber die Ilias und die Odysee kennen wir heute auch noch.
Und da kam seit jahrtausenden kein neuer Stoff.
Wenn du dich auf den Sagenkreis rund um Troja und die mythischen Helden beziehst, so kam da sehr vieles hinzu, bis hinein in unsere Zeit (sagt dir Kleist etwas, oder Christa Wolf?). Da interpretieren und erzählen noch heute die Menschen dran rum. In der Antike natürlich noch mehr, zumal jeder gern in seiner Stadtgeschichte oder gar Ahnenreihe einen Helden und Bezug zur Zeit als Götter und ihre Kinder wandelten haben wollte. Genau das ist es auch, was deine Aussage als Argument für die "jahrtausende" währende Dauerhaftigkeit einer Fiktion wie SW völlig unhaltbar macht. Die Ilias und die Odyssee mögen uns hier in der jetzigen Zeit und in unserem Kulturkreis heute als normale nette Fiktionen und Gutenachtgeschichten gelten. Als solche hätten sie jedoch nicht lange bestanden. Sie waren für Generationen reale Ereignisse. Niemand, nicht einmal Thukydides und andere Zweifler haben jemals an der Richtigkeit dieser "Fiktionen" gezweifelt, sondern auch darin reale Ereignisse gesehen, die vielleicht hie und da geschönt und ausgeschmückt wurden. Für die Menschen, tlw. bis heute, ist das Teil der Geschichte, etwas, von dem sie meinten, dass es reale Ereignisse beschreibt.
SW hingegen ist uns heute, in seiner Entstehungszeit, als Fiktion und damit reine Unterhaltung und Zeitvertreibungsmöglichkeit bewusst. Der Trojamythos war nicht nur Unterhaltung sondern erlebter Geschichtsunterricht. Noch heute kannst du Griechen treffen, selbst "gebildete" moderne Vertreter, die nicht im Geringsten daran zweifeln, dass es Herakles oder Odysseus gegeben hat. Das ist der Grund, warum dieser Mythenkreis lebendig blieb, weil er Teil einer gesamten Volksgeschichte wurde und eben nicht als bloße Unterhaltunsshow einer bestimmten Generation angesehen wurde und damit Modeerscheinungen und Geschmäckerwandel unterlag.
Genau das wird m.E. irgendwan SW insofern das "Genick brechen" und es allmählich verblassen lassen. Es ist nur mainstream und kurzweilige Unterhaltung, kein wirklicher historisch gewachsener Wert. Kurzfristig wird es sicher erst einmal kaum und nur schleichende Veränderungen geben, mittelfristig immer weniger Aufmerksamkeit erregen. Was aber wirklich langfristig daraus wird, dass kommt darauf an, wie wichtig das Medium Film den kommenden Generationen bleibt und wie sehr sie es als Wert erachten, dieses zu bewahren und sich daran zu erinnern. Ob dann daraus kleine Einzelwerke in der Masse auch noch so herausstechen, dass ausgerechnet sie überdauern und noch in Jahrtausenden vorhanden sind, kann wohl keiner sagen. Ich würde mir da nicht allzu viel Hoffnungen machen. Wenn wir SW da mit etwas wirklich altem vergleichen wollen, sollten wir uns überlegen, dass wir aus einer Zeit, wie der Antike, in welcher Theater eine Hauptrolle der Massenunterhaltung spielte, doch nur sehr wenige Stücke aus der Zeit wirklich überliefert haben. Wir können nicht mal erahnen, was da alles verloren ging. Ebenso die zahlreichen "Helden" der Unterhaltung, wie Generationen an Gladiatoren, Gauklern, Künstlern und ihren Werken und Taten, von denen wir vielleicht mit viel Glück mal einen Namen fassen können (gemessen an der Masse die es wohl gab, nur eine Träne im Regen). In unserem persönlichen Leben spielt vielleicht SW eine große Rolle, doch wirklich langfristig erhalten bleibt wohl eher etwas, dass die ganze Gesellschaft über längeren Zeitraum berührt und beeinflusst hat. SW ist zwar massentauglich und von vielen wahrgenommen worden, doch insgesamt gesehen, auch nur eins unter vielen schnellen Unterhaltungsstoffen. Ich wäre mir ehrlich nicht sicher, inwieweit SW die menschliche Gesellschaft insgesamt beeinflusst und geprägt hat, um durch "Querverweise" auch in unzähligen anderen Medien quasi breit und gefächert präsent zu sein. Wenn SW Glück hat, bleibt vielleicht irgendwo in einem Buch mal eine Erwähnung erhalten und in 2000 Jahren stolpert man zumindest dann über den Titel. Die Wahrscheinlichkeit spricht aber wohl eher dagegen.
wer kennt das heutzutage nicht?
Bei etwa 6,5 Milliarden Menschen, von denen etwa 80% garantiert keinen Zugang zum Kino haben und von denen dann auch ein Großteil kaum je alle unsere kurzweiligen Unterhaltungsmedien mitbekommen, dürften das recht viele sein.

Ich würde mal so in der Größenordnung zwischen 5-5,5 Milliarden Menschen tippen, die auf die Frage "Kennen sie Star Wars?" entweder gar nicht, oder mit etwas antworten würden, dass nichts mit dem zu tun hat, was wir paar Hanseln hier so hoch halten.