Coruscant - Imperial City - Untere Ebenen - Hotel - Darth Draconis und Umeas
Ein Blick in die Augen seines Gegenübers und der Sith Lord wusste dass es sich um seinen alten Meister handelte. Er war es wirklich, er hatte überlebt. Das Aufglimmen der Augen, die Verachtung in ihnen. Er hasste wohl das was er getan hatte. Seine Reaktion jedoch war mehr als der Sith Lord erwartet hatte. Die Ablehnung seiner Taten erschien ihm surreal, abstrakt.
Es war, als würde etwas im Gehirn dieses Mannes sitzen und ihn steuern. Der Mund der diese Worte sprach war derselbe der ihm die Wege der Dunklen Seite der Macht gezeigt hatte, es war derselbe der ihm Strafen aussprach und das Todesurteil für andere Wesen verkündet hatte. Jetzt allerdings bereute er alles, in einem Maße welches für den Sith Lord völlig unverständlich war.
Er würde zu einem Problem werden, dass sah Draconis nun genau vor Augen. Was würde geschehen wenn jemand seine geheimen Kräfte entfesseln könnte und niemand dabei wäre der dem Ganzen ein Ende bereiten konnte? Er musste es hier und jetzt zuende bringen. Sein Geist öffnete sich der Macht, sammelte die nötigen Reserven die er brauchte um diesem elenden Haufen Biomasse den letzten Funken herauszubrechen.
Doch dann hielt er inne. Wollte er ihm wirklich den Gefallen tun und so handeln wie er es vorausgesagt hatte? Wollte er nachgeben oder wollte er ihn manipulieren? Wenn erst einmal bekannt sein würde dass ein Ex-Sith gegen das Imperium kämpfte, würden dann die Jedi nicht versuchen ihn für sich zu gewinnen? In seinem Kopf reifte bereits ein Plan heran, der ihn zum Schmunzeln brachte, was der Ex-Sith wohl zum Anlass nehmen würde zu glauben er würde diesen nicht ernst nehmen. Doch achtete der Sith Lord nicht auf ihn, sondern darauf ein Macht Gewirr zu öffnen. Er würde Sith Magie praktizieren.
“Ysim … gibst du dich wirklich der Illusion hin, dass es sowas wie gut und böse gibt? Denkst du wirklich in den Bahnen eines kleinen Kindes?“
Um dieses Ritual zu vollziehen, musste der Gegenüber bei Bewusstsein sein, ihn mit der Mach zu quälen würde also kontraproduktiv sein. Stattdessen würde er ihn in ein Gespräch verwickeln, würde Zeit gewinnen bis das komplexe Ritual vollzogen sein würde. Machtfaser um Machtfaser legte sich um den Menschen. Es war weder ein schädliches, noch ein kompliziertes Ritual. Es war eher anstrengend im Sinne der vielen „Handgriffe“ die er durch die Macht machen musste.
Es würde schwer werden sich auf das Ritual und auf ein kohärentes Gespräch zu konzentrieren.
“ Sag mir, ist es etwa so falsch, wenn ein Raubtier seinen Instinkten und Trieben nachgeht, die ihm von der Natur und somit von der Macht gegeben sind, und für sein eigenes Überleben tötet? “
"Vergleiche Sith nicht mit Tieren. Diese töten um zu überleben, ihr aus einer Laune herraus. Wenn mich das überzeugen soll, kannst du gleich aufgeben"
“ "Du denkst also diese ganzen Toten erfüllen nicht einen bestimmten Zweck? Meinst du wirklich ein Sith geht Abends, nach vollbrachter Tat in ein Obdachlosenheim und richtet dort zum Spaß alle hin, weil niemand diese Wesen vermissen wird?“
"Ihr tötet, foltert und verstümmelt also weil es notwendig ist? Ist das wirklich eure Auffassung?"
"Es ist ein Mittel zum Zweck. Wer koopiert, muss auch nicht sterben. Nicht jeder Sith ist gleich, schließlicht bleibt man, bei aller Macht, trotzdem man selbst. Man lernt nicht nur Sith zu sein. Man wird mit den Vorraussetzungen geboren oder nicht."
"Wer also nicht das tut was ihr wollt wenn ihr es wollt, muss dran glauben oder zumindest Schmerzen in kauf nehmen. Tyrus, das ist krank und bösartig. Das gesamte Imperium ist es. Mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben. Verschwende nicht meine und deine Zeit mit solchen billigen Phrasen."
