Weltraum (Neue Republik)

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Sie wurden dir genommen.
Die Wahrheit hallte in ihm nach wie das ferne Echo eines Schreis. Seine Familie, seine Kampfgefährten – sie waren nicht einfach gestorben. Sie waren ihm entrissen worden, geraubt von der unaufhaltsamen Gewalt des Imperiums. Er ehrte sie mit jeder Technik, die er anwandte, mit jedem Moment, in dem er etwas nutzte, das sie ihm beigebracht hatten. Doch es war kein Trost. Nicht wirklich. Er löffelte daher einfach seinen Eintopf weiter, ohne auf die Belehrung seiner Meisterin weiter einzugehen.

Die Meditation begann in Stille. Er hatte in sie hineingeführt, und nun flüsterte die Macht zwischen ihnen, ein leiser Strom, der um ihre Gedanken kreiste, sich mit ihrem Atem verwob. Ferak spürte behutsam, wie Juna sich öffnete – zögernd, aber entschlossen. Er konnte es sehen, nicht mit den Augen, sondern mit jenem tiefen Empfinden, das über das Physische hinausging.
Ihr Licht – einst schwach und von Schatten bedrängt – begann sich zu verändern. Die Dunkelheit wich zurück, nicht durch Kampf, nicht durch Zwang, sondern weil sich etwas Neues darum legte. Eine Hülle, schützend und sanft. Eine Knospe, die ihr Licht barg, es vor dem gierigen Dunkel verbarg, doch nicht erstickte. Durch feine Risse in dieser Schale drang das Leuchten hindurch, schwach, aber unaufhaltsam.

Sahras Stimme erhob sich in der Stille. "Der Jedi-Kodex besagt: Es gibt keinen Tod – nur die Macht." Ihre Worte waren ruhig, getragen von tiefer Überzeugung. Sie schienen nicht nur an Juna und ihn gerichtet, sondern an die Macht selbst, an etwas Zeitloses. "Wir ermöglichen der Macht, wahrzunehmen, zu lernen, zu reifen. Aber wir sind letzten Endes nicht mehr und nicht weniger als ihre Sinnesorgane..." Etwas in Ferak sträubte sich. Die Meditation war ein Fluss, doch er spürte den Sog einer Strömung, die ihn fortzog.

Die Luft veränderte sich. Plötzlich war da Hitze. Nicht die angenehme Wärme des Sommers, sondern die erbarmungslose Glut eines verbrannten Schlachtfelds. Der trockene Boden unter seinen Knien, spröde und heiß. Die von Säure geschwängerte Luft, durchtränkt mit dem Geruch von Rauch und geschmolzenem Metall. Der Wind trug Asche mit sich, ließ sie wie verglühende Funken in der Dunkelheit tanzen. Und dann – Schreie. Blasterfeuer, grell und tödlich. Sturmtruppen, ihre Rüstungen geisterhaft im wirbelnden Staub. Seine Kameraden, überrumpelt, unbewaffnet, führten improvisierte Waffen aus Trümmern und Messern. Ein aussichtsloser Kampf. Ein Massaker. Er wollte sich bewegen. Helfen. Doch sein Körper gehorchte ihm nicht.

Und dann spürte er es. Etwas lauerte in der Finsternis. Kein Feind aus Fleisch und Blut – etwas anderes. Eine Präsenz, die ihm kalt den Nacken hinaufkroch, die ihn kannte. Sie flüsterte nicht, sie musste nicht. Sie war immer da gewesen. Der Nebel verdichtete sich, wurde schwer und lebendig. Und dann trat er daraus hervor. Eine Gestalt, gehüllt in dunklen Panzer, massig und furchteinflößend. Längere Hörner als seine eigenen krönten den Schädel der Erscheinung. Eine mechanische Klaue, scharf wie eine Raubtierpranke, funkelte im fahlen Licht. Doch es waren die Augen, die ihn erstarren ließen. Glühend. Durchbohrend. Und vertraut. Es war sein eigenes Gesicht. Verzerrt durch Wut, Schmerz, Hass. Eine Fratze, die ihn aus Albträumen kannte. Ein Echo einer Zukunft, die niemals sein durfte. Die dunkle Version von ihm selbst – die ihm bereits auf Ilum begegnet war. Er hatte geglaubt, sie unter dem Eis begraben zu haben. Doch hier war sie, höhnend. Mit bedächtiger Bewegung löste die Gestalt einen zylindrischen Gegenstand von ihrer Seite. Ein Zischen – und mit einem brummenden Grollen schoss eine scharlachrote Klinge hervor. Etwas in Ferak schrie auf. Nicht mit seiner Stimme, sondern aus den Tiefen seines Seins. Sein Atem ging stoßweise, gehetzt, als hätte er einen Hindernislauf hinter sich. Die Schatten krochen näher, zogen sich um ihn zusammen, verschlangen den Raum. Die Dunkelheit war nicht nur um ihn. Sie war in ihm. Ein Aufschrei – und er riss sich los.

Seine Augen rissen auf, die Meditation zerbrach. Er sprang auf, sein Körper reagierte instinktiv, lange bevor sein Verstand es tat. Seine Hand schoss zum Gürtel, seine Finger schlossen sich um etwas Vertrautes. Und dann – das Knistern, das Summen.
Das Lichtschwert war in seiner Hand, noch bevor er es begriff. Erst als das vertraute Gewicht in seiner Faust lag, als die orangefarbene Klinge die Dunkelheit durchschnitt, verstand er, was er getan hatte. Und doch ließ er nicht los. Die Klinge summte leise, ihr warmes Licht flackerte über sein angespanntes Gesicht. Sein Herz hämmerte, Schweiß rann über seine Haut. Doch inmitten seines rasenden Pulses, seines aufgewühlten Geistes, war sie da – die Macht. Dieses Gefühl, das Gewicht seiner Klinge und der Anblick beruhigten ihn. Doch durch seine eigene Unzulänglichkeit hatte er die Meditationserfahrung für Juna ruiniert.


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Von: Ketaris

Hyperraum Richtung Ossus- Dex' Schiff- Kajüte-mit Dex und Lucy


Dex hatte Recht. Die ganze Sache mit der anderen Persönlichkeit oder was es auch war, wurde nicht einfacher. Egal,wie man es betrachtete. Ein Grund mehr für Alicia, Hilfe zu rufen. Dex erklärte noch einmal, dass sie es nicht mochte, berührt zu werden. Alicia lächelte.

„Aber ich habe dich vorher auch schon in den Arm nehmen können, ohne das etwas passiert ist. Also vermute ich, dass es auf das Wie ankommt. Der Trainingskampf… nun, offensichtlich erkannte was-auch-immer eine ernste Bedrohung darin und hat sich eingeschaltet, um dich- und sich- zu schützen, auch wenn das nicht nötig gewesen wäre. Und ich glaube nicht, dass der Heiler uns auf Ossus treffen wird, nur um mit dir einen Trainingskampf zu absolvieren.“

Zumindest hoffte Alicia, dass sie mit der Theorie richtig lag. Schliesslich stimmte Dex dann doch dem Heiler zu und jetzt grinste sie.

„Erstens würde sich „Was auch immer“ dann mit einer willensstarken Padawan und zwei ausgebildeten Jedi anlegen, und zweitens ist das nicht mein Heiler sondern deiner.“

Über ihre Idee mit der „erlernten“ Abneigung gegen Jedi wollte sich Dex erstmal im Privaten auseinandersetzen, was Alicia abnickte.

„Das ist für mich völlig in Ordnung. Ich bin gespannt, welche… Widersprüche du zwischen dem, was du bisher bei mir gelernt hast und dem, was du aus deiner Vergangenheit mitgebracht hast du entdeckst.“

Anschliessend brachte Dex sie aber erstmal auf den Weg in Richtung Ossus und Alicia sandte die Anfrage an den Jedi-Orden. Kurze Zeit später erhielt sie die Nachricht, dass ein Jedi-Ritter namens Tevaux Bouhrd auf dem Weg nach Ossus war. Überrascht runzelte sie die Stirn. Das ging zackiger, als sie erwartet hatte. Mit den Informationen ging sie zu Dex ins Cockpit.

