Bastion

| Bastion | Center | Arthious-Boulevard | Gouverneurspalast | Ballsaal |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Charles Beaurant, Moff Kravjic, viele Reporter und div. Imperiale

Die Pressekonferenz war im Großen und Ganzen ein Erfolg gewesen. Natürlich waren die Fragen im Voraus abgestimmt gewesen, aber selbst die unerwartete, kleine Störung hatte ihr letztendlich in die Hände gespielt. Der Mann hatte seine Akkreditierung verloren. Lilivienne würde außerdem noch herausfinden, wer ihm diese überhaupt erst gestattet hatte. Sie brauchte dringend einen Nachfolger für ihren eigenen Legaten-Posten. Die Öffentlichkeitsarbeit durfte nicht vernachlässigt werden. Ansonsten sah man ja, was dabei herauskam. Allerdings diente ein solcher Auftritt auch dazu, eine Botschaft zu setzen, die sich in den nächsten Wochen durch die imperialen Medien wiederholen würde: Stabilität, Sicherheit und eine strikte Führungshand. Lily wusste, dass im Imperium viele Blicke auf Bastion ruhten. Wenn das Zentrum des Reiches wankte, wankte das Reich.

Jetzt und hier, im Ballsaal des Regierungspalastes, war der Ton allerdings ein anderer. Die Taktik änderte sich. Hier waren es nicht die Massen, die überzeugt werden mussten, sondern die Bürokraten, Aristokraten, Offiziere - kurzum jene, die Einfluss hatten und deren Loyalität nicht immer selbstverständlich war.

Moff Kravjic hatte sie zur Seite genommen, um im ruhigen Gespräch über einige der Anwesenden zu sprechen. Seine Einblicke waren Gold wert. Gerade was den Kommandanten der Systemverteidigungskräfte anging, konnte er wertvolle Informationen im Umgang liefern. Allerdings war auch dies kein tiefgehendes Gespräch - vielmehr ein diplomatischer Austausch, wie es in solchen Kreisen üblich war. Als jemand aus dem Wirtschaftsministerium dazu trat wurde es dann förmlich. Ein angedeutetes Lächeln und eine kurze Bemerkungen über den reibungslosen Ablauf, dann ein paar Worte über die wirtschaftliche Entwicklung des Sektors und schon war das Gespräch vorbei. Nichts anderes als Smalltalk.

Als Lily ihren Blick durch den Saal schweifen ließ, bemerkte sie Charles Beaurant, ihren Legaten für Kultur, in königsblauer Gewandung heranschleichen. Der Mann hatte einen Sinn für Stil und Auftritt. Allerdings wurde das auch von ihm erwartet. Sein Anzug war tadellos und seine Körperhaltung verriet eine gewisse Selbstsicherheit, ohne Überheblichkeit auszustrahlen. Noch bevor die Gouverneurin reagieren konnte, setzte Moff Kravjic ein Lächeln auf und begrüßte den Legaten recht herzlich, wie sie fand. Offentlich gab es da eine gemeinsame Vergangenheit über die Familie. Natürlich. Jetzt verstand sie erst Recht, warum er ihr nahegelegt hatte, Beaurant im Kabinett zu behalten.

Lily erwiderte seine Begrüßung höflich lächelnd. Moff Kravijc schien derweil jemanden in der Menge erkannt zu haben, der seiner Aufmerksamkeit bedurfte, entschuldigte sich kurzerhand und ließ die beiden allein zurück.


“Danke, Mister Beaurant. Wenn meine Arbeit als Gouverneurin mich mit einem nur halb so großen Ruf zurücklässt, wie ihn Ihr Großvater genießt, dann habe ich am Ende etwas richtig gemacht”, entgegnete sie und meinte es durchaus ehrlich. Über seinen zweiten Satz stockte sie kurz und ließ die Gedanken schweben. Jedi, die Bastion infiltrieren? Das war Sith-Angelegenheit. Und weit mehr als ein gefährliches Gerücht. Wenn da auch nur ein Fünkchen Wahrheit hinter steckte, hätte man sie doch sicherlich informiert? Lilys Augenbrauen zuckten, doch sie beherrschte sich schnell wieder. Es wäre schon ein Unding, wenn der Kultur-Legat über Dinge Bescheid wüsste, die sich außerhalb ihrer eigenen Kompetenz befanden. Allerdings war Beaurant gut vernetzt. Es war nicht ausgeschlossen, dass er Dinge erfuhr, die sie als Gouverneurin auf offiziellem Wege niemals erreichen würden.

“Es sind unruhige Zeiten”, sagte sie mit einer Stimme, die weder Besorgnis noch Zweifel erkennen ließ.
“Bastion ist das Herz des Imperiums und wir, die gesamte Regionalverwaltung, hat dafür zu sorgen, dass es auch weiter schlägt.”

Sie ließ eine Pause, in der die Bedeutung ihrer Worte sacken konnte.

“Was die Gerüchte betrifft - nun, zweifellos haben Sie Ihre Quellen. Und was den Sittenverfall angeht, fällt dies ja zum Glück aller in Ihr Ressort. Ich bin sicher, Sie haben schon Ideen, wie Sie dem entgegenwirken können.”

Lily schnappte mit ihren Händen nach zwei frisch gefüllten Gläsern alkoholfreien Rummy Tonic, die eine Kellnerin mit eleganten Gesichtszügen auf einem Tablett durch die Menge transportierte. Eines davon reichte sie dem Legaten.

“Warum begleiten Sie mich nicht auf den Süd-Balkon und wir reden in etwas Ruhe darüber?”

Sie hatte ohnehin vor, ihn in ihre Pläne für Bonetown einzuweihen, in der eine neue Kulturrevolution Einzug halten musste, um dem dort vorherrschenden Sittenverfall tatsächlich Einhalt zu gebieten. Außerdem interessierte es sie brennend, wo er so seine Gerüchte aufschnappte.


| Bastion | Center | Arthious-Boulevard | Gouverneurspalast | Ballsaal |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Charles Beaurant, Moff Kravjic, viele Reporter und div. Imperiale
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Jean Porter und Piet Torr

Loran lächelte schief und ließ sich Zeit. Er nahm den Beutel entgegen und wog ihn in der Hand, als könne er das Vermögen dadrin durch das Leder hindurch fühlen.

“Wunderbar. Ich wusste ja nicht, mit wem ich es zu tun habe. Aber ihr seid professionell. Das mag ich!”

Seine Worte zwang er an der Pfeife vorbei, die er noch im Mund hielt, während er den Beutel mit beiden Händen ein kleines Stück öffnete und einen Blick auf die glänzenden Credits warf, bevor er ihn mit einer flinken Fingerbewegung wieder schloss. Dann nahm er seinen Mantel, den er über die Schulter geschwungen hatte, und verstaute den Beutel gelassen darin.

“Nun denn, meine Hübschen. Geschäft ist Geschäft ist Geschäft.”

Der Informant nahm seine Pfeife aus dem Mund, deutete mit ihr auf die Agentin und senkte dann die Stimme ein wenig.

“Euer Mann wurde von einem Kerl namens Rupert Nidjk umgelegt. Ein Auftragskiller.”

Loran verlagerte kurz sein Gewicht auf das andere Bein.

“Mieser Kerl, das sag’ ich euch. Er hat ein Apartment auf der 112ten in Bonetown. Über dem Gemüsemarkt. Er wurde angeheuert von …”

Als er gerade dabei war, weiter auszuholen, ertönte ein Geräusch in der Dunkelheit. Loran stockte und bemerkte, wie die Anspannung in der Luft sich mit einem Mal verdichtete. Irgendwas stimmte nicht. Dann hörte er ein metallisches Klicken, gefolgt von einer ruhigen, aber eindringlichen Stimme, die er nur zu gut kannte.

“Tut mir leid, Loran. Du weißt ja, wie das läuft.”

Aus dem Schatten trat Dren Malco, der bullige Kerl mit dem kantigen Gesicht und kahl rasierten Schädel, den er als Backup zu diesem Treffen mitgenommen hatte. Er hielt den Blaster schussbereit in der Hand.

Loran fluchte leise.


“Dren, du Vollidiot. Was zum …”

“Credits sind Credits”
, unterbrach ihn der Störenfried knapp. Seine Miene war gierig und den Finger hielt er schussbereit am Abzug. ”Leg die Credits auf den Boden und dann könnt ihr euch verpissen.”

Loran ließ den Blick kurz zu den Agenten schweifen. Die Situation war dabei, aus dem Ruder zu laufen. Er hasste soetwas.

“Man, du Idiot. Wenn du auch nur eine Hirnzelle hättest, hättest du gewartet, bis ich allein bin.”
Er hob die Hände und lachte gezwungen, um etwas Schärfe auf der Situation zu nehmen. Hoffentlich tat jetzt niemand etwas Dummes.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr

Rupert Nidjk. Jean versuchte sich diesen Namen in ihr Hirn einzubrennen. Ein Auftragsmörder? Irgendwas stimmte doch da nicht. Ein Offizier des IGD, der von einem Auftragsmörder aus dem Weg geräumt wurde. Mit wem oder was hatte Dale sich angelegt? Sicherlich nicht mit dem Imperium, die hätten sehr viel unauffälligere und unkompliziertere Wege, sich untreuen Agenten zu entledigen. Hatte Dale schulden? Das machte genauso wenig Sinn. Fieberhaft versuchte Jean sich eine Ursache für das alles zu erdenken, doch es war alles irgendwie merkwürdig.
Sie lauschte Vox so gut wie irgendwie möglich. Die Lösung war so nahe und dann- "
ACH KOMMT SCHON!"

Jean war kein impulsiver Mensch, nein, sie war kühl. Aber das hier brachte das Fass zum überlaufen. Warum konnte in diesem beschissenen Fall nicht eine Sache nach Plan laufen ! Sie hasste kriminelles Pack so sehr. Dieser Abschaum hatte es nicht einmal verdient, die dreckigen Füße auf den heiligen Imperialen Boden zu stellen.
Mit Übung zog Jean ihren Blaster und hielt ihn auf den Mann der wohl Dren hieß.


"Senk die Waffe du Wombratte oder du bereust es."

Genug der falschen Höflichkeit. Loren und Dren, diese Ratten gehörten in einen Untersuchungsraum und so lange befragt, bis sie nur noch winseln konnten. Die andere Hand der Agentin zückte die Viproklinge.
"
Um eure lächerlichen Kredits könnt ihr euch später noch streiten."
Jean hatte die Schnauze endgültig voll, irgendwer bezahlte hier heute.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Zuletzt bearbeitet:
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
Loran riss genervt die Augen auf, als die Agentin ihre Waffe zog und begann, damit herum zu fuchteln.

“Verdammt, Mädchen! Musst du gleich so überreagieren?”

Er hob die Hände noch höher. Was auch immer sich hier jetzt entwickeln würde, war doch nicht auf seinen Mist gewachsen. Mit dem Gedanken, sich hier schön rauszuhalten, huschte sein Blick zwischen ihr und Dren hin und her. Die imperiale Agentin hatte den Blaster gezückt, was bedeutete, dass Malco sich nicht ohne weiteres zurückziehen würde. Der Bastard war stur wie eine alte Kath-Hündin und drei Mal so dumm. Ihn in die Ecke zu drängen, war ein Fehler. Aber das konnte sie natürlich nicht wissen.