"Diese Phrasen hast du mich gelehrt. Die Macht ist mehr als hell und dunkel, die Macht ist die Lösung der Probleme. Wenn du es schaffst, diese anders zu lösen, zwingt dich niemand jemanden zu töten. Ich hätte den Mann an der Rezeption töten und das Hotel für mich allein in Beschlag nehmen können. Ich habe diesen Mann jedoch bezahlt und nichts angetan, obwohl ihn keiner vermissen würde."
Der Blick seines alten Meisters gleitet zur Seite, er schaut den Sith Lord nicht mehr an. Jetzt arbeitete der Sith mit mehr Intensitität. Das Ritual nahm Gestalt an.
"Das kann ich dir nicht sagen, du bist der Sith. Aber nur weil du ihn verschont hast, ändert das nichts an deinen Taten und bei jeder Gelegenheit hast du überzogen reagiert, stehts den bösartigen Sith raus hängen lassen. Sobald dir was nicht passt drohst du mit Tod und Folter. Mag sein dass das nicht die Macht verursacht. Doch die Lehren der Sith begünstigen solches Verhalten.“
“Denkst du etwa ein Jedi würde wirklich etwas anderes tun?“
"Behauptest du etwa grade das Jedi andere töten würden um ihre Ziele zu erreichen?"
"Wenn dieses Ziel ein Sith oder imperialer Soldat ist? Ja."
"Ich habe 2 Jedi gefoltert und sie haben mir Dinge erzählt die dafür sprechen das Gewalt das letzte ist was sie wollen. Vergleiche sie nicht oder stelle sie gar auf eine Stufe."
“ Oh ja Ysim, als ob jeder Jedi sich seiner Heuchelei bewusst wäre. Nur die wenigsten ihrer Art verstehen, dass sie so viel von uns nicht trennt. Meine Frage hast du schließlich auch nicht beantwortet.“
"Frage? Meinst du die, das Jedi etwas anderes tun als Sith? Wenn du mich das ernsthaft fragst, glaube ich das du den Bezug zur Realität verloren hast."
Ihr Gespräch wurde durch ein weiteren, gehäßigen Hustenanfall unterbrochen. Wenn der Ex-Sith nicht sprach, hörte er den röchelnden Atem den dieser ausstoß. Er war wirklich am Ende. Er würde den Eingriff seines einstigen Schülers nicht bemerken, zu minimal waren die Auswirkungen in der Macht, doch genug um dem Sith zu dem er immer noch eine Bindung hatte, von Nutzem zu sein.
"Sith dienen nur sich selbst, sie sind egoistischer machtbesessene Wesen. Jedi dienen dem Allgemeinwohl, sie helfen anderen uneigennützig. Nicht immer, aber meistens. DAS ist der Unterschied"
„Schluckst du wirklich alle Lügen der Jedi und nennst die Sith im gleichen Atemzug Lügner? Das ist Selbstbetrug Ysim, denn wenn jeder sich selbst dient, wird doch allen gedient.“
"Eine veraltete Denkweise, erdacht von ignoranten Egoisten. Nicht alle können sich selber schützen, sich alleine helfen, sei es nun weil andere Wesen sie verletzt oder ausgeraubt haben. Das Universum ist voller Ungerechtigkeit und gäbe es nicht auch andere Lebewesen wie die Jedi, die anderen helfen, wäre das kein Universum in dem man leben will.
“Der Alkohol trübt deinen Verstand, wenn du das wirklich glaubst. Geh. Geh hinaus und suche dein Glück mit den Jedi. Verlass dich auf sie, denn wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.“
„Ich brauche die Jedi nicht, ich sprach nicht von mir. Doch das Universum braucht sie. DU bist genau so auf Hilfe angewiesen wenn du verletzt bist und dir nicht selber helfen kannst. Oder willst du dann sterben?“
“ Wenn es soweit kommt, habe ich es nicht anders verdient. Das ist Evolution. Die Jedi haben versagt und sind beinahe ausgelöscht. Das Imperium hat die Republik beinahe vernichtet. Das Imperium ist es, welche nun die dominante Macht ist. Glaubst du wirklich, dass du diesem Zorn entkommen kannst, egal was ich auch tue?“
„Ich will dem Zorn nicht entkommen oder hast du das Gefühl das ich mich verstecke? Und wenn du durch einen dummen Zufall, den du nicht beeinflussen kannst tödlich verletzt wirst, und dich dann nur ein Arzt retten kann, würdest du die Behandlung dann ablehnen? Nur weil du keine Hilfe in Anspruch nehmen willst?“
“ Ich würde die Behandlung in Anspruch nehmen, aber es wäre kein Jedi sondern ein Arzt. Die gibt es im Imperium auch.“
„Ach von einem Jedi würdet ihr euch nicht helfen lassen?“
Nein.