„Also: Der Orden hat schon geantwortet. Sie haben nen Heiler auf den Weg geschickt, der wahrscheinlich schon vor uns auf Ossus ankommen wird. Und wir beiden werden noch ein paar Übungen zur Selbstwahrnehmung machen und meditieren, um dich zu stärken. Von Kampftraining und aktiven Machtfertigkeiten sehe ich- wie gesagt- erstmal ab.“


Das bedeutete wohl, dass der Flug nach Ossus etwas...eintönig wurde. Wobei Alicia kein Problem damit hätte, die ganze Zeit in Trance zu verbringen.

„Hast du ne Ahnung, wie lang wir bis Ossus brauchen? Was hat das Schiff für einen Antrieb?“

fragte sie und warf einen neugierigen Blick auf die Anzeigen. So sehr sie sich auch um Dex sorgte, so sehr wünschte sie sich für die junge Frau, dass sie diese Bürde ablegen konnte. Hoffentlich ging alles gut dort.

Sie würden einfach ihr Bestes geben und auf die Macht vertrauen müssen. Dann würde sich schon alles fügen.

Hyperraum Richtung Ossus- Dex' Schiff- Cockpit- mit Dex- Lucy irgendwo
 
Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Kombüse- mit Ferak, Juna und Ty

Das Essen war ...ruhig. Kein Wunder. Feraks Gumbo war hervorragend. Sogar Ty schwieg. Sahra griff nach der Hand ihres Sohnes und streichelte ihn. Dabei kamen ihr verschiedenste Gefühle, die sie bisher unterdrückt hatte. Zum einen war sie froh, dass er in Sicherheit sein würde. Auf der anderen Seite… war er es wirklich? Oder würde Michael den Marschbefehl bekommen? Aber dann würde er Ty zu seinen Söhnen bringen , damit er in Sicherheit war! Doch, da konnte sie sich drauf verlassen. Michael würde Ty wie seinen eigenen Sohn behandeln. Dennoch hätte sie ihren Sohn am liebsten die ganze Zeit um sich. Aber das ging nicht und Sahra kannte ihre erste Pflicht. Sie würde dafür sorgen, das Ty in Sicherheit war und dann dafür, dass der Jedi-Orden bekam, was ihm zustand. Tapfer für sie beide lächelte sie Ty an und konzentrierte sich auf ihre Mahlzeit. Als alle aufgegessen hatten, räumte sie die Küche wieder auf und verräumte die Reste vom Gumbo. Anschliessend ging es zum Training. Ty verschwand in seinem Zimmer, doch Sahra liess es sich nicht nehmen, die Aura ihres Sohnes noch einmal liebevoll zu berühren. Dann führte sie Ferak und Juna in den Trainingsraum.

Dort übernahm Ferak relativ entspannt die Führung, was Sahra etwas Zeit für sich selbst ermöglichte, auch wenn sie ihren Schüler und Juna nicht aus den Augen liess. Und das war auch gut so! Nachdem sie ihre Sicht auf den Grund ihrer Existenz aussprach, geschah irgendwas mit ihrem Padawan. Sie konnte die dunkle Seite spüren. In ihm! Furcht! Nein, Regelrechtes Entsetzen. Sahra öffnete ihre Augen nur eine Sekunde, bevor Ferak seine schreiend aufriss. Er sprang hoch und aktivierte sein Lichtschwert. Sahra erhob sich sofort und hob die Hände.

„Ferak. Alles gut! Du bist in Sicherheit. Beruhige dich.“

erklärte sie ruhig aber bestimmt und sorgte dafür, dass sie ein bisschen zwischen Ferak und Juna kam. Damit blieb ihr zwar nicht viel Platz um Ferak abzuwehren, sollte er zu ..gefangen sein. Aber sie musste auch Juna beschützen. Gleichzeitig versuchte sie der Dunkelheit in Ferak mit ihrer eigenen Aura zu begegnen. Die Furcht mit Ruhe zu bekämpfen. Dem Entsetzen mit ihrer Entschlossenheit zu begegnen.

„Schhhh.Sieh mich an. Atme mit mir, Ferak.“

versuchte sie die Aufmerksamkeit ihres Schülers auf sich zu ziehen und atmete selbst etwas übertrieben laut, aber ruhig und kontrolliert. Sie wollte Ferak damit Orientierungshilfe leisten, damit er etwas hatte, worauf er sich konzentrieren konnte. Und dann mussten sie klären, was da los war. So aufgebracht kannte sie Ferak garnicht. Ein wenig machte sie sich Vorwürfe. Hatte sie zu wenig auf Ferak geachtet? Kämpfte er schon länger damit und sie hatte es schlicht nicht gesehen? Das würde sie sich nie verzeihen. Sie würde mit Ferak darüber sprechen, sobald er sich beruhigt hatte. Was er hoffentlich tat, bevor hier noch ein Kampf entbrannte und das Schiff vielleicht beschädigt wurde. Darum versuchte sie auch, Feraks Blick mit ihren Augen einzufangen. Er kannte sie. Er war wie ein Sohn für sie. Sie würde ihn beschützen so gut sie konnte. Sie würde ihm Beistehen. Jetzt. In Zukunft. Immer. Egal, was war.

Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak und Juna- Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen
 
//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Trainingsraum; Juna, Ferak und Sahra}



Diese Blüten… irgendwie machten sie Juna glücklich. Eine angenehme Wärme durchfuhr sie, und hier und da strich eine warme Brise über ihre Haut. Es war so ein angenehmes Gefühl. Ein warmes Lächeln lag auf ihren Lippen, doch dann passierte etwas. Der Himmel verdunkelte sich. Wolken. Auch die Brise wurde eher zu einem aufziehenden Sturm. Etwas unsicher stand die Rattataki auf und drehte sich um. Und da stand sie wieder. Ein Spiegelbild ihrer Selbst, welches einfach nur bösartig wirkte und von dem eine schwere Dunkelheit ausging.

“Nein…”

Sie keuchte das Wort. Schon fast schwach. Panik stieg in ihr auf, welche sie aus der Meditation riss. Ihr Puls raste. Vor ihr stand Meisterin Kenobi mit dem Rücken zu ihr. In dem Moment, als Juna etwas sagen wollte, hörte sie das Lichtschwert. Nervös stand Juna auf und bemerkte nun Ferak und spürte auch diese Dunkelheit. Dann war da nur noch eines: Angst. Die Angst, sich geirrt zu haben. Die Angst, dass alles eine Lüge gewesen war. Angst vor dem, was kommen könnte. Sie war nutzlos. Ohne ihre alten Implantate war sie wehrlos wie ein Baby. Schon fast panisch rannte sie los. Sie musste hier weg. Doch kaum, dass Juna aus dem Trainingsraum kam, traf sie die Erinnerung wie ein Schlag. Sie waren auf einem Schiff! Waffen! Das erste, was Juna gelernt hatte bei den Sith. Sei immer bewaffnet. Hastig rannte sie zu der kleinen Werkstatt, an der die Cyborg die letzten Tage und Wochen gearbeitet hatte. Der Arm! Sie öffnete die Kiste und binnen Sekunden hatte sie das ehemals integrierte Messer gefunden. Ohne Zeit zu verlieren, sackte sie Suse ein und stürmte in Richtung ihres Zimmers.

Panisch atmend saß sie da. Die Tür war verriegelt. Suse hatte sich eine gute Stelle gesucht, um zumindest mit seiner schwachen Leistung gut auf die Tür zielen zu können. Verteidigung. Notfall. Sie hatte nur gelernt anzugreifen, doch verteidigen? Sitzen war falsch! Sicher! Etwas in ihren Implantaten verursachte leichte Schmerzen und auch ihr Gehirn schien von dem Stress nicht gerade begeistert zu sein. Es machte auch nur Sinn! Jahre lang hat Junas Gehirn für solche Situationen Informationen und entsprechende Drogen bekommen. Sie war nun quasi nüchtern, doch ihr Gehirn wollte nun genau das! Informationen! Unruhig lief Juna in ihrem Quartier auf und ab, wobei sie die Tür wie ein wildes Tier bereit zum Angriff nicht aus den Augen ließ.

“Was wissen wir… Was wissen wir…”

Feraks Aura fühlte sich so finster an wie jene ihres Meisters damals. Aus gewohnheit heraus spielte Juna mit dem Messer in ihrer Hand herum.

“Ferak ist anders als er…”

Murmelte die Cyborg zu sich selbst. Wenn Ferak auch so wäre, oder irgendjemand auf diesem Schiff, dann hätte er mehr als genug Chancen gehabt Juna etwas anzutun.

