Weltraum (Neue Republik)

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea-an Bord der T6-Raumfähre- mit Aleron und Tara- Lateef im Cockpit

Aleron erklärte ihr, wie sie bei einem Land- Einsatz vorgehen musste und welche Spezialitäten es bei ihrem Einsatz zu beachten gab. Fabienne nickte.

«Hier, die Region der Kläranlagen zum Beispiel. Die liegen etwas abseits, aber nicht zu sehr. Und die Gegend um diese Anlagen riecht meist so übel, dass da nur wenig Leute freiwillig hingehen. Ausserdem wohnt da für nen halben Kilometer drum rum auch keiner.Davon mal abgesehen, dass es den Geruch der Tiere vielleicht übertüncht. Aber da führt ne breite Strasse hin.»

meinte sie und zeigte auf die Einrichtung.

«Und was sind das für Gebäude da? Garagen oder sowas?»


fragte sie und zeigte auf längliche Gebäude in unmittelbarer Nähe zu der Kläranlage. Vielleicht waren die für landwirtschaftliche Maschinen oder so gedacht. Hinter der Kläranlage war es nicht mehr weit bis zu einigen Feldern.

«Ich würd da hin gehen.»


meinte sie dann und lehnte sich zurück, um den jungen Padawan zu mustern. Schon lustig,wie das Schicksal spielte. Er war bei den Landungstruppen gewesen, sie bei den Sternjägern. Es hätte durchaus passieren können, dass sie ihm auf einem Trägerschiff begegnet wär. Aber nein. Da musste man sie erst den Ossus-Rangern zuordnen, bevor er ihr vor die Füsse lief.

Er wies noch ein paar andere Orte aus, die sich anbieten würden und sie markierten die Orte auf der Karte. Bald hatten sie die Karte gut gespickt. Fabienne sah sich die Markierungen an und runzelte die Stirn. Die alle zu untersuchen würde Zeit kosten. Und sie mussten vorsichtig sein, wenn sie die Täter nicht vorwarnen wollten.

Nach einer gefühlten Stunde erklärte Aleron, dass es Zeit fürs Mittagsessen war. Fabienne lachte.

«Sag mal, was hast du für nen Stoffwechsel? Ich hab das Gefühl, du hast immer Hunger.»

Sie grinste und folgte ihm in die Kombüse. Vor allem, um ihm über die Schulter zu gucken. Sie konnte nicht kochen. Nudeln vielleicht, aber auch da waren sie entweder zu fest oder zu weich und der Herd sah hinterher aus wie ein Schlachtfeld. Während der Padawan also die Schränke durchging, lehnte sie sich an eine Wand und beobachtete neugierig, was er heraus nahm. Plötzlich fragte er nach Valerie und Fabienne runzelte die Stirn. Sie hatte sie mal bei einem Essen erwähnt und erzähl, dass sie Wirtschaftsrecht studierte. Ein mal. Und er hatte sich das gemerkt? Wow.

«Ähhm, ja. Entweder von ihrem Studium oder von mir. Ich hab ihr ne ganze Reihe Aufgaben abgetreten, bevor wir aufgebrochen sind. Ich will ja nicht, dass ihr langweilig wird.»

Sie klaute Aleron ein Stück geschnittenes Gemüse vom Brett und begann dann, den Tisch zu decken. DAS konnte sie zumindest.
Etwas später kam Tara dazu und sie setzten sich, um Aleron’s Meisterwerke aus der Küche zu geniessen. Allemal besser als ein Energieriegel oder dieses Tüten-Zeug, dessen Zusammensetzung und Herkunft mehr als fragwürdig war.

Tara lobte dann Aleron’s Vorbereitungen und Fabienne schmunzelte. Ja, man merkte, dass er wusste, was er tat. Gut, ganz ahnungslos war Fabienne auch nicht. Allerdings war sowas bisher einfach nicht nötig für sie. Sie war in ihren Jäger gestiegen, hatte den Hangar verlassen und von da an war ihr fast alles auf dem Bildschirm angezeigt worden. Ein paar Astrogations-Kenntnisse waren natürlich auch nötig. Für den Fall, dass das Trägerschiff ausfiel oder man flüchten musste. Unweigerlich dachte sie an all die mutigen Piloten, die bei ihrer letzten Mission als Lockvögel in den Tod gesprungen waren. Und das alles für eine einzige Person. Hoffentlich hatte sich die Operation langfristig gelohnt und sie waren nicht umsonst gestorben. Gut möglich, dass die ganze Sache nur einen «Gescheitert» -Stempel bekam und man nie wieder darüber sprach. Auch Will fehlte seit dieser Geschichte und Fabienne bekam Bauchweh, wenn sie sich überlegte, was das bedeutete.

Nach dem Essen kündigte Tara Lichtschwerttraining für Aleron an. Die engen Bedingungen auf dem Schiff waren da natürlich die Herausforderung, wie die Jedi erklärte. Fabienne runzelte die Stirn und fragte sich, wie viele Jedi sich da schon selbst aus dem Leben geschossen hatten, weil sie aus versehen die Hülle ihres Raumschiffs von innen aufgeschlitzt hatten. Sicherlich waren das Meldungen, die die Jedi unter Verschluss hielten. Sie schüttelte den Kopf und zwang ihre Gedanken in eine andere Richtung. Da waren genug Leichen zwischen den Sternen. Ihre Phantasie musste da wirklich keine hinzufügen. In dem Moment sah Tara zu ihr und lud sie ein, sich zu ihr zu setzen und zuzusehen, wie Aleron imaginäre Schurken verdrosch. Also nahm sie neben der Togruta platz und beobachtete erstmal – nun ja, nicht besonders viel. Die beiden starteten mit geschlossenen Augen. Etwas, dass man bei Jedi nun wirklich oft genug sah. Fabienne verhielt sich ruhig, zog jedoch leise ihre Stiefel aus, damit sie sich in den Schneidersitz setzen konnte. Seit sie zu der Mission mit Leela geschickt wurde, hatte sie Aleron nicht mehr in Aktion gesehen und es war bekannt, das Jedi sehr schnell lernten. Also: Was konnte sie jetzt von ihm erwarten?Tara hatte gesagt, dass er seinen Geist schon gut im Griff hatte- was auch immer das bedeutete. Jetzt sollte er seine Umgebung wahrnehmen. Automatisch machte Fabienne mit. Der Aufenthaltsbereich war...funktional.So wie sie es von Trägerschiffen wie der Prometheus gewohnt war.Es roch nach Metall und Schmiermittel. Halt auch dieser typische Raumschiff-Geruch, auch wenn noch der Duft der letzten Mahlzeit zu riechen war. Das Brummen der Antriebe und- wenn sie genau aufpasste- das Rascheln von Tara’s Kleidung, wenn sie atmete. Ihr eigener Atem war natürlich deutlicher zu hören. Aber damit hatte es sich doch eigentlich auch. Das, was Jedi wahrnehmen konnten, musste so viel mehr sein. Immerhin gab es einige, die beschäftigten sich den ganzen Tag damit. Das wär Fabienne ja zu langweilig. Um das zu wissen, musste sie nur die gegenwärtige Situation ansehen. Ja, sie würde Alerons Bewegungen genau beobachten und auch die von Tara. Unterschiede analysieren. Versuchen, sie sich einzuprägen wie den Stadtplan, den sie mit Aleron angeschaut hatte. Aber ein Teil von ihr trieb sie schon wieder an, noch irgendwas anderes zusätzlich zu machen. Klimmzüge oder sowas. Etwas, bei dem sie die beiden dennoch beobachten konnte, aber gleichzeitig auch selbst etwas machte. Ihre Hand glitt in ihre Tasche, wo der Ball war und sie fing wieder an, drauf rum zu drücken. Mochte man sie für nervös halten. Ganz falsch war es ja nicht.

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea-an Bord der T6-Raumfähre- mit Aleron und Tara- Lateef im Cockpit
 
Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar | Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines

Die Augenbrauen des Corellianers kräuselten sich kurz, dann zog er sein eigenes Datapad aus einer Oberschenkeltasche, um dieselbe Nachricht zu lesen.

„Oha, eine Siegesfeier. Ja, warum eigentlich nicht? Das wird der Moral sicher helfen und es dürfte uns allen gut tun, aus dem Alltagstrott gerissen zu werden. 20 Uhr soll das Ganze sein? Dann verpassen wir wohl das Abendessen, aber auf der Feier gibt’s vielleicht irgendwelche Schnittchen.“

Bis dahin waren es noch gut fünf Stunden. Eine davon würde sich Fayr reservieren, um sich frisch zu machen und eine saubere Uniform anzuziehen. Aktuell stank er nach allerlei Chemikalien, die für den Betrieb oder zumindest die Wartung bzw. Reparatur eines Raumjägers eben so nötig waren. Er würde sich also ordentlich abschrubben müssen, damit die Herren und Damen Offiziere der Führungsetage nicht rückwärts vom Podium fielen, wenn sie sich auf 10 Meter in seine Nähe wagten.

„Haben Sie irgendeine Idee, wer welche Auszeichnung bekommen wird? Es wird sicher auch die eine oder andere Beförderung verkündet werden.“

Tatsächlich war Fayr an keiner der Vermutungen allzu sehr interessiert. Er war nicht hier, um Orden zu sammeln oder großartig Karriere zu machen. Er war hier, weil er das Fliegen liebte. Warum sich also auf einen Posten befördern lassen, der mehr mit Flimsikram zu tun hatte als allem anderen? Darüber hinaus konnte der Corellianer auf die Kopfschmerzen liebend gerne verzichten, mit denen sich die Führungsetage ständig herumschlagen musste.

„Wie jetzt, glauben Sie etwa, dass ich das nicht schaffe? Pah!“

Lieutenant Vandrik zweifelte dann doch tatsächlich an Fayrs Fähigkeiten? Das war doch wirklich unerhört! Der Corellianer kniff die Augen zusammen, zückte den Hydroschraubenschlüssel aus seiner Beintasche und schielte seinen gegenüber über den Rand des Werkzeugs misstrauisch an, als würde er Neelyn damit erstechen wollen.

„Die Herausforderung nehme ich an.“

Und damit wandte sich Fayr auch direkt auf dem Absatz um, um sich an die Reparaturen zu machen. 4 Stunden war zwar etwas knapp, aber mit etwas Kreativität war das schon zu machen.

Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, im Raumjägerhangar | Fayr Ced, R7-T2, diverse andere Droiden und Techniker, Neelyn Vandrik & zwei unwillige Marines
 
Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)

Fabienne schien mit einer ausgenommenen Neugier zu beobachten, wie er das gemeinsame Mittagessen zubereitete. Vermutlich konnte sie gar nicht kochen und woher auch. Sie war noch sehr jung und kaum dem Elternhaus entwachsen und selbst dann direkt an die Akademie gegangen, wo sie jeden Tag in der Kantine sich ihre Speisen hatten aussuchen können. Und dann fragte sie nach seinem Stoffwechsel.

„Ein gesunder Geist kann nur in einem gesunden Körper wohnen. Ich weiß, es klingt abgedroschen, aber es stimmt. Und zu so einem gesunden Körper gehört eben auch eine ordentliche Ernährung. Die gibt’s eher weniger aus Dosen oder Tiefkühlpackungen. Außerdem kann man im Einsatz nicht darauf bauen, regelmäßig und vernünftig essen zu können. Daher sollte man jede Gelegenheit dafür nutzen, die sich bietet.“

Es gab ein einfaches Gericht, für mehr war weder Zeit noch Platz hier an Bord. So eine Gemüsepfanne war schnell zubereitet und letztenendes mussten sie ja auch an Tara denken. Togruta waren reine Fleischfresser und so musste der Morellianer für sie etwas anderes zubereiten als für die Menschenfrau, den Umbaraner und sich selbst zubereiten. Ein paar Fleischstreifen wurden dann noch für die drei angebraten und der Hauptanteil Fleisch wurde für Tara hergerichtet.

„Aufgaben abgetreten? Ist sie sowas wie deine Privatsekretärin? - Hier, bring die Portion bitte ins Cockpit für Lateef. Ich trage derweil den Rest raus zum Esstisch.“

Das Mittagessen lief dann recht harmonisch und entspannt ab. Es war genau die Art von Pause, die sie brauchten, um etwas zu entspannen und neue Kraft für den Rest des Tages zu sammeln. Zum Ende hin setzte Tara dann den Plan für den Nachmittag fest. Aleron hörte sich das alles ruhig an und nickte die Instruktionen ab. Sie waren einfach genug, hatten aber einen kleinen Haken.

„Wie ihr wünscht, Meisterin Li. Es gibt dabei nur einen kleines Problem. Ihr habt mir bisher keinen Ersatz für mein Trainingslichtschwert ausgehändigt. Mein Altes ist ja auf dem Tempeldach zerschellt. Aber in der Küche habe ich einen Kochlöffel gesehen, der sich für die Schattenübungen der Bewegungsgrundlagen eignen sollte.“

Damit sammelte der Morellianer die geleerten Teller und das Besteck der drei ein, um sie in die Küche zu bringen und besagten Kochlöffel zu holen. Sein Ton war ruhig und entspannt gewesen. Aleron schien keinen Anstand daran zu nehmen, dass er unbewaffnet in den Einsatz gegangen war.

