Atheismus & Religiosität

Nein, wäre es nicht, denn genau das ist ein Beispiel für Fatalismus.

Das ist sehr gefährlich und macht einen unglaublich empfänglich für Bauernfänger, Scharlatane und Betrüger.

Natürlich bin ich eigentlich selber der Meinung, dass die Wissenschaften gutes leisten und das man sich grundsätzlich eher daran orientieren sollte und man meine Schlussfolgerungen von oben, eher nur für ganze spezielle unsichere Sachen verwenden sollte und nicht für, wie baue ich eine Brücke richtig.

Aber sowohl das als auch deine Aussage sind darauf zurückzuführen, dass wir uns eigentlich sicher sind, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir aktuell haben, stimmen. Aber wir wissen eigentlich gar nicht, ob dass in Wirklichkeit so ist.

Ein Kritiker könnte anmerken dass das ziemlich an "Pippi Langstrumpf" erinnert. Getreu dem Motto "ich mach mir die Welt wie es mir gefällt." Ich denke das ist auch das Problem das viele heutzutage mit Religionen haben. Sie wirken in vielerlei Hinsicht heutzutage ziemlich willkürlich.
Ja es ist in gewisser Art und Weise willkürlich, aber der Punkt ist, dass es die Wissenschaften auch sind. Zumindest solange bis man alles weiß inklusive des Wissens, dass man alles weiß
 
Die haben vermutlich auch die Erde beobachtet und gesehen, dass die Erde aus unserer Sicht her nicht rund ist, sondern eher scheibenförmig. Wenn ich aus dem Fenster sehe und nicht wüsste, dass die Erde rund ist, würde ich aus diesen Beobachtungen vermutlich dasselbe folgern.

Ich nicht. Das Verschwinden von Objekten hinter dem Horizont auf dem Ozean lässt sich dadurch einfach nicht erklären.
Aber so ein vorgehen ist vielleicht ganz exemplarisch für glauben und wissen. Wenn jemand aus seinem Haus schaut, dann wird er durch die geografischen Gegebenheiten vielleicht glauben, dass die Erde eine Scheibe ist. Jemand anderes wird sich damit vielleicht aber nicht zufrieden geben, weil er wissen will, statt zu glauben. Also fährt er ans Meer, weil er weiß dass die Wasseroberfläche immer Waagerecht zum Boden ist, schließlich hat er sein Regal mit Hilfe einer Wasserwaage an die Wand genagelt und das sieht verdammt waagerecht aus. Am Meer fällt ihm halt auf, dass Schiffe hinter dem Horizont verschwinden. Die Scheibenwelt ist damit dann vom Tisch.

Und ich würde stark vermuten, dass es auch damals irgendwelche Leute gab, die aus heutiger Sicht auf pseudowissenschaftliche Art und Weise belegt haben, dass die Erde eine Scheibe ist.

Die Sache ist, dass diese Belege nicht konsistent sind mit allen Beobachtungen. Das schafft nur die Erdkugel.

Und das du auch das mit der Erde und der Kugel noch nicht zu 100% bewiesen wurde, ergibt sich aus meinen anderen Kommentaren. Auch wenn das selbstverständlich auch glaube :)

Guck, und ich weiß das sogar. :)
 
Ich verbinde Wissen mit der Wahrheit.

