Coruscant – Jedi-Tempel, Eingangshalle, mit Aketos
Wenigstens der letzte Flug war ruhig verlaufen, etwas, für das man durchaus dankbar sein konnte. Aketos und Eowyn waren sich einige darüber, nicht vor den Ohren aller anderen über die Details zu sprechen, und so waren sie schon bald auf dem Weg zu Aketos' neuer Unterkunft. Eowyn hätte es sich gewünscht, dass ihre Padawan den Tempel früher betreten hätte, aber es war schön, dass sie ihn überhaupt noch kennenlernen durfte. Definitiv keine Selbstverständlichkeit... und sie war dankbar dafür, auch, wenn sie wusste, dass Coruscant und all das hier nur der Plan von Allegious gewesen war. Man sollte wenigstens dankbar sein für die kleinen Dinge, die daraus resultierten... und es war definitiv etwas Gutes, dass Aketos nun ihre Ausbildung hoffentlich im Tempel beenden würde. Es war ein Unterschied... vielleicht kein merklich großer, aber er war vorhanden. Und vielleicht würde alleine der Ortswechsel schon reichen, damit sie neue Fortschritte machen konnten.
Eowyn schmunzelte, als Aketos ihre Begeisterung kaum zurückhalten konnte. Kein Wunder... auf Lianna war es wirklich schwer gewesen für sie, und vermutlich nicht nur dort. Selten waren alle Gegebenheiten so gut angepasst, dass auch größer gewachsene Spezies sich wohlfühlten. Eowyn musste zugeben, dass die hohen Decken und größeren Möbel sie auch leicht unsicher machten, als wäre sie plötzlich geschrumpft; wohl fühlte sie sich so definitiv nicht. Aber ihre Padawan tat es eindeutig, und alleine das war es wert, ein wenig länger hier zu bleiben.
Aketos schien auch wirklich nichts dagegen zu haben, im Gegenteil, noch während Eowyn versuchte, es sich auf dem leicht überdimensionierten Stuhl bequem zu machen, packte sie aus und erzählte die ganze Geschichte. Da war erst einmal der Grund, weshalb sie auf Ossus gelandet war... Dann die durchaus interessante Geschichte mit der Meditation. Offensichtlich bemerkte die Padawan nicht einmal, dass sie da gerade eine Illusion erzeugte, aber Eowyn ließ sie reden, sie würden später darauf zurückkommen. Nachdenklich nahm Eowyn dann den großen Stein in die Hand, während Aketos weiter erzählte. Es war eindeutig, dass ihre Padawan sich deswegen Gedanken machte, das würde sie auch, dessen war sie sich sicher. Andererseits... war es vielleicht ein Zeichen, eines, das in die Richtung wies, in die Eowyn immer wieder gegangen war, wenn sie an Aketos gedacht hatte. Es war nicht so, dass Aketos keinen Kristall bekommen hatte, nicht so, dass sie gar nichts erhalten hatte - sie hatte etwas bekommen, und das musste etwas bedeuten. Oder zumindest... konnte man daraus etwas machen.
Ein wenig erinnerte der große Stein Eowyn an ihre erste Begegnung mit Ian, und sie musste lächeln, als sie ihn wieder zurücklegte. Auch Ian hatte nicht gedacht, dass etwas scheinbar nutzloses hilfreich sein konnte... und nun trug er die Phiole mit Sand häufig, wenn nicht sogar immer, mit sich. Sie würden einen Weg finden, sie mussten einfach.
Genauso interessant fand Eowyn schließlich den Rückweg aus der Höhle. Ebenfalls etwas, das ihr einen Spiegel vor Augen hielt und ihr deutlich machte, dass ihre bisherige Ausbildung von Aketos nicht ganz richtig gewesen war. Ihre Padawan hingegen schien instinktiv einen eigenen Weg gefunden zu haben... sie würden ihn weiter verfolgen müssen, kombinierter vorgehen. Die Flasche Fingerkraut auf dem Tisch und den Schluss der Erzählung ließ Eowyn dann das Gesicht verziehen. Dieser Feb... es wunderte sie gar nichts. Das Zeug, das sie bei Wes probiert hatte, war furchtbar gewesen, und diese Flüssigkeit würde definitiv nicht in guter Erinnerung bleiben. Arme Aketos... Nichts, das man wiederholen musste.