“Suse? Du hast die Karten und Eingaben beobachtet! Stimmt es, was Ferak sagte? Stimmt das Ziel?”

Suse piepte kurz, ehe der Droide antwortete.

“Positiv.”

Dann war Feraks Aura komisch. Meisterin Kenobi hat so viel für sie getan. Wenigstens musste die Jedi nun, egal was kommen mochte, keine Rücksicht mehr auf Juna nehmen. Leider war da immer noch das Schuldgefühl, dass sie nichts hätte tun können. Sie war nur noch eine Last. Ein wehrloses Kind. Sie sah wieder mehr wie ein lebendes Wesen und weniger wie ein Monster aus… Doch zu welchem Preis? Und war er es wert gewesen?




//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Junas Quartier; Juna und 5U-S3, Ferak und Sahra}
 
--- Republikanischer Hyperraum | Auf dem Weg nach Ossus | Dex Schiff | Dex im Cockpit mit Alicia und Lucy (NPC) in der Nähe---



Das Gespräch mit Alicia… Es wirkte wie etwas, das ewig zurücklag. So viele Dinge in ihrem Kopf. So viele Geheimnisse. Dex starrte aus dem Cockpit in den Hyperraum. Dieser blaue Kanal, der so künstlich und doch natürlich wirkte. Irgendwo in einem Spind neben der Cockpit-Tür hat die Frau eine alte Decke gefunden. Vermutlich aus dem Fell eines Bantha. Gelogen hatte sie. Dex hatte Alicia nicht alles erzählt. Wer wusste schon, ob die ganze Geschichte auf Ossus gut gehen würde. Vielleicht hatte sich die Problematik, sich den Jedi zu stellen, spätestens danach geregelt. Starb sie, musste Dex sich schließlich nicht um die Frage kümmern, was sie gelernt hatte und was scheinbar die Wahrheit bezüglich der Jedi und Sith war. 2 Tage bis Ossus. Laut dem Bordcomputer 45 Stunden. Zwei Tage. Dann hieß es leben oder sterben. Das Geräusch von jemandem hinter ihr riss Dex dann aus ihren Gedanken.

Alicia kam mit der ‘frohen Kunde’ darüber ins Cockpit, dass wohl schon ein Heiler auf dem Weg nach Ossus war und dieser bereits vor ihnen da wäre. Auch was das Thema Training anging, unterstrich Alicia noch einmal, dass es um Übungen ging. Übungen zur Selbstwahrnehmung und Meditation. Dinge, die Dex mit einem knappen Nicken beantwortete. Sie starrte weiter tief in den Hyperraum. Bei der Frage nach der Dauer schaute Dex noch einmal auf den Bordcomputer. Eigentlich war es nur ein Schauspiel für Alicia. Schließlich trieb gerade die Frage nach der Dauer bis zur Ankunft Dex schon die ganze Zeit um.

“Etwa zwei Tage… etwas weniger als 48 Stunden…”

Damit zog Dex die Decke um sich und lächelte ein wenig. Schließlich schaute die junge Frau einmal kurz zu Alicia. Einen kurzen Moment nur. Auch wenn Dex lächelte, so stand in ihren Augen ein tief sitzender Schmerz. 48 Stunden… nicht ganz… und, wenn es schiefging, würde sie nicht mehr da sein. So schaute Dex wieder in den Hyperraum.

“Wenn alles schief ging… Wenn wir versagen… Will ich dir sagen… Dass es mir Leid tut. Die Probleme, die ich dir gemacht habe und dass ich keine bessere Schülerin war.”

Schließlich schloss sie ihre Augen und atmete dann einmal tief durch.

“Ich will nur eines… Sollte es… also dieses Etwas gewinnen… Halte dich nicht zurück. Ich will nicht, dass du darunter leidest oder es anderen Leid zufügt.”

Mit weiterhin geschlossenen Augen saß sie da. Die Arme unter der Decke um sich geschlungen. Sie konnte Alicia nicht in die Augen schauen. Es war zu schmerzhaft. Diese Frau hat so viel für Dex getan. Und alles, was sie ihr zurückgegeben hat, war Schmerz, Leid und Probleme. Bis sie die Höhle betrat, würde Dex versuchen, eine gute Schülerin zu sein. Mehr als bisher. Vielleicht gab es ein wenig Hoffnung, doch irgendwie glaubte Dex nicht absolut daran. Sie hatte so ein Gefühl, als wäre ihr Ende schon besiegelt. Dennoch! Am Ende musste Dex alles dafür tun, um dieses Schicksal zu verhindern. So viel war sie Alicia schuldig.




--- Republikanischer Hyperraum | Auf dem Weg nach Ossus | Dex Schiff | Dex im Cockpit mit Alicia und Lucy (NPC) in der Nähe---
 
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Die Asche hing noch in der Luft. Schwer, allgegenwärtig, drang sie in seine Lungen, ließ jeden Atemzug brennen. Der Rauch waberte um ihn, verschlang die Umrisse der Welt, ließ alles in einem dichten, grauen Nebel verschwimmen. Der Boden unter ihm war trocken, rissig, heiß – Iridonia. Das Massaker. Ferak konnte es sehen, hören, riechen. Die Schreie, das brennende Fleisch, der metallische Geschmack von Blut und geschmolzenem Stahl auf der Zunge. Der Wind trug den Geruch der Verwüstung zu ihm, das Echo von Blasterfeuer hallte in der Ferne. Es war, als wäre er nie gegangen, als hätte die Macht ihn zurückgeworfen an den Ort, der ihn bis in seine Albträume verfolgte. Und dort – aus dem Rauch trat eine Gestalt hervor. Groß, bedrohlich, von Dunkelheit umhüllt. Die Hörner länger als seine eigenen, die mechanische Klaue bereit, ihn zu zerreißen. Die glühenden Augen, verzerrt von Hass. Sein eigenes Gesicht, grinsend, triumphierend, als hätte er alles verraten, was ihm jemals etwas bedeutet hatte. Seine Muskeln spannten sich an. Gleich würde der Angriff kommen. Gleich würde dieses Ding zuschlagen, ihn vernichten. Doch der Padawan war bereit. Er musste bereit sein. Dann – eine Stimme. Gedämpft, fern, ein Flüstern, das sich durch den dichten Rauch tastete. Zunächst kaum mehr als ein Echo in der Asche, doch mit jedem Wort wurde sie klarer. Ruhig. Fest. Warm. Er hörte seinen Namen von einer vertrauten Stimme gesprochen. Jemand rief ihn. Er blinzelte. Der Rauch begann sich zu bewegen, als würde ein Windstoß ihn auflösen. Die dunkle Gestalt vor ihm wankte, das höhnische Grinsen verblasste. Kein Panzer mehr, keine höllisch brennenden Augen. Da stand eine kleine Menschenfrau... Seine Meisterin. Ihre Präsenz durchdrang die Dunkelheit, schob die Albträume beiseite. Eine Bitte lag in ihrem Blick. Er solle atmen. Sich besinnen. Sein Atem ging noch immer zu schnell, flach und unkontrolliert. Doch er hörte die gleichmäßige Ruhe in ihrem Rhythmus, spürte, wie sie ihm eine Richtung wies. Langsam... Ein... Aus... Sein Griff um das Lichtschwert lockerte sich. Er spürte den vertrauten Griff in seiner Hand – real, nicht aus Rauch und Erinnerung. Die Klinge summte leise, die orangefarbenen Reflexionen tanzten über das Gesicht seiner Meisterin. Er drückte den Aktivator. Mit einem Zischen zog sich die Klinge zurück.

Stille.

