Die gesetzlichen Kassen sind ein Luxus unsere Staates. In anderen Ländern da läßt man die Leute verrecken wenn sie nicht krankenversichert sind, sogar in großen Industrienationen.
Diesen Luxus sollte man nicht abschaffen, aber es ist auch meiner Meinung nach nicht zumutbar das Leute die sich die private Krankenversicherung leisten können
gezwungen werden in der gesetzlichen zu verweilen weil Löcher gestopft werden müssen. Zumal die Begründung die für die 36-Monate-Klausel existiert Leuten wie mir gegenüber doppelt unfair ist.
Sicher ist das dir gegenüber nicht fair. Aber um mal selbst ein wenig zu polemisieren. Der Hartz IVler findet es sicher auch nicht Fair, dass du einen gut bezahlten Job hast, und derjenige (egal ob der Bildungsstand gleich sein mag oder nicht) aus Gründen auf die er selbst keinen Einfluss hatte, auf Hartz IV angewiesen ist.
Abe lassen wir die Polemik (wobei der Gedanke im Gegenzug vielleicht gar nicht so verkehrt ist).
Ich verlange auch gar nicht, dass dir dieser Umstand gefällt (wäre eh unzumutbar, würde ich es verlangen), aber ein wenig Verständnis dafür würde ich schon gerne mal lesen. An deiner Stelle würde ich wohl sagen, dass die in der Regierung wenigstens so ehrlich sein sollen, und sagen warum du in die gesetzliche Kasse zahlen sollst - zumal das ja eh recht offenkundig ist.
Meine favorisierte Lösung wäre die Abschaffung der gesetzlichen Kassen, die ausweitung der Aufnahmepflicht für die privaten und die Trennung von Finanztöpfen verschiedener Versicherungskathegorien bei den privaten so das man schlechte und gute Risiken trennen kann.
Ich kann mir schwer vorstellen, dass diese Trennung der Finaztöpfe überhaupt möglich ist. Imho ist da ja erst dadurch möglich, das es zwei verschiedene Sozialsysteme gibt. Gäbe es nur noch eines, so würdest du m.E. am Ende auch viel mehr zahlen müssen, nur eben nicht mehr bei den Gesetzlichen Kassen. Augaben und Einnahmen müssen sich schließlich auch für die Privaten decken.
Du stellst mich hier vor eine Wahl die ich nicht treffen möchte da ich einerseits eben immer wieder sehe wie mein Geld verbrannt wird, andererseits aber auch Leute persönlich kenne von denen ich weiß das sie keine Sozialschmarotzer sind aber trotzdem gezwungen sind Leistungen in Anspruch zu nehmen. Meiner Meinung nach sollen die Leute froh sein in einem so sozialen Staat wie Deutschland zu leben. Wenn jetzt aber eine Partei ankommt und die Erhöhung von Sozialleistungen auf meine Kosten fordert dann bin ich nicht bereit dies zu unterstützen, da ich der Meinung bin das man wenn man staatliche Hilfe in Anspruch nimmt keine Playstation 3 braucht.
Es ist eigentlich eher eine Frage von der ich mir wünsche, dass du sie dir selbst stellst, wenn du auf Schmarotzer schimpfst. ^^
Zu der Playstation 3. Selbstverständlich ist das Luxus der nicht unbedingt nötig ist, aber ich finde du polemisierst das auch ein wenig. Die Sozialleistungen werden mit Sicherheit nicht soweit steigen, dass ein Hartz IV Empfänger sich mal eben locker flockig eine Fabrikneue PS3 leisten kann.
Theorethisch ist es dem Hartz IV Empfänger auch heute möglich eine PS3, auch eine nagelneue, zu erwerben. Allerdings legt derjenige vorher reichlich zurück. Diesen Monat 10 €, nächsten vielleicht 20 €, und erspart sie sich auf harte weise. Dabei - und das darf man nicht vergessen, bevor man danach schreit den Hartz IVlern auch noch diese 10-20€ wegzunehmen - verzichtet derjenige aber auf neue Kleidung, die lägst fällig wäre, oder wichtige Reparaturen die anstehen oder irgendwann anstehen könnten (denn dafür soll man eigentlich Geld zurück legen) oder derjenige ernährt sich schlechter, weil er nur noch Billgkram ißt.
Wenn jetzt die Sozialen Leistungen erhöht werden sollten, wirds im Endeffekt wohl eher darauf hinaus laufen, dass derjenige sich die PS3 vielleicht einen oder zwei Monate eher kaufen kann. Das ist nicht die Welt, und nicht jeder ist geil auf eine Playstation. Die Meisten würden es wohl in ihre Familie oder Jobsuche investieren. Und daran sehe ich wirklich nichts schlimmes, auch wenn es welche gibt, die unter Verzicht sich irgend ein nicht so wichtiges Luxusgut leisten wollen.
Du hast durchaus Recht mit der Frage nach zu niedrigen Löhnen, es kann aber nicht sein das eine Partei fordert das diese Löhne angeglichen werden und im gleichen Atemzug eine von Sozialneid geprägte Umverteilung von verdientem Geld fordert.
Gut ich mag jetzt auch nicht unbedingt ein Freund der Linken sein, aber ich verstehe durchaus dass solche Forderungen aufkommen.
Ich weiß auch nicht ob man beides so ohne weiteres Trennen kann, denn zum einen ist Hartz IV eben nicht nur was für Arbeitslose, wie du selbst sagst, zum anderen nähert sich der Sozialstaat immer mehr dem Bankrott, so dass auch Langfristig etwas geschehen muss, damit man auch künftige Finanzkriesen
überstehen kann, ohne dass Menschen Angst vorm verhungern oder erfrieren haben müssen. Sofern fände ich es nicht verkehrt, wenn Besserverdienende auch ein wenig mehr in den Topf zahlen dürfen. Sicher solls nicht so enden, dass ein z.B. Arzt am Ende genauso viel raus bekommt, wie ein Lagerarbeiter. Das wäre entschieden übertrieben. Aber wenn ein Manager z.B. (mal den ganz extremen Fall genommen) 8 anstelle von 12 Millionen im Jahr verdient, hätte ich damit überhaupt kein Problem. Würde das einem Co-Piloten Treffen, wäre ein Virtel vom Nettogehalt als Abzug, natürlich zu viel der Umverteilung.
Ich sehe es einfach nicht ein das ich noch mehr Zahlen soll für Leute die einfach nichts dafür tun. Arbeitslosengeld ist eine Sache, HartzVI aber eine ganz andere.
Und auch hier möchte ich an die arbeitslosen HartzIVler denken, die sehr wohl veruschen davon weg zu kommen, einschließlich der HartzIVler, welche Jobs haben, aber darin nicht genug verdienen. Bitte nicht pauschal alle die Hartz IV beziehen über einen Kamm scheren.
