Anaxes (Axum System)

[Pols Anaxes, Regierungskomplex ] Niob Tenn, Fleur, Sam, Abgeordnete, Architekten

Mit einem gewissen Maß an Rührung und Mitleid betrachtete Niob diese fragil wirkende Gestalt abschätzend, welche der neue Gouverneur - ein Sith, wohlgemerkt - voraus geschickt hatte, um erste Instruktionen an die örtlichen Verantwortlichen zu übermitteln. Baupläne, die tief greifende Konstruktionsabänderungen an Teilen des Regierungskomplexes zur Folge haben würden, aber - so urteilte der Sullustaner nach einer kurzen Betrachtung auf den großen Schirm des Datapads, welches die eingelesenen Daten imposant darstellte - durchaus geschmackvoll und einer Residenz dieser Bedeutung angemessen waren.
Wobei er sich eine andere Einschätzung auch nicht erlauben durfte - bereits jetzt mit dem neu eingesetzten imperialen Statthalter auf Konfrontationskurs zu gehen, war mehr als töricht - es war tödlich, wenn man so mancher Anekdote über die Mitglieder des imperialen Ordens Glauben schenken wollte - und Tenn tat es.
Einige gestammelten Worte lenkten jedoch seine Aufmerksamkeit wieder auf die junge Frau - oder vielmehr das Mädchen - zurück, welches mit den forsch, ja fast rücksichtslos auftretenden Mitgliedern der Bauaufsicht hoffnungslos überfordert, ihnen in ihrer Kindlichkeit regelrecht ausgeliefert war.
Ihr Begleiter, ein ungehobelter Kerl, dessen Intellekt nicht sonderlich ausgeprägt zu sein schien, was sich nicht zuletzt in seiner Wortkargheit zeigte - er hatte wohl keinen Sinn für die Visionen, die hier zur Sprache kamen - beschränkte sich ausschließlich auf eine Mimik der ausgesprochenen Verdrossenheit und stürzte das Mädchen damit nur noch mehr in inneres Seelenleid, als er ihre flehentliche Anfrage auf Kontaktierung des Gouverneurs nur mit einem mürrischen Abnicken kommentierte.
Als das Kind mit vagem Zittern an ihrer Kommeinheit herum hantierte, war dies das Zeichen für Niob einzugreifen. Wenn er diese Situation nur hinreichend auszunutzen vermochte, konnte er sich womöglich gleich in eine günstige Position manövrieren, wenn es um die wichtigen Posten der neuen Regierung gehen würde.
Er strich folglich die weite Robe, die in ihrer wallenden Schönheit seine geringe Körpergröße nichtsdestotrotz nur mit Mängeln kaschieren konnte, glatt und eilte mit eifrigen Schritten an den regungslos und dem Schauspiel hoffnungslos erlegenen anderen Abgeordneten vorbei und trat zu den so groß gewachsenen Menschen, welchen die Leitung der anstehenden Renovierungen oblag und die immer noch wild gestikulierend Mängel und Probleme dessen erörterten.


„Meine Herren... Ich darf doch bitten...“, erhob er seine Stimme in makellosem Basic, mit bedeutender Lautstärke und messerscharfem Unterton. „Wir betrachten hier die visionären Pläne des neuen Gouverneurs, das neue Antlitz von Pols Anaxes - und sie jonglieren mit Nichtigkeiten, die den Gouverneur sowie diese reizende Lady hier nur unnötig belasten?“

Ein gespielt mitleidiges Lächeln zeigte sich auf Niobs Gesicht.

„Ich _bitte_ sie...“


Dann wurde seine Miene augenblicklich wieder stählern.

„Das Gefälle hier...“, er wies auf das Datapad. „wird eben durch exzessive Umschichtungen des Bodenmaterials behoben, für die Pfeiler lassen sie von Axum einige Transporter herbeordern, von zeitlichen Engpässen will ich ohnehin ab sofort rein gar nichts mehr hören - und die Koordinierung der Maßnahmen ist ihre ausdrückliche Pflicht - wenn sie dem nicht nachkommen, kann ich sie auch hier und jetzt ihres Amtes entheben... ich kenne da ein kleines Unternehmen mit fähigen, innovativen Geistern...“

„Nein, nein...“, der leitende Architekt, ein Mann bereits höheren Semesters mit säuberlich gepflegtem Äußeren und etwas fahrigem Gebaren hob beschwichtigend die Arme. „Ich denke, es sollte sich schon in die Wege leiten lassen, Herr Bürgermeister...“

„Das will ich meinen.“, quittierte Niob die Anbiederung ungehalten, um sich dann schwungvoll abzuwenden, und mit einem kurzen triumphierenden Lächeln auf das Mädchen zuzuschreiten. Er liebte es wahrlich, wenn diese Speichellecker sich derart seiner schieren Präsenz unterwarfen, wenngleich deren Erbärmlichkeit teils fast schon Ekel erregend sein mochte.
Nun jedoch galt es schnell eine weitere Facette seiner wandlungsfähigen Persönlichkeit zu widmen: der des Mitfühlenden, der sich väterlich um dieses Mädchen kümmern würde.


„Entschuldigen sie diese... unkultivierten Arbeiter, Lady Ventuela, raunte er ihr zu, ehe er einen leichten Knicks vor ihr vorzog, und er ihr eine Hand reichend die Aufwartung machte.

„Niob Tenn, Bürgermeister dieser beschaulichen Stadt. Wir wurden einander noch nicht ausdrücklich vorgestellt.“

Aus seinen großen gänzlich schwarzen Augen und mit leicht schräg angewinkeltem Kopf sah er das Kind an.

„_Stets_ zu Diensten des neuen Gouverneurs... und damit auch Ihnen, Mylady.“

[Pols Anaxes, Regierungskomplex ] Niob Tenn, Fleur, Sam, Abgeordnete, Architekten
 
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Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit den NPCS Sam ( Pilot ), Niob Tenn und Regierungsbeauftragte

Offenbar hatte sich doch nicht alles gegen sie verschworen.
Fleur beobachtete den sullustanischen Bürgermeister mit unverhohlener Dankbarkeit, als er ihr zur Hilfe eilte. Sie wusste wohl, dass sie nicht den kompetentesten Eindruck machen konnte, wie sie da eilig auf ihre Comtastatur einhackte und fiebrig auf eine hilfreiche Botschaft ihres Meisters hoffte. Doch so sehr sie es auch wollte, eine andere Handhabung der Dinge lag ihr einfach nicht. Sie hatte die starke Frau sein sollen, die treu hinter ihrem Manne stand. Eine gesellschaftliche Stütze, ein Werkzeug, um sein Gedankengut und seine Ziele zu festigen und zu untermauern. Nicht die Frau, die, auf sich allein gestellt, Entscheidungen für eine ganze Region traf.
Darth Zion hatte befohlen man solle ihr nicht widersprechen und die Baupläne umsetzen. Nun, es widersprach auch niemand. Die Anliegen der Anwesenden erschienen ihr alle sehr ernst und dringlich zu sein. Sie wollten ja gerne für ihren Meister arbeiten, konnten es aber nicht.

Der Bürgermeister tat sich, im Gegensatz zu ihr, mit Führungskompetenz und Durchsetzungsvermögen hervor. Außerdem hatte der kleine Mann sofort eine Idee davon, wie er Ruhe in diese Runde hochrangiger Leute bringen konnte. Natürlich war er für diese Aufgabe vorgesehen und sie nicht - allerdings sprach diese Tatsache nur ein weiteres Mal um so deutlicher dafür, dass sie ihm das Feld überlassen sollte.

Mit einer förmlichen, ruhigen Verbeugung erwiderte das Fräulein Ventuela die Begrüßung des Bürgermeisters. Die Verantwortung abgeben zu dürfen erlöste sie von dem enormen Druck, der auf ihr lastete. Mit einem befreiten und höflichen - wie es in ihrer Klasse Sitte war - Lächeln richtete sie den Blick auf das Gesicht des Gegenübers. Seiner Rassenzugehörigkeit wegen war er sogar kleiner als sie, was das vorgeschriebene Schauen auf die Brust des Gegenübers zu einer unziemlichen Verrenkung machen würde.
Niob Tenn hatte recht. Sie waren sich noch nicht vorgestellt worden. Sie selbst hatte sich nur zwischen Tür und Angel kurz vorgestellt. Ohne auf die Einhaltung der Etikette zu achten!


”Wie nachlässig von mir, bitte verzeihen Sie -”

Fleur wandte sich an die versammelte Abgeordnetenschaft und verbeugte sich ein weiteres Mal.

”Sie alle. Mein Name ist Fleur Ventuela.”

Das sagte sie zwar bereits, aber vielleicht war es manchen der Anwesenden schon wieder entfallen.

”Ich bin Darth Zions Schülerin und freue mich, mit Ihnen zusammenarbeiten zu dürfen.”

Anschließend richtete das zierliche Mädchen sich erneut auf und wandte sich abermals an den Bürgermeister. Wieder umspielte das nichts sagend freundliche und omnipräsente Lächeln ihre Züge.

”Es ist mir eine Ehre Ihre Bekanntschaft zu machen, Herr Bürgermeister.”

Fleur spürte das Com-Gerät noch immer in ihrer Hand. Hoffentlich hatte sie Darth Zion jetzt nicht umsonst mit ihren lächerlichen Fragen belästigt.

Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit den NPCS Sam ( Pilot ), Niob Tenn und Regierungsbeauftragte
 
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[Orbit um Anaxes, VIN Reliable, Brücke]- Line Captain Ignácio Galahad, Besatzung

Ignácio Galahad ? ein stattlicher, doch bereits in die Jahre gekommener Mann, dessen eisengraues Haar seinem eigenen Befinden nach die stramm sitzende Uniform eines Offiziers der imperialen Flotte bestens ergänzte, starrte ungerührt ein flimmernd vor ihn in die Luft projiziertes Hologramm eines grobschlächtigen Mannes an, dessen Armeeuniform es eindeutig an Galahads eigener Eleganz fehlte. Gerüchten zufolge wurde der letzte Rest Kultur aus jedem Heeressoldaten bereits auf der Akademie herausgeprügelt, was unter anderem dadurch bedingt wurde, dass nur Männer ohne Sinn für die subtileren Aspekte des Lebens eine mordende Schwadron Sturmtruppler anführen konnten ohne dabei so etwas störendes wie moralische Skrupel zu empfinden.
Gerne hätte Galahad diesem Mann seine Geringschätzung gezeigt ? doch in diesem Moment war es eher angebracht, ein wenig Verständnis zu heucheln. Vielleicht sogar Mitleid.