Und ich denke das Problem ist dabei, dass du gleichzeitig gar nicht erlaubst, dass es irgendeine Wahrheit gibt bzw. irgendjemand die Wahrheit kennen würde. Quasi hast du Wahrheit und Wissen aus dem Wörterbuch herausgeschnitten, was an und für sich ja völlig okay ist aber es ist schwierig, wenn du mit deiner eigenen Sprache argumentierst und erwartest, dass alle anderen sich dem beugen. Erkenntnistheoretischer Skeptizismus klingt wirklich stark aber das hineinrufen von "ihr wisst ja gar nichts!" oder "Wir könnten alle in der Matrix stecken!" ist überhaupt nicht konstruktiv. Du hast ja selbst hier zu Genüge gelesen, dass man keineswegs dogmatisch an etwas festhält, sondern bereit ist neue Erkenntnisse den bisherigen Wissensschatz hinzuzufügen. Es ist super skeptisch zusein, nicht einfach alles zu schlucken aber nicht mehr sonderlich super, wenn man wie icebär so schön sagt, andere zu einer semantisch hunderprozentig korrekten Ausdrucksweise zwingen will. Darüber hinaus bleibt es dabei, dass niemand Fantasieszenarios widerlegen muss. Wenn unsere Erkenntnisse falsch oder unvollständig sein sollten, weil dieses oder jenes Fantasieszenario nicht mehr Fantasie ist oder sich zumindest die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich erhöht, macht es absolut Sinn damit zu argumentieren aber andernfalls ist es Unsinn.
 
Ok, wenn empirische Beobachtungen die täglich milliardenfach getätigt werden nur noch maximal als "Indiz" und nicht mehr als "Beweis" gewertet werden sollten wir vielleicht alle Gerichtsurteile in denen jemand aufgrund von DNS-Spuren überführt wurde noch mal neu aufrollen.;)

Aber ich finde mit so einer Einstellung kommt man nicht voran. Wer alles für möglich hält weiß am Ende gar nichts mehr weil er ja alles in Frage stellt, am Ende sogar dass 2+2=4 ist. Das hat dann im schlimmsten Fall zur Folge dass man vollkommen gelähmt in seinem Handeln wird, denn es könnte ja alles mögliche passieren das einen davon abhält.
 
Ich nicht. Das Verschwinden von Objekten hinter dem Horizont auf dem Ozean lässt sich dadurch einfach nicht erklären.
Sry, bei meinem Fenster ist kein Ozean

Die Sache ist, dass diese Belege nicht konsistent sind mit allen Beobachtungen. Das schafft nur die Erdkugel.
Die Sache ist aber die, dass du nicht 100% sicher sein kannst, dass alle heutigen Erkenntnisse auch in Zukunft mit allen Beobachtungen konsistent sein werden. Und das ist der Punkt.

Guck, und ich weiß das sogar. :)
Wenn wir in unserer Diskussion potentiell falsches Wissen auch als Wissen bezeichnen, ja. Aber ob das auch nur annährend etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.

Und ich denke das Problem ist dabei, dass du gleichzeitig gar nicht erlaubst, dass es irgendeine Wahrheit gibt bzw. irgendjemand die Wahrheit kennen würde. Quasi hast du Wahrheit und Wissen aus dem Wörterbuch herausgeschnitten, was an und für sich ja völlig okay ist aber es ist schwierig, wenn du mit deiner eigenen Sprache argumentierst und erwartest, dass alle anderen sich dem beugen. Erkenntnistheoretischer Skeptizismus klingt wirklich stark aber das hineinrufen von "ihr wisst ja gar nichts!" oder "Wir könnten alle in der Matrix stecken!" ist überhaupt nicht konstruktiv. Du hast ja selbst hier zu Genüge gelesen, dass man keineswegs dogmatisch an etwas festhält, sondern bereit ist neue Erkenntnisse den bisherigen Wissensschatz hinzuzufügen. Es ist super skeptisch zusein, nicht einfach alles zu schlucken aber nicht mehr sonderlich super, wenn man wie icebär so schön sagt, andere zu einer semantisch hunderprozentig korrekten Ausdrucksweise zwingen will. Darüber hinaus bleibt es dabei, dass niemand Fantasieszenarios widerlegen muss. Wenn unsere Erkenntnisse falsch oder unvollständig sein sollten, weil dieses oder jenes Fantasieszenario nicht mehr Fantasie ist oder sich zumindest die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich erhöht, macht es absolut Sinn damit zu argumentieren aber andernfalls ist es Unsinn.

Ich hab ja mittlerweile auch geschrieben, dass man falsches Wissen natürlich auch als Wissen bezeichnen kann. Und habe seitdem auch versucht, dann bei meinen Aussagen das Wort immer mit 100% oder in Wirklichkeit oder sonstigem zu verbinden. Aber ich vermute mal, dass es allen darum geht, was in der Wirklichkeit ist.