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)
 
Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak-Juna in ihrem Quartier, Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen

Es ging ihm Besser. Nach dieser kleinen Übung schien eine Last von Ferak gefallen zu sein. Sicher war es nicht die letzte Auseinandersetzung mit seinem inneren Dämon. Er würde es immer wieder probieren. Manchmal spürte Sahra ihren eigenen auch noch. Aber Ferak würde wachsen. An dem Schatten selbst, an seinen Erfahrungen und an seinen Verbündeten. Er grinste sie an, was Sahra erwiederte und nickte. Dann stellte er die Frage, wer nun besser nach Juna sehen sollte und meinte, dass er ihr vielleicht zu viel Angst gemacht hatte. Sahra atmete tief durch und runzelte die Stirn.

«Ich denke...»

Doch weiter kam sie nicht, denn da kam Juna schon rein und entschuldigte sich dafür, überreagiert zu haben. Dann erkundigte sie sich nach dem, was geschehen war. Sahra lächelte Juna an und sah dann zu Ferak.

«Wir alle haben unsere Dämonen. Schatten der Vergangenheit, die manchmal überwältigend sein können. Ferak hatte eine Begegnung mit seinem und hat darum kurz geschwankt. Aber er hat seine Mitte wiedergefunden.»

Sie nickte dem gehörnten Hünen zu.

«Sprich mit mir, wenn du wieder das Gefühl hast, unterzugehen. Ich bin für dich da. Egal wann.»

Sie wartete noch einen Moment, bis sie sicher war, dass Ferak ihr Angebot verinnerlicht hatte. Dann klatschte sie in die Hände.

«Wunderbar. Da wir nun wieder alle versammelt sind: Was wollen wir machen? Vorschläge? Herzenswünsche? Wollen wir nochmal Lähmung üben? Oder Energie absorbieren? Oder was anderes? Miss Choway? Haben sie mal was gehört von den bösen Jedi, was sie gern mal sehen oder klären würden?»


fragte sie und sah zwischen den beiden hin und her. Sie hatten noch etwas Zeit,bis sie ihr Ziel erreichten und für eine Übung war sicher noch Zeit, ehe sie sich von Ty würde verabschieden müssen. Wiedermal. Das war eindeutig ein Klumpen in ihrem Magen. Aber auch sie musste sich ihren Dämonen stellen. Dieser Gedanke löste hingegen andere Emotionen in ihr aus und sie stutzte einen Moment. Ja, auch sie musste tun, was Ferak getan hatte. Und so langsam war sie bereit dafür. Noch einmal wanderte ihr Blick zu dem Zabrak. Er war so viel stärker als sie und wusste es nicht mal. Sie könnte nicht stolzer auf ihn sein.

Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak und Juna- Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen
 
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Ferak spürte den Kloß in seinem Hals, während die Worte seiner Meistern nachhallten. Ihr Angebot, für ihn da zu sein – jederzeit – war ein Anker inmitten des Sturms, der noch immer in ihm tobte. Er wollte etwas sagen, wollte ihr danken, doch stattdessen wanderte sein Blick zu Juna. Seine tiefe Stimme durchbrach die Stille.
„Ein Albtraum.“
Das Wort hing schwer im Raum. Seine Schultern hoben und senkten sich, als er tief durchatmete, ehe er weitersprach.
„Eine Erinnerung… oder vielleicht ein Echo. Etwas aus einer Zeit, die ich hinter mir gelassen glaubte. Deine Zeit war schwer genug, ich will dich nicht auch noch damit belasten.“
Er hielt inne, ließ den Moment wirken, bevor er weiterredete.
„Ich danke euch... euch beiden. Es ist… nicht leicht für mich, um Hilfe zu bitten.“

Er ging die Worte in Gedanken noch einmal durch. Ein Teil von ihm sträubte sich. Er war ein Wächter. Ein Zabrak von Iridonia. Ein Krieger. Ein werdender Jedi. Seine Ehre und sein Stolz verlangten von ihm, stark zu sein – allein. Und doch … Hier stand er, umringt von Verbündeten. Von Wesen, die ihm ihre Hand reichten, ohne zu zögern. Sahra ließ ihren Blick durch die Runde schweifen. Sie erinnerte die anderen daran, dass sie nun wieder vollzählig waren, und fragte, welche Techniken sie weiter vertiefen wollten, oder vielleicht gab es etwas, das Juna über die Jedi gehört hatte – über die angeblich dunklen oder verbotenen Lehren –, das sie genauer untersuchen wollte?Ferak brummte leise und fuhr sich mit einer Hand über seine Stirn.
„Crucitorn… Malacia… Ich muss sie beide verbessern. Perfekte Körperbeherrschung ist die Grundlage jedes Kriegers. Und Tutaminis…“ Er ließ den Satz ausklingen, dachte an seine bisherigen Versuche, Machtangriffe zu absorbieren. „Ich bin nicht da, wo ich sein sollte.“
Dann schnaubte er, es klang fast amüsiert. Und dennoch wie ein Wahlross das auftauchte.
„Ein Kämpfer ist nicht derjenige, der tausend Techniken trainiert“, sagte er schließlich. „Sondern derjenige, der eine Technik tausend Mal trainiert hat, so lange, bis er nicht mehr scheitern kann!“

Seine goldenen Augen blitzten entschlossen. Kämpfen war Wiederholung. Beständigkeit. Der unermüdliche Wille, Schwäche auszumerzen. Ein Krieger war nicht der, der nie fiel – sondern der, der immer wieder aufstand, mit festeren Schritten als zuvor. Er hob den Blick zu seiner Meisterin und zu der Rattataki.
„Also, Meisterin Kenobi... Juna woran scheitern wir heute?“


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//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Trainingsraum; Juna, Ferak und Sahra}


Dämonen. Das war das Thema? Schatten der Vergangenheit? Allgemein ließen Sahras Ausführungen Junas Blick zu Ferak wandern. Auch als Meisterin Kenobi ihre Zusicherung gab für den Zabrak da zu sein, lächelte Juna.

“Ich werde auch da sein. Ich verstehe vielleicht besser als du denken magst wie sich sowas anfühlt. Das Gefühl… dass man zu dem werden könnte, dass man niemals werden will… Du belastest mich eher, wenn ich mir Sorgen um dich mache, als wenn wir versuchen eine Lösung zu finden.”

Einen Moment später fragte die Jedi nach Vorschlägen, was sie machen könnten. Als Juna direkt angesprochen wurde und nach Dingen fragte, die Juna wissen wollte, musste die Rattataki einen Moment nachdenken. Zum Glück füllte Ferak die entsprechende Stille mit seinen Worten. Er sprach von Techniken, davon, ein Kämpfer oder Krieger zu sein. Juna schaute den Zabrak an und als er mit der Frage endete, woran die Gruppe heute scheitern würde, hatte Juna ihren Blick wieder gesenkt. Wie damals, als sie den Blickkontakt mit Ferak nicht halten konnte. Sie alle waren so Zielgerichtet. Wussten so viel. Waren mutig und stark. Aber Juna? Sie war ihr ganzes Leben davon gelaufen, wenn es gefährlich wurde oder nicht anders ging.

“Ich…”

Setzte Juna an.

“Ich bin mein ganzes Leben weggelaufen. Vor Verantwortung, davor für mich selbst einzustehen. Und wenn ich nicht weglief, dann nur aus Angst. Ich habe mich vor allem gefürchtet. Ich wehrte mich nicht, als meine Eltern in eine Arena zum Kämpfen und Töten steckten. Ich wehrte mich nicht, als mein erster Meister starb und ich an dieses Monster weitergegeben wurde. Egal was er mir androhte, was er mit mir tat, ich lief nicht weg oder wehrte mich. Nein. Ich lief erst weg, als ich wusste, dass ich sterben würde. Ilum war auch nur ein Versteck für ein feiges, ängstliches Kind. Anstatt wie von Tabby vorgeschlagen, habe ich euch nicht angesprochen oder die Republik um Hilfe ersucht, sondern bin nur weg gelaufen, bis ich nicht mehr konnte. Alles, was ich hier erlebte, war, weil ich zu ängstlich war. Ihr seid beide so großartige Wesen. Wie Sonnen, die in meinen Augen so stark strahlen, dass es fast wehtut.”

Sie ballte ihre Fäuste nun. Starrte entschlossen erst zu Meisterin Kenobi und dann zu Ferak.

“Ferak will ein Krieger sein. Dann muss ich auch mehr sein als ein ängstliches Kind, wenn ich weiter mit euch reisen will.”

Sie atmete tief durch.

“Ich werde ein Doktor. Ein Doktor ist niemals feige! Ich will niemals so grausam wie das Monster sein, dass mich versuche, seine Wünschen entsprechend zu verändern, denn ein Doktor ist nicht grausam! Und ein Doktor gibt niemals auf!”

Damit schaute Juna den Zabrak vor sich entschlossen an.

“Ich werde heute garantiert noch daran scheitern, ein Doktor zu sein. Morgen auch. Und nächste Woche ganz sicher! Aber ich werde es schaffen! Und womit kann ich der Arbeit meines ehemaligen Meisters mehr einen Strich durch die Rechnung machen, wenn eine Kreatur, die er zum Töten schuf, nun ein Heiler und Lebensretter wird? Ich glaube, das wäre der beste Weg ihn, wo immer er nun ist, den Tag zu versauen. Ich werde euch begleiten. Werdet ihr mir helfen, dieses Ziel zu erreichen?”

Sie hatte genug davon weg zu laufen. Rennen. Immer nur Angst haben. Das musste enden! So viel war klar! Auch wenn der Weg hart und lang werden würde. Juna würde das Ziel verfolgen. Mutig wollte sie sein! Und gütig! Sie wollte helfen und nicht mehr zerstören! Sie würde nicht wie ihr Meister werden. Niemals. In diesem Moment stupste ihr etwas auf die Schulter und Juna drehte sich um. Vor ihrem Kopf schwebte Suse, der während der kleinen Ansprache in der Tür geschwebt hatte. Die Rattataki lächelte ihren alten Begleiter an.

“Wirst du mich dabei begleiten?”

Ein kurzes Piepen und der Droide klammerte sich an Juna fest, die ihn kurz umarmte.

“Ich nehme das mal als ein Ja.”


Damit lösten sich die beiden und Juna lächelte in die Runde.

“Ich habe keine Ahnung davon, ein Jedi zu sein. Ihr müsst bei mir wahrscheinlich bei Null anfangen. Ich werde mich aber bemühen eine gute Schülerin zu sein.”

Das erste Mal, seit sie bei Meisterin Kenobi und Ferak war, fühlte sich Juna wirklich für etwas bereit. Noch nie war sie so entschlossen gewesen, ihren Weg zu gehen. Leicht wäre es sicherlich nicht. Jedoch musste man irgendwann die ersten Schritte machen.



//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Trainingsraum; Juna mit Suse, Ferak und Sahra}
 
Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)

Tara lehnte sich entspannt zurück, während sie das Essen genoss und die Gespräche zwischen Fabienne und Aleron verfolgte. Der Morellianer hatte sich mit einer gewissen Selbstverständlichkeit um die Mahlzeiten gekümmert, als wäre es die natürlichste Sache der Welt – und in gewisser Weise war es das für ihn wohl auch. Seine Disziplin war beeindruckend, ebenso wie seine Selbstbeherrschung. Doch genau deshalb war sie überrascht, als er nach dem Essen mit einer solchen Gelassenheit feststellte, dass er kein Trainingslichtschwert besaß.

Tara’s Montreal zuckte kurz . Er sprach darüber, als wäre es eine beiläufige Unannehmlichkeit, nicht etwa als eine gravierende Lücke in seiner Ausrüstung. Und dann, zu ihrer weiteren Verwunderung, schlug er vor, stattdessen einen Kochlöffel zu benutzen. Einen Kochlöffel.


„Oh nein, mein lieber Aleron, das wird nicht passieren.“

Sie erhob sich und stellte sich mit verschränkten Armen vor ihn, während er bereits auf dem Weg zur Küche war. Ihr Ton war zwar streng, doch in ihren Augen funkelte ein Hauch von Belustigung.

„Ich muss schon sagen, für jemanden, der sonst so gewissenhaft ist, hast du dich diesmal nicht besonders gut vorbereitet. Warst du so sehr damit beschäftigt, für alle Eventualitäten zu planen, dass du dabei vergessen hast, dein eigenes Training ernst zu nehmen?“

Sie ließ ihn einen Moment lang über ihre Worte nachdenken, bevor sie mit einer geschmeidigen Bewegung in ihre Robe griff und ein Trainingslichtschwert hervorholte. Die metallene Hülle lag kühl in ihrer Hand, bevor sie es Aleron mit einer knappen Geste hinhielt.

„Zum Glück habe ich daran gedacht. Und in weiser Voraussicht sogar zwei mitgebracht – man weiß ja nie, wann du dein nächstes Lichtschwert verlierst.“

Sie ließ ihn sein neues Trainingsschwert begutachten, während sie selbst das zweite behielt. Sicher war sicher.

