Nal Hutta, Nar Shaddaa (Y'Toub-System)

OuterRim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Schattenstadt ||Richtung: Appartment 23C || Pumpkin, NPC's (Droiden von Pumpkin)

Schon auf dem Weg zu Pumpkin's Büro, notierte er sich alle relevanten Informationen, die sein Sekretärdroide des 'Bounty Hunter Inc.'-Büros benötigen würde, um einen Attentäter anzuheuern und dann das Ziel – den Programmierer des Hologramms von 'Osric Jaeger'- identifizieren zu können. Als der HK-Droide im Büro ankam, überreichte er alle zusammengetragenen Informationen an den Sekretärdroiden, samt Ton- und Bildaufnahmen mit dem Programmierer, worauf er dem Sekretärdroiden auch mitteilte, dass dieser dem Attentäter mitteilen solle, dass der Mord an den Programmierer schnellst möglichst durchgeführt werden sollte, aber aussehen sollte, wie ein Unfall. Wenn dieser noch mögliche Sicherungsdateien und -kopien zerstören würde, wäre das super, sollte aber im Preis mit drin sein.

Kaum waren alle Daten übermittelt, wartete der HK-Droide auf seine'Abholung', in Form des HS-14-Hoverskiffs, den ein DUM-Droide steuerte. Sobald die Nachricht ankam, dass das Skiff ankam, aktivierte der HK-Droide die ASP-Arbeitsdroiden, ließ die große Kiste aus den Räumlichkeiten zum Skiff transportieren, während der HK-Droide noch mitteilte, dass eine 'Lucy' die Kontaktdaten des Büros habe und er jetzt auf den Weg gen Schattenstadt, zu einem Appartment-Komplex wäre, um die Lieferung direkt abzugeben. Sollte sich besagte 'Lucy' im Büro melden, sollte das Büro sie direkt zu ihm durchstellen.

Kaum war alles Nötige mitgeteilt, bestieg auch der orange HK-Droide das Skiff und blickte auf die schlichte Kiste, die am Kopf- und Fußende von den ASP-Arbeitsdroiden umringt war. Pumpkin gab den Befehl, die Schattenstadt anzusteuern, worauf sich die Motoren lauthals meldeten und das Skiff in die Luft erhoben.

Es dauerte eine Weile, bis das Skiff in der Schattenstadt ankam. Im üblichen Berufs- und Warenverkehr des Schmugglermonds, bewegte sich das HS-14-Hoverskliff – wie diverse andere Transportschiffe, wie Blutzellen in menschlichen Adern – durch die Häuserschluchten. Der HK-Droide setzte sich am hinteren Rand – mit seinem Blasterkarabiner – auf den Boden des Skiffs und sicherte die Umgebung. Für ihn war die Lieferung und der Auftrag wichtig, auch wenn er nicht wusste, was er da eigentlich transportierte. Eine Leiche? Einen Atomsprengkopf? Waffen? Unwichtig. Auftrag war Auftrag.

Als das Skiff schlussendlich in die Schattenstadt flog, schaute sich der HK-Droide genau um und erkannte diverse Rassen. Es wirkte zusehends wie ein Gefängnis-Trakt und er musste sich eingestehen – wenn er auch den einen oder anderen Stadtteil kannte – so einfach hier rein und später raus, würde er nicht kommen. Er wies den DUM-Droiden an, an einer eher weniger offensichtlichen Stelle zu landen und kam an einem Checkpoint an, den es erstmal zu überwinden galt. Das Skiff landete vor einem Tor, worauf der HK-Droide das Skiff verließ, seine Waffe aber im Skiff versteckt zurückließ. Er ging auf den'Türwärter' zu und redete mit diesem recht lange, der ihn – nur logisch und verständlich – vertreiben wollte. Der Droide brauchte sehr viel Überzeugungskraft – sei es argumentativ oder finanzielle Mittel – um sich Eintritt zu verschaffen. Dieser Bereich wurde von den Hutten teuer bezahlt, damit sie imperiale Gefangene beherbergen. Als diese Hürde überwunden war, kehrte der orange Droide auf sein Skiff zurück, worauf sich das Tor öffnete und das Skiff in die Schattenstadt flog. Wiederum dauerte es einige Minuten, bis das Skiff am richtigen Ort ankam. Der Droide war äußerst wachsam und hielt seinen Blaster bereit, aber verborgen, um die Ware zu beschützen.