Ich hab auch nie behauptet, dass das Ganze konstruktiv ist :) Im Gegenteil, ich habe sogar mehrfach selbst daraufhin gewiesen, dass es dies nicht ist, wenn es darum geht, näher an die Wahrheit zu kommen.
Meine Absicht ist auch nicht, dass jeder eine völlig semantisch korrekte Ausdrucksweise bringt, sondern dass man auch einsieht, dass es genauso berechtigt sein könnte, an die Religion zu glauben wie an die Wissenschaft zu glauben.

Wenn du beweisen willst, dass etwas zu 100% in Wahrheit auftritt und nicht nur eine persönliche Annahme von dir ist, musst du die Fantasieszenarios widerlegen.

Ok, wenn empirische Beobachtungen die täglich milliardenfach getätigt werden nur noch maximal als "Indiz" und nicht mehr als "Beweis" gewertet werden sollten wir vielleicht alle Gerichtsurteile in denen jemand aufgrund von DNS-Spuren überführt wurde noch mal neu aufrollen.;)

Aber ich finde mit so einer Einstellung kommt man nicht voran. Wer alles für möglich hält weiß am Ende gar nichts mehr weil er ja alles in Frage stellt, am Ende sogar dass 2+2=4 ist. Das hat dann im schlimmsten Fall zur Folge dass man vollkommen gelähmt in seinem Handeln wird, denn es könnte ja alles mögliche passieren das einen davon abhält.

Dass es nicht wirklich sinnvoll ist, das Ganze permanent praktisch anzuwenden, habe ich ja jetzt auch schon mehrfach erwähnt
 
Sry, bei meinem Fenster ist kein Ozean

Deswegen glaubst Du ja auch nur die Welt sei eine Scheibe. Während jemand der zum Meer geht weiß, dass es nicht so ist.

Die Sache ist aber die, dass du nicht 100% sicher sein kannst, dass alle heutigen Erkenntnisse auch in Zukunft mit allen Beobachtungen konsistent sein werden. Und das ist der Punkt.

Und solange das der Fall ist, weiß man auch dass die Erde eine Kugel ist.

Wenn wir in unserer Diskussion potentiell falsches Wissen auch als Wissen bezeichnen, ja. Aber ob das auch nur annährend etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.

Wissen ist das Nächste zur Wahrheit halt, wie gesagt.
 
Wenn man als Wahrheit dann auch zulässt, dass 1+1=3 ist, dann ja.
Ich glaube nicht, dass du meine Aussagen verstehst^^
Um aber auf das Rechenbeispiel einzugehen, habe ich zu wenig Ahnung von Mathematik. Würde aber einfach mal behaupten, dass das sowieso nur davon abhängt, wie man das Ganze definiert. Bzw. solche Rechnungen einzig und allein auf irgendwelchen Definitionen beruhen, die nicht wirklich was aussagen
 
Ich glaube nicht, dass du meine Aussagen verstehst^^
Um aber auf das Rechenbeispiel einzugehen, habe ich zu wenig Ahnung von Mathematik. Würde aber einfach mal behaupten, dass das sowieso nur davon abhängt, wie man das Ganze definiert. Bzw. solche Rechnungen einzig und allein auf irgendwelchen Definitionen beruhen, die nicht wirklich was aussagen

Das soll nur verdeutlichen, welche Spagate man begehen muss um deiner Definition von Wissen als Kenntnis der Wahrheit gerecht zu werden. Du sagst, dass es nicht bewiesen ist, dass die Erde eine Kugel ist. Es gibt Menschen die auf dem Mond waren und um die Erde geflogen sind, Satelliten kreisen um den Planeten, aber man darf trotzdem nicht sagen, dass man wisse die Erde ist eine Kugel und keine Scheibe, man glaube ja nur daran. Der Glaube an die Scheibenvariante ist dabei vielleicht sogar näher an der Wahrheit dran als die Kugelvariante.

