Janus Sturn
Man of wealth and taste
[Weltraum (Imperium) | Im Hyperraum nach Alderaan | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum] Janus, Kate Manice, Jarael
Eine Hyperraumreise war eine hervorragende Möglichkeit, sich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und sicherzustellen, dass alles bereit war. Janus empfand das Fliegen daher als durchaus angenehm, seine verschwenderisch und zugleich stilvoll eingerichtete Yacht bot alle Annehmlichkeiten, die man sich wünschen konnte, ohne die Funktionalität zu vernachlässigen. Schon während seiner Zeit als Geschäftsmann hatte der schlanke Fastmensch die Möglichkeiten modernster Kommunikationssysteme und einer umfangreichen Datenbank zu schätzen gelernt, und mit seinem Aufstieg zu höchsten Weihen im Orden der Sith war diese Wertschätzung nur noch größer geworden. Information war der Schlüssel zum Erfolg, und gewiss würde der Vollstrecker sich nicht nachsagen lassen, unzureichend über die Ereignisse in der Galaxis im Bilde zu sein. Die ihm vom Zirkel der Inquisitoren aufgetragene Mission nach Alderaan würde ohne Zweifel kompliziert und langwierig werden, die Lage auf dieser zivilisierten, friedliebenden Welt war im höchsten Maße angespannt. Brachiale Holzhammermethoden würden nicht zum Erfolg führen, davon war Janus überzeugt, und ohnehin bevorzugte der Graf ein subtileres, eleganteres Vorgehen. Sernpidal war das Paradebeispiel dafür, dass sein diplomatisches Vorgehen Früchte trug, unter Beifall und Jubel war diese Welt dem Imperium beigetreten. Ein Erfolg, der sich auf Alderaan angesichts der Vorzeichnen wohl kaum wiederholen lassen würde, aber die grundsätzliche Strategie war die richtige. Janus gestattete sich ein schmales Lächeln, als er seine und Begleiter die „Birthright“ betraten, während des Fluges würde genügend Zeit bleiben, um sich des Problems von allen Seiten zu nähern. Und auch, um einige andere Fragen zu klären, fügte der blasse Aristokrat in Gedanken hinzu, während er seine Begleiterinnen musterte. Er reiste in exklusiver Gesellschaft, niemand geringeres als die Tochter von Led Manice und eine Gesandte einer Göttin begleiteten ihn, auch wenn der skeptische Vollstrecker auf die Verehrung letzter eher wenig gab, hatte Sernpidal doch bewiesen, dass die Religion äußerst nützlich sein konnte. Entsprechend höflich und zuvorkommend behandelte Janus sowohl Kate Manice als auch Jarael. Sie waren der Schlüssel zu Organisationen, die für seine Pläne große Vorteile boten, und Janus würde sich diese Gelegenheiten nicht nehmen lassen. Ein wahrer Sith nutzte jede Ressource, die er finden konnte, um sich die entscheidenden Vorteile zu verschaffen und Macht nicht nur zu erlangen, sondern auch zu bewahren.
Mit der ruhigen Selbstsicherheit eines Mannes, der so mächtig und wohlhabend war, dass er Protz und Angeberei nicht nötig hatte, führte Janus seine erlesenen Gäste an Bord. Aufmerksam – und ein wenig amüsiert – registrierte er, wie fasziniert Jarael von der „Birthright“ war. Begierig betrachtete und berührte die Vahla das Schiff und schien mehr als angetan, wenn sich auch ein wenig Neid ob des darin zu erkennenden Reichtums in ihre Gefühle zu mischen schien. Der Graf vermied ein wissendes Lächeln, ihr Verlangen danach war eine hervorragende Motivation. Sith begnügten sich nicht mit dem, was sie hatten, sondern begehrten mehr, sei es Macht, Wissen, Einfluss, Sklaven oder weltliche Güter. Nach allem, was Janus über Jaraels Volk wusste, lebte es in bescheidenen Verhältnissen, dicht auf dicht gedrängt auf alten, schlichten Raumschiffen, für die junge Frau musste diese große, komfortable Yacht daher wie ein Wunder wirken. Genügsam gewährte er ihr die Gelegenheit, sich gründlich umzusehen, und schenkte ihr ein schmales, wissendes Lächeln. Der Wunsch, für sich und ihr Volk ähnliches zu erreichen, würde die Priesterin an ihn binden und ihren Gehorsam sichern – wohlgemerkt, Gehorsam, nicht Loyalität, zumindest vorerst. Kate Manice hingegen war nicht so leicht zu beeindrucken, als privilegierte Mitglied der Krath war dieser Luxus für sie keineswegs ungewöhnlich. Die Verschwörer wussten, wie symbolträchtig ihr Name war, und Janus konnte sich nicht vorstellen, dass man sie nicht entsprechend behandelt hatte. Diesen Standard würde der Graf beibehalten, ihrem Ego schmeicheln und ihren Wunsch nach Wissen erfüllen und so garantieren, dass seine Verbündeten keinen Grund hatten, sich gegen ihn zu wenden. Der Pakt mit den Krath war zu wichtig, um leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu werden, dessen war sich der pragmatische Halb-Echani vollauf bewusst.