Der orange Droide – sofern ihn fremde Augen nicht schon entdeckt hätten– sprintete zum Eingang des Gebäudekomplexes, suchte eine Klingelanlage und suchte die Nummer: '23C', worauf er die Klingelanlage betätigte. Sollte jemand herangehen, würde er einfach sagen, dass er eine Lieferung für 'Lucy' hätte. Sollte sich binnen 60 Sekunden niemand melden, würde er zum Skiff zurückgehen und dies in eine Seitengasse 'verstecken' und auf Lucy warten, sofern diese überhaupt sich an besagter Adresse begeben würde.

OuterRim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Schattenstadt || VorGebäudekomplex und Appartment 23C || Pumpkin, NPC's (Droiden vonPumpkin), Lucy Dent, NPCs​
 
Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Schattenstadt || Appartment 23C || Lucy Dent, Etara diverse NPC


Etara fauchte gerade einen der Slicer an als Lucy eintrat.

„Findet Sie endlich!“

Dann drehte Sie sich zu Lucy um, hörte Ihr zu und nickte dann.

„Alles gut Süße. Ich empfange den Droiden gerne, er hat mittlerweile einen Ruf in der Organisation. Ein ziemliches Militärgenie, aber was sollte man von einem Attentäterdroiden auch anderes erwarten.
Wir holen ihn unten ab, wenn er eintrifft. Gut gemacht.
Ich hab nie erwartet, dass er Dir die Ladung übergibt, er hat den klaren Auftrag es mir zu bringen. Wenn Du an Seiner Stelle gewesen wärst, hättest Du vermutlich ähnlich gehandelt, oder?“


Sie grinste als wäre nichts passiert.

„Jetzt nimm Dir erst mal was zu trinken, dann warten wir auf Pumpkin, Silas und den Rest.“

Sie sah besorgt zu dem Slicer, den Sie angefaucht hatte und murmelte:

„Wird schon alles…. Wird schon nicht schiefgehen….“

Kurz darauf klingelte es und die Kameras zeigten den orangenen Droiden.

„Dann mal auf…“

Etara deutete Lucy Ihr zu folgen und ging nach unten um die Tür zu öffnen.

Sie blickte neugierig in die Rezeptoren des Droiden vor Ihr und lächelte.


„Pumpkin nehme ich an, ich bin Ad'ika Toshe'tara'narada, freut mich den Schrecken der Yevethaner einmal persönlich kennenzulernen. Komm rein. Lucy hast Du ja schon kennengelernt.
Ich würde Dir ja was zu trinken anbieten, aber ich fürchte ich habe nichts Passendes da. Kann ich Dir irgendwas bringen lassen oder besorgen?“


Sie winkte 2 kräftige Niktos bei.

„Die 2 hier kümmern sich um die Lieferung.“



Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Schattenstadt || Appartment 23C || Lucy Dent, Etara, Pumpkin diverse NPC
 
[Nar Shaddaa |Schattenstadt | auf der Straße ] Spectre, Passanten



Spectre sah sich um. Ihr Gefühl sagt Ihr deutlich, dass Sie verfolgt wurde. Das war schlecht, in Ihrem Zustand konnte sie sich sicher sein, dass ein Entkommen wenig Aussicht auf Erfolg haben würde. Ob die Hutten Sie bemerkt und gefunden hatten? Wahrscheinlich… eine der üblichen Gangs hier hätte Sie wohl direkt gestellt. Also blieb nur der Worst-Case-Fall. Sie fluchte leise, während Ihre Gedanken rasten und sie sich das eintrainierte ISB-Protokoll für solche Fälle in Erinnerung rief.
Was sie selbst betraf, musste Sie abwarten, aber die Nightstinger durfte nicht in die falschen Hände fallen. Und die Hutten waren auf jeden Fall die falschen Hände.

Sie huschte aus den Nebengassen auf eine der Hauptstraßen, dann wieder durch Nebengassen. Irgendwann zwischendurch griff Sie sich einen Mantel von einer Wäscheleine und warf diesen über. Es half nicht viel, Chiss fielen hier leider, wie fast überall, auf.
Sie dachte bereits darüber nach den Selbstzerstörungszünder des Koffers zu nutzen, um die Nightstinger zu vernichten. Aber sie wollte nicht aufgeben. Vielleicht würde Sie es schaffen zu entkommen…. Etara wiederzusehen… Hoffnung keimte auf und stärkte sie auf eine Art, die sie nicht kannte.