Aus unseren Beobachtungen ist das aber nicht so, da ist die Kugel nun mal bewiesen und die Scheibe wurde falsifiziert. Um doch die vermeintliche Gleichstellung beider Varianten zu erhalten, muss man davon ausgehen, dass die Naturgesetze wie wir sie erfahren falsch sind und nicht die Wahrheit widerspiegeln). Analog gesehen:

Jemand legt 1 Apfel in den Korb und sagt, im Korb sind jetzt 2 Äpfel. (Wurde nie beobachtet)
Jemand legt 2 Äpfel in den Korb und sagt, im Korb sind jetzt 2 Äpfel. (Eine alltägliche Erfahrung)

Die "Wahrheit" ist aber, dass wenn 2 Äpfel in den Korb gelegt werden, 3 Äpfel im Korb sind. (nicht intuitiv, werden wir wohl nie erfahren und wenn wir es erfahren, muss das auch nicht die Wahrheit sein, weil 1+1=5 ist...ist doch logisch)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sobal es um "Wahrheiten" geht, wird es so oder so gruselig.
Vor allem, wenn Religionen behaupten die (am besten einzige) Wahrheit zu besitzen.

Vermutlich ist es für Christen auch tröstend genug zu wissen, dass sie ihr Leben heir fristen und das so leben, wie sie möchten.
Für andere wiederum mag der Glaube daran, in den Himmel zu kommen, das nonplusultra sein. Oder ein paradies, oder, oder, oder.
Warum sollte jemand, der religiös verwurzelt ist, sich an irgendeine Wissenschaft halten oder sich darauf beziehen, wenn ihm sein Glaube die Sicherheit, die er selbst benötigt, gibt?

Mir persönlich ist es total egal, ob in 2 Millionen Jaren keiner mehr weiß, ob's mich mal gegeben aht, weil ich mich diesbezüglich kein bisschen wichtig nehme. An was genau ich glaube, weiß ich inzwischen auch selbst nicht mehr.
Viel trostloser als der Gedanke von einem sterben Universum (in Jahrmillionen) find ich viel eher, was aktuell geschieht und was geschehen ist. Denn wenn etwas oder jemand Leid über Menschen gebracht hat, dann Menschen. Und wer weiß, ob die sich nicht irgendwann alle selber vernichten.
 
Die Sache ist aber die, dass du nicht 100% sicher sein kannst, dass alle heutigen Erkenntnisse auch in Zukunft mit allen Beobachtungen konsistent sein werden. Und das ist der Punkt.

Das erwarte ich auch nicht. Trotzdem sind die Erkenntnisse des Menschen nicht falsch. Sie sind das Ergebnis der bisherigen Beobachtung und der logischen Schlussfolgerung daraus. Sollten sich die Informationen als falsch erweisen. Gewinnt man eben neue Erkenntnisse.
Eine Erkenntlosigkeit wie du in deinen Posts impliziert existiert nicht, denn sonst wäre der Mensch nicht lernfähig.
Religionen haben hingegen keine Erkenntnisse, sondern behaupten im besitz der Wahrheit zu sein.
 
Das soll nur verdeutlichen, welche Spagate man begehen muss um deiner Definition von Wissen als Kenntnis der Wahrheit gerecht zu werden. Du sagst, dass es nicht bewiesen ist, dass die Erde eine Kugel ist. Es gibt Menschen die auf dem Mond waren und um die Erde geflogen sind, Satelliten kreisen um den Planeten, aber man darf trotzdem nicht sagen, dass man wisse die Erde ist eine Kugel und keine Scheibe, man glaube ja nur daran. Der Glaube an die Scheibenvariante ist dabei vielleicht sogar näher an der Wahrheit dran als die Kugelvariante.