Hier. Es wäre doch schade, wenn du bei deiner nächsten Mission gezwungen wärst, mit Küchenutensilien gegen deine Feinde zu kämpfen.“

Tara trat zurück und machte eine auffordernde Handbewegung.

„Genug geredet. Zeig mir, ob dein Training mit dem Löffel dich wirklich so weit gebracht hätte, wie du dachtest.“

Ein amüsiertes Lächeln spielte um ihre Lippen, doch ihr Blick blieb wachsam. Sie war gespannt, wie sich Aleron nun schlagen würde.

“Beginne nun deine Übungen.”

Meinte sie streng und lehnte sich dann zu Fabienne rüber.

"Was für ein kleiner Witzbold. Mit einem Kochlöffel. Das nächste Mal benutze ich diesen zu anderen Zwecken bei ihm, wenn er nicht fokussiert genug bleibt."

Meinte Tara amüsiert.

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Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak und Juna- Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen

Ferak bebte innerlich sicherlich immer noch etwas, aber er war „über den Berg“. Zumindest für den Moment. Er gab sein eigenes Feedback an Juna ab und erklärte dann, dass es nicht leicht für ihn war, um Hilfe zu bitten. Sahra schmunzelte.

„Ist das nicht so ein generelles Männer-Problem?“

Fragte sie amüsiert und schüttelte den Kopf. Ja, auch Radan hatte damals gemeint, keine Hilfe zu brauchen. Aber sie selbst war ja seit dem keinen Deut besser gewesen. Statt sich Hilfe bei ihrem Orden zu holen, hatte sie es lieber angestrebt, alles allein zu regeln. Eine Erfahrung, die sie auf die harte Tour gemacht hatte.

„Nur ein Scherz. Ich kenn das. Mir ging es genauso. Man hat gelernt, trainiert, ein paar Mal gewonnen und dann hat man das Gefühl, nicht mehr um Hilfe bitten zu müssen oder gar zu dürfen. Aber das ist schlicht falsch!“

Sie lächelte Ferak an und sah dann auch zu Juna.

„Lernt aus meinen Fehlern. Ihr gehört zu einem ORDEN! Da sind hunderte Spezialisten für fast jedes Problem, dass ihr habt. Ich helf euch, wo ich nur kann. Aber ich kenne auch meine Schwächen, weswegen Ferak bei meiner Schwester Lichtschwert-Training genommen hat. Ich arbeite mit euch an euren Zielen, wenn ich die Fähigkeit noch nicht gut kann. Oder- wenn ich die Möglichkeit habe- schicke ich euch zu einem Spezialisten. Aber habt niemals Furcht davor, um Hilfe zu bitten. Die Folgen können Katastrophal sein und den Rest eures Lebens bestimmen.“


Sie nickte beiden noch einmal zu, um sie darin zu bestärken. Auf ihre Frage hin, was die beiden jetzt machen wollten, lieferte ihr Ferak wie üblich präzise Antworten. Crucitorn- Nützlich , in mehreren Wegen. Malacia und Tutaminis. Sahra nickte verstehend und schlenderte zu dem Schrank mit Übungsmaterialien. Unterdessen erklärte Juna, dass sie Angst hatte. Ihr ganzes Leben lang. Und das sie damit aufhören wollte. Sahra presste ihre Lippen zu einer Linie zusammen.

„Eine Jedi-Weisheit sagt, das Angst entweder aus schlechter Erfahrung oder aus fehlendem Wissen heraus entsteht. Darum streben Jedi auch immer nach Wissen. Weil Wissen einfach Ängste...überflüssig macht. Du hast automatisch viel weniger Angst, wenn du mehr Handlungsmöglichkeiten hast. Mehr Erfahrungen.“


Sie erklärte dann, dass sie ein „Doktor“ werden wollte. Sahra schmunzelte.

„Ein Doktor oder ein Jedi-Heiler? Ich kann dir einige Dokumente über Anatomie geben, die du dir aneignen kannst. Und wir können dich an einer Universität anbieten, die übers Holonet unterrichtet. Dann kannst du Überall an den Vorlesungen teilnehmen. Und du kannst lernen, die Macht zu nutzen und damit einen Körper zu heilen. Ich kann dir jetzt gerade zwar keine Übungsobjekte vorlegen. Aber du hast hier einen männlichen Zabrak und einen weiblichen Menschen. Du kannst uns ja in der Macht mal erforschen und damit dir mal den „soll-Zustand „ ansehen. Ich hab nichts dagegen und Ferak mit Sicherheit auch nicht. Und wenn ich mir so ansehe, was Ferak jetzt trainieren will, hast du nachher vielleicht jemanden, an dem du üben kannst.“


Sie lächelte der jungen Frau aufmunternd zu, während sie eine Übungsdrohne aus dem Schrank nahm und sie auf die niedrigste Energie-Stufe stellte.

„Also, Ferak. Wir haben das letzte Mal mit Teelichtern gespielt, um Wärme-Energie aufnehmen zu üben. Nun, du wirst im Einsatz sicher nicht mit Kerzen beschmissen. Also fangen wir mit dem Telematen an. Der ist jetzt auf die schwächste Stufe eingestellt. Heisst, die ersten 2-3 Treffer zwicken, richten aber keinen Schaden an. Trotzdem machen wir jetzt erstmal kleine Zeitintervalle von zwei Minuten, dann guck ich mir an, ob ich was heilen muss oder ob du weiter machen kannst. Wenn es kein Problem gibt, kannst du entscheiden, ob du die Zeiträume erweitern oder die Energie des Telematen hochsetzen möchtest, ja?“

Sie schmunzelte, als sie an sein letztes Kommentar dachte.

„Oder fehlt dir da das Scheitern zu sehr? Magst du gleich auf volle Stufe gehen und eventuell Bekanntschaft mit dem Bactatank machen, weil du dir Löcher in deinen nicht-vorhandenen Pelz gebrannt hast?“

Das wäre dumm und sie wusste, das ihr Schüler klüger war. Er würde bestimmt an seine Schmerzgrenze gehen heute, aber er war auch vernünftig und würde nicht so weit darüber gehen, um sich derart zu gefährden. Trotzdem wäre es wohl jetzt ihre Aufgabe, ihn zu beaufsichtigen und ihn daran zu hindern, vielleicht doch eine Grenze zu überschreiten. Aber dafür war sie ja da. Juna erklärte ihr, dass sie keine Ahnung davon hatte, eine Jedi zu sein und das man bei ihr wohl bei 0 anfangen müssten. Sahra lächelte.

„Das ist kein Problem. Wir haben alle bei Null angefangen. Das Problem gerade besteht darin, dass ich nicht befugt bin, zwei Padawane zu unterrichten. Ich kann dir Schriften der Jedi geben, Geschichten, die du lesen kannst und die dir zeigen, was es bedeutet, ein Jedi zu sein. Aber offiziell Ausbilden darf ich dich nicht. Sonst bekomm ich ärger mit dem Rat. Ein bisschen was lass ich dich dennoch machen.“

Sie zwinkerte Juna zu.

„Weil ich vielleicht nicht einhunderprozent hinter dem stehe, was der Rat so sagt. Und weil wir uns derzeit nicht in der Nähe eines weiteren Ausbilders befinden. Und weil wir alle persönliche Gründe haben, dich nicht einfach nach Coruscant zu schicken, damit du ausgebildet werden kannst. Du gehörst zu uns. Aber richtig Vollgas können wir erst geben, wenn Ferak bereit ist, ein Jedi-Ritter zu werden. Dann kannst du sogar Ferak’s erster Padawan werden. Ich würde dennoch als Berater bei euch bleiben, wenn das gewünscht ist. Das sagte ich ja bereits. Ausserdem wissen wir nicht, wie es auf Ossus weiter läuft und wie lang das ganze dauert. Gut möglich- wenn er sich weiter so gut macht- dass ich für Ferak eine Feldbeförderung beantrage. Dann hat der Rat eh keine Übersicht darüber,wer wann was gelernt hat und ich finde, ihr beide harmoniert gut und Ferak kann schon das Unterrichten üben. Also passt das für mich so. Bis das aber soweit ist, hast du den Rang eines Anwärters, ja?“

Sie lächelte Juna zu und beobachtete dann ihren Padawan bei seinem Kampf gegen den Telematen. Um heilen zu können- auch wenns erstmal nur Kleinigkeiten waren- brauchte sie für sich selbst auch die richtige innere Einstellung, musste in Einklang mit sich und der Macht sein. Das war für sie zum Glück kein grosses Thema mehr. Sie atmete tief durch verschränkte die Arme vor der Brust. Sie war von wundervollen Wesen umgeben, die-jeder auf seine Art- unglaublich stark und ein wahnsinniges Potenzial hatten. Tiefe Zufriedenheit erfüllte sie deswegen und sie war dankbar, sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen. Wer hätte je gedacht, dass sie in der Position als Meisterin mal solche Erfüllung finden würde. Aber hier stand sie jetzt und empfand genau das. Eine Erkenntnis, die sie leise schmunzeln liess. Ja, sie war zu Hause.

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Auf ihre Frage, warum er eigentlich scheinbar permanent Hunger hatte, bekam Fabienne einen Kurzvortrag zu gesunder Ernährung.Fabienne kaute auf dem Stück Gemüse rum, während er erzählte und ihre Augen glitzerten immer mehr. Als er fertig war, grinste sie.

«Weiss nicht, was du gegen Tiefkühlpackungen hast.Die sind doch praktisch! UND mein Bruder hat 22 Jahre seines Lebens praktisch nur Tiefkühlpackungen vertilgt und hatte keine gesundheitlichen Probleme deswegen. Kein Übergewicht, nichts. Also kanns so schlimm nicht sein!»

Sie stiess sich von der Wand ab, gegen die sie sich gelehnt hatte, um sich noch ein Gemüsestückchen zu klauen.

«Also fasse ich zusammen: Du kochst eigentlich leidenschaftlich gern, hast aber sonst im Einsatz keine Möglichkeit dazu, also geniesst du es, wenn du mal dazu kommst.»

Sie grinste ihn an und beobachtete dann, wie er das Gericht würzte. Als sie ihm von Valerie erzählt hatte, fragte er, ob sie sowas wie ihre Privatsekretärin wäre. Fabienne wackelte mit dem Kopf.

«Hmmm, nö, sie ist schon bisschen mehr. Sie vertritt mich in meiner Abwesenheit als stellvertretende Geschäftsführerin.Aber sie hat genau so ein Interesse daran, dass wir Erfolg haben,wie ich. Also leistet sie einen wertvollen Beitrag.»

Dann nahm sie den Teller für Lateef und schlenderte zum Cockpit vor, um ihren Taxi-Fahrer zu füttern. Anschliessend nahm sie bei den Jedi wieder Platz und sie nahmen die Mahlzeit gemeinsam ein. Das Essen war echt gut, was sie den Koch auch wissen liess.

Nach dem Essen ging es für Aleron dann an eine weitere Runde Lichtschwerttraining. Allerdings gestand Aleron bei der Ankündigung, dass er kein Lichtschwert mehr hatte, da ihm seins zerschellt war. Beachtlich genug, das ER nicht zerschellt war. Eigentlich sollten die Dinger doch robust sein,oder? So leicht liess sich seine Meisterin aber nicht von der Brauchbarkeit eines Kochlöffels überzeugen und tadelte ihn für sein Versäumnis. Dann reichte sie ihm ein neues Trainingslichtschwert und setzte sich zu ihr. Fabienne schmunzelte und beobachtete Aleron’s Übung. Tara lehnte sich aber zu ihr und meinte , den Kochlöffel anderweitig anzuwenden und Fabienne sah zu ihr, dann zu Aleron und dann wieder zu Tara.

«Ihr wollt ihm doch nicht den Brei verderben, oder?»

Sie grinste kurz und sah dann wieder zu Aleron.

«Wie geht es euch eigentlich? Ich kam noch gar nicht dazu zu fragen, wie eure Genesung läuft.»

Gut, die Togruta sah schon bedeuten besser aus als an dem Tag, als sie sie kennengelernt hatte. Vor allem deutlich selbstbewusster. Ob sie immer noch so dünn war, konnte man unter der weiten Kleidung nicht erkennen, aber das Gesicht war auch nicht mehr so eingefallen,was ja ein gutes Zeichen war.

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| Kernwelten | Hyperraum | Corellian-Run | StarExplorer | Trainingsraum | Ferak Koltari mit Sahra & Juna, im Schiff Suse, Ty​


Ferak hörte Junas Worte mit unbewegter Miene an. Nur das Heben einer Augenbraue ließ erkennen, dass er ihre Rede aufmerksam verfolgte. Doch in seinem Inneren regte sich etwas – Wohlwollen, vielleicht sogar Stolz? Juna wollte nicht mehr davonlaufen. Sie hatte sich ein Ziel gesetzt, eines, das nicht nur sie selbst veränderte, sondern auch alles, wofür sie einst missbraucht worden war, ins Gegenteil kehrte. Als sie endete, trat er an ihre Seite. Seine große, raue Hand legte sich auf ihre schmale Schulter, die im Vergleich zu seinen eigenen massiven Gliedmaßen beinahe zerbrechlich wirkte. Mit leichtem Druck verstärkte er die Geste, eine wortlose Anerkennung ihres Entschlusses. Dann erschien Suse. Der Droide summte leise, bevor er sich an die Rattataki klammerte. Fast unmerklich ging Ferak einen Schritt zurück. Droiden. Die kalten, mechanischen Wesen, die so anders waren als lebendige Körper. Er verstand sie nicht, sie bewegten sich nicht aus Instinkt - nein, sie waren ihm nie geheuer gewesen.