Sie hetzte weiter durch Nebengassen und bewegte sich mit der Masse auf den Hauptstraßen. Dann sah Sie das kleine Holoschild des Paketdienstes. Sie betrat den Laden. Ein Droide unbekannter Bauart begrüßte Sie höflich.


„Einen angenehmen Tag, willkommen bei Perro-Pakete, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“

„Ich möchte ein Paket versenden, brauche aber auch eine Verpackung. Liefern Sie auch Galaxieweit?“

„Leider nein, lediglich Nar Shadda und Nal Hutta. Verpackungen können, je nach Größe, erworben werden.“

„Hmm.. gut, das muss reichen.“

Sie legte den Rucksack ab, in dem sich der versiegelte Koffer der Nightstinger befand. Und holte den Koffer heraus.

„Dieser Koffer, an folgende Adresse…“



Etwa 5 min später verlies Sie den kleinen Laden mit dem Rucksack voller Füllmaterial. Das Paket war teuer gewesen, immerhin eine Eilzustellung. Dass es abgefangen werden konnte war also unwahrscheinlich. Mit dem Einstieg in die Martima hatte Sie Kontakte bekommen, über die man Dinge versendet konnte. Normalerweise Beweise für erledigte Aufträge, falls gefordert. Am Ende würde das Paket auf The Wheel landen… vermutlich.
Sie würde es mit Glück herausfinden.

Sie wandte sich wieder nach links in die nächste Seitengasse und hetzte weiter.




[Nar Shaddaa |Schattenstadt | auf der Straße ] Spectre, Passanten
 
OuterRim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Schattenstadt || VorGebäudekomplex und Appartment 23C || Pumpkin, NPC's (Droiden von Pumpkin), Lucy Dent, NPCs

Es dauerte, bis eine Resonanz auf Pumpkin's Klingeln kam. Er war schon dabei, sich umzudrehen, als sich hinter ihm die Tür öffnete. Wachsam, mit roten Photorezeptoren, schnellte sein Kopf herum, genauso ein Teil seiner Körperhaltung. Er war schon wieder die erste Stufe heruntergegangen, als eine Chiss ihn anlächelte.​

Pumpkin nehme ich an, ich bin Ad'ika Toshe'tara'narada, freut mich den Schrecken der Yevethaner einmal persönlich kennenzulernen. Komm rein. Lucy hast Du ja schon kennengelernt.
Ich würde Dir ja was zu trinken anbieten, aber ich fürchte, ich habe nichts Passendes da. Kann ich Dir irgendwas bringen lassen oder besorgen?“


Etara kam zügig zur Sache, zumindest wenn es um die Identifikation der Personen ging. Pumpkin's starren, roten Photorezeptoren schauten kurz an Etara vorbei, erkannte Lucy, worauf zeitgleich Pumpkin's Photorezeptoren in ein warmes Orange wechselten. Die Kampfhaltung des HK-Droide wurde entspannter und während er sich Etara widmete, hörte er, wie sie ihn den 'Schrecken der Yevethaner' nannte.

"Freundliche Begrüßung: Hallo, Ad'ika."


Begrüßte er sie aus Respekt. Immerhin war sie ein Rang höher als er. Oder zwei oder drei?

"Bestätigende Aussage: Richtig, ich bin Pumpkin."


Er bestieg die letzte Stufe, um auf der gleichen Ebene wie Etara und Lucy zu sein, schaute gen Skiff, worauf er den ASP-Droiden zuwinkte, die daraufhin die Kiste vom Skiff entluden. Eher beiläufig, kommentierte er auf den Titel, den – wer auch immer – ihm gegeben wurde:

"Verwunderte Wiederholung: 'Schrecken der Yevethaner'?! Kommentar: Gefällt mir."


Auf den Verweis auf Lucy's Anwesenheit, reagierte der Droide nicht. Er hatte sie bemerkt, das reichte. Auf das Angebot, ihm etwas zu Trinken anzubieten oder etwas zu bringen, was er wollte, hob er nur entwaffnend die Hand und schüttelte den Kopf.

"Kommentar: Nein, Danke. Anmerkung: Die Lieferung gilt damit als 'ausgeliefert'."