Aus unseren Beobachtungen ist das aber nicht so, da ist die Kugel nun mal bewiesen und die Scheibe wurde falsifiziert. Um doch die vermeintliche Gleichstellung beider Varianten zu erhalten, muss man davon ausgehen, dass die Naturgesetze wie wir sie erfahren falsch sind und nicht die Wahrheit widerspiegeln). Analog gesehen:

Jemand legt 1 Apfel in den Korb und sagt, im Korb sind jetzt 2 Äpfel. (Wurde nie beobachtet)
Jemand legt 2 Äpfel in den Korb und sagt, im Korb sind jetzt 2 Äpfel. (Eine alltägliche Erfahrung)

Die "Wahrheit" ist aber, dass wenn 2 Äpfel in den Korb gelegt werden, 3 Äpfel im Korb sind. (nicht intuitiv, werden wir wohl nie erfahren und wenn wir es erfahren, muss das auch nicht die Wahrheit sein, weil 1+1=5 ist...ist doch logisch)

Sry, vielleicht liegts an der Zeit, aber habe jetzt irgendwie nicht ganz kapiert, worauf du mit der Apfelgeschichte hinaus willst.
In jedem Fall ist aber so, dass du dir nicht sicher sein kannst, dass unsere Beobachtungen irgendetwas mit der Realität zu tun haben.

Das erwarte ich auch nicht. Trotzdem sind die Erkenntnisse des Menschen nicht falsch. Sie sind das Ergebnis der bisherigen Beobachtung und der logischen Schlussfolgerung daraus. Sollten sich die Informationen als falsch erweisen. Gewinnt man eben neue Erkenntnisse.
Eine Erkenntlosigkeit wie du in deinen Posts impliziert existiert nicht, denn sonst wäre der Mensch nicht lernfähig.
Religionen haben hingegen keine Erkenntnisse, sondern behaupten im besitz der Wahrheit zu sein.
Ich habe nie behauptet, dass die Erkenntnisse falsch sind. Nur dass sie falsch sein können, weil man sich nicht 100% sicher sein kann, dass sie der Wahrheit entsprechen. Und wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen, sind sie natürlich falsch.
Diese Erkenntnislosigkeit könnte durchaus existieren. Du kannst nämlich nicht mal beweisen, dass es in Wahrheit Menschen gibt
 
Ich habe die Diskussion etwas zurückverfolgt um herauszufinden, was eigentlich gerade der genaue Streitpunkt ist. Nik Ren scheint einfach nur sagen zu wollen, dass man sich keiner Sache 100%ig sicher sein kann. Die anderen aber antworten darauf, dass man auf diese oder jene Weise Dinge erfahren, bestätigen oder widerlegen kann. Und so geht es immer hin und her.
Aber ich glaube, dass beides in gewisser Weise zutrifft und das Problem eher in der Benennung der Dinge (Wahrheit vs. Wissen) und der grundlegenden Philosophie der Diskutierenden liegt.

Ich glaub, beide Seiten können sich bestimmt auf folgendes einigen:
  • Es gibt einmal die Realität: Das tatsächliche und unumstößliche.
  • Dann gibt es das Wissen. Dieses besteht im Wesentlichen aus den Informationen, die uns unsere Sinnesorgane übermitteln (Auch die modernsten Messgeräte bringen uns ja nur was, wenn wir das Display mit unseren Augen sehen, Signaltöne hören usw.). Alles, was darüber hinausgeht, sind Annahmen bzw. Vorhersagen (Man könnte das ebenfalls als "Wissen" bezeichnen, aber das will ich mal nicht tun, damit ich (hoffentlich) klarer formulieren kann).
  • Die Informationen kommen natürlich aus der Realität. Aber es besteht die Möglichkeit, dass unsere Sinnesorgane (selbst mit Hilfsmitteln) - ohne, dass wir es merken - nicht in der Lage sind, die Realität komplett wahrzunehmen. Außerdem kann es sein, dass es etwas gibt, dass wir zwar wahrnehmen könnten, das aber momentan außerhalb unserer "Reichweite" ist (Weil z.B. die Technologie noch nicht weit genug ist, um dieses Etwas zu messen). Das bedeutet, wir können uns nicht 100% sicher sein, dass unsere Informationen und damit unser Wissen, sowie darauf basierende Annahmen, korrekt sind.
Wenn man es also ganz genau nimmt, kann man nicht 100%ig "wissen", dass man gerade vor einem Computer sitzt, geschweige denn, dass das Universum dieses oder jenes tut oder tun wird.