?Ich verstehe Ihre Verstimmung durchaus, Colonel, aber da bin ich ganz und gar machtlos. Meine Verantwortung erstreckt sich lediglich auf die Schiffe der Flotte seiner imperialen Majestät hier im Orbit. Mit Sicherheit bin ich nicht befugt, einem offiziellen Gesandten des neuen Gouverneurs Befehle zu erteilen. Oh nein, wo kämen wir bei dieser Vermengung der Zuständigkeiten denn hin??

Galahad lächelte und hoffte, dass diese mimische Anstrengung nicht so arrogant rüber kam, wie sie es angesichts seiner Einschätzung dieses inkompetenten Schlammkriechers eigentlich musste.
Der Colonel ? Horton O?Both ? auf dessen Gesicht sich bereits rote Flecken zeigten und dessen schwerer Atem auf entsprechend gereizte Stimmung schließen ließ ? schnaubte angestrengt.


?Sie haben gut Reden in ihrem hübschen Miniatursternzerstörer, Galahad. Nicht nur, dass dieser Zivilist von Bürgermeister die Tätigkeiten meiner Truppe behindert, nein, jetzt pfuscht mir auch noch irgendeine Bürokratentype von Bastion in mein Revier! Wie soll ich unter diesen Umständen die Sicherheit auf Anaxes weiter gewährleisten? Können Sie mir das sagen??

?Ich bin sicher, Sie finden einen Weg, Colonel?, erwiderte Galahad ungerührt.

?Außerdem glaube ich nicht, dass der neue Gouverneur eine - wie sagten Sie gleich? ? ?Bürokratentype? hierher entsandt hat.?

?Dies ist ein Planet des Imperiums?, brummte O?Both verstimmt.

?Kratas hätte ihn mir überlassen können.?

?Das Privileg der Sith?, stellte Galahad fest. ?Welten wie Anaxes sind sehr begehrt, nehme ich an. Vielleicht dürfen Sie Ihre Truppen sogar für gewisse? Übungen zur Verfügung stellen??

Die Züge des Colonels entgleisten. Er wirkte jetzt ehrlich schockiert.

?Sie meinen???

?Ich meine?, entgegnete der Line Captain unbarmherzig. Er für seinen Teil konnte es jedenfalls nicht erwarten, wieder von Anaxes zu verschwinden. Nicht nur, weil ihm Sith nicht geheuer waren ? sondern weil er seiner rein repräsentativen Aufgaben hier sowie der fruchtlosen Gespräche mit O?Both langsam überdrüssig wurde.

?Doch Sie mögen mich jetzt entschuldigen? mein Zeitplan sieht noch einige routinemäßige Inspektionen auf der Reliable vor. So ein Vindicator-Kreuzer pflegt sich nicht von alleine, wissen Sie??

Er gestattete sich den Luxus, O?Both nicht einmal mehr antworten zu lassen, und unterbrach die Verbindung. Das empörte Hologramm des Colonels fiel in sich zusammen und Galahad grinste zufrieden.

?Das hätten wir??, meinte er zu seinem ersten Offizier, der die Szene mit stoischer Ruhe beobachtet hatte.

?Lassen Sie sich vom Flottenkommando noch Mal den Abzugsbefehl nach der Empfangsparade dieses Lord Zions bestätigen??

[Orbit um Anaxes, VIN Reliable, Brücke]- Line Captain Ignácio Galahad, Besatzung

[Pols Anaxes, imperiale Garnison, Büro des Garnisonskommandanten]- Colonel Horton O?Both, Captain Baraban Lurke


?Eingebildeter Flottenfatzke!?

Ohne falsche Zurückhaltung ließ Horton O?Both seine gewaltigen Fäuste auf seinen Schreibtisch niedersausen, nachdem das Hologramm des ranghöchsten Flottenoffiziers im Orbit ganz einfach in sich zusammengebrochen war. Nicht einmal eine protestierende Antwort des Colonels hatte Galahad abgewartet..

?Haben Sie das gesehen, Lurke??

?Ja, Sir?, erwiderte der angesprochene Offizier monoton, so als hätte er dieselbe Antwort schon viel zu oft geben müssen.

?Muss ich mir das bieten lassen? Es ist nicht mein Vergehen, dass ich nach etlichen erfolgreichen Feldzügen schließlich hier gelandet bin? ich bin mir sicher, das Oberkommando weiß das.?

?Ja, Sir.?

?Und diesem Gesandten sollten wir das auch klar machen.?

?Ja, Sir.?

Ungehalten funkelte O?Both seinen Stellvertreter an. Warum hatte er manchmal das Gefühl, dass dieser sich insgeheim über ihn lustig machte?

?Also kommen Sie??

?J? natürlich, mit Vergnügen, Sir.?

Entschlossen stapfte der Colonel aus seinem Büro, winkte den beiden Wachtposten zu, die dort mehr oder minder gelangweilt Wache schoben und steuerte den Fuhrpark der Garnison an, ohne darauf zu achten, ob die anderen Männer mit ihm Schritt halten konnten.
Gemeinsam wählten sie eine der gepanzerten Gleiterlimousinen der Garnison aus und hoben unter den verblüfften Blicken einiger Dienst habenden Offiziere ab in Richtung des Regierungsgebäudes. Des zivilen Regierungsbegbäudes.


?Nicht einmal informiert wurde ich, Lurke. Ich! Der diesen Planeten zusammenhält. Können Sie sich das vorstellen??

?Nein, Sir.?

?Das will ich Ihnen auch geraten haben.?

Der Gleiter ging bereits in den Sinkflug und sorgte dafür, dass eine Traube schaulustiger Zivilisten sich mit gebotener Eile in Sicherheit bringen musste.
Niemand wagte es, ihn aufzuhalten ? er machte dafür primär seine Rangabzeichen verantwortlich, doch die schweren Blastergewehre der beiden Sturmtruppler waren zudem ein recht nützliches Argument dafür, den Garnisonskommandanten nicht mit bürokratischen Details zu behelligen.
Als er die Tür zu einem Empfangsraum schwungvoll aufstieß und flankiert von den beiden Soldaten energischen Schritts eintrat, war er sich sicher, ein angemessen eindrucksvolles Bild abzugeben. Nur wer war der Gesandte des Gouverneurs? Er erkannte lediglich den Bürgermeister ? natürlich, wie sollte man einen Sullustaner übersehen? ? der seltsamerweise eine menschliche Frau mitgebracht hatte. Seine Adoptivtochter? Oder hatten den Nichtmenschen Gelüste heimgesucht, von denen O?Boths Informanten bisher nichts wussten?


?Würde mir mal einer erklären...?, begann er schnaufend.

?Was hier vor sich geht??

[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O?Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten
 
[Pols Anaxes, Regierungskomplex ] Niob Tenn, Fleur, Sam, Abgeordnete, Architekten

Die Dankbarkeit in den mandelförmigen Augen des Mädchens war mehr als zufrieden stellend, und entschädigte auch das kurzfristige Wagnis, derart schroff mit diesen beschränkten Arbeitern umgegangen zu sein.
Es erfüllte den Sullustaner nahezu mit einer gewissen Herzenswärme, wie die zierlichen Hände das als Zuflucht zu Rate gezogene Datapad nicht mehr derart fest umfassten wie noch Augenblicke zuvor, und das Kind nun mit einer disziplinierten Entgegnung der Verbeugung ihrerseits dem Bürgermeister Respekt zollte. Die vage auszumachende Unsauberkeit war dabei wohl mehr darauf zurückzuführen, dass das Kind auch trotz der geringen Körpergröße Tenns eine einwandfreie Hochachtungsbekundung von sich zu geben dachte als auf unausgefeilte Manieren - diese schienen bei diesem Kind trotz seines jugendlichen Alters durchaus tadellos zu sein.
Kurz fragte Niob sich, wie ein Sith an ein derart graziles Wesen gelangt sein mochte. Sicherlich, es gab auch Sith von Prinzipien wie den Imperator und dessen enge Beraterschar, die er zu Teilen aus den Tiefen des Ordens auf Bastion rekrutierte, aber zumeist waren die Machtnutzer für eine forsche, ja fast gewalttätige Vorgehensweise bekannt. Zu welcher Kategorie der neue Gouverneur gehörte, musste sich erst noch zeigen, wenn dieser Darth Zion selbst sie mit seiner Anwesenheit beehren würde.
Doch vorerst galt es, bei seiner Gesandten einen durchweg positiven Eindruck zu hinterlassen, denn Tenn zweifelte nicht daran, dass sie nicht nur zur Abgabe der Konstruktionspläne ausgeschickt worden war, sondern um ebenso die Lage zu sondieren, sich mit den örtlichen Gepflogenheiten vertraut zu machen - und womöglich gleich nach adäquatem Personal Ausschau zu halten.
Eventuell gründete sich die Hilflosigkeit nur spezifisch auf die zu vollbringenden Bauarbeiten und das Mädchen verfügte ansonsten über Fähigkeiten, die bisher verborgen geblieben waren.
Der Sullustaner musste sich jedoch eingestehen, dass seine letzten Gedankengänge allzu sehr von Spekulation und Makulatur beherrscht waren, um sich auf sie näher einzulassen. Stattdessen hob er abermals beschwichtigend die Hände um das in ausschweifende Demut versunkene Kind zu vertrösten.


