Das Gesamtbild (und damit auch Staffel 8) hat mir echt gut gefallen. Die Serie ist herrlich rund. Gerade Danys Wandel wurde von langer Hand vorbereitet und ich empfand ihn nicht mehr als so abrupt wie beim Erstsehen.
So sehe ich das auch. Ohne jetzt die alte Diskussion unbedingt wieder aufrollen zu wollen, habe ich diesen häufig genannten Kritikpunkt von Anfang an nicht verstanden. Meiner Ansicht nach begann die Serie bereits in der ersten Staffel ganz deutlich zu zeigen, dass Daenerys immer kaltblütiger, grausamer und letztlich auch macht- und herrschsüchtiger wurde. Das verstärkte sich von Staffel zu Staffel und erreichte in Staffel 8, Folge 5 eben den Kulminationspunkt. Dazu kommen die wirklich häufig eingestreuten Verweise darauf, dass sie an eben der gleichen Geisteskrankheit wie ihr Großvater (Stichwort: "Burn them all!") leidet. Von daher habe ich nie begriffen, warum ihre Entwicklung in der achten Staffel oft als so (negativ) überraschend/unglaubwürdig/nicht nachvollziehbar etc. bezeichnet wurde. Mir ging es eher so, dass ich in der vorletzten Folge, als DER große Moment kam, da saß und mir dachte "Wusste ich es doch, dass es darauf hinausläuft". Vielleicht hing es auch ein wenig damit zusammen, wie man den Charakter Daenerys sah und was man von ihm erwartete. Soweit ich es mitbekommen habe, sahen sie viele im Laufe der Serie wohl als sympathische Heldin bzw. potenzielle eigentliche Hauptfigur, die alles irgendwie zum Guten wenden würde. Schon verständlich, wenn man von dieser Warte aus dann enttäuscht ist. Meiner Ansicht nach hat die Serie das aber eigentlich auch nie aus ihr gemacht, im Gegenteil wurden ja viele Grausamkeiten, die sie beging bzw. begehen ließ sowie enorm kurzsichtige strategisch-politische Entscheidungen ("hurra, ich erobere eine Stadt nach der anderen, lasse dann aber bis auf ganz kleine Garnisonen nix da, wenn ich weiterziehe. Die werden schon irgendwie klarkommen, und sollten die vorherigen Machthaber die Stadt zurückerobern, dann... wie? Die Stadt, die ich nicht nachhaltig konsolidiert habe, wurde jetzt zurückerobert?? Wie ist das denn nur möglich??") ganz deutlich gezeigt. Wenn ich Daenerys mal halbwegs mochte und sympathisch fand, dann war das vielleicht während der ersten zwei, drei Staffel der Fall. Aber gerade am Ende hat sie sich für mich immer mehr als arrogante, grausame und machtbesessene Despotin herausgestellt ("mir ist es sowas von egal, ob die ganze Welt bedroht wird und ich nur dazu beitragen kann, die Gefahr abzuwenden, wenn ich mit dir zusammenarbeite, DU KNIEST VERDAMMT NOCHMAL ERSTMAL VOR MIR NIEDER UND UNTERWIRFST DICH MIR, weil wir ja absolut keine anderen Probleme und Sorgen haben"), sodass ich an den Charakter vielleicht auch andere Maßstäbe angelegt habe.
Wie auch immer, finde ich jedenfalls stark, dass du den Rewatch angegangen bist. Mir steht das in absehbarer Zeit auch bevor, ich habe zu diesem Zweck erst kürzlich meine Sammlung endlich um die achte Staffel erweitert

Ein wenig scheue ich es noch, weil es eben doch ein gigantischer Zeitfresser ist, aber alleine, wenn ich, so wie jetzt gerade, mal wieder ein bisschen über die Serie kommentiere, merke ich, wie ich wieder Lust darauf habe.
Ganz generell noch zur achten Staffel: Ich fand sie, eben so wie auch die siebte, die ja ebenfalls teils schon ziemlich kritisiert wurde, keineswegs schlecht. Sie ist sicher nicht die beste Staffel der Serie, ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass sie insgesamt schon eine der schwächeren ist. Das sagt bei GoT und den enorm hohen Qualitätsstandards, von denen wir da sprechen, jedoch nicht viel.