Sobald die Yacht gestartet und in den Hyperraum gesprungen war, führte Janus seine Gäste in den zentralen Konferenzraum seines Schiffs. Ein großer, eleganter Holztisch, gefertigt aus edlen – und überaus zum Ziel der Reise passenden – alderaanischen Hölzern fungierte als Mittelpunkt, ohne Umschweife nahm Janus am Kopfende Platz und nickte seinen Begleiterinnen höflich und einladend zu. Eilfertige Diener kümmerten sich darum, die bequemen Stühle für den Grafen und die beiden Frauen zurechtzurücken und entfernten sich dann auf einen mentalen Befehl ihres Herrn. Entspannt, aber in einer Haltung, die große Autorität und Weisheit ausstrahlte, lehnte sich der weißhaarige Vollstrecker ein wenig zurück und lächelte dünn, ganz der charmante, einflussreiche Gastgeber. Seine ruhige, sonore Stimme verstärkte diesen Eindruck noch zusätzlich, hier sprach jemand, der die Kontrolle innehatte und sich im Herzen seines Reichs befand.
„Es ist mir eine Ehre, so illustre Gäste auf der „Birthright“ willkommen zu heißen. Für die Dauer unserer Reise werden die Diener an Bord zur Verfügung stehen, um jeden Wunsch zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass ihr angemessen behandelt werdet. Zögert nicht, mich oder die Jünger nach etwas zu fragen. Ich habe entsprechende Quartiere vorbereiten lassen, man wird sie euch später zeigen. Euch ist die Nutzung der schiffsinternen Datenbank gestattet und ihr dürft euch an Bord frei bewegen, mit Ausnahme des Cockpits und meines Quartiers. Für den Fall, dass ihr wünscht, zu trainieren, ist dafür ein bestimmter Raum vorgesehen. Angesichts der Tatsache, dass sich ein Teil meiner Kunstsammlung an Bord befindet, würde ich es begrüßen, wenn besonders die...rabiateren Techniken ausschließlich dort geübt werden.“
Der kultivierte Aristokrat gestattete sich ein leises Lachen, es wäre wirklich ein Jammer, wenn jemand die Gemälde, Büsten, Blumenarrangements und anderen schmückenden Werke, die unter anderem den Konferenzraum verschönerten, in Mitleidenschaft ziehen würde. Für die Gesundheit der Diener an Bord war zu hoffen, dass sie beim Transport des Gepäcks nichts berührt hatten, Janus konnte überaus unangenehm werden, wenn jemand sich an seinem Eigentum verging. Die Gehirnmmasse des letzten Jüngers, der es gewagt hatte, einen seiner innig geschätzten Serenno-Teppiche zu verunreinigen, hatte man tagelang aus selbigem kratzen müssen, ein Prozess, der die Schönheit und den Wert dieses Objekts erheblich gemindert hatte. Nun, das würde sich doch gewiss nicht wiederholen, mittlerweile hatten die Diener ihre Lektion gelernt. Und falls nicht...Die grünen Augen des Sith schimmerten in intensivem goldenem Glanz, doch das legte sich rasch wieder, als Kate Manice höflich, aber ohne große Umschweife die Frage stellte, was sie denn auf Alderaan erwartete. Die braunhaarige Frau hatte eine manchmal erfrischend direkte Art, die ein wenig mit dem mysteriös-erhabenen Habitus der Krath in Konkurrenz trat, Janus wusste es in diesem Fall jedoch durchaus zu schätzen und nickte bedächtig.