„Sie brauchen sich wahrlich nicht zu entschuldigen...“, meinte er mit Zuversicht spendender Stimme. „Für was auch? Die Aushändigung des Datenmaterials hatte oberste Priorität. Schließlich soll der neue Gouverneur hier schon alsbald Einzug halten können - und dann soll selbstredend sein Blick auf schon gedeihende Vorhaben fallen, und nicht auf schleppende sowie unansehnliche Bodenaushebungen...“

Die abermalige, nun präziser ausfallende Vorstellung fiel dabei unerwartet aufschlussreich aus. Kurz registrierte der Sullustaner, dass der Vorname des Mädchens von einer gewissen Schönheit war, und er sich vage entsann, der Begriff „Fleur“ wäre bei den Blumengärten gefallen, die erst kürzlich in umfangreichem Maße neu gestaltet worden waren. Damit war der Name, wenn so sagen man mochte, ein Sinnbild der Person, die ihn trug.
Eingehendes Interesse wurde bei Tenn jedoch geweckt, als sie sich als Schülerin Zions auswies. War sie damit also auch eine Sith? Eine Person, der sich das Mysterium der Macht nicht verschloss?
Dem Sullustaner fiel es schwer, dem Glauben zu schenken. An diesem infantilen Wesen haftete nichts, was er den imperialen Machtnutzern spontan zuordnen würde.
Andererseits waren die stereotypen Sith jedoch auch nicht dafür bekannt, ein allzu großes Gefolge abseits von Ihresgleichen um sich zu scharen - und wenn, dann passte dieser Sam, dessen Passivität so konsequent war wie das diffus abstoßende Gefühl, welches sich bei Niob einstellte, wenn er dem Piloten einen Blick zuwarf, weit besser als dieses Kind in seiner unmittelbaren Nähe.

„- und eine noch größere Ehre für mich...“, führte Tenn schließlich den Satz des Mädchens fort. Gerade wollte er vorschlagen, sich ein wenig in die Gärten zurückzuziehen, um ihr in größerer Ruhe die aktuelle Lage schildern zu können, da schwang die schwere Tür geräuschvoll auf, was sich zu einem schieren Donnern steigerte, als sie mit erheblicher Wucht mit der Wand kollidierte.
Durch sie hindurch traten - flankiert von zwei Sturmtruppen, die mit für ein ziviles Gebäude viel zu großen Blastergwehren bestückt waren - Colonel O'Both und Captain Lurke, dessen zumal bemitleidenswerte Gestalt sich dich an die Fersen seines Vorgesetzten geheftet hatte.
Dieser machte sich unterdessen augenblicklich lautstark bemerkbar, und ließ dabei jegliches diplomatische Geschick vermissen - welches dieser Flegel auch gar nicht besaß, wie Tenn schon zu oft hatte feststellen müssen, wenn der Colonel mit seinen eigenen Interessen rücksichtslos durchzupreschen gedachte, und dabei zivilen Belangen, die eben von Niob delegiert wurden, nicht die geringste Beachtung zukommen ließ.
Kurz war der Sullustaner ebenso versucht, sich seines an die Oberfläche drängenden Unmuts zu entledigen, und seine pinke Hautfarbe nahm für eine Sekunde eine dunklere Färbung an, doch war diese Intervention einfach zu fügungsreich, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen.
Wie auch immer der Colonel davon erfahren haben mochte - womöglich war er von Line Captain Galahad informiert worden -, wenn es ihm selbst nur gelänge, seine eigene Stellung von der dieses Tölpels O'Both markant abzugrenzen, wäre ihm die Gunst dieses Mädchens sicher - und damit wohl auch die des Gouverneurs - und dann, ja dann, würde sich womöglich so Einiges ändern, sobald der Gouverneur und Sith einträfe und einschneidende Personalentscheidungen vornehmen würde...


„Aber Colonel O'Both - mäßigen sie ihren Ton für die Gesandte des neuen Gouverneurs.“, säuselte Tenn mit unterschwelliger, kaum merkbarer Abfälligkeit, „Der von ihnen angeschlagene ist dieser reizenden Lady wahrlich nicht würdig...“

Dann wandte er sich Fleur zu, die abermals sichtlich angeschlagen zu sein schien von der plötzlichen Präsenz barscher Töne und Sturmtruppen mit todbringenden Strahlenwaffen.

„Lady Ventuela, entschuldigen sie diesen... stürmischen Auftritt...“, meinte er zu ihr gewandt, was von einem Blick begleitet wurde, der für einen Wimpernschlag deutlich werden ließ, welche Geringschätzung er diesem Tölpel entgegen brachte. Es blieb zu hoffen, dass das Kind dies einzuordnen wusste und er damit seinem Ziel, so etwas wie eine gewisse Intimität zwischen ihm und dem Kind aufkommen zu lassen, näher rückte.

„Ich darf vorstellen: Colonel O'Both - er hat die Befehlsgewalt über die auf Anaxes stationierten Truppen sowie die hier befindlichen TIE-Jäger. Anbei Captain Lurke, die rechte Hand des Colonels.“

[Pols Anaxes, Regierungskomplex ] Niob Tenn, Fleur, Sam, Abgeordnete, Architekten
 
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Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister

Ein zustimmendes Nicken war Fleurs Reaktion auf die Ausführungen des Bürgermeisters, die Übergabe des Datenmaterials habe oberste Priorität gehabt. Sie hatte dem Befehl ihres Meisters ohne Verzögerung Folge geleistet. Dennoch gebat die Höflichkeit, sich zu entschuldigen.
Geschmeichelt beobachtete das junge Fräulein wie Niob Tenn ihre Gesellschaft offenbar genoss - zumindest schien er keine Veranlassung zu haben sie wieder fortzuschicken. Im Gegenteil machte er Anstalten sie ernsthaft miteinzubeziehen. Doch ehe der Sullustaner dazu kam flog die Türe des Empfangsraumes auf, sodass Sam sich rasch aus deren Radius retten musste.

Mit vor Schreck verzogenem Gesicht fuhr die junge Frau herum und starrte den hinzu gestoßenen Colonel an, der, zur Linken und Rechten von bewaffneten Soldaten geleitet, den Saal eher zu stürmen denn zu betreten schien. Im ersten Moment erwartete Fleur fast einen Angriff oder eine Entführung. Dann aber klärte der Bürgermeister das Fräulein über die Identität der beiden wichtigsten Eindringlinge auf. Dabei stellte er sie als Gesandte des Gouverneurs vor. Gesandte des Gouverneurs. Das klang wichtig. So richtig persönlich wichtig, nicht in ihrer Funktion als Stütze im Hintergrund.

Niob Tenn schien das Hereinschneien des Colonels peinlich zu sein. Jedenfalls warf er ihr einen kurzen, viel sagenden Blick zu, der sein Missfallen gegenüber des grobmotorischen Mannes deutlich zum Ausdruck brachte.
Fleur konnte dem Bürgermeister sehr gut nachfühlen.


”Ich grüße Euch, Colonel O’Both. Und Sie auch, Captain Lurke.”

Fleur verbeugte sich nacheinander vor beiden. Jemandem, der nicht in ihrem Kulturkreis aufgewachsen war, blieb die verhärtete Nuance des diesmaligen Lächelns höchst wahrscheinlich verborgen.
Im Anschluss warf sie dem Bürgermeister kurz einen fragenden Blick zu - er würde entscheiden was weiterhin geschah - und musterte schließlich nochmals die beiden Besucher.
Was hier vor sich ging wusste sie leider selbst nicht so genau. Vermutlich noch weniger als der Colonel und sein Begleiter.
Fleur fühlte sich auch nicht direkt von der Frage des militant auftretenden Mannes angesprochen. Das war eine Sache, die die Zuständigen besser unter sich - sprich Niob Tenn mit Colonel O‘Both - klärten.


Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten
 
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[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O’Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten

O’Both starrte den sullustanischen Bürgermeister an, als hätte er seinen beiden Wachen am liebsten umgehend den Befehl gegeben, den Nichtmenschen kurzerhand zu erschießen oder zumindest schmerzhaft zu verletzen. Tatsächlich war er häufig von diesem Wunsch beseelt, seit er diesen Höfling, diesen unnützen Zivilisten das erste Mal getroffen hatte. Eine Bedrohung war er freilich nicht – es war imperiale Standarddoktrin, dass Angehörige des Militärs größeres Ansehen genossen als Personen der öffentlichen Verwaltung und bisher hatte es auf Anaxes keinen Gouverneur gegeben, der es gewagt hätte, dem zu widersprechen – schließlich waren die meisten von ihnen selbst ehemalige Offiziere gewesen, die ihr Leben in Amt und Würden beschließen wollten.
Lord Zion freilich war ein Sith – doch spätestens seit der Ernennung Hochadmiral Kratas’ zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte sollten selbst die Mitglieder des dunklen Ordens erkannt haben, dass es besser für sie war, sich mit dem Militär gut zu stellen. Niob Tenn schien dieser Tatsache nicht ins Auge blicken zu wollen – was seine offene Unverschämtheit mehr als verständlich machte.
Des Colonels Blick fixierte die nächste Person. Das sollte die Gesandte des Gouverneurs sein? Das war ein Kind. Noch dazu eine Frau. Lag es in Zions Absicht, Anaxes’ Würdenträger zu demütigen? Doch von diesen „Würdenträger“ schien keiner bis auf O’Both selbst den Eklat auch nur zu bemerken – nein, stattdessen starrte Tenn sie aus seinen widerwärtigen Glubschaugen derart anbiedernd an, als hinge sein Leben davon ab.
O’Both schnaubte verächtlich.


“Die Gesandte des Gouverneurs, was? Einerlei… aber vielleicht kann einer von Ihnen mir erklären, warum es einer Information Line Captain Galahads bedurfte, dass ich überhaupt von dieser Planungssitzung erfuhr? Sicher ist euch klar, dass sämtliche Bauvorhaben mitsamt ihrer Planung der Genehmigung des Militärs bedürfen? Vielleicht vergessen Sie, dass Hochadmiral Kratas nicht nur Oberbefehlshaber, sondern auch zugleich zuständiger Großmoff ist? Es sind seine Vorgaben, die sie zu erfüllen haben.“

O’Both musste zugeben, dass es ihm widerstrebte, sich auf die Autorität eines ursprünglichen Flottenoffiziers zu berufen, doch alles erschien ihm besser, als vor Tenn und diesem Mädchen zu kriechen, was in Anbetracht seiner Optionen die einzige Alternative war.
Er fasste sie ohne auf irgendwelche Aspekte der Etikette zu achten ins Auge.