Recht sachlich, fast 'herzlos', klärte er erst das förmliche und wirkte –typisch Droide – recht steif, stoisch und emotionslos. Während die zwei Niktos die 2x1x1m große Kiste entgegennahmen, betrat der Droide – mit allen – das Haus und das Apartment.

"Mitteilung: Es gibt ein paar Details zu besprechen sind."
,

teaserte der orange Droide an. Immerhin wurde er nicht nur als 'Laufjunge' oder Paketbote hergeschickt, sondern auch als 'Augen und Ohren' von Nerra Towani. Doch was noch keiner der Anwesenden ahnte, war der Inhalt der Lieferung, speziell der Inhalt des Data-PADDs in der Kiste.

Sowohl die angelieferte Kiste, als auch Lucy, Etara, Pumpkin und die restlichen Gestalten, kehrten ins Apartment zurück, worauf der HK-Droide den Kommentar äußerte:

"Anmerkung: Es ist mir eine Freude, alte und neue Kontakte zu sehen und knüpfen zu können. Wir sollten die Kontaktdaten austauschen. Kommentar: Immerhin sind wir ... 'Geschäftspartner'."


Es klang seltsam aus der Sprachbox des Droiden, als 'Geschäftspartner' bezeichnet zu werden, weil dies impliziert, dass sowohl der Droide – der üblicherweise rechtlos als Sache gilt – als auch die Organischen, gleichgestellt wären. Als sie im Apartment ankamen, wurde die schwere Kiste auf den Boden abgestellt und geöffnet. Zusehen war, dass jeder Kubikmillimeter der Kiste ausgenutzt wurde, um drei Repetierblaster zu verstauen, dann drei Granaten, eine kleine Box (mit 10.000 Credits darin), zwei Zielfernrohre, einen Granatwerfer als Unterbauaufsatz und ein PADD mit einer Botschaft für Etara persönlich.

"An Ad'ika Toshe'tara'narada,
ich habe gehört, die Luft auf Nar Shaddaa ist etwas dicker geworden. Ich dachte mir, dass die kleinen Spielzeuge Dir vielleicht helfen, 'Luftlöcher' zu schaffen, damit unsere Familie entspannter durchatmen kann. Natürlich mit ein bisschen 'Taschengeld'. Verwende die Mittel nach Gutdünken, ich schenke sie Dir.

Doch was viel wichtiger ist, ist - hoffentlich - der orange HK-Droide vor Dir. Lass Dich von seiner Art nicht abschrecken. Er schuldet mir noch eine Menge Geld und ist auch so ein gutes Instrument. Er wird zwar meine Augen und Ohren auf Nar Shaddaa sein, aber wenn Du Arbeit für ihn hast, setze ihn frei ein, wie Du willst. Er wird - hoffentlich so wie mir - dir gute Dienste erweisen.

Gezeichnet - Nerra Sival Towani."

Der Inhalt der Lieferung interessierte den HK-Droide nur tertiär. Es war zwar nett zu wissen, was er da beschützte, aber es hätte auch etwas anderes sein können. Dass es ihm wenig interessierte, lag einfach daran, weil es nicht seins war. Was auf dem PADD stand, geschweige in der kleinen Box, wusste der HK-Droide nicht und interessierte sich auch nicht dafür. Er war hier, als Towani ihn damit beauftragt hatte und war nun die 'Augen und Ohren' des Fleischsackes Towani.

OuterRim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Schattenstadt|| Vor Gebäudekomplex und Appartment 23C || Pumpkin, Lucy Dent, Etara, NPCs​
 
Nar Shaddaa / Julios Palast / Sam, Nevis

Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Sam war froh, dass sie an Handschuhe gedacht hatte, da ihre schwitzigen Hände sonst womöglich vom Blaster geglitten wären, der sie gerade mehrere Meter eine Häuserwand hochzog. Wenn jetzt ein Schütze auf sie aufmerksam wurde, dann war es das. Krampfhaft hielt sie sich fest und hoffte, dass sie bald den ersten Vorsprung erreicht hatten. Doch zu ihrer Erleichterung kamen sie ohne Zwischenfälle an. Sam löste das alte Kabel ab und vermied es dabei, nach unten zu schauen. Immerhin stand sie in schwindelerregender Höhe auf irgendeinem kleinem Sims.