Der Frachtraum, in dem sie trainierten, hatte sich längst von seinem ursprünglichen Zweck entfernt. Wo einst Kisten und Container verstaut wurden, war Platz für Übungen geschaffen worden. Die Wände waren mit einfachen, aber funktionalen Matten verkleidet, um Stürze abzufangen. Trainingsgeräte standen ordentlich an den Rändern aufgereiht. Das Licht war hell, aber nicht grell – genau richtig, um die Konzentration zu fördern. Und dann war da das leise, konstante Summen des Hyperantriebs, ein Hintergrundgeräusch, das sie alle längst nicht mehr bewusst wahrnahmen, aber das eine merkwürdige Vertrautheit mit sich brachte. Ein Zeichen, dass sie unterwegs waren, zwischen den Sternen, ohne festen Boden unter den Füßen, aber dennoch auf einem Pfad, den jeder für sich gewählt hatte. Sahra und Juna sprachen über Heilung – über das Wesen eines Jedi-Heilers, über anatomische Studien, über die Möglichkeit, mit der Macht zu heilen. Der Padawan lauschte, ohne sich einzumischen. Diese Fähigkeit war ihm nie gelungen. Er konnte andere spüren, ihre Emotionen wie ein unsichtbares Flackern in der Macht wahrnehmen. Er konnte vorhersehen, wann ein Muskel sich anspannte, wann ein Schlag erfolgen würde, bevor der Gegner ihn überhaupt selbst ausführen konnte. Aber heilen? Den Körper eines anderen mit der Macht beeinflussen, um Wunden zu schließen? Das lag jenseits dessen, was er bisher gemeistert hatte. Und doch, während er den Worten lauschte, erkannte er, dass es vielleicht genau das war in dem Juna brillieren könnte.

Als Sahra die Übungsdrohne aktivierte, war Ferak dankbar für die Abwechslung. Ein Training, das er verstand. Ein Training, das ihn forderte, aber auf eine Art, die ihm vertraut war. Er schmunzelte kaum merklich, als Sahra vorschlug, mit der niedrigsten Stufe zu beginnen.


„Stufe Drei ist angemessener“, brummte er mit tiefer Stimme. „Zwei Minuten klingen gut … für den Anfang.“

Er hatte längst gelernt, dass echte Kämpfe keine Schonung kannten. Wenn er mit zwei Trainingsdroiden auf voller Leistung mit dem Lichtschwert trainierte, dann würde er auch die Kunst, Energie zu absorbieren, unter angemessenen Bedingungen meistern müssen und können. Dann sprach Sahra von einer etwaig bevorstehenden Ernennung zum Jedi-Ritter – und davon, dass Juna vielleicht seine Padawan werden könnte. Der Zabrak deutete eine leichte Verbeugung an, ein Zeichen des Respekts.

„Es wäre mir eine Ehre.“

Doch für tiefere Gedanken blieb keine Zeit. Der Telemat schwebte bereits auf ihn zu, ein kleines, metallisches Konstrukt, das sich mit leichten Summbewegungen bewegte, während es scheinbar zufällig rotierte. Doch er wusste es besser – dieses Ding war programmiert, um zu analysieren, um auf seine Bewegungen zu reagieren, um ihn herauszufordern. Das erste Blastergeschoss kam schnell und zielgerichtet. Ferak hob eine Hand, spürte die Welle der Hitze, die durch die Luft schnitt, und ließ die Macht durch seine Finger fließen. Er formte sie nicht mit Gedanken – dazu blieb keine Zeit. Er ließ sie einfach sein. Die Hitze des Energiebolzens prallte gegen seine Handfläche, doch anstatt seine Haut zu verbrennen, wurde sie verschluckt. Der nächste Schuss folgte. Und der nächste. Sein Atem beschleunigte sich.

Ein weiteres Projektil kam, diesmal aus einem anderen Winkel. Der Zabrak drehte sich leicht, die Arme nun nicht mehr als bloße Schutzbarriere nutzend, sondern als Kanäle für die Energie. Es war nicht nur ein Abfangen – es war ein Umlenken, ein vollständiges Aufnehmen der Energie, um sie zu neutralisieren. Die Macht strömte durch ihn, wurde von ihm aufgenommen, absorbiert, verteilt. Doch der Telemat erhöhte die Geschwindigkeit. Die Schüsse kamen dichter, ihre Abstände kürzer. Ein harter Treffer traf seine Schulter – nicht gefährlich, aber spürbar. Sein Körper wollte instinktiv ausweichen, doch er zwang sich, zu bleiben, sich zu konzentrieren. Er dachte nicht. Er ließ sich von der Macht leiten.

Die Macht war sein Verbündeter, und wo sein Verstand versagt hätte, übernahm sein Instinkt. Seine Hände fanden die Schüsse, absorbierten sie, ließen sie zergehen. Er spürte den Rhythmus der Maschine, das leichte Summen des Repulsorlifts, das kaum merkliche Surren der Energiekapseln, die sich aufluden, bevor sie feuerten. Die Konzentration der Macht in seinen Händen. Noch ein Treffer. Diesmal am Oberschenkel. Ein Fehler. Doch Fehler waren Teil des Weges. Der Padawan atmete tief ein, richtete seine Haltung auf und konzentrierte sich erneut. Es gab keinen Zweifel, keine Furcht. Nur den Moment. Nur das Training. Es war noch Luft nach oben – aber das war es, worauf es ankam. Woran sie heute scheiterten, bestimmte, worin sie morgen siegten. Wieder und wieder startete der Zabrak den Telematen, Stufe Vier, fünf Minuten. Bis ihn letztendlich ein Treffer ungünstig am Hals traf. Der Schuss traf ihn hart. Ein gleißender Blitz aus Energie, der sich in seine Haut fraß – direkt an seinem Kehlkopf. Schmerz, heiß und unerbittlich. Reflexartig wich Ferak einen Schritt zurück, doch das Brennen blieb, grub sich tiefer in sein Fleisch. Ein unterdrücktes Knurren blieb ihm im Hals stecken.

Instinkt übernahm, noch bevor er sich kontrollieren konnte. Wut? Nein, es war mehr der Überlebensdrang, der in ihm aufflammte. Mit einem ruckartigen Heben seiner Hand ließ er die Macht auf den Telematen los. Ein unsichtbarer Druck erfasste die kleine Kugel, schleuderte sie quer durch den Raum. Mit einem dumpfen Klonk krachte das Gerät in eine Ecke und blieb reglos liegen, ein leises Zischen aus den Überhitzungsschlitzen entweichend. Ferak keuchte. Seine Hand wanderte zu seinem Hals – warme, geschädigte Haut, das metallische Aroma verbrannten Fleisches lag in der Luft. Er versuchte, etwas zu sagen, doch als er den Mund öffnete, blieb seine Stimme aus. Ein weiteres Knurren vibrierte tief in seiner Kehle, doch es kam kein Laut über seine Lippen. Mist!

Sein Blick hob sich, wanderte zu Sahra und Juna. Die Übung war beendet – nur nicht so, wie er es geplant hatte.



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Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)

Tara war...indigniert. Der Morellianer erstarrte kurz während ihrer Standpauke, weil er nicht verstand, was sie dazu gebracht hatte. Sie hatten weder Telematen noch ein neues Set dieser Übungsboxen mitgenommen. Die Togruta hatte ihm bisher auch keinen Jediausrüstungsgürtel ausgehändigt, wie er um ihre eigenen Hüften geschlungen war, aber Aleron hätte ein neues Übungslichtschwert besorgen sollen?

Meisterin Li, die Heiler hatten ausdrücklich davon gesprochen, dass ich nur leichten Tätigkeiten nachgehen soll. Das schließt ausdrücklich Kampfübungen aus. Warum hätte ich also entsprechendes Übungsgerät mitnehmen sollen? Ich habe im Übrigen auch keine Telematen eingepackt.“

Mal ganz davon abgesehen, dass er nicht einmal wusste, wer diese ausgab, auch wenn er das sicher hätte herausfinden können. Tara holte als nächstes ein Übungslichtschwert aus ihrer Robe hervor und drückte es Aleron in die Hand. Der Morellianer begutachtete es mit großen Zweifeln als die Togruta bemerkte, dass er besser nicht ohne auf Mission gehen sollte. Die kleine Spitze zum Verlust seines ersten Übungslichtschwerts verwunderte ihn dann doch sehr. Sie war immerhin dabei gewesen und wusste genauso gut wie er, dass er die Waffe nicht einfach verlegt hatte. Was sie anschließend sagte, wollte und konnte er dann nicht so einfach stehen lassen.

„Es würde mir nicht im Traum einfallen, Übungsgerät in einer realen Gefechtssituation einzusetzen, wenn es sich nicht absolut vermeiden lässt. So eine impotente Übungswaffe brächte mich und alle anderen unter realen Gefechtsbedingungen nur in unnötige Gefahr. Davon ab: Erwartet Ihr heftige Schusswechsel, während wir lokale Beamte, Ladenbetreiber und Passanten befragen?“

Aleron hob die Schultern, bevor er auf dem Absatz kehrt machte, um endlich das Geschirr wegzubringen. Er machte aus seiner Irritation keinen Hehl und als er aus der Küche zurückkam und verstaute die Armschlinge in seiner Robe, um einige Dehnübungen durchzugehen. Sofort beschwerten sich die Bänder und Muskeln, die seine linke, verletzte Schulter zusammenhielten über die Beanspruchung. Für den Moment ignorierte er das aber. Als er anschließend in Grundstellung ging, brauchte er einen Atemzug mehr als sonst, um sich zu zentrieren.

Der Morellianer aktivierte das Übungslichtschwert und begann die Grundbewegungen aus dem Lehrbuch durchzugehen. Entsprechend arbeitete Aleron die Zielzonen von Form 1 der Reihe nach ab. Es begann mit einem diagonalen Schlag von links nach rechts. Der Hieb begann auf Schulterhöhe und endete weit darüber. In der Theorie diente er dazu, dem Gegner den Kopf im hohen Bogen abzuschlagen. Darauf folgten Zielzonen zwei und drei, also diagonale Schläge auf die rechte, bzw. linke Oberkörperhälfte, die darauf abzielten, den jeweiligen Arm abzuschlagen oder den Brustkorb aufzureißen.

Anschließend führte Aleron die Klinge an der rechten Schulter vorbei und kippte die Waffe ab, um einen imaginären Gegner hinter sich entzweizuschlagen. Dafür musste er die Muskeln der linken Schulter weit dehnen und sie ließen ihn wissen, wie wenig sie davon hielten. Doch er biss die Zähne zusammen und führte die Bewegungsreihe flüssig weiter. Es folgten Schläge auf die Zonen fünf und sechs, also das rechte und linke Bein.

Das ganze hatte nur wenige Sekunden gedauert. Der Morellianer hatte die Bewegungsabläufe selbst mittlerweile lehrbuchmäßig verinnerlicht und konnte nun an der Geschwindigkeit arbeiten, mit der er sie durchlief. Ohne die Klinge pausieren zu lassen, begann er anschließend mit einer Verteidigungsreihe gegen die Schläge, die er eben noch selbst ausgeführt hatte. Angefangen von einer Parade eines Kopfschlags und endend mit Blockaden von Schlägen, die ihn seiner Beine entledigen würden.

Ohne den Bewegungsfluss zu unterbrechen, ging Aleron anschließend in eine zweite Angriffsserie über. Die linke Schulter schmerzte mittlerweile nicht nur, während er sie belastete. Der Schmerz hielt sich für den Moment aber noch in Grenzen, also machte der Morellianer stoisch weiter.

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[Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, Neelyn Vandriks Quartier] Neelyn Vandrik & Reeloh

Mit einem mürrischen Knurren versuchte Neelyn Vandrik seine von jeher störrischen Haare zu kämmen – eine Aufgabe, die ihm noch unlösbarer schien als sonst, jetzt wo er immer noch einen Verband um den Schädel trug, der Teile seiner Haarpracht unter dem Material festklemmte. Jedes Mal, wenn er meinte, er habe seine Haare einigermaßen in Form gebracht, tauchte eine wilde Strähne aus der Umklammerung des Verbands auf und ruinierte das Gesamtbild. „Reeloh,“ fragte er mit konzentrierten Blick in den kleinen, leicht verkratzten Spiegel in seinem Quartier, das er sich mit Osk Lya’Sei teilte. Seine R7-Einheit, die in einer Ecke des Raums wartete, fiepte bestätigend und trillerte einen spöttischen Kommentar. Neelyns rechter Mundwinkel zog sich amüsiert nach oben. Der Astromech-Droide war ihm trotz seiner eigenartigen Art und seinem Lästermaul ans Herz gewachsen, aber nichtsdestotrotz würde er den letzten Kommentar ignorieren, um den kleinen Blechbolzen nicht noch zu ermutigen. „Wie viel Uhr,“ fragte er beiläufig über seine Schulter und schob seufzend eine weitere Haarsträhne zurecht.

