Ario Fera
Dark Side Adept
°°Imperial City – Obere Ebenen – Ruinen des Jedi-Tempels – ehemaliges Ratszimmer°° [Nergal, Ario, Tal'shia]
Der junge Adept war leicht überrascht, angesichts der Tatsache, dass Tal'shia bisher nie wirklich das Wort direkt an ihn gewandt hatte. Jetzt jedoch, versuchte sie ihm die Situation deutlich zu machen, den Schleier der Unwissenheit zu durchbrechen. Fast so, als wäre sie Nergals Vertretung. Ario nickte ihr dankend zu. Eigentlich lag es auf der Hand und es war wahrscheinlich so selbstverständlich, das es den wenigsten wiederum so bewusst war. Eine meuternde Masse, in der Größe der Bevölkerung von Coruscant könnte unvorstellbares ausrichten und erreichen. Ein Fakt gegen den Angst wohl eine der wirksamsten Waffen war.
So langsam stieg Ario in das Netzwerk der Politik, Imperium und Sith-Orden, sowie die Koordination zwischen diesen 'Institutionen' ein, zumindest glaubte er das. Zumindest hatte er nun verstanden, warum ihr vorhaben so wichtig war und welche Botschaft, welcher Sinn und Zweck dahinter steckte, natürlich die persönlichen Interessen eines jeden Sith außen vor gelassen.
Die drei Sith verließen den Ratsaal und ließen damit die noch an ihm haftende, ach so reine, Präsenz hinter sich. Sie nahmen den Weg, den sie gekommen waren und nach der recht offenen Unterhaltung im höchsten Punkt des ehemaligen Jedi-Tempels war nun wieder die Stille eingekehrt.
Im Zentrum des Gefangenenlagers angekommen gab der Inquisitor weitere Anweisungen, welche die letzten Vorbereitungen für die nächsten 3 Tage betrafen. Es ging dem Endspurt entgegen und die zuständigen Positionen sollten noch so viele Sympathisanten wie möglich aufspüren und in das Lager bringen. Hier kam es auf die Masse der Verräter an und nicht auf die schwere ihrer Schuld.
Die nächsten zweit Tage widmeten sich Meister und Schüler wieder dem Training. Die Schwerpunkte lagen verschieden, mal auf den körperlichen Fähigkeiten des Adepten, mal auf denen der Macht. In Übungskämpfen, die durch ihre Vielfalt und Routine ein Aufzählen unmöglich machten, erlangte Ario große Fortschritte im Umgang mit dem Lichtschwert und der direkten Anwendung des Djem So. Zeit war keine Größe, die in den vergangen Stunden von Bedeutung war, lediglich der Erfolg des Lernens und Verstehens zählte. Beinarbeit, Übersicht und vor Allem die korrekte Einschätzung des Gegners traten in den Vordergrund und immer wieder änderte Nergal seine Kampftaktiken, während der Adept auf ihn eindrang, oder umgekehrt, um Ario schmerzhafte Lektionen zu erteilen. Nachdem er zu oft nur knapp der schneidenden Klinge seines Meisters entkommen konnte, sorgten Faustschläge und Tritte dafür das er zu Boden ging und der Übungskampf eine kurze Pause nahm. Obwohl sich Ario der Überlegenheit seines Meisters bewusst war, gab es kein Aufgeben. Hier ging es nicht darum einen Sieg zu erringen, zumindest keinen, der auf dem Tod seines Meisters oder ähnlichem basierte.„Durch Stärke erlange ich Macht. Durch Macht erlange ich den Sieg. Der Sieg zerbricht meine Ketten.“ Dies war der einzige Sieg, den es zu erringen galt.
Arios Körper schmerzte vor Ermüdung und nur langsam konnte er sie mit Hilfe der Macht austreiben. Nergal hatte ihn bisher noch nie auf diese Weise gefordert. Wiedereinmal hatte Ario die Härte und Unnachgiebigkeit seines Meisters am eigenen Leib erfahren. Doch sein Ehrgeiz und seine Zielstrebigkeit, sowie Nergal selbst, ließen kein Versagen zu. Jeder schmerzhafte Treffer war eine Lektion gewesen.