„Eine überaus heikle diplomatische Mission, Lady Manice. Eine Mission, die das Machtgefüge in dieser Region entscheidend verändern könnte. Der Zirkel der Inquisitoren hat mich damit beauftragt, in Zusammenarbeit mit den imperialen Behörden vor Ort und loyalen Einheimischen die Wogen von Widerstand und Unmut zu glätten, bevor diese zu einer Rebellion werden. Wir werden den Funken zum Verlöschen bringen, bevor eine Flamme daraus wird...doch dazu später mehr. Denn es gibt Gründe, warum Ihr und Jarael mich dorthin begleitet. Gründe, die ich nun enthüllen werde. Erhebt euch.“
Janus genoss die leichte Überraschung, die nun in der Luft lag, und stand gleichzeitig mit den beiden Frauen auf, genoss das feierliche, angespannte Schweigen, als er sie eindringlich musterte. Er hatte sie gründlich studiert, ihre Stärken und Schwächen ausgelotet, sie geprüft...und für würdig befunden. Der Moment war gekommen, sie auszuwählen und ihnen eine Ehre zuteil werden zu lassen, die nur wenigen vergönnt war. Prüfend musterte der Graf seine Begleiterinnen, dann schloss er lächelnd die Augen, einen fast schon abwesenden Ausdruck auf seinem Gesicht. Seine Stimme war leiser geworden, erfüllt von der Energie der Dunklen Seite, als er sich in der Macht versenkte und hinausgriff. In Konferenzraum schien es dunkler zu werden, kälter, als der mächtige Vollstrecker seine Aura ausdehnte und seine Sinne auf seine Begleiterinnen ausdehnte. Sie waren stark in der Macht, ehrgeizig und verschlagen, begierig darauf, mehr von den Geheimnissen der Dunklen Seite zu lernen, sich an diesem Wissen zu laben und zu wachsen. Das Lächeln des blassen Sith wurde ein wenig breiter.
„Ihr stammt aus verschiedenen Welten und doch weist ihr große Ähnlichkeiten auf. Beide seid ihr Erbinnen von großer Macht und Ansehen, das Blut von Herrschern und Anführern fließt in euren Adern und bestimmt euch zu größerem. Die Priesterin von Vahl. Die Tochter von Led Manice. Wohin ihr auch geht, die Dunkle Seite begleitet euch. Wenn ihr voranschreitet, folgen euch andere. Ihr habt großes Potential...und doch noch viel zu lernen. Der Orden der Sith ist neu für euch, eure Wege haben euch erst kürzlich zu ihm geführt. Seine Regeln, seine Gebräuche...ich werde sie euch lehren. Und mehr als das: Ich werde euch zeigen, was die Dunkle Seite wirklich ist. Kate Manice, Jarael...ein großer Moment steht euch vor, ein Wendepunkt, der alles verändern wird.“
Janus schlug die Augen auf, die grünen Pupillen gänzlich von goldenem Glanz erhellt, und würdevoll gebot er den beiden, niederzuknien. Der Graf verschränkte die Arme hinter dem Rücken, seine Haltung distanziert und zugleich nah, angemessen für einen Meister, der Vorbild und Konkurrent in einem war. Eine feierliche Pause, dann sprach der Sith in gemessenem Tempo weiter, ruhig und salbungsvoll, aber ohne falsches Pathos. Dies war ein erhabener Moment, ein außergewöhnliches Ereignis. Janus´ Blick fiel auf Jarael und er nickte knapp.
„Priesterin. Ich Euch brennt das Feuer Vahls, und ihr seid begierig darauf, Eurer Göttin und Eurem Volk Ehre zu machen und seine Feinde zu verbrennen. Folgt mir und ich werde Euch lehren, die Flammen der Vernichtung zu entfesseln und die Dunkle Seite alle verzehren zu lassen, die sich Eurem Traum in den Weg stellen. Dient mir, und Ihr dient Eurem Volk. Folgt mir, und ich weise Euch den Weg zu wahrer Macht!“
Der Vollstrecker streckte eine Hand aus und hielt sie über den Kopf der Rothaarigen, verharrte so und ließ die Vahla an seiner Macht und seiner Erhabenheit teilhaben, ließ sie die Stärke und Energie spüren, die die Dunkle Seite ihm verlieh, bevor er sich Kate Manice zuwandte.