“Ich möchte doch meinen, dass Sie als Gesandte des Gouverneurs sich in den Belangen der imperialen Verwaltung auskennen müssten. Wenn nicht… nun, dann bin ich hier, um folgenschwere Fehler zu vermeiden, die daraus resultieren, wenn man auf die falschen Leute hört…“

Er warf Tenn ein ganz unkaschiertes höhnisches Grinsen zu.

“Also… her mit den Plänen. Oder muss ich auf Bastion… rückfragen?“

Das war ein großer Bluff. Es war recht unwahrscheinlich, dass ein unwichtiger Garnisonskommandant wie O’Both direkt zu Kratas durchgestellt wurde, besonders vor dem Hintergrund, dass dieser sich vermutlich auf seinem Flaggschiff befand und momentan eine weitere Republikwelt eroberte. Doch das wusste Tenn sicher nicht. Und dieses Mädchen ohnehin nicht.

[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O’Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten
 
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**Com-Nachricht an Adept Fleur Ventuela**

Merk dir zu erst Eins. Entschuldige dich nie, es zeigt schwäche und das bist du nicht. Wenn du was falsch gemacht hast dann wiederhole diesen Fehler nie wieder und korrigiere ihn. Daher greife durch egal was diese Leute sagen, diese Pläne wurden von den Besten im Imperium entwickelt und ausgewertet. Jedes Kind, das nur einmal ein Baumhaus gebaut hat, kann damit mehr anfangen als diese Stümper bisher bewiesen haben. Sie sollen alles machen damit es rechtzeitig fertig ist, mir egal was.
Aber ich will euch wegen den Rohstoffen eine Hilfe geben, kontaktiert den Konzern ?NoiTec Förderation?. Sie ist eine der Größten und zuverlässigsten Handels, sowie Lieferanten Firmen der Galaxie. Aber die Bauherren auf Anaxes sollen sich nicht nur darauf verlassen und auch eigene Mittel finden an Rohstoffen zu kommen. Einer von diesen Maden muss ja was im Kopf haben. Über mittel das ihnen und warte bis zu den Baustart bei ihnen, kontrolliere und studiere sie. Melde mir darauf bei unserem Zusammentreffen wer sich herausgebildet hat.

Nach dem Baustart wirst du dich mit dem örtlichen verteidigungs Offizier treffen und eine Parade zu meiner Ankunft planen, dies dürfte nicht lange dauern, da die Militärs meist dies selber in die Hand nehmen wollen. Das sollen sie auch machen, wir brauchen die Flotte und das Militär als Verbündeten.

Nach der Planung wirst du ein Gebäude, am besten eine alte Burg oder ähnliches, suchen, sie wird für eine Operation benötigt. Jedoch darf keiner wissen warum du sie suchst oder dich dafür interessiert. Gib ihnen einen Grund an der plausibel ist, denk dir was aus.
Ich bin mir sicher das du meine Wünsche und Befehle in meinen Sinne ausführst. Zeig den Maden das vor ihnen kein kleines Mädchen steht.

**Lord Darth Zion Ende**
 
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Wie ein Ertrinkender nach dem rettenden Floß griff Fleur Ventuela nach dem klingelnden Com-Gerät, das sie inzwischen an ihrem modischen Gürtel befestigt hatte. Die Auseinandersetzung der beiden Würdenträger verwirrte das junge Mädchen, das nicht wusste, was hier gespielt wurde. Sie war nicht kompetent die beiden Männer anzuweisen, die unentwegt mit ihr, über sie und auf sie ein redeten.

Die Nachricht des Gouverneurs löste in Fleur gemischte Gefühle aus. Am dominantesten war eine exquisite Mischung aus Verwunderung und Entsetzen, die sich in ihrem Gesicht deutlich widerspiegelte als das Mädchen bestürzt die Hand auf den offen stehenden Mund legte.

Im ersten Moment meinte sie sich verlesen zu haben. Darth Zion erwartete unmögliches von ihr. Wie sollte denn ausgerechnet sie als Autoritätsperson auftreten? Dass sie keine Ahnung von Architektur und dem Bauwesen hatte war eine Tatsache. Ebenso wenig hatte sie tiefere Einblicke in das politische System von Anaxes. Sie kannte weder den Bürgermeister noch den Colonel vom Namen her. Nur Nereus Kratas sagte ihr etwas; Militär. Die imperiale Armee stand also hinter diesem Mann, der so unverschämt hereingeplatzt und Fleur zutiefst unsympathisch war.

Nachdem sich das junge zierliche Fräulein wieder einigermaßen gefangen hatte, hob sie den Blick und verschaffte sich mit einem diskreten Räuspern Aufmerksamkeit. Dabei verkniff sie sich jedwedes entschuldigende Wort. Offenbar sagten Sith so etwas nicht. Angesichts der angespannten Lage hielt Fleur das Auslassen dieser Floskel außerdem für nicht unangemessen. Irgendjemand musste schließlich wieder für Ordnung sorgen und so, wie ihr Meister sich das der Nachricht zufolge vorstellte, sollte sie die Verantwortung für dieses Projekt tragen.

Obwohl Fleur diese Aufgabe absolut nicht geheuer war, war sie froh, endlich zu wissen was von ihr erwartet wurde. Sie würde sich also etwas einfallen lassen müssen…


”Ähm…”, begann sie, als alle Augenpaare auf sie gerichtet waren und spürte wie ihre Wangen sich blassrosa färbten. Sie schenkte den Anwesenden ein peinlich berührtes, entschuldigendes Lächeln, behielt ihre neu gewonnene Entschlossenheit aber bei und fuhr unbeirrt fort, ”Mein Meister wünscht nichts mehr von diesen Materialschwierigkeiten zu hören. Er meint, dass die Pläne einwandfrei durchführbar sind und sich die Herren von der Bauabteilung etwas einfallen lassen sollen.”

Nach einem kurzen Nicken in Richtung derselbigen, das einer leichten Verbeugung nahe kam, fügte sie noch an: ”Er legt Ihnen aber nahe, sich an die Firma NoiTec Förderation zu wenden, die bekannterweise zu den führenden und qualitativsten ihrer Branche zählt.”

Damit wandte sich das dunkelhaarige Mädchen von den Bauleuten ab und überließ sie ihrem Schicksal. Sie war sich sicher dass sie Darth Zions Anweisung, sie solle sich nicht unterkriegen lassen, nicht zu weit auslegte indem sie die Umgangsformen beibehielt. Diese waren Bestandteil ihres Lebens und sie glaubte nicht, dass sie, nur weil sie sich von heute an zu den Sith zählte, jeden würde grundlos beleidigen müssen.

Fleur wandte sich an den unsympathischen Colonel O‘Both.


”Sir, von Ihnen und Ihren, nun, äh…’Männern’ wird erwartet, dass eine Parade zur Anknunft des Gouverneurs organisiert werde. Ähm… wissen Sie denn etwas davon, Sir?”

Darth Zion hatte durchblicken lassen, dass sie sich mit dem Militär gut stellen sollte. Von persönlichen Gefühlen ließ sie sich in gesellschaftlicher Hinsicht ohnehin nicht zu Demonstrationen ihrer Meinung über das Gegenüber verleiten. Das verbat ihre Erziehung. Statt dessen hatte sie das omnipräsente Lächeln auf den Lippen.
Fleur verbeugte sich ein weiteres Mal vor dem Colonel und erhob sich in Erwartung einer Reaktion.

Dem Bürgermeister schenkte sie währenddessen mit erstaunlicher Konsequenz keine Aufmerksamkeit. Allerdings hatte sie von ihrem Meister noch zwei weitere Aufträge bekommen; das Suchen nach einer Burg und das Überwachen und Bewerten ihrer Umgebung. Der Sullustaner würde in jedem Fall positiv erwähnt werden. Er hatte sich immerhin um das Bauvorhaben gekümmert.


Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten
 
[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O?Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten

Ungnädig verfolgte O?Both, wie dieses? Mädchen die Befehle ihres Meisters weitergab, als verlese sie die neuesten Dekrete des Imperators persönlich. Glücklicherweise bezogen sich die meisten Kommentare auf das Bauvorhaben an sich, also Dinge, mit denen der Colonel wenig bis gar nichts zu tun hatte. Sein höhnisches, an den Sullustaner gerichtetes Grinsen wurde immer breiter. Endlich führte jemand diesem verweichlichten Zivilisten und seinen vor Inkompetenz nur so triefenden Höflingen einmal ihre Versäumnisse vor Augen. Möglicherweise würde die Ankunft Lord Zions doch etwas frischen Wind nach Anaxes bringen?
Dann wandte sie sich an ihn. Und seine Befürchtungen bewahrheiteten sich: scheinbar benötigte das Ego des Sith tatsächlich jene pompöse Parade, die Galahad flüchtig erwähnt hatte und an der auch der Kreuzer des Line Captains teilnehmen sollte. Unwillig knirschte O?Both mit den Zähnen.


?Auch wenn Sie das nicht verstehen, Mädchen, aber ich kann mir eine ganze Reihe sinnvollere Tätigkeiten für imperiale Soldaten vorstellen, als vor irgendeinem Sith herumzuhampeln? aber nun gut? der Gouverneur soll bekommen, was er verdient.?

Der Colonel lächelte finster.

?Allerdings kann ich nur für meine Truppen sprechen. Was die Einheiten im Orbit angeht ? nun, vielleicht sollten Sie dazu Line Captain Galahad kontaktieren. Er wird sich bestimmt freuen.?

O?Both bemühte sich, seine Stimme nicht zu gehässig klingen zu lassen. Er gönnte es Galahad, sich mit diesem Balg rumschlagen zu müssen, und er gönnte es dem Mädchen, mit der herablassenden Geringschätzung des Flottenoffiziers, der nicht einmal direkt unter der Kontrolle des Gouverneurs von Anaxes stand, zurechtkommen zu müssen.