Nun galt es seine Fähigkeiten der Macht zu verbessern. Ario sollte in den Geist seines Meisters eindringen und ihn, wenn möglich, beeinflussen. Der Adept versuchte die Erschöpfung seines Körpers aus seinem Geist auszublenden und sich völlig auf die Verbundenheit mit der Macht zu konzentrieren. Nergal strahlte, ein leuchtender Stern mit einem tiefschwarzen Kern. Ario streckte seine Fühler in der Macht aus und sie näherten sich langsam seinem Meister. Sie tasteten durch die Luft bist sie bei dem Inquisitor ankamen und ihn einkreisten. Ario ging mit bedacht vor, sein Meister war in solchen Momenten schwer einzuschätzen, womöglich hatte er noch eine zusätzliche Lektion geplant, von der Ario nichts ahnte. Dennoch fokussierte er seine Gedanken auf den Geist Nergals und seine Fühler tasteten an der Verteidigung entlang und wichen abmessend immer wieder zurück. Mit einem geistigen Befehl jagte er sie alle auf eine Stelle. Die eben noch wankend wirkende geistige Verteidigung des Inquisitors war binnen eines Augenschlags zu einem glasklaren Diamanten verhärtet. Die Attacke prallte ab und endete wirkungslos. Wieder umkreisten Arios Fühler den Geist seines Meisters, doch dieser hatte seine Abschirmung vollendet. Es war als würde eine wertvolle Frucht, eingeschlossen in einen Diamanten und von Durastahlplatten umringt darauf warten verspeist zu werden. Ein für Ario unüberwindbares Hindernis. Nichtsdestotrotz startete er einen erneuten Angriff um die Verteidigungslinie seines Meister zu durchbrechen. Kurz bevor die Fühler den kalten und durchsichtigen Diamanten erreichten, erkannte Ario die List seines Meister und schon plagte ihn ein stechender Schmerz im Kopf, welcher ihn zu Boden zwang. So schnell er gekommen war, verschwand er auch wieder und Nergal erklärte dem Adepten, niemals, welche Anstrengungen auch vollbracht werden mussten, niemals seine eigene Verteidigung aufzugeben. Schon gar nicht im Kampf gegen einen Machtnutzer, es wäre sein Todesurteil. Ario hatte sich so auf seine unlösbare Aufgabe fokussiert, dass seine eigene geistige Abschirmung zu bröckeln begann. Natürlich war der Inquisitor auch sonst in der Lage zu Arios Geist durchzudringen: Doch so hatte der Adept jedem Machtnutzer die Möglichkeit geboten ihn binnen kürzester Zeit zu bezwingen.
Nach weiteren vergeblichen Versuchen, zu Nergals mit Diamant umgebenen Geist durchzudringen fanden sich Meister und Schüler erneut in einem Schlagabtausch wieder. Mit jedem Schwerthieb und jeglicher Nutzung der Macht, hatte der Inqiusitor seine Überlegenheit unterstrichen. Oft endeten Schwertsequenzen bevor sie überhaupt begonnen hatten und Nergal gönnte Ario keine Minute Pause. Erneut stürmte Ario auf seinen Meister los, bereit ihn mit all seinem Können und seiner Kraft einzudecken, musste jedoch erneut aus dem Angriff in die Verteidigung übergehen um nicht aufgespießt zu werden und er konnte nicht umhin zu bemerken, das Nergal das Inquisitorschwert mit einer Leichtigkeit führte, die einen glauben ließ es hätte das Gewicht eines Lichtschwertes. Der Inquisitor sprang in die Luft und landete auf der Empore des Saals, welchen Meister und Schüler als Trainingssaal nutzten. Ario wusste, sobald sich sein Meister auf eine derartige Distanz von ihm entfernte, verhieß dies nie etwas gutes. Wie zur Antwort erhoben sich mit den Worten Nergals zwei Jedistatuen vor ihm und schossen auf ihn zu. Ario war nicht in Höchstform, denn die letzten zwei Tage Training hatten ihren Tribut gefordert und seine ermüdeten Muskeln reagierten leicht verzögert auf seine Anweisungen. Er warf sich mit aller Kraft nach hinten um den zwei Geschossen auszuweichen. Er kam auf dem Rücken auf, stieß sich mit den Armen zu einer rückwärts Rolle empor um festzustellen, dass es sich nicht um zwei sondern 4 Geschosse handelte. Hinter ihm flogen ebenfalls zwei Statuen auf ihn zu, die ihn alsbald erreichen würden. Im letzten Moment stieß er der Linken einen Machtstoß entgegen, nutze den daraus gewonnen Schwung und drehte sich in die Flugbahn der linken Statue, welche wie ein trotziger Stein zu Boden fiel. Noch in der Drehung erreichte ihn jedoch die dritte Statue, prallte gegen seine linke Schulter. ließ ihn wirbelnd durch die Luft fliegen und hart auf dem Boden des Saals aufschlagen, während sie mit den zwei Statuen, die von vorne auf ihn zugeschossen waren, zusammen krachte und in mehrere Brocken zerbrach. Ario war dem Tod nur knapp entgangen und ihm war durch den harten Aufprall schwarz vor Augen geworden. Als er sein Sehvermögen zurück erlangte, schrie er kurz auf, um anschließend den Drang gegen den Schmerz in seiner Schulter an zu schreien zu unterdrücken. Der Schulter war ausgekugelt und wahrscheinlich auch ein paar seiner Rippen geprellt. Noch nie hatte er eine Lektion der Art schmerzvoll lernen müssen, doch umso besser würde sie sich in sein Gedächtnis brennen. Nergal packte Arios linken Arm. Mit einem Ruck zerrte er daran, sodass Ario wieder auf den Beinen stand und sein Arm knackend in das Gelenk sprang, wobei sich Arios Gesicht vor Schmerz verzerrte und anschließender Erleichterung wich. Das körperliche Training war für den zweiten Tag abgeschlossen und Nergal richtete ein paar abschließende Worte an seinen Schüler.