Jedoch wurden ihre Gedankengänge sofort unterbrochen, als Aketos zum wirklich interessanten Teil der Geschichte kam. Und es ging so schnell, dass Eowyn einen Moment dasaß und ihre Gedanken ordnen musste. Astrophysik war nie etwas gewesen, das sie sonderlich gut verstanden hatte, wofür auch... sie musste nicht das komplette Universum verstehen. Daher war sie nicht sicher, ob das alles so zusammenpasste, wie sie es verstand, klar war jedoch, dass das alles verdammt knapp gewesen war. Schwarze Löcher waren... stang, schwarze Löcher waren verdammt gefährlich! Dass diese Dinger die Zeit verändern konnten war etwas, das Eowyn nicht ganz verstehen musste, es war schließlich deutlich, dass Aketos verschollen gewesen war, also musste es wohl so sein.
Ich bin verdammt froh, dass du heil hier sitzt, sagte sie dann ernst, als sie ihre Sprache wiedergefunden hatte. Aketos von einem schwarzen Loch abgelenkt, sie selbst auf einem verlassenen Planeten abgestürzt... vielleicht sollten sie beide erst einmal keine Raumschiffe mehr betreten. Das alles hätte auch ganz anders ausgehen können... Ich verstehe zwar nur die Hälfte von dem, was du sagst, aber so viel ist sicher. Und sie hätte nie erfahren, was mit ihrer Padawan geschehen war. Schließlich hatte sie jetzt schon teilweise das Schlimmste befürchtet. Das alles erklärte auch, wieso sie so gar keine Verbindung zu ihr hatte finden können. Ich hoffe, die Karten der "Thunderchild" sind wieder auf dem neuesten Stand? Es war zwar nur eine Nebensächlichkeit, aber sicher war sicher.
Was deine restliche Geschichte angeht... Eowyn lächelte leicht und nahm wieder den Steinbrocken in die Hand, betrachtete ihn. Mach dir keine Gedanken wegen diesem Ding hier. Sie warf Aketos einen Blick zu. Wir werden uns schon überlegen, weshalb du ausgerechnet diesen Brocken abbekommen hast. Es wird alles einen Sinn haben, glaube mir. Ich... habe da schon ein paar Überlegungen. Und vielleicht... Sie legte ihn wieder zurück auf den Tisch und sah ihre Padawan ernst an. Vielleicht war es sogar richtig so. Vielleicht war es auch etwas, das mir Klarheit geben sollte. Wir werden sehen.
Sie würden sehen... sobald sie sich ausgesprochen hatten. Denn da waren immer noch Dinge, die Eowyn unbedingt loswerden musste, bevor sie mit Aketos irgendetwas planen konnte. Sie hatte wesentlich mehr Zeit gehabt wie ihre Padawan, über die Ereignisse nachzudenken, das wurde ihr jetzt langsam klar. Für die Kamino mochten ein paar Tage vergangen sein... für sie hingegen? Es musste seltsam sein für die Padawan, aber genauso seltsam war es für Eowyn selbst, und sie wusste kaum, wo sie beginnen sollte. Ohnehin würde sie Aketos nicht alles erzählen können, dazu war viel zu viel geschehen. Aber was war relevant? Was würde die Kamino an Wissen brauchen, um sich hier zurecht zu finden? Und vor allem... was wollte Eowyn persönlich ihr alles sagen?
Ich schätze, es wird aber erst einmal Zeit, dass auch du ein wenig erfährst, was geschehen ist. Eowyn versuchte, ihre Gedanken zu sammeln.
Du erinnerst dich an die Dinge auf Nar Shaddaa, nehme ich an - besser als ich vermutlich. Schließlich war es für Aketos viel kürzer her. Es tut mir sehr Leid, was dort geschehen ist. Bittend sah sie ihre Padawan an. Es hätte niemals so laufen dürfen, und es tut mir ehrlich Leid. Ich hätte dich besser vorbereiten sollen, und außerdem nicht so im Stich lassen. Es tut mir auch Leid, dass wir nicht aufarbeiten konnten, was geschehen ist, dass ich dich fortgeschickt habe mit kaum einer Information. Ich weiß jetzt, dass es die richtige Entscheidung war, insgesamt gesehen, aber dennoch - es hätte die falsche sein können. Und das war es auch beinahe, wenn ich höre, was dir zugestoßen ist. Wenn du möchtest, können wir gerne noch darüber sprechen, wir müssen es auch nicht jetzt tun, und du musst auch jetzt nichts antworten, vielleicht ist es sogar besser so. Daher ließ Eowyn Aketos kaum Möglichkeit zu antworten und fuhr gleich fort.