Reeloh pfiff eine knappe Antwort. Kurz nach halb acht. Es bestand also noch eine Chance, dass er sich präsentierbar bekam, bevor er zum Empfang des Commodores losmusste. Neelyn hatte das erste Mal seit mehreren Tagen den Berg an Verwaltungskram rechtzeitig zum offiziellen Dienstende abgearbeitet bekommen – und da er immer noch leichten Dienst verrichtete – hatte er die Chance genutzt und nach seinem Abstecher zu Lieutenant Ced in den Hangar ein wundervolles, ungestörtes Schläfchen in seiner Koje gehalten. Die wirklich wichtige Frage: würde er Ced mit der Tatsache, dass er eine ganze Stunde ungestraft auf der faulen Haut liegen konnte, neidisch machen? Neelyn grinste breit, bevor entnervt fluchte. Elende Haarsträhnen und elender Verband! Der Macht sei Dank musste er ihn lediglich für ein bis zwei Tage weitertragen. Ein leiser Schritt gefolgt von einem schnippischen Kommentar ließ in zusammenzucken. „Sehr hübsch, aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht die Strähnen einfach wieder unter den Verband zu stopfen, Lieutenant?“

Neelyn drehte sich abrupt um und stand vor Sub-Lieutenant Kaysi Jantel, die direkt hinter der Tür seines Quartiers stand, die Arme vor der Brust verschränkt und ihn amüsiert angrinste. Für einen Moment war er sprachlos. Ob vor Überraschung über den unerwarteten Besuch, weil er hier in eigenartiger Position vor einer Untergebenen stand – er fingerte immer noch abgelenkt an seinen Haaren herum – oder weil ihm vorher noch nie aufgefallen hatte, was für ausgesprochen hübsche orangebraune Augen sie hatte, er war sich nicht sicher. „Ähh,“ murrte er vorsichtig und senkte langsam die Hände, damit er wenigstens nicht mehr wie jemand aussah, den man direkt nach dem Aufstehen mit einer Waffe bedrohte. „Wie meinen?“ Jantel schnaubte belustigt. „Wenn Sie die Haare einigermaßen gleichmäßig unter den Verband schieben, können Sie gegebenenfalls retten, was zu retten ist, Lieutenant Vandrik.“

Dieser runzelte überrascht die Brauen, wobei sich sein rechter Mundwinkel ein wenig hochzog. „Ich wusste gar nicht, dass ich eine Modeberatung gebucht hatte, Sub-Lieutenant,“ meinte er halb verwundert, halb amüsiert. „Trotzdem schön, dass sie reinschneien, auch wenn ich mich über eine Vorwarnung mittels der Türklingel gefreut hätte. Wie komme ich denn zu der Ehre?“ Jantel hob entschuldigend die Hände. „Zwei Gründe. Lya’Sei meinte, ich solle mal schauen, ob sie immer noch schnarchend in der Koje liegen …“ Sie grinste breit. Verdammtes bothanischer Plappermaul, schoss es Neelyn durch den Kopf und er runzelte die Stirn. Nicht nur, dass er dem Bothaner Gefallen schuldete, jetzt plauderte er auch schon die heiligen Geheimnisse militärischer Zimmergenossenschaft aus. „Wichtiger ist allerdings, dass ich mich bedanken wollte.“

Die Mirialanerin stockte für einen Moment und wirkte verlegen. Den kurzen Moment unangenehmer Stille nutzte Neelyn, um gedankenverloren an seinem Haarschopf herumzukämmen, wobei er zweifelsohne Schaden anrichtete, aber zugleich war er doch mehr als interessiert an dem, was Jantel sagen würde. „Es ist ausgesprochen unangenehm auf einer sterilen Krankenstation ohne bekannte Gesichter um einen herum aufzuwachen, insbesondere, wenn die letzte Erinnerung ist, wie man vom Schleudersitz aus einem brennenden Jägercockpit geschossen wird.“ Ein zaghaftes Lächeln kam in ihr Gesicht zurück. „Trotzdem wird das etwas besser, wenn man ein Geschenk von einem geschätzten Besucher vorfindet. Das einzige Geschenk.“ Lieutenant Jantel hielt für einen Moment inne, wie um ihre Gedanken zu sammeln. Das war auch nicht übel, denn es dauerte einen Moment bis sich Neelyn überhaupt daran erinnerte. Dann fiel es ihm aber wieder ein: er hatte eine Packung Ackbars Algencracker für sie organisiert bevor sie aufgewacht war.

„Nicht, dass ich auf einem Militärschiff konstante Krankenbesuche oder tausend Geschenke erwarten würde. Jeder hier hat unendlich viel zu tun und rennt den halben Tag durch die Gegend. Aber das machte die Geste umso schöner. Deshalb vielen Dank, Lieutenant.“ Sie schenkte ihm ein wunderschönes Lächeln, das ein warmes Gefühl tief in seiner Magengegend auslöste. Neelyn schluckte und hatte einen Moment lang das Gefühl, sein Mund sei komplett ausgetrocknet. Innerlich verfluchte er sich, denn dieses warme Bauchgefühl widersprach schlicht gänzlich seinen Ansprüchen an die eigene Professionalität. Zögerlich kratzte er sich am frisch rasierten Kinn und räusperte sich laut, darauf bedacht die eigenartige Situation für den Moment zu entschärfen. „Ähh. Gern geschehen,“ hörte Vandrik sich selbst mit holpriger Stimme antworten. „Ich hätte nicht vermutet, dass sich das Zeug jemand freiwillig außerhalb von Überlebenssituationen reinstopft. Aber ich hätte zumindest eine Idee, wie Sie sich revanchieren könnten …“ Mit dem Schmunzeln eines schelmischen Schuljungen deutete er auf den Kamm in seiner Hand. „Vielleicht schaffen Sie es ja mich vorzeigbar für den Empfang zu machen?“

Wenig später …

Neelyn und Kaysi Jantel betraten gemeinsam den großen Konferenzsaal auf Deck 5. Verwundert fuhr sich Neelyn mit der linken Hand durch den Haarschopf und fand keinerlei entkommende Haarsträhnen vor. Sub-Lieutenant Jantel kicherte leise, bevor sie sich ein wenig zu ihm hinüberlehnte. „Wenn Sie noch ein paar Mal mehr an ihrem Scheitel herumfingern, dann werden Sie meine Arbeit ruinieren.“ Vandrik gab ein zustimmendes Knurren von sich, tastete aber trotzdem noch einmal vorsichtig seinen Verband ab, während er sich umschaute. Der Konferenzsaal war mit großen Bahnen Stoff in republikanischen Farben dekoriert, die in regelmäßigen Abständen mit einer Standarte der Flotte und des Jägerkorps versehen waren. An einem Ende des Raums war eine kleine Bühne aufgebaut, auf dem ein Holoprojektor stand. Der Großteil der Piloten des 96. Geschwaders war bereits anwesend und unterhielt sich lautstark um kleine Stehtische herum verteilt. Ced konnte er jedoch noch nicht sehen und auch Commodore Zertu war noch nicht anwesend.

Neelyns Blick fiel auf einen langen Tisch, mit einem sauberen, weißen Tischtuch, auf dem Flaschen und Tabletts mit Snacks herumstanden. Er lächelte zufrieden. „Buffet auf 10 Uhr,“ meinte er und leckte sich beim Gedanken an ein frisches Ale freudig über die Lippen. Und welch eine Überraschung: sein gieriger Zimmergenosse, Sub-Lieutenant Osk Lya'Sei, krallte sich zahlreiche kleine Schnittchen, um sie auf einem kleinen Teller in seiner bothanischen Pranke zu stapeln. Gerade als sie hinüber gehen wollten, sah er wie Major Chonda mit seinem unterkühlten Raubtiergrinsen langsam zu Neelyns Flügelmann herüberschritt, wohl um ein erzieherisches Gespräch zu führen. Definitiv ein Schauspiel, das man am besten aus einer angemessenen Entfernung genoss, weswegen sie sich an einen freien Stehtisch stellten, auf den jemand eine brauchbare Imitation von Fenestraria kashyyykiensis gestellt hatte.

Neelyn tastete das bläuliche Sukkulentenimitat ab und verspürte eine spontane Sehnsucht nach seinem kleinen Wintergarten, den er mit dem Eintritt ins Militär aufgegeben hatte. Diese Art war dafür bekannt wenig Licht zu brauchen und wuchs rasenartig in manchen Teilen der Schattenlande von Kashyyyk. Bei richtiger Pflege konnte sie Blüten ausbilden, die fluoreszierten, bis sie verblüten. Er seufzte leise. Sein Wintergarten war zu hell gewesen, um die Art anzupflanzen. Aber er musste sagen, das Imitat machte sich sehr gut im sonst spartanisch gestalteten Konferenzsaal. Jantel tippte ihm auf die Schulter und wies grinsend auf das recht intensive Gespräch zwischen Osk Lya’Sei und Chonda. Ersterer gestikulierte abwehrend und deutete immer wieder auf seinen Beuteteller mit Leckereien, während sein Gegenüber ein ernstes Gesicht über eng zusammengezogenen Augenbrauen hatte. Neelyn schmunzelte. Ob Fayr Ced es wohl geschafft hatte seine Maschine rechtzeitig fertig zu reparieren?

[Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, Konferenzraum Deck 5] Neelyn Vandrik, Kaysi Jantel (NPC) & Piloten des 96. Geschwaders
 
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Tara neigte leicht den Kopf zur Seite, als Fabienne nach ihrem Wohlbefinden fragte. Ein kleines, dankbares Lächeln huschte über ihr Gesicht, ehe sie antwortete.

„Es geht mir schon viel besser als noch vor meiner Rettung. Mein Körper ist noch nicht so stark, wie er es einmal war, aber das ist nichts, was sich nicht mit Zeit und Training beheben lässt. Ich spüre die Schwäche mittlerweile nur noch zu bestimmten Tageszeiten, und auch der Schwindel kommt nur noch selten. Aber es wird weniger, mit jedem Tag.“

Ihre Montreals zuckten kurz, dann richtete sie ihren Blick auf Aleron, der sich weiterhin mit den Grundbewegungen des Lichtschwertkampfes beschäftigte. Sie beobachtete ihn genau, jede Bewegung, jedes Anzeichen von Schmerz, das sich in seiner Mimik oder Körperhaltung zeigte. Sie sah, wie sich seine linke Schulter verspannte, wie die Bewegung seines Arms ein wenig stockender wurde, je weiter er die Übungsfolgen durchführte. Er biss die Zähne zusammen und machte weiter, aber Tara erkannte die Grenze, die er noch nicht überschreiten sollte.

Sie legte den Kopf leicht schief und seufzte innerlich. Er war noch nicht soweit für einen richtigen Trainingskampf mit ihr.


„Genug.“

Ihre Stimme war ruhig, aber fest, und sie trat einen Schritt auf ihn zu.

„Binde deine Schulter und deinen Arm wieder. Du wirst jetzt nicht mit Gewalt erzwingen, was dein Körper noch nicht leisten kann.”

Sie sah zu Fabienne und nickte ihr zu.

„Hilf ihm bitte dabei.“

Ohne ein weiteres Wort griff Tara in ihre Robe und zog einen Blaster hervor. Es war eine Trainingswaffe, speziell eingestellt, um keinen bleibenden Schaden anzurichten. Sie reichte ihn Fabienne mit einem nachdenklichen Blick.

„Dieser Blaster ist auf ein Minimum reduziert. Die Schüsse sind harmlos – unangenehm, aber sie verursachen keine Verletzungen. Du sollst auf ihn schießen.“

Dann drehte sie sich wieder zu Aleron.

„Du wirst lernen, Blasterschüsse mit deinem Lichtschwert abzuwehren. Aber nur mit einem Arm – mit deinem unverletzten Arm. Deine linke Seite bleibt unangetastet. Der Kampf hält sich nicht an deine Genesung. Falls wir in eine ungemütliche Situation geraten, musst du in der Lage sein, dich selbst zu verteidigen – mit dem, was dir zur Verfügung steht. Und das bedeutet, dass du lernen musst, deinen Körper richtig einzusetzen.“

Sie verschränkte die Arme und musterte ihn scharf.

„Unsere nächste Mission könnte uns in unangenehm raue Umstände führen. Ich werde dich nicht auf etwas loslassen, wofür du nicht bereit bist. Du wirst jetzt üben, Schüsse abzuwehren – einarmig. Fabienne wird feuern, du wirst blocken. Fange an.“

Sie trat einen Schritt zurück und beobachtete ihn genau, bereit, seine Reaktion ebenso zu studieren wie seine Technik.