?Ansonsten habe ich wenig mit ihnen zu bereden? ich bin sicher, der Gouverneur hat explizit darauf geachtet, dass der Bau seines Palastes die Sicherheit auf seinem Planeten nicht gefährdet.?

Jetzt ätzte die Stimme des Colonels förmlich vor Sarkasmus. Er fürchtete keinerlei Vergeltung ? falls dieses verschüchterte Ding sich überhaupt bei Zion über ihn beschweren würde, so reichte ein Blick des SIth auf die militärischen Möglichkeiten, die O?Both im zu Füßen legen konnte, um ihn sabbernd alles durchwinken zu lassen, was dem Colonel einfallen mochte. Der sullustanische Bürgermeister hatte es da schon schwerer. Er verfügte über nichts als einen sehr langweiligen Katalog ziviler Verwaltungsaufgaben, die jeder Bürokrat so gut erledigen konnte wie der andere.

?Wenn es das also war ? ich hätte jetzt noch einiges zu tun. Arbeit, von der das Gelingen des Imperiums tatsächlich abhängt, wissen Sie??

[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O?Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten
 
Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten

?Mädchen??

Fleur bedachte den Offizier mit einem nachsichtigen, höflichen Lächeln. Dennoch machte ihr Blick die diskrete Mahnung und ihre Empörung deutlich - alleine schon dadurch, dass sie zum ersten Mal Augenkontakt hielt.
Sie fühlte sich durch die Worte O?Boths vor den Kopf gestoßen. Warum stellte er sie hin wie ein kleines Mädchen, das keine Ahnung hatte? Er löste in ihr befremdlicherweise eine Unsicherheit aus, die darauf zurückzuführen war, dass sie sich persönlich schuldig fühlte den guten Mann mit ihren Anfragen zu belästigen.

Aber Darth Zion hatte seiner Schülerin befohlen sich nichts gefallen zu lassen. Die eindeutige Herabsenkung ihres Titels auf das Wort ?Mädchen? erschien ihr als solche Unzumutbarkeit.


?Mein Name ist Fleur Ventuela. Von der VentCom-Familie. Ich bevorzug es, auch so angesprochen zu werden.?

Ganz sicher war sie sich ihrer Sache freilich nicht. O?Both gehörte dem Militär an. Er berief sich auf das, was in seinen Reihen Rang und Namen hatte und natürlich war der zierlichen Frau nicht entgangen was Hauptaussage seiner Reden war: Dass das Imperium im Allgemeinen wichtigeres zu tun hatte als sich um die Belange eines einzelnen Sith zu kümmern.
Offenbar fühlte der werte Herr sich allein durch ihr Anliegen gedemütigt. Ob es daran lag, dass er generell ein Problem mit Autoritäten hatte, speziell an ihrer Person oder an etwas ganz anderem, konnte sie nicht sagen. Fest stand, dass der Mann sein Missvergnügen nicht an ihr auslassen musste.


?Es wäre sehr freundlich von Ihnen, Sir, wenn Sie mir die Nummer Ihres Captains geben könnten. Dann wäre ich in der Lage mich sogleich darum zu kümmern.?

Nach wie vor hielt Fleur eisern an der Höflichkeit fest. Sie würde sich hier nichts zu Schulden kommen lassen und die Etikette war ein willkommenes Schild, um sich dahinter zu verbergen. Außerdem war sie in ihrem Wesen zu fest verankert um einfach abgestellt zu werden. Es gehörte sich so, selbst die unfreundlichsten Menschen, die man persönlich am liebsten in der nächsten Teergrube versenken würde, respektvoll und lächelnd zu bedienen.

Die Sicherheit des Planeten mit Zions Bauvorhaben gefährden? Fleur sah den Colonel mit unverhohlenem Unverständnis an und versuchte hundertstelsekunden lang den beißenden Tonfall des Mannes einzuordnen. Gab jedoch rasch auf. Schließlich behinderte niemand den Offizier in seinem Tun.


?Wenn das so ist, äh? niemand hält Sie auf, Colonel.?

Lächelte das Mädchen leicht eingeschüchtert und deutete mit einem Blick zur Tür an, dass er sich gern entfernen durfte. Hoffentlich war der Captain in der hohen Schule der Verhaltensregeln besser bewandert als dieser rohe Klotz von einem Offizier.

Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten
 
[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O?Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten

Vielleicht wuchs diesem Gör ja doch noch ein Rückgrat ? oder aber ihr empörter Hinweis auf ihren Namen ließ ganz einfach auf ein Aufwachsen in privilegierter Umgebung schließen. Die VentCom-Familie? Sollte er O?Both vor diesem Namen erzittern? Es gab keine noch so einflussreiche Familie von Wirtschaftsgrößen, die einem Offizier des Imperiums etwas anhaben konnte?

?Schön, Mylady Fleur Ventuela von der hochgeschätzten VentCom-Familie??

Er konnte sich recht gut vorstellen, dass sein zur Schau gestellter Tonfall nicht unbedingt von jener Ehrerbietung zeugte, die das junge Ding sich in diesem Moment augenscheinlich gewünscht hatte. Selbst Captain Burke sah bereits eher genervt als desinteressiert aus ? ob seinetwegen oder wegen des Mädchens, vermochte O?Both nicht zu sagen. Falls erstes der Fall war, tat sein Stellvertreter jedenfalls gut daran, es nicht zu thematisieren.

?Wenn Ihnen so viel daran liegt, mit Galahad zu reden, kann ich jetzt gleich eine Verbindung zu seinem Schiff aufbauen lassen. Allerdings muss ich Sie warnen ? im Gegensatz zu Offizieren der Armee sind Kapitäne der Flotte nicht sehr gut auf Wesen zu sprechen, die ihre routinierten Abläufe stören. Vor allem mit solchen Nichtigkeiten. Aber nun ja ? die Parade zu Ehren des Gouverneurs ist schließlich auch der einzige Grund für seine Anwesenheit, nicht wahr??

Er grinste sie ungehemmt an.

?Leider befinden sich in diesem Rathaus keine geeigneten Holonetzkapazitäten ? jedenfalls keine, die den Ansprüchen des imperialen Militärs genügen. Wenn Sie Galahad also kontaktieren wollen, müssen Sie mich in meine Garnison begleiten und diese Leute hier vorerst machen lassen, was sie am Besten können.?

Wahrscheinlich würde sie ablehnen. Doch selbst wenn nicht: nichts war besser geeignet als eine Garnison des Imperiums, um gewisse Subjekte zum Schweigen zu bringen und den angemessenen Respekt für die verantwortlichen Offiziere des Imperiums zu generieren.

?Also, wie sieht es aus??

[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O?Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten
 
Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten

Natürlich entging Fleur der flegelhafte Tonfall Colonel O?Boths nicht - dieser Mann war schrecklich schlecht erzogen! - aber sie überging den beißenden Angriff auf die Wichtigkeit ihrer Person mit tadellos höflichem Lächelns.
Mit einer leichten, versöhnten Verbeugung bedankte sie sich wortlos bei ihm für seine Berücksichtigung ihrer Wünsche. Dabei war ihre Ignoranz jedweder trotzigen Reaktion gegenüber vollkommen.
Die Sachlage war klar: Sie hatte eine Bitte geäußert, der nachgekommen worden war. Was der Colonel davon hielt war zweitrangig; und dass seine Meinung nur zu deutlich aus seiner Reaktion herausgelesen werden konnte stellte allerhöchstens ihn in schlechtes Licht, wenn man von Fleurs Kulturkreis ausgehend dachte.

Das junge Fräulein versuchte ihre Gefühle bezüglich der ganzen Situation hinter ihrer höflichen Fassade zu verbergen. O?Both war ihr unangenehm in seiner ganzen Art. Sein abschätziger Umgang verletzte sie, obschon sie wusste, dass sie ihn nicht verdient hatte. Trotz seines rüpelhaften Auftretens brachte sie ihm sehr viel Respekt entgegen und wünschte sich von ihm das Gleiche.

Die eigenen Empfindungen systematisch auszuklammern war sie gewohnt; die strikten Verhaltensregeln halfen sehr dabei. Im Mittelpunkt zu stehen hingegen gehörte nicht in ihren Erfahrungsschatz. Bisher war sie selbst in der Familie immer eine von mehreren Geschwistern gewesen. Das Mittlere; weder Fisch noch Fleisch. Nicht die draufgängerische Älteste und nicht das verschmuste Nesthäkchen. Sondern schlicht unauffällig. Zuvorkommend, hübsch, jedoch dezent, zurechtgemacht, ruhig.
Bei Festlichkeiten servierte sie den Tee und schenkte den Gästen ihr aufmerksames Ohr ohne das Thema auf die eigene Person abzulenken.
Auf ein Leben als Autorität unter dem Gouverneur von Anaxes, auf Eigenständigkeit war sie nicht vorbereitet. Und jetzt sollte sie Entscheidungen treffen. Aller Augen waren unverwandt auf sie gerichtet. Am liebsten wäre Fleur im Boden versunken. Aber sie kannte den ihr von Lord Zion zugewiesenen Platz.

Was der Colonel ihr als nächstes vorschlug ließ sie allerdings trotzdem erst einmal heftig schlucken. W-WAS? Sie sollte mit ihm kommen? Ganz allein?

Fleur konnte nicht verhindern dass ihr ängstlicher Blick hilfesuchend die Leute in ihrer unmittelbaren Umgebung - sprich: Niob Tenn und die Regierungsbeauftragten - traf. An Sam blieb er hängen.
Die Furcht kam noch ehe sie sich über deren Ursache im Klaren war.
Vor noch nicht einmal ganz zwei Tagen hatte man versucht sie zu entführen; ein Schock, den das Mädchen nur schwerlich und lediglich mithilfe der Machtbeeinflussung ihres Meisters schnell überwunden hatte. Davor war sie mit ihrem Ehemann - Exmann, nun war er tot. Vor ihren Augen gestorben! Unheimliche Bilder spukten durch Fleurs Geist.
Sie war also mit ihrem Exmann unterwegs gewesen. Einem Mann, der sexuelle Befriedigung von ihr verlangt hatte, zu der sie noch nicht bereit gewesen war.
Fleur fürchtete sich davor mit diesem groben Klotz von einem Kerl allein zu sein. Ihm ausgeliefert zu sein.