Du erinnerst dich vielleicht an den vermeintlichen Sith, wegen dem ich euch weggeschickt hatte... Er war tatsächlich einmal einer, aber ohne seine Hilfe hätte ich dich da niemals herausbekommen. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihm etwas schuldete... und auch, dass ich ihn nicht einfach ziehen lassen konnte, dass da etwas war, also musste ich ihn begleiten. Und das... war richtig so. Ich darf dir nicht alles erzählen, aber Fakt ist, dass er wichtige Informationen hatte, Informationen, die uns gegen das Imperium helfen könnten, wenn es wieder zu einem Krieg kommen sollte. Genauer konnte Eowyn nicht werden. Er hat sie schlussendlich den Jedi gegeben. Alleine das war unheimlich wichtig. Während du in deinem schwarzen Loch herumgekreiselt bist, ein dünnes Lächeln kräuselte sich um Eowyns Lippen, sind wir allerdings vorher abgestürzt, auf einem einsamen Planeten mitten im Nirgendwo. Es hat eine Weile gedauert, bis man uns gefunden hat, aber auch das war vielleicht wichtig und richtig. Auch, wenn sie bei diesem Absturz beinahe gestorben war, und Ians Lungenentzündung ihn früher oder später womöglich ebenfalls dahingerafft hätte. Hinterher hatte er genug Vertrauen in mich, die Informationen weiter zu geben.
Dann waren da noch ein paar unbedeutende Kleinigkeiten. Jetzt würde es unangenehm werden, und Eowyn seufzte. Sie konnte es auch einfach lassen... aber irgendwann würde es zur Sprache kommen. Also lieber gleich. Ich weiß nicht, wie weit der Klatsch schon nach Lianna gekommen ist und auch nicht, wie viel du mitbekommen hast. Tatsache ist, dass dieses Vertrauen von ihm auf Liebe basiert. Eowyn sah Aketos an und versuchte, eine Reaktion zu erkennen. Und ich erwidere diese Liebe. Es mag sich seltsam anhören, aber er hat sich geändert. Ich erwarte nicht, dass du es verstehst... Das musst du nicht. Ich sage es dir, weil du es früher oder später ohnehin erfahren wirst.
In diesem Zusammenhang... Es kann sein, dass ich bald verschwinden muss. Es steht noch nicht sicher fest, aber wenn dem so ist, dann kannst du nicht mitkommen. Es ist eine Mission, die auch mir alles abverlangen wird, und für die du einfach noch nicht bereit bist. Es klang hart, aber es war die Tatsache, und Eowyn würde alles tun um zu verhindern, dass Aketos nur irgendwie auf die Idee kommen könnte, dass sie sie begleiten könnte. Ich habe dem zugestimmt, bevor ich wusste, dass du wiederkommst, aber vermutlich hätte ich es auch getan, wenn ich es gewusst hätte - denn diese Sache ist zu wichtig. Glaube mir, dass ich das nicht leichtfertig sagen würde, denn... Eowyn stockte kurz. Jetzt kam der ganz unangenehme Teil, aber sie wich dem Blick der Kamino nicht aus. Wenigstens das.
Ich weiß jetzt, dass ich Fehler gemacht habe bei deiner Ausbildung, ich hatte viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe dich zu wenig vorbereitet, ich habe dich zu wenig... kennengelernt. Ich bin zu wenig auf dich eingegangen. Ich habe dich ausgeschlossen aus vielen Dingen, auch aus meinem Leben. Ich möchte das ändern, es zumindest versuchen, aber ich verstehe, wenn du angesichts all dieser Dinge sagst, dass du das nicht willst. Ich weiß nicht, ob wir deine Ausbildung gemeinsam beenden können, bevor ich fortmuss. Ich habe eine Beziehung, die viele hier im Orden nicht gutheißen. Ich habe Fehler gemacht, über die der Rat noch urteilen mumss. Und ich habe dich vernachlässigt, ich hätte dich auch niemals alleine fliegen lassen dürfen. Auch dazu musst du nichts sofort sagen, ich verstehe, wenn du darüber nachdenken möchtest - aber wenn du unter all diesen Umständen einen anderen Meister möchtest, dann kann ich das nachvollziehen und wäre dir in keinster Weise böse, ich würde dir auch helfen, einen solchen zu finden. Eventuell würde Wes sie übernehmen... so weit sie wusste, war Alisah momentan seine einzige Padawan. Ernst sah sie Aketos weiter an.
Überlege es dir. Triff keine übereilte Entscheidung - es ist viel Zeit vergangen, und du musst dich erst einmal wieder zurecht finden und all das verarbeiten. Am einfachsten würde es sein, wenn sie der Kamino diese Zeit auch gab, indem sie das Quartier verließ, andererseits wollte sie nicht wortlos verschwinden, und so wartete Eowyn zumindest ein paar Sekunden ab, ob ihre Noch-Padawan reagieren würde.
Coruscant – Jedi-Tempel, Aketos' Zimmer, mit Aketos