„Tochter von Led Manice. In Euch sehe ich die Kraft, die einst Eure Vorfahren beflügelte. Den Willen und die Weisheit, die Galaxis zu verändern. Den Mut, sich all Euren Rivalen zu stellen und sie zu bezwingen. Folgt mir und ich werde euch zeigen, wie Euch das gelingen kann. Zusammen werden wir das Imperium und die Sith daran erinnern, was Stärke wirklich ist. Zusammen werden wir die Unwürdigen und Schwachen vertreiben und die Augen der Blinden für die Wahrheit öffnen. Folgt mir, und Euer Erbe wird wahrhaft Euch gehören!“
Erneut streckte Janus die Hand aus und vermittelte ein Gefühl von seiner Macht, bevor die Hand wieder zurückzog und die Arme hinter dem Rücken verschränkte. Nachdenklich betrachtete er die beiden Frauen, beide auf ihre Art gesegnet mit enormen Potential, wägte ein letztes Mal ab...und nickte dann.
„Ich bin Euer Leben. Ich bin Euer Tod. Steht an meiner Seite und die Galaxis wird sich uns beugen. Verratet mich, und Ihr werdet alles verlieren. Von diesem Augenblick an bin ich Euer Meister. Ich will keine Diener, keine Speichellecker. Ihr seid meine Schüler, unsere Schicksale sind eins. Wir steigen gemeinsam auf, wir fallen gemeinsam. Und nun...erhebt Euch. Erhebt Euch, meine Schüler, und nehmt den Platz ein, der euch gebührt.“
So also endete es. Und so begann es. Die Weichen waren neu gestellt worden, neue Möglichkeiten und Gefahren taten sich auf. Janus würde auf Alderaan eintreffen als Meister zweier neuer Schüler...und damit als neuer Mensch. Ein Meister ohne Schüler war Meister von nichts...
[Weltraum (Imperium) | Im Hyperraum nach Alderaan | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum] Janus, Kate Manice, Jarael
Eine Hyperraumreise war eine hervorragende Möglichkeit, sich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und sicherzustellen, dass alles bereit war. Janus empfand das Fliegen daher als durchaus angenehm, seine verschwenderisch und zugleich stilvoll eingerichtete Yacht bot alle Annehmlichkeiten, die man sich wünschen konnte, ohne die Funktionalität zu vernachlässigen. Schon während seiner Zeit als Geschäftsmann hatte der schlanke Fastmensch die Möglichkeiten modernster Kommunikationssysteme und einer umfangreichen Datenbank zu schätzen gelernt, und mit seinem Aufstieg zu höchsten Weihen im Orden der Sith war diese Wertschätzung nur noch größer geworden. Information war der Schlüssel zum Erfolg, und gewiss würde der Vollstrecker sich nicht nachsagen lassen, unzureichend über die Ereignisse in der Galaxis im Bilde zu sein. Die ihm vom Zirkel der Inquisitoren aufgetragene Mission nach Alderaan würde ohne Zweifel kompliziert und langwierig werden, die Lage auf dieser zivilisierten, friedliebenden Welt war im höchsten Maße angespannt. Brachiale Holzhammermethoden würden nicht zum Erfolg führen, davon war Janus überzeugt, und ohnehin bevorzugte der Graf ein subtileres, eleganteres Vorgehen. Sernpidal war das Paradebeispiel dafür, dass sein diplomatisches Vorgehen Früchte trug, unter Beifall und Jubel war diese Welt dem Imperium beigetreten. Ein Erfolg, der sich auf Alderaan angesichts der Vorzeichnen wohl kaum wiederholen lassen würde, aber die grundsätzliche Strategie war die richtige. Janus gestattete sich ein schmales Lächeln, als er seine und Begleiter die „Birthright“ betraten, während des Fluges würde genügend Zeit bleiben, um sich des Problems von allen Seiten zu nähern. Und auch, um einige andere Fragen zu klären, fügte der blasse Aristokrat in Gedanken hinzu, während er seine Begleiterinnen musterte. Er reiste in exklusiver Gesellschaft, niemand geringeres als die Tochter von Led Manice und eine Gesandte einer Göttin begleiteten ihn, auch wenn der skeptische Vollstrecker auf die Verehrung letzter eher wenig gab, hatte Sernpidal doch bewiesen, dass die Religion äußerst nützlich sein konnte. Entsprechend höflich und zuvorkommend behandelte Janus sowohl Kate Manice als auch Jarael. Sie waren der Schlüssel zu Organisationen, die für seine Pläne große Vorteile boten, und Janus würde sich diese Gelegenheiten nicht nehmen lassen. Ein wahrer Sith nutzte jede Ressource, die er finden konnte, um sich die entscheidenden Vorteile zu verschaffen und Macht nicht nur zu erlangen, sondern auch zu bewahren.