Und wie ich das sehe, wird die aktuelle Diskussion nur dadurch ausgelöst, dass der eine anscheinend die Philosophie vertritt: Aufgrund der Fehlbarkeit unserer Wahrnehmung können deren Informationen (und darauf basierende Annahmen) nicht als 100%ig gesichert und vollständig angesehen werden. Wenn man sich einer Sache aber nicht 100%ig sicher sein kann, kann man sie auch nicht als "Wissen" bezeichnen. Denn "Wissen" muss der Realität entsprechen. Also ist das Wissen in Wahrheit nur Glauben.
Die anderen hingegen, haben anscheinend die Philosophie: Unsere Wahrnehmung (wenn sie auch nicht perfekt ist) ist die einzige Möglichkeit, etwas über die Realität zu erfahren. Also müssen wir sie als Grundlage nehmen und davon ausgehen, dass das, was wir sehen/hören/fühlen/etc. real ist - solange, bis etwas anderes, dass wir sehen/hören/fühlen/etc., dem widerspricht. Unser Wissen ist demnach so nah an der Realität, wie es nur möglich ist. (Die Möglichkeit, dass es auch etwas gibt, dass wir nicht sehen/usw. besteht zwar, wird aber dem Wissen untergeordnet.)

Beide Philosophien haben meines Erachtens gleichermaßen ihre Berechtigung.
Aber eine Diskussion zwischen zwei Seiten mit je einer der beiden Philosophien, kann wahrscheinlich niemals zu einem Ergebnis oder einer Erkenntnis kommen. Sie wird sich stattdessen immer nur im Kreis drehen.

Also muss man sich wohl auf eine Philosophie einigen. Nicht darauf, dass diese generell richtig ist! Sondern nur darauf, dass man sie im Rahmen dieser Diskussion als Grundlage nimmt, um eine Basis zu haben, von der aus man argumentieren kann.

Und ich denke, die Philosophie "nichts ist sicher" kann nicht als so eine Grundlage dienen. Denn dabei kann jede Beobachtung, jedes Forschungsergebnis usw. als unzureichend abgetan werden, da man sich ja nie 100%ig sicher sein kann, dass es wirklich so ist, wie es uns mit unserer beschränkten Wahrnehmung erscheint. Also kann man mit gar nichts argumentieren und somit auch keine Diskussion führen. (Man könnte nur generell sagen, dass alles (wirklich alles!) gleichermaßen möglich ist. Und mit dieser unendlichen Anzahl an Möglichkeiten, wären diese auch alle gleichermaßen unbedeutend und somit gibt es nichtmal einen Grund, über irgendetwas zu reden.)
Daher denke ich, dass eine Diskussion nur möglich ist, wenn wir nicht danach fragen, was mit 100%iger Sicherheit die unumstößliche Wahrheit ist, sondern danach, was am wahrscheinlichsten ist. Und um diese Wahrscheinlichkeit bewerten zu können, müssen wir unsere Wahrnehmung als Grundlage nehmen. Dass die Realität möglicherweise etwas ganz anderes sein könnte als das, was wir anhand unseres Wahrnehmung als real ansehen, das muss man hier einfach mal ausklammern (aber nicht gänzlich ausschließen), da man ansonsten eine Diskussion unmöglich macht.
 
Ich weiß, dass Du das glaubst.
Du kannst gerne einen Beweis bringen, dass es irgendetwas mit der Wirklichkeit zu tun hat. Ich warte gespannt.

@Sir Ben Kenobi II : Das war wie ich finde, ein relativ gut gelungener Post, mit dem ich zwar weitgehend, aber leider nicht vollständig einverstanden bin.