Loran verzog keine Miene, doch seine ansonsten lässige Haltung versteifte sich zusehends. Langsam machte er ein paar Schritte zur Seite, die Hände weiter erhoben.


“Hört mal, wir bleiben jetzt alle flauschig und entspannt.”

“Schnauze!”
, bellte Dren. Auf seiner kahlen Stirn bildete sich Schweiß. Seine Augen waren weit aufgerissen. Verdammt, hatte er was eingeschmissen? Warum hatte Loran das nicht bemerkt? Das Ganze hier war ein großer Fehler, für beide Seiten. Selbst wenn Loran diesen Mist überlebte, würden die IGD-Agenten ihm nicht verzeihen, dass er so jemanden abgeschleppt hatte. Außerdem wäre sein Ruf zerstört, ein vertrauenswürdiger Informationshändler zu sein, mit dem selbst das Imperium Deals eingehen konnte.

“Ich will nur die Credits, Lady! Die Infos kannst du aus ihm danach immer noch rausprügeln!”

Das Auge des Hünen begann unkontrolliert zu zucken. Loran erkannte, dass sein Finger gefährlich über den Abzug strich, während er seinen Blaster zwischen der Agentin und ihm hin und her schwenkte.

“Gib sie mir, Loran!”

Der Informationshändler machte einen vorsichtigen Schritt nach hinten. Das hier würde gleich fürchterlich schiefgehen. Doch er musste etwas tun. Wenn er nichts unternahm, würde man ihm nicht abkaufen, dass das Ganze so nicht geplant war.

“Weißt du was, Malco? Ich dachte, du wärst ein Profi. Aber du bist nichts weiter als ein dummer Straßenköter. Ein verdammt schlechter Zeitpunkt für so eine Nummer, Kumpel.”

Dren Malco schien einen Augenblick zu überlegen. Diesen Moment nutzte Loran, um blitzschnell seine beiden CP-2-Blasterpistolen zu ziehen und das Feuer zu eröffnen. Ohrenbetäubend hallte die ausbrechende Hölle in den Schluchten zwischen den Lagerhallen und Beladungsrampen wider. Dren hatte sich in ruckartiger Bewegung hinter eine große Frachtkiste geworfen, die Loran nun mit roten Blasterbolzen bearbeitete.

“Dann eben auf die harte Tour!”

Als das Feuer von hinter der Kiste erwidert wurde, ließ er sich selbst fluchend zur Seite fallen.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr

Die Wut der Agentin stieg weiter. Jean hasste es, sie hasste sich gerade furchtbar selbst. Weil die kühle Fassade bröckelte. Weil sie dir Kontrolle verloren hatte.

Sie riss Piet mit hinter eine andere Kiste und eröffnete ebenfalls das Feuer gegenüber Dren. Der Mann war nichts wert, aber Loran durfte nichts passieren. Sie brauchten diese Informationen!

Jean hoffte einfach das Dren zu sehr von Loran und sein Feuer abgelenkt wurde und versuchte näher an die Kiste zu kommen um den Kerl besser treffen zu können. Nur knapp wich sie einem Schuss von Loran aus. Der Missionsbericht wurde gerade immer interessanter.

Die beiden schienen ja wirklich gute Freunde zu sein, dachte die Agentin sarkastisch, während sie hinter einem Rohr näher an der Kiste Deckung fand und weiter schoss. Beim Imperator, dass konnte noch was werden.
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion - Bastion Center - Sith Tempel - Domäne der Wissenden - Gänge - Agatosh, Extinktoren


Der blaue Berg spürte die Spannung in der Luft. Trotz der Unsicherheit, die durch den fehlenden Kontakt mit Sera entstanden war, blieb er unbeeindruckt und gewohnt stoisch. In seinem Inneren hatte sich längst eine stille Gewissheit gesammelt, dass Odiums Plan durchdacht und ohne Fehler war. Die anderen, vor allem Ventum und Carifexan, mochten Zweifel hegen, doch Agatosh hatte insbesondere durch die Lehren seines Meisters Zion gelernt, dass Strategie und Geduld ebenso zu den Waffen eines Kriegers gehörten, wie es bei Stärke und Brutalität der Fall. Ihre Feinde würden nicht wissen, was sie getroffen hatte, und der Moment, in dem Sera ihren eigentlichen Auftrag erfüllen würde, kam näher. Sie war ihr Vehikel, um die Gruppe zu beiden Sith auf Zions Todesliste zu führen. Jeder Schritt der Gruppe hallte wider, als sie sich der Zielposition näherten – und Agatosh wusste, dass sie dem unvermeidlichen Ende ihrer Beute immer näherkamen.
Als die Truppe in den Speisesaal eintrat, umfing sie sofort die bezeichnende Stille des Raumes. Der lange Tisch im Zentrum, bedeckt mit Überresten von begonnenen aber nicht vollendeten Mahlzeiten, war zurückgelassen. Keine Spur von
Sera, keine Spur von Tyber und Zekk. Agatosh spürte eine leichte Unruhe in seiner Brust – ein Gefühl, das ihm durch und durch missfiel. Sein Meister würde vor Zorn rasen, wenn es diesen Verrätern gelingen sollte, seine nervige aber dennoch talentierte Schülerin zu eliminieren. Doch in seiner Haltung blieb er fest, wie der Fels im Sturm, den er durch seine undurchdringbare stoische Aura stets darzustellen vermochte. Odium hob die Hand, eine Geste, die sofort die Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe auf sich zog. Die Extinktoren waren offenbar eingespielte Meister der Synchronisation und als er den Befehl gab, bewegten sie sich im Einklang, als würden sie gemeinsam eine einzige, schlagkräftige Entität bilden. Agatosh blieb mit Nelia im Hintergrund. Die roten Augen des Hünen scannten den Raum ab. Üblicherweise entglitt seinem wachsamen Blick nichts und niemand und auch wenn die anderen ranghohen Sith ihre Machtfertigkeiten meisterhaft nutzen konnten, war der Chiss der festen Überzeugung, dass seine angeborenen Sinne nach wie vor ein Trumpf sein konnten. Und tatsächlich blieben der glühende Blick in der Nähe der Tür auf einem Objekt am Boden haften. Mit langsamen, schweren Schritten näherte sich der blaue Berg - von der anderen Seite stieß Darth Undiqus dazu, der ihm in der Höhe vielleicht bis zur Brust ging. Ehe sich Agatosh seinen kolossalen Körper beugen konnte, um das zerstrümmerte Gerät aufzuheben, kniete der stille und unauffällig auftretende Nichtmensch am Boden und schien Raum und Zeit auszublenden.

Odium tauchte neben Agatosh auf und warf ihm einen Seitenblick zu, während Undiqus noch kniend am Boden verharrte, das Gerät fest im Griff haltend. Die anderen hatten die Gänge unter die Lupe genommen, die von hier weg führten, kehrten aber erfolglos zurück. Dann stand Undiqus in ruhiger Pose auf. Wortlos nickte er bloß und hob wieder seine Hand, was die anderen ihm gleichtaten. Agatosh, der nicht wusste, was passierte, bemerkte den Seitenblick von Nelia, die aufgrund ihrer etwas weitreichenderen Erfahrung mit Sicherheit eine Ahnung hatte.

Für den Hünen wirkte es so, als würde der
zierliche Nichtmensch den anderen über irgendeine geistige Fähigkeit jene Informationen übertragen, die er aus diesem Gerät hatte saugen können. Ein ungewöhnliches Schauspiel für einen pragmatischen und im Hier und Jetzt verwurzelten Mann wie Agatosh.

Dann nach einer Minute trat
Odium ins Zentrum der Truppe und erhob seine Stimme.

"Sera wurde von Zekk, seinem und dem Schüler Kal'lesus gefasst."

Der schiere Gedanke an den Blondschopf ließ die stille Wut in Agatosh lodern und ihn unmerklich seine Fäuste ballen.

"Sie haben sie verschleppt. Und sie hat nicht über unsere Pläne ausgepackt. Noch nicht."

Odium richtete sich Agatosh zu, der seinen Blick regungslos erwiderte.

"Undiqus kann mit Sicherheit eingrenzen, wohin sie sie verschleppt haben. Wenn wir noch ein kleines bisschen ausharren, wird Darth Tyber dazustoßen. Aber wenn Sera singt, sind sie gewarnt und können fliehen. Du kennst sie von uns am Besten. Einige von uns sind ihr gegenüber skeptisch, aber Zion vertraut ihren Talenten. Also sag uns; wird sie unsere Pläne gefährden? Wenn ja, schlagen wir jetzt sofort zu."

Agatosh musste nicht lange in sich gehen. So sehr er seine Mitschülerin zeitweise verabscheute, war sie alles andere als einfach zu brechen. Selbst Zion hatte sie noch nicht vollständig unter Kontrolle bekommen und er war als Sith diesen beiden Verrätern um ein vielfaches überlegen. Sein starrer Blick ruhte für ein paar Momente auf der nichtmenschlichen Miene des Extinktors. Dann ertönte seine mechanisch verzerrte Stimme.

"Sie hält durch"

Die anderen aus der Gruppe hatten ihn wie gebannt angestarrt. Für die meisten war der schweigsame Hüne ein Rätsel und wenn er einmal das Wort ergriff, dann hörten die anderen ihm meistens zu. Ein Nimbus, den er sich sorgsam aufbaute und der beileibe nicht daher rührte, dass er mangels passender Gedanken zu einer Sachlage nichts zu sagen hatte. Odium nickte nun wieder und die Gruppe wartete. Carifexan schritt unruhig auf und ab, Ventum tat es ihm gleich. Odium blieb in seelenruhiger Pose stehen und legte sich seinen langen Finger ans Kinn, während Undiqus ebenfalls in ruhiger Position verharrte und das tat... was auch immer er tat. Jedenfalls wirkte es sinnvoll. Nach einigen Minuten regte sich etwas. Undiqus neigte sich hinüber zu Odium, der sich herunterbeugte und zuhörte, was der stille Nichtmensch zu sagen hatte. Dann griff der Anführer der Gruppe sein Lichtschwert und die Gruppe setzte sich im schnellen Marsch in Bewegung.

Die schweren und weiten Schritten des Hünen hallten durch die Gänge der Domäne der Wissenden, während er
Odium flankierte. Seine Haltung schien mit jedem Schritt aggressiver und kampfeslustiger zu werden. Xaro's letzte Stunde war gezählt. Sie näherten sich unaufhaltsam ihrem Ziel und mit einer stummen Geste deutete Odium an, dass sie sich kampfbereit machen sollten...


Bastion - Bastion Center - Sith Tempel - Domäne der Wissenden - Gänge - Agatosh, Extinktoren
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
Loran fluchte, als ein Blasterbolzen gefährlich nah an seinem rechten Ohr vorbeizischte und ein qualmendes Loch in der Kiste hinter ihm hinterließ. Das war nicht der Abend, den er für sich geplant hatte. Eigentlich wollte er den Deal schnell über die Bühne bringen und seine frisch verdienten Credits in der nächsten schmutzigen Bar versaufen.

“Verdammter Idiot”, raunte er über den Lärm des ausgebrochenen Feuergefechts hinweg.