Erneut ein Lachen welches in einer Kaskade von Hustenanfällen unterging. Das Ritual war indes kurz vor seiner Vervollständigung. Nur wenige Griffe in der Macht, und es würde vollendet sein. Der Sith Lord spürte bereits die Auswirkungen des Rituals, wusste dass es geglückt war. Nun galt es nur noch den alten Narren loszuwerden.
„Einmalig. Hilfe nur abzulehnen weil ein Jedi Leben beschützt und anderen hilft...allein solche Gedanken zu haben...herrlich. Du bringst mich kurz vor meinem Tod wirkloch noch dazu die Sith zu bemitleiden“
“Ysim, ich gebe dir eine Chance. Geh hinaus und versuche andere zu retten. Versuche es. Versuche es und lerne dass dort draußen niemand gerettet werden will, das Misstrauen dort draußen ist greifbar, alle sind auf ihren Vorteil bedacht und sorgen für sich selbst. Suche deine Erlösung darin, suche sie und berichte mir, ob du dann immer noch so denkst wie jetzt.“
„Du lässt mich einfach so gehen?“
“ "Was soll ich tun, dich mit Illusionen beuteln, dir Schmerzen zufügen oder dich töten? Warum sollte ich dich erlösen?"“
Der misstrauische Blick den der Ex-Sith ihm nun zuwarf, hätte den Sith Lord beinahe zum Lachen gebracht. Es war alles andere als das, was Ysim an Reaktionen wohl erwartet hätte. Er verunsicherte ihn, ein Teil des Plans den er umsetzen wollte.
"Ich war dein Meister. Das ist für dich die Gelegenheit es mir heimzuzahlen. Sollte ich jetzt gehen, du siehst mich vielleicht nie wieder."
“ Was du mich einst lehrtest, war richtig, der Rest nur Konsequenzen die daraus entspringen. Was du jetzt bist, kann ich nur als gescheitert betrachten. Ohne Macht, ohne Ziel und ohne Zukunft. Der Tod durch meine Hand wäre allerdings nur eine Erlösung. Diese Erlösung verwehre ich dir. Wenn du es unbedingt so willst, so kannst du es als meine letzte Rache werten.“
Du konntest mich nicht bekehren, hast mir nur gezeigt wie amrselig die Sith sind und das habe ich dir auch gesagt und du lässt mich gehen?
Der Husten setzte erneut ein, schüttelte den gescheiterten Sith und lies ihn mehrmals nicht los. Es schien als seien die Lungen des Menschen nicht in Ordnung.
„Vorhin sagte ich, ich sei stolz gewesen dich ausgebildet zu haben, als du noch die Maske getragen hast, vergiss das.“
Ein Versuch von seinem Bett aufzustehen, scheitert kläglich. Wie auf dem Präsentierteller liegt er nun vor ihm. Doch statt diese Situation zu nutzen, bleibt der Sith Lord weiterhin in seinem gepolsterten, ausgefransten Sessel sitzen und schaut auf den Menschen herab, der ihn einst alles gelehrt hat.
"In all deiner Erbärmlichkeit und trunkener Worte, wärst genau du jetzt derjenige der Hilfe braucht."
Ysim stammelte etwas vor sich hin was der Sith Lord zuerst nicht verstand, doch die Worte erschließten sich ihm kurz darauf.
„Ich brauche keine Hilfe...und du nen Seelenklempner“
"Wir werden sehen, wer von uns beiden mehr Erfolg haben wird.“
"Das Gespräch ist beendet Tyrus."
Der Ex-Sith schaffte es irgendwie das Zimmer zu verlassen, während Draconis ihm ruhig hinterher sah. Er würde ihn widersehen, sogar früher als er es wollen würde, doch das band er dem gefallenen Ysim nicht auf die Nase. Schließlich wollte er die Überraschung doch nicht kaputt machen.
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