Mit der ruhigen Selbstsicherheit eines Mannes, der so mächtig und wohlhabend war, dass er Protz und Angeberei nicht nötig hatte, führte Janus seine erlesenen Gäste an Bord. Aufmerksam – und ein wenig amüsiert – registrierte er, wie fasziniert Jarael von der „Birthright“ war. Begierig betrachtete und berührte die Vahla das Schiff und schien mehr als angetan, wenn sich auch ein wenig Neid ob des darin zu erkennenden Reichtums in ihre Gefühle zu mischen schien. Der Graf vermied ein wissendes Lächeln, ihr Verlangen danach war eine hervorragende Motivation. Sith begnügten sich nicht mit dem, was sie hatten, sondern begehrten mehr, sei es Macht, Wissen, Einfluss, Sklaven oder weltliche Güter. Nach allem, was Janus über Jaraels Volk wusste, lebte es in bescheidenen Verhältnissen, dicht auf dicht gedrängt auf alten, schlichten Raumschiffen, für die junge Frau musste diese große, komfortable Yacht daher wie ein Wunder wirken. Genügsam gewährte er ihr die Gelegenheit, sich gründlich umzusehen, und schenkte ihr ein schmales, wissendes Lächeln. Der Wunsch, für sich und ihr Volk ähnliches zu erreichen, würde die Priesterin an ihn binden und ihren Gehorsam sichern – wohlgemerkt, Gehorsam, nicht Loyalität, zumindest vorerst. Kate Manice hingegen war nicht so leicht zu beeindrucken, als privilegierte Mitglied der Krath war dieser Luxus für sie keineswegs ungewöhnlich. Die Verschwörer wussten, wie symbolträchtig ihr Name war, und Janus konnte sich nicht vorstellen, dass man sie nicht entsprechend behandelt hatte. Diesen Standard würde der Graf beibehalten, ihrem Ego schmeicheln und ihren Wunsch nach Wissen erfüllen und so garantieren, dass seine Verbündeten keinen Grund hatten, sich gegen ihn zu wenden. Der Pakt mit den Krath war zu wichtig, um leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu werden, dessen war sich der pragmatische Halb-Echani vollauf bewusst.
Sobald die Yacht gestartet und in den Hyperraum gesprungen war, führte Janus seine Gäste in den zentralen Konferenzraum seines Schiffs. Ein großer, eleganter Holztisch, gefertigt aus edlen – und überaus zum Ziel der Reise passenden – alderaanischen Hölzern fungierte als Mittelpunkt, ohne Umschweife nahm Janus am Kopfende Platz und nickte seinen Begleiterinnen höflich und einladend zu. Eilfertige Diener kümmerten sich darum, die bequemen Stühle für den Grafen und die beiden Frauen zurechtzurücken und entfernten sich dann auf einen mentalen Befehl ihres Herrn. Entspannt, aber in einer Haltung, die große Autorität und Weisheit ausstrahlte, lehnte sich der weißhaarige Vollstrecker ein wenig zurück und lächelte dünn, ganz der charmante, einflussreiche Gastgeber. Seine ruhige, sonore Stimme verstärkte diesen Eindruck noch zusätzlich, hier sprach jemand, der die Kontrolle innehatte und sich im Herzen seines Reichs befand.
