@Raven Montclair Heyho, da biste mit jetzt zuvor gekommen! Aber Danke!
In Silence hat er genial gespielt, der ganze Film hat mich auf eine sehr seltsame Art angesprochen und gleichzeitig gelangweilt und verstört.
Ich hatte gerade angefangen zu überlegen, wie ich "Silence" beschreiben soll, aber dieser Satz bringt es ziemlich gut auf den Punkt. Ich interessiere mich weder für Japan, noch bin ich religiös, aber ich habe diesen kompletten gefühlt fünf Stunden langen Film interessiert / fasziniert durchgehalten. Die Atmosphäre fand ich sehr bedrückend, es wurde einem mal wieder vor Augen gehalten, was die Menschheit sich in ihrer langen Geschichte wegen unterschiedlicher Glaubensauffassungen für Grausamkeiten antat und antut. Der Film stimmt einen daher sehr nachdenklich. Garantiert nichts für den gemütlichen Videoabend mit Freunden, aber ich finde, es lohnt sich schon sich auf diesen Film mal einzulassen. Gerade sowas mag ich ja an einem guten Schauspieler, wenn ich durch ihn / sie Filme sehe, die mich sonst gar nicht angesprochen hätten und ich dann von dem Film echt was habe und mich auch mal mit Themen befasse, die ich sonst links liegen lasse.
Mich fasziniert gerade die Geschichte von "Tracks / Spuren" sehr. Das ist ein Film, den ich mir garantiert auch ohne Adam Driver angeschaut hätte - allein, ich wusste nicht, dass es den Film gibt. Also gut, dass sein Name vorne drauf stand, als ich in der Bücherei durch die DVDs blätterte. Ein Mal gesehen und direkt die DVD und das Buch gekauft. Hier wird die Geschichte von Robyn Davidson erzählt, die als junge Frau in den 1970er Jahren alleine zu Fuß die Australische Wüste durchquerte. Nach langen Vorbereitungen - unter anderem musste sie erst einmal lernen, Kamele zu trainieren und sich drei Kamele für den Trip beschaffen, geht sie schließlich los und hatte vorher fast schon selbst nicht mehr daran geglaubt, dass sie die Reise wirklich machen wird. Viele Höhen und Tiefen ziehen sich sowohl durch die langen Vorbereitungen als auch durch die eigentliche Reise. Letztlich geht es um Selbstfindung / -reflexion, darum, dass man Dinge, die man sich vornimmt, auch schaffen kann. Selbst wenn man vorher keine Ahnung hat, wie man das angehen soll. Irgendwie spricht mir die Frau aus dem Herzen; der Film hatte mich beim Satz "Mainly I was bored of life in the city with its repetitions [...] And I was sick of carrying around the self-indulgent negativity which was so much the malaise of my generation, my sex and my class." Mia Wasikowska spielt die Hauptrolle, Adam Driver wuselt als Rick Smolan, der Fotograph von National Geographic, der ihre Reise dokumentiert, zunächst naiv-romantisierend von ihrer Reise begeistert und letztlich als hilfreicher und verlässlicher Freund immer mal wieder durch den Film. Beide spielen richtig gut und sind super gecastet, denn die beiden Protagonisten gibt es natürlich noch im richtigen Leben - man kann also beim Schauen von Interviews sehen, wie gut die beiden im Film getroffen sind. Außerdem ist der Film einfach auch äußerst schön anzusehen. Die Kamera orientiert sich zum Teil an den Originalfotos von Rick Smolan. Wer sich also wie ich für tolle Naturbilder begeistern kann, der wird an diesem kleinen Kunstwerk seine Freunde haben. Bin jedenfalls äußerst glücklich, diesen Film entdeckt zu haben.
Wer demnächst mal nen lustigen Kinoabend haben will, dem lege ich "The Man who killed Don Quixote" ans Herz, der gerade läuft. Adam Driver zieht - meist auf einem Esel reitend - alle Register der Schauspielkunst während er über zwei Stunden lang eine völlig abgedrehte Monty Python-Psychose durchlebt. Sehr unterhaltsam, grins.