Ferak atmete schwer, versuchte, seinen rasenden Puls zu beruhigen. Erst jetzt nahm er den Raum um sich wirklich wahr. Juna war fort. Sein Blick huschte durch den Trainingsraum, als könnte er sie noch irgendwo sehen. Doch da war nur die Stille nach dem Sturm. Ein flaues Gefühl regte sich in seiner Brust, seltsam und unangenehm. Ein Stich, der nicht von körperlichem Schmerz herrührte. Er kannte dieses Gefühl nicht – nicht wirklich. Aber es war da. War sie seinetwegen gegangen? Weil er über reagiert hatte? Weil er sich nicht im Griff gehabt hatte? Hatte er sie vertrieben? Der Gedanke ließ ihn nicht los. Der Zabrak schluckte trocken und ein Knoten begann sich in seiner Magengegend zu bilden. Juna war nicht schwach. Sie hatte Schreckliches durchgestanden, hatte sich immer wieder aufgerafft. Doch trotzdem… war sie geflohen. Vor ihm. Er wusste nicht, warum es ihn so traf – warum diese Erkenntnis sich wie ein unsichtbarer Dolch zwischen seine Rippen bohrte. Und es fühlte sich nicht gut an. Gar nicht gut. Sein Blick fiel auf Sahra.

Sie stand ruhig da, wachsam, aber in ihrem Gesicht lag keine Strenge, kein Urteil. Nur dieses leise Verständnis. Eine Präsenz, die sagte: Ich bin hier. Etwas in ihrem Ausdruck – vielleicht die sanfte Art, wie sie ihn ansah, vielleicht der Hauch von Sorge in ihren Augen – ließ ihn erneut schlucken. Und dann war da wieder der Rauch. Nicht der feine Dunst, der sich eben noch in seinem Geist gelöst hatte, sondern dichter, schwerer. Als würde die Vision ihre Krallen erneut nach ihm ausstrecken. Das Massaker auf Iridonia – er war dort gewesen. Er hatte es miterlebt. Er hatte sich damals bewegen können, hatte kämpfen können. Aber… was hatte er getan? Warum erinnerte er sich nicht? War er damals dieses Monster gewesen – ohne es zu wissen? Sein Blick verschwamm. Ein Brennen in seinen Augen, dann das Gefühl von Feuchtigkeit auf seiner Wange. Es dauerte einen Moment, bis er begriff. Er weinte. Nicht vor Schmerz, nicht vor körperlichem Leid – wie er es kannte, das hier war anders. Langsam hob er die linke Hand – die in der Vision aus Metall gewesen war – und strich sich über die Wange. Ungläubig betrachtete er die feuchten Fingerspitzen, als gehörten sie nicht zu ihm. Er verstand es nicht. Warum? Fragend sah er seine Meisterin an, seine linke offen zu ihr ausgestreckt. Als erhoffe er sich eine Antwort von ihr.


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Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak und Juna- Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen

Irgendwas war gerade passiert. Ihr Padawan reagierte völlig unlogisch und wirkte nicht wie er selbst. Juna reagierte auf seine...ja, Panik-Attacke und ergriff die Flucht. Sahra liess die Rattataki erstmal laufen. Weit weg konnte sie ja nicht und vielleicht half ihr etwas Me-Time, wieder zur Ruhe zu kommen. Ferak war gerade wichtiger. Er stand da und atmete, als hätte er gerade einen Marathon hinter sich. Sahra wartete weiter. Irgendwann begann er sich im Raum umzusehen. Sehr gut. Auch wenn er irritiert aussah, war er sich wieder bewusst, wo er war. Dann sah er sie an, schluckte und wischte sich eine Träne von der Wange. Die Tränen schienen ihn noch mehr zu irritieren , denn er zeigte ihr die Finger wie als wolle er fragen, was das ist. Sahra lächelte, hängte ihr Lichtschwert zurück und trat auf Ferak zu. Sie sah ihm in die Augen, die immernoch in Tränen schwammen, hob die Hand und wischte ihm auch die Tränen von der anderen Wange.

„Es ist in Ordnung, Ferak. Ich hab das Gefühl, diese Tränen sind schon sehr alt. Nicht wahr?“


fragte sie leise, fast flüsternd.

„Möchtest du mir davon erzählen? Ich denke, Juna hat gefühlt, wie es dich mitgerissen hat. Das hat sie jetzt irritiert, was ich durchaus verstehen kann.Aber um sie mach ich mir gerade weniger Sorgen als um dich. Also, was denkst du?“

fragte sie ihn und ging kurz in den kleinen Lagerraum, um ihm Raum zum Atmen zu lassen und damit er sich überlegen konnte, ob er ihr von seiner Vision erzählen wollte oder nicht. Nur eine Minute später kam sie mit zwei Flaschen Wasser zurück und hielt ihrem Padawan eine davon hin.

„Magst nen Schluck? Vielleicht kann es das kühlen, was in dir in Brand geraten ist. Zumindest etwas.“

Manchmal half ein Schluck Wasser dabei, wieder ganz in der Gegenwart zu landen und die Gedanken zu fokussieren. Dann setzte sie sich wieder und wartete, wofür Ferak sich entschied. Anschliessend würden sie dann Juna suchen und nach ihr sehen. Vielleicht kam sie auch zurück. Sie wusste ja, wo sie waren.

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Ferak spürte, wie ein Kloß in seinem Hals wuchs, je näher Sahra trat. Ihre Hand war warm, als sie sanft über seine Wange strich und die letzte Träne wegwischte. Er schluckte trocken. Wusste nicht, was er tun oder sagen sollte. Dann war sie fort – nur für einen Moment – und kehrte mit einer Wasserflasche zurück. Der Zabrak nahm die Wasserflasche entgegen, hielt sie einen Moment unschlüssig in der Hand. Dann legte er den Kopf in den Nacken, holte tief Luft. Seine dunkle Stimme durchbrach die Stille.
„Es war Nacht.“
Er drehte die Flasche langsam in seinen Fingern, als müsste er sich an den Anfang der Geschichte festhalten.
„Wir hatten Wache gehalten, aber wir waren müde. Zu müde. Niemand sah sie kommen.“
[/i]Sein Blick wurde starr, seine Worte härter.[/i]
„Das Imperium war schnell. Effizient. Kein Funkspruch. Kein Alarm. Nur das Heulen.“
Er blinzelte, als würde er versuchen, die Bilder in seinem Kopf zu ordnen.
„Es kam aus der Dunkelheit. Erst ein leises Wimmern, kaum mehr als ein Flüstern im Wind. Dann schwoll es an, wurde zu einem unmenschlichen Kreischen, einem kehligen, kalten Schrei, der über den Himmel schnitt. TIE-Jäger. Tieffliegend, gnadenlos. Ihre Schatten rasten über den Boden, verschmolzen mit der Nacht. Und dann—“
Seine Finger krampften sich um die Flasche.
„—die ersten Explosionen. Feuerbälle, die in den Himmel stießen, als würden sie die Sterne verbrennen. Der Boden bebte unter den Detonationen. Und über allem das Heulen der Jäger, dieses geisterhafte, alles durchdringende Geräusch, das einem bis ins Mark kroch.“
Er schüttelte den Kopf, als wollte er die Erinnerungen abschütteln. Doch sie kamen zurück, unausweichlich.
„Sie hatten uns längst umzingelt.“
Sein Blick verdunkelte sich.
„Noch bevor der erste Alarmruf durch unser Lager hallte, waren sie schon da. Sturmtruppen. Präzise. Gnadenlos. Sie bewegten sich durch die Schatten wie Geister. Gaben uns keine Chance, eine Verteidigung zu errichten. Sie schnitten uns ab, trieben uns auseinander. Und dann…“
Er atmete aus, rau und zittrig.
„Wir haben uns gewehrt. Mit allem, was wir greifen konnten. Aber…“
Er schüttelte langsam den Kopf.
„Ich… weiß nicht, was passiert ist.“
Seine Finger verkrampften sich weiter um die Flasche.
„Ich weiß nur, dass ich am nächsten Tag aufgewacht bin. Abseits. Zu weit weg, als dass ich einfach hätte entkommen können. Mein Körper… hat geschmerzt. Als hätte ich die ganze Nacht hindurch gekämpft, aber ich erinnere mich nicht. Ich war voller Blut, aber ich wusste nicht, ob es meines war.“
Er schloss kurz die Augen.
„Ich lag in einem Seiten-Canyon. Die Felswände ragten hoch auf, wie eine Falle, die sich um mich geschlossen hatte. Um mich herum—“
Ein Zucken ging durch seine Miene.
„Leichen. Sturmtruppen. Ich… war umringt von ihnen.“
Seine Stimme wurde brüchig.
„Wie ein Tier, das in die Enge getrieben wurde. Und das sich zur Wehr gesetzt hat.“
Er atmete schwer und schwieg. Die Worte hingen zwischen ihnen, kalt und schwer. Ferak ließ Sahra Zeit, sie aufzunehmen – so wie er selbst es versuchte. Und dann – nach einer langen Pause – kam es leise aus ihm hervor:
„Während der Meditation…“
Er stockte.
„Da war wieder dieses Wesen.“
Ein Zittern durchlief ihn, kaum sichtbar.
„Ich habe es schon einmal gesehen. Auf Ilum, in den Kristallhöhlen. Damals dachte ich, es wäre nur eine Manifestation der Macht. Eine Prüfung. Aber…“
Er atmete aus, den Blick auf den Boden gerichtet.
„Was, wenn es die Dunkelheit in mir ist? Was, wenn sie damals in dieser Nacht über mich gekommen ist? Was, wenn ich…“
Seine Finger verkrampften sich, als hielte er sich an der Flasche fest, um nicht den Halt zu verlieren.
„…nicht stark genug bin, sie... es... zu kontrollieren?“
Er hob den Blick.
„Wäre ich dann nicht eine ebenso große Gefahr wie das Imperium? Für Juna? Für Ty? Für…“
Seine Stimme wurde noch leiser.
„…für euch?“
Er sah sie an. Fragend. Zweifelnd. Fast flehend.


