Lily Évarielle d’Oridin
All under control
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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Charles Beaurant, Moff Kravjic, viele Reporter und div. Imperiale
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Charles Beaurant, Moff Kravjic, viele Reporter und div. Imperiale
Die Pressekonferenz war im Großen und Ganzen ein Erfolg gewesen. Natürlich waren die Fragen im Voraus abgestimmt gewesen, aber selbst die unerwartete, kleine Störung hatte ihr letztendlich in die Hände gespielt. Der Mann hatte seine Akkreditierung verloren. Lilivienne würde außerdem noch herausfinden, wer ihm diese überhaupt erst gestattet hatte. Sie brauchte dringend einen Nachfolger für ihren eigenen Legaten-Posten. Die Öffentlichkeitsarbeit durfte nicht vernachlässigt werden. Ansonsten sah man ja, was dabei herauskam. Allerdings diente ein solcher Auftritt auch dazu, eine Botschaft zu setzen, die sich in den nächsten Wochen durch die imperialen Medien wiederholen würde: Stabilität, Sicherheit und eine strikte Führungshand. Lily wusste, dass im Imperium viele Blicke auf Bastion ruhten. Wenn das Zentrum des Reiches wankte, wankte das Reich.
Jetzt und hier, im Ballsaal des Regierungspalastes, war der Ton allerdings ein anderer. Die Taktik änderte sich. Hier waren es nicht die Massen, die überzeugt werden mussten, sondern die Bürokraten, Aristokraten, Offiziere - kurzum jene, die Einfluss hatten und deren Loyalität nicht immer selbstverständlich war.
Moff Kravjic hatte sie zur Seite genommen, um im ruhigen Gespräch über einige der Anwesenden zu sprechen. Seine Einblicke waren Gold wert. Gerade was den Kommandanten der Systemverteidigungskräfte anging, konnte er wertvolle Informationen im Umgang liefern. Allerdings war auch dies kein tiefgehendes Gespräch - vielmehr ein diplomatischer Austausch, wie es in solchen Kreisen üblich war. Als jemand aus dem Wirtschaftsministerium dazu trat wurde es dann förmlich. Ein angedeutetes Lächeln und eine kurze Bemerkungen über den reibungslosen Ablauf, dann ein paar Worte über die wirtschaftliche Entwicklung des Sektors und schon war das Gespräch vorbei. Nichts anderes als Smalltalk.
Als Lily ihren Blick durch den Saal schweifen ließ, bemerkte sie Charles Beaurant, ihren Legaten für Kultur, in königsblauer Gewandung heranschleichen. Der Mann hatte einen Sinn für Stil und Auftritt. Allerdings wurde das auch von ihm erwartet. Sein Anzug war tadellos und seine Körperhaltung verriet eine gewisse Selbstsicherheit, ohne Überheblichkeit auszustrahlen. Noch bevor die Gouverneurin reagieren konnte, setzte Moff Kravjic ein Lächeln auf und begrüßte den Legaten recht herzlich, wie sie fand. Offentlich gab es da eine gemeinsame Vergangenheit über die Familie. Natürlich. Jetzt verstand sie erst Recht, warum er ihr nahegelegt hatte, Beaurant im Kabinett zu behalten.
Lily erwiderte seine Begrüßung höflich lächelnd. Moff Kravijc schien derweil jemanden in der Menge erkannt zu haben, der seiner Aufmerksamkeit bedurfte, entschuldigte sich kurzerhand und ließ die beiden allein zurück.
“Danke, Mister Beaurant. Wenn meine Arbeit als Gouverneurin mich mit einem nur halb so großen Ruf zurücklässt, wie ihn Ihr Großvater genießt, dann habe ich am Ende etwas richtig gemacht”, entgegnete sie und meinte es durchaus ehrlich. Über seinen zweiten Satz stockte sie kurz und ließ die Gedanken schweben. Jedi, die Bastion infiltrieren? Das war Sith-Angelegenheit. Und weit mehr als ein gefährliches Gerücht. Wenn da auch nur ein Fünkchen Wahrheit hinter steckte, hätte man sie doch sicherlich informiert? Lilys Augenbrauen zuckten, doch sie beherrschte sich schnell wieder. Es wäre schon ein Unding, wenn der Kultur-Legat über Dinge Bescheid wüsste, die sich außerhalb ihrer eigenen Kompetenz befanden. Allerdings war Beaurant gut vernetzt. Es war nicht ausgeschlossen, dass er Dinge erfuhr, die sie als Gouverneurin auf offiziellem Wege niemals erreichen würden.
“Es sind unruhige Zeiten”, sagte sie mit einer Stimme, die weder Besorgnis noch Zweifel erkennen ließ.
“Bastion ist das Herz des Imperiums und wir, die gesamte Regionalverwaltung, hat dafür zu sorgen, dass es auch weiter schlägt.”
Sie ließ eine Pause, in der die Bedeutung ihrer Worte sacken konnte.
“Was die Gerüchte betrifft - nun, zweifellos haben Sie Ihre Quellen. Und was den Sittenverfall angeht, fällt dies ja zum Glück aller in Ihr Ressort. Ich bin sicher, Sie haben schon Ideen, wie Sie dem entgegenwirken können.”
Lily schnappte mit ihren Händen nach zwei frisch gefüllten Gläsern alkoholfreien Rummy Tonic, die eine Kellnerin mit eleganten Gesichtszügen auf einem Tablett durch die Menge transportierte. Eines davon reichte sie dem Legaten.
“Warum begleiten Sie mich nicht auf den Süd-Balkon und wir reden in etwas Ruhe darüber?”
Sie hatte ohnehin vor, ihn in ihre Pläne für Bonetown einzuweihen, in der eine neue Kulturrevolution Einzug halten musste, um dem dort vorherrschenden Sittenverfall tatsächlich Einhalt zu gebieten. Außerdem interessierte es sie brennend, wo er so seine Gerüchte aufschnappte.
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