Dren Malco hatte sich unterdessen mit dem Rücken gegen eine übergroße Frachtkiste gepresst. Das Feuer der Agentin zwang ihn, in Deckung zu bleiben. Loran wusste, dass das hier nicht mehr mit Worten aufzulösen war. Hier und heute würde jemand sterben. Der Informationshändler schätzte seine eigenen Chancen ab. Malco war in der schlechteren Position, von zwei Seiten unter Beschuss. Aber er war schwer bewaffnet und hatte die bessere Deckung. Prinzipiell hätte Loran sich einfach zusammenkauern und abwarten können. Aber falls die Agenten starben, würde der IGD ihm die Schuld zuschieben, und das vielleicht auch nicht vollständig unberechtigt. Starb Dren, ohne dass Loran half, sah es auch nicht besser aus.
Er atmete keuchend aus. Warum musste er sich mit diesem Mist herumschlagen?

Mit einem weiteren schnellen Atemzug richtete er sich halb auf, feuerte zwei gezielte Schüsse auf die Kiste, hinter der Malco hockte - nicht, um ihn zu treffen, sondern um ihn unter Druck zu setzen. Dann rollte er sich zur Seite und suchte eine neue Position. Er fand sie hinter ein paar Fässern. Ein Querschläger brannte sich neben seinen Fuß in den Boden.


“Hey, IGD-Lady!”, rief er herüber. “Vielleicht solltest du den Kerl zuerst erledigen, bevor du mich aus Versehen erschießt!”

Er konnte nur hoffen, dass sie in dem Chaos noch realisierte, dass er auf ihrer Seite war. Also so halb. Zumindest brauchten sie ihn ja noch lebend, um den Rest ihrer Informationen zu erhalten.

Malco schien jedoch genug zu haben. Mit einem lauten Knurren riss er sich aus seiner Deckung und zielte blindlings mit einer schnellen Salve auf Loran. Einer der Bolzen traf ein Fass hinter ihm und heiße Funken sprühten in seine Richtung, gefolgt von einem beissenden Geruch. Zu spät erkannte er die Warnhinweise auf den Containern.
Rhydonium.

“Argh, man! F-u-c-... “

Mit einem lauten Knall zerbarst das Metall in einer ohrenbetäubenden Explosion. Lorans Körper wurde durch die Luft geschleudert, während der Feuerball weitere Fässer erfasste, die in einer Kettenreaktion der Zerstörung explodierten.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr

Es ging hier alles eindeutig zu schnell. Verdammt das treffen sollte unauffällig verlaufen und nicht halb Bastion in Aufrufe versetzen.

Als das erste Fass anfing zu explodieren viel die Agentin mit Voller Wucht nach hinten. Unsanft schlug ihr Kopf auf dem dunklen Stein auf.

Porter gab einen schmerzhaften Laut von sich. Ihre Viproklinge viel Uhr unsanft aus der Hand und landete mit einem klirren am Boden, welches aber aufgrund der lauten Geräusche, kaum zu hören war.

Jean blieb wo sie war und wartete bis die Fässer explodierten. Ihr Kopf dröhnte und sie spürte wie Teile der Fässer die wild durch die Gegend flogen sie im Gesicht kratzeten und Blut über ihre Wangen strömten.

Wie ein ertrinkender klammerte sie sich an den Blaster in ihren Händen,bis die Explosion vorbei war.

Der ISB würde das ganze wohl als tragischen Unfall im Industriebezirk verkaufen, dachte sie bitter. Als die Fäßer endlich fertig waren und den Sektor in einem einzigen Schlachtfeld hinterlassen hatte, rappelte sich die Agentin auf. Wo war der verfluchte Mistkerl.

Mit einem Anflug von Wahnsinn eröffnete sie erneut das Feuer gegen Malcolm in der Hoffnung, dass der Überraschungseffekt auf ihrer Seite war.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion / Bonetown / The Void / Sane

Der Barkeeper führte Sane ins Obergeschoss des Clubs in ein heruntergekommenes und unordentliches Zimmer, wo Samin bereits auf ihn wartete. Als er sie sah, fiel etwas von der Anspannung von ihm ab. Keine Falle, kein ISB. Sein Gespür für die Sache rund um die Pilotin war also richtig. Sie meinte es ehrlich und hatte ein ernstes Anliegen. Ihre Motivation musste Sane dennoch in Erfahrung bringen. Es war nicht leicht, auf Bastion jemandem zu vertrauen, vor allem nicht für ihn. Hinzu kamen Zeiten, in denen Leute aus Fenstern in den Tod gestürzt wurden. Kein gutes Timing, um neue Freunde zu finden.

"Wie kamen Sie auf diesen Ort?"

Sane schaute sich in dem Raum um, während Samin ihm Rian vorstellte. Er nickte dem Mann zu und verkniff sich ein "Nennt mich einfach Sane." Der volle Titel klang in seinen Ohren immer noch wie ein Fremdkörper, der ihm umgehängt wurde. Da Samin ihn nach ihrer letzten Unterhaltung nicht verraten hatte, schien es zumindest eine Vertrauensbasis zwischen ihnen zu geben - dennoch war sie eine imperiale Pilotin und Propagandasternchen der imperialen Elite. Es gab keinen Grund, sie hinter die Fassade des Herrn von Kath blicken zu lassen. Hinzu kam, dass er diesen Rian nicht kannte. Ein alter Freund von Samin? Konnte gelogen sein, aber vorerst gab er sich mit dieser Erklärung zufrieden. Der Mann schien sowieso nicht allzuviel Interesse an Sane zu haben und beschäftigte sich lieber mi dem Bildschirm vor ihm. Sollte Sane recht sein.

Er setzte sich auf einen der Barhocker und nahm das Datapad entgegen, während er aufmerksam zuhörte. Es enthielt ein erstaunlich umfangreiches Dossier über die jüngsten Entwicklungen in der imperialen Verwaltung. Listen mit Namen, weiterführende Akten über Moffs und Gouverneure, die plötzlich zeitgleich die Karriereleiter empor kletterten. Samin hatte zudem mehr zum Toten vom Boulevard herausgefunden: Ein IGD-Verbindungsmann. Sane schaute kurz auf und schaute die blauhäutige Frau mit zusammengekniffenen Augen an während er angestrengt versuchte, sich einen Reim auf all das zu machen. Ihre weiteren Ausführungen waren noch interessanter. Es gab auch in Armee und Flotte sowie ISB Personalwechsel? Konten wurden eingefroren? Erhöhte Alarmstufe und Razzien? Sane ging weiter das Dossier durch, während er aufmerksam dem Vortrag von Samin lauschte. Für ihn gab es nur eine Antwort auf die Frage, die sie schlussendlich stellte.


"Das ist eine Säuberung. Jemand war hier sehr gründlich und hat gut recherchiert denn... schauen Sie selbst."

Er rückte den Barhocker näher zu der Frau, damit sie zusammen in das Datapad schauen konnten.

"Hier ist ein Bild von einer Gala auf Coruscant vor mehreren Jahren. Da hinten in der Ecke, sehen sie das? Die von ihnen angesprochenen Moffs. Laut Ihrem Dossier ist das da hinten Rigo Dale, auf der selben Veranstaltung. Diese Gruppe hier unten sind hochrangige Offiziere - laut Ihren Dossiers vor kurzem entlassen oder verhaftet. Das ist kein Zufall, schauen Sie." Sane rief weitere Bilder auf. Veranstaltungen auf Corellia, Bastion und Anaxes sowie weiteren Welten. "Wieder die selben Personen, wieder Rigo Dale. Das Imperium hat im Jahr unzählige Veranstaltungen auf denen sich unzählige Militärs und Politiker tummeln. Und zufällig trifft sich dieser Kreis von Leuten dort regelmäßig? Auf einen Schlag wurden jetzt alle von ihren Posten entfernt. Jemand war hier sehr gründlich. Das ist eine Säuberung von ganz oben. Wenn wir jetzt noch die Verbindung der Nachrücker finden, haben wir vielleicht ein vollständiges Bild."

Sie hatten jetzt mehrere Spuren. Die Offiziellen, die gerade ausgetauscht wurden, teilten sich ein gemeinsames Interesse. Nur was könnte das sein? Es lag nahe, dass es etwas sein musste, das nun zu Verhaftungen und Entlassungen führte. Mit der Neuen Republik hatte es sehr wahrscheinlich nichts zu tun. Dafür waren es zu viele und zu hochrangige Mitglieder des imperialen Machtapparats. Sane musste darüber nachdenken und sich weiter in die Dossiers vertiefen. Samin hatte ihr Wort gehalten und erstaunlich wertvolle Informationen geliefert. Jetzt war es an Sane, seinen Teil der Abmachung einzuhalten. Er steckte das Datapad in die weite Tasche seines Pullovers und holte daraus nun seinen Datenstick hervor.

"Ich habe ebenfalls recherchiert. Die Akten zu Aurean Transit waren verschlüsselt, aber ich konnte mir dennoch Zugang verschaffen. Ich habe sie hier drauf kopiert und nur grob überflogen... Samin, wenn dieser Stick in die falschen Hände gerät, sind nicht nur wir in Gefahr. Auf den ersten Blick sind es Dokumente zu Übernahmegesprächen und Absichtserklärungen, Offenlegung von Geschäftszahlen und einigen Business-Assets. Aber mein Vater scheint hier auf etwas gestoßen zu sein, mit dem er nichts zu tun haben will. In einem Dokument werden unregistrierte Transporte mit lebender Fracht erwähnt, dann hört der Schriftverkehr abrupt auf. Ich habe nichts dazu finden können, dass Aurean Transit in das Geschäft mit Zuchttieren oder Schlachtvieh verwickelt ist."

Sane behielt den Stick in der Hand und musterte die Frau. Er wollte wissen, ob ihr die Tragweite dieser Information bewusst war. Alles deutete daraufhin, dass jemand Humanoide schmuggelte - im Herzen des Imperiums.

Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Samin, Rian
 
OP: Achtung Triggerwarnung - Folterszene, besonders intensive Szenen vorsichtshalber in Spoilern

[ Bastion - Sith-Tempel - Domäne der Wissenden - Geheime Folterkammer - Sera, Xaro, Manzel und Darth Zekk ]

Der Raum, in dem sie Sera geschleppt hatten, war voll von altem Schmerz. Eine atmende Dunkelheit hatte sich hier festgesetzt, die selbst vom Licht der entzündeten Wandlaternen nicht vertrieben werden konnte. Sie hing an den Wänden, sickerte aus dem Boden und zersetzte die abtestandene, säuerliche Luft. Es stank hier nach altem Blut, Angst und Verwesung. Diese Folterkammer war Gruft und zugleich ein Schrein für die Religion des Leids.

Sera hing in dem alten Metallgestell, rostige Ketten an ihren Hand- und Fußgelenken. Darth Zekk strich mit langen Krallen immer wieder über ihre Haut. Sie versprühte eine kalte Gier, die in ihrem Inneren lauerte und darauf wartete, der Schülerin unfassbare Schmerzen zuzufügen. Seras Kopf dröhnte noch etwas von dem Schlag, den man ihrem Kopf verpasst hatte. Aus ihrem Mundwinkeln rann dunkel rotes, zähes Blut, klatschte auf den Boden und verteilte sich in den Fugen des Gesteins. Ihr Mund schmeckte nach Metall.