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)
 
Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, vor Fayrs Quartier | Fayr Ced

Die Zeit war verdammt knapp geworden. Genau genommen war sie Fayr ausgegangen. Er war praktisch schon zu spät und hatte es nicht einmal geschafft, seine Dienstuniform ordentlich anzuziehen. Die Uniformjacke unter den Arm geklemmt, hatte der Corellianer seinen Gürtel erst geschlossen als schon zur Tür seines Quartiers raus auf dem Gang war. Die Hände waren noch rot vom Abschrubben der Öle und Schmiermittel, mit denen sie bei den Reparaturarbeiten in Kontakt gekommen waren und das Haar war ihm noch leicht feucht und nicht ordentlich frisiert.

Nachdem er sich die Jacke überzogen und glatt gestrichen hatte musste ein Fingerkamm dazu dienen, seine Haare in Form zu bringen. Zum Glück war die Frisur militärisch kurz, sodass das keine allzu große Mühe war und auch nicht lange dauerte. Bevor Fayr dann in den Konferenzraum auf Deck 5 eintrat, strich er seine Jacke glatt und überprüfte, dass seine Rangzeichen auch gerade angebracht waren. Viel zu oft war er für eine unordentliche Uniform an der Akademie zusammen geschissen worden, als dass er sich das jetzt noch erlaubte.

Der Blick ging natürlich als erstes zum Rednerpult als er den Raum betreten hatte. Aber zum Glück stand da noch niemand, was ein gewinnendes Lächeln auf die Lippen des Corellianers. Er war zwar spät, aber nicht so spät, dass er die Veranstaltung störte und damit war er nach allen Regeln der Kunst praktisch pünktlich. Also ging der Blick etwas beruhigter weiter und da war er, Lieutenant Vandrik unterhielt sich offenbar entspannt mit Sub-Lieutenant Jantel. Er wirkte vollkommen unbedarft und wusste offensichtlich nicht, was auf ihn wartete.

Fayr begab sich also in das Sichtfeld von Neelyn und winkte ihm auffällig, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Als der Corellianer sich sicher war, seine Aufmerksamkeit zu haben, senkte sich seine rechte Hand auf Hüfthöhe als wolle er ein Duell zur Mittagszeit aus einem schlechten Holofilm nachstellen. Und dann passierte es. In Windeseile zog Fayr sein Datapad aus der Tasche, hielt es wie einen Blaster in der Hand, deutete damit auf Neelyn, kniff die Augen zusammen als würde er auf ihn zielen und „betätigte den Abzug“, indem er auf den Sendenknopf drückte.

Umgehend gab Neelyns eigenes Datapad den Empfang einer Nachricht bekannt, welche Sich als Statusupdate von Mynock 9 heraus stellte. Fayrs XJ3-Flügler galt ab sofort als vollständig einsatzbereit. Mit einem gewinnenden Grinsen steckte der Corellianer dann sein Datapad wieder ein und sendete noch ein paar Fingerpistolenschüsse in Richtung Neelyn, bevor Captain Chonda die Faxen mit einen strengen Blick und überdeutlichen Räuspern zu beenden wusste. Fayr pfiff daraufhin lautlos, schaute in die Luft und wusste sich hinter ein paar der anderen anwesenden Offiziere wegzuducken und erst einmal außer Blickweite zu verschwinden.

Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | an Bord der Challenger, Konferenzraum Deck 5 | Fayr Ced, Neelyn Vandrik und der Rest des 96. Geschwaders
 
Hyperraum auf dem Weg nach Aurea-an Bord der T6-Raumfähre- mit Aleron und Tara- Lateef im Cockpit

Aleron ging es nicht gut, das konnte man sehen. Nicht gleich von Anfang an, aber je länger je mehr. Schliesslich beendete Tara die Trainingsrunde und erklärte, dass er seinen Arm wieder verbinden sollte und bat sie, ihm zu helfen.

„Klar.“

erwiederte Fabienne und ging zu Aleron rüber.

„Wie hättest du es gern?“

fragte sie und half ihm dann, seinen Arm in Schon-Position zu fixieren. Ein Jedi noch immer mit Schwindel. Einer mit nem lahmen Flügel. Das waren ja prima Aussichten. Als sie sich wieder zu Tara umdrehte, hielt die ihr einen Blaster entgegen und erklärte, dass der auf ein Minimum reduziert war. Fabienne grinste.

„Wo habt ihr den denn her?“

und zeigte dann drauf.

„Ich hab so einen. Aber meiner ist gelb. Ich hab gedacht, die Schwarzen wären unterdessen alle einkassiert worden. Apodaca hat mir einen ewiglangen Vortrag gehalten, warum sie die aus dem Verkehr gezogen haben.“

Sie nahm der Togruta die Waffe ab und holte dann ihren Neongelben aus ihrer Tasche.

„Aus den von Aleron vorhin genannten Gründen. Offensichtlich hat es da in der Vergangenheit Verwechslungen gegeben, weswegen die Übungsblaster sich jetzt optisch deutlich von den scharfen Waffen unterscheiden müssen. Aber gut. Nehm ich halt zwei. Schliesslich bekomm ichs mit nem Jedi zu tun. Da weiss man ja nie!“

Tara erklärte Aleron dann, was er nun machen sollte und Fabienne nickte, sah dann aber noch einmal zur Jedi.

„Vielleicht stellen wir nachher nochmal um. Aleron und ich zusammen gegen euch? Weil im Ernstfall steh ich sicher nicht gegen ihn. Ok, auch nicht gegen euch. Aber ...ich versteht meinen Punkt, oder?“

Dann bezog sie Position und verstaute den schwarzen Übungsblaster erstmal in ihrem Holster. Damit auf Aleron zu zielen fühlte sich falsch an, auch wenn sie wusste, dass der genau gleich wie ihr gelber Blaster war. Aber das Gelb des Laufs in ihrem Blickfeld signalisierte schon „Spielzeug“ und beruhigte sie. Wenn sie ihm damit nicht direkt ins Gesicht traf, war das Ding kein Problem. Und das würde hoffentlich nicht passieren. Dann wartete sie, bis Aleron seine Klinge hob und bereit war.

Sie war kein Telemat. Sie war ein „Gegner“ aus Fleisch und Blut. Das gab einem Jedi- auch einem Padawan- deutlich mehr Optionen als ein Gerät ohne Bewusstsein. Ihr Job war es, genauso unberechenbar zu agieren. Ein Unterfangen, das schwierig bis unmöglich war. Zumindest, wenn sie dem Machtnutzer allein gegenüber stand. Aber auch das konnte ihr passieren- zumindest für eine gewisse Zeit. Das bedeutete: Sie musste das managen können. Das bedeutete: Sie musste auf ihre Gedanken aufpassen, um nicht zu viel zu verraten. Gemeinheit, dass die Machtnutzer diese Option hatten. Und sie hatte ja erst kürzlich gelernt, dass das nicht nur auf Machtnutzer reduziert war. Diese verdammte Virus-Probe hatte ihr ihren Verstand auch gründlich verknotet. Sie musste da eindeutig bessere Strategien entwickeln und dazu hatte sie jetzt Gelegenheit. Als ihr Partner soweit war, nickte sie noch einmal bestätigend und das Spiel begann. Ihr Ziel: Treffer landen. Sein Ziel: Das verhindern. Zügig folgte ein Schuss auf den Nächsten und Fabienne fand schon, dass das ziemlich cool aussah, wie er sich dagegen wehrte. Aber sie durfte sich nicht in Bewunderung verlieren, sondern analysierte seine Muster und versuchte, sie zu durchbrechen und den Weg, den er mit der Klinge zurücklegen musste, um sie zu blocken, so lang wie möglich zu machen. Das kostete ihn Zeit und verlieh ihr vielleicht die Chance, ihn doch zu treffen. Spätestens, wenn er vielleicht müde wurde.

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//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Trainingsraum; Juna mit Suse, Ferak und Sahra}


Auch wenn es erst einmal ein wenig Mut bedurfte, ihre Wünsche auszusprechen, so war irgendwie recht schnell klar, dass man ihr helfen würde. Meisterin Kenobi hat direkt angeboten, dass sie ihr Dokumente zur Anatomie geben könnte. Junas Augen strahlten regelrecht. Hastig nickte sie wie ein Kleinkind, dem man Süßigkeiten versprochen hatte. Auch der Vorschlag, an einer Universität zu lernen, begeisterte sie sichtlich.

“Anatomie wäre hervorragend. Ich will mich auf den Bau von Prothesen spezialisieren. Umso besser ich die Anatomie von verschiedenen Lebewesen verstehe, desto besser kann ich mich auch darauf einstellen, oder? Heilen ist natürlich aber auch wichtig. Das mit dem Spüren muss ich noch lernen. Bisher hatte man das Lehren dieser Fähigkeit mit entsprechenden Implantaten umgangen. Ich sollte halt nicht zu viel können. Nur genug, um meine ‘Arbeit’ zu erledigen.”

Damit ging es wieder mehr um das Training von Ferak, der ihr noch zuvor ein Zeichen des Wohlwollens zeigte. Juna setzte sich dabei an den Rand und dachte nach. Sie mochte Ferak. Aber auch seine distanzierte Art Suse gegenüber war ihr nicht entgangen. Nein. Er war sogar etwas zurückgewichen. Derweil beruhigte Meisterin Kenobi Juna ein wenig was das Thema “bei Null” anfangen angeht. Ruhig lauschte sie ihren Worten und nickte hier und da.

“Ich denke, ich bin damit einverstanden. Wie müssen schließlich auch gewisse Regeln einhalten. Halten wir keine Regeln ein, dann laufen wir ohnehin Gefahr, vom rechten Weg abzukommen. Wohin so etwas führen kann, habe ich ja mehr als gut gesehen.”


Damit erwiderte Juna das Lächeln und schaute schließlich zu Suse.

“Kleiner? Tu mir einen Gefallen. Scanne alles was du kannst bei dem was Ferak macht. Ich will versuchen, mit der Macht zu fühlen. Implantate sind gute Hilfen, sollten auf Dauer aber nicht das einzige Mittel unserer Wahl sein.”


Suse Piepte und tat, was man ihm sagte. Juna selbst schloss ihre Augen und versuchte, sich auf das, was hier passierte, zu konzentrieren und auf das aufzubauen, was sie bereits mit Meisterin Kenobi geübt hatte. Am Ende war es ja nur eine Erweiterung der vorigen Übung. Juna fokussierte sich auf Ferak und immer wenn er eine Pause machte glich sie mit Suse ab, ob ihre Beobachtungen übereinstimmten oder ob Juna einen Fehler gemacht hatte.

Irgendwann hatte Juna das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Als würde Ferak zu weit gehen. Noch eine Sekunde, bevor er getroffen wurde, zog Juna scharf die Luft ein. Und dann war es so weit. Sofort stand Juna auf und schaute den Zabrak an. Sie stellte sich schon einmal neben Meisterin Kenobi und schaute ernst. Instinkt. Sie hatte im ersten Moment den Drang wieder zu laufen, doch sie verbat es sich. Das war vorbei. Ihr Blick wanderte zu Suse.

“Bereite die Krankenstation vor. Nur zur Sicherheit…”

Damit flog der Droide los, um die Aufgabe zu erledigen. Mit den Armen sollte er damit fertig werden. Als Ferak etwas sagen wollte, kam keine Stimme raus. Juna atmete einmal tief durch und ging auf Ferak zu. Sie schaute auf den Hals und kratzte sich am Hinterkopf. Das sah nicht so gut aus, dennoch sollte man das retten können. Natürlich konnte man das retten. Am Ende hatte Juna ja auch keine organischen Stimmbänder mehr laut den Aufzeichnungen, die sie über ihre Eingriffe studierte.

“Ganz ruhig. Schone dich. Nur ein Fehler, nur ein scheitern. Du lebst noch und wir sind da.”

Sie lächelte ihn an und schaute dann zu Meisterin Kenobi.

“Ich hoffe Ihr seid schon weiter als ich im Heilen. Suse bereitet zur Sicherheit schon die Krankenstation vor. Denke da muss mehr gemacht werden als nur ein paar Bacta-Umschläge.”

Irgendwas war aber anders als sonst. Regelrecht fasziniert schaute sie auf die Verletzung von Ferak. Sie erinnerte sich an ihre eigenen Aufzeichnungen. Vorsichtig schob sie Feraks Hand von der Verletzung. Fantastisch! Wenn es stimmte, was man ihr über die Fähigkeiten der Jedi in Bezug auf Heilung erzählt hat, sollte das ein sehr gutes Exemplar zum Studieren sein. Kurz darauf schüttelte Juna ihren Kopf. Wie dachte sie? Das war Ferak. Ihr Freund! Kein Versuchstier! Aber es war so faszinierend! Und sie hatten alles auf diesem Schiff, um ihn zu versorgen. Großartig! Man würde Ferak helfen können! Ausgezeichnet! Juna ging einen Schritt zurück und nickte zufrieden, als hätte sie gerade einen guten Tee probiert.

“Ich glaube, alles wird wieder gut!”

Damit blickte Juna zu Meisterin Kenobi und wartete darauf, dass die Behandlung losging.



