Nexus Ousia
You Belong With Me
§~ Coruscant ~ City ~ obere Ebenen ~ Krankenhaus ~ im Krankenbett ~ mit Akemi ~§
Wie hatte er es nur soweit kommen lassen können? Hatte er nicht alles unter Kontrolle gehabt? Alles kein Problem. Ein bisschen was zum Muntermachen, nichts Wildes, immerhin kannte er sich da aus. Doch hätte er es besser wissen müssen, oder nicht? Der Einstieg, der Verlauf, die Selbstüberschätzung, der Kontrollverlust, der Zusammenbruch. War es nicht alles wie nach Protokoll verlaufen, wie er es schon oft genug gelesen und auch gesehen hatte? Verflucht nochmal, er hatte sogar einen Film über dieses Thema gedreht und den Junkie in sich nicht kommen sehen! Und nun hatte es ihn übermahnt. Schlimmer noch: Er hatte eine Überdosis erlitten, wahrscheinlich weil dieser dummer Ersatz von Ivett ihm das falsche Zeug gereicht hatte. Nein, das ist Pech gewesen, die Schuld aber lag bei ihm selbst. Wo hatte er sich da bloß hineingebracht? Das war der Tiefpunkt ... in einer Zeit, die er als großen Höhenflug empfunden hatte, war er nun da: Der Absturz. Und ausgerechnet in ihrer Wohnung ... vor ihren Augen. Dass sie ihn hatte finden müssen, dass sie ihn nun so sehen musste, war das Schlimmste. Denn wenn er auch vor etwas ewig davon gelaufen war, hatte es ihn doch wieder eingeholt. Akemi.
"Nex, wie... wie fühlst du dich?"
sagte Akemi, wie sie da an seinem Bettende stand, völlig verängstigt und verwirrt. Wie viele Sorgen sie sich um ihn machte. Nex bemühte sich um ein Lächeln.
"Klasse, wobei ... der Service hier drin echt mies ist, was das angeht ..."
scherzte er, doch war der Versuch vergeblich. Keinem von beiden war zu Witzen zumute. Nex fühlte sich zunehmend in seiner sprichwörtlichen Haut, was nicht nur mit dem Entzug zu tun hatte. Der Schmerzvolle Ausdruck in Akemis Zügen brannte noch viel mehr. Unruhig bewegte sich er sich in seinem Bett hin und her, versuchte sich auf seine Hände zu stützen, aus dieser kümmerlichen Lage herauszukommen, was ihm halbwegs gelang. Doch am liebsten wäre er ganz aus dem Bett gesprungen und hätte das Krankenhaus sofort verlassen, um nur nicht mehr Akemis Blick ertragen zu müssen. In was für Phantasieschlössern wanderte er eigentlich? War er mehr als eine bloße Hülle, die von einer Unvollkommenheit in die andere Stolperte, nicht ganz Schreiber, nicht ganz Sanitäter, nicht ganz Schauspieler, alles nur ein Teil. Ein Sammelsurium an losen Hobbys und Eigenschaften, kein richtiges Ganzes, nur mit einem Etikett versehen, auf dem "Nex" drauf stand. Entweder war das was er für Akemi fühlte auch nur so ein loser Aspekt, wie er Irgendjemandem zu Irgendwas hätte angeheftet werden können. Oder sie war das Einzige, was aus ihm noch ein Ganzes machte. Machen konnte.
Wie um auf seine zunehmende Unruhe einzugehen, ihn vielleicht nicht flüchten zu lassen, kam Akemi ein paar Schritte näher an ihn heran, als sie um das Bett ging und sprach.
"Ich kann es nicht glauben. Du nimmst Drogen? Aber... aber wieso? Und wie lange?"
Purer Unglaube lag in ihrer Stimme, als könnte sie es wirklich nicht fassen. Als hätte er ihr Bild von sich zerstört. Was hatte er da nur getan?
"Ich ... ich weiß nicht ... ich ... wollte doch nur ..."
kam schwach über seine Lippe, ersetzte die Leere, das Nichts sagen wollen. Nicht können. Er drohte in ihrem traurigen Gesicht zu ertrinken, ihre Augen bohrten sich ihm in den Schädel.
"Nex, du hättest tot sein können!"