“Schöne Liebeskammer, die ihr hier habt.” Ihre Stimme klang etwas belegter als sonst, aber noch immer huschte ihr verzogenes Lächeln über das blutverschmierte Gesicht. “Danke für die Einladung. Ich würde dann jetzt aber gehen …”

Manzel trat sie mit einer solchen Wucht in die Magengegend, dass ihr ganzer Körper nach hinten gerissen wurde. Nur die Ketten sorgten dafür, dass sie nicht gegen die Wand klatschte. Die einwirkende Kraft zerrte an ihren Gelenken, ihrer Schulter und ihr Bauch fühlte sich an, als hätte jemand mit einem stumpfen Messer darauf eingestochen. Sera japste schmerzerfüllt nach Luft und keuchte unkontrolliert. Das Gesicht des Zabrak kam ihr daraufhin mit hasserfüllter Miene näher.

“Du dreckige kleine Ratte, dein dummes Maulwerk wird gleich nur noch Flehen.” Seine Stimme war ein raues Zischen und er presste sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

Sera hustete, halb kichernd, wobei ihm Blutstropfen vor die Füße sprangen.
“Als Ratte müsste ich bei Zekk beliebter sein als du, Versager.”

Manzel schlug sie mit der Faust ins Gesicht. Ihr Kopf wurde zur Seite geschleudert. Ein Wirbel in ihrem Nacken knackte unangenehm. Für einen Moment drehte sich der Raum vor ihren Augen und sie hing erneut schwerelos in den Ketten, als wäre sie in einen endlosen Abgrund gestürzt. Leuchtende kleine Sterne tanzten in ihrem Blick und das Echo des Schlags hallte weiter in ihrem Schädelknochen. Der Bastard hatte einen verdammt harten Schlag.

Dann ertönte ein schrilles, klirrendes Geräusch, das die Finsternis noch kälter erscheinen ließ. Erst nachdem Sera sich wieder gefangen hatte wurde ihr klar, dass es sich dabei um das Lachen von Darth Zekk handelte. Die Kreatur hielt sich vor Lachen den voluminösen Bauch.
“Du hast Biss, Kleines. Eine schnelle Zunge. Eigentlich wollte ich sie dir als Erstes rausreißen, aber ich finde Gefallen daran. Damit sollte ich langsam machen.”

Sie trat näher an Sera heran und beugte sich vor ihr herab. Die nagerartigen Züge der Ratan waren nur Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt. Ihr Maul, das mit spitzen, gelben Zähnen ausgestattet war, stank nach alten Eiern. Oder vielleicht auch alte Kellerwände mit einem Schuss Moschus? Jedenfalls irgendwas in diese Richtung. Zekks Krallenfinger strichen erneut über Seras Wange, wobei sie eine feine Spur aus Blut zurückließen.

“Erzähl mir von Zion, meine Hübsche”, säuselte die Sith. “Erzähl mir, was er geplant hat.”

Sera versuchte zunächst eine menschenwürdige Haltung in ihrem von Ketten gehaltenen Körper zurückzugewinnen, ehe sie grinste - ein freches, blutiges Lächeln.

Zion ist so zwei Meter groß und trägt neuerdings eine Maske. Er hatte eigentlich nicht geplant, sich jemals wieder mit dir zu treffen, aber mit dem Ding würde er jetzt sogar deinen Gestank aushalte- ...”

Sera hatte ihren Monolog noch gar nicht beendet, da explodierte die ganze Welt urplötzlich in Schmerz.
Zekk hatte sie am Haar gepackt und ihren Kopf nach hinten gerissen, während sie Xaro und Manzel die Erlaubnis gab, auf sie einzutreten. Ein unangenehmes Knacken in Seras Ohren bestätigte das Gefühl, dass mehrere ihrer Rippen gleichzeitig ihre Stabilität aufgegeben hatten. Unterbewusst rang die Schülerin nach Atem, bewusst war daran nicht einmal zu denken. Ihr Brustkorb zog sich zusammen, als wäre er von einem stählernen Schraubstock umklammert, ihr Körper krümmte sich in unnatürlichen Formen und sie glaubte, Erbrochenes in ihrer Kehle zu schmecken. Ein unkontrolliertes Stöhnen entfuhr ihr.

“Was für eine zähe kleine Kreatur”, murmelte Zekk anerkennend. Sera hob den Blick. Ihr linkes Auge wollte nicht mehr so richtig, fühlte sich zugeschwollen an. In dem Blick der Sith lag ein Versprechen von nimmer endenden Schmerzen und den Abgründen der Dunkelheit, die schon andere an diesem Ort erreicht hatten.

“Wir fangen gerade erst an.” Die Stimme der übergroßen Ratte war fast zärtlich.
Dabei grub sie ihre Krallen tief in Seras Wange. Die Spitzen der Klauen bohrten sich durch die Haut wie ein Messer durch Obst - blutendes Obst. Dann ließ die Sith sie los und nickte Xaro zu. Der Schleimbolzen trat wortlos näher. In seiner rechten Hand hielt er ein gekrümmtes Messer, das an den Kanten leicht ausgefranst war und das er irgendwo auf einem Tisch gefunden hatte. Es sah so aus, als würde man es nicht zum ersten Mal benutzen.


“Wir müssen sie nicht gleich töten”, erinnerte Zekk ihn in einem schrillen, amüsierten Ton.

“Natürlich nicht”, erwiderte Xaro trocken. Seras Blick verschwamm langsam, aber sie erkannte den hasserfüllten Blick in seinen Augen. Dann setzte er die Klinge an Seras linken Unterarm, dort wo sich die Narben befanden, die das Lichtschwert hinterlassen hatten, und er ging ans Werk.

Sera zuckte zusammen, biss sich auf die Zunge, denn sie wollte nicht schreien, wollte keine Schwäche zeigen. Doch sie stöhnte qualvoll. Zekk trat wieder näher und betrachtete die Wunde mit einem Ausdruck der Zufriedenheit auf ihrer Schnauze.

“Faszinierend, nicht wahr? Der Körper wehrt sich und beginnt zu zucken, zu winden. Doch der Geist wird vor dem Körper aufgeben.”

Als wäre es ein Versprechen, hob das Biest seine Klaue und umspannte Seras Kopf damit. Was nun folgte, war nicht Körperlich, zumindest nicht vollständig. Zekk nutzte eine Technik, um die Schmerzen über die Macht zu intensivieren und sie direkt in Seras Empfindung zu verankern. Seras hätte ihre Augen unvermittelt aufgerissen, wären sie nicht inzwischen völlig zugeschwollen. Statt Atem hörte sie nur noch Röcheln aus ihrem Rachen kommen, während sie - wie besessen - den Blick gen Decke hob. Dann krachte ein Fausthieb gegen ihre Rippen. Sie konnte nicht einmal schreien. Ein weiterer Schlag. Dann noch einer. Ein brennender Schmerz schoss durch jede Faser ihres Seins, so als würde sich ihr eigenes Fleisch gegen sie auflehnen.

“Manzel, Zeit für das Brenneisen”, befahl Zekk sanft, fast liebevoll.

Sera konnte nicht einmal erahnen, was folgen würde. Aber was auch immer es war, diese abscheuliche Ratte und halbstarken Schüler würden sie nicht brechen. Sie war Sera Noan, die Schülerin von Darth Zion. Von Geschmeiß würde sie sich nicht brechen lassen. Nicht so!


“Also nochmal. Was plant Zion?”

Die Welt war erneut nur Schmerz. Kein Ort, keine Zeit, keine Gedanken. Da war nur allumfassendes Leid, als die Ratte ihren Verstand berührte. Der Schmerz, den Seras Körper erfuhr, war nichts im Vergleich zu dem, was Zekk ihr durch die Macht zufügte. Es war, als würde sie lebendig aufgeschnitten und ausgeweidet, während jede einzelne ihrer Nerven brannte. Sie wollte zucken und kreischen, so sehr tat es weh. Es war eine Hölle aus Qualen. Aber da kam nichts.
Sera spürte, wie ihr Geist in den Strudel aus Prein hineingefahren wurde. Es gab kein Oben und Unten mehr - nur Dunkelheit, dann Hitze. Ihr Körper schrie, aber ihr Wille kämpfte dagegen an. Die Dunkelheit wollte sie verschlingen? Na dann nur zu! Die Macht bebte in ihr. Nicht aus Furcht, oder aus Qual, sondern aus Widerstand. Sie war die Schülerin Zions, auf dem Weg, eine Sith zu werden. Schmerz war nicht ihr Feind. Schmerz hatte sie zu dem gemacht, was sie war. Sie war ihr Verbündeter, da um sie zu stärken, um das Feuer in ihr am Brennen zu halten sowie Körper und Geist mit der einzigen Wahrheit zu erfüllen, die die Galaxis kannte: Entweder hattest du Macht, oder du warst früher oder später tot. Aber das alles wusste Zekk nicht. Sie war ja nicht mehr als eine Ratte in den Gewändern einer Sith.
Sera keuchte - nicht aus Schwäche! Sondern aus Trotz. Die brennenden Klingen, die Zekk durch ihr Bewusstsein trieb, verwandelte sie in funkensprühende Glut, die ihre Seele durchdrang und das Biest in ihrem Inneren antrieb. Sie nahm den Schmerz an, ließ ihn nicht über sich bestimmen, sondern formte und beugte ihn. Ihr Leiden war keine Kette. Ihr Leid war ihre Waffe. Und wenn jemand dachte, er wüsste, wie Sera auf etwas reagieren würde, dann kannte er sie nicht. Wahrheit durch Schmerz? Diese niedere Kreatur würde Schmerzen durch eine unantastbare Wahrheit erkennen: Sera war eine Waffe.

Sie fühlte, wie ihre Muskeln zuckten. Der Schmerz wurde zu einem Teil von ihr, der in ihre Knochen sickerte und sie mit der unbändigen Kraft der dunklen Seite verband. Sie hob den Kopf, soweit es ihr geschundener Körper erlaubte - und noch ein Stück weiter. Jeder Muskel brannte und ihre Lungen flechten nach Luft. Aber sie lebte, und so lange sie lebte, würde sie über sowas hier lachen.


“Deine Vernichtung, Rattenfiech! Ist das schon alles? Ich hatte schlimmere Dates als das hier!”

Ein raues, ersticktes Lachen förderte einen Blutschwall zutage, der sich über Seras Kinn ergoss.

Sera konnte es nicht sehen, vor ihren Augen war es nur noch schwarz, aber in der Macht nahm sie etwas in Zekk wahr: Überraschung und Unsicherheit.


“Die ist völlig durch”, hörte sie Xaro noch flüstern, ehe Zekk mit all ihrem Hass den Schmerzregen erneut eröffnete.

