icebär
♥ ♥ Pusteblume ♥ ♥
Ein Problem könnte sein, dass es keine einheitliche Definition von Rassismus zu geben scheint.
Doch, die gibt es. Sie steht im Grundgesetz unter Artikel 3.
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Ein Problem könnte sein, dass es keine einheitliche Definition von Rassismus zu geben scheint.
Ist Männer- oder Frauenhass Rassismus? Wäre das dann sexistischer Rassismus?
Es macht einen Unterschied, wenn eine bestimmte Ethnie Jahrhunderte systematisch benachteiligt wurde, immer noch benachteiligt und bis heute Diskriminierung und Rassismus ausgesetzt ist.
Es waren People of Color die auf Schiffe gepfercht wurden, denen alles geraubt wurde, die Leibeigene waren, die systematisch vergewaltigt, ermordet und misshandelt wurden um weissen Menschen zu dienen. Es waren allen voran People of Color, denen man aufgrund ihrer Hautfarbe Intelligenz und Existenzberechtigung absprach. Denen man höhere Bildung verwehrte. Die man in Slums zwang. Die man beispielsweise auch für die Hilfe beim 1. Weltkrieg, so z.B. nach England lockte, ihnen die Unabhängigkeit ihres Landes versprach. Stattdessen wurden z. B. viele Sepoys noch während und nach dem Krieg ungleich behandelt. So wie es auch mit den Soldaten geschah, die im britischen BWIR dienten. Es gab mehr als eine "Negerjagd" der Teddy Boys und nicht umsonst wurde die League of Coloured gegründet.
Soll ich weiter machen, oder reicht das aus um deutlich zu machen, dass es vielleicht vermessen sein könnte, wenn weisse Menschen von Rassismus sprechen und damit vielleicht vergessen, dass niemand ihre ganze Enthnie auslöschen wollte? Muriel Fletcher hatte eine ganz nette Studie, in der sie deutlich machte, dass nur weisse Hautfarbe erstrebenswert ist. Mark Christian verankerte den Begriff "Mischling" fest im Vokabular der Engländer*innen. Eugenik ist, dass wissen wir spätestens durch die NS-Zeit eine ganz üble Sache.
Siehst du, da haben wir es doch. Und ja, ich denke auch, dass in der Summe Rassismus häufiger von Weißen gegen Andersfarbige ausgeht. Die Frage war aber nicht, wer mehr Rassismus betreibt, sondern es ging, wie gesagt, um die Behauptung, dass es Rassismus gegen Weiße überhaupt nicht gäbe. Und zwischen "Rassismus gegen Weiße kommt seltener vor als Rassismus, der von Weißen ausgeht" und "Rassismus gegen Weiße gibt es gar nicht" besteht schon ein Unterschied.Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass auch weisse Menschen diskriminiert wurden und werden und das auch Teile von ihnen ermordet wurden. Nun ist und bleibt es aber eine Tatsache, dass auch heute noch mehrheitlich weisse Menschen (oder noch weiter) Männer diejenigen sind, die mit ganz vielen Privilegien durch die Welt spazieren.
Ein Problem könnte sein, dass es keine einheitliche Definition von Rassismus zu geben scheint.
Und dann gibt es auch Statements, in denen impliziert wird, dass man als weißer Mensch automatisch (!) rassistisch ist, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist und es auch nicht sein möchte. Aber man ist es von Natur aus. Weil man weiß ist. Alles klar.
Und dann gibt es auch Statements, in denen impliziert wird, dass man als weißer Mensch automatisch (!) rassistisch ist, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist und es auch nicht sein möchte. Aber man ist es von Natur aus. Weil man weiß ist. Alles klar.
Ich war beispielsweise entsetzt, anders kann ich es nicht sagen, als ich auf Twitter den Post einer Afroamerikanerin gelesen habe (das war übrigens noch vor George Floyd), in dem sie allen Ernstes die Frage an Weiße gerichtet hat, wie sie ihre Kinder erziehen, damit diese einmal ihre schwarzen Kinder nicht ermorden. Hier wird also impliziert, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe (weiß) ein hohes Potenzial haben, Menschen mit anderer Hautfarbe zu ermorden. Das ist offen rassistisch, und wer das anders sieht, möge sich mal vorstellen, es gäbe einen umgekehrten Kommentar, in dem eine weiße Frau schwarze Mütter fragt, wie sie ihren Kindern vermittelt, später einmal keine Weißen umzubringen. Da würde der Rassismus-Aufschrei nicht lange auf sich warten lassen, und das auch vollkommen zu Recht. Dann muss es umgekehrt aber auch gelten.
Wenige Tage nach dem Vorfall um George Floyd postete ein afroamerikanischer Schauspieler sinngemäß: "Für heute habe ich genug von Weißen". Ich meine, grade im Nachgang dieses Vorfalls ist es vielleicht verständlich, dass die Gemüter erhitzt waren. Dennoch, was soll so eine Aussage, in der zum Leser eine Distanz aufgrund dessen weißer Hautfarbe eingenommen wird? (...)
Und dann gibt es auch Statements, in denen impliziert wird, dass man als weißer Mensch automatisch (!) rassistisch ist, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist und es auch nicht sein möchte. Aber man ist es von Natur aus. Weil man weiß ist. Alles klar.
Ja, wir haben es sehr einfach, das lustig zu finden, weil wir vermutlich null Ahnung davon haben, wie es ist, auf die Hautfarbe reduziert zu werden.
5. Positiver Rassismus
Was soll das sein? Die Annahme, dass jemand etwas besonders gut kann, weil er/sie eine bestimmte Herkunft hat, macht höchstens die Person zu einem Idioten, die diese Annahme tätigt. Sie kann meines Erachtens nie beleidigend sein, außer man will es so auffassen. Zumal dann die Abgrenzung schwierig wird, was Rassismus ist. Ich hab einem Bekannten klar gemacht, der von blöden Persern (gemeint waren Iraner) gesprochen hat, dass ich mich in der Augenklinik vom iranischen Oberarzt besser betreut gefühlt habe, als von seinen österreichischen Kollegen/Kolleginnen. Ist das jetzt positiv rassistisch. M.E. nicht.
Cedrax ist nicht der Einzige.
Auch der Tagesspiegel spricht davon.
Alice Hasters schreibt darüber. Ein Zitat von ihr und viele weitere Argumente gibt es hier
Rassismus ist immer auch strukturell.
Das ist Scheiße, aber im Vergleich zu den anderen schwarzen Dartspielern bist du immer noch priveligiert.
Das ärgerliche dabei ist, dass dieses Problem nicht auf Internetforen beschränkt ist sondern gesellschaftlich weit verbreitet. Wenn man auf eigene Fehler hingewiesen wird, kommt eine reflexartige Reaktion "Ja, aber die machen das doch auch". Wenn ich als Kind so argumentiert hatte, kam von meinen Eltern die obligatorische Gegenfrage "Und wenn die von der Brücke springen?" Sich mal an der eigenen Nase packen und zu überlegen, was man selbst vielleicht falsch machen könnte, widerspricht offenbar dem Zeitgeist. Man sucht lieber die Fehler bei Anderen.Was wir hier tatsächlich (wieder mal!) diskutieren, ist im Grunde nur, dass man Kritik an rechten Auswüchsen reflexartig mit Kritik an linken Auswüchsen beantwortet, und umgekehrt.