?Mein Pilot muss mitkommen dürfen.?

Erklärte das Fräulein alarmiert. Sie stand so gefasst wie möglich da, doch die hinter dem Rücken versteckten, klammfeuchten Hände spielten nervös mit dem Stoff ihrer Kleidung.

Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten
 
[Pols Anaxes, Regierungsgebäude]- Fleur, Sam, Niob Tenn, Colonel O?Both, Captain Lurke, Regierungsbeauftragte, Soldaten

Die unwillkürliche Reaktion des Mädchens belustigte O?Both noch mehr ? beleidigt war er ob ihrer leicht zu erratenden Befürchtungen jedoch nicht. Offenbar hatte sie einschlägige Erfahrungen gemacht. Letztendlich bedeutete dis nur, dass sie ihm gegenüber Vorsicht walten lassen würde. Dass sie Angst vor ihm haben würde und davor, mit ihm und seinen Männern alleine zu sein. Vielleicht machte sie das sogar kontrollierbarer?
In diesem Moment lachte der Colonel lediglich spöttisch.


?Klar, nehmen Sie Ihren Piloten mit. Meinetwegen kann sogar Ihr Hängebackenfreund mitkommen, wenngleich er stets in meiner Nähe bleiben sollte ? wir wollen ja nicht, dass man ihn für einen Rebellenspion hält.?

Die Vorstellung, dass der Bürgermeister von einem imperialen Sturmtruppler irrtümlich niedergeschossen wurde, amüsierte O?Both königlich, zumal sie ihn einmal mehr daran erinnerte, wer die maßgebliche Persönlichkeit auf diesem Planeten war. Er selbst ? denn im Wettstreit zwischen zivilen Verordnungen und imperialen Kanonen würden letzte stets den Sieg davon tragen.

?Mein Angebot steht, Lady. Ein Gleiter wartet draußen ? er kann uns umgehend zur Garnison bringen. Dort haben wir auch ein Shuttle, falls sie Galahad auf der Reliable persönlich besuchen wollen??

Auffordernd winkte er dem Mädchen zu und setzte sich dann ? gefolgt von seinen beiden Soldaten und dem mittlerweile wieder neutral dreinblickenden Captain Lurke ? mit gebotener Würde in Bewegung, ohne dem Sullustaner oder einer anderen Person im Raum auch nur noch einen Blick zu schenken. Ihm war es mittlerweile gleich, ob Fleur Ventuela ihm folgte oder es vorzog, zitternd im Schatten dieser nichtmenschlichen Perversion zu verharren und auf ihren Meister Zion zu warten. Wenn sie sich dazu entschied, versprach es, interessant zu werden ? wenn nicht, dann würde er sich wenigstens nicht mehr mit ihr und all diesen Einfaltspinseln herumschlagen müssen.

?Eine imperiale Garnison ist nicht unbedingt der Ort für eine junge Frau?, bemerkte Lurke, als sie den Raum verlassen hatten.

?Und imperiale Politik ist kein Metier für eine junge Frau. Nur dass diese offenbar noch ein paar Lektionen darüber benötigt, wo sie hingehört??

[Pols Anaxes, vor demRegierungsgebäude]- Colonel O?Both, Captain Lurke, Soldaten
 
Anaxes - Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Niob Tenn, Abgeordnete, Architekten, Baumeister, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten

Fleur warf Niob Tenn kurz einen mitleidigen Blick zu. Worauf Colonel O?Both anspielte war einer Person ihres Standes klar; das Imperium verabscheute Nichtmenschen. Folglich gab es davon nur sehr wenige in den Reihen der Imperialen. Sie fanden hauptsächlich in der Republik Freunde.
Dass es sich bei dieser rassistischen Völkerverachtung, vor allem in wirtschaftlichem Sinn, um eine Doppelmoral sondergleichen handelte brauchte wohl nicht extra erwähnt zu werden. Denn obschon die menschliche Spezies einen eklatant großen Teil der imperialen Bevölkerung ausmachte konnte sie ganz ohne den Handel und die militärische und ökonomische Unterstützung der nichtmenschlichen Rassen nicht überleben.
Wie dem auch immer wahr, Fleur empfand es als unendlich gemein dem Sullustaner diese peinliche Wahrheit so grob ins Gesicht zu sagen.

Mit einem Augenaufschlag nickte sie Sam bebend zu, der sich mit einem gemurmelten:
?Meinetwegen? von der Wand nebst der Tür löste an der er teilnahmslos mit verschränkten Armen gelehnt hatte. Der Pilot schloss zu dem jungen Fräulein auf. Sollte er sie jetzt etwa beschützen? Skeptisch betrachtete er die Soldaten und zuletzt O?Both der Reihe nach. Gut, er würde Fleur auch nicht unbedingt allein mit diesen Männern gehen lassen. Aber gegen eine Eskorte ausgebildeter Soldaten konnte er im Ernstfall auch nichts mehr tun. Sam hoffte dass der neuen Schülerin Zions dieser Umstand klar war.

Da der Colonel ohne zu warten einfach das Zimmer verließ, mussten Fleur und Sam sich beeilen zu ihm aufzuschließen. Das Mädchen keuchte leise durch das Hasten in ihrer Nervosität. Was sich dieser Offizier hier leistete hätte es bei ihr zu Hause nie gegeben.
Eine stumme Anklage lag in ihrem Blick, mit dem sie des Colonels Rücken eine Weile lang fixierte. Dann wandte sie die Augen ab. Sie sagte nichts, wie es ihr stets eingebläut worden war und ließ sich von O?Both und dessen Gefährten, mit dem er sich gerade leise unterhielt, zu der Garnison führen.


Anaxes - vor dem Regierungsgebäude - Fleur mit Sam, Colonel O'Both, Captain Lurke, Soldaten
 
/~\ Anflug auf Pols Anaxes ~/\~ An Bord der C’thon ~/\~ Vox & K’raal /~\

Nicht das Reisen mit einem Raumschiff sonderlich aufregend war. Nein. Eigentlich ganz im Gegenteil. Man sah fast nichts Interessantes. Überwiegend schwarz, gesprenkelt mit weißen Punkten, oder das diffuse Wabern des Hyperraums, welches dann doch die Überhand hatte. Ohne selbigen Abschnitt der Reisen würde man doch deutlich länger unterwegs sein. Die Hutten und Gen’dai wären dann wohl die einzigen die sich auf eine Reise von Coruscant nach Tatooine machen konnten und knapp am Ende ihres Lebens ankommen würden. Wie dem auch sei, Vox war begeisterter Flieger. Aber auch er legte mehr Wert auf den Raumkampf als das simple navigieren durch Zeit und Raum. Und wenn er so zurück dachte, lag das letzte Gefecht an dem er teilgenommen hatte, das letzte wirkliche Gefecht, schon lange zurück. Auf ihrer jetzigen Mission wäre es leider äußerst dumm, wenn sie in ein Raumgefecht verwickelt würden. Und sollte das passieren, wäre K’raal wohl der erste der ihn anschnauzen würde, wobei anschnauzen nicht ganz richtig war. K’raal würde rummaulen und sich beschweren. Dieser verdammte Defel war einfach immer mies gelaunt. Da konnte kommen was wollte, eine Zulage bei der Bezahlung, zufällig gefundene Credits im tausender Bereich, wahrscheinlich selbst nach dem Sex zog er ein Gesicht als wär’ ihm gerade jemand mit ’nem Speeder durchgeheizt. Vox – seines Zeichens auch ein Defel – schnaubte kurz und verzog seine Schnauze zu einem mürrischen Laut. Was K’raal entweder überging oder wirklich nicht hörte. Vermutlich war er mal wieder zu tief im mürrisch auf die Displays starren versunken. Die C’thon war nämlich mit keinerlei Sichtfenstern versehen, da die Defel es deutlich vorzogen in der Dunkelheit zu leben und so auch ihr Raumschiffe mit demselben Gamma Wert bevorzugten. Null. Zumal sie nur in der Dunkelheit sahen. Weswegen sie auch immer, wenn sie mit anderen Lichtverhältnissen als Finsternis konfrontiert wurden, einen Visor dabei hatten.

Glücklicherweise hatte Vox, auf Grund seines Altersvorsprungs die Befehlsgewalt bei dieser Mission erhalten. Was alles passieren könnte wenn K’raal am längeren Hebel sitzen würde, wollte sich Vox nicht einmal ausmalen.
Nicht das er etwas gegen den Defel hatte. Ganz im Gegenteil. Lediglich seine Art und Weise zu arbeiten war hin und wieder ein Punkt, den er etwas… anstößig fand.
Nun da sie Anaxes fast erreicht hatten, war es zu spät sich noch Gedanken zu machen über Dinge, die sowieso nicht passieren würden. K’raal hatte nicht das Kommando. Punkt.


„Was ist los?”
„Nichts.”
„Ach ja? Wieso schnaubst du dann hier so rum?“
„K’raal, halt’s Maul. Wir sind gleich da und dein rumgejaule kann ich jetzt echt nicht gebrauchen!“
„Is’ ja schon gut, Vox!“

Brummte der andere Defel, der in etwa 1,2m groß war vor sich hin und murmelte dann noch ein ‚Hab ja nur fragen wollen.’ Vox der diese Tour schon kannte, hatte mal wieder ruppiger reagiert. So gab K’raal wenigstens erstmal ruhe. Und bis sie gelandet waren, was sich nicht als Schwierigkeit herausstellte bei seinen Flugkünsten, hielt die Ruhe tatsächlich an. Doch dann ging es wieder los. Mit einem letzten Augenrollen setzte Vox seinen komplett schwarzen Visior auf, damit seine Augen nicht von all dem Sonnenlicht was draußen zweifelsfrei gerade vorherrschte, geblendet wurden und er überhaupt etwas sehen konnte. K’raal hatte seinen bereits aufgesetzt. Ebenfalls in komplett schwarz.

