Also,mal ehrlich- wenn ich sowas höre...
Der Staat zwingt mich zum lügen, weil mein eigentlicher Grund zu verweigern nicht akzeptiert wird! Warum nicht auch: Verdammt, der Staat zwingt mich heimlich zu stehlen- weil es verboten ist... Warum nicht auch - verdammt, ich muss die Leiche verschwinden lassen......
Ich denke, meine überspitzte Darstellung macht klar, was ich aussagen will.
Das hat nicht mit überspitzten Beispielen zu tun, sondern - wie Marvel schon so schön formulierte - nur mit Stammtischphilosophie. Die Sachverhalte sind nicht vergleichbar. Oder möchtest du ernstlich Mord und Diebstahl mit einer Lüge auf eine Stufe stellen? Ich hoffe mal nicht.
Und damit eins richtig verstanden ist- ich bin kein fanatischer, millitanter und waffengeiler Vollidiot, auf den ich mich nach Deiner Aussage, Loki, schon reduziert sehen darf
Worauf du dich reduziert siehst oder nicht bleibt einzig und allein deinem Gutdünken überlassen. Ich habe in meinem Posting weder von fanatischen noch von militanten Vollidioten gesprochen, eigentlich habe ich garnicht von Idioten gesprochen. Ich habe lediglich einige Beispiele angeführt, die einen jungen Menschen zum Eintritt in die Bundeswehr bewegen
können. Ich habe diese Aufzählung bewusst offen formuliert und Platz für weitere Beweggründe gelassen (vgl. "
oder wie auch immer geartete andere Leute"). Es wäre deutlich konstruktiver gewesen wenn du uns mit deiner persönlichen Motivation vertraut gemacht hättest, anstatt eine Angriff hineinzuinterpretieren wo keiner ist. Wenn dieser Weg der dir richtig erscheinende ist, dann ist das deine Entscheidung und wer bin ich das zu kritisieren?!
Ich hatte tatsächlich echte und ernsthafte Gründe, zur Bundeswehr zu gehen- und ich kann Dir versichern, ich fand es nicht so toll und lustig, kleine Kinder ohne Beine in Sarajevo rumturnen zu sehen, die leider Opfer einer Mine geworden sind... Und wenn Du dich mit den aktuellen Aufgabenfeldern und Entwicklungen in der Bundeswehr beschäftigen würdest-wer weiss, vieleicht kämest Du auch auf den Sinn der BW im Allgemeinen und der Wehrpflicht im speziellen!
Ich hatte auch echte und ernsthafte Gründe den Dienst bei der BW zu verweigern und mich stattdessen für einen - in meinen Augen - wertvolleren Dienst an der Gesellschaft zu entscheiden. Und auch ich fand es nicht toll langsam bei lebendigem Leib verwesende und verblödende Menschen um mich herumzuhaben, aus denen ihre Lebensenergie einfach herausdiffundiert. Nichtdestotrotz habe ich mich dazu entschieden. Daher verlange ich jetzt auch kein Mitleid dafür. Also würde ich auch dich bitten solche tränendrüsenstimulierenden Statements aussen vor zu lassen. (Kinder ohne Beine, etc).
Und kann mir jemand erklären, wieso mir ständig jemand den "Sinn der Bundeswehr" näher zu bringen versucht? Ich glaube ich habe hier bisher nicht gegen die Bundeswehr sondern nur gegen die Wehrpflicht gepostet.
Auch verstehe ich nicht was das aktuelle Aufgabenfeld der Bundeswehr mit ihren Rekrutierungsmassnahmen (und nichts anderes ist die Wehrpflicht) zu tun hat

Wäre die Wehrpflicht sinnvoller oder -loser wenn die Aufgabenfelder anders wären?
Und noch mal für alle zum Mitschreiben- Es ist nichts tolles daran, eine tolle Begründung für die Verweigerung aus Gewissensgründen zu erfinden- es ist schlicht und einfach eine ganz klare Lüge- und ich glaube nicht, das ihr es gut findet belogen zu werden!
Wenn ich mich derart anstellen würde wie der deutsche Staat, dann wäre ich zumindest nicht verwundert darüber, wenn man mich anlügen würde. Und es ist mitnichten toll, das wurde hier auch nirgends behauptet. Es ist lediglich eine Notwendigkeit für diejenigen, die sich gegen den Dienst an der Waffe entscheiden. Ich weiß, dass die Verweigerung aus Gewissensgründen nach derzeitigem Stand der Gesetze die einzig zugelassene Begründung für eine Verweigerung ist, aber sich der Diskussion, ob eine solche Gesetzeslage noch zeitgemäß und angemessen ist, nur durch Beharren auf diesem Sachverhalt zu entziehen halte ich offen gestanden für ein wenig reaktionär.