"Ich ... ich ..."
stammelte Nex, drückte sich hoch, konnte die schmerzenden Beine anheben, wollte aus dem Bett steigen - doch er fiel. Da er abgesehen von einem Tropf, an keine Geräte angeschlossen war, riss er lediglich die halbe Zudecke mit hinunter. Den Aufprall spürte er kaum, doch er hörte mit steigendem Horror, wie Akemi schnell, die Sorge in Person, um das Bett zu ihm lief.
"Da drinnen alles in Ordnung?"
erklang die Stimme einer Schwester von draußen. Akemi schien ihm hoch und zurück ins Bett helfen zu wollen, doch hatte Nex alle Kraft bei dem einen Versuch, dem letzten Versuch, zu fliehen aufgebraucht. Mit Macht nun drückten sich Tränen in seine Augen, als er geschlagen und kapitulierend auf dem Boden lag, nur mit großer Not seinen Körper davon abhalten konnte, sich zu Schütteln.
"Ich ... ich ... Akemi ..."
Er wollte nicht, dass sie ihn bemitleidete. Er wollte nicht, dass sie ihn für dumm und schwach hielt. Er wollte nicht, dass sie glaubte, er sei ein Junkie, ein Nichtsnutz und Versager. Er wollte nicht, dass sie ihn für einen jungen unvernünftigen Kerl hielt, mit dem nichts anzufangen sei. Er wollte nicht, dass sie in ihm nur einen kranken Freund sah, dem sie helfen musste. Er wollte nicht, dass sie ihm einen älten Kerl vorzog und auf Ewig vorziehen würde. Er wollte nicht weinend auf dem Boden liegen, ungeliebt und verletzt, ihr Opfer und Patient. Er wollte sie niemals kennen gelernt haben. Er wollte ihr um den Hals fallen und nicht mehr loslassen, sie an sich drücken, ihren zierlichen Körper zur Gänze fühlen können, nicht nur danach gucken, unerreicht. Er wollte alles und die Kinder mit Katzenaugen.
"... ich ... ich liebe dich ... ich liebe dich ..."
§~ Coruscant ~ City ~ obere Ebenen ~ Krankenhaus ~ neben dem Krankenbett ~ mit Akemi ~§
Wie hatte er es nur soweit kommen lassen können? Hatte er nicht alles unter Kontrolle gehabt? Alles kein Problem. Ein bisschen was zum Muntermachen, nichts Wildes, immerhin kannte er sich da aus. Doch hätte er es besser wissen müssen, oder nicht? Der Einstieg, der Verlauf, die Selbstüberschätzung, der Kontrollverlust, der Zusammenbruch. War es nicht alles wie nach Protokoll verlaufen, wie er es schon oft genug gelesen und auch gesehen hatte? Verflucht nochmal, er hatte sogar einen Film über dieses Thema gedreht und den Junkie in sich nicht kommen sehen! Und nun hatte es ihn übermahnt. Schlimmer noch: Er hatte eine Überdosis erlitten, wahrscheinlich weil dieser dummer Ersatz von Ivett ihm das falsche Zeug gereicht hatte. Nein, das ist Pech gewesen, die Schuld aber lag bei ihm selbst. Wo hatte er sich da bloß hineingebracht? Das war der Tiefpunkt ... in einer Zeit, die er als großen Höhenflug empfunden hatte, war er nun da: Der Absturz. Und ausgerechnet in ihrer Wohnung ... vor ihren Augen. Dass sie ihn hatte finden müssen, dass sie ihn nun so sehen musste, war das Schlimmste. Denn wenn er auch vor etwas ewig davon gelaufen war, hatte es ihn doch wieder eingeholt. Akemi.
"Nex, wie... wie fühlst du dich?"
sagte Akemi, wie sie da an seinem Bettende stand, völlig verängstigt und verwirrt. Wie viele Sorgen sie sich um ihn machte. Nex bemühte sich um ein Lächeln.