„Und? Wohin geht’s jetzt?“
„Keine Ahnung… W…“
„Wie keine Ahnung? Wir kommen hier her und du hast keine Ahnung wohin wir müssen?
Na Klasse! Und ich komm auch noch freiwillig mit dir!“
“Lass mich doch einfach ausreden du Flohbirne! Ich wollte dir gerade sagen das wir, um das heraus zu finden wo man ‚hier hin kann’ entsandt wurden, Dummkopf!“
„Hey verdammt! Mach mal halblang, wenn du keine Ahnung sagst was soll man denn das schon großartig anderes denken!“
„War klar das du wieder nicht denkst… Wenn wir reden müssen, behalt deine Flausen für dich und lass mich das erledigen, dein Basic ist sowieso grauenhaft. Und um’s noch mal zu sagen, du hast mich nich’ ausreden lassen, K’raal. Also, vor dem denken warten ob noch mehr Futter für dein Hirn kommt. Auch wenn’s hin und wieder schwer verdaulich ist.“
„Aaaach… sei doch ruhig verdammt. Drück dich einfach klarer aus, Vox.“

Der angesprochene Defel begnügte sich mit einem simplen Schnauben und nickte, während er nun endlich aufstand und sich zu seiner stolzen – für einen Defel – Größe von fast 1,5 Metern aufrichtete. Vox ging voraus und erreichte die Ausstiegsluke nur zwei Schritte vor K’raal der sich neben ihm aufstellte und den Schalter zum öffnen betätigte. Als das erste Licht ihre Körper berührte, schienen diese sich in Schatten zu verwandeln und wurden immer schwerer auszumachen. Für normale Augen jedenfalls. Da sie glücklicherweise nicht mit einem Raumhafenangestellten, der Langegebühren haben wollte rechnen mussten, schlichen sie einfach hinaus in den Hangar und arbeiteten sich langsam von Schatten zu Schatten vor. Bis sie schließlich einen kleinen, nur am anderen Ende beleuchteten Seitengang fanden in welchem sie erneut Kriegsrat hielten.

„Wir sorgen erstmal dafür, dass wir irgendwo ein Quartier bekommen. Aber nicht direkt im Stadtzentrum. Zu auffällig, zu teuer. Irgendwas wo sich nicht viele hintrauen. Du bist ja auch eher begnügsam, solange das Wasser klar ist, oder?“
„Solange das Wasser klar ist. Ja. Ich denke mal, dass wenn wir nicht gesehen werden wollen, wir Seitenstraßen und so Zeug nutzen werden?“
„Schau an, schau an, er kann doch denken.“
„Sehr witzig!“
„Schon gut… ja, wir werden Seitenstraßen benutzen. Stadtplan ist auf dem Datapad, draußen in der nächsten Gasse suchen wir uns einen Weg raus. Los komm…“
„Auf ins Getümmel!“
„Gerade das nicht du Depp!“
„Ach ja… hast ja Recht Vox.“

Sollte doch jemand zufälligerweise die beiden belauscht haben. Würde er Probleme haben sie zu verstehen. Denn untereinander redeten sie nur in ihrer Muttersprache miteinander – Defel – die sie auch so deutlich lieber benutzten, als andere sprachen. Defel hört sich an, wie man sich bei einem Wolf fast schon denkt und den Wookiees nicht unähnlich, wie Knurren, Jaulen und teilweise Fauchen, jedoch nicht so laut wie es bei den Wookiees der Fall ist.

Auf leisen und vorsichtigen Pfoten schlichen die beiden Defel nun durch den Raumhafen, suchten sich einen Personalausgang und waren in einem Hinterhof, der in eine Seitenstraße führte entschwunden…



/~\ Pols Anaxes ~/\~ Randbezirke ~/\~ Vox & K’raal /~\
 
Zuletzt bearbeitet:
An Darth Side Adept Fleur Ventuele

Meine Schülerin, ich werde bald zu dir zurückkommen. Ich hoffe meine wünsche wurden alle erfüllt. Wenn nicht hast du noch Zeit bis zu meiner Ankunft, das wichtigste ist die Parade und mein Residenz.

Lord Darth Zion Gouverneur von Anaxes
 
----- 2 Monate später -----​

Anaxes - In den Bergen bei einer Burg - allein

Fleur befand sich auf einer Anhöhe, als sie die Nachricht ihres Herrn ereilte. Sie war allein. Ihre fast schwarzen Haare flatterten im Wind und brachten Bewegung in ihre unscharfe Sillhouette im Sonnenuntergang.
Als das vertraute Signal des Com-Geräts erschallte, griff das zierliche Fräulein alarmiert an ihre Hüfte. Das konnte nur Darth Zion sein; niemand sonst besaß diese Nummer.

Im Hintergrund befand sich eine alte Burg, vermutlich seit Jahrhunderten oder einer noch längeren Zeitspanne nicht mehr zu dem Zweck benutzt, zu dem sie ursprünglich erbaut worden war; als Verteidigungsanlage. Die Zimmer hatten eine Höhe von knappen 2.50m und waren damit für kleinere Menschen angelegt als Fleur und Zion es waren. Gelegentlich musste selbst die junge Frau sich beinahe, um durch eine Zimmertüre zu gelangen.
Das alte Bauwerk an sich aber war in tadellosem Zustand. Fleur hatte über den Bürgermeister von diesem Gemäuer erfahren und es besichtigen wollen, ohne den geringsten Verdacht zu erwecken. Sie hatte in Erfahrung gebracht, dass die Stadt die Instandhaltung des Gebäudes finanzierte, allerdings schon lange niemand mehr hier oben lebte.
Seit ihrer offiziellen Besichtigung waren einige Wochen vergangen und Fleur hatte sich an diesem Tag nicht zum ersten Mal heimlich an den Standort des alten Gemäuers begeben.
Ob sich diese Burg als geeignet für das herausstellen würde, was ihrem Sith Meister vorschwebte, würde sich zeigen, nachdem der Mann in Anaxes eingekehrt war.

Noch bevor Fleur ihren Abstieg fortsetzte, tippte sie ein paar Zeilen an Darth Zion. Schriftliche Mitteilungen dieser Art hatten die beiden in den letzten Monaten einige ausgetauscht. In einer davon hatte Fleur ihrem Meister gestanden ihre Eltern von ihrem Verbleib unterrichtet zu haben. Es war der reichen Firmenerbin unverantwortlich erschienen ihre Familie nicht davon zu unterrichten, dass sie noch am Leben und wohlauf war.


An Darth Zion

Ich habe verstanden, Meister. Eure Anweisungen werden in die Tat umgesetzt. Der Bau des Palastes geschieht mit einer Geschwindigkeit, wie ich sie nie beim Errichten eines Gebäudes für möglich gehalten hätte. Ich bin bereits in einigen Zimmern gewesen; die Innenarchitekten sind momentan voll beschäftigt. Nicht mehr lange und Ihr könnt einziehen. Die Parade dürfte auch so verlaufen wie Ihr euch das vorstellt. Ich habe wirklich mein bestes getan.

Von Fleur Ventuela​

Das Gespräch mit Line Captain Galahad 2 Monate zuvor war sehr zufrieden stellend verlaufen. Der Mann hatte sich höflich und gesittet mit ihr auseinandergesetzt und dem Fräulein versichert, dass die Forderungen ihres Meisters in der imperialen Armee Gehör fanden. Seit damals hatte Fleur Begegnungen mit dem Militär meist zu vermeiden gewusst ( Colonel O?Both war ihr immer noch äußerst unheimlich ). Die meiste Zeit hatte sie mit Angehörigen der Verwaltung und Politikern von Anaxes verbracht. Dabei hatte sich ihr Stand als Schülerin Zions herumgesprochen und ihre Position sich gefestigt. Im Rahmen ihrer Aufgabe hatte Fleur gelernt selbstbewusster aufzutreten. Allerdings ohne jemals die Tugenden der Höflichkeit, Zurückhaltung und das omnipräsente Lächeln zu vernachlässigen.

Anaxes - In den Bergen bei einer Burg - allein
 
[ :: Hyperraum :: geklautes imperiales Shuttle / Zion | Ranik | Dalen ::]



Sie waren endlich auf den Weg nach Anaxes wo er seine Schülerin und auch seien neuen Palast erblicken kann. Er hoffte das Fleur alles erledigt hatte was er ihr aufgetragen hat, der Palast ist wahrscheinlich noch nicht ganz fertig, aber er müsste über 75% vollendet sein. Auf Anaxes müsste Zion außerdem ihr Training sowie sein eigenes vorantreiben, sonst kann er seine Rache nicht perfekt beenden so wie er es plante, es fehlen nur noch wenige Punkte und sie kann beginnen.

Zion schaute nun zu Dalen, seine Frage und die Erläuterung war einleuchtend sowie auch berechtigt, aber Der Apprentice hatte seine Pläne jedoch wird er dem Adept wenige erklären.


?Für die Einladung brauchst du mir nicht danken, Dalen. Sie ist für mich genau so günstig wie für euch, so wird sich unsere Seite weiter stärken und wir können den falschen Predigten Einhalt gebieten, wenn nicht sogar vernichten.
All das was du sagtest stimmt, es macht Spaß, er erleichtert und er befriedigt einen aber nicht für mich, nicht immer. Ich hatte keine Absicht ihn zu töten auf Nar Shaddaa, außer wenn er der letzte der Jedi gewesen wäre dann schon, aber da dieser andere Jedi auch überlebt hatte war das unwichtig. Jetzt fühlt er sich jedoch in einer überlegenen Position und ich kann ihn bei der nächsten Begegnung deutlich schneller besiegen.....oder du wenn ihr euch trefft. Wenigstens bekommt man durch eine solche Überlegenheit und Kontrolle über den Gegner mehr Macht als du es dir je vorstellen kannst. Aber lass wir es dabei, ich muss mich kurz ausruhen für Anaxes, hol mich wenn wir im Orbit angelangt sind.?


Mit diesen Worten ging Zion in den hinteren Bereich und begab sich in eine Meditation.