Und wie ich das sehe, wird die aktuelle Diskussion nur dadurch ausgelöst, dass der eine anscheinend die Philosophie vertritt: Aufgrund der Fehlbarkeit unserer Wahrnehmung können deren Informationen (und darauf basierende Annahmen) nicht als 100%ig gesichert und vollständig angesehen werden. Wenn man sich einer Sache aber nicht 100%ig sicher sein kann, kann man sie auch nicht als "Wissen" bezeichnen. Denn "Wissen" muss der Realität entsprechen. Also ist das Wissen in Wahrheit nur Glauben.
Die anderen hingegen, haben anscheinend die Philosophie: Unsere Wahrnehmung (wenn sie auch nicht perfekt ist) ist die einzige Möglichkeit, etwas über die Realität zu erfahren. Also müssen wir sie als Grundlage nehmen und davon ausgehen, dass das, was wir sehen/hören/fühlen/etc. real ist - solange, bis etwas anderes, dass wir sehen/hören/fühlen/etc., dem widerspricht. Unser Wissen ist demnach so nah an der Realität, wie es nur möglich ist. (Die Möglichkeit, dass es auch etwas gibt, dass wir nicht sehen/usw. besteht zwar, wird aber dem Wissen untergeordnet.)

Deine Beschreibung meiner Sichtweise trifft relativ gut, meine anfängliche Argumentation. Mittlerweile habe ich aber auch eingestanden, dass falsches Wissen auch Wissen sein kann und das meine Argumentation nur funktioniert, wenn man Wissen mit Wahrheit verbindet. Mittlerweile bin ich aber mit meiner Argumentation auch schon weiter: Und zwar, dass dein letzter Satz über die Sichtweise der anderen (Wissen ist so nah, an der Realität wie möglich) nicht richtig sein muss (das heißt nicht zwangsläufig, dass er vielleicht nicht doch richtig sein könnte). Es wäre genauso gut im Bereich des Möglichen, dass unser wissenschaftliches Wissen das am weitesten entfernte von der Wahrheit ist. Da nenne ich nur mal das klassische Beispiel vom bösen Dämon, der alles vertauscht.

Beide Philosophien haben meines Erachtens gleichermaßen ihre Berechtigung.
Aber eine Diskussion zwischen zwei Seiten mit je einer der beiden Philosophien, kann wahrscheinlich niemals zu einem Ergebnis oder einer Erkenntnis kommen. Sie wird sich stattdessen immer nur im Kreis drehen.

Also muss man sich wohl auf eine Philosophie einigen. Nicht darauf, dass diese generell richtig ist! Sondern nur darauf, dass man sie im Rahmen dieser Diskussion als Grundlage nimmt, um eine Basis zu haben, von der aus man argumentieren kann.

Und ich denke, die Philosophie "nichts ist sicher" kann nicht als so eine Grundlage dienen. Denn dabei kann jede Beobachtung, jedes Forschungsergebnis usw. als unzureichend abgetan werden, da man sich ja nie 100%ig sicher sein kann, dass es wirklich so ist, wie es uns mit unserer beschränkten Wahrnehmung erscheint. Also kann man mit gar nichts argumentieren und somit auch keine Diskussion führen. (Man könnte nur generell sagen, dass alles (wirklich alles!) gleichermaßen möglich ist. Und mit dieser unendlichen Anzahl an Möglichkeiten, wären diese auch alle gleichermaßen unbedeutend und somit gibt es nichtmal einen Grund, über irgendetwas zu reden.)
Daher denke ich, dass eine Diskussion nur möglich ist, wenn wir nicht danach fragen, was mit 100%iger Sicherheit die unumstößliche Wahrheit ist, sondern danach, was am wahrscheinlichsten ist. Und um diese Wahrscheinlichkeit bewerten zu können, müssen wir unsere Wahrnehmung als Grundlage nehmen. Dass die Realität möglicherweise etwas ganz anderes sein könnte als das, was wir anhand unseres Wahrnehmung als real ansehen, das muss man hier einfach mal ausklammern (aber nicht gänzlich ausschließen), da man ansonsten eine Diskussion unmöglich macht.

Wie bereits mehrfach von mir selbst erwähnt, ist meine Argumentationsweise nicht wirklich nützlich, wenn es darum geht neues Wissen zu bekommen. Um im Alltag zu bestehen, erscheint die andere Argumentationsweise besser. Allerdings sollte man am besten die beiden Argumentationsweise verknüpfen, was ich teilweise auch versucht habe, aufzuzeigen.