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//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Junas Quartier; Juna und 5U-S3, Ferak und Sahra im Laderaum}


Kinder… Kinder waren schon komisch. Sie waren schutzlos, wehrlos und doch ein wichtiger Bestandteil für eine funktionierende Gesellschaft. Eigentlich recht einfach, wenn man so will. Jedoch musste jedes Kind auch wachsen und so den Platz eines Erwachsenen übernehmen. Bei diesem Gedanken hielt Juna inne und starrte auf die Tür zu ihrem Quartier. Anders als befürchtet war noch niemand rein gestürmt. Niemand hatte sie angegriffen. Aus diesen Daten ließ sich zumindest ableiten, dass sie in diesem Raum bisher sicher war und die Lage sich scheinbar zumindest nicht weiter zugespitzt hatte. Die Cyborg legte eine Hand an ihr Kinn und ging auf die Tür zu.

“Suse? Haben wir noch den Chip mit der Persönlichkeit? Also das Bauteil, wo es drauf war?”

Der kleine Droide fiepte empört.

“Haben wir es noch, oder nicht?”

Etwas widerwillig gab der Droide ein;

“Positiv!”

aus. Das reichte Juna. Damit ging sie zurück zu der Werkstatt, die quasi ihr Zuhause geworden war. Die Ruhe im Schiff verriet, dass es wohl keinen Kampf gegeben hatte. Man hörte auch kein Lichtschwert mehr. Also konnte sich die Cyborg wieder auf ihre Arbeit konzentrieren. Es war genug. Sie musste ihre eigenen Parameter verschieben. Dieses Mal war alles gut gegangen, doch wie lange würde wegrennen noch funktionieren? Streng genommen war es auf Ilum quasi schon nicht gut gegangen. Am Ende war es pures Glück gewesen, dass Ferak und danach auch Meisterin Kenobi sie gefunden hatten und sie später auch nicht in die Hände des Imperiums gefallen war. So holte sie die Bauteile aus ihrer Kiste, in denen die Implantate für ihren Kopf gelegen hatten.

“Suse? Zeig mir die Pläne für den Frontallappen und die vorhandenen Verbindungen zu meinen Implantaten.”

Der Droide fiepte wie ein Rohrspatz, ehe er sich scheinbar wieder daran erinnerte, dass er nun sprechen konnte.

“Ich kann diese Forschung nicht empfehlen! Sie birgt Risiken wie Schmerzen, Koma, Verlust des Bewusstseins, erhebliche Persönlichkeitsveränderungen und Tod!”

Bei den Worten des Droiden schaute Juna fragend.

“Ich kann aber auch nicht mehr nutzlos in der Ecke stehen, wenn ich Angst bekomme! Und ich will nur darauf aufbauen!”

Suse surrte wie ein empörter Vogel um Junas Kopf herum.

“Was ist los?”

Der Droide stoppte und starrte die Cyborg, die für ihn eine gute Freundin war, durch die neuen Rezeptoren an.

“Was wenn du wie er wirst?!”

Erst jetzt verstand Juna, was los war und ihr Blick wanderte zu den Teilen in ihrer Hand und dann zu ihrem Begleiter. Sie atmete tief durch und lächelte dann freundlich.

“Wir machen das zusammen und werden sehr vorsichtig vorgehen. Wir werden, was auch immer, es wird erst nutzen, wenn wir sicher sind, dass es sicher ist. Wir werden nicht wie er einfach irgendeinen kranken Zeug anstellen. Ist das in Ordnung für dich?”

Etwas unsicher scannte Suse die Bauteile.

“Keine Sorge… wir schaffen das… Zusammen! Alleine das wird uns von ihm unterscheiden.”

Damit machte sich Juna mit ihrem Droiden an die Arbeit. Sie wollten weiter die Prothesen überarbeiten, jedoch auch herausfinden, wie sie Junas Gehirn auf die Sprünge halfen. Denn wenn der Cyborg eines aufgefallen ist, dann dass sie verglichen mit den anderen Erwachsenen bezüglich ihrer Reife eindeutig hinterher hing. Sie musste daran arbeiten. Und die Pläne des Sith, der sie zu dem gemacht hat, was sie war, waren ein guter Ansatz. Man müsste sie lediglich anpassen. Sie musste eine Hilfe sein. Sie durfte nicht mehr nur eine Last sein! Sie musste mutiger werden, um auch für Ferak da zu sein, sollte er noch einmal das durchmachen, was er gerade erlebt hatte.



//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-bei der Werkstatt; Juna und 5U-S3, Ferak und Sahra im Laderaum}
 
Hyperraum Richtung Ossus- Dex' Schiff- Cockpit- Mit Dex- Lucy: Irgendwo

Alicia war deutlich beruhigter, nun, da sie Hilfe bekamen. Natürlich konnten noch ALLE Stricke reissen. Aber sie sah ihre Chancen, heil aus der Sache raus zu kommen, deutlich gestiegen durch den Heiler. Dex hingegen sah es wohl nach wie vor kritisch und sprach sogar von einem Totalversagen. Sie sah Dex an und schüttelte den Kopf.

„Und du meinst, wenn noch einer meiner Schüler in meinen Armen stirbt , leide ich weniger? Nein. Darum wollte ich den Heiler haben. Wenn dein böser Zwilling gewinnt, lernt er mich kennen. Ich gebe nicht so einfach auf. Dein böser Zwilling bedroht dich, du stehst unter meinem Schutz, das bedeutet, er macht ne Kampfansage an mich. Und ich nehme die Herausforderung an, wenn das bedeutet, dich zu befreien. Punkt.“


Sie verschränkte die Arme vor der Brust und nickte ihrer Padawan nochmal zu, um ihre Aussage zu unterstreichen. n

„Darum unterrichte ich dich ja auch nicht in Kampftechniken. Damit ich deinen Zwilling bezwingen kann. Also: Solche Sätze will ich von dir nicht mehr hören! Weil du dich damit schon geschlagen gibst, bevor der Kampf überhaupt begonnen hat. Geh auch innerlich in eine Kampfhaltung gegen das Was-auch-immer und anstatt zu sagen:“Wenn du gewinnst, gewinnst du halt“ , sag eher:“ Zieh dich warm an, meine Meisterin und ich nehmen dich jetzt zusammen aufs Korn und machen dich platt.“. Deine Einstellung ist das Fundament, Dex. Die Basis, auf der wir aufbauen werden. Und darauf gehen wir jetzt meditieren!“

Damit machte sich Alicia auf die Suche nach einem geeigneten Ort dafür. Die Quartiere wären eine Möglichkeit, aber das fühlte sich für Alicia nicht richtig an. Aber der Aufenthaltsraum wäre ok. Auch wenn der erstmal aufgeräumt werden müsste. Das konnten sie aber später noch machen. Erstmal setzte sie sich hin und wartete,dass Dex sich auch setzte. Dann lächelte sie.