„Es ist mir eine Ehre, so illustre Gäste auf der „Birthright“ willkommen zu heißen. Für die Dauer unserer Reise werden die Diener an Bord zur Verfügung stehen, um jeden Wunsch zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass ihr angemessen behandelt werdet. Zögert nicht, mich oder die Jünger nach etwas zu fragen. Ich habe entsprechende Quartiere vorbereiten lassen, man wird sie euch später zeigen. Euch ist die Nutzung der schiffsinternen Datenbank gestattet und ihr dürft euch an Bord frei bewegen, mit Ausnahme des Cockpits und meines Quartiers. Für den Fall, dass ihr wünscht, zu trainieren, ist dafür ein bestimmter Raum vorgesehen. Angesichts der Tatsache, dass sich ein Teil meiner Kunstsammlung an Bord befindet, würde ich es begrüßen, wenn besonders die...rabiateren Techniken ausschließlich dort geübt werden.“
Der kultivierte Aristokrat gestattete sich ein leises Lachen, es wäre wirklich ein Jammer, wenn jemand die Gemälde, Büsten, Blumenarrangements und anderen schmückenden Werke, die unter anderem den Konferenzraum verschönerten, in Mitleidenschaft ziehen würde. Für die Gesundheit der Diener an Bord war zu hoffen, dass sie beim Transport des Gepäcks nichts berührt hatten, Janus konnte überaus unangenehm werden, wenn jemand sich an seinem Eigentum verging. Die Gehirnmmasse des letzten Jüngers, der es gewagt hatte, einen seiner innig geschätzten Serenno-Teppiche zu verunreinigen, hatte man tagelang aus selbigem kratzen müssen, ein Prozess, der die Schönheit und den Wert dieses Objekts erheblich gemindert hatte. Nun, das würde sich doch gewiss nicht wiederholen, mittlerweile hatten die Diener ihre Lektion gelernt. Und falls nicht...Die grünen Augen des Sith schimmerten in intensivem goldenem Glanz, doch das legte sich rasch wieder, als Kate Manice höflich, aber ohne große Umschweife die Frage stellte, was sie denn auf Alderaan erwartete. Die braunhaarige Frau hatte eine manchmal erfrischend direkte Art, die ein wenig mit dem mysteriös-erhabenen Habitus der Krath in Konkurrenz trat, Janus wusste es in diesem Fall jedoch durchaus zu schätzen und nickte bedächtig.
„Eine überaus heikle diplomatische Mission, Lady Manice. Eine Mission, die das Machtgefüge in dieser Region entscheidend verändern könnte. Der Zirkel der Inquisitoren hat mich damit beauftragt, in Zusammenarbeit mit den imperialen Behörden vor Ort und loyalen Einheimischen die Wogen von Widerstand und Unmut zu glätten, bevor diese zu einer Rebellion werden. Wir werden den Funken zum Verlöschen bringen, bevor eine Flamme daraus wird...doch dazu später mehr. Denn es gibt Gründe, warum Ihr und Jarael mich dorthin begleitet. Gründe, die ich nun enthüllen werde. Erhebt euch.“
Janus genoss die leichte Überraschung, die nun in der Luft lag, und stand gleichzeitig mit den beiden Frauen auf, genoss das feierliche, angespannte Schweigen, als er sie eindringlich musterte. Er hatte sie gründlich studiert, ihre Stärken und Schwächen ausgelotet, sie geprüft...und für würdig befunden. Der Moment war gekommen, sie auszuwählen und ihnen eine Ehre zuteil werden zu lassen, die nur wenigen vergönnt war. Prüfend musterte der Graf seine Begleiterinnen, dann schloss er lächelnd die Augen, einen fast schon abwesenden Ausdruck auf seinem Gesicht. Seine Stimme war leiser geworden, erfüllt von der Energie der Dunklen Seite, als er sich in der Macht versenkte und hinausgriff. In Konferenzraum schien es dunkler zu werden, kälter, als der mächtige Vollstrecker seine Aura ausdehnte und seine Sinne auf seine Begleiterinnen ausdehnte. Sie waren stark in der Macht, ehrgeizig und verschlagen, begierig darauf, mehr von den Geheimnissen der Dunklen Seite zu lernen, sich an diesem Wissen zu laben und zu wachsen. Das Lächeln des blassen Sith wurde ein wenig breiter.