[ Bastion - Sith-Tempel - Domäne der Wissenden - Geheime Folterkammer - Sera, Xaro, Manzel und Darth Zekk ]
 
[Bastion / Sith-Tempel / Zellenblock / linke Zelle] mit Kestrel

Tief grub Q’Tahem seinen Kopf in den Schoß seiner einstigen Meisterin. All die Qualen, all der Schmerz, den er ertragen musste, hatten sich in ihm aufgestaut wie eine Welle, die drohte, ihn zu verschlingen. Doch jetzt, mit Kestrels sanften Berührungen, ebbte sie ab. Nicht gänzlich, aber genug, um endlich Luft holen zu können. Wie eine übermächtige Schmerztablette, die seine Schmerzen nicht beseitigte, aber zumindest erträglich machte. Ein dicker Kloß formte sich in seiner Kehle, seine Augen füllten sich mit Tränen nicht aus Leid, sondern aus Erleichterung.

Er hätte nie gedacht, dass er Kestrel je wiedersehen würde.
Es dauerte eine Weile, bis er die Realität vollständig begriff, dass seine ehemalige Meisterin wirklich bei ihm in der Zelle saß, dass es keine Illusion war. Langsam hob er den Kopf und sah sie an. Ihr Gesicht war von Erschöpfung gezeichnet, genauso wie seines.


Belohnung?

Seine Stimme klang rau, als er die Worte wiederholte, sie kaum begreifend.

Eine Belohnung… wofür?

Was hatte sie getan, um von den Sith belohnt zu werden? Sie sprach nur davon, dass sie gehorcht hatte – mehr wollte sie nicht preisgeben. Und Q’Tahem war sich nicht sicher, ob er es überhaupt wissen wollte.

Er ließ sich zurücksinken, bettete den Hinterkopf schwer in ihren Schoß und sah erschöpft zu ihr auf. Die Deckenlampe brannte grell hinter ihrem Kopf, ließ ihre Gesichtszüge in hartem Licht verschwimmen. Sie strich sanft über seine malträtierten Tentakeln, beruhigend, beständig. Er sog zischend die Luft ein, als ein neuer Schmerz durch ihn zuckte. Kestrel murmelte leise, dass sie nicht allein waren. Dass sie sich hatten.
Er nickte schwach[/i]

Was auch immer du getan hast… es war es wert…,murmelte er, Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchgehalten hätte…

Aus dem Augenwinkel bemerkte er, wie Kestrel nach etwas griff. Ihr Blick war ernst, aber sanft, als sie ihn vorwarnte.
Dann kam der Schmerz, brennend und durchdringend, als würde sich Feuer durch seine Nervenbahnen fressen. Er biss die Zähne zusammen, doch ein Stöhnen entkam ihm trotzdem.

Trotz der Schmerzen ließ Kestrels Fürsorge ihn innehalten. Jede ihrer Bewegungen war bedacht und vorsichtig, fast liebevoll. Immer wieder entfuhr ihm ein Keuchen, wenn der Schmerz zu stark wurde. Als er schließlich die Injektion spürte und die Qual wie durch ein Wunder nachließ, wurde ihm erst bewusst, wie sehr er an seine Grenzen gestoßen war.

Die plötzliche Erleichterung gab ihm genug Kraft, sich langsam aufzurichten. Müde, aber entschlossen, sah er Kestrel in die Augen, als sie ihm gestand, nicht zu wissen, was als Nächstes passieren würde.

Er ließ ein schwaches Lächeln auf seine Lippen schleichen.


Zuerst will ich diesen verdammten Tentakel loswerden… oder zumindest inaktivieren…

Er hob seine noch gefesselten Hände und deutete auf das metallene Ding, das unruhig zuckte und gierig nach etwas Essbarem schnappte.

Das muss irgendwie umprogrammierbar sein… Damit es wenigstens nicht mehr um sich beißt!

Er schnaubte leise, seine Stimme noch immer kratzig. Dann wurde er ernster. Sein Blick suchte Kestrels, als er leiser fragte:

Ich hoffe, du hast recht… aber wie hast du es die letzten Male geschafft? Weißt du, wie wir vom Zellenblock zum Hangar kommen? Oder hattest du Hilfe?

Er versuchte, in ihrem Gesicht zu lesen, in der Hoffnung, dass sie diesen Weg schon einmal alleine geschafft hatte. Aber seine Zuversicht war gering.

Sein Blick fiel auf die Fesseln an seinen Handgelenken. Er hatte es bereits bemerkt: ein feiner Riss, kaum sichtbar, aber vielleicht… vielleicht genug.

Er sprach noch leiser, während er Kestrel unauffällig seine gefesselten Hände hinhielt.


Ich glaube, meine Machtfessel hat einen Riss oder eine Beschädigung… Mit etwas Glück… und genug Kraft könnte ich sie mit der Macht sprengen…

Seine Augen suchten Kestrels Blick. Vermutlich brauchten sie genau den richtigen Moment dafür…

[Bastion / Sith-Tempel / Zellenblock / linke Zelle] mit Kestrel
 
Zuletzt bearbeitet:
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr

Loran kam hustend wieder zu sich. Die Welt vor seinen Augen drehte sich, sein rechter Arm fühlte sich an, als hätte ihn ein Gammorreaner mit einer Vibroaxt bearbeitet und der beißende Geruch von verbrannten Materialien, geschmolzenem Kunststoff und Schwefel-Gas hin in der Luft. Über den Boden tanzten flämmelnde Funken. Im Frachthof waren überall Wrackteile verstreut und irgendwo in der Ferne hörte er das Echo von Alarmsirenen.

“Bestens”, krächzte er und spuckte schwarzes Blut aus.

Er lag halb auf einer umgestürzten Kiste, die seinen Sturz zumindest vorzeitig gestoppt hatte. Sein Versuch, sich aufzurichten, scheiterte bereits im Ansatz. Der Körper protestierte dabei auf jede erdenkliche Weise. Sein rechter Arm tat verdammt weh. War er gebrochen? Vermutlich schon.

Seine beiden schönen Blaster waren irgendwo im Chaos verloren gegangen. Ohnehin musste er sich erstmal neu orientieren. Irgendwo neben ihm hallten Blasterschüsse durch den Rauch. Malco. Loran sah ihn zwischen den qualmenden Schwaden hindurch. Der bullige Mistkerl hatte die Explosion überlebt, aber sein linker Ärmel war zerfetzt, der andere halb weggebrannt. Die Haut dadrunter war schwarz und rot und offenbarte an einigen Stellen rohes Fleisch. Er taumelte, hielt seine Waffe jedoch noch aufrecht und erwiderte die aggressiven Feuerstöße der Agentin mit ruckartigen Bewegungen. Er war schwer getroffen, aber noch lange nicht tot.

Loran wusste, dass er jetzt die Chance hatte, eine Entscheidung zu treffen. Wenn er sich jetzt raushielt, konnte er vielleicht ungesehen verschwinden. Vielleicht würde die Agentin auch glauben, dass er in der Explosion draufgegangen war. Aber wenn Malco überlebte, würde der Bastard sich sicher rächen wollen. Am sinnvollsten schien ihm die eigentliche Option weiterzuverfolgen. Also biss er die Zähne zusammen und zog sich langsam aus den Trümmern. Seine Beine zitterten, aber er stand aufrecht. Mehr oder weniger.

Erstaunlicherweise fiel sein Blick auf einen seiner Blaster, halb verdeckt unter Metallstangen. Das Glück war mit den Tüchtigen. Mit einem beherzten Satz ließ er sich nach vorne fallen, riss die Pistole an sich und rollte zur Seite, um nicht sofort gesehen zu werden. Er hörte Malco keuchen und sah dann seine Chance. Noch bevor der Halsabschneider wusste, wie ihm geschah, feuerte Loran hinterrücks auf ihn. Sein Schuss traf Drens Schulter und er taumelte hinter seiner Deckung hervor.


"Jetzt oder nie!", rief Loran in Richtung der Agentin.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
| Bastion | Center | Bonetown | Club 'The Void' | Obergeschoss | Rians Zimmer |
Samin, Rian und Sane

Samin lehnte sich leicht nach vorne, als Sane ihr die Bilder zeigte. Während sie eines nach dem anderen durchgingen, versuchte sie sich die Gesichter einzuprägen und die Zusammenhänge in Echtzeit zu verknüpfen. Die identischen Personen in unterschiedlichen Situationen, verdächtig konstant durch die Jahre hinweg. Und nun war ausgerechnet diese Gruppe auf einen Schlag … weg - entfernt, ausgetauscht oder, im Fall von Rigo Dale, tot. Der Adelige hatte Recht, das war kein Zufall. Samin wusste, dass das Imperium nicht zimperlich war, wenn es um interne Säuberungen ging. Aber die systematische Art und Weise, mit der gerade dieser Personenkreis neutralisiert wurde, deutete auf Ungewöhnliches hin.

“Sie haben Recht”, gab sie nach kurzem Schweigen zu. “Aber wer? Warum?”

Ihr Blick blieb auf dem Display hängen, während ihr Kopf sich um das Puzzle drehte. Der Zusammenhang zwischen diesen Personen musste doch greifbar sein. Warum genau sie? Warum genau jetzt? Irgendwas musste sie miteinander verbunden haben. Samin fragte sich unwillkürlich, ob sie dieses Rätsel eigentlich weit genug verfolgen wollte, um tatsächlich auf eine Antwort zu stoßen. Sie war Angehörige des Imperialen Sternjägerkorps, und dazu nicht irgendeine. Wenn das, was diese Gruppe verband, gefährlich genug war, um sie alle gleichzeitig auszutauschen, dann wäre es gefährlich für sie, sich auch damit in Verbindung zu bringen. Wie weit wollte sie dieses gefährliche Spiel mitgehen? Ihre Motivation war einzig und allein Sana gewesen. Die Informationen, die sie von dem Kath-Sprössling benötigte, rechtfertigten ihren Ausflug in Machenschaften, mit denen sie eigentlich nichts zu tun haben wollte.

Als Sane in diesem Moment den Datenstick präsentierte, hob Samin eine Augenbraue. Vorsichtig streckte sie schließlich die Hand danach aus, nahm ihn jedoch nicht sofort an sich, sondern ließ ihre Fingerspitzen über die Oberfläche gleiten, so als würde es sich um ein heißes Eisen handeln. Das war es also. Die Antwort auf all ihre Fragen? Dann griff sie zu.


“Lebende Fracht”, wiederholte sie. Ein leises Schnaufen folgte. “Es geht nicht um Zuchttiere oder Schlachtvieh. Zumindest nicht im wörtlichen Sinne.”
Die Pilotin erhob sich von ihrem Barhocker, kreuzte einen Arm über die Brust und stützte mit dem anderen nachdenklich ihr Kinn. Das war es. Sane von Kath war vertrauenswürdig. Er hatte geliefert. Aurean Transit war der Schlüssel.

“Danke. Hierfür.” Samin schüttelte den Datenstick in ihrer Hand.

“Es war wahrscheinlich nicht leicht, daran zu kommen. Ich denke, es ist Zeit, Sie aufzuklären, Sane. Ich bin nicht zufällig auf die Aurean Transit gestoßen”, begann sie, leicht zögerlich. Die Nervosität brachte ihren Cheunh-Akzent zurück, den sie jahrelang hart abtrainiert hatte.

“Eigentlich habe ich sie gefunden …”, korrigierte Rian über seinen Bildschirm hinweg.

“Richtig. Wie auch immer … “ Die Pilotin seufzte.
“Um es kurz zu machen: Ich habe eine Tochter. Bis vor ein paar Tagen dachte ich, sie würde behütet in einer Adoptiv-Familie aufwachsen. Ich habe sie allerdings in einem Waisenhaus gefunden …” und es war nichtmal so, dass sie nach ihr gesucht hatte, fügte sie in ihrem Kopf hinzu.