„Also: Die Macht durchströmt alles und jeden. Du bist noch mehr mit ihr Verbunden als Nichtmachtsensitive. Dadurch hast du viele Vorteile. Nicht nur jene, die für andere sichtbar sind wir Levitation. Du kannst auch innerlich stärker werden, aber wie jeder Muskel muss auch das trainiert werden. Meditation ist eine Methode. Aber auch kleine Herausforderungen, die wir uns stellen. Einige setzen sich auf spitze Steine. Andere setzten sich leicht bekleidet in den Schnee. Alles mit dem Ziel, den inneren Fokus zu stärken und sich nicht von äusseren Reizen ablenken zu lassen. Du hast auf der Raumstation ja schon erste Erfahrungen gesammelt ohne Reize. Jetzt kämen die Geräusche des Schiffs dazu. Und- weil wir es eilig haben- werde ich etwas gemein. Ich werde Illusionen verwenden, um dich zu irritieren. Ich möchte, dass du versuchst, bei dir zu bleiben. Ganz egal, was passiert. Ok?“

fragte sie ihre Padawan und gab dieser dann Zeit, in die Trance rein zu finden. Dann wurde sie tätig und begann zunächst mit einem nervigen Insekt, das um Dex’ Kopf schwirrte und summte. Eines jener Insekten, das stechen konnte und auf Ketaris einheimisch war. Zugegeben, es war gemein. Zumal ja auch die Möglichkeit eines Stichs damit einherging. Alicia selbst hätte wohl die Macht genutzt, um das Tier in einen anderen Raum zu locken. Jetzt war sie gespannt, ob Dex es schaffte, dennoch bei sich zu bleiben.

Hyperraum Richtung Ossus- Dex' Schiff- Aufenthaltsraum- mit Dex- Lucy: Irgendwo
 
--- Republikanischer Hyperraum | Auf dem Weg nach Ossus | Dex Schiff | Dex im Cockpit mit Alicia und Lucy (NPC) in der Nähe---



Worte, die Alicia eigentlich beruhigen sollten oder ihr die Qual einer entsprechenden Wahl abnehmen sollten, schlugen ins genaue Gegenteil um. Alleine, dass die Jedi scheinbar schon mehrere Schüler verloren hatte… Dex schluckte. Sie wäre nicht die Erste. Umso mehr Dex darüber nachdachte, hatte sie sich nie wirklich damit auseinander gesetzt, wer diese Frau war. Die Jüngere hatte stets nur an sich gedacht und die Jedi dabei nie wirklich beachtet. Trotz allem, was vor ihnen lag, war Alicia so sicher… Es war schon fast erschreckend. Doch bei dem Wort “Meditieren” legte Dex ihren Kopf schief.

“Ich glaube… du… weißt was du tust.”

Schnell untersuchte Dex die Einstellungen des Bordcomputer. Sie würden scheinbar zumindest in absehbarer Zeit nicht irgendwo gegen fliegen. So folgte Dex ein wenig widerwillig, wobei es mehr Gewohnheit als ernst gemeint war. So erreichten sie den Aufenthaltsraum und setzten sich. Was folgte war wieder einer dieser Vorträge. Ausführungen die sie im Sithtempel viel zu oft gehört hatte. Nur halt deutlich aggressiver und weniger genau. Jedoch ging Alicia über zu einer Übung. Meditieren, allerdings mit Ablenkung. Es klang nicht so schlimm. Also gab sie ihr okay. So versank Dex in Meditation. Sie fand sich wieder in dem verdammten Raum.

“Und nun?”

Dex setzte sich auf einen bequemen Sessel und schloss nachdenklich ihre Augen, als sie ein Insekt hörte. Warum war es hier. Genervt öffnete die junge Frau ihre Augen wieder und sah… nichts. Aber sie hatte doch was gehört! Sie seufzte und fokussierte sich wieder. Wieder schwirrte dieses Mistvieh in ihrer Nähe herum und wurde geohrfeigt.

“Aua!”

Das Negativ-Abbild hatte sich vor Dex gesetzt und grinste sie scheinbar an.

“Und? Schon eine Jedi?”

Dex schüttelte mit dem Kopf und versuchte, sich mehr zu konzentrieren. Sie hörte wie jemand von etwas abbiss. Dex öffnete ihre Augen und sah das Negativ von sich selbst mit einem Stück Gebäck vor sich.

“Dir ist schon klar, dass dieses Etwas nicht echt ist?”

Genervt nickt Dex knapp, was man auch im Aufenthaltsraum des Schiffes sehen konnte.

“Du bist keine Hilfe!”

Das Negativ lachte und beugte sich vor.

“Du auch nicht. Dennoch mag ich dich. Viel Spaß noch Jedi-Baby.”


Die Stimme… Es war ihre doch… war es nicht anders. Wieder spürte Dex das Insekt. Nun war es aber gut. Sie griff mit der Macht nach dem Insekt und versuchte es irgendwie festzuhalten. Es sollte still sein. Konnte es nicht in ein Glas oder so? Wobei… Echt war es nicht… Es einfach zu zerquetschen wäre wohl sicher nicht im Sinne der Übung. So schritt Dex durch den Raum mit dem Insekt, das von ihr in der Macht festgehalten wurde. Sie musterte es etwas genauer. Es war nicht echt. Und doch war es faszinierend, wie echt es wirkte. Da erinnerte sich Dex daran, dass sie in ihrem Geist war. Dieses Insekt! Es war in ihrem Kopf, also konnte sie es doch verändern! Zumindest in der Theorie. Jedoch egal, wie sehr Dex es versuchte. Das Insekt blieb wie es war und befreite sich irgendwann wieder. Am Ende war die Übung erledigt und Dex zog sich schon bald in einen der Räume zum Schlafen zurück. Es war anstrengend und vor allem Kräfte zehrend.

Zwei Tage später verließ das Schiff den Hyperraum über Ossus. Ein weiterer Planet, doch dieses Mal hatte Dex einen Stein im Magen. Hier würde es sich entscheiden. Hier… würde sich alles ändern. Oder enden. Wieder erinnerte sich Dex wie auch schon am Tag zuvor daran, dass Alicia nicht noch eine Schülerin verlieren durfte. Sie musste es schaffen. Nicht nur für sich. Egal wie ungut das Gefühl war oder wie belanglos ihr Ende für sie selbst erschien. Dieses eine Mal durfte Dex es nicht versauen. Sie war entschlossen, dass sie alles dafür tun würde.



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Weiter auf Ossus



--- Ossus | Dex Schiff in der Umlaufbahn | Dex im Cockpit mit Alicia und Lucy (NPC) in der Nähe---
 
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Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar | Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines

Nach der letzten Schlacht und der Trauerfeier für die Gefallenen war viel los gewesen. Die Operation war zwar beendet, aber irgend etwas stimmte nicht. Keiner der Führungsoffiziere hatte so recht mit der Sprache heraus gerückt, was los war. Aber die Order, die Raumjäger an Bord so schnell wie möglich wieder kampftauglich zu machen, sprach Bände. Da braute sich etwas zusammen und das war keine unangenehme Wetterlage über einem Urlaubsgebiet.

Kirari Hinos Abschied kam dann auch ziemlich überraschend. Aber Fayr nahm sich das nicht zu Herzen. Die Galaxie war ein überraschend kleiner Ort, wenn man beim Militär diente und sie würden sich sicher noch einmal sehen. Entsprechend lud der Corellianer die Zabrak auf ein Bier in der nächst besten Pilotenbar ein, wenn sie das nächste mal aufeinander treffen würden.

Großartig Zeit für Sentimentalitäten hatte Fayr danach aber auch nicht. Die Instandsetzung seiner Formation nahm ihn komplett in Beschlag und insbesondere Mynock 11 stellte eine Herausforderung dar. Das sogar in doppelter Weise, denn weder durfte er der Versuchung erliegen, den Raumjäger als Ersatzteillager zu verwenden, noch durfte er anderen Piloten und Mechanikern erlauben, denselben Gedanken in die Tat umzusetzen. Er musste also ständig wachsam gegen Gelegenheitsdiebe sein, während sich der Corellianer dann auch noch um seine eigenen Aufgaben kümmern musste.

Neelyns Besuch war dann eine willkommene Abwechslung und das nicht nur wegen der Ersatzteile, die er mitbrachte.