„Ihr stammt aus verschiedenen Welten und doch weist ihr große Ähnlichkeiten auf. Beide seid ihr Erbinnen von großer Macht und Ansehen, das Blut von Herrschern und Anführern fließt in euren Adern und bestimmt euch zu größerem. Die Priesterin von Vahl. Die Tochter von Led Manice. Wohin ihr auch geht, die Dunkle Seite begleitet euch. Wenn ihr voranschreitet, folgen euch andere. Ihr habt großes Potential...und doch noch viel zu lernen. Der Orden der Sith ist neu für euch, eure Wege haben euch erst kürzlich zu ihm geführt. Seine Regeln, seine Gebräuche...ich werde sie euch lehren. Und mehr als das: Ich werde euch zeigen, was die Dunkle Seite wirklich ist. Kate Manice, Jarael...ein großer Moment steht euch vor, ein Wendepunkt, der alles verändern wird.“
Janus schlug die Augen auf, die grünen Pupillen gänzlich von goldenem Glanz erhellt, und würdevoll gebot er den beiden, niederzuknien. Der Graf verschränkte die Arme hinter dem Rücken, seine Haltung distanziert und zugleich nah, angemessen für einen Meister, der Vorbild und Konkurrent in einem war. Eine feierliche Pause, dann sprach der Sith in gemessenem Tempo weiter, ruhig und salbungsvoll, aber ohne falsches Pathos. Dies war ein erhabener Moment, ein außergewöhnliches Ereignis. Janus´ Blick fiel auf Jarael und er nickte knapp.
„Priesterin. Ich Euch brennt das Feuer Vahls, und ihr seid begierig darauf, Eurer Göttin und Eurem Volk Ehre zu machen und seine Feinde zu verbrennen. Folgt mir und ich werde Euch lehren, die Flammen der Vernichtung zu entfesseln und die Dunkle Seite alle verzehren zu lassen, die sich Eurem Traum in den Weg stellen. Dient mir, und Ihr dient Eurem Volk. Folgt mir, und ich weise Euch den Weg zu wahrer Macht!“
Der Vollstrecker streckte eine Hand aus und hielt sie über den Kopf der Rothaarigen, verharrte so und ließ die Vahla an seiner Macht und seiner Erhabenheit teilhaben, ließ sie die Stärke und Energie spüren, die die Dunkle Seite ihm verlieh, bevor er sich Kate Manice zuwandte.
„Tochter von Led Manice. In Euch sehe ich die Kraft, die einst Eure Vorfahren beflügelte. Den Willen und die Weisheit, die Galaxis zu verändern. Den Mut, sich all Euren Rivalen zu stellen und sie zu bezwingen. Folgt mir und ich werde euch zeigen, wie Euch das gelingen kann. Zusammen werden wir das Imperium und die Sith daran erinnern, was Stärke wirklich ist. Zusammen werden wir die Unwürdigen und Schwachen vertreiben und die Augen der Blinden für die Wahrheit öffnen. Folgt mir, und Euer Erbe wird wahrhaft Euch gehören!“
Erneut streckte Janus die Hand aus und vermittelte ein Gefühl von seiner Macht, bevor die Hand wieder zurückzog und die Arme hinter dem Rücken verschränkte. Nachdenklich betrachtete er die beiden Frauen, beide auf ihre Art gesegnet mit enormen Potential, wägte ein letztes Mal ab...und nickte dann.
„Ich bin Euer Leben. Ich bin Euer Tod. Steht an meiner Seite und die Galaxis wird sich uns beugen. Verratet mich, und Ihr werdet alles verlieren. Von diesem Augenblick an bin ich Euer Meister. Ich will keine Diener, keine Speichellecker. Ihr seid meine Schüler, unsere Schicksale sind eins. Wir steigen gemeinsam auf, wir fallen gemeinsam. Und nun...erhebt Euch. Erhebt Euch, meine Schüler, und nehmt den Platz ein, der euch gebührt.“
So also endete es. Und so begann es. Die Weichen waren neu gestellt worden, neue Möglichkeiten und Gefahren taten sich auf. Janus würde auf Alderaan eintreffen als Meister zweier neuer Schüler...und damit als neuer Mensch. Ein Meister ohne Schüler war Meister von nichts...
[Weltraum (Imperium) | Im Hyperraum nach Alderaan | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum] Janus, Kate Manice, Jarael