“Wie sich herausgestellt hat, ist sie dort nicht zufällig gelandet. Dieses Unternehmen”, sie hob den Datenstick, “hat sie dort untergebracht.”

Nach den richtigen Worten suchend kratzte sie sich an der blauen Haut unter ihrem Halskragen.

“Die Aurean Transit scheint machtsensitive Kinder vor dem Sith-Orden zu verstecken”, platzte sie mit dem Ortolaner im Raum heraus.
“Meine Sana ist eine davon. Ich weiß nicht wer, ich weiß nicht wieso. Ich weiß nur, dass ich sie beschützen muss. Waisenhaus hin oder her, auf Bastion wird sie nie sicher sein. Haben Sie eine Ahnung, was man mit den Kindern im Sith-Tempel anstellt?”

Samin biss sich auf die Unterlippe. Die Karten waren nun auf dem Tisch. Sie hatte es ausgesprochen - alles, worauf sich ihre Welt in den letzten Tagen zugespitzt hatte, wofür sie nun alles riskiert hatte, lag nun offen in diesem schäbigen Zimmer in Bonetown. Mit einem langen Atemzug richtete sie sich auf und straffte die Schultern. Es tat gut, das alles auszusprechen. Begriff Sane die Konsequenzen, die sich daraus ergaben, oder das Risiko, das dieses Wissen beherbergte?

“Ihr Vater muss irgendetwas davon entdeckt haben.”

Sie gab den Stick an Rian. Er würde am besten wissen, wie die nötigen Informationen aus ihm herauszuziehen waren. Die Frage war, was sie damit anstellen würde. Sie wollte Sana beschützen. Sie wollte zumindest jetzt eine Mutter sein und konnte nicht länger ignorieren, was mit ihrem Kind geschah. Aber wo anfangen?

“Ich werde versuchen, die Aurean Transit zu kontaktieren um zu sehen, ob wir meine Tochter irgendwie aus dem Imperium herausbekommen.” Diesen ausgesprochenen Beschluss flüsterte sie leise, fast so, als wären die Worte eigentlich nur für sie selbst bestimmt.

“Ich danke Ihnen, Sane. Für Ihre Hilfe. Mehr kann ich von Ihnen nicht verlangen. Sie haben damit genug Gefahr auf sich genommen.”

| Bastion | Center | Bonetown | Club 'The Void' | Obergeschoss | Rians Zimmer |
Samin, Rian und Sane
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr

Jeans Herz raste wie verrückt. Ihre Hände zitterten etwas. Das Adrenalin hatte ihren Körper fest im Griff. Der Blaster in ihrer Hand drohte ihr herunter zu fallen, doch als Loran das Feuer erneut eröffnete und das Dren endlich dazu bewegte seine Deckung zu verlassen schloss Jean einen Moment die Augen und eröffnete dann das Feuer erneut.

Sie verschoss unnötig viel. Die Agentin schoss sogar noch einen Moment, als der Kriminelle bereits zu Boden ging. Sie hörte erst auf zu schießen, als sich das Opfer nicht mehr regte. Die Waffe in ihrer Hand war furchtbar heiß geworden.

Mechanisch drehte sie sich zu Loran Vex um. Das Näher kommen der Sirenen setzte sie unter Zeitdruck.
"Jetzt sag mir alles was du weißt! Jetzt!" sagte Jean und sah den Mann wütend an.

Der IGD hatte zwar viele Freiheiten, aber hierfür mussten sie und Piet sich verantworten und die Informationen mussten es wert gewesen sein. Immerhin sah es hier aus wie ein Schlachtfeld und der Schaden war gewiss nicht billig.

"Wer hat den Kopfgeldjäger angeheuert? Und wieso?" Jeans Stimme war gereizt. Ihre Hände zitterten, ihr Kopf schmerzte. Die aufgerissene Haut brannte. Ein Besuch beim Medic war hier nach unverzichtbar. Aber jetzt musste sie noch warten. Sie versuchte wieder runter zu kommen, aber sie war kurz davor die Geduld endgültig zu verlieren.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco, Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion - Sith-Tempel - Niphiras Gemächer - Niphira, Norag und Marlis


Niphira fühlte sich gerade recht sicher. Ihre Familie war ja hier. Norag erlaubte sich sogar einen Spaß bei Marlis, die dann Niphiras Schwert in die Hand nahm. Bei der Frage ihrer Schülerin grinste die Sith breit.

“Sagen wir mal so… ich war ursprünglich in der Lage, diese Waffe ohne Macht zu führen. Du bist zwar langsamer, doch kann man dieses Schwert eher weniger leicht blocken. Wenn du die Macht nutzen kannst, dann ist der Nachteil sogar kaum spürbar.”

Zufrieden mit ihren Beobachtungen lehnte sich Niphira zurück.

“Ich wollte nur wissen, wie stark du inzwischen geworden bist. Ich bin zufrieden.”


Als das Thema mit dem Körpertausch aufkam, kippte die Stimmung. Erst viel zu spät bemerkte Niphira, dass sie eine Grenze übertreten hatte. Im ersten Moment wollte sie direkt hinter Marlis her, doch vielleicht sollte sie ein paar Minuten für sich haben. So fokussierte sich die Sith erst einmal auf Norags Ausführungen. Was er beschrieb, klang sehr stark nach Verdrängung seitens Lilya. So nippte Niphira an ihrem Tee und schaute dann Norag an.

“Lilya war Sklavin genauso wie du. Allerdings zwang man sie zu sehr unschönen Dingen. Sie litt unter Gewalt. Meine Vermutung ist, dass sie selbst vielleicht charakterliche Eigenschaften deswegen verdrängt hat in der Zeit. Als sie aber mit dem, was wir kennenlernen durften, nicht mehr weiter kam? Vielleicht hat sie in genau dem von dir beschriebenen Moment diesen verdrängten Teil wieder akzeptiert? Ich würde vorschlagen, dass ich versucht, auf Ryloth Spuren von Lilyas Vergangenheit zu finden. Ich denke das wäre der beste Weg.”

Nachdenklich schaute Niphira dann zu der Tür zum Bad und dann wieder zu Norag.

“Entschuldigst du mich bitte?”

Damit stand sie auf und ging auf die Tür zum Bad zu. Sie atmete tief durch und schloss dabei die Augen. Zaghaft klopfte sie und öffnete die Tür dann vorsichtig. Ihre Schülerin litt. Immer wenn sie hier waren. Wie sollte dieser Ort so je ein Zuhause werden? Die Sith räusperte sich. Nein. Nicht die Sith, sondern die Person dahinter.

“Es… tut mir Leid… ich wollte dich nicht verletzen.”

Etwas unsicher schaute sie zur Seite und schüttelte dann wegen ihrer eigenen Blödheit den Kopf.

“Was ich meinte, war, dass wenn etwas irgendwann schief geht… Ich will nicht, dass du wieder komplett unvorbereitet bist.”

Unsicher versuchte Niphira Marlis anzuschauen.

“Glaub mir bitte. Es ist nicht schön… Ich weiß nicht einmal, ob ich in der Lage wäre, ein noch vollständiges Bewusstsein zu vernichten, nur damit ich überlebe. Und nun? Schau mich an. Ich bin ein Zwerg und sehe mehr aus wie ein Kind als alles andere. Dazu habe ich noch eine zusätzliche Familie geerbt.”

Nachdenklich fummelte sie an ihrer Kleidung herum.

“Was ich sagen will… ich werde alles dafür tun, damit es nicht mehr nötig sein wird. Ich hasse dieses Gefühl. Einfach alles daran ist schrecklich. Ich würde nur zu gerne erleben, dass du zumindest mit uns zusammen hier ohne Angst leben kannst. Deswegen will ich auch, dass du lernst dich zu wehren.”


Beschämt schaute sie wieder zur Seite. Es tat einfach weh.

“Du machst gute Fortschritte. Wirklich. Du bist stärker, als du vielleicht aktuell denkst. Ich bin es einfach nicht so sehr gewohnt, selbst quasi eine Gruppe anzuführen. Ich fühle mich nicht einmal wohl damit. Alles, was ich will, ist, dass diese Familie überlebt. Die Sith sind mir da egal. Auch der Orden. Ich nutze nur seine Ressourcen für meine eigenen Pläne. Und die sind teilweise nicht mit den Idealen der Jedi vereinbar.”

Niphira hat so lange hier gelebt, dass sie sich hier inzwischen zu Hause fühlt. Allerdings war sie immer eine Kriegerin gewesen. Marlis, aber? Die war genau das nicht. Deswegen spürte sie einfach nicht das befriedigende Gefühl eines guten Kampfes. Marlis war zarter. Sie war sensibler. Nicht wie Niphira die seit Kindesbeinen an nur das Kämpfen kannte. Immer wieder vergaß sie das. Die Sith hatten beiden Frauen viel genommen. Sie gingen unterschiedlich miteinander um. Niphira schloss ihre Augen und musste erst einmal tief durchatmen.

“Ich vergesse leider immer wieder, dass ich so lange hier lebe, dass vieles für mich an diesem Ort Alltag geworden ist, was du als erschreckend empfindest. Ich nehme es nicht oder zumindest anders wahr als du. Deswegen… Es tut mir wirklich Leid. Lass uns einfach weiter fliegen, sobald mein Schiff fertig ist. Das heißt… wenn du willst…”


Unsicher schaute Niphira nun wieder zu Marlis. Unsicher, was nun die Reaktion sein wird.




Bastion - Sith-Tempel - Niphiras Gemächer - Niphira, Norag und Marlis
 
Bastion - Bastion Center - Sith Tempel - Domäne der Wissenden - Gänge - Agatosh, Extinktoren

Die Gruppe nahm eine Abzweigung, die sie in einen verborgenen Gang führte. Selbst die erfahrenen Extinktoren Odium, Carifexan, Ventum und Undiqus waren nun in höchster Alarmbereitschaft. Ihre Bewegungen wurden langsamer und leiser, jeder Schritt von Vorsicht geprägt. Es war nicht auszuschließen, dass sie auf dieselbe Falle stießen, die sie eigentlich Zekk und Tyber gestellt hatten. Der hünenhafte Chiss hielt mit, und auch dank Undiqus' Unterstützung konnte er die Präsenz seiner Mitschülerin spüren, als sie sich ihr näherten. Sie schien geschwächt und verletzt, ihre gewohnte Entschlossenheit und Flamme fast erloschen. Doch sie lebte noch. Vor seinem inneren Auge sah der Chiss die arrogante Visage Seras, als sie wie ein kleines Wiesel an ihnen vorbei und blindlinks voraus gerannt ist, um den Auftrag Odiums zu erfüllen. Dummes Mädchen. Es sprach Bände über ihre Reputation, dass Odium ihre Unüberlegtheit wohl bewusst in seine Berechnungen miteinbezogen hatte, um sie schließlich zu einem Vorteil für seine Taktik zu formen. Aber auch er wirkte angespannter als vorhin noch.