„Ah Lieutenant Vandrik, das kommt wirklich wie gerufen. Können Sie Gedanken lesen?“

Den Salut der beiden Marines nahm er locker ab. Er bestand nicht auf zu strenger Disziplin, so lange die Leute sich ordentlich um ihre Aufgaben kümmerten. Und so holte er auch eine Packung Bonbons heraus und bot sie zunächst Neelyn und dann den beiden Marines an. Die Challenger war weit davon entfernt, am Ende ihrer Lagerbestände zu sein. Sie war aber auch nun lange genug im Einsatz, dass gewisse sonst belanglose Güter bereits im Wert spürbar gestiegen waren und dazu gehörten nicht essenzielle Güter wie Süßigkeiten.

„Niemand soll mir nachsagen, ich wäre undankbar.“

Nachdem Fayr die Packung wieder eingesteckt hatte, machte er sich daran, die gelieferten Teile zu begutachten.

„Sehr gut, sehr gut. Das sind genau die Teile, die mir gefehlt haben. Damit bekomme ich Mynock 9 wieder flott.“

Zufrieden goss sich der Corellianer etwas von dem Kaf in einen Becher und schlürfte von der viel zu starken Plörre.

„Ah, das weckt müde Geister. Aber sagen Sie doch mal, gibt es irgend etwas neues zu berichten? Es geht ganz schön geschäftig zu dafür, dass wir an sich unseren Sieg feiern sollten.“

Wenn es irgendwer wusste, dann ja wohl Neelyn. Er war immerhin den ganzen Tag mit administrativen Aufgaben beschäftigt und damit noch am nächsten am Puls der kommandierenden Offiziere dran.

Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar | Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines
 
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Orbit von Coruscant auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)

Fabiennes unbekümmerte Art brachte Aleron zum Schmunzeln.

„Erinnere mich, bei Gelegenheit mit dir Dejarik zu spielen. Das Spiel ist eine hervorragende Übung für diese Planspiele. Aber für heute konzentrieren wir uns besser auf die Karten hier. Sich nur das Straßennetz einzuprägen ist nicht genug oder vielmehr würde das viel zu lange dauern. Wir müssen priorisieren. Und das machen wir am besten, indem wir uns in unser Ziel hineinversetzen. Die Frage ist also, wenn wir hier auf Aurea einen illegalen Tiermarkt abhalten wollten, wo würden wir das machen? Es kann zum Beispiel nicht im Stadtzentrum sein, da dort die Sicherheitskräfte viel zu präsent sind. Gleichzeitig kann es nicht zu abgelegen sein, denn unsere Kunden sollen ja einen einigermaßen bequemen Zugang haben. Dann wäre da noch der Platzbedarf, der erheblich sein muss und nicht zuletzt muss der Ort auch gut überwachbar sein.“

Das ließ der Morellianer erst einmal Sacken und er erlaubte, der jungen Frau, sich eigene Gedanken zu machen und das eine oder andere Kriterium noch hinzuzufügen. Er war sich sicher, dass ihre Expertise als ehemalige Kampfpilotin ihr ein scharfes Auge auch für diese Aufgabe beschert hatte. In der Zwischenzeit trat die T6-Raumfähre in den Hyperraum ein.

„Sehr gut. Das alles schließt eine ganze Reihe an Orten aus und wenn wir uns klug anstellen, können wir die Anzahl von Suchobjekten massiv reduzieren. Vielleicht auf ein Dutzend oder weniger.“

Und damit begannen der Padawan und die Ossus Rangerin mit der Sucharbeit. Recht schnell identifizierten sie eine Reihe von Orten, die sich in drei Kategorien unterteilen ließen. Kategorie 1 bestand aus den vielversprechendsten Orten, die die meisten oder alle ihrer definierten Bedingungen erfüllten. Kategorie 2 bestand aus Orten, die keineswegs ideal, aber einen Blick wert waren. Kategorie 3 hatte ein paar Orte, die auf den ersten Blick interessant wirkten, zu denen sie aber nicht genug Informationen hatten, um sie genau einordnen zu können.

Insgesamt waren es bis zum Mittag fast 40 Orte. Damit hatten sie schon weite Teile der Stadt und der umliegenden Industriegebiete und ähnliches herausgefiltert. Ein guter Anfang, aber es lag noch viel Arbeit vor ihnen, wenn sie nicht Wochen oder sogar Monate auf Aurea verbringen wollten. Und das wollten sie keineswegs. Denn je länger sie auf der Suche waren, umso wahrscheinlicher war es, dass die Schmuggler von ihren Ermittlungen erfuhren und Gegenmaßnahmen ergriffen oder sogar komplett untertauchten.

„Sehr gut. Wir sollten aber erst einmal eine Pause einlegen. Es ist ohnehin schon Zeit für das Mittagessen. Wer hat Hunger?“

Aleron erhob sich, um in der kleinen Kombüse an Bord zu schauen, was sie an Speisen würden zubereiten können. Die Ausstattung war nicht luxuriös, aber der Morellianer war überzeugt davon, etwas schmackhaftes aus dem Wenigen zaubern zu können.

„Sage mal, wie geht es eigentlich Valerie? Sie ist sicher stark von ihrem Studium eingebunden, nehme ich an?“

Die Kombüse hatte tatsächlich alles, um die vier an Bord zu versorgen und so begann Aleron, etwas für alle vorzubereiten.

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)
 
Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak-Juna in ihrem Quartier, Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen

Jeder hatte sein Päckchen zu tragen. Jeder hatte Narben. Einige körperlich, viel mehr zumeist seelisch. Sie hatte nie geglaubt, das Ferak keine hätte. Er hatte sie nur bisher so gut verborgen, dass sie ihm da keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Jetzt...war irgendwas geschehen, dass sie doch wieder so stark schmerzten, dass es ihren Padawan in die Knie gezwungen hatte. Sie wusste selbst, wie das war. Sahra liess ihm Zeit. Zeit um den Schmerz wieder so weit zurück zu drängen, dass er wieder Luft bekam. Das er wieder atmen konnte. Irgendwann legte er den Kopf in den Nacken und holte tief Luft. Das war der Punkt. Anschließend konnte er berichten, was ihm so auf dem Herzen lag.Sie liess ihn erzählen und hörte einfach nur zu. Er berichtete von dem Angriff auf sein Heimatdorf und davon, wie er lebend dem Gräuel entkommen war. Und auch er sprach von einer Dunkelheit in sich und zweifelte daran, sie kontrollieren zu können. Sahra nickte kurz.

„Ich verstehe deine Besorgnis.“

Sie schenkte ihm ein warmes Lächeln.

„Wir alle sind Wesen des Lichts, wenn wir geboren werden. Und eigentlich unser ganzes Leben lang und darüber hinaus. Aber ….furchtbare Ereignisse, Erfahrungen können in uns Gefühle wecken, die wir nur als dunkle Wesenheiten beschreiben können- auch wenn es keine Wesenheiten im eigentlichen Sinne sind. Zumindest meistens nicht. Aber es sind Gefühle, die sich uns fremd anfühlen. Darum empfinden wir sich als nicht-zu-uns-gehörend. Auch ich habe einen ganzen Haufen solcher Erfahrungen gemacht und jede dieser Erfahrungen ließ das Gefühl in mir größer werden. Dieses Gefühl von einem „Etwas“ in mir, dass nicht zu mir gehört. Weil ich es eigentlich auch nicht haben will. Weil es eine kalte Anspannung ist, wo Wärme und Entspannung sein sollte. Es gab Zeiten, da hatte ich das Gefühl, in diesem Etwas zu ertrinken. In denen ich nicht wusste, in welche Richtung es jetzt weiter geht. Wo ich hin soll. Wo ich vielleicht Hilfe bekommen konnte- und ob ich diese Hilfe überhaupt wollte. Zwiespältige Gefühle, die zerstörerisch sind. Nicht nur für einen selbst, sondern-vor allem in unserem Fall- auch für unsere Umgebung. So dass wir- auf Grund dieser Gefühle- davon ausgehen müssen, dass wir eine Gefahr für andere sein können. Für jene, die uns lieben. Du kannst sagen, dass das die dunkle Seite ist, ja.“


Sie sah ihn einen Moment lang an, lächelte aber weiterhin.