"Pass auf, wo du hintrittst", murrte sie leise mehr zu sich selbst als zu Nevis, die tapfer mit Sam mithielt. Bevor sie den zweiten Abschnitt angingen, war es jedoch an der Zeit, dass Paul sein Ablenkungsmanöver startete. Sie zog ihr ComLink. "Kumpel, hörst du mich? Leg los." Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis sie das Blasterfeuer hören konnte, das irgendwo unter ihr erwachte. Hoffentlich wusste der Droide, was er da tat und ging keine unnötigen Risiken ein. Dann fielen die ersten Tropfen. Sam sah nach oben und spürte den einsetzenden Regen im Gesicht. Das hatte gerade noch gefehlt. Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht, nickte Nevis zu und legte den Blaster an. Wieder ein leises Surren, dann verlor sie den Boden unter den Füßen. Schließlich standen sie auf der Landeplattform vor der Werkstatt. Die Tore waren geöffnet. Der Regen wurde stärker und prasselte auf das kalte Durastahl des Gebäudes.

"Halte dich bedeckt und gib mir Rückendeckung, verstanden?"

Ohne auf eine Antwort zu warten, betrat Sam die Werkstatt. Die Luft war dick von Ozon und altem Schmieröl. Sam trat mit nassen Stiefeln und schweren Schultern über die Schwelle. Sie sog die vertrauten Gerüche ein, als könnte sie darin etwas von früher finden. Etwas, das sie verloren hatte. Aber da war nichts – nur Dreck, Rost und der Geschmack von Verrat. Die Werkstatt selbst hatte sich über die letzten Monate hinweg kaum verändert. Halb zerlegte Bikes, funkelnde Lichtbögen in den Ecken, das dumpfe Summen von Energie. Sie kannte jeden Winkel hier. Sie konnte blind durch dieses Labyrinth aus Metall und Erinnerung laufen. Und trotzdem war heute alles fremd. Sie ging langsam, Schritt für Schritt, zwischen Speederbikes und rostigen Ersatzteilen hindurch. Ihre rechte Hand ruhte auf ihrem Blaster an der Hüfte, locker, aber bereit.

„Du hast dir Zeit gelassen“, sagte plötzlich eine Stimme aus dem Schatten. Julio. Ihr Ziehvater trat nur wenige Meter von ihr entfernt ins flackernde Licht. Die konfliktreichen Monate hatten ihn nicht verschont, aber sie hatten ihn auch nicht gebrochen. Breite Schultern, fettige Haare und in seinem Gesicht diese Mischung aus Abgeklärtheit und Bedauern, die man nur in den Slums lernte. Der Blaster in seiner Hand war nicht auf sie gerichtet, aber sie bemerkte sofort seinen entschlossenen Griff um die Waffe. Sam blieb stehen, drei Meter entfernt. Genau die richtige Distanz. Nah genug für einen klaren Schuss. Weit genug für ein paar letzte Worte.

"Die Hutten waren nicht so leicht zu überzeugen, gegen dich in den Krieg zu ziehen."

Ein kurzes, schiefes Grinsen flackerte in seinem Gesicht auf.

"Dann habe ich dir dieses Chaos zu verdanken? Ich muss zugeben, dass du mich stolz gemacht hast. Du bist zielstrebig, warst du schon immer. Um mich zur Strecke zu bringen, hast du ganz Nar Shaddaa in Brand gesteckt. Und, war es das wert?"

Sam versuchte sich umzuschauen, ohne Julio dabei aus den Augen zu lassen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er alleine hier oben war, trotz des Ablenkungsmanövers. Doch die Werkstatt war unübersichtlich, es gab viele dunkle Ecken. Hoffentlich hatte Nevis ein Auge darauf.

"Du hast mir das beigebracht. Aber was es heißt, verraten zu werden, das hast du mir nie erklärt."

Julios Miene verhärtete sich.

„Ich hab dir ein Zuhause gegeben. Du warst ein Straßenkind, Sam. Ein hungriger Schatten mit Dreck im Gesicht. Ich hab dir Essen gegeben, ein Zuhause. Und dann wolltest du... zur Black Sun.“

Die Enttäuschung war deutlich in seiner Stimme zu hören und sie brach Sam das Herz.