Einer der Sanitätsdroiden, welche im Tempel stationiert waren, damit ihnen die Gefangen nicht vor dem eigentlichen Spektakel weg starben, hatte Arios Schulter und Rippen untersucht und keine ernsthafte bzw. dauerhafte Schäden feststellen können. Sein Muskulatur war leicht angeschlagen, aber dies würde im Laufe der nächsten Tage von alleine abheilen. Anschließend hatte Nergal eine weitere Aufgabe für ihn. Ario sollte sich mit einem der Sympathisanten unterhalten und ihm Informationen entlocken und zwar auf die Art und Weise, die bei seinem Mentor kläglich gescheitert war: Geistige Manipulation.
Als er sich dem Gefangenenlager näherte wurde er bereits von einem der Offiziere erwartet.
„Lord Nergal ließ uns informieren, dass sein Schüler auf dem Weg hier her ist um für ihn Informationen zu beschaffen.“während er eine kleine Verbeugung ausführte und Ario anwies ihm zu folgen.
Die Zielperson ist einer der Organisatoren, zwischen dem Widerstand und Sympathisanten. Wahrscheinlich einer der höchsten in ihrer Rangordnung, nachdem der Schlange durch die Hinrichtung der Kopf abgeschlagen wurde. Er ließ sich bis jetzt nicht zum reden bewegen und wir haben Grund zur Annahme, dass er Informationen über eine große, versteckte Versammlung weiterer Sympathisanten hat.“
„Dann werde ich versuchen diese Informationen für sie zu beschaffen.“
Mehr gab es für Ario nicht zu besprechen und er hatte sich noch nicht ganz an seine Rolle gewöhnt, als Instrument des Inquisitors zu handeln und zu sprechen. Eine Verantwortung und Autorität, die er vorher nie kannte. Daher wusste der Adept nicht genau, wie er damit umgehen sollte. Dies war der erste Auftrag den er öffentlich für seinen Meister ausführte. Obwohl er seiner Zeit auf Coruscant mehr als selbständig genug war, hatte er sich ein wenig daran gewöhnt im Schatten seines Meisters zu stehen und nicht selbst Autorität aus zu strahlen. Nun würde sich dies wohl langsam ändern.
Ario und der Offizier schritten durch das Lager und er konnte spüren, wie ihn die Blicke verfolgten. Ebenso roch er die Angst der Gefangenen in der Luft. Sie schritten durch eine Tür, die von zwei Soldaten gesichert wurde und verschwanden in dem dahinter wartenden Gang. Hier waren mehrere Einzelzellen eingerichtet worden und es folgte Tür nach Tür auf beiden Seiten. Vor der letzten Zelle blieb der Offizier stehen, entsicherte die Tür durch seine Autorisierung und wies hinein.
„Lassen sie uns alleine.“antwortete der Adept auf die Anweisung des Offiziers, während er an ihm vorbei in die Zelle schritt. Eine kleine Verbeugung folgte und der Offizier kehrte zu den Wachen an der Tür zum Zellenbereich zurück um dort auf ihn zu warten. Ario trat in das schale Licht der Zelle, als der Gefangene den Kopf hob um seufzend seinen neuen Besucher zu begrüßen. Doch anstatt einen der Soldaten oder Offiziere vor zu finden, stand dort nun eine Gestalt, völlig in schwarz Gehüllt. Kein Gesichtszug war zu erkennen und der Gefangene wusste was ihn erwarten würde. Ario sah es in seinen Augen.
°°Imperial City – Obere Ebenen – Ruinen des Jedi-Tempels – improvisierter Zellenbereich – Einzelzelle°° [Ario mit einem gefangenen Sympathisanten]