„ABER… Was würde denn passieren, wenn du jetzt sagen würdest, du hältst dich von allen fern, die durch deine dunkle Seite in Gefahr geraten KÖNNTEN? Du würdest uns zwar in Sicherheit wissen, aber du würdest dieser Dunkelheit auch mehr Raum geben. Weil es dann weniger wichtig wäre, sie im Zaum zu halten. Weil es weniger wichtig wäre, das Licht und die Wärme in dir zu stärken. Und diese Teile sind so viel stärker, Ferak. Glaube mir. Ich bin Jahre allein gewesen, genau aus diesen Gründen. Ich hab Jahre gebraucht um zu erkennen, was ich da eigentlich gerade mache und wir es mir nicht gut tat. Dann habe ich mich langsam zurück getastet. Hab Rückschläge erlebt. Hab gedacht, ich kann keine Jedi mehr sein. Hab gedacht, ne Hütte irgendwo in der Einsamkeit wär nicht schlecht. Dann hab ich dich getroffen und ich bin immer noch überzeugt, dass es der Wille der Macht war. Also habe ich dich als Padawan angenommen. Und … ich glaube, ich habe dir noch nie dafür gedankt, was du mir damit ermöglicht hast. Erkenntnisse, die das dunkle Etwas in mir haben winzig klein werden lassen. Ja, es ist da. Ich bin mir dessen bewusst und manchmal, da bläst es sich auf wie so ein Wichtigtuer. Dabei ist es alles, nur nicht wichtig. Wichtig seid ihr! Du und Ty und Juna. Und soll ich dir was verraten?“

Sie erhob sich und trat hinter Ferak.

„Schliess die Augen und denk mal an jene Dunkelheit, vor der du dich gerade so fürchtest.Dass sie dich übermannen und etwas tun lassen würde, dass du bereuen würdest.“

Sahra wartete einen Moment und legt ihm dann behutsam eine Hand auf den Rücken.

„Und dann werde dir bewusst, dass du dem nicht allein gegenüber stehst. Ich stärke dir den Rücken. Gebe dir halt. Und da sind noch viele andere. Du hast eine unglaublich große Gruppe hinter dir. Ein Heer aus Lichtwesen, die mit dir gemeinsam voran gehen. Dazu kommt die Macht selbst, die Licht, Wärme und Stärke gibt. Du bist nicht allein, Ferak. Niemals. Und mit diesem Wissen beobachte mal, ob das dunkle Etwas in dir nicht mehr Angst vor dir, vor uns hat, als du vor ihm. Das ist wahre Stärke. “

Beruhigend rieb sie ihrem Padawan den Rücken, während sie wartete, dass er neuen Mut fasste. Neue Zuversicht. Neue Kraft.

Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak-Juna in ihrem Quartier, Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen
 
[Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar] Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines

„Ah, Lieutenant Vandrik, das kommt wirklich wie gerufen. Können Sie Gedanken lesen?“ Neelyn schmunzelte ein wenig und kratzte sich vorsichtig am Rande des Verbands um seinen Schädel. Dann nahm er dankend eines der Bonbons entgegen und wedelte dann nonchalant mit dem Datapad in seiner anderen Hand. „Ich denke, wenn ich Gedanken lesen könnte, würde ich meine Vorgesetzten vermutlich weniger oft plump vor den Kopf stoßen …“ Neelyn zuckte mit den Schultern. „Und vermutlich hätte ich mehr Erfolg bei Frauen.“ Ein Grinsen umspielte seine Lippen, bevor er herzhaft gähnte. „In diesem Fall habe ich lediglich die erbärmlich lange Liste an Materialforderungen von Sergeant Snubb durchgelesen. Dann habe ich für einen Moment überlegt, wo ich mir spontan einen Arm oder ein Bein brechen könnte, um mir den Papierkrieg zu ersparen.“ Zufrieden beobachtete er wie Ced die Teile inspizierte und dann einen Schluck vom schwarzen Gold des Jägerkorps nahm. Neelyn hatte bisher noch keinen Piloten getroffen, der kein latentes Suchtproblem mit Bezug auf koffeinhaltige Getränke hatte. Einige, die er getroffen hatte, hatten auch einen verhängnisvollen Hang zu Alkohol, insbesondere, wenn sie schon mehrere Einsätze hinter sich hatten.

„Ah, das weckt müde Geister. Aber sagen Sie doch mal, gibt es irgend etwas neues zu berichten? Es geht ganz schön geschäftig zu dafür, dass wir an sich unseren Sieg feiern sollten.“ Ceds Nachfrage brachte ein schmerzliches Lächeln in Neelyns Gesicht. „Ich würde mich daran gewöhnen, Ced. Ich kann Ihnen sagen, dass alle Offiziere, mit denen ich mich auseinandersetzen durfte, ähnlich beschäftigt sind wie wir, egal ob sie Teil der Flotte sind oder Teil des Jägerkorps. Chonda ist endgültig zu einer koffeingetränkten Maschine geworden und ist noch ‚umgänglicher‘ als normal.“ Neelyn setzte sich mit einem müden Seufzen auf der Palette ab, da die zwei Marines begonnen hatten die schweren Teile für die Mynocks abzuladen. Er war sich unsicher, wie er die Vorgänge deuten sollte, aber es machte ihm Sorge. „Heute Morgen ging bei mir eine allgemeine Urlaubssperre für das Geschwader ein. Noch dazu habe ich eine Mitteilung bekommen, dass wir auf Lianna sofort Ersatzjäger und frische Piloten bekommen, was zumindest verdächtig ist.“

Ein weiteres Seufzen kam über seine Lippen. Vandrik legte sein Datapad neben sich ab und fuhr sich nachdenklich durch die Haare. „Ich weiß nicht, Ced,“ begann er mit ernstem Blick. „Es klingt für mich mindestens nach handfester Krise. Oder Krieg. Warum sonst bekämen wir direkten Ersatz zugeteilt und dümpeln hier unter Gefechtsbereitschaft durch den Hyperraum?“

[Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar] Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines
 
Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar | Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines

Fayr nickte zufrieden die gelieferten Teile ab. Das war alles, was er benötigte, um seinen XJ-Flügler wieder gefechtsbereit zu machen. Es war jetzt nur noch eine Frage von wenigen Arbeitsstunden. Mit etwas Glück würde er die Arbeiten heute noch abschließen können. Neelyn sprach anschließend an, wie geschäftig die Chefetage an Bord war.

„Das klingt ja alles andere als beruhigend. Wir haben uns alle etwas Erholung verdient.“

Der Corellianer dachte da vor allem an sich selbst. Man hatte ihn ja für diesen Einsatz aus seinem Urlaub vorzeitig zurück geholt und Fayr war fest entschlossen, den jetzt auch zu nehmen, wenn sie nach Lianna zurückkehrten. Doch dann machte Neelyn ihm einen Strich durch die Rechnung.

„Urlaubssperre? Was heisst hier Urlaubssperre? Ich habe noch alten Urlaubsanspruch, den ich nehmen muss und will! Das ist doch wirklich unglaublich, was denkt sich die Kommandoebene nur? Urlaubssperre, ich glaub's ja!“

Über diese unschönen Neuigkeiten echauffierte sich der Corellianer ausführlich und aus tiefstem Herzen. Die folgende Einschätzung seines Gegenüber, dass eine Krise oder sogar ein Krieg bevorstehen könnte, dämpfte da Fayrs Aufregung nur bedingt.

„Und ausgerechnet wir sollen da Feuerwehr spielen? Da muss es doch erfahrenere und vor allem ausgeruhtere Geschwader geben, die das Kommando heranziehen kann.“

Er schüttelte den Kopf. Dieser noch unbekannte Konflikt hatte noch nicht einmal angefangen und das Kommando belastete das Personal bereits entgegen der Regularien über Gebühr? Und das alles auch noch zu Lasten von Fayrs Urlaubsanspruch. Das war unerhört, er beschloss nach Schichtende seinem Senator zu schreiben und eine Beschwerde einzulegen. Aber bis dahin hatte er noch einiges an Arbeit zu erledigen. Wie es aussah, würden die Arbeiten an seinem Jäger definitiv noch heute beendet werden müssen.

„Ich schätze, mehr werden wir frühestens erfahren, wenn wir auf Lianna angekommen sind. Sie werden uns ja direkt irgendwo hinschicken wollen. Wenn das so läuft, werden wir da überhaupt frische Luft am Boden atmen dürfen? Wahrscheinlich nicht.“

Fayr schüttelte über diese Nachrichten noch einmal mit Nachdruck den Kopf. Na, zumindest würde ihnen scheinbar auf absehbare Zeit nicht langweilig werden.

Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar | Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines
 
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