Dann erreichten sie endlich ihr Ziel. Ihre Präsenzen waren so perfekt abgeschirmt, dass jenseits der rostigen, abgenutzten Tür vor ihnen kaum etwas zu spüren war. Die Verräter hatten nicht einmal den Anstand, einen ihrer eigenen als Wachposten abzustellen. Ein völliges Versagen der Vorsicht, das für Agatosh in dessen wild arbeitendem Unterbewusstsein fast ebenso beunruhigend war wie das, was sie gleich erwarten würde. Aus dem Inneren drang jedoch der widerliche Klang von Schreien, die nicht eindeutig dem Opfer des Szenarios zuzuordnen waren, und metallischem Klirren. Sie folterten Sera.
Die rechte Pranke des Hünen glitt langsam zum Knauf seines Lichtschwertes.
Odium, der wie immer die Kontrolle behielt, stellte sich resolut vor die Gruppe und legte einen Finger an seine Lippen – ein stilles Signal. Dann nickte er Carifexan zu, der mit seiner massigen Gestalt und der Miene eines Mannes, der nur auf den Befehl wartete, für einen Moment starr in die Dunkelheit starrte.
Der
bullige Krieger trat mit leisen, fast unhörbaren Schritten an Odium heran und positionierte sich neben ihm, direkt vor der Tür. Sekunden verstrichen, die sich selbst für Agatosh wie eine Ewigkeit anfühlten. Der Anführer der Gruppe stand unverrückbar da, die abstehenden Augen geschlossen und seine Pose wie die eines zum letzten Mal vor dem Kampf meditierenden Kriegers. Jede Faser seines Körpers wirkte gespannt, als er sich in der schwarzen Rüstung neben der Tür aufbaute.


Der Lärm aus dem Inneren wurde lauter, eine chaotische Mischung aus Schlägen, wütenden Schreien und gequälten Lauten. Agatosh spürte, wie sein Herz noch etwas schneller schlug, als das Geräusch von etwas, das unaufhaltsam zerbrach, in die Stille drang. Es war der Moment der Entscheidung. Denn plötzlich öffnete
Odium seine Augen, die nun in der Dunkelheit rötlich aufleuchteten. Die der anderen Krieger folgten, ein einziger Moment der Synchronität - bis auf Carifexan, dessen Augen wie die des blauen Bergs unverändert blutrot glühten. Dafür aber bildeten sich angestrengte Adern unter besagten Augen des tätowierten Kriegers, die wie schwarze Wurzeln in seiner wütenden Miene abzeichneten. Der Chiss-Extinktor erweckte den Eindruck, als hätte er in diesen Augenblicken seine Dämonen nur mit äußerster Kraft zurückhalten können.

Die Spannung zwischen den
Kriegern wuchs, als ihre Präsenz aus der Verschleierung zurück zum Leben erwachte. Der Lärm im Inneren verstummte augenblicklich, bis auf ein vertrautes und irres weibliches Lachen. Synchron erwachten die roten Klingen der Sith zum Leben. Agatosh umgriff seine Waffe fest, Nelia ebenso. Sie waren zweifelsohne die schwächsten und verwundbarsten Glieder der Gruppe, aber prädestiniert dazu, sich um die Schüler ihrer Feinde zu kümmern.

Die junge Frau nickte ihm zu, ehe
Carifexan sich vor der Tür aufbaute und diese mit einem verheerenden Tritt förmlich zermalmte. Undiqus blieb in seelenruhiger Position stehen und Energie strömte von ihm zu den anderen, auch zu Agatosh. Ein beflügelndes Hoheitsgefühl der Dunkelheit übermannte ihn augenblicklich, das seine tief in ihm brodelnde Wut wie auf Knopfdruck mit einer fast schon beiläufigen Leichtigkeit aktivierte und kanalisierte.

In der Dunkelheit des Inneren wurden ebenfalls Lichtschwerter aktiviert, die den finsteren Raum vor ihnen erhellten. Und mit einem durch Mark und Bein gehenden Laut war es
Odium, der mit gezückter Waffe und einer übermenschlichen Geschwindigkeit vorpreschte, dicht gefolgt von den anderen, die ihn wie aufs Kommando folgten.

Auch der massive Körper des blauen Berges stürmte los, seine Klinge nach dem erstbesten Ziel suchend...


Bastion - Bastion Center - Sith Tempel - Domäne der Wissenden - Geheime Folterkammer - Agatosh, Sera, Extinktoren, Darth Zekk, Xaro, Manzel, Darth Tyber (?)
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco (RIP), Jean Porter und Piet Torr
Loran ließ seinen Blaster sinken, während sein Blick auf den völlig zerschossenen Körper Malcos fiel. Der Mistkerl war erledigt. Und wie. Kein letztes Aufbäumen, keine heroischen letzten Worte. Alles, was von ihm übrig war, war Rauch und Blut auf dem kalten Boden. So lief das eben manchmal auf Bastion. Es gab keine Helden, nur Gewinner und Verlierer.

Er sah zu der imperialen Agentin. Ihre Stimme vibrierte und ihre Hände zitterten. Gut zu wissen, dass so etwas wie das hier selbst knallharte IGD-Agentin mitnahm. Ihr Blick war bohrend und ungeduldig - so als würde sie nicht zögern, ihn an Ort und Stelle abzuknallen, wenn er nicht das tat, was sie verlangte.

Loran spuckte aus und räusperte sich, während er über seinen schmerzenden Arm rieb.


“Lady. Gib mir eine Sekunde zum Atmen, verdammt.”

Aber eine Sekunde war wohl das Letzte, was sie ihm geben würde. Die Sirenen kamen immer näher. Das BSC war unterwegs - wenig überraschend nach einer Explosion dieser Größe. Er wusste, wann er verlieren musste, um das lange Spiel zu gewinnen. Also hob er seine Hände beschwichtigend.

“Okay, okay. Also Rupert Nidjk”
, wiederholte er.
“Apartment über dem Gemüsemarkt auf der 112ten in Bonetown. Er wurde angeheuert von einer Frau namens Dyra Fhine. Ich hab’ den Kontakt hergestellt. Mit dem Namen werden Sie nichts anfangen können, der war bestimmt nicht echt. Aber jetzt kommt’s: Ich wurde bezahlt über das Konto eines Unternehmens.”

Er räusperte sich erneut.

“Die ‘Feelgood Inc.’ Die betreiben angeblich ‘nen Laden auf der anderen Seite des Planeten. Aber jemand, der sich da auskennt, hat mir gesteckt, dass da nur ein Name an einem leeren Gebäude klebt.”

Der Informant rappelte sich auf, als er die Sirenen hörte. Nicht mehr weit entfernt kamen die blau-roten Lichter von Polizei-Gleitern in Sicht, die sich schnell näherten.

“Das war alles. Für mich wird’s jetzt Zeit, stiften zu gehen, Lady.”

Er nickte ihr zu und kontrollierte, ob der Beutel mit den Credits sich noch in seiner Manteltasche befand.

“War mir ‘ne Freude.”
Humpelt schickte er sich an, in einem Seitengang zwischen zwei Lagerhäusern zu verschwinden.

Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco (RIP), Jean Porter und Piet Torr
 
Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco (RIP), Jean Porter und Piet Torr
Ihr Kopf dröhnte doch sie versuchte ihm aufmerksam zu Folgen. Aber es machte alles keinen Sinn! Es machte mehr Probleme als vorher. Sie war sehr dankbar dass ihr Aufnahmegerät noch lief, sie musste sich das nachher alles noch einmal in Ruhe anhören.
Aber sie hatten einen Namen. Jetzt musste es schnell gehen, nicht dass der Kopfgeldjäger verschwand bevor sie ihn finden konnten. Jeans Kopf dröhnte und die Sirenen des BSC kamen immer näher. Sie machte sich um diese keine Sorgen, sondern lediglich um die Rechtfertigung vor dem Vorgesetzen. Ach Vorgesetzter da war noch was.
Als der Informant ihr den Rücken zu wandte hob die Agentin erneut ihren Blaster. Jean schoss mehrfach auf den Informanten. Das dieser mit 8000 Imperialen Kredits davon kam, während er in einem Mord an einem Offizier vom Geheimdienst involviert war, das kam gar nicht in Frage.
Es war vielleicht nicht ehrenvoll, aber für Ehre war sie nicht hier. Jean war Pragmatistin.
-- Falls ihre Schüsse treffen, würde Jean sich Loran Vox nähern und versuchen ihm die Kredits zu entwenden--
Die Agentin sah auf als erste Speeder mit blauen Licht sich mit gezückten Blastern näherten.
"
Hände hoch." wies sie einer an. Jean kam der Aufforderung nicht nach sondern zückte ihren Dienstausweis und zeigte diesem dem Ranghöchstem Offizier des BSCs der mürrisch murmelte. Jean sah sich die Szenarien an, die Propaganda Abteilung musste hier ganze Arbeit leisten.

Ihre Kopfschmerzen verstärkten sich ungemein als sie sich nach ihrer Viproklinge bückte. Jetzt brauchte Sie einen Medic, vorher war ein Aufsuchen des Kopfgeldjägers eh nicht möglich.



Bastion - Center - Docksektor 37 - Lagerkomplex - Loran Vex, Dren Malco (RIP), Jean Porter und Piet Torr
 
OP: Achtung Triggerwarnung - Folterszene
[ Bastion - Sith-Tempel - Domäne der Wissenden - Geheime Folterkammer - Sera, Xaro, Manzel und Darth Zekk ]
Sera erkannte den stickigen Geruch von verbranntem Fleisch. Im Normalfall hätte ihr Körper wohl schon längst reagiert und sie in eine Bewusstlosigkeit geschickt, die das Ertragen der Qualen ermöglicht hätte, aber Zekk ließ das nicht zu. Die Ratan manipulierte den Geist der Schülerin, hielt sie bei Bewusstsein und empfänglich für die Schmerzen, die sie ihr bereitete.

Seras Kopf sank qualmend zur Seite, nachdem die Sith-Kriegerin ihr ein Auge ausgebrannt hatte. Irgendwo von den dunklen Wänden um sich herum hörte sie ihr eigenes Geschrei wiederhallen. Es drang in ihre Ohren - dumpf, fern, als würde es sich um jemand anderes handeln. Einzig der Schmerz ließ sie wissen, dass sie selbst es war, die diese Behandlung erfahren musste. Sera hatte schon oft Schmerzen gelitten. Oft war es in Wellen, die wieder abebbten, doch das hier hatte mehr mit einer Flut zu tun, die alles überschwemmte, niemals aufhörte und alles in ihrem zerschundenen Körper mitriss. Ihre Arme waren immer noch über ihrem Kopf fixiert, an den Fesseln aus kantigem, rostigem Metall, die sich in ihre Haut bohrten und mit jeder Bewegung drohten, auch noch ihre Schultern auszukugeln. Sie hing mit dem Gewicht ihres gesamten Körpers daran, denn wurde gezwungen, auf Zehenspitzen zu stehen. Und der mühsame Kampf gegen ihr eigenes Gewicht sorgte während all dessen hier nicht für Entspannung.

Sera war kurz davor, zu brechen.


“Früher oder später brechen sie alle”, flüsterte Zekk fast zärtlich. Sie schien zu spüren, dass Zions Schülerin nicht mehr lange machen würde.

“Es fehlt noch der letzte Schubs. Xaro, dir gebührt die Ehre.”