Eine sinnvolle Zusammenführung der beiden Argumentationsweisen, könnte meiner Meinung nach folgende Schlussfolgerungen haben:
1. Es erscheint sinnvoll in der heutigen Zeit, dass man an die Regeln/ Gesetze aus der Wissenschaft glaubt.
2. Es erscheint aber nicht sinnvoll, dass man diese wissenschaftlichen Theorien über andere Meinungen stellt, z.B. religiösen Glauben, und dass man diese Theorien für zwangsläufig näher an der Wirklichkeit hält.

Denn sowohl der religiöse Glaube als auch die wissenschaftlichen Theorien fußen auf unbewiesenen Annahmen. Die Religion z.B. auf der Annahme, dass es in der Wirklichkeit einen Gott gibt, der wirkt. Die Wissenschaft z.B. auf der Annahme, dass unsere Wahrnehmung, die Wirklichkeit widerspiegelt. Beides ist noch nicht eindeutig bewiesen. Keine der Theorien ist zwangsläufig besser als die andere. (Und für die Leute, die es noch nicht kapiert haben und jetzt wieder damit ankommen wollen, dass die Wissenschaft auf Beobachtungen, usw. fußt: Das ist auf gut deutsch gesagt scheißegal, solange du nicht eindeutig und vollkommen zweifelsfrei die Annahme belegt hast, dass die Wahrnehmung die Wirklichkeit zeigt. Fällt diese Annahme, fällt nämlich auch alles nachfolgende, vollkommen unabhängig wie gut und sinnvoll die Methoden in dem hinteren Bereich sind)
 
Also halten wir mal fest: Man kann nichts beweisen, weil selbst der Beweis nicht zwangsläufig die Wahrheit sein muss, es gibt schlicht keine Gewissheit, sondern nur Abstufungen der Unwissenheit. Sie ist somit ein nicht erreichbares ideal, ähnlich wie eine Entropie von null. Okay.

Aber, um mal bei unserem niedlichen Beispiel zu bleiben von der flachen und runden Erde. Nehmen wir mal an, dass der Mensch allwissend ist. Der allwissende Mensch reduziert nun seine Wahrnehmung auf das Level eines normalen Menschen, wie er jetzt gerade zu diesem Moment aufm Klo sitzt oder Nachrichten schaut, vielleicht auch um die Erde kreist. Wenn er unter diesen Voraussetzungen nun die Erde als Kugel beobachtet und nicht als flache Scheibe, ist das dann die Wahrheit?
Die Krux an einem Konzept wie einer "Wahrheit" als Erklärung für Alles ist nun mal, dass sie alles erklären muss. Auch warum ein Beobachter unter den oben genannten Voraussetzungen eine runde Erde beobachtet und keine flache Erde. Unter diesen Voraussetzungen ist dann auch die Aussage, dass die Erde rund ist, wahr und dass die Erde flach ist, falsch. Es sind eben keine gleichwertigen Aussagen. Entweder das oder aber es gibt einfach keine Wahrheit, womit dann der praktische Aspekt zum tragen kommt und die Erklärung die Beste ist, welche wir nachvollziehen können.

2. Es erscheint aber nicht sinnvoll, dass man diese wissenschaftlichen Theorien über andere Meinungen stellt, z.B. religiösen Glauben, und dass man diese Theorien für zwangsläufig näher an der Wirklichkeit hält.

Nein, einfach nur nein. Der Glaube daran, dass Abflussreiniger den man Kindern per Einlauf in den Enddarm drückt (MMS-Therapie), ist jedenfalls keine Meinung die auf der gleichen Ebene steht wie die wissenschaftliche Beobachtung, dass Abflussreiniger den Darm nur reizt, bis hin zu nekrotischen Veränderungen des Darms.
So eines Aussage ist nicht sinnvoll, außer für Scharlatane die möglichst viel Geld machen wollen.
 
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