Ein leichtes Ruckeln signalisierte Zion das sie im Orbit von Anaxes eingetreten sind, der junge Sith öffnete seine Augen und ging zu Dalen zurück ins Cockpit. Zion gab dem Adept eine Disk mit Codes.


?Der erste Code ist dafür da das wir in dieses Schiff gelangen.?


Zion zeigte dabei auf das Flaggschiff von Anaxes, nicht besonders groß aber zur Verteidigung reicht es. In diesem Moment kam auch Ranik wieder in das Cockbit.

?Den zweiten Code werdet ihr gebrauchen um auf einen Landeplattform zu landen ohne weg geschossen zu werden. Die Koordinaten bringen euch zu einem Hangar, der bei meinem Palast steht, dort müsste auch ein Medicenter sein für deinen kleinen Kratzer.
Ihr werdet nachdem ich das Shuttle verlassen habe wieder starten und auf Anaxes landen, ich würde uch ja gerne als Gäste bei meiner Parade begrüßen, jedoch ist einer von euch einer der meist Gesuchten des Sith-Orden.
Also es wird gut gehen und nun lande.?


Das Shuttle gleitete leicht in den Hangar des Schiffes, bevor die Luke sich öffnete zog Zion seine Kapuze wieder in sein Gesicht und verschloss seine Aura für die Umwelt. Die Luke öffnete sich und der schwarz gekleidete Sith stieg aus. Der erste Eindruck war positiv, einige duzend Sturmtruppen standen in Reih und Glied, in einem kleinen frei gelassenen Gang standen eine Hand voll Offiziere, wahrscheinlich der Captain und andere wichtige Leute.
Er bemerkte das Raniks Shuttle sich wieder erhob und aus dem Hangar flog. Nun könnte das Schauspiel der imperialen Macht und nicht zu vergessen seine Eigener demonstriert werden.




[ :: Orbit von Anaxes :: Flaggschiff von Anxes / Zion | Offiziere ::]
 
[Orbit um Anaxes, VIN Reliable, Brücke]- Zion, Line Captain Galahad, Crew

Seit der Ankunft des neuen Gouverneurs herrschte reger Betrieb an Bord des Vindicator-Kreuzers und selbst Line Captain Galahad musste sich eingestehen, dass er nicht erpicht darauf war, den düsteren Sith zu enttäuschen. Lord Zion hatte eine bestimmte Aura der Unnahbarkeit um sich gehabt, als er mit einem Shuttle auf die Reliable gekommen war und es hatte den Kommandanten des Kreuzers einiges an Überwindung gekostet, ihn trotz allem vom Hangar auf die Brücke zu bitten – von hier wäre der Ausblick auf die perfekten Manöver der Flotte immer noch am spektakulärsten.
Nervös befingerte Galahad den Kragen seiner Uniform, bevor er sich zu Zion umwandte.


“Wir sind bereit, mein Lord.“

Und zu seinem ersten Offizier gewandt:

“In die Formation einscheren.“

Langsam und hoheitsvoll setzte der keilförmige Kreuzer sich in Bewegung, flankiert von jeweils einer Fregatte der Nebulon-B-Klasse und einer Korvette. Ihnen voraus flogen die TIE-Geschwader des Planeten und der Schiffe, zu diesem Anlass an ihren Flügeln farbig unterschiedlich gekennzeichnet, in perfekter Formation, die von ungeahntem Präzisionsflug kündete.
Langsam senkte diese Flottille sich auf die Atmosphäre des Planeten zu, einem zuvor bestimmten Vektor direkt auf die Hauptstadt des Planeten zielend, in dessen Straßen des Grollen der Repulsoraggregate und Heulen der Zwillingsionentriebwerke bereits jetzt, gleich dem Dröhnen eines Gottes, von der Ankunft des neuen Herrschers von Anaxes künden musste.
Fast gleichzeitig musste sich in diesem Moment die Parade der Bodentruppen in Bewegung setzten, Reih um Reih in perfekt glänzenden Panzern gekleideter Soldaten der Sturmtruppler, von Kampfspuren befreite AT-STs mitsamt ihren großen Brüdern, den AT-ATs, deren rumpelnden Metallbeine selbst das Geräusch der Schiffsrepulsoren noch um einen Aspekt zu bereichern wusste.
Mit majestätischer Erhabenheit – mit imperialer Erhabenheit – setzte die Prozession ihren Weg fort, immer näher an die wartende Stadt heran. Die Masse an Jägern und größeren Schiffen verdunkelte den Himmel auf den Straßen und ließen die Bewohner des Planeten die Bedeutsamkeit dieses Augenblickes noch mehr spüren als die ohrenbetäubende Geräuschkulisse.
Ob sie ihrem neuen Herren zujubelten oder ihn insgeheim verwünschten war unklar, doch sämtliche Augenpaare folgten den langsam vorrückenden Schiffen um die Reliable, bis diese schließlich den fast fertig gestellten Palast erreicht hatte und – immer noch in perfekter Formation mit den anderen Schiffen – langsam eine Kehrtwendung vollführte, während die TIEs ringsherum sich in komplizierten und wagemutigen Manövern einen Schaukampf im Kunstflug lieferten, bevor sie in Formation zum Himmel aufstiegen, nur um kurz darauf wieder mit donnernden Triebwerken auf die Menge zuzustoßen und sich im letzten Moment zu zerstreuen, bis sie schließlich exakt zu dem Zeitpunkt, an dem die Reliable und die übrigen Schiffe ihre Wendung vollführt hatten und die Sturmtruppen vor dem Palast angekommen waren, ihren Platz in der großen Formation wieder eingenommen hatten. Als die imperialen Soldaten unisono ihre blitzenden Waffen präsentierten, brandete frenetischer Jubel in der Menge auf. Galahad lächelte zufrieden.


“Lord Zion – willkommen auf Anaxes.“

[Über Pols Anaxes, VIN Reliable, Brücke]- Zion, Line Captain Galahad, Crew
 
Anaxes - Zions Palast- Hangar - Dalen, Ranik

Mürrisch blickte sich der Warrior in dem riesigen Hangar um, als er "sein" Shuttle verließ. Andere Schiffe befanden sich hier nicht, wahrscheinlich weil der Palast erst vor kurzem erbaut worden war. Ranik konnte sich nicht vorstellen das Zion irgendein gebrauchtes Gebäude zu seinem Regierungssitz erklären würde, dafür war er ihm viel zu ähnlich. Das grelle Licht tat dem Deformierten in den Augen weh, er musste unbedingt dafür sorgen das die Helligkeit der, des Tempels auf Bastion angeglichen wurde. Einen kurzen Moment weitete er seine Aura. Es waren kaum Präsenzen zu spüren, zumindest nicht in diesem Teil des Gebäudes. Keine Arbeiter, keine Soldaten geschweigeden Machtsensitive, was aufgrund der derzeitigen Situation in der er sich befand aber auch besser war. Doch trotz der Tatsache das er sich mehr als die hälfte aller Sith zum Feind gemacht hatte, verlangte es ihn nach der düsteren Aura und dem verwesten Geruch des Bastion Tempels. Es war eine Schande das die Unwürdigen den heiligen Ort mit ihrer Anwesenheit beschmutzten, hoffentlich würden er keine bleibenden Schäden davontragen.
Ranik wartete bis Dalen ebenfalls aus der Ausstiegsluke kam und schloß sie dann mit einer kurzen Handbewegung. Ein genervtes Seufzen entfuhr seiner Kehle. Wenigstens war dies hier der besste Ort sich vor weiteren Attentätern zu verstecken. Was war schon sicherer als zu Gast bei dem Herrscher dieses Planeten zu sein? Der Warrior lies sich seine Situation noch einmal durch den Kopf gehen und verengte die Augen. Pah! Trotzdem war es entwürdigend! Verstecken...Gast...auf so etwas sollte er eigentlich nicht angewiesen sein! Er hoffte nur Janem würde schnell kommen.


Geh! Such nach einer Krankenstation oder sowas, für deinen nächsten Schritt sollst du ein würdiges Erscheinungsbild an den Tag legen.

Sagte Ranik zu Dalen und schritt ohne auf eine Antwort zu warten aus dem Hangar. Es könnte eine Weile dauern bis der Adept wieder genesen war und er verspürte nicht den drang hier in aller Langeweile auf Zion zu warten, weshalb er sich aufmachte den Palast zu verlassen. Wenn er schon vorerst an diesen Planeten gebunden sein würde, wollte er wenigstens etwas über die Stadt und seine Einwohner wissen. Wie Groß war sie? Wie stark war die Präsenz Imperialer Truppen? Der Gouverneur war vielleicht sein Verbündeter...oder passte Werkzeug besser?...aber die Imperialen Soldaten dienten in erster Linie dem Imperator und würde ihn, sollten sie ihn erkennen, immernoch als Feind einordnen. Natürlich würde er sie töten bevor sie Meldung machen würden, aber er konnte sich interessanteres Vorstellen als haufenweise Normale abzuschlachten.

Der Warrior hatte schon bald die Stadt erreicht. Seine Kapuze hatte er über sein Haupt gezogen, die Sonne schien noch heller als das Licht im Palast. Eine Weile lief er durch die Straßen und Gassen, die zu dieser Tageszeit recht belebt waren. Sofort viel ihm auf das die Einwohner nicht vor ihm zurückwichen wie die auf Bastion. Hier schien es nicht oft Besuch von Sith zu geben. Ranik rempelte jene die ihm zu nahe kamen achtlos beiseite. Dreckiges normales Gesocks! Alle dachten sie wichtig und einzigartig zu sein. Diese Schwächlinge! Am liebsten würde er ihnen allen die Kehlen durchschneiden, sie widerten ihn an! Oh wie würde er es genießen wieder zurück auf Bastion zu sein. Zion...er war nun der Herrscher dieses Planeten und diesem offensichtlich nutzlosem Volk. Würde Ranik soetwas wie Mitleid empfinden, würde er es mit Sicherheit dem Apprentice schenken.


Anaxes - Stadt nahe Zions Palast - Ranik
 
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