Ein schartiges Schlurfen folgte. Dann erklang das Summen eines aktivierten Lichtschwerts. Seras verbliebenes Auge erlaubte ihr, durch Schwellung und Blutung hinweg das rote Leuchten zu erkennen. Sie spürte die Hitze der Klinge, bevor sie sie berührte. Das Summen verwandelte sich in ein scharfes Fauchen, als sie durch Fleisch und Knochen fuhr.

Zuerst war Stille. Dann Schreie.

Der Laut riss an den Tiefen ihres eigenen Seins, während der explodierende Schmerz durch ihren Körper fegte, wie ein grelles, alles verschlingendes Feuer. Die Töne kamen erneut aus ihrer eigenen Kehle, ohne dass sie es verhindern konnte. Sie waren animalisch, reiner Instinkt, denn in ihr war nichts mehr übrig, was bewusst handeln konnte. Das Feuer hatte ihre Gedanken in ein einziges, brennendes Nichts verwandelt. Sie hörte etwas auf den Boden aufschlagen. Etwas Weiches. Etwas, das einmal ihr Arm gewesen war.

Dann sackte ihr Körper zusammen, am verbliebenen Arm hängend und grotesk im Metallgestell schaukelnd.


“Du machst so einen Lärm und hältst doch den Mund, wenn du sprechen sollst”

Darth Zekks Stimme triefte vor Spott. “Ein beeindruckender Widerspruch. Ich frage ein letztes Mal. Was hat …”

Weiter kam sie nicht, als irgendwo seitlich von ihr etwas laut zerbarst. Die Tür wurde mit einem lauten Knall aus den Angeln gerissen. In der Dunkelheit dahinter tauchten rot glühende Klingen auf.

Die Extinktoren waren gekommen.

Sera vernahm das Zischen von Lichtschwertern, das Krachen von Metall auf Stein, Keuchen, überraschte Schreie und Befehle. Sie spürte, wie sich Zekks Präsenz aus ihrem Geist zurückzog, weil sie jetzt anderes zu tun hatte. Nun, da die Sith Sera nicht mehr künstlich bei Bewusstsein hielt, griff die Dunkelheit nach ihr. Doch jetzt war das Schlimmste vorbei. Sie hatte kein Interesse daran, jetzt abzuknicken. Wozu all das Leid durchstehen, wenn sie den kommenden Spaß hier verpassen würde? Sie kämpfte gegen die herankriechende Bewusstlosigkeit an.

Ächzend hing die zierliche Schülerin einarmig an der Kette, während der Stumpen ihres anderen frei herum wedelte. Immerhin schien die Hitze des Schwertes die Wunde sofort kauterisiert zu haben, sodass zumindest eine sofortige Verblutung ausgeschlossen war. Ihre Füße suchten Stabilität auf dem steinigen Untergrund, fanden sie jedoch nicht. Sera hatte kein Gefühl in ihren Gliedern - oder vielmehr bestand das Gefühl nur aus Schmerzen.

Irgendwo vor ihr war die Hölle ausgebrochen. Stimmen grollten durch die Folterkammer. Holz, Stein und Metall zersplitterte und stob in alle Richtungen davon. Dann öffnete sich die andere Tür. Darth Tyber war gekommen. Seine dunkle Präsenz füllte den Türrahmen vollständig aus und erst als er, das Lichtschwert gezückt, in den Raum stürmte, nahm Sera hinter ihm die Anwesenheit von einem weiteren Krieger (seinem ehemaligen Schüler Darth Vashik), und seiner aktuellen Schülerin (Kelai) war. Außerdem folgte ihnen Gassian, der Schüler Zekks.
Darth Vashik war in Mirialaner mit dunkler Haut und grünen Tätowierungen. Seine Augen leuchteten gelb. Kelai war eine junge Catar mit schmutzbraunem Fell und einem Gesicht, das einer Maske aus Narben glich. Nach allem, was sie im Briefing über sie erfahren hatten, war sie tödlich und trotz ihres Schüler-Status nicht zu unterschätzen.


“Was für ein Chaos!”, polterte Darth Tyber, ehe blaues Licht vor Seras verbliebenem Auge aufzuckte. Der Mistkerl verfügte über eine Fähigkeit, blaue Blitze aus seinen Fingern heraufzubeschwören, die nun gefährlich durch den Raum zuckten und sich in Richtung der Extinktoren ausbreiteten. Undiqus hob sofort beide Hände und schien den Angriff seinerseits durch eine Machtfertigkeit zu absorbieren. Ventum, die zuvor Manzel in einem Machtwürgegriff empor gehoben hatte, war gezwungen, von ihm abzulassen und sich gegen das Lichtschwert von Darth Vashik zu wehren, der sofort auf sie losgegangen war.

Als Agatosh Xaro soweit zurückgetrieben hatte, dass er mit dem Rücken zu ihr stand, nutzte Sera instinktiv die Gelegenheit. Noch immer mit einem Arm am Foltergestell befestigt, zog sie sich mit einer Kraft, die sie aus dem Abgrund der dunklen Seite zog, daran hoch und schwang ihre Beine von hinten um Xaros Hals. Dieses ganze Kunststück schmerzte furchtbar, und mindestens eines ihrer Beine fühlte sich merkwürdig gebrochen an, aber sie schöpfte ihre letzte Energie aus der Gewissheit, dass Xaro Opfer eines möglichst elenden Ablebens würde. Seras geschundenes Gesicht - geschwollen, zerkratzt und mit einem qualmenden Loch dort, wo einst eines ihrer Augen gewesen war - verwandelte sich erneut in ein diabolisches Lächeln, während Xaro röchelnd an Lebenskraft verlor und sich zu allem Überflu
ss noch gegen das Lichtschwert ihres blauen Mitschülers wehren musste.

[ Bastion - Sith-Tempel - Domäne der Wissenden - Geheime Folterkammer - Zions Getreue: Sera, Agatosh, Neila, Darth Odium, Darth Carifexan, Darth Ventum, Darth Undiqus; Auf der Gegenseite: Xaro, Manzel, Gassian, Kelai, Darth Vashik, Darth Zekk und Darth Tyber ]
 
Zuletzt bearbeitet:
Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Samin, Rian

Die Frage danach, wer diese Säuberung leitete, in Auftrag gegeben oder geplant hatte, lag natürlich auf der Hand. Aber hier war Sane in einer Sackgasse. Natürlich hatte er sich diese Frage auch schon mehrfach gestellt, seine Gedanken kreisten pausenlos um mögliche Verschwörungen oder Machtwechsel. Die Gründlichkeit, die Tatsache dass es nicht nur auf Bastion passierte und der Fakt, dass es bisher keine öffentliche Gegenwehr gab ließ vermuten, dass die Ursache sehr weit oben in der Befehlskette war - und je weiter nach oben man im Imperium da kletterte, desto weniger Leute kamen in Frage.

"Es muss aus dem Umfeld des Imperators kommen, anders kann ich es mir nicht erklären. Vielleicht Überbleibsel aus dem Bruderkrieg?"

Wobei Sane diesen Gedanken direkt wieder verwarf. Das Imperium hatte alle Behörden nach dem Bürgerkrieg auf links gedreht, um Dissidenten in den eigenen Reihen aufzuspüren. Wer nicht auf Linie war oder glaubhaft versichern konnte, nur Ausversehen auf der falschen Seite gelandet zu sein, wurde eliminiert. Sane kannte die Aufklärungsberichte. Das Imperium war in solchen Fällen sehr gründlich und es war unwahrscheinlich, dass diese Gruppe sich so schnell wieder erholt hat, um Allegious erneut gefährlich zu werden. Nein, das hier war etwas Neues.

Doch die vermeintliche Säuberungsaktion war natürlich nicht der einzige Grund, weswegen er hier war. Aurean Transit. Nachdem Sane die Akten seines Vaters dazu durchsucht hatte, war er neugierig, was es damit auf sich hatte und wie Samin darin verwickelt war. Sein erstes Gespür sagte ihm, dass es sich dabei um Sklavenhändler handeln könnte, doch das passte nicht dazu, dass die Pilotin bereits die Sith ins Spiel gebracht hatte. Der dunkle Orden war viel, aber Sklavenhandel gehörte nicht zu seinem Kerngeschäft. Aus diesem Grund konzentrierte er sich nun auf die Frau die scheinbar endlich bereit war, ihre Karten auf den Tisch zu legen. Und die hatten es in sich: Für einen Moment ließ Sane seine Maske fallen und riss die Augen auf. Eine Tochter, die vor den Sith versteckt wurde? Hier auf Bastion?

Es dauerte vielleicht etwas mehr als eine Sekunde, bis Sane sich wieder im Griff hatte und nun lieber mit einer Hand am Kinn nachdenklich nickte. Natürlich wusste er, was Kindern blühte, die von den Sith rekrutiert wurden: Man machte Monster aus ihnen. Gefühllose Killer, die auf Befehl zu den grausamsten Taten bereit waren, die man sich nur vorstellen konnte. Das war kein Schicksal, das eine Mutter sich für ihr Kind wünschte, so viel war klar. Gleichzeitig wusste Sane auch: Sich mit den Sith anzulegen, war keine Sache, die man leichtfertig tat. Immer wieder hatten dunkle Machtnutzer seine Wege gekreuzt und keine dieser Begegnungen ging gut aus. Er hatte viele Freunde durch sie verloren und der jüngste Verlust steckte ihm immer noch tief in den Knochen, auch wenn er das nicht zugeben wollte. Diese Kämpfe waren aber auf abgelegenen Planeten ausgefochten worden. Hier war das Machtzentrum der Sith. Bastion war ihr Territorium. Wenn außerhalb von Bastion ein Kampf mit den Sith keine kluge Entscheidung war, konnte man den Kampf gegen die Sith auf Bastion selbst nur als puren Wahnsinn bezeichnen. So gerne er den Sith auch eins auswischen würde, gefährdete er mit einer Rettungsaktion von machtbegabten Kindern nur unnötig seine Tarnung - und sein Leben. Er erhob sich, um zu gehen.


"Es wäre jetzt unklug, dieses Unternehmen zu kontaktieren. Die Behörden auf Bastion sind gerade jetzt nervös und werden auch nur die kleinste Unregelmäßigkeit untersuchen. Ihre Tochter war bis jetzt bei diesen Leuten in guten Händen, warum also jetzt alles riskieren? Ihr beide wisst was droht, wenn ihr dabei erwischt werdet? Ein schneller Tod wäre das beste, was euch dann noch passieren kann."

Sane ging zur Tür und hielt dann nochmal inne. Was hätte Sarah getan? Sie schreckte damals nicht vor Ziost und den Sith zurück. Für die Agentin war es trotz ihres zwielichtigen Berufs immer klar, wann man für das Richtige einstehen musste. War das so ein Moment?

"Wie alt ist Sana?"

Ohne, dass er sich dagegen wehren konnte, begann sich ein Plan in seinem Kopf zu formen.

"Ihr werdet Logistik und Ressourcen benötigen, um Sana zu retten. Es braucht auch Kontakte außerhalb des Imperiums."

Und jemand der sich mit Aufklärung und verdeckten Operationen auskennt, fügte er in Gedanken hinzu.

"Ich werde euch helfen."

Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Samin, Rian
 
Zurück
Oben