„Ich wollte frei sein“, versuchte sie zu erklären. „Nicht für immer in deiner Werkstatt kauern, während die halbe Galaxis an mir vorbeizieht. Ich wollte meinen eigenen Weg gehen. Und du konntest das nicht ertragen!“

„Frei?“
Julio spuckte das Wort aus wie Gift. „Du wolltest für diese Mörder arbeiten. Diese Schlächter. Ich hab dir beigebracht, wie man überlebt – nicht wie man ein Werkzeug von Monstern wird.“

„Und du hast deswegen mein Schiff in die Luft gejagt?“
Ihre Stimme wurde lauter. „Mich jagen lassen wie ein Tier?!“

Da brach ihre Stimme für einen Moment. Etwas zog sich in ihr zusammen, schwer und heiß, wie eine alte Verletzung, die nie ganz verheilt war. Sie hatte Julio geliebt – nicht mit großen Gesten oder Worten, sondern in dieser stillen, unerbittlichen Art, wie man jemandem vertraut, weil man nichts anderes kennt. Er war ihr Halt gewesen. Und dann hatte er sie fallen lassen.

„Ich sah keine andere Wahl“, sagte Julio. Seine Stimme klang müde. Nicht reumütig – nur erschöpft von der Wahrheit. „Du warst nicht mehr meine Schülerin. Nicht mehr meine... Tochter.“

Plötzlich wurde Sam etwas klar. Die Erkenntnis traf sie so überraschend, dass sie kurz Angst hatte, dass sie das Gleichgewicht verlieren könnte.

„Ich war nie deine Tochter, Julio. Ich war dein Projekt, nicht wahr? Ein Investment.“

Unweigerlich musste sie an Nevis denken. Wie sie die Kleine bei sich aufgenommen hatte, wie sie das Kind behandelt hatte. Was sie alles zu ihr gesagt hatte. Sam hatte mit ihr das selbe getan. Nevis war ihr Projekt, ihr Investment. Sie war kein Stück besser als Julio. Mit dieser schockierenden Erkenntnis zog sie langsam ihren Blaster. Es war Zeit, das alles zu beenden. All das Gewicht ihrer Gefühle war in diesem einen Moment gefroren. Ihre Hände waren ruhig, aber innen... innen tobte es. Bilder flackerten auf – die Kindheit in dieser Werkstatt, das erste Mal, als sie eine Waffe halten durfte, der erste Diebstahl, bei dem Julio sie lobte statt schimpfte. Das Lachen. Der Stolz in seinen Augen. Die Wärme.
Alles erstickt in Flammen, als ihr Schiff explodierte.

Ein Moment war Stille. Sie standen sich mit gezogenen Waffen gegenüber. Julio bewegte sich zuerst. Er war schnell, wie früher, und jemand der ihn schlechter kannte hätte sich womöglich aufgrund seines Alters und seines Aussehen davon überrumpeln lassen. Doch Sam kannte ihn gut. Und Sam war schneller. Ein einzelner Schuss durchzuckte die Luft. Julio taumelte mit einem rauchenden Loch in der Brust zurück. Seine Finger krallten sich in die Kante eines alten Arbeitstisches. Er spuckte Blut und sackte zusammen. Sofort konnte sie aufgeregte Stimmen hören. Blasterblitze zuckten an ihr vorbei und sie sprang in Deckung. Sie wollte Erleichterung fühlen. Genugtuung. Doch da war nur Leere. Kein Triumph. Nur ein Loch, wo einmal etwas wie Familie gewesen war.

Geduckt und halbherzig das Feuer erwidernd eilte sie zu Julio. Doch als sie ihn erreichte, war er bereits tot. Sam konnte nicht wegsehen. In ihren Augen brannte keine Wut mehr – nur der stille, trockene Schmerz einer verlorenen Kindheit. Dann fiel ihr Blick auf den Holo-Emitter in seiner leblosen, halb geöffneten Hand. Sie nahm ihn, musterte ihn kurz, dann aktivierte sie ihn. Ein Standbild aus der Vergangenheit: Julio, jung, grinsend, mit ölverschmiertem Overall, den Arm um ein kleines Mädchen gelegt. Sam, vielleicht acht Jahre alt, mit leuchtenden Augen und öligen Fingern, die stolz einen Hydrospanner hielten. Sie deaktivierte es wieder. Sam blieb noch einen Moment. Schaute auf ihn herab, auf den Mann, der sie gelehrt hatte zu kämpfen, zu lügen, zu überleben – und zu hassen. Dann richtete sie sich wieder auf und eröffnete das Feuer auf die Angreifer.


Nar Shaddaa / Julios Palast / Sam, Nevis, Julios Schläger
 
Zurück
Oben