"Klasse, wobei ... der Service hier drin echt mies ist, was das angeht ..."
scherzte er, doch war der Versuch vergeblich. Keinem von beiden war zu Witzen zumute. Nex fühlte sich zunehmend in seiner sprichwörtlichen Haut, was nicht nur mit dem Entzug zu tun hatte. Der Schmerzvolle Ausdruck in Akemis Zügen brannte noch viel mehr. Unruhig bewegte sich er sich in seinem Bett hin und her, versuchte sich auf seine Hände zu stützen, aus dieser kümmerlichen Lage herauszukommen, was ihm halbwegs gelang. Doch am liebsten wäre er ganz aus dem Bett gesprungen und hätte das Krankenhaus sofort verlassen, um nur nicht mehr Akemis Blick ertragen zu müssen. In was für Phantasieschlössern wanderte er eigentlich? War er mehr als eine bloße Hülle, die von einer Unvollkommenheit in die andere Stolperte, nicht ganz Schreiber, nicht ganz Sanitäter, nicht ganz Schauspieler, alles nur ein Teil. Ein Sammelsurium an losen Hobbys und Eigenschaften, kein richtiges Ganzes, nur mit einem Etikett versehen, auf dem "Nex" drauf stand. Entweder war das was er für Akemi fühlte auch nur so ein loser Aspekt, wie er Irgendjemandem zu Irgendwas hätte angeheftet werden können. Oder sie war das Einzige, was aus ihm noch ein Ganzes machte. Machen konnte.
Wie um auf seine zunehmende Unruhe einzugehen, ihn vielleicht nicht flüchten zu lassen, kam Akemi ein paar Schritte näher an ihn heran, als sie um das Bett ging und sprach.
"Ich kann es nicht glauben. Du nimmst Drogen? Aber... aber wieso? Und wie lange?"
Purer Unglaube lag in ihrer Stimme, als könnte sie es wirklich nicht fassen. Als hätte er ihr Bild von sich zerstört. Was hatte er da nur getan?
"Ich ... ich weiß nicht ... ich ... wollte doch nur ..."
kam schwach über seine Lippe, ersetzte die Leere, das Nichts sagen wollen. Nicht können. Er drohte in ihrem traurigen Gesicht zu ertrinken, ihre Augen bohrten sich ihm in den Schädel.
"Nex, du hättest tot sein können!"
"Ich ... ich ..."
stammelte Nex, drückte sich hoch, konnte die schmerzenden Beine anheben, wollte aus dem Bett steigen - doch er fiel. Da er abgesehen von einem Tropf, an keine Geräte angeschlossen war, riss er lediglich die halbe Zudecke mit hinunter. Den Aufprall spürte er kaum, doch er hörte mit steigendem Horror, wie Akemi schnell, die Sorge in Person, um das Bett zu ihm lief.
"Da drinnen alles in Ordnung?"
erklang die Stimme einer Schwester von draußen. Akemi schien ihm hoch und zurück ins Bett helfen zu wollen, doch hatte Nex alle Kraft bei dem einen Versuch, dem letzten Versuch, zu fliehen aufgebraucht. Mit Macht nun drückten sich Tränen in seine Augen, als er geschlagen und kapitulierend auf dem Boden lag, nur mit großer Not seinen Körper davon abhalten konnte, sich zu Schütteln.
"Ich ... ich ... Akemi ..."
Er wollte nicht, dass sie ihn bemitleidete. Er wollte nicht, dass sie ihn für dumm und schwach hielt. Er wollte nicht, dass sie glaubte, er sei ein Junkie, ein Nichtsnutz und Versager. Er wollte nicht, dass sie ihn für einen jungen unvernünftigen Kerl hielt, mit dem nichts anzufangen sei. Er wollte nicht, dass sie in ihm nur einen kranken Freund sah, dem sie helfen musste. Er wollte nicht, dass sie ihm einen älten Kerl vorzog und auf Ewig vorziehen würde. Er wollte nicht weinend auf dem Boden liegen, ungeliebt und verletzt, ihr Opfer und Patient. Er wollte sie niemals kennen gelernt haben. Er wollte ihr um den Hals fallen und nicht mehr loslassen, sie an sich drücken, ihren zierlichen Körper zur Gänze fühlen können, nicht nur danach gucken, unerreicht. Er wollte alles und die Kinder mit Katzenaugen.
"... ich ... ich liebe dich ... ich liebe dich ..."
§~ Coruscant ~ City ~ obere Ebenen ~ Krankenhaus ~ neben dem Krankenbett ~ mit Akemi ~§