//{Hyperraum Richtung Tarmidia /-Star Explorer/-Trainingsraum; Juna mit Suse, Ferak und Sahra}
 
Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)

Tara brach die Übung ab, lange bevor der übliche Ablauf durch war. Natürlich reagierte Aleron sofort, unterbrach die Routine und deaktivierte die Übungswaffe. Es war offensichtlich, dass die Togruta kein Vertrauen in die Selbsteinschätzung des Morellianers hatte. Er konnte es ihr gemessen an seinem kürzlichen Fehltritt nicht verdenken. Dennoch, er konnte nicht umhin, enttäuscht über den Mangel an Vertrauen zu sein. Aber das war in Ordnung. In 5 oder 10 Jahren würde sie es sicher anders sehen.

Fabienne half ihm dann, den Arm mit der Schlinge wieder zu fixieren und er war ihr ehrlich dankbar dafür. Sein jüngeres Ich hätte die Unterstützung vielleicht abgelegt, aber er war mittlerweile weit davon entfernt, die Hilfe irgendwie als Angriff auf seinen Charakter zu missdeuten. Also schenkte Aleron der jungen Frau ein dankbares Lächeln und nickte ihr zu, bevor er Taras weiteren Anweisungen zuhörte.

Die Worte waren klar und verständlich formuliert und die Übung an sich war an sich auch nicht neu. Dennoch war der Kommentar, mit dem sie ausgesprochen worden, einigermaßen befremdlich. Tara sprach von Körperbeherrschung, Selbstverteidigung und davon, dass sich ein Kampf nicht um seinen gesundheitlichen Zustand scherte. Nichts daran war falsch, doch die Togruta schien zu glauben, dass der Morellianer nichts von alledem verstand. Beinahe hätte Aleron dazu etwas gesagt, hätte sie darauf hingewiesen, welcher Tätigkeit er in seinem früheren Leben nachgegangen war.

Vor 10 oder 20 Jahren hätte er sicher kaum an sich halten können, hätte sich vielleicht sogar in seiner Ehre gekränkt gefühlt. Hätte vielleicht sogar verbal ausgeschlagen und Tara darauf hingewiesen, dass er nicht derjenige war, der die letzten Jahre mit einer Amnesie in einer Sklavenzelle gesessen hatte. Aber er besann sich eines Besseren. Widerworte zu geben, hätte seiner Ausbildung nicht weiter geholfen. Und auch, wenn er sich gewünscht hätte, dass Meisterin und Padawan ein besseres Verständnis füreinander hätten. Jetzt war definitiv nicht der rechte Zeitpunkt dafür, daran zu arbeiten.

Stattdessen nahm Aleron erneut Aufstellung und versuchte, seine Mitte zu finden. Mit dem auf der Brust fixierten Arm war das gar nicht so einfach, aber der Morellianer war erfahren genug, dass die eingeschränkte Bewegungsfreiheit kein unüberwindbares Hindernis darstellte. Die Grundstellung von Form 1 war eigentlich für einen beidhändigen Griff ausgelegt, doch Aleron dachte nicht daran, eine andere Stellung einzunehmen. Der Morellianer hatte sich zwar über die Grundzüge aller Formen belesen, aber mit den anderen Formen herumzuexperimentieren machte jetzt einfach noch keinen Sinn. Er glaubte auch nicht, dass Tara das gutheißen würde.

Mit einer kurzen Atemübung zentrierte sich Aleron neu und aktivierte die Übungswaffe, bevor er Fabienne zunickte, um seine Bereitschaft zu signalisieren. Die junge Rangerin zögerte auch keine Sekunde und gab Schüsse in schneller Folge ab. Sie erwies sich als erheblich schießfreudiger als die Telematen, aber das stellte sich erstaunlicherweise nicht als Problem heraus. Sie bestand aus Fleisch und Blut und verfügte über ein klassisches Bewusstsein statt einem metallenen Körper und ein paar Schaltkreisen und das bedeutete, dass sie mit der Macht stärker verwoben war, als jeder Droide. Entsprechend klar war auch das Bild, dass die Macht vor dem inneren Auge des Morellianers zeichnete und so viel es ihm anfänglich auch leicht, sämtliche Schüsse abzuwehren.

Das Glück blieb ihm jedoch wie gewohnt nicht ewig hold. Der Treffer hatte einen wirklich ordentlichen Biss. Der Blaster war sehr offensichtlich stärker eingestellt als es die Telematen üblicherweise waren. Aber das war in Ordnung. So war er nur motivierter, nicht von Fabienne getroffen zu werden. Fortan ging Aleron strategischer vor. Der Morellianer konzentrierte sich stärker auf die Eingebungen der Macht und achtete genau darauf, welche Schüsse er tatsächlich mit der Klinge abwehren musste und welchen er leichter mit ein wenig Fußarbeit aus dem Weg gehen konnte und dabei das Übungslichtschwert schon in Position für den nächsten Schuss bringen konnte.

Die Macht durchströmte dabei immer stärker seinen Körper und dieses Gefühl war fast schon berauschend. Es fühlte sich an als würden alle Zellen in seinem Körper mit neuem Leben erfüllt. Sie strotzten geradezu vor Energie, als würden sie platzen, wenn er die Übung nicht weiter und weiter führte. Dabei begann Aleron tatsächlich für den Moment einen Teil seines selbst zu verlieren. Da war nur noch Fabienne, der Blaster in ihrer Hand, sein Übungslichtschwert in der eigenen Hand und natürlich auch der eigene Körper.

Das Gefühl war geradezu beflügelnd. Noch nie hatte sich sein Körper so leicht angefühlt, noch nie hatte er sich so...lebendig gefühlt. Aller Schmerz der letzten Tage war wie weg gewischt. Ganz so, als wären alle Verletzungen wie weg gewischt. Und dann...war der flüchtige Moment dieser reinen Glückseligkeit auch schon wieder so schnell vorbei, wie er gekommen war.

Der Körper war verschwitzt. Jetzt weiterzumachen, würde jeden Trainingsfortschritt zunichte machen und seinen Körper überbeanspruchen, das spürte der Morellianer ganz genau und so deaktivierte Aleron unvermittelt sein Übungsgerät und hob abwehrend die Hand. Doch das passierte zu unvermittelt, zu schnell für Fabienne. Sie gab noch einen Schuss ab, bevor sie ihren Rhythmus unterbrechen konnte.

„Hey!“

Im letzten Moment duckte sich Aleron, um dem Schuss auf seinen Kopf auszuweichen. Mit Blick nach hinten auf den Brandfleck an der Wand erhob er sich wieder, nur um sich dann umzudrehen und Fabienne einen vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen und tadelnd mit dem Zeigefinger auf sie zu deuten.

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)
 
Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)

Tara beobachtete die beiden genau. Aleron bewegte sich besser, trotz seines verletzten Arms, aber sie sah auch die Anspannung in seinen Bewegungen. Er kämpfte nicht nur gegen Fabienne, sondern gegen sich selbst – gegen seinen Körper, gegen seine eigenen Grenzen. Fabienne hingegen war konzentriert, fokussiert, aber nicht perfekt. Sie war unberechenbarer als die Telematen, und genau das machte sie zu einer besseren Herausforderung. Doch sie wusste es auch. Und vielleicht genoss sie es ein bisschen zu sehr.

Als das Gespräch über die Blaster aufkam, hob Tara leicht die Augenbraue. Sie wusste natürlich, dass es eine Regelung für die Farben der Trainingswaffen gab. Aber es war faszinierend, mit welcher Selbstverständlichkeit Fabienne darüber sprach. Fast so, als wäre es ein Spiel für sie.


"Ah, ja. Bürokratie. Der ewige Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen."

Ein amüsiertes Schnauben. Aber dann war das Gespräch vorbei, und das Training begann. Sie beobachtete. Und analysierte.

Aleron ließ sich von der Macht leiten – das war gut. Doch sie sah es kommen. Er ließ sich mitreißen. Es war ein schmaler Grat zwischen völliger Kontrolle und dem Rausch der Bewegung, und er war auf dem besten Weg, die Grenze zu überschreiten. Fabienne feuerte weiter, sie machte es ihm nicht leicht, aber sie ahnte nicht, was in ihm vorging. Und dann – der Bruch.
Der Moment, in dem er es spürte. Dass er anhalten musste. Dass sein Körper erschöpft war. Dass er weitermachen wollte – aber nicht mehr sollte.
Aleron stoppte. Zu abrupt. Zu schnell.


"Warte—"

Doch es war zu spät. Fabienne konnte nicht schnell genug reagieren. Der Schuss löste sich, und für einen Wimpernschlag hielt Tara den Atem an. Aleron duckte sich im letzten Moment, der Schuss zischte knapp über seinen Kopf hinweg, hinterließ einen Brandfleck an der Wand.

Alerons Stimme war vorwurfsvoll, sein Blick hart. Er hob die Hand, tadelnd, zeigte mit dem Finger auf Fabienne. Und sie? Tara sah ihn erst verblüfft an, dann musste sie schmunzeln und trat zwischen die beiden. Nicht hastig, aber bestimmt.


"Genug- Ihr beide. Zum Glück ist der Blaster ja nicht auf volle Power, nicht wahr?"

Ihre Stimme war ruhig, aber fest. Sie ließ ihren Blick über beide wandern, erst Aleron, dann Fabienne.

"Das war gut. Aber es war nicht perfekt. Und genau deshalb war es lehrreich."

Sie ließ die Worte einen Moment sacken, bevor sie fortfuhr.

"Aleron – du hast dich von der Macht tragen lassen. Und das ist gut. Aber du hast dich auch von ihr mitreißen lassen. Hast du es gespürt? Das Hochgefühl? Die Kraft? Den Moment, in dem du dachtest, du könntest ewig so weitermachen? Die Macht kann berauschend sein. Und wenn du nicht aufpasst, verlierst du dich darin. Sie kann dich weiter treiben, als dein Körper es verkraften kann. Ich finde es jedoch gut, dass du im Training zumindest auf deinen Körper gehört hast. In Realität geht das natürlich nicht, aber ich denke, dies ist dir selbst bewusst."

Ihr Blick wanderte zu Fabienne.

"Fabienne – du bist gut. Du hast Aleron gefordert. Aber du hast auch gesehen, was passiert ist, oder? Dein letzter Schuss war nicht deine Schuld. Und doch war er es. Du hast darauf vertraut, dass er weiter macht. Du hast dich auf einen Rhythmus eingelassen. Und als er ihn gebrochen hat, konntest du nicht schnell genug reagieren. Im echten Kampf kann dich das dein Leben kosten. Also, was nimmst du daraus mit?"

Sie ließ Fabienne Zeit zum Antworten, ehe sie weitersprach.

"Aleron – Balance. Fabienne – Kontrolle. Ihr beide habt es gesehen. Ihr beide habt es gespürt. Und das ist der erste Schritt, es besser zu machen."

Ein Moment der Stille. Dann ein prüfender Blick auf beide.

“So, Lust auf mich zu schießen? Ich brauche immerhin auch Training und bin vielleicht auch etwas eingerostet.”

Meinte sie schmunzelnd und gab Aleron eine weitere Blasterübungswaffe und aktivierte dann summend ihre hellblaue Klinge ihres Lichtschwertes.

Hyperraum auf dem Weg nach Aurea | an Bord der T6-Raumfähre | Aleron Blackthorne, Tara Li, Fabienne Bertheau und Lateef (NSC)
 
Commodore Gerzys Zertu

Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | Challenger | Konferenzraum Deck 5 |
Ein lautes "Achtung!" und Zertu hörte das charakteristische, hektische Stühlerücken, während sich alle Anwesenden erhoben. Es war Tradition, ein Zeichen des Respekts, den Zertu aus seiner Sicht auf jeden Fall verdient hatte. Immerhin war er Commodore und diese verantwortungsvolle Position war ihm nicht gerade zugeflogen. Auch wenn die Neue Republik durchaus darauf bedacht war, die Fahne der Vielfalt in ihrem Offizierskorps aufrecht zu erhalten bedeutete das nicht, dass ihm Privilegien geschenkt wurden. Man musste sie sich trotz allem verdienen, mit harter Arbeit. Aus diesem Grund schritt er besonders andächtig mit verschränkten Armen hinter dem Rücken durch den für die Zeremonie hergerichteten Konferenzraum. Der Quarre kannte das Pilotenkorps gut, immerhin war es besonders eng mit der Flotte verbunden. Für seinen Geschmack war der durchschnittliche Pilot jedoch etwas zu aufmüpfig. Ihnen fehlte oft die Disziplin, wie sie auf einer gut eingearbeiteten Brücke herrschte. Aus diesem Grund ließ er die Anwesenden noch etwas zappeln, als er sich hinter das Rednerpult stellte und seinen Blick noch für einen Moment durch die Reihen schweifen ließ. Sein Adjutant hatte vorher dafür gesorgt, dass das Licht im Raum während seiner Anwesenheit gedämpft war, damit er seine lichtempfindlichen Augen nicht so anstrengen musste. Dann erlöste er die Frauen und Männer. Immerhin waren sie hier, um zu feiern.

"Setzen Sie sich."