- Wer weiss, vieleicht gibt es ja eben doch triftige Gründe, den Umgang mit der Schusswaffe zu erlernen- zum Beispiel die Verteidigung der Bündnisspartner, die nicht nur aus den USA und Frankreich bestehen-sondern auch aus Ländern, die auf unsere Hilfe im Ernstfall angewiesem wären!
Und vielleicht, aber nur ganz vielleicht, gibt es auch triftige Gründe den Dienst an der Waffe zu verweigern, die über Faulheit und Abneigung gegen körperliche Anstrengung hinausgehen. Nur interessieren die Gründe eben niemanden. Und genau darum dreht sich seit ein paar Postings die Diskussion.
Und nein, es gibt eben nichtgenügend freiwillige Zeit/Berufssoldaten, um sämtliche Aufgaben der BW zu meistern!
Hast du auch irgendwelche Belege für diese Behauptung? Oder stellst du das einfach mal so in den Raum?
Ich für meinen Teil hege nämlich berechtigte Zweifel, dass dem so ist. Es wurde oft genug - auch von hohen Mitgliedern der Regierung - zugegeben, dass der eigentliche Grund, für ein weiteres Bestehen der Wehrpflicht die ansonsten wegfallenden Zivildienststellen sind, da ohne sie unser Gesundheitssystem völlig zusammenbrechen würde. Bei Gelegenheit suche ich auch gerne noch ein paar Quellen dazu heraus, wenn es gewünscht wird.
Das ich dem Inhalt der vorangegangenen Postings folgen kann, davon darfst Du ruhig ausgehen
So wie du auf mein Posting reagierst kannst du das offensichtlich nicht. Du unterstellst mir mich mit meiner Lüge zu "brüsten" wo ich nur auf die Unterstellung reagiere, dass die ganzen Drückeberger das ja nie zugeben würden und das ich der Bundeswehr ihren Sinn absprechen wolle wo ich frage, ob eine Wehrpflicht, in der Form wie wir sie haben, noch sinnvoll und zeitgemäß ist.
Zusammenfassung:
Ich behaupte, dass die Wehrpflicht, so wie sie heute besteht, eine überholte und nicht mehr zeitgemäße Bestimmung darstellt.
Man könnte sich den ganzen Verweigerungssermon sparen und stattdessen einfach auf ein Ankreuz-Formular "Wehrpflicht oder Zivildienst?" umstellen, wenn man nicht mehr einen großen Teil der Wehrpflichtigen durchs Raster fallen lassen würde, wie es im Moment getan wird. Dann würden sich meiner Meinung nach noch genug Leute finden, die trotzdem noch zur Bundeswehr gehen wollen. Also quasi Einführen eines "Jahres im Staatsdienst" für alle, statt dieser selektiven Auswahl einiger weniger. Und wenn man die Dienstpflicht auch endlich auf das verrückte, pardon, schwache Geschlecht

D nur Spaß, Mädels) ausweiten würde, würde das mit Sicherheit auch noch die ein oder andere Rekrutin in die Kasernen bringen und unser Gesundheitssystem nebenbei noch um einiges mehr entlasten.
Und um die Sache mit der notwendigen Lüge nocheinmal genauer zu erläutern:
Ich weiß, dass ich einen Dienst für mein Land leisten muss. Damit bin ich vom Prinzip her auch einverstanden. Allerdings gestattet der Staat mir nicht, diesen Dienst frei zu wählen. Im Gegenteil. Er zwingt mich dazu zur Bundeswehr zur gehen, im genauen Wissen, dass die Verweigerer einen ebenso staatspolitisch wichtigen - wenn nicht sogar wichtigeren - Dienst leisten wie die Soldaten. Er verschließt also bewusst die Augen vor einer Notwendigkeit (Zivildienstleistende für das Gesundheitssystem) im Vertrauen darauf, dass sich genug Leute finden, die aus Gewissengründen ihren Dienst an der Waffe verweigern werden. Im heutigen Zeitalter (Ego-Shooter, Gewaltvideos, minderjährige Gewaltverbrecher) muss ihm aber klar sein, dass der Prozentsatz an "echten" Gewissensverweigerern verschwindend gering ist. Also nimmt er billigend in Kauf, dass bei der Verweigerung gelogen wird, dass sich die Balken biegen (auch belegbar durch die Verfahrensweise mit Verweigerungen heute im Gegensatz zu vor 20 Jahren, Prüfung von Verweigerungen, etc.). Somit ist der Staat also sogar angewiesen auf die Lügner. Daher bin ich zwar nicht stolz darauf, einer von ihnen zu sein, schäme mich aber auch gewiss nicht dafür.
Ich hoffe man kann diesen Ausführungen einigermassen folgen^^.