Wieder Stühlerücken, das Rascheln von Stoff und ein paar gemurmelte Sätze. Tatsächlich hatte Zertu keinen Grund, die anwesenden Piloten heute zu hart ran zu nehmen. Sie hatten ihre Sache gut gemacht. Die Operation konnte zu einem akzeptablen Abschluss gebracht werden, der ihn durchaus zufrieden stellte, was wiederum diesen Piloten zu verdanken war.

"Piloten der Neuen Republik. Sie wurden mir als neues Geschwader unterstellt. Allesamt mutige Männer und Frauen, die geschworen haben, die Neue Republik und ihre Bürger zu verteidigen. Ein wichtiger Eid, den niemand leichtfertig geben sollte. Dennoch brauche ich Ihnen nicht erklären, dass diese Umstände mehr als ungewöhnlich waren: Ein neu geformtes Geschwader mit Offizieren, die zu großen Teilen frisch von der Akademie kamen? Sie waren ein wild zusammengewürfelter Haufen, der Pech hatte und für Operation Schwarzer Nebel ausgewählt wurde. Mir war schon während der Planungsphase klar, dass das keine leichte Aufgabe für uns werden würde und ich sollte recht behalten. Für viele von Ihnen wurde diese Operation zur Feuertaufe."

Er machte eine theatralische Pause, die er dazu nutzte, seine Gesichtstentakeln zu beruhigen. Es hatte Zertu viel Zeit und Mühe gekostet, sich das für einen Quarren typische Kräuseln abzugewöhnen, vor allem wenn die Gespräche etwas emotionaler wurden.

"Der Kampf hat Sie zu einer Einheit geformt. Sie kamen als Pilot der Neuen Republik hier her. Jetzt aber sind Sie das nicht mehr. Sie sind jetzt ein Pilot des 96. Geschwaders und Sie können stolz darauf sein."

Geduldig wartete der Commodore, bis der Applaus und die Jubelrufe sich wieder beruhigt hatten.

"Ich freue mich, dass Ihnen heute mehrere Auszeichnungen zuteil werden. Gleichzeitig möchte ich ein Wort der Warnung aussprechen. Wenige hier wissen, dass die Feinde, die Sie in dieser Operation bekämpft haben, nicht der Maßstab sind für die Feinde der Neuen Republik. Arbeiten Sie auch weiterhin an sich und Ihren Fähigkeiten. Womöglich brauchen Sie sie eines Tages."

Zertu hätte gerne auf diese düsteren Schlussworte verzichtet, aber es wäre nicht angemessen gewesen. Natürlich hatte er von der seltsamen Nachricht von Stazi gehört. Der Quarre kannte den Admiral. Das war niemand, der leichtfertig so etwas an die große Glocke hängte. Die Nachrichten aus Mon Calamari, dass Stazi dort nun seinen Schreibtisch räumen musste, machte die Sache nicht besser. Etwas war im Gange und Zertu befürchtete das Schlimmste. Dann nickte er seinem Adjutanten zu. Der erste Schritt war die Verleihung des Kampagnenbands. Ein Offizier trat vor und verlas die Namen jener, die die Operation von Anfang bis Ende begleitet hatten. Sein Adjutant reichte dem Commodore ein kleines, offenes Kästchen mit den schmalen Bändern in republikanischem Gold. Mit einem festen Blick und einem anerkennenden Nicken überreichte er jedem Piloten das Band. Dann wurden die Schachteln kleiner: der Redbird. Wieder wurden Piloten aufgerufen, die teilweise noch ihre Verbände trugen und stark nach Antiseptika rochen.

"Mögen Ihre Narben Sie an Ihren Mut erinnern, die Neue Republik ist Ihnen zum Dank verpflichtet."

Eine Floskel, die er sich recht früh in seiner Laufbahn bei einem anderen Offizier abgeschaut hatte. Sie war förmlich, respektvoll und aufbauend. Ideal für diese Auszeichnung. Mit geübter Bewegung heftete der Commodore den kleinen, roten Pin an die Uniformen der Piloten. Danach kamen die Ehrungen für besonders herausragende Leistungen. Sein Adjutant rief einen Lieutenant Fayr Ced auf, worauf sich ein junger Corellianer zur Bühne begab.


"Lieutenant Fayr. Durch Ihre Aufmerksamkeit und Entschlossenheit haben Sie den Verlust einer gesamten Staffel verhindert. Ihr Einsatzwille und Ihre Treffsicherheit haben Ihnen den Titel eines Doppel-Asses eingebracht – ein Titel, den nur wenige Piloten tragen."

Er wandte sich an den Stabsoffizier der Jagdverbände, der mit einem knappen Lächeln einen kleinen Blumenstrauß überreichte – eine Tradition, die in den imperialen Jägerstaffeln als ironische, aber respektvolle Geste für frisch ernannte Asse galt.

"Doch Ihr Verdienst geht darüber hinaus," fuhr Zertu fort. "In Anerkennung Ihrer taktischen Umsicht und Ihres Einsatzes ehre ich Sie mit dem Halbmond von Calidor mit bronzenem Nest." Er nahm das Abzeichen aus dem Kästchen und befestigte es an Fayrs Uniform. "Dieser Orden wird nur an Piloten des Militärs der Neuen Republik verliehen, die sich durch heldenhaften und außerordentlichen Einsatz während ihrer Missionen ausgezeichnet haben. Sie können stolz auf sich sein, Junge."

In dem Kästchen würde Fayr außerdem noch ein persönliches Grußschreiben des Verteidigungsministers Sian Nunb und von Kanzler Quún finden.

"Und jetzt feiern Sie, das ist ein Befehl! Der heutige Abend geht auf meine Rechnung."

Irgendwie waren sie doch noch Kinder, kam ihm kurz in den Sinn, als er die strahlenden Gesichter sah. Für den Moment war es vielleicht sogar besser, dass sie nicht wussten, was die Zukunft für sie brachte.

Hyperraum in Richtung Lianna | Task Force-Challenger | Challenger | Konferenzraum Deck 5 |
 
Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Trainingsraum- mit Ferak und Juna- Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen

Manchmal schien die Macht kleine, scherzhaft gemeinte Kommentare, die man fallen liess, als Herausforderung zu sehen. In einem Moment unterhielt sie sich noch mit Juna und machte in Gedanken quasi Notizen, ihr eine Online-Uni zu suchen, wo sie studieren konnte. Ferak übte derweil Energie absorbieren und stellte sich dabei überaus geschickt an. Die Macht durchströmte ihn, das war deutlich spürbar und Sahra war zufrieden. Alles wirkte für ein paar Minuten harmonisch und in sich ruhend.Und dann eskalierte plötzlich alles. Es war wie eine Spannung, die sich aufbaute. Schnell und unaufhaltsam. Sahra öffnete den Mund bereits, um ihren Padawan aufzufordern, sich zu mässigen. Aber dann geschah es schon. Ein Energieblitz traf Ferak wohl an der angreifbarsten Stelle. Er reagierte damit, dass er den Droiden in die Ecke pfefferte und Sahra beeilte sich, zu ihm zu kommen. Sein Blick traf ihren und sie hörte, wie Juna ihren Droiden los schickte, die Krankenstation fertig zu machen.

„Du musst ja nicht gleich alles so krass umsetzen. Scheitern, ok. Aber …“


Sie lächelte Ferak an und legte ihm eine Hand auf die Schulter, liess die Macht fliessen, um ihm den Schmerz zu nehmen. Obwohl gerade wohl noch so viel Adrenalin in seinem Blut war, dass er noch keine Schmerzen hatte. Aber das würde sich schnell ändern. Juna war inzwischen auch bei ihnen und redete beruhigend auf Ferak ein, was sehr gut war. Dann sah die junge Frau zu ihr und äusserte die Hoffnung, dass sie besser im Heilen seie als sie und Sahra nickte.

„Wir bringen dich erstmal zur Krankenstation, Ferak. Dann schauen wir.Komm mit, Grosser.“

In dem Moment war Sahra froh, eine voll ausgerüstete Krankenstation zu haben. Bevor sie los liefen, fiel ihr aber noch Juna’s Blick auf die Wunde auf. Diese...Begeisterung? Sahra räusperte sich und sah für einen Moment finster zu ihr. Ferak war kein Versuchsobjekt! Er war ihr Padawan und Juna’s Freund! Mit einem leichten Kopfschütteln ging die Reise zur Krankenstation los. Sie war klein, aber voll Einsatzfähig. Behutsam dirigierte sie Ferak zur Liege und brachte ihn dazu, sich hinzulegen. Juna versuchte weiter, ihn zu beruhigen. Allerdings brachte der Zweifel in ihrer Aussage sie dazu, zu schmunzeln.

„ „Ich GLAUBE“ bedeutet , dass du noch Zweifel hast.“

Das sie Ferak’s Hände weg genommen hatte, war gut. Alles auf der Wunde hinderte die Hitze daran, zu entweichen und verschlimmerte die Verletzung.

„Da hinten sind Decken, hol mal eine. Der Körper wird sehr bald anfangen zu reagieren und dann wird ihm wahrscheinlich kalt. Das wollen wir ja nicht. „


Dann wandte sie sich schon an Ferak. Erstmal verabreichte sie ihm ein Schmerzmittel, damit er entspannt bleiben konnte. Auch wenn sie ihn wahrscheinlich gleich in Trance versetzen würde. Einfach, um sich selbst die Arbeit zu erleichtern. Beruhigend drückte sie seine Schulter und suchte lächelnd Blickkontakt.

„Erstmal guck ich, ob ich das selbe kann wie du und dann untersuche ich dich, in Ordnung?“

Zunächst einmal ging es darum, die Hitze so schnell wie möglich weg zu bekommen, bevor weitere Gewebeschäden entstanden. Das konnte man mit Kühlspray und so machen. Aber wenn sie die Macht nutzen konnte, brauchte sie keine Chemikalien. Die Hitze war auch ohne die Macht in seiner Haut spürbar.

„Miss Choway, da vorne im Schrank sind sterile Gazen und Bacta-Salbe. Machen sie etwas Salbe auf ein Stück Gaze und legen sie es auf die Wunde. Das kühlt auch schonmal etwas und unterstützt die Heilung.“


Nachdem sie Juna mit Aufgaben versorgt hatte, konzentrierte sie sich auf ihren Padawan. Vielleicht sollte sie doch nochmal versuchen, ihm Heilen beizubringen. Einfach damit er für sich selbst sorgen konnte, wenn sie mal nicht um ihn rum war. Nicht, dass es sie störte. Sie sorgte gern für ihn und ja, es gab in der Regel alternativen. Aber wenn alle Stricke rissen, war es vielleicht doch mal hilfreich.

Jetzt versuchte sie, die Hitze, die Energie, die „zu viel“ war von ihm zu nehmen. Sie stellte es sich als rötlichen Rauch vor, der eh schon von dort weg strömte, aber auch neu entstand, solang die Verletzung da war. Sie konnte die Energie fühlen. Anders, als seine Körpertemperatur. Irgendwie aggressiver. Sahra nahm sie auf, atmete sie ein mit jeder Pore, übergab sie aber auch an die Macht. Sie hatte keine Verwendung dafür und darum durfte es jetzt mal andersrum laufen als sonst. Statt heilsame Energie aus der Macht zu ihrem Patienten zu leiten, gab sie jetzt die nicht-gebrauchte zurück. Der Effekt war da. Irgendwie. Aber schwach. Ob es durch fehlende Übung oder fehlendes Talent kam, war zu diesem Zeitpunkt unmöglich zu sagen. Aber Sahra gab den Versuch bald auf und konzentrierte sich mehr drauf, die eigentliche Verletzung aufzuspüren.

„Die Macht fliesst durch den ganzen Körper, verbindet alle Zellen miteinander und erfüllt sie mit Leben. Dieser stetige Fluss wird gestört durch Verletzungen oder Krankheiten. Bei Verletzungen findest du regelrecht Unterbrüche, in denen die Macht fast etwas chaotisch ist. Wahrscheinlich, weil ihre gewohnten Bahnen zerstört sind. Die Umgebung reagiert immer darauf.“


Sie tauchte tiefer ein und ihre Stimme wurde nur noch zu einen Murmeln.

„Deine Stimmbänder sind nicht beschädigt, Ferak. Das ist gut. Aber sie sind in dem reaktiven Bereich. Angeschwollen und gereizt.“

Nach einer Sekunde öffnete sie die Augen.

„Ich würde dich gern in Trance versetzen,wenn du nichts dagegen hast. Damit Ruhe rein kommt und die Brandverletzung schneller heilt, vor allem, weil sie in so einem kritischen Gebiet ist. Es besteht vielleicht auch die Gefahr, dass deine Atemwege das Gefühl bekommen, sie müssten auch noch mitmischen. Das würden wir damit genauso verhindern wie Infektionen und Entzündungen."


Man konnte niemanden gegen seinen Willen in Trance versetzen, weswegen Sahra immer um Erlaubnis bat.

„Du kennst es ja von Ilum und es verkürzt die Zeit, die du hier sein musst.“

Sie lächelte Ferak aufmunternd zu und wartete auf sein OK, ehe sie zur Tat schreiten würde.

Kernwelten-Hyperraum-Corellia-Run-StarExplorer-Med-Station- mit Ferak und Juna- Ty in seinem Zimmer